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nal⸗Regierung einberufenen Ge⸗
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n durch die Natio
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einde⸗Versammlungen hat der 4te Stadt⸗Bezirk Herrn Do⸗ minikus Krysinski, der 8te aber, oder die Vorstadt Praga, den Finanz⸗Minister Herrn Aloisius Biernacki zu Reichstags⸗ v Gene erwaͤhlt. &ꝙ
8 General Chlopicki wird, wie die Warschauer Zeitung meldet, bald wieder hergestellt und im Stande seyn, sich wie⸗ derum zur Armee zu begeben. . . Oberst Geritz, von dem es hieß, er sey bei Jadow in Sefangenschaft gerathen, ist in der Wojewodschaft Kalisch zum Vorschein gekommen und befindet sich gegenwaͤrtig in 9 der Hauptstadt. 288 Die Warschauer Staats⸗Zeitung enthaͤlt Folgen⸗ des: „Es ist die Nachricht hier eingegangen, daß General Dwernicki uͤber die Weichsel gesetzt und am 3ten d. bei Ku⸗ vow jenseits Pulawy mit den Russen zusammengetroffen sey; r soll dieselben zum Weichen gebracht und ihnen 4 Stuͤck Ge⸗ schuͤtz genommen haben. General Dwernicki soll hierauf ge⸗ gen Lublin vorgeruͤckt seyn, und am Aten d. will man in der Gegend von Markuszow wieder eine bedeutende Kanonade gehoͤrt haben.“ In der genannten Zeitung liest man auch Folgen⸗ des: „Auf dem rechten Weichsel⸗Ufer in der Naͤhe von War⸗ schau herrscht jetzt voͤllige Ruhe. Aus dem Russischen Haupt⸗ 8 Martier ist der Oberst Kiel als Parlamentair nach der Festung MNodlin abgesandt worden, um dieselbe zur Uebergabe aufzu⸗ sfordern; diese Aufforderung ist jedoch ohne Erfolg geblieben. Es heißt, daß sich ein Theil der bei Warschau stehenden Rus⸗ sischen Truppen nach Pulawy zu begeben habe. Das Haupt⸗ auartier des Feldmarschalls Diebitsch ist in Garwolin. Vor⸗
gestern fruͤh machte eine Abtheilung des Kurpen⸗Bataillons
anter Anfuͤhrung des Lieutenants Berowski von hier einen Ausfall nach Jablonna. Es befanden sich daselbst uͤber 20 Leibgarde⸗Kosaken. Unser Corps bestand aus 30 Mann. Nachdem dasselbe mit Muͤhe uͤber die Weichsel gesetzt war, drang es auf die Kosaken ein und trieb dieselben zu⸗ ruͤck; 40 derselben und 2 Offiziere blieben auf dem Platze; in die Haͤnde der Kurpen fielen 21 Pferde und eine Menge Effekten. — In kurzem soll hier noch ein Regiment reiten⸗ der Sensentraͤger, einer zum Flankiren sehr brauchbaren Waf⸗ fengattung, errichtet werden. — Auch in der Gegend von Prasnysz werden noch neue Abtheilungen von Infanterie und Kavallerie organisirt. — Die feindliche Abtheilung, welche jenseits Praga zuruͤckgeblieben ist, verbirgt sich sorgfaͤltig un⸗ seren Blicken und legt ihre Wachtfeuer des Nachts in Gru⸗ ben an. Von derjenigen Abrheilung des Feindes, welche nach Plock zu marschirt seyn soll, hat man, nach Aussagen von
Reisenden, in der dortigen Gegend noch nichts wahrgenom⸗
men. Dagegen will man mit Bestimmtheit wissen, daß ein Russisches Corps von den bei Praga stehenden Truppen sich in der Richtung nach Wolhynien in Bewegung gesetzt habe. Der Feldmarschall Diebitsch hat mehrere Polnische Kriegs⸗ gefangene auf freien Fuß gesetzt; jeder derselben hat 2 Duka⸗ ken und eine vom General Gerstenzweig verfaßte Proclama⸗ tion an die Polen erhalten.“
In Warschau ist, wie das letztgenannte Blatt berichtet, schon eine neue Muͤnze mit dem Naztiona⸗
Wappen, naͤmlich dem Polnischen Adler und der Litthaui⸗
schen Hand mit dem Saͤbel, ausgegeben worden.
