1831 / 61 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Welches Verbrechens klagt man mich an? Anklaͤger? Allerdings habe er der Todtenfeier des Herzogs von Berry in der Kirche St. Germain l'Auxerrois beigewohnt, die

suchung; Herr v. Dambray schien diesen Besuch zu erwar⸗ ten, in seinen Papieren wurde nichts Verdaͤchtiges gefunden. Er soll ohne Anstand erklaͤrt haben, daß er am 14ten d. M. der Todtenfeier in St. Germain l'Auxerrois beigewohnt, daß

Her von dem aus London zuruͤckgekehrten und am 15ten in

Paris verhafteten Capitain Auguet, dem Vertrauten der Ex⸗ Minister v. Haussez und Capelle, Herrn Lambert, so wie von mehreren anderen Personen, welche Reisen von London nach Holyrood machen, Besuche empfangen habe. Aus Ren⸗

nes vom 18ten: Es sind Befehle zur Haussuchung bei dem

Marquis v. Langle, dem gewesenen Polizei⸗Kommissar Cour⸗

teille, dem Vicomte Duplessis⸗Grenedan Sohn und dem

Abbé Dartois, Pfarrer von St. Germain, erlassen wordeu.

Das Ergebniß ist noch unbekannt.“

Der Temps meldet: „In Beziers hat am 18ten d. eine republikanische Bewegung stattgefunden; auf dem Haupt⸗

platze der Stadt wurde ein Freiheitsbaum errichtet, und Pro⸗ elamationen wurden angeschlagen, in denen im Namen des

Volks der Praͤfekt des Hérault, der Unter⸗Praͤfekt von Be⸗ ziers und der Maire dieser Stadt aufgefordert wurden, ihre Functionen niederzulegen.

war beim Abgange der Post ruhig.“

Aus Dijon wird vom 17ten gemeldet, daß auf dem dortigen Markte ein Freiheitsbaum mit einer rothen Muͤtze darauf errichtet worden ist, und daß am folgenden Tage die

National⸗Garde, die sich um den Baum versammelt hatte,

getheilter Meinung unter sich war, ob sie die Muͤtze herun⸗ ternehmen oder darauf lassen sollte.

men ließ. Herr Conny hat aus seinem Gefaͤngniß in der Concier⸗

gerie in mehrere Blaͤtter ein Schreiben einruͤcken lassen, worin er an die Regierung folgende beide Fragen richtet: Wer sind meine

Kirche sey aber, als er sie verlassen, vollkommen ruhig ge⸗ wesen, und erst, als er am folgenden Morgen, noch im Bette

liegend, verhaftet und nach der Conciergerie gebracht worden sey, habe er die Ereignisse des vorigen Tages erfahren. Der

Plian zu einem Verein zwischen den Royalisten des Westens und Suͤdens, den die Polizei bei ihm gesunden und an dem sie einen Schatz erbeutet zu haben glaube, sey eine im Jahre

1821 gedruckte Broschuͤre. 8 8 Der in Folge der letzten Unruhen verhaftete Pfarrer

von Clichy ist wieder in Freiheit gesetzt worden.

Der Constitutionnel glaubt, daß der General Bel⸗ liard zum kuͤnftigen Franzoͤsischen Botschafter in Belgien be⸗ stimmt sey.

Der General Berthezene hat sich am 14ten d. auf der

Fregatte „Perle“ in Touion nach Algier eingeschifft. ““ 18 8— 8 kI1I833nnsIrfagd. .

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Parlaments⸗Verhandlungen. Als in der Sitzung V

des Unterhauses vom 18. Febr. darauf angetragen wurde,

daß sich das Haus in einen Geldbewilligungs⸗Ausschuß zur

Begutachtung der Ausgaben fuͤr die Armee verwandele, er⸗ hoh sich Herr Hume und verlanate Abschriften der Londo⸗

ner Konferenz⸗Protokolle uͤber die Belgischen Angelegenheiten,

so weit darin die fuͤnf großen Maͤchte seit dem Oktober des J. 1830 betheiligt seyen. Er unterstützte seinen Antrag durch folgende Rede:

