1831 / 60 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ten Buͤrger.

ortefeuille, nicht etwa, vorgeschlagen gehabt und diese verworfen worden, sondern weil er Ueberredungsmittel fuͤr nothwendig hielt; weil er glaubte, daß eine gewisse Popularitaͤt erforderlich sey, um das Beste des Staats

zu foͤrdern. Und er hatte Recht. Es bedurfte, um sich Vertrauen erwerben, nicht sowohl der Popularitaͤt, als einer festen und uner⸗

8 schätrerlichen Opposition gegen Alles, was noch der vorigen Dy⸗

nastie anhing. Dies war der einzige Vortheil, den ich darbot;

weil Hr. Guizot Kraft⸗Maaßregeln mehr

.

Feine groͤße materielle Kraft und

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denn, von icher feemd der wiederhergestellten Monarchie, konnte Niemand mich im Verdachte der Anhaͤnglichkeit an dieselbe ha⸗

ben. Ich war sofort redlich bemuͤht, die Hindernisse zu vesiegen, die die damaligen Umstaͤnde uns entgegenstellten. Unsere Vor⸗ gaͤnger hatten die große Frage wegen des Prozesses der ehemali⸗ en Minister nicht beruͤhren moͤgen. Wir thaten es ohne Ge⸗ fahr fuͤr die gesellschaftliche Ordnung, ohne Verunehrung unse⸗ rver letzten Revolution; das Ministerium verdankte dieses gluͤck⸗

liche Resultat nicht seiner Gewandtheit, sondern der Mitwir⸗ Gestern, daß man eine solche von dem Lande

kung aller guten Buͤrger. Wenn ich in alle diese Details ein⸗ ehe, m. H., so geschieht es nicht, um mich zu Persoͤnlichkeiten erabzulassen, die meiner eben so unwuͤrdig seyn wuͤr⸗ den, als des ehrenwerthen Redners, dem ich antworte; ich will nur untersuchen, ob die Regierung zur Vermeidung der letzten Unruhen Mittel in Haͤnden gehabt habe, de⸗ ren sie sich nicht bedient. Aus dem Obigen ergiebt sich aber, daß das Uebel in der Gewalt der Unstaͤnde, in den Personen liegt. Indessen wollen wir dasselbe uns auch nicht uͤbertreiben, sondern es so betrachten, wie es ist, und dabei nicht den Muth verlieren. Dies daͤucht uns die Pflicht aller gu⸗ . Ungeachtet der letzten beklagenswerthen Auftritte hat sich unsere Lage seit den letzten vier Monaten unbestreitvar verbessert. Diese Auftritte haben uns mit Recht erschuͤttert und uns vielleicht die Wahrheit aus den Augen verlieren lassen. Die Alles beschwichtigende Zeit ist das beste Mittel fuͤr unsern gegen⸗ waͤrtigen Zustand. Es wuͤrde ein Wunder seyn, wenn nach einer Revolution, die einen Thron umgestuͤrzt hat, keine Unruhe und Bewegung in den Gemuͤthern zu finden waͤre. Und dennoch ha⸗ ben wir kuͤrzlich 2 Monate der vollkommensten Ruhe verlebt, waͤhrend welcher Zeit nur die aͤußern politischen Ereignisse und die große Frage wegen Krieg oder Frieden die Gemuͤther besorgt machte. Djese Ruhe ist cher eine natuͤrliche Folge der Zeit, 8 der Geschicklichkeit des Ministeriums; wenn dieselbe jetzt augen⸗ blicklich gestoͤrt worden, so muß man auch nach den Gruͤn⸗ den forschen, und man wird sich alsdann leicht uͤberzeugen, daß das Uebel nicht so verzweifelt ist, als man voraussetzt. Frankreich zaͤhlt in seinges Schoße noch eine der vorigen Dy⸗ nastie ergebene Partet, die, thaͤtig und unruhig, den Klerus in ihre Sache hineinzuziehen sucht. Vorzuͤglich gefaͤhrlich ist diese Partei durch den Trotz, den sie der National⸗Partei bietet. Sie durch alle uns zu Gebote gedeno⸗ Mittel niederzuhalten, damit sie nicht selbst Excesse begehe, oder ihre Gegner dazu verleite, ist vor Allem nothwendig. In den suͤdlichen Provinzen, wo sie sich vielleicht am meisten regen moͤchte, wird es einiger wenigen Re⸗