8 Die hiesigen Blaͤtter enthalten jetzt einen umfassen⸗ den, als amtlich bezeichneten, Armee⸗Bericht uͤber die Schlach⸗ ten bei Grochow und Bialolenka, und außerdem noch par⸗ tielle Berichte von den Befehlshabern der einzelnen Corps.
Es wird darin unter Anderm gesagt, daß die Polnische Ar⸗ mee seit dem Beginn des Krieges 9000 Mann an Todten und Verwundeten zaͤhle, von denen sich 6700 in den Laza⸗ wethen befaͤnden; die Polnische Armee stehe jetzt um War⸗ schau zusammengezogen, halte die Weichsel⸗Bruͤcke und den Bruͤckenkopf in Praga besetzt und warte auf das Signal ihres Anfuͤhrers, um von neuem dem Feinde entgegenzugehen. (Eine ausfuͤhrlichere Mittheilung aus diesen Berichten muͤssen wir uns noch vorbehalten.)
Die neuen Besetzungen des General⸗Gouvernements und Vice⸗Gouvernements der Hauptstadt durch den General Kru⸗ kowiecki und den Oberst Kaminski haben von der Regierung vorgenommen werden muͤssen, weil der bisherige General⸗ Gouverueur, Divisions⸗General Woyczynski, und der Vire⸗ Gouverneur, Brigade⸗General Niesiolowski, beide ihre Entlas⸗ lung eingereicht hatten. üen CC66 1““
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Die Warschauer Zeitung meldet, am 4. d. sey eln Courier
.“ 19 Paris bei 7 heagan .e angekommen, der In⸗
halt der von ihm mitgebrachten Depeschen aber noch nicht ekannt gemacht worden.s NRr
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W“ a;b — Von der Polnisch⸗Schlesischen Graͤnze, 7. Mäͤrz. Die wehrhaften Einwohner des von der Russi⸗ schen Armee noch unbesetzten Theils von Polen haben am 3ten d. schwoͤren muͤssen, das Vaterland bis auf den letzten Blutstropfen vertheidigen zu wollen, die vielen Ueberlaͤufer von der letzten Aushebung stellen die Erfuͤllung dieses Eides aber sehr in Zweifel. — Die Polnische Armee hat sich zum Theil uͤber Sochazew und Gombin bis gegen Gostynin hingezogen. — Die Lebensmittel in Warschau steigen sehr bedeutend im Preise, ein Scheffel Weizen wird bereits mit 8 Rthlr. be⸗ zahlt. Den Gutsbesitzern werden die Lebensmittel und Fou⸗ rage, welche man findet, mit Gewalt genommen.
Von der Polnisch⸗Lithauischen Graͤnze, Bei dem Staͤdtchen Kolno haben sich am 2ten d.
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4. Maͤrz.
einige Hundert Krakusen gezeigt, von denen einige sogar bis
an die Chaussee zwischen Szezuzyn und Lomza vorgedrungen sind. Russischer Seits war ein Offizier mit 150 Mann Infanterie nach Kolno gesandt worden, um das dort befind⸗ liche kleine Magazin zu schuͤtzen. Kaum angekommen, erschie⸗ nen auch schon die Krakusen, etwa 200 Pferde stark. Die Russen zogen sich in geschlossenem Quarree unter fortwaͤhrendem Feuern zuruͤck und konnten nicht verhindern, daß aus dem Maga⸗ zin Hafer und Brod weggenommen wurde, und daß die Krakusen die in Kolno befindlichen Juden pluͤnderten. Die Krakusen verloren viele Menschen und eilten in die Waͤlder zuruͤck, worauf der Ort von dem Russischen Kommando wieder be⸗ setzt wurde. Der Anfuͤhrer der Krakusen soll der ehemalige Buͤrgermeister aus Kolno gewesen seyn. — Im Staͤdtchen Nowogrod wurden die Russen auch von den Krakusen uͤber⸗ fallen, Letztere jedoch durch ein paar Kartaͤtschenschuͤsse zu⸗ ruͤckgetrieben, wobei zwei Haͤuser in der Vorstadt abbrannten. — Der General von Fricken hat Anstalten getroffen, um die Krakusen abzuschneiden und aufzuheben. — Am 3ten haben sich saͤmmtliche Polnische Beamte der Gegend von Neustadt und Wirballen ꝛc. nach Mariampool begeben, um Sr. Ma⸗ jestaͤt dem Kaiser von Rußland aufs neue den Eid der Treue