.„Als das gegenwaͤrtige Ministerium in das Amt eintrat, uͤbernahm es dasselbe mit den drei großen leitenden Princtipien: Einschraͤnkung, Nicht⸗Einmischung und Parlaments-Reform. Was das erste dieser Prineipien, die Einschraͤnkung, betrifft, so muß ich gestehen, daß ich durch das bisherige Resultat mich sehr getaͤuscht finde. Es ist die Pflicht dieses Hauses, keine groͤßere Militair⸗ Macht gutzuheißen, als wie die wirklichen Beduͤrfnisse des Lan des sie erheischen; welche Meinung daruͤber auch innerhalb dieses Hauses herrschen moͤge, außerhalb desselben giebt Jedermann zu, daß jene Macht viel zu groß sey. Wozu, frage ich, ist aber diese Macht, wie aus den uns vorliegenden Anschlaͤgen hervorgeht, noch vermehrt worden? Im vergangenen Jahre reducirte das vo⸗ rige Ministerium die Ausgaben der Armee um 300,000 Pfd. und brachte dieselhen auf 6 Millionen herab. Das Land hatte rin Recht, zu erwarten, daß das gegenwaͤrtige Ministerium diese Summe noch herabsetzen wuͤrde. Allein was geschieht? Statt der damaligen 81, 00 Mann finden wir jetzt 88,000 und mit Ein⸗ chluß der Seesoldaten und der Artillerie beinahe 100,000 Mann m Budget aufgefuͤhrt. Wozu diese Vermehrung? Irland befin⸗ det sich im friedlichsten Zustande. (Man lacht.) Ja, Proclama⸗

d 1 Der Praͤfekt machte der Verlegenheit ein Ende, indem er statt der rothen eine dreifarbige Muͤtze auf den Baum setzen und jene fortneh⸗

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und Gelaͤchter),

wuͤrde es einer solchen Militatr⸗Macht beduͤrfen. Auch in Ka⸗ rikanern haben wir keine Gefahr zu befuͤrchten; sie kennen ihr Interesse viel zu gut, als daß sie es versuchen sollten, von den beiden Kanada's Besitz zu nehmen. Aber selbst wenn sie feine solche Absicht haͤtten, wuͤrde unsere Militair⸗Macht

dort von keinem Nutzen seyn, wenn die Regierung nicht auch

die Herzen und die Macht der Einwohner besitzt. Naͤchstdem

Truppen zu unterhalten. Es muß aber in der That in den Mi⸗

nister⸗Baͤnken ein gewisser ansteckender Stoff vorhanden seyn, denn sobald nur irgend ein Staatsmann Platz darauf nimmt,

wird er auch sogleich davon abgeschreckt, einige Soldaten abzu⸗ schaffen.

der edle Lord (Palmerston) unter den Europaͤischen Maͤchten den großen Mann zu spielen. Unser Minister der auswaͤrtigen An⸗

gehalten. Der letzte von den Verbuͤndeten gemachte Vorschlag

letzte Mittel Gewalt. Schon in der Thronrede befanden Plaͤne der heiligen Allianz hinsichtlich des politischen Zustandes von Europa eingehen wolle. Der aus Belgien hierher gekomme⸗ ne Deputirte erhielt darauf von dem Herzoge von Wellington die Versicherung, daß man in keine innere Angelegenheiten ein⸗ schreiten und nur den Krieg verhuͤten walle. Am 4. Nov. mach⸗ ten die in Downing⸗Street versammelten Bevollmaͤchtigten den Vorschlag eines Waffenstillstandes. Am 10ten nahmen die Bel⸗ gier den Vorschlag an, mit dem einzigen Vorbehalte, daß der Waffenstillstand kein Mittel zur Einmischung in ihre inneren An⸗ gelegenheiten seyn solle. Am 17. Nov. wurde dies auch von den großen Maͤchten Rv*† Am 6. Jan. uͤbergab der Belgische Deputirte eine Note, in der er erklaͤrte, daß der Belzische Kongreß allein die Macht habe, die Graͤnzen festzustellen, in welcher Hinsicht er keine Einmischung gestatte. Diese fand jedoch im vollsten Sinne des Wortes statt. Es! erschien das Protokoll vom 20. Jan., welches die Graͤnzen Belgiens und Hol⸗ lands feststellte und dem ersteren einige Provinzen nahm; die Belgier erklaͤrten jedoch, daß sie sich dem nicht unterwerfen wuͤr⸗ den. Am 23. Jan. verlangte Lord Palmerston von dem Belgi⸗ schen Deputirten Auskunft uͤber den Stand der Belgischen Schuld. Der Belgische Kongreß wollte diese nicht ertheilen, und mit Recht; denn was hat das Englische Volk mit den Schulden Hollands oder Belgiens zu schaffen? Leider hatten wir schon da⸗ mit viel zu viel zu thun gehabt, da wir einer andern Macht eine bedeutende Summe davon abzahlten. Inzwischen uͤbernahm die Kon⸗ ferenz dennoch die Entscheidung uͤber den Antheil der Schuld, der jedem der beiden Staaten zufallen sollte. Am 7. Febr. erklaͤrte dieselbe Kon⸗ ferenz, daß sie die Herzoge von Nemours und Leuchtenberg als Herrscher von Belgien nicht gnerkennen wolle. Was hat sie jedoch mit der Erwaͤhlung eines Koͤnigs zu thun? Kann man dieses Alles wohl Nicht⸗Einmischung nennen? Wird dadurch nicht das System der heiligen Allianz unterstuͤtzt? Es scheint jedoch, daß der Konferenz ein Streich gespielt worden ist. Denn als das Protsen nach Belgien gesandt wurde, hat Hr. Bresson, der ranzoͤsische Abgesandte, sich geweigert, es zu kontrasigniren, und

