1831 / 57 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sat, 26 Feb 1831 18:00:01 GMT) scan diff

1““ 1 11“ ““ 8 8 9 v1Ae“ betrug 1817 ein Sechstheil, 1828 ein Siebentheil des Ein⸗ kommens, also zu dem erstgenannten Zeitpunkte 1210 Fr., zu dem letztern 1038 Fr. Bringt man nun auch die un⸗ gleiche Vertheilung des Vermoͤgens in Anschlag, welcher zu⸗ folge ein Theil des Adels weniger und ein anderer mehr als die angegebene Summe an Grundsteuer bezahlt, so leuchtet dennoch ein, daß die Haͤlfte oder drei Viertheile dieser Grund⸗ besitzer von 7000 Fr. Grund⸗Einkommen, wenigstens 1000 Fr. direkter Steuern zahlen und in den Wahl⸗Kollegien eine Masse von 12 bis 13,000 Waͤhlbaren bilden. Die Gesammt⸗ Zahl der waͤhlbaren Waͤhler betrug im Jahre 1817: 16,140, im Jahre 1828 nur 12,763. Der alte Adel bildete also ziemlich die Totalitaͤr der Waͤhlbaren. In den 78 großen Wahl⸗ Kollegien, unter dem bescheidenen Namen der Hoͤchstbesteuer⸗ ten versammelt, waͤhlte der Adel aus seiner Mitte 170 De⸗ putirte und nahm dann in den kleinen Kollegien abermals an der Wahl von 260 Deputirten Theil, die auch nur aus seiner Mitte genommen werden konnten, indem sich, mit Ausnahme einiger großen Staͤdte, in jedem Bezirks⸗Wahl⸗ Kollegium unter 50 Waͤhlbaren 46—48 Adelige befanden.“ Das Aviso de Toulon meldet: „Alle Frauen, deren Maͤnner sich bei der Occupations⸗Armee in Afrika befinden, haben Erlaubniß erhalten, sich zu ihren Maͤnnern zu bege⸗ ben. Aus dieser, so wie aus mehreren anderen Maaßregeln der Regierung, folgert man, daß sie den Plan hat, die Re⸗

gentschaft Algier zu kolonisiren.“

Großbritanien und Irland.

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Parlaments⸗Verhandlungen. Als der Graf v. Shrewsbury in der Sitzung des Oberhauses vom 15. Febr. mehrere Irlaͤndische Bittschriften zu Gunsten der Auf⸗ loͤsung der Großbritanisch⸗Irlaͤndischen Union uͤberreichte, wurde er vom Marquis von Londonderry gefragt, ob er gesonnen sey, diese Bittschriften zu unterstuͤtzen? Der Graf antwortete, daß er, wiewohl er die Ueberreichung der Peti⸗ tionen uͤbernommen, doch den Bittstellern zu erkennen gege⸗ ben habe, daß er unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden sich nicht veranlaßt sehe, etwas zu ihren Gunsten hinzuzufuͤgen, vielmehr empfehle er ihnen, sich aller Aufregungen zu ent⸗ halten, indem die den Irlaͤndischen Interessen unverkenn⸗ bar feindliche Verwaltung zu bestehen aufgehoͤrt habe. Sie sollten zu den guten Absichten der gegenwaͤrtigen Minister volles Vertrauen hegen, denn diese haͤtten sich im⸗ mer als wahre Freunde Irlands erwiesen und verdienten die Ehre einer allgemeinen Popularitaäͤt in diesem Lande. Der Herzog von Wellington bemerkte hierzu: „Ich habe durch⸗ aus nichts dagegen, daß der edle Graf den gegenwaͤrtigen Ministern diejenigen Komplimente mache, die er fuͤr ange⸗ messen haͤlt; ich muß jedoch ausdruͤcklich protestiren, wenn er von der vorigen Verwaltung sagt, daß sie den Irlaͤndischen Interessen unverkennbar feindlich gewesen sey (Beifall). Ich glaube doch, daß die Maaßregel, die ich vorzuschlagen die Ehre hatte, im Vereine mit anderen Maaßregeln, die die letzte Irlaͤndische Verwaltung zum Theil schon eingefuͤhrt und zum Theil so vorbereitet hatte, daß die jetzige Verwal⸗ tung im Begriff ist, sie einzufuͤhren, den edlen Grafen haͤt⸗ ten uͤberzeugen sollen, daß wir dem Irlaͤndischen Interesse nicht unverkennbar feindlich waren.“ Der Graf von Shrewsbury entschuldigte sich, indem er sagte, daß er die Frage des Marquis von Londonderry mit etwas zu großer Uebereilung beant⸗ wortet habe. Er habe das Wort „unverkennbar“ nicht ab⸗ sichtlich gebraucht und das Wort „feindlich“ in dem Sinne verstanden, daß die vorige Verwaltung, als sie die große Maaßregel der Emancipation gewaͤhrt, erklaͤrt habe, sie ordne sie nicht aus dem Wunsche an, das Irlaͤndische Volk zu versoͤhnen, sondern einzig und allein, weil die Zeit gekom⸗ men sey, in der man nicht laͤnger sich g” koͤnne. Der Viscount Strangford verschob seinen Antrag wegen der Handels⸗Verhaͤltnisse mit Portugal bis zum 21. Febr. Der Bischof von London nahm einen Anlaß wahr, um zu erkläͤren, daß sich das durchschnittliche Einkommen, welches die Englischen Geistlichen von den Zehenten bezoͤgen, auf nicht mehr als 185 bis 200 Pfund fuͤr jeden Geistlichen be⸗ lief. Den Ertrag saͤmmtlicher Zehenten in England gab er auf 2,300,000 Pfund an; doch werde ein Theil derselben an Layen bezahlt, welche die Zehenten als Eigenthum e worben haͤtten. 8 . 8 11X“” London, 16. Febr. Se. Majestaͤt der Koͤnig empfingen in diesen Tagen, in besonderen Audienzen, Sir Rob. Peel und den Grafen Muͤnster. Nach den letzten Berichten aus Dublin hatte dort am 13ten eine Versammlung stattgefunden, um eine Bittschrift an das Parlament wegen Aufloͤsung der Union abzufassen,