zu schwoͤren. -, Franer5. Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 2. März. Unter den Bittschriften, woruͤber zunaͤchst in dieser Sitzung berichtet wurde, befand sich eine von einem gewissen Linoͤberg in Pa⸗ ris, welcher die Vollziehung der Koͤnigl. Verordnung wegen Verbots der Anlegung des Heiligen Geists⸗, St. Michasls⸗ und St. Ludwigs⸗Ordens, sowie eine Revision saͤmmtlicher unter der vorigen Regierung stattgefundener Ordens⸗Verlei⸗ hungen verlangte. Der Marquis von Dreux⸗Brézé fragte bei dieser Gelegenheit, ob es wahr sey, was von allen Seiten verlaute, daß naͤmlich der St. Ludwigs⸗Orden foͤrm⸗ lich aufgehoben worden sey; er koͤnne nicht glauben, daß dies des Koͤnigs Absicht gewesen, als er die obige Verordnung erlassen habe; der St. Ludwigs⸗Orden sey in aͤlteren wie in neueren Zeiten der Lohn fuͤr ehrenvolle Dienste gewesen, und namentlich haͤtten ihn in den drei letzten Feldzuͤgen eine große Anzahl von Offizieren erhalten, die das St. Ludwigs⸗Kreuz jeder andeten Belohnung vorgezogen haͤtten; wollte man den Orden jetzt aufheben, so muͤßte man den Inhabern eine an⸗
derweitige Fheschzasung zu Theil werden lassen; er hoffe, 9
daß das in dieser Beziehung verbreitete Geruͤcht ungegruͤndet sey, und bitte den Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten um naͤhere Auskunft. Dieser erwiederte, daß die Regierung hin⸗ sichtlich der Beibehaltung oder Aufhebung des St. Ludwigs⸗ Ordens durchaus noch keinen Entschluß gefaßt habe. Die obgedachte Birtschrift wurde hierauf durch die Tagesordnung beseitigt. — Jetzt wollte der Herzog v. Broglie die Red⸗ nerbuͤhne besteigen, um den Bericht der Kommission abzustat⸗ ten, die mit der Entwerfung einer Adresse an den Koͤnig beauftragt worden war. Der Marquis v. Barbé⸗Mar⸗ bois verlangte aber, daß die Kammer zu diesem Behufe sich in einen geheimen Ausschuß bilde, da es moͤglicherweise zu einer Debatte kommen koͤnnte, die sich zur Kenntniß des groͤßeren Publikums nicht eignete. Der Herzog Decazes widersetzte sich indeß diesem Vorschlage, indem er bemerkte, daß die De⸗ putirten⸗Kammer sich bereits mehrmals mit den inneren und äaußeren Angelegenheiten des Landes beschaͤftigt habe, und es endlich einmal Zeit sey, daß Frankreich auch die Gesinnungen der Pairs⸗Kammer kennen lerne. Da der Antrag des Marquis v. Marbois keine 5 Vertheidiger in der Versamm⸗ lung fand (wie das Reglement solches verlangt), so ergriff jetzt der Herzog v. Broglie das Wort und aͤußerte sich im Wesentlichen folgendermaßen: “
Ein Mann, den Frankreich in Ehren haͤlt, der Herr Mar⸗ schal Jourdan, hat darauf angetragen, daß auf die neulich von
dem Minister des Innern uns kommunicirte n. des Ministers der auswäͤrtigen Angelegenheiten in Betreff Belgiens
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Peipflichten.