imenter beduͤrfen, um sie in den Staub zu treten. Ernstliche

nruhen lassen sich von ihr nie erwarten, aber sie wird uns noch ve zu schaffen machen. Was hingegen die Ruhestoͤrer in der Volks⸗Partei betrifft, die zuweilen Ausschweifungen begangen haben, so sind sie nur in Paris zu fuͤrchten, und hier steht ih⸗ nen eine National⸗Garde gegenuͤber, die sie nie besiegen wer⸗ den. Man muüͤht sich, diese brave Garde als in ihren Pflichten schwankend und des Dienstes uͤberdruͤssig zu schildern; dem ist aber nicht also: die National⸗Garde hat, der Anarchie gegenuͤber, nie gezaudert, und waͤre sie auch unzufrieden, so wuͤrde sie bei dem ersten Zeichen der Gefahr doch herbeieilen. Sie hat es im Dezember, wie in neuerer Zeit, bewiesen, und wenn sie diesmal guch die Excesse nicht ganz hat verhindern koͤnnen, so hat sie die⸗ selben doch zu beschraͤnken gewußt. Keine von beiden Parteien haben wir also ernstlich zu fuͤrchten; Sache der Regierung ist es aber, die Karlisten kraͤftig im Zaume zu halten, damit den Freun⸗ den der gegenwaͤrtigen Ordnung jeder Argwohn und den Ruhestoͤrern jeder Vorwand benommen werde. Ich frage aber, konnte, durfte die Regierung vor den letzten Ereig⸗ nissen sich streng zeigen. Ich glaube es nicht. Aus der Revolution des Juli hervorgegangen, mußte sie mild und groß⸗ muͤthig wie diese seyn; im Uebrigen hatte sie alle jene Verspre⸗ chungen ausgedehnter Freiheit, die seit 40 Jahren dem Lande ge⸗ macht worden, verwirklichen. Haͤtte sie eine Messe verhindert, ehe diese zu Unfug Anlaß gegeben, so wuͤrde man ihr vorgewor⸗ fen haben, daß sie der Religions. Freiheit zu nahe trete. Die Re⸗ gierung verlaͤugnet nicht das von ihr befolgte System; sie hat ie Verwaltung reformiren, nicht desorgani in dem Prozesse gegen die Minister den von allen aufgeklaͤrten Maͤnnern gehegten Wunsch der Milde unterstuͤtzt; sie hat in ih⸗ ren politischen Beziehungen mit dem uͤbrigen Europa mit Wuͤrde, aber mit großer Maͤßigung unterhandelt. Dieses System haben ihre Feinde fuͤr Schwaͤche ausgegeben, waͤhrend es ihre Freunde ungeduldig gemacht hat; das Seltsamste dabei ist, daß dasselbe jetzt von den naͤmlichen Maͤnnern getadelt wird, die uns seit 6 Moöonaten taͤglich zur Maͤßigung ermahnt hatten. In diesem Vor⸗

wurfe liegt also eine Inkonsequenz, und es ist nicht das erstemal, daß diejenigen, die ihn uns machen, darein verfallen. Nichtsdestoweniger bebarrt die Regierung dabei, daß 1 war. Jetzt, wo eine Herausforderung von Seiten der Feinde unsrer Re⸗ volution erfolgt ist, muͤssen wir von der Schonung zur Strenge uͤberge⸗

hen; wir wollen nicht aufhoͤren, gerecht zu seyn, aber wir wollen öE111“ v1“ 1 u4“

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Die Regierung hat in der Armee und in der National⸗Garde b und in der oͤffentlichen Meinun eine nicht minder große moralische. Sie e⸗ ve- vcen leters nicht bloß im Lande, sie muß sie auch in den verfassun smaͤßigen Gewallen suchen. Hat unter diesen zuweilen eine einungs⸗ Berschiedenheit geherrscht, so ist es nicht die Schuld der Regie⸗ rung. Diese hat bestaͤndig in der Kammer den Beistand gesucht, den sie sich von ihr versprechen durfte, und er ist ihr auch zu Theil geworden. Doch war es ihr unmoͤglich, nicht zugleich auch gewahr zu werden, daß im Schoße dieser Versammlung selbst,

uͤber die wichtigsten Gegenstaͤnde eine große Verschiedenheit in

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nicht

iren wollen; sie hat Die

tigen habe, erregte einiges Gelaͤchter.