es wurde nach London mit Protest zuruͤckgeschickt. Was bleibt nun anders uͤbrig, als in Belgien mit einer feindlichen Macht einzuruͤcken? Koͤnnte dies aber das Englische Volk gutheißen, da es mit dem Grundsatze der Nicht⸗Einmischung in direktem Wi⸗ derspruche waͤre? Belastet, wie es schon ist, begndet es sich wohl

in dem Zustande, einem andern Volke einen Koͤnig aufdringen.

oder den von ihm erwaͤhlten beseitigen zu wollen?“ I Der Antrag des Herrn Hume wurde zunaͤchst von Hrn. Hunt unterstuͤtzt. Hierauf erhob sich Lord Palmerston, um dem erstgenannten Redner zu antworten, und sagte: „Das ehrenwerthe Mitglied ist verwundert daruͤber, daß wir unsere Militair⸗Macht gegen das vorige Jahr vermehrt haben, da er sowohl in England als in Irland nichts gewahrt, was eine solche Vermehrung rechtfertigen kann. Ueber diese Behauptun aber muß ich in der That mich noch mehr wundern Noch i es nicht lange her, daß in England Unruhen und Ausschweifun⸗ gen der aͤrgsten Art vorgefallen sind, und was Irland betrifft, so braucht das chrenwerthe Mitglied sich gar nicht weit zu bemu⸗ hen, um Auskunft uͤber den Zustand dieses Landes zu erhal⸗ ten. (Hoͤrt, hoͤrt! rust Herr O'Connell.) Platze diczustehen, haͤtte er erfahren koͤnnen, warum es noth⸗ wendig ist, in diesem Lande eine Militair⸗Macht aufrecht zu erhalten. (Hoͤrt, hoͤrt, ruft Hr. O'C.) Die Regierung hat jedoch dort die Militair⸗Macht nur auf dem Friedensfuß erhal⸗ ten. Was nun aber den uͤbrigen Theil der Rede des ehrenw. Herrn betrifft, so glaube ich, daß die von demselben befolgte Weise dem Dienste des Landes eben so unangemessen, als in par⸗ lamentarischem Verfahren ungebraͤuchlich ist. Es ist in diesem Hause uͤblich, daß es, so lange die Regierung mit anderen Maͤch⸗ ten in Unterhandlungen begriffen ist, bei denen das Land selbst 4“*“

tionen giebt es er 1, gie s zwar dort genug, aber bhün. Krieg Lofel Beifall

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und zwar Proclamationen von beiden streitenden Parteien. (Hort, hoͤrt! ruft Herr O' Connell.) Nur wenn ganz Irland in eine Garnison verwandelt und statt durch versoͤhn- liche Mittel durch die Gewalt der Waffen regiert werden sollte,

nada wuͤrde diese Macht einzuschraͤnken seyn, denn von den Ame⸗

weiß ich auch nicht, weshalb das Britische Volk 300,000 Pfd. an Abgaben mehr bezahlen muß, um auf den Jonischen Inselln

b Was nun aber das zweite oben erwaͤhnte Princip, die Nicht⸗Einmischung, betrifft, so scheint es mir gar, als wuͤnsche