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durch eine Adresse geantwortet werde. Dieser Vorschlag fand eine guͤnstige Aufnahme, denn es schien natuͤrlich, daß die Pairs⸗ Kammer dem Koͤnige dafuͤr danke, daß er der Erhaltung des Friedens ein so großes Opfer gebracht. Die Kommission, deren Mitglied ich zu seyn die Ehre habe, hat sofort uͤber das ihr auf⸗ getragene Gehaͤft berathschlagt, doch ist sie alsbald auf Hinder⸗ nisse gestoßen, an die im ersten Augenblicke Niemand in dieser Kammer gedacht hatte. Zunaͤchst hat sie erwogen, daß die ge⸗ dachte Mittheilung eine bloß ministerielle war, und daß es sonach nicht angemessen seyn moͤchte, durch eine Adresse an den Koͤnig darauf zu antworten oder eine Meinung uͤber Unterhandlungen abzugeben, welche die Pairs⸗Kammer nicht nach amtlichen Akten⸗ stuͤcken, sondern bloß durch die Mittheilungen des Ministe⸗ riums kennt. Daß uns diese Aktenstuͤcke noch unbekannt sind, erklaͤrt sich ganz einfach daraus, daß die Belgische Angelegenheit noch nicht beendigt ist. Bis dahin aber muͤssen wir uns auch, um nicht ein falsches Urtheil zu faͤllen, jeder Meinung enthalten, und dies umsomehr, als wir sonst viel⸗ leicht mit der Regierung in Widerspruch gerathen, und, statt sie zu unterstuͤtzen, ihr Hindernisse in den Weg legen koͤnnten. Nichts destoweniger beguftragte die Kommission, um die ihr gewordene Aufgabe zu loͤsen, mich mit der Entwerfung einer Adresse; ich brachte mehrere Entwuͤrfe zu Papier; keiner von allen schien mir aber wuͤrdig, Ihnen vorgelegt zu werden. Als ich denjenigen, der mir noch der beste duͤnkte, Ihrer Kommission mittheilte, fand es sich, daß wir alle uͤber die darin ausgesprochenen Gesinnungen einerlei Meinung waren, und doch, nachdem wir die verschiede⸗ nen Paragraphen in ihrem Zusammenhange gelesen, hielten wir es fuͤr unmoͤglich, sie Ihnen zur Genehmigung vorzulegen. Eine der ersten Handlungen der jetzigen Regierung war, das Europaͤi⸗ sche Staats⸗Recht auf seine wahren Grund agen zuruͤckzufuͤhren, und sich sonach laut zu dem Grundsatze der Nicht⸗Einmischung zu bekennen. Demgemaͤß hat auch Ihre Kommission einmuͤthig anerkannt, daß jede Macht das Recht hat, ihre inneren Angele⸗
enheiten zu ordnen, ohne daß eine andere sich darein mischen duͤrfe. Eben so einmuͤthig ist Ihre Kommission daruͤber ge⸗
wesen, daß das Land dem Kdoͤnige fuͤr die Aufstellun dieses Princiyvs im Allgemeinen Dank schuldig sey. Do
schien es nothwendig, dasselbe einigen Einschraͤnkungen zu unter⸗ werfen und nicht uͤberall damit hervorzutreten, damit die frem⸗ den Maͤchte dadurch nicht besorgt gemacht wuͤrden. Die Kom⸗ mission hat geglaubt, daß man jenes Recht seinem Principe nach anerkennen, nicht aber uͤberall sich zum Kaͤmpen fuͤr dasselbe auf⸗ werfen duͤrfe; daß es einer Regierung nicht gegeben sey, alle Un⸗ gerechtigkeiten wieder gut zu machen und aller Welt Huͤlfe zu bringen. Als Frankreich das Princip der Nicht⸗Einmischung zu Gunsten Belgiens geltend machte, war zugleich sein persoͤnliches
Interesse dabei im Spiele, und darum that es wohl, als es das⸗