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sollte.

ertheilt gehabt, alle Stoͤrungen, die bei einer solchen Ver⸗

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die Herr Hunt uͤberreichen und Herr O'Connell unterstuͤtzen Letzterer wohnte der Versammlung bel und hielt eine Rede, die durch stuͤrmischen Beifall unterbrochen wurde. Er begann sie mit der Erklaͤrung, daß er in den naͤchsten

48 Stunden auf Englischem Boden zu stehen hosse, um beschwerte er sich

sich nach London zu begeben. Dann 1 uͤber eine Behauptung der Dubliner Abendpost, als habe er

sich zu 14 Anklagepunkten fuͤr schuldig erklaͤrt, und nannte sie grundfalsch, mit dem Hinzufuͤgen, er wolle sich lieber ei⸗ nen Arm abnehmen lassen, als sich auch nur zu einem Auch protestirte

einzigen Punkt fuͤr schuldig erklaͤren. er foͤrmlich gegen eine andere Angabe der genannten Zei⸗ tung, daß er sich mit der Regierung in eine Uebereinkunft eingelassen und in Folge dessen im Gerichtshofe der Dubli⸗ ner Kings⸗Bench sein „Nicht schuldig“ hinsichtlich der ersten 14 Anklagepunkte zuruͤckgenommen habe. „Ich habe“, sagte er, „diesen Schritt nur gethan, um meine Angelegenheit, in der Ueberzeugung, daß man die Gesetze falsch auf mich an⸗ gewendet, vor eine Special⸗Jury und durch diese vor das Oberhaus zu bringen, indem ich dann und nicht fruͤher diese Ueberzeugung oͤffentlich darzulegen gedenke; ich bleibe meinen

fruͤheren Ansichten getreu und will fuͤr Irland unter dem 8

Scepter des Koͤnigs von England eine besondere und einhei⸗

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2 nie aber Bestechungen oder gewaltsamen Maaßregeln weichen.“

MNiederlande.