waäͤrtigen

den Ansichten herrsche; sie hat hier ctwas von der aͤußeren . ; wiedergefunden und taͤglich die Stimmen gezaͤhlt, die iyr Unterstuͤtzung zu versprechen schienen. Doch hat sie eine bestimmte Majoritaͤt nicht deutlich herausfinden koͤnnen. meine Herren, schienen 729 der Meinung zu seyn, baß man? 1 verlangen muͤsse. Beharre Sie bei dieser Meinung, die auch die unsrige Raasse 84 ich die Befehle des Koͤnigs einholen. (Bei diesen Worten erscho in den Centris ein einstimmiges: Ja! Ja!) Wir werden alsdann von Ihnen die noͤthigen Gelder, naͤmlich provisorische Steuer⸗ Zwoͤlftheile und den außerordentlichen Kredit der 200 Millionen verlangen, um demnaͤchst den desinitiven Wunsch des Landes ein⸗ zuholen; wir schwoͤren Ihnen, daß dieser Wunsch in Erfuͤllung Fheß und daß die Mazoritaͤt, die er uns zufuͤhrt, Achtung und Gehoͤr finden soll. Die Regierung wird sich auf sie stuͤtzen, und es wird alsdann unter den verschiedenen Staats⸗Gewalten die Harmonie eintreten, nach der Sie sich sehnen. In der Zwischen⸗ zeit uͤbernehmen wir die Verpflichtung, die Gesetze unversehrt zu erhalten, ihnen uͤberall Achtung zu verschaffen und jeden Ver⸗ such gegen die Verfassung und die oͤffentliche Ruhe ruͤcksichtslos und mit der groͤßten Strenge zu unterdruͤcken. Ich werde die Ehre haben, Ihnen morgen die Befehle des Konigs mitzutheilen.“ Eine ungemeine Sensation folgte auf diese Rede. Nach einer Replik des Hrn. Guizot bestieg der Minister der aus⸗ 1 ngelegenheiten die Rednerbuͤhne und be⸗ merkte im Wesentlichen, daß die Aufloͤsung der Kammer das einzige Mattel sey, dem Zwiespalte ein Ende zu machen. Die linke Seite rief jetzt: Die Kammer duͤrfe nicht eher aufgeloͤst werden, als bis das neue Wahlgesetz erlassen worden sey. Hr. v. Podenas fuͤgte hinzu: daß die Aufloͤsung sonst eine wahre Ironie seyn wuͤrde. Wegen dieses Ausdrucks wurde er von dem Praͤsidenten zur Ordnung verwiesen. Mehrere Depu⸗ tirte begehrten jetzt den Schluß der Debatte. Indessen gelang es noch dem Grafen Alex. v. Laborde und dem GeneralLa⸗ fayette, sich Gehoͤr zu verschaffen. Letzterer verlangte, daß der Be⸗ richt uͤber das neue Wahlgesetz dereits am folgenden Tage abgestat⸗ tet werde. Hr. Bérenger erklaͤrte sich dazu am naͤchsten Dienstage (22sten) bereit; der Praͤsident des Minister⸗Rathes bemerkte aber, daß, nach seiner obigen Aeußerung, die Kam⸗ mer in dieser Beziehung keinen Beschluß fassen duͤrfe, bevor ihr nicht die Absichten der Regierung bekannt seyen. Er verlas zu diesem Behufe noch ein mal den Schluß seiner Rede. „Sie sehen hieraus“, fuͤgte er alsdann hinzu, „daß ich erst die Befehle des Koͤnigs einholen will.“ Hr. Prunelle setzte hierauf die Debatte fort; der im Saale herrschende Laͤrm war indessen so groß, daß er sich nur mit Muͤhe ver⸗ staͤndlich machen konnte. Die Bemerkung des Hrn. Pataillle, daß es nach den Aeußerungen des

nister-Rathes, zum drittenmale das

euß Hrn. Laffirte das Ansehen gewinne, als ob die Kammer gleichsam auf ihr Gebot aufge; loͤst werden sollte, veranlaßte den Praͤsidenten des Mi⸗

Woͤrt zu ergreifen.

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„Nach der gestrigen Diskussion“, sagte er, „haben wir annehmen muͤssen, daß eine große Anzahl von Mirgliedern dieser Kam⸗

mer der Meinung sey, man muͤsse unter den gegenwaͤrtigen ; da wir im Zweifel

ernsten Umstaͤnden das Land konsultiren waren, ob wir die Kammer auch richtig verstanden haͤtten,

so wiederholte ich heute Morgen, daß wir, insofern wir uns h die Kammer

hat sich keinen Eingriff in die Koͤnigl. Praͤrogative erlaubt, :

nicht geirrt, die Befehle des Koͤnigs einholen wollten dermann ist also in seinem Rechte geblieben;

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und diese wird mit voller Ueberzeugung ausgeuͤbt werden.“

Nach dieser Erklaͤrung wurde endlich die Debatte geschlossen. Ankuͤndigung des Praͤsidenten, daß man sich am folgen. 18

den Tage mit einer Proposition uͤber die Kanäaͤle zu beschaͤf⸗ Die Sitzung wurde um 4 Uhr aufgehoben.