Die Festigkeit einiger Behoͤrden gelegenheiten hat das Versprechen, das er uns gegeben, nicht

und die Mitwirkung der National⸗Garde, so wie der guten

- 8 vxeee ist verworfe n 1 Buͤrger, unterdruͤckten zum Theil diese Bewegung. Die Stadt worfen worden, und nichts bleibt uns nun, als das

sich einige Worte, die vermuthen ließen, daß England in die

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Beilage zur Allgemeine

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interessirt ist, sich nicht einmischt. Hat einmal das Haus so viel Vertrauen zu einer Verwaltung, daß es sie fuͤr faͤhig erachtet, die Angelegenheiten des Landes zu leiten, so schenkt es ihm auch weiter das Vertrauen, das Ende der Unterhandlungen ruhig ab⸗ zuwarten, ehe es die Regierung auffoͤrdert, eine unvollstaͤndige Darstellung der Sache zu geben. Zwar ist jenseits des Ka⸗ nales irgendwo ein anderes Verfahren beobachtet worden; ich glaube jedoch, daß die Verlegenheiten, die dem Belgischen Kongresse daraus erwachsen sind, daß er Tag fuͤr Tag seine di⸗ plomatischen Verhandlungen publizirte, einen hinreichenden Grund abgeben, um uns von einem aͤhnlichen Verfahren zuruͤckzuhalten. Wenn ich daher nicht dem ehrenw. Herrn durch alle seine Argu⸗ mente folge, so geschieht es nicht etwa, weil die Regierung dar⸗

auf nicht vorbereitet ist, sondern weil große Verlegenheiten aus einer so vorgreifenden Diskussion uͤber Dinge, die dazu noch nicht reif sind, entspringen koͤnnten. Inzwischen kann ich die Bemerkungen des ehrenwerthen Hrn. auch nicht ganz unbeantwor⸗ tet lassen. Das ehrenwerthe Mitglied behauptet, wer ließen die Lehren und Grundsaͤtze der heiligen Allianz wieder aufleben und ver⸗ letzten unsere Zusage der Nicht Einmischung; allein nichts von dem, was wir gethan, vermag diese Behauptung zu rechtfertigen. Ich viilll dem ehrenw. Herrn sagen, aus welchen Gruͤnden wir in dem be⸗ reegten Falle zur Einmischung berechtigt sind. Hat er vergessen, daß Belgien niemals ein unabhaͤngiger Staat war? Erst besaßen es Spanien, Oesterreich und Frankreich; dann wurde es dieser letzten Macht durch die vereinigten Anstrengungen Europas ent⸗ rrissen, das ewig um die Frage sich stritt, welches die Graͤnzen Frankreichs seyn sollten. Napoleon hatte die Idee, diese Graͤn⸗ zen sollten auch die von Europa und Asien seyn; andere Maͤchte aber meinten, sie sollten sich etwas naͤher nach Frankreich zu be⸗ tinden. (Hoͤrt, hoͤrt!) Da Oesterreich alle seine Rechte auf Bel⸗