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mische Gesetzgebung; ich kann durch uͤberwaͤltigende Vernunft. gruͤnde besiegt werden und will dann mein Unrecht eingeste:

9 B ruͤ sj el 2 20. Febr. In der gestrigen Kongreß⸗Sitzung 1

erschien der General⸗Administrator des Departements fuͤr die

oͤffentliche Sicherheit, Herr Plaisant, um die geforderte Aus⸗ kunft uͤber die Hindernisse zu ertheilen, die der Versamm⸗

lung der St. Simonianer in den Weg gelegt worden. Erx

erklaͤrte zuvoͤrderst, daß von keinem Polizei⸗Agenten irgend

ein Verbot ausgegangen sey, vielmehr habe er den Befehl sammlung vorfallen sollten, zu unterdruͤcken. Nur der Gast⸗ wirth, dessen Lokal die St. Simonianer gemiethet gehabt, habe sich von den Drohungen des Poͤbels und von dem Umstande

erschrecken lassen, daß die Anschlagezettel, auf denen die Ver⸗-⸗

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sammlung angekuͤndigt worden, mit Koth beworfen worden seyen. Hr. v. Robauly; sagte, es scheine sich in dieser Hin⸗ sicht aller Eigenthuͤmer von Privatsaͤlen ein großer Schrecken

bemaͤchtigt zu haben; er habe daher den Predigern der St. 4 Simons Lehre den Rath ertheilt, sich an den Minister des

Innern zu wenden, um von diesem die Erlaubniß zur Benuz⸗ zung der fuͤr den oͤffentlichen Unterricht bestimmten Saͤle zu erlangen. Hr. Raiken erstattete hierauf den Bericht der Central⸗Section uͤber den Vorschlag des Hrn. Lebeau we⸗

gen Ernennung eines General⸗Statthalters des Koͤnigreichs.

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Die zehn Sectionen hatten sich sehr verschiedenartig, allein

fast saͤmmtlich gegen die Ernennung eines General⸗Statt⸗ 1 halters, dafuͤr aber fuͤr die eines Regenten ausgesprochen, doch auch mit dem Hinzufuͤgen, daß man erst das Resultat

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der nach Paris gesandten Deputation abwarten sollte. Dem⸗

zufolge und in Betracht, daß ein General⸗Statthalter, der

das Staats⸗Oberhaupt vertritt, gemeinschaftlich mit den Kam⸗ mern, Abaͤnderungen in der Constitution bewirken kann, was indessen, dieser Constitution zufolge, eine bloße Regent schaft nicht darf, ferner in Betracht, daß die Ruͤckkunft der Belgischen Deputation mit Naͤchstem erwartet wer⸗ den duͤrfe und das Resultat ihrer Mission bekannt sey, schlug die Central⸗Section vor: 1) einen Regenten

Tage in Kraft treten zu lassen, an welchem der Regent seine

Functionen uͤbernehmen wuͤrde; und 3) dem Regenten einen

aus fuͤnf Mitgliedern gebildeten Geheimen Rath beizugeben. Auf die Frage des Herrn Werbroek⸗Peeters ant⸗ worteten sowohl Herr van de Weyer, welcher sagte, daß nicht die provisorische Regierung, sondern der Vice⸗Praͤsident

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des Koͤnigreichs zu ernennen; 2) die Constitution an dem

des Kongresses mit der Deputation in Korrespondenz sich .“

befaͤnde, als der Vice⸗Praͤsident selbst, daß sie uͤber die Audienz beim Koͤnige noch keine Nachricht erhalten haͤtten. Man ging sodann zur ferneren Diskussion des Wahl⸗Gesetzes uͤber. Hr. Detheuvx verlangte, statt der vorgeschlagenen 100 Deputirten und 50 Senatoren, 102 von den ersteren und 51 von den letzteren. Vorschriften der Constitution, welche einen Deputirten auf 40,000 Seelen festsetze, uͤbereinstimmen wuͤrde, antwortete

Hr. Nothomb, daß die Bevoͤlkerung Belgiens die Zahl

von 4,080,000 Seelen noch uͤbersteige. Demzufolge wurde der neue Vorschlag von 114 gegen 7 Stimmen angenommen. Unsere heutigen Zeitungen enthalten bereits die erste