Paris, 21. Febr. Se. Maj. Odilon⸗Barrot eine zweistuͤndige Audienz. Dem Globe zufolge, waͤre die von Hrn. Montalivet ein⸗ gereichte Entlassung vom Koͤnige angenommen worden.

Dem Constitutionnel zufolge, werden die Minister 4

ihre Ansicht die wahre und richtige der Deputirten⸗Kammer in der heutigen Sitzung eine Mit⸗

theilung in Betreff der Belgischen Angelegenheiten machen. Der Courrier frangais melder: „Nach der gestri⸗ gen Sitzung blieben der groͤßte Theil der Deputir

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nergie entwickeln; dies ist unser Recht und unsere Pflicht. 1

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ertheilten gestern Herrn

einflußreichsten Mitgliedern der verschiedenen Fractionen der

ppraͤsentirten das linte Centrum.

mehrere Minister im Saale. Zahlreiche Gruppen bildeten sich in dem Raume vor der Rednerbuͤhne, und unter den

Kammer wurden Unterhandlungen angeknuͤpft. Die Herren Guizot, Augustin Périer und besonders Royer⸗Collard, der sich durch seine Thaͤtigkeit bemerklich machte und sich lange

mit den Herren Laffitte und Odilon⸗Barrot unterhielt, re⸗ Die Nothwendigkeit der

falschen Stellung, die das Uebelbefinden des Landes unter⸗ haͤlt, ein Ende zu machen, die Pflicht, durch gegenseitige

b Zugeständnisse den Forderungen dieser Nothwendigkeit nachzu⸗ geben, und die Unmoͤglichkeit ein vollstaͤndiges Wahlgesetz zu

Stande zu bringen, dessen Eroͤrterung wenigstens einen Monat hinnehmen wuͤrde, wurden allgemein anerkannt. Naͤchst der

unmittelbaren Aufloͤsung wurde auch die Nothwendigkeit er⸗

Fannt , unverzuͤglich ein transitorisches Wahlgesetz von zwei

aanfangs, daß die Regierung hierin die Initiative ergreifen

dis drei Artikeln zu votiren. Die groͤßere Anzaht glaubte

muͤsse, man bdeschloß aber dann, zuvor den Kommissions⸗

stattet werden wird, ginnen, wobei nunnd den Waͤhlbarkeits⸗Census, so trreffen, eroͤrtert werden sollen. . schen mehreren angesehenen Deputirten der Kammer mit dem

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dauerten bis 6 Uhr und sollten gestern Abend bei dem Praͤ⸗

Bericht uͤber das Wahlgesetz zu hoͤren, der morgen er⸗

und sogleich die Debatten zu be⸗ reglementarische Bestimmungen bei nur diejenigen, welche den Wahl⸗ wie die Wahl⸗Bezirke be⸗ Die Unterhandlungen zwi⸗

alle

gelassen und

linken Centrum uͤber die Bedingungen dieser drei Artikel sidenten des Mintster⸗Raths fortgesetzt werden, damit die

Ansichten gegenseitig bekannt und die Hauptgrundlagen im voraus festgestelt werden, um alle allgemeine Eroͤrterungen

unnd langen Reden beim Votiren des Gesetzes zu vermeiden.“ Der Tonstitu tionnel berichtet in derselben Beziehung:

vootiren.