gien aufgab, so wurde die Anordnung getroffen eine An⸗ ordnung, bei der auch Frankreich eine Partei ausmachte daß Belgien mit Holland vereinigt werden sollte; und zwar nicht zum Vortheile Hollands oder als eine Sache der Glunst fuͤr die Belgischen Niederlande, sondern als den Inter⸗ eessen beider Laͤnder und dem Frieden Europas⸗ ersprießlich. Ungluͤckliche Ereignisse traten jedoch ein, die eine laͤngere Verei⸗ nigung unmoͤglich machten, und die Maͤchte, welche dieselbe durch eaeinen Traktat bewirkt, hatten auch das Recht, sich um die Tren⸗ nung der heiden Laͤnder zu bekuͤmmern. Keine Berechtigung ent⸗ stand zwar daraus, den Belgiern vorzuschreiben, welche Regie⸗ rungsform sie sich zu erwaͤhlen haͤtten, allein das durften ihnen die Maͤchte sagen: „Ihr, die Ihr niemals einen unabhaͤngigen Staat gebildet habt, sondern immer einem Herrn nach dem an⸗ dern unterworfen wart und jetzt fuͤr Euch selbst eine Unabhaͤn⸗ gigkeit aufsucht, Ihr habt kein Recht, das Koͤnigreich Holland sehne alten Graͤnzen zu berauben. Holland ist ein allbekannter, iin der Geschichte ausgezeichneter Staat, und Ihr, Belgische Ge⸗ setzgeber, die Ihr Eure Existenz erst vom gestrigen Tage her⸗ schreibt, habt kein Recht, einen Andern anzugreifen.”“ Die Eu⸗ ropaͤischen Maͤchte und England waren daher vollstaͤndig im Rechte, wenn sie darauf sahen, daß die alten Graͤnzen Hollands durch Belgien nicht praͤjudicirt werden. Eine andere Frage ent⸗ stäand daraus, daß mit dem Koͤnigreiche der Niederlande das Großherzogthum Luxemburg verbunden war, welches zum Deut⸗ schen Bunde gehoͤrte, und in diesem 1g hatte die Konferenz eein Recht, dem Belgischen Kongresse zu sagen: „Ihr habt auf dieses Land kein Recht, denn es macht einen Theil des Deutschen Bundes aus, dessen Kontrolle es unterwor⸗ fen ist.“ Ich behaupte naͤchstdem, daß in dem Principe der RNicht⸗Einmischung nichts liege, was einer Macht verbiete, n die Angelegenheiten eines anderen Landes sich einzumischen, wenn das, was darin vorgeht, ihm Schaden zufuͤgen kann. Dar um hatte auch eine benachbarte Macht, als die von Belgien beah⸗ sichtigte Wahl eines Fuͤrsten der Art auszufallen schien, daß sie ihr schaͤdlich werden konnte, das Recht, ohne eben zu sagen: „Ihr scoollt nur den erwaͤhlen, den wir wuͤnschen,“ doch zu erklaͤren: Wir werden keinen Monarchen gnerkennen, dessen Eristenz un⸗ sern Frieden vernichten muß. Und darum hatten auch wieder die anderen Regierungen ein Recht, an Frankreich fu sagen⸗ „Du heast kein Recht, den Herzog von Nemours zum Koͤnige von Bel⸗ gijen zu machen;“ denn dies wuͤrde nothwendig und in der That eeine Vereinigung mit Frankreich gewesen seyn; so wie endlich den Belgiern zu erklaͤren: „Wenn Ihr den Herzog von Leuch⸗ tenberg erwaͤhlt, der leicht der Centralpunkt einer gefaͤhrlichen Partei werden koͤnnte, so willigen wir nicht ein.“ Das, behaupte ich, sst keine Einmischung in innere Angele enheiten. Das ehrenwer⸗ the Mitglied fuͤr Middleser hat neücgütdem eine Vorlegung der Ppvrotokolle verlangt, die ich ihm jedoch jetzt verweigern muß, wie⸗ wohl ich zu gehdriger Zeit gern dazu bereit seyn werde. Was die Schulden der beiden Laͤnder betrifft, so darf nicht vergessen daß bei der Vereinigung Hollands und Belgiens ein von den Maͤchten garantirter Vevtrag abgeschlossen wurde, daß die beson⸗ deren Schulden beider Laͤnder vereinigt werden und eine gemeinsame

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Scchuld bilden sollten. Bei der Trennung ist nun von mehreren

Seeiten aufgestellt, daß jedes Land einen Theil der Schuld nach seinem Verhaͤltnisse uͤbernehmen muͤßte. 1 8 *

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Preußischen

Staats⸗Zeitung 61.

ein mit der Gerechtigkeit am meisten uͤbereinstimmender Plan. Gegenwaͤrtig ist es jedoch noch nicht an der Zeit, sich mehr dar⸗ uͤber auszukassen, und ich muß der weiteren Bekanntmachung von Aktenstuͤcken mich widersetzen, weil diese waͤhrend der obschweben⸗ den Unterhandlungen der Sache selbst nur nachtheilig seyn kann.“

Nach dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten nahm Hr. O' Connell das Wort und griff die eben vernom⸗ menen Mittheilungen an, wonaͤchst auch der Kanzler der Schatzkammer, Sir Rob. Peel, Sir J. Graham, Hr. O’ Gorman Mahon und Hr. Rob. Grant sich verneh⸗ men ließen. (Einen Auszug aus dieser Debatte werden wir noch mittheilen.) Schließlich wurde der Antrag des Hrn. Hume verneint und die Fortsetzung der Diskussion uͤber die Geldbewilligung auf Montag (d. 21. Febr.) verschoben. Das Haus vertagte sich um 14 Uühr. .“ 1

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1 . London, 19. Febr. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den General⸗Major Sir Benjamin D Urban zum Gouverneur und Ober⸗Befehlshaber vom Britischen Guiana, das die Ko⸗ lonieen Demerara, Essequebo und Berbice in sich begreift, und den Marine⸗Capitain James Sterling zum Gouverneur und Ober⸗Befehlshaber des westlichen Australiens ernannt.

