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fuͤrzung. Die dortige provisorische Regierung der Insur⸗ genten hat den Bischof von Guastalla und den Sohn des
Praͤsidenten Mistrali, als Geiseln fuͤr die bei obgedachter Affaire gefangenen Insurgenten, verhaften lassen.
— Die Turiner Hofzeitung vom 3. Maͤrz enthaͤlt
folgenden Artikel: „Bereits in den ersten Tagen des Februars
1
MNeueste Boͤrsen⸗Nachrichten.
und nach Lyon zuruͤckzukehren noͤthigten. * leß der Praͤfekt des Rhone⸗Departements eine Proclamation,
waren die Behoͤrden von Savoyen durch verschiedene An⸗ gen in Kenntniß gesetzt worden, daß eine ziemlich betraͤcht⸗ lssiche Zahl von Verbannten aus mehreren Laͤndern in der Stadt Lyon sich sammle und daselbst oͤffentlich Handwerker und andere Personen zu einer Expedition gegen die Graͤnzen des Herzogsthums anwerbe. — Neuere Anzeigen meldeten, daß eine Bande von 1000 bis 1200 Mann am 17. und 18. Februar von Lyon gegen Pont⸗Beauvoisin und andere Orte zwischen diesem Staͤdtchen und der Schweizerischen Graͤnze aufgebrochen sey; endlich wurde hinzugefuͤgt, daß 2500 Mann im Begriff staͤnden, uͤber Chapeillan in Savoyen einzuruͤcken. Da diese Nachrichten Besorgnisse in den der Graͤnze nahe Uegenden Orten verbreitet hatten, traf Se. Excellenz der General⸗Gouverncur, Marquis d'Oncieux, sogleich die erfor⸗ derlichen Anstalten, um diesen ganz unvermutheten Angriff,
wo er immer versucht werden sollte, abzuwehren, und
erließ eine Proclamation, um die uͤber die Drohungen jener ungeregelten Banden, die sich mehr als Raͤuber denn als Feinde ankuͤndigten, im hohen Grade empoͤrten und entsetzten Einwohner zu beruhigen. — Mittlerweile traf die Franzoͤsische Regierung, von dem, was in Lyon ge⸗ schehen war, benachrichtigt, einige wirksame Maaßregeln, um den Werbungen Einhalt zu thun und die Invasion dieser Leute ins Herzogthum zu verhindern. Dem 600 Mann star⸗ ken Corps, welches am 23sten aufgebrochen war, wurden Truppen nachgeschickt, die dasselbe bei Meximieux einholten Am 25sten er⸗
worin die Fortsetzung der Werbungen aufs strengste verbo⸗ ten und in Erinnerung gebracht wird, daß dieses Verbrechen von dem Gesetze mit dem Tode bestraft wird. Einige andere Banden muͤssen, wie es scheint, spaͤter genoͤthigt worden seyn, sich zu zerstreuen, und allem Anschein nach hat Sa⸗ voyen fuͤr den Augenblick nichts von den obbesagten Ver⸗ fuͤrchten. — Unter diesen Umstaͤnden haben
— . Majestaͤt der Koͤnig zu bewilligen geruht,
sich Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz von Carig⸗
nan nach Savoyen begebe, wo derselbe, im Einver⸗ ständniß mit Sr. Excellenz dem Gouverneur, diejenigen Anordnungen, welche noch erforderlich seyn duͤrften, treffen und den Truppen und den Einwohnern die Zufriedenheit des Koͤnigs mit ihrem vortrefflichen Geiste und ihrem preiswuͤr⸗ digen Benehmen zu erkennen geben wird. Se. Koͤnigl. Ho⸗
helt sind in Folge dessen gestern gegen Mittag von hier ab⸗ gereist.“