„‚Die Deputirten haben sich gegenseitig versprochen, das tran⸗ sitorische Wahlgesetz in einer, hoͤchstens in zwei Sitzungen zu Sle ins einstimmig der Ansicht, daß sie sobald wie

moöglich aus einander gehen muͤssen. Man kann darauf rech⸗

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deiden Thaͤter wurden sofort verhaftet und den Gerichten

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Kreuz

letzten Unruhen musterhaft, klug und muthig benommen und

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nen, daß binnen einer Woche 300 Deputirte von hier abge⸗

seyn werden.“ Herr Jay ist statt des mit Tode abgegangenen Galoz

von dem Bezirks Wahl⸗Kollegium zu la Reole (Departe⸗ ment der Gironde) am 19ten d. M. zum Deputirten ge⸗

waͤhlt worden. 8 Gestern wurde der Sonntags⸗Gottesdienst in allen hie⸗ sigen Kirchen in uͤblicher Weise gefeiert. 1 hatte anfangs aus Mißtrauen die großen Thuͤren einiger Kir⸗ UIchhen verschlossen gelassen, auf Verlangen des Praͤfekten wur⸗ den aber auch diese geoͤffnet, um jedes Zeichen von Besorg⸗ niß zu vermeiden; auch der Minister des Kultus hatte die⸗ serhalb bestimmte Instructionen erlassen.

Die Geistlichkeit

Den Befehlen des Ministers des Innern gemaͤß hatte Herr Odilon⸗Barrot die Maires aufgefordert, sich waͤhrend der großen Messe in die Kirchen zu begeben; er selbst verfuͤgte sich in seiner Amts⸗ tracht und mit der dreifarbigen Schärpe nach der Notre⸗ Dame⸗Kirche.

Zwei Sergeanten vom 19ten Linien⸗Regiment haben das der Ehrenlegion erhalten, und ein dritter ist zum Un⸗ ter⸗Lieutenant befoͤrdert worden, weil sie sich waͤhrend der

mit geringer Mannschaft starken Volkshaufen widerstanden ha⸗ ben, von denen sie mit gewaffneter Hand angegriffen wurden. 1 Ein Geistlicher wurde vorgestern in der Sevres⸗Straße

von zwei Menschen angefallen und leicht verwundet. Die

üͤbergeben. 8 Der Constitutionnel aͤußert: „Die aus den Depar⸗

tements hier eingehenden Zeitungen sprechen einstimmig ihren

ser Translation ertheilt seyen.

Schmerz uͤber die hiesigen Unruhen aus, klagen aber auch eben so einstimmig uͤber die Sorglosigkeit und Unthaͤtigkeit der Regierung, die ihnen nicht vorzubeugen oder wenigstens nicht Einhalt zu thun wußte.“ 8 Ueber die Vorfaͤlle in Lille wird unterm 18ten von dort Folgendes gemeldek: „Gestern gegen Mittag erschien eine zahlreiche Deputation auf der Mairie und verlangte, daß die auf dem Konzert⸗Platze errichtete Bildsaͤule des Her⸗ zogs von Berry nach dem Museum gebracht werde. Der Maire antwortete, daß bereits am Morgen Befehle zu die⸗ Auch waren in der That Ar⸗ beiter beschaͤftigt, ein Geruͤst zu errichten, um die Bildsaͤule on ihrem Fußgestell abzunehmen. Eine große Menge stand mher, und da die Arbeit nicht so schnell von statten ging, ie sie wuͤnschte, so wurde ein Seil um die Bildsäͤule ge⸗

sschlungen und diese umgerissen und gaͤnzlich zertruͤmmert, so

daß von diesem Werke des Bi.dhauers Bra nur noch eine 7 v

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unfoͤrmliche Metallmasse uͤbrig ist. Nachmittags wurde das in der St. Moritz⸗Kirche befindliche Mausoleum des Prin⸗ zen sorgfaͤltig Stuͤck fuͤr Stuͤck abgetragen, ein Piquet der National⸗Garde draͤngte die Menge vom Eimngange zuruͤck und verhinderte die Zerstoͤrung des Obelisken.“

Das Journal de la Meurthe meldet, daß auf Be⸗ fehl des Praͤfekten in Nancy das Seminar und die bischoͤf⸗ liche Wohnung am 17ten von den Truppen besetzt worcen sind. In Nantes laͤßt die Behoöͤrde uͤberall die Lilien ab⸗

nehmen. 1b Durch eine Koͤnigl. Verordnung vom 19ten d. M. wird

beim Marine⸗ Ministerium ein Conseil fuͤr die zu unterneh⸗

menden Arbeiten und Schiffsbauten errichtet, zu dessen Praͤ⸗ sident der Vice⸗Admiral Graf Jakob ernannt ist.

Der gewesene Capitaimn bei der hiesigen Platz⸗Komman⸗ dantur, Herr Auguet, der in Folge der Todtenfeier in der Kirche St. Germain l'Auxerrois verhaftet worden war, ist frei gelassen worden, weil sich aus den Verhoͤren keine Be⸗ weisg ruͤnde gegen ihn ergeben haben.