Herr Hunt wurde am letzten Mittwoch im Unterhause krank und mußte sich entfernen; am folgenden Tage erlaubte ihm sein Gesundheits⸗Zustand noch nicht, in der Sitzung zu erscheinen.

Gegen den bekannten Herrn Cobbett ist, angeblich wegen einer in seinem Woͤchentlichen Register neulich erschie⸗ nenen Adresse an die Ackerbau treibende Bevoͤlkerung, ein gerichtlicher Verhafts⸗Befehl erlassen worden.

Nach Berichten aus Canada bis zum 18. Jan. wurde am 7ten desselben Monats das Provinzial⸗Parlament von Ober⸗Canada durch den Gouverneur feierlich eroͤffner. 141“X“;

Aus dem Haag, 24. Febr. Einem Berichte d fehlshabers der Provinz Zeeland, General⸗Major Destombe, zufolge, wurde am 19 dieses Monats eine Patrouille von 16. Seesoldaten, unter dem Befehl, des Lieutenants Jakob, die zu den von Sas van Gent aus nach Philippine ab⸗ gefertigten Truppen gehoͤrten, auf unserem Gebiet von dem Feinde, der bei dem sogenannten Holletje Posto gefaßt hatte, zuerst verjagt und dann beschossen. Die Seesoldaten beant⸗ worteten nicht nur kraäͤftig dieses Feuer, sondern griffen die Empoͤrer sogleich mit dem Bajonett an, schlugen sie in die Flucht und verfolgten sie bis auf ihr eigenes Gebiet. Von unserer Seite ist hierbei Niemand verwundet worden; nur ein einziger Seesoldat erhtelt eine Kugel auf das Brustban⸗ delier. Der Verlust des Feindes ist noch nicht bekannt.

Der General Baron von Constant⸗Villars, ehemaliger Gouverneur von Bruͤssel, hat, in Folge einer vom General Bylandt herausgegebenen Denkschrift, worin auf ihn ange⸗ spielt wird, als ob er bei dem Ausbruche der Unruhen in jener Stadt nicht so kraͤftig verfahren waͤre, als es haͤtte geschehen sollen, diesen Vorwurf in einem in den oͤffentlichen Blaͤttern mitgetheilten Brief bestritten. Er giebt zu seiner Vertheidigung an, daß er selbst schon lange zuvor den man⸗ gelhaften Zustand der Besatzung, der es an Staͤrke, beson⸗ ders an Artillerie, fehlte, erkannt, daß er sich deshalb an seine Behoͤrde, das Kriegs⸗Ministerium, gewandt und daß der Prinz Friedrich gegen Ende des Jahres 1829 einen seiner Adjutan⸗ ten nach Bruͤssel geschickt haͤtte, um sich von dem Geiste zu uͤberzeugen, der damals in dieser Stadt geherrscht habe. Seine Vorstellungen waͤren aber ohne Erfolg geblieben, und da er Krankheits halber an den Tagen der Gefahr den Ober⸗ befehl an die Generale Bylandt und Vauthier habe abtre⸗ ten muͤssen, so glaube er, als treuer alter Diener seines Koͤ⸗ nigs, nichts versaͤumt zu haben, was seine Schuldigkeit ge⸗ wesen wäaͤre.

Bruͤssel, 24. Fehr. In der gestrigen Sitzung des Kon⸗ gresses wurde folgende, an diese Versatunn ung gerichtete Adresse des Fuͤrsten Friedrich von Salm⸗Kyrburg verlesen:

„An das Belgische Volk. Der Herzog von Nemours ist den Belgiern, die ihm ihr Land anboten, senlsch abgeschlg⸗ gen worden; ich biete mich ihnen an. Ich taͤusche mich nicht uͤber das unguͤnstige Licht, das die obwaltenden Umstaͤnde uͤber meinen Schritt verbreiten duͤrsften. Koͤnnte ich mich aber wohl mit der Besorgniß einer abschlaͤgigen Antwort beschaftigen, wenn ich die Uebel vor Augen hHabe, von denen die⸗

Dies ist unbezweifelt

ses heldenmuͤthige Land, das Vaterland meiner Großmutter