Piacenza, 5. Maͤrz. Die Nachricht von der Ueber⸗ gabe der 15 Stunden von Rom entfernten Festung Civita Tastellana an die Insurgenten hat sich bis jetzt nicht bestaͤtigt. Diese Festung ist gut besetzt und wird vom Obersten Lazza⸗ rint wahrscheinlich bis aufs aͤußerste vertheidigt werden. Der Insurgenten⸗General Sercognani, der mit 2000 Mann da⸗ vor steht, wartet, wie es heißt, auf Verstaͤrkung, um einen Sturm zu versuchen. Dieses Unternehmen duͤrfte dadurch bedeutend erschwert werden, daß die umliegenden Ortschaften im Aufstande zu Gunsten des Papstes begriffen sind, wodurch der Rücken der Belagerer gefaͤhrdet ist. Die Staatsgefan⸗ genen, groͤßtentheils ehemalige Carbonari, sind aus der Festung entlassen worden. — Die in Bologna versammelten Notabeln der unirten Provinzen haben eine Kommission mit dem Ent⸗ wurfe eines Manifestes uͤber die stattgefundene Revolution und uͤber die Klagen gegen die vorige Regierung beauftragt. Mitglieder derselben sind Professor Orioli und Advokat Za⸗ nolini, Beide Bologneser, Graf Mammiant, Deputirter von Urbino und Pesaro, und Advokat Pagani aus Imola. Eine zweite Kommission, welche einen Entwurf zu einer provisori⸗ schen Central⸗Regierung abfassen soll, besteht fast aus lauter Advokaten. — Kardinal Benvenuti befindet sich noch immer als Gefangener in Bologna. In Modena und Reggio or⸗ ganisirt der General Zucchi Linien⸗Truppen und soll bereits 2000 Mann zusammengebracht haben. — Massa und Car⸗
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2 Vergleiche Nr. 69 der Staats⸗Zeitung.
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680
rara sind bis jetzt der Re Herabsetzung der Preise des Sal Volk fuͤr sich gewonnen hatt.
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mauerte Fenster, Lustspiel in 1 Akt. dramatisches Gedicht in 4 Abtheilungen, von Deinhardstein.
Sonnabend, 19. Maͤrz. lers Erdenwallen, Lustspiel in 5 Abtheilungen, von J. v. Voß.
“ Koͤnigstaͤdtisches Theater. Freitag, 18. Maͤrz. Zauberspiel in 2 Akten.
Wegen fortdauernder Unpaͤßlichkeit der Dlle. Vio, kann die auf heute angekuͤndigte Vorstellung nicht gegeben werden.
Koͤnigliche Schauspiele. FrXeitag, 18. Maͤrz. Im Schauspielhause:
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Im Schauspielhause:
Hierauf: Hans Sachs, Kuͤnst⸗
Der Diamant des Geisterkoͤnigs,
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Paris, 11. Maͤrz.
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Amsterdam, 12. März.
Schuld 39. Kanz-Bill. 152 7. Oesterr. 5proc. 1
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Wien, 12. März. 4proc. 68 ⅛⅔. Bank-Act’en 934 u0. 8 fin cour. 82. 5. 3proc. Span. Rente perp. 42 ¼.
Sproc. Metall. 82 ½.
5proc. Rente pr. compt. 82. pr. compt. 54. 70. fin cour. 54. 75. 5 proc. Frankfurt a. M., 14. Marz. Oesterr. 5proc. Metall. 82 ⅞. 81 ⅛. 4proc. 67 ⅛. 67 ⅛. 2 ½proc. 43 ¼. 1proc. 18 ½. Loose zu 100 Fl. 159. B. Poln. Loose 44 ½. 43 ½⅛.
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15. März.
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9 Oesterr. 4proc. Metall. pr. ult. 70. Bank-Actien 930. Russ. Russ. Anl. Hamb. Cert. 85 ¾.
Paris, 10. Mrz. ompt. 82 Fr. 75 C. fin cour. 82 Fr. 80 fin eour. 52 Fr. 80 Cent. 5proc. Neap. pr. compt. 55 Fr. 45 Cent. fin cour. 55 Fr.
50 Cent. 5proc. Ppan. Rente Perp. 42 ½ 11eh aenn
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Poln. pr. April 92 ½.
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Der Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Karl von Mon⸗ schau ist zum Notarius im Friedensgerichts⸗Bezirke Weg⸗
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berg im Landgerichts⸗Bezirke Achen, mit Anweisung seines Wohnorts in Wegberg, bestellt worden. “
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Kdnigliche Bibliothek.