Die Dichter Victor Hugo und Alexander Dumas haben der, fuͤr die Angelegenheiten des Théatre français niederge⸗ setzten Kommission den Antrag gemacht, die Direction dieses Theaters ohne Unterstuͤtzung von Seiten des Staats auf eigene Gefahr zu uͤbernehmen.

Gestern machte der Huissier der Pairs⸗Kammer, Herr Sajou, bei Trommelschlag auf den hiesigen Straßen eine Verordnung des Praͤsidenten Baron Pasquier bekannt, wo⸗ durch dieser den Ex⸗Minister Baron Capelle auffordert, sich

binnen 10 Tagen zu stellen. n

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London, 18. Febr. unseligen Auftritten in Paris waͤhrend des letzten Montags und Dienstags haben hier alle rechtliche Gemuͤther mit tit⸗ fer Trauer erfuͤllt; diese stuͤrmischen Zusammenrottungen, dieses freche Eingreifen in die heiligsten Befugnisse der Re⸗ gierung, dieser tobende Ausbruch gegen die Diener der Re⸗ sigion und die Kirchen, unter dem Deckmantel der Freiheit, erinnern nur zu sehr an die Schreckenszeiten der ersten Re⸗ volution. Moͤge der jetzige Monarch Weisheit und Festig⸗ keit genug haben, diesen Sturm zu beschwoͤren und Frank⸗ reich die Ruhe und Sicherheit wiederzugeben, deren es so sehr bedarf! In Irland scheint sich der Horizont zu er⸗ heitern. Waͤhrend von allen Seiten die einflußreichsten Manner, sowohl protestanten als katholiken, ihre Stimme gegen die Trennung erheben, und ihr Vertrauen auf die Regierung zu erkennen geben, daß solche dasjenige thun werde, was dem Lande zum Besten gereiche, benimmt sich O'Connell so, daß er durch sein schwankendes, unredliches Betragen selbst der großen Menge veraͤchtlich werden muß. Nachdem er mit lautem Trotz erklaͤrt, das ganze Verfahren gegen ihn sey gesetzwidrig, und gegen die ersten 14 Klagar⸗ tikel protestirt, welche ihn nebst anderen beschuldigen, gegen das Gesetz oͤffentliche Versammlungen gehalten zu haben, und durch diesen Protest seine Sache der Entscheidung der Rich⸗ ter, ohne Zuziehung einer Jury, anheimgestellt, nahm er seinen Protest wieder zuruͤck und erklaͤrte sich „Nicht schuldig“, wodurch die Sache neuerdings der Erkennung einer Jury anheim fiel. Kaum aber war der Tag zum Prozesse bestimmt, so nimmt er diese Erklaͤrung wieder zuruͤck und erkennt sich hiermit, nebst feinen Gefaͤhrten, die jedesmal seinem Beispiel folgen, fuͤr schuldig. Nun ging das Geruͤcht, die Regierung hab sich in einen Vergleich mit ihm eingelassen und ihm fuͤr die⸗ sen Schritt Straflosigkeit fuͤrs Vergangene verheißen, wo⸗ gegen er seinerseits versprochen habe, die Anregung der Anti⸗ Unions⸗Frage fallen zu lassen. Kaum aber erklaͤrt diese, daß sie sich niemals zu einem solchen entehrenden Vergleich ein⸗ gelassen, so sagt O'Connell, er habe sich nicht fuͤr schuldig erkannt; sondern wolle, da er keine Gerechtigkeit erwarten duͤrfe, sich lieber als Nichterscheinender verurtheilen lassen! Da nun die Regierung entschlossen ist, das Recht seinen Gang gegen ihn nehmen zu lassen, so darf man erwarten, ihn bald zwischen vier Mauern oder als Fluͤchtling zu erblik⸗ ken. Hinsichtlich der erwarteten Steuer⸗Aufhebung ist nun die Menge ziemlich enttaͤuscht; die Regierung hat freilich den besten Willen blicken lassen, den aͤrmeren Klassen Erleichte⸗ rung zu gewaͤhren, sowohl unmittelbar durch die Aufhebung von Abgaben, durch welche Lebensbeduͤrfnisse vertheuert wur⸗ den, als unmittelbar durch die Abschaffung von Steuern, welche die Industrie hemmten und folglich die Beschaͤftigung und das Arbeitsiohn kaͤrger machten, Aber es zelgte sich zu⸗ gleich, daß dabei nur in sehr geringem Grade von einer

Verminderung der Staats⸗Ausgaber

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