Auf die Bemerkung, ob dies mit den

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D11“ 11“ 8 1 8 3 Nachricht von der feierlichen Koͤnigl. Audienz, die

n Bel⸗ ischen Deputirten in Paris ertheilt wurde. 4 v. Vrai Patriote aͤußert: „Wir haben bereits ge⸗ sagt, daß in diesem Augenblicke keine Regierung mehr in Belgien vorhanden sey, wenn naͤmlich unter Regierung eine Autoritaͤt verstanden wird, die im Stande ist, die Achtung vor den Gesetzen, den Personen und dem Eigenthum auf, recht zu erhalten. Der Vorfall, der sich kuͤrzlich mit den St. Simonianern ereignet hat, ist ein neuer Beweis von der Anarchie, in der wir leben. Hr. Gendebien und Konsorten sagen: „„Das Volk ist es, das nicht will!““ Ei, wenn die Masse, die Ihr das Volk nennt, das nicht will, was der Kongreß und die Regierung dekretiren was soll uns dann der Kongreß mit sammt der Regierung? So moͤgen ie doch die Massen, die sie nicht in Zaum halten koͤnnen, mmerhin auch regieren lassen. Wenn eine Regierung nur die Macht hat, Auflagen einzuziehen, da aber, wo es gilt, Men⸗ schen und Meinungen gegen die verfuͤhrte Menge zu beschuͤz— zen, ohnmaͤchtig ist, so gewaͤhrt sie uns in der That nichts zur Schadloshaltung fuͤr die Opfer, die wir ihr bringen, und sie wird demnach unnuͤtz, oder sie ist vielmehr gar nicht mehr vor⸗ handen, weil sie die wesentlichsten Bedingungen ihrer Existenz nicht erfuͤllt. Es wuͤrde betruͤbend seyn, wenn unsere Nach⸗ barn, und besonders die maͤchtigen Nationen, die sich zu Buͤrgen der Ruhe Europa's gemacht, von dem, was bei uns vorgeht, Kenntniß und es zum Vorwande naͤhmen, in un⸗ sere inneren Angelegenheiten sich einzumischen; eine Einmi⸗ schung, welche unsere Unabhaͤngigkeit und alle unsere Frei⸗ heiten aufheben wuͤrde, der wir aber nicht entgehen werden, wenn der gegenwaͤrtige Zustand Belgiens, wir wollen nicht sagen einige Monate, nein, nur einige Tage noch fortdauert. Unsere Machthaber, die Herren von der Klerisei, die immer sehr gut berathen sind, sobald es ihr eigenes Interesse gilt, haben das Schwierige ihrer Lage sehr wohl empfunden und daher zwei ihrer Vertrauten, die Herren Vilain XIIII. und Andries, beauftragt, im Kongresse die Liberalen zu spielen. Es ist jedoch gewiß, daß man erst das Volk gegen die St. Simonianer auf das hoͤchste erbittert hat, und daß diese vor dem religioͤsen Fanatismus in Lebensgefahr kommen wuͤrden, wenn sie oͤffentliche Versammlungen hielten.“ Das Bildniß des Papstes Gregors XVI. ist hier bereits im Steindruck erschienen und wird von mehreren Blaͤttern sehr empfohlen. 1 V General Nypels in Antwerpen hat eine Proclamation erlassen, in der er die Einwohner daruͤber beruhigt, daß er mit den angeordneten Schanzen⸗Arbeiten einen Angriff beab⸗ sichtige. Er werde, sagt er, Alles in dem statu quo lassen, wie es die Londoner Protokolle vorschrieben. ö“

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1A“ , 1X1“ Kassel, 22. Febr. Se. Koͤnigl. Hoheit der Ku haben den Staats⸗Minister im außerordentlichen Dienste, von Meysenbug, zugleich zum außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister bei Sr. Majestaͤt dem Kaiser von Oesterreich ernannt. 1

Gestern haben hier tumultuarische Auftritte stattgefun⸗ den, in deren Folge nachstehende Bekanntmachung erschie⸗ nen ist:

„Eine freisinnige Verfassung schuͤtzt die Rechte des Thro⸗ nes und der Staatsbuͤrger, sie verbuͤrgt gerechten Beschwer⸗ den gesetzliche Abhuͤlfe. Ein feierlicher Eid hat sie besiegelt. Mit tiefem Schmerz mußten wir dennoch gestern die traurige Erfahrung machen, daß es in unsern Ringmauern Unruhestif⸗ ter giebt, welche es wagen konnten, das errungene theure Pfand unsrer buͤrgerlichen Freiheit anzugreifen und die all⸗ gemeine Achtung zu gefaͤhrden, welche die Buͤrger unsrer Stadt durch ihre Maͤßigung und ihren rechtlichen Sinn sich erworhen