selbe in Anwendung brachte. Die Kommission glaubt aber, daß die Regierung sich fuͤr jeden einzelnen Fall, und je nachdem Frankreichs Interesse solches erheischt, das Recht vorbehalten muͤsse, den Grundsatz der Nicht⸗Einmischung in Anspruch zu nehmen oder nicht. Der zweite Theil der Eingangs erwaͤhnten amtlichen Mittheilung betrifft die Anerkennung der Unabhaͤngig⸗ keit Belgiens; auch in dieser Beziehung glauben wir der Regie⸗ rung Dank schuldig zu seyn. Es hat Ihrer Kommission geschie⸗ nen, daß das Betragen Frankreichs nicht bloß deshalb Beifall verdiena, weil die Belgier sich, wie wir, in der traurigen Noth⸗ wendigkeit befunden, eine Revolution zu machen, sondern weil ihr Land an das unsrige graͤnzt, und weil zwischen beiden Voͤl⸗ kern eine Aehnlichkeit in Sitten, Sprache und Religion besteht. Hieraus geht aber noch nicht hervor, daß wir die Sache aller Laͤnder, die sich gegen ihre Regierung auflehnen, verfechten muͤs⸗ sen. Frankreich wuͤnscht die Freiheik, es wuͤnscht sie auch allen uͤbrigen Voͤlkern, aber es reizt nicht zu Revolutionen an, es be⸗ uͤnstigt sie nicht. Doch wuͤrde es gefaͤhrlich seyn, dergleichen Restrictionen in einer Adresse niederzulegen; man wuͤrde unsern Worten einen falschen Sinn unterlegen und mehr darin erblik⸗ ken, als wir eigentlich damit hatten sagen wollen. Noch schwieriger schien es uns ein Urtheil uͤber denjenigen Theil der amtlichen Mittheilung abzugeben, der die Unterhandlungen der Londoner Konferenz betrifft. Hier zeigt sich einerseits eine Meinungs⸗ Verschiedenheit zwischen den Repraͤsentanten der 5 Magͤchte und den betheiligten Parteien, andererseits eine gleiche Verschiedenheit zwischen der Franzöͤsischen ve und ihren Verbuͤndeten. Ian sollten wir unter solchen Umstaͤnden thun? Wem sollten wir Recht, wem Unrecht geben? Es fehlt uns sogar an Akten⸗ stuͤcken, worauf wir unser Urtheil haͤtten stuͤtzen koͤnnen. Der letzte Theil der mehrerwaͤhnten Mittheilung betrifft die Ausschließun des Herzogs von Leuchtenberg von dem Belgischen Throne, un die Ablehnung der Krone fuͤr den Herzog von Nemours. Auch hier koͤnnen wir dem Verfahren unserer Regierung nur unbedingt Und doch moͤchten wir es nicht wagen, der Pairs⸗ Kammer voͤrzuschlagen, daß sie Alles unbedingt billige, was in dieser Beziehung gesagt, geschrieben und gethan worden ist. Alle Elemente zu einer Adresse scheinen hiernach zu verschwinden. Ein Mitglied dieser Versammlung (der Vicomte Laisné) hatte ver⸗ langt, daß man in die Adresse einige Worte mit einfließen lasse, wodurch die Kammer ihr Bedauern uͤber die letzten beklagenswer⸗ then Auftritte in der Hauptstadt zu erkennen gebe. So groß auch der
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Unwilll ist, den wir uͤber di ütri ; 8 lle ist, wir uͤber diese Auftritte gewiß Alle empfunden haben, so wuͤrden wir doch, indem wir eine solche innere Frage mit
8 einer aͤußern politischen vermengten, nur die eine durch die an⸗ dere entkraͤften. Es bliebe also allein noch uͤbrig, dem Koͤnige
mentlich der Haussuchungen),
v“ 8 88 1“ “ — — ganz einfach dafuͤr zu danken, daß er die Ruhe Fra Europas der reser seiner Familie Ia; 2† Adresse aber, die denen der letzten 15 Jahre ziemlich hen wuͤrde, moͤchte sich schwerlich auf die Hoͤhe der erheben, die gegewaͤrtig alle Gemuͤther beschaͤftigen, und wir muͤssen befuͤrchten, daß sie des Fuͤrsten, dem wir sie uͤberreichten, nicht wuͤrdig waͤre. Unter diesen Umstaͤnden ist die Kommission der Meinung, daß es besser sey, gar keine Adresse als eine nichts⸗ eave2 zu erlassen; sie sieht daruͤber den Befehlen der Kammer e .