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In der naͤchsten Woche, vom 21. — 26sten Maͤrz, findet, §. XIV. des gedruckten Auszugs qus dem Reglement gemaͤß, die allgemeine Zuruͤcklieferung aller entliehenen Buͤ⸗ cher in die Koͤnigl. Bibliothek statt. Es werden daher alle diejenigen, welche noch Buͤcher der Koͤnigl. Bibliothek in Haͤnden haben, hierdurch aufgefordert, dieselben an einem der genannten Tage Vormittags von 9- — 12 Uhr zuruͤck
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Beei der am 16ten und 17ten d. M. geschehenen Ziehung
der 3ten Klasse 63ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fiel der Haupt⸗ Gewinn von 8000 Rthlr. auf Nr. 54,072; 2 Gewinne zu 2500 Rthlr. sfielen auf Nr. 15,172 und 44,912; 3 Gewinne zu 1200 Rthlr. auf Nr. 10,802. 25,816 und 27,801; 4 Ge⸗ winne zu 800 Rthlr. auf Nr. 7596. 15,503. 18,060 und 47,354; 5 Gewinne zu 500 Rthtr. auf Nr. 1850. 2260. 14,719. 15,081 und 42,666; 10 Gewinne zu 200 Rthlr. auf 22,644. 24,627. 37,268. 50,197. 51,649. 55,832. 69,720. 69,006 und 74,478; 25 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 549. 1960. 9901. 13,318. 17,982. 19,571. 19,887.
23,799. 28,099. 33,050. 35,436. 35,689. 36,037. 37,597.
38,299. 38,707. 45,132. 53,016. 53,134. 53,136. 69,571. 78,972. 83,299. 88,03v und 90,232. 1 Der Anfang der Ziehung 4ter Klasse dieser Lotterie ist auf den 15. April d. J. festgesett. Berlin, den 18. Maͤrz 1831. Koͤnigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Direction. Angekommen: Der Katserlich Russische Kammerherr und Wirkliche Staatsrath, Graf von Apraxin, als Courier von Wien. 1 Durchgereist: Der Kaiserlich Russische Feldjaͤger Alexandrow, als Courier von Paris kommend, nach St.
Petersburg.
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Pairs⸗Kammer. In der Sitzung vom 10. März wurde zuvoͤrderst der Gesetz⸗Entwurf, wodurch ein Zuschuß von 2 Mill. Franken fuͤr die Militair⸗Pensionen bewilligt wird, ohne irgend eine Berathung und einstimmig (mit 88 Stimmen) angenommen. — Der Praͤsident verlas hierauf die von der Deputirten⸗Kammer neuerdings veraͤnderten Ar⸗ tikel des Gesetz⸗Entwurfes wegen Organisation der National⸗ Garde. Saͤmmtliche Amendements, worunter das wichtigste (im Art. 138) darin besteht, daß die bei einem Kriege zur Unterstuͤtzung des stehenden Heeres zu detaschirenden Corps der National⸗Garde nicht laͤnger als ein Jahr lang dienst⸗ pflichtig seyn sollen, wurden angenommen, und das 8565
in⸗ sichtlich des eben erwaͤhnten 138sten Artikels, gab der Bericht⸗ erstatter den Wunsch zu erkennen, daß man spaͤterhin auf die darin enthaltene Bestimmung zuruͤckkommen und es durch
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halten. — Es wurden hierauf zwei Kommissions⸗Berichte ab; gestattet: einer von dem Grafen Roy uͤber die kuͤnftige
eine groͤßere Ausdehnung derselben der Regierung moͤglich .