aben. Das oͤffentliche Vertrauen, welches von uns die Er⸗ . der gesetzlichen Ruhe und Ordnung, so wie die Ver⸗ theidigung des Privat⸗Eigenthums gegen rechtswidrige An⸗ griffe erwartet, stellt hierdurch die Verfassung auch unter un⸗ seren besonderen Schutz. Jene Ruhestoͤrer hoͤren daher von uns das ernste Wort, daß wir bei kuͤnftigen tumultuarischen Bewegungen, nach vorgaͤngiger Beobachtung der vorgeschrie⸗ benen Formen, unnachsichtlich durch Waffengewalt, noͤthigen⸗ falls mit Huͤlfe der hiesigen Garnison, dem Gesetze die er⸗ forderliche Achtung verschaffen werden. L1“ Kassel am 22. Februar 1831. 111““ 92 Die Buͤrger⸗Garde

Goͤttingen, 21. Febr. Unterm heutigen Datum hat

der akademische Senat bekannt gemacht, daß der eilfte

April als bestimmter Tag zum Anfang des Nachholens der seit dem 8ten Jan. b. J. unterbrochenen Vorlesungen festgesetzt ist, daß die eigentlichen Sommer⸗Vorlesungen aber

Herzens zu seyn. Moͤgen jene Ungluͤck

3 Ih

4 8 b in der Woche vom 25sten bis 30sten , Kn

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Rom, 12. Febr. stehendes Publikandum: 2 „Gregor XVI. an Seine geliebtesten Unterthanen. Von der goͤttlichen Vorsehung, ungeachtet Unserer schwachen

Das heutige Diario enthaͤlt nach⸗

Kraͤfte, zur hoͤchsten Wuͤrde des Papstthums und zur Regierung

jener Staaten, welche das Erbtheil desselben ausmachen, berufen, eilen Wir, Unseren Unterthanen vertrauensvoll Unser Herz zu er⸗

oͤffnen, damit sie baldigst inne werden, von welchen Gesinnungen Wir fuͤr sie von dem Augenblicke an durchdrungen waren, wo

sich der Wille desjenigen an Uns kund gegeben hat, in dessen

Händen die Schicksale der Menschen liegen. Bestimmt, fuͤr sie, mehr als Regent, der liebevollste Vater zu seyn, sprechen und handeln Wir auch als Vater mit ihnen, der allein das Wohl sei⸗ ner Kinder im Auge hat und alle seine Sorgfalt nur ihrem Be⸗

sten widmet. Um Allen Alles zu seyn, haben Wir gugenblicklich Unsere

Gedanken auf die verschiedenen Klassen derienigen, die Uns Gott zu Kindern gegeben hat, gerichtet, und mit Betruͤbniß Unseres

Herzens die ungluͤcklichen Umstaͤnde wahrgenommen, welche al-⸗

lenthalben in so verschiedenartiger Gestalt Noth und Unordnung

verbreiteten. Auch Unsere glorreichen Vorfahren, stets theuren

Gedaͤchtnisses, haben, von gleicher Lieve und Sorgfalt beseelt, alle Maaßregeln ergriffen und alle Mittel angewendet, die ihre erleuchteten Ansichten und ihre vaͤterliche Zaͤrtlichkeit fuͤr das Volk ihrem wohlthaͤtigen Sinne einzugeben vermochten. In der Ueberzeugung jedoch, daß gegenwaͤrtig noch weitere Maaß⸗

regeln zur Erleichterung der Unterthanen erforderlich sind,

haben Wir Uns mit denselben beschäͤftigt und werden Uns ohne Unterlaß damit beschaͤftigen, obgleich die vielfaͤltigen Sor⸗

gen, welche Uns die Regierung der Kirche auferlegt, Unsere Gedanken noch in anderer Weise und höchst ernsthaft in Anspruch nehmen. Gott ist Unser Zeuge, daß Wir, bei der Beschraͤnktheit Unserer Huͤlfsquellen und bei dem Andrang un⸗

luͤcklicher Ereignisse, welche sie noch mehr erschoͤpfen, den festen etzen, was dazu beitragen kann, daß diejenigen, die Uns Gott anvertraute, unter den Seg⸗