Der Vicomte Laisné ließ sich namentlich uͤber die letzten Ereignisse in der Hauptstadt aus; es sey nicht hin⸗ reichend, meinte er, daß eine Regierung sich durch ein zahl⸗ reiches und gut disciplinirtes Heer dem Auslande furchtbar mache; sie muͤsse auch im Innern die Gesetze aufrecht zu er⸗ halten wissen. Der Minister der auswaͤrtigen Ange⸗ legenheiten, der bei dieser Gelegenheit zum erstenmale das Wort in der Pairs⸗Kammer fuͤhrte, dankte zuvoͤrderst dem Herzog v. Broglie, daß er den Charakter der von der Regie⸗ rung gemachten Mittheilung so richtig aufgefaßt habe; in der That sey es nicht moͤglich, den Kammern die auf die Bel-⸗ gische Angelegenheit bezuͤglichen Aktenstuͤcke schon jetzt mitzu⸗ theilen, wo die Unterhandlung, von der Krieg oder Friede abhaͤnge, noch nicht beendigt sey. Ueber das Princip der Nicht⸗Einmischung aͤußerte der Minister sich folgendermaßen: „Als die Franzoͤfische Regierung dieses Priucip als Richt⸗ schnur ihrer kuͤnftigen Politik annahm, war es keinesweges ihre Absicht, sich des Pruͤfungs⸗Rechtes hinsichtlich der An⸗ wendung desselben zu begeben. Bei einer solchen Pruͤfung steht das Interesse des Landes oben an. Erheischt dieses, daß das Princlp der Nicht⸗Einmischung in seiner ganzen Strenge
aufrecht erhalten werde, so wird die Regierung, um ihm
Achtung zu verschaffen, noͤthigenfalls zu der Gewalt der Waffen ihre Zuflucht nehmen; kann dagegen das National⸗ Interesse dadurch schwer kompromittirt werden, so muß die Regterung in ihren Entschließungen blos den Rathschlaͤgen der Vernunft Gehoͤr geben. Wir haben niemals behauptet, daß wir bis ans Ende der Welt alle Voͤlker, die sich gegen ihre Regierung auflehnen moͤchten, unterstuͤtzen wuͤrden; wohl aber haben wir verkuͤndigt und verkuͤndigen auch noch, daß die Regierungen nicht das Recht haben, sich mit bewaffneter Hand in die Angelegenheiten ihrer Nachbaren zu mischen, indem ein solcher Grundsatz zerstoͤrend fuͤr die Unabhaͤngig⸗ keit der Nationen und hemmend fuͤr die Fortschritte des menschlichen Geistes ist. Die Regierung hofft, daß sie Eu⸗ ropa den Frieden erhalten werde, und zwar einen ruͤhmlichen ehrenvollen Frieden, wie wir ihn nur immer wuͤnschen koͤn⸗ nen; und ich schaͤtze mich gluͤcklich, m. H., Ihnen bei dieser Ge⸗ legenheit erklaͤren zu koͤnnen, daß die Europaͤischen Kabinette uns bisher nur solche Eroͤffnungen und Vorschlaͤge gemacht haben, die sich mit unserer Wuͤrde und Unabhaͤngigkeit vertragen.“ Der Graf Sebastiani schloß mit einer Rechtfertigung des Betragens der Regierung waͤhrend der letzten Unruhen in der Hauptstadt, so wie der von ihr verfuͤgten Maaßregeln (na⸗
um den eigentlichen Anstiftern jener auf die Spur zu kommen. Der Graf Portalis hielt nach den Erklaͤrungen des Herzogs v. Broglie die Ent⸗ werfung einer Adresse an den Koͤnig fuͤr uͤberfluͤssig und meinte, daß die gegenwaͤrtige Diskussion hinreichen werde, um die Regierung von den Gesinnungen der Kammer in Kenntniß zu setzen. Nach ihm ließ der Herzog v. Fitz⸗Ja⸗ mes sich vernehmen. (Einen Auszug aus seiner Rede, die große Sensation erregte, so wie aus den beiden Antwort⸗
Reden des See⸗Ministers und des Herzogs Decazes
muͤssen wir uns vorbehalten.) Am Schlusse der Sitzung fragte der Praͤsident die Versammlung, ob sie durch die abgegebenen
Erklaͤrungen zufriedengestellt sey. Als darauf ein einstimmi⸗
ges: Jal erfolgte, fuͤgte der Baron Pasquier hinzu, daß un- ter solchen Umstaͤnden keine Adresse an den Koͤnig abgefaßt werden wuͤrde. — Am folgenden Tage wollte die Kammer sich mit dem Municipal⸗Gesetze beschaͤftigen. 1
Deputirten⸗Kammer. In der Sitzung vom 2. Maͤrz wurden die Berathungen uͤber das Wahlgesetz sort⸗ gesetzt. Herr v. Salverte machte, damit die Diskussion uicht allzusehr in die Laͤnge gezogen werde, den Vorschlag, die Abgraͤnzung der Wahlbezirke der naͤchsten Legislatur vor⸗ zubehalten und vorlaͤusig nur zwischen den beiden Systemen der Regierung und der Kommission, wovon jene den Gebiets⸗ Umfang und den Steuer⸗Beitrag, diese die Volkszahl als Grundlage annimmt, zu beschaͤftigen. Nachdem sich 13 Red ner theils fuͤr den Antrag der Regierung, theils fuͤr den de⸗ Kommission erklaͤrt hatten, verlas der Praͤsident sowohl den (g estern mitgetheilten) Vorschlag des Herrn Viennet, als noch 5 andere Amendements, fuͤr die man die Prioritaͤt ver⸗