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machen moͤge, bei einem eintretenden Kriege die National⸗
Garde auch laͤnger als 1 Jahr zum Kriegs⸗Dienste anzu⸗
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Erhebung der direkten Steuern, ein anderer von dem Baron v. Breteull uͤber den Gesetz⸗Entwurf, wodurch die Stadt Paris zu einer Anleihe von 15 Mill. Fr. ermaͤchtigt werden soll. — Am Schlusse der Sitzung wurde noch der Gesetz⸗ Entwurf, wodurch dem Finanz⸗Minister provisorisch ein Kre⸗ dit von 4 ½ Mill. zur Befriedigung der Glaͤubiger und Pen⸗ sionärs der ehemaligen Civil⸗Liste bewilligt wird, nach einer angenommen. 11“ 1
“ 8 11““ Deputirten⸗Kammer. Die Sitzung vom
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voͤllig unerheblichen Debatte einstimmig (mit 85 Stimmen)
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März eroͤffnete Hr. Amilhau mit zinem Berichte uͤber die
Proposition des Vicomte v. Cormenin in Betreff des kuͤnf⸗ tigen Verfahrens des Staats⸗Rathes bei dessen Entscheidung uͤber Streitsachen; er stimmte fuͤr die Annahme der Propo⸗ sition mit verschiedenen Amendements. — Einen zweiten Be⸗ richt erstattete Hr. Martin uͤber den Gesetz⸗Entwurf we
gen des kuͤnftigen Verfahrens der Geschwornen⸗Gerichte bei
Preß⸗Vergehen. Auf die Bemerkung des Praͤfidenten, daß
dieses Gesetz der Regierung von großer Wichtigkeit sey, be-⸗ schloß die Versammlung, sich bereits am naͤchsten Sonnabend
(12ten) damit zu beschaͤftigen. — Hr. v. Berigny trug so⸗
dann auf die Annahme des Gesetz⸗Entwurfes an, wodurch
einer Anleihe von 840,000
die Stadt Rouen zur Eroͤffnun Jetz begannen die Berathun⸗
Fr. ermaͤchtigt werden soll. —
gen uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen der Ausgabe von 200
Millionen in Schatzkammer⸗Scheinen und wegen des Ver⸗ kaufs von 300,000 Hektaren Waldungen. Die betreffende Kommission hatte fuͤr die Annahme dieses Gesetz⸗Entwurfes
gestimmt, zugleich aber darauf angetragen, es dem Finanz⸗ 8
Kinister zu uͤberlassen, sich die benoͤthigten 200 Mill. auf
dem wohlfeilsten Wege, entweder durch die Ausstellung von 1G
Schatzkammer⸗Scheinen oder durch die Ausgabe von Renten auf das große Buch, zu verschaffen. Hr. Estancelin wider⸗ setzte sich hauptsaͤchlich dem beabsichtigten Verkauf von Wal⸗ dungen, den er unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden fuͤr weit laͤstiger fuͤr den Staat hielt, als jede Anleihe, die man, zu welchem Course es auch sey, eroͤffnen moͤchte. Auch Herr Duvergter de Hauranne war der Meinung, daß die
Vorschlaͤge sowohl der Regierung als der Kommission sehr
nachtheilig waͤren; indessen werde man sich wohl dazu ent⸗ schließen muͤssen, insofern kein besserer Ausweg vorhanden sey,
um sich Geld zu verschaffen.
„Der Finanz⸗Minister”, aͤußerte der Redner, „fuͤrchtet schon jetzt, daß es ihm vielleicht nicht moͤglich seyn werde, die Schatz⸗ kammerscheinekunter annehmbaren Bedingungen auszugeben, un er verlangt daher, daß wir ihn dazu ermaͤchtigen sollen, mit einer oder mehreren Compagnieen direkt uͤber den Verkauf von Wal⸗ dungen zu unterhandeln. Diesz ist allerdings etwas stark; wenn mir indessen auch die Besorgnisse, die man hegt, etwas uͤbertrie⸗ ben scheinen, so sind sie doch nicht ganz ohne Grund, und da von Kriegsruͤstungen zur Vertheidigung des Landes die Rede ist, so sey es mir erlaubt, die Bedenklichkeiten des Ministers und der Kommission einer Pruͤfung zu unterwerfen. Unser ganzes Uebel ruͤhrt von der Anarchie her. Die neue Regierung bedurfte des Beistandes; statt dessen wurde sie und wird sie noch unaufhoͤrli von denen selbst angefeindet, die sich das ausschließliche Verdien beilegen, sie gegruͤndet zu haben; man reizt zum Kriege an, stellt ihn als unvermeidlich dar, und gleichzeitig verlangt man aus einem unbegreiflichen Widerspruche die Verminderung der Steuern, ja man weigert sich geradezu, sie zu entrichten. Zwei Dinge sind indessen doch unumgaͤnglich noͤthig, um Krieg zu fuͤhren; Sol⸗ daten und Geld. An dem erstern wird es uns nicht feh⸗ len, aber die bendthigten Geldmittel duͤrften wir schwerlich finden, wenn wir unsere Regierung nicht befestigen und die Ord⸗ nung im Innern wiederherstellen. Letzteres duͤrfte uns aber eher
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