Vorsatz haben, Alles ins Werk zu

nungen des Himmels, der Guͤter dieser Erde im Schatten des Friedens und der Ruhe froh genießen e”Se Dahin sind Un⸗ sere Gedanken gerichtet, dahin zielen die

theilt, die Maaßregeln, die Wir den betreffenden Behoͤrden zur

Vollziehung angeordnet haben, damit ein Jeder, und insonderheit

diejenigen, welche die Porsehung. in den Stand der Duͤrftigkeit gesetzt hat, erfahre, wie sorgfaͤltig ihr neuer Vater bemuͤht ist, 8 ihre Noth, so viel in seinen Kraͤften steht, zu mindern und zu er⸗ leichtern. Allein, waͤhrend Wir Uns eben mit dem Gedanken beschaͤftigten, Unsere Kinder zu troͤsten, waͤhrend Wir auf Mittel dachten, Unsere wohlwollenden Absichten auszu⸗ fuͤhren, sind Uns die traurigsten Nachrichten von leidigen Um⸗-

waͤlzungen, die in einigen Provinzen Unserer Staaten stattgefun-

den haben, zugekommen. Aber fest auf jenen Beistand hauend,

welcher Standhaftigkeit in der Bedraͤngniß verleiht, demuͤthigen

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Wir Uns unter der maͤchtigen Hand des Herrn, wenn Wir 2 denken, daß dic ersten Augenblicke Unseres Pontifikats, gerade an dem Tage, der bestimmt war, in Unserer Niedrigkeit die Wuͤrde des Fuͤrsten der Apostel, an der auch der unwuͤrdige Erbe dersel- ben Theil nimmt, mit der Feierlichkeit erhabener Ceremonien zu ehren, auf eine so betruͤbende Weise bezeichnet worden sind. In dieser großen Bewegung staͤrkt Uns der Gedanke, daß der himm⸗

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lische Vater, welcher durch jene Nathschluͤsse, die fuͤr die Kurz⸗

sichtigkeit der Menschen unerforschlich sind, Leben und Tod aus⸗ spendet, seine Diener mit liebevoller Barmherzigkeit aus der Tiefe emporzuheben weiß, in die er sie gestuͤrzt hat, und nicht estat⸗ tet, daß die Drangsale, mit denen er uns heimsucht, unsere Kraͤfte uͤbersteigen. In diesen Gesinnungen sprechen Wir auch zu de⸗

nen, die, wenn sie

gerisen haben, nichtsdestoweniger demienigen werth und tbener In der Ueberzeugung, daß der Umstand, daß sie noch nicht wußten, daß sie bercits einen Vater wieder erhalten hatten,

585 der den Geist der Liebe und des Erbarmens fuͤr sie wahrt.

welcher den Verlust desijenigen, dessen Tod sie beweinten, er⸗

setzen koͤnnte, die Verirrung, der sie sich uͤberließen, ihnen min⸗

der graͤßlich darstellte, wenden Wir Uns an sie mit Worten der Rachsicht und der Verzeihung, wie sie demienigen men, welcher weiß, daß er der Stellvertreter eines

gewordenen Gottes ist, der es sich, gleichsam als ein beson⸗-

. n uhme rechnet, sanften und demuͤthigen eres Vorrecht, zum Ruhme rechnet, säihes g-en; thig

Wunden sie dem liebevollen Herzen i ters 1 welche Sa⸗ sie verloren, welchen Gefahren sie sich ausgesetzt haben, und moͤgen sie, bei dem schmerzlichen Anblick des Zustan⸗ des der Unordnung und der Unruhe, in den sie sich stuͤrzten, mit aufrichtigem Herzen beweinen, daß sie sich von den lebendigen

Quellen entfernt und ju vertrockneten Cisternen gewendet haben.

Indem Wir nur friedliche und versoöhnende Wuͤnsche hegen, nur

das Beste derer, die wir stets als Kinder lieben werden,

oͤffnen Wir ihnen die Arme des Wohlwollens, der Milde und er Pene hung , da Uns der bloße Gedanke, daß Wir in die Nothwendigkeit versetzt werden koͤnnten, zu Maaßregeln de Strenge schreiten zu muͤssen, um so tiefer betruͤbt, als es r. ser fester Vorsatz i, fuͤr die Wohlfahrt jener Orte, eben so wie 88 1“

Aprll d. J. anfangen

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eisungen, die Wir er⸗

rohen 4

sich auch unuͤberlegt von Unserem Herzen los⸗

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che res Vaters geschlagen,

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