5 8 6 den Bankerotte, die entschiedene Trennung, die zwischen den Maͤnnern der Bewegung und denen besteht, welche Halt machen wollen, um das Bestehende ruhig zu genießen, — das Alles ist weit entfernt, die Gemuͤther zu beruhigen. Es ist wesentlich, daß die roya⸗
listischen Anfuͤhrer, die man fuͤr Ober⸗Kommandos ernennen wird oder bereits ernannt hat, so ausgedehnte Vollmachten erhalten, daß
lebe Heinrich V. Herr v. Herouville, Neffe des Generals
St. Hilaire, der in der Bretagne fuͤr den Koͤnig gestorben ist, eibe . Er verdient un-⸗ Mit der tiefsten Ehrfurcht bin ich,
wird Ewr. K. H. dieses Schreiben uͤberreichen. beschraͤnktes Vertrauen. Madame u. s. w. Der Oberst Ludwig Cadoudal.“
Se gestorben, und Gott ist mein Zeuge, daß ich keinen an- ern Gedanken habe, als den, derselben Sache zu dienen. Es
den ganzen inlaͤndischen Bedarf zu produziren, doch nicht
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e zur Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung N 73.
Eure Reihen, Soldaten und Freiwillige, Zoͤglinge unserer
sie, je nach den Umstaͤnden, fuͤr sich handeln koͤnnen. Die Geschichte unserer Leiden giebt deutlich genug die Namen an, welche im Westen Einfluß ausuͤben. Es waͤre zu wuͤnschen, daß sie ermaͤch⸗
Universitaͤten, junge Buͤrger⸗Patrioten, die Ihr die Staͤdte mit dem Feldlager vertauscht habt, in Eure Reihen! Auf Euch ruhen jetzt die Hoffnungen des Vaterlandes. Die Re⸗
8 mehr als eben diese letztgenannte Summe damit erschwingen
Der Moniteur enthaͤlt eine von gestern datirte Koͤnil9. Se bn⸗ b Die Prohibitiv⸗Maaßregel wuͤrde uͤbrigens in Ir⸗
Verordnung, laut deren dem Staatsrath Thiers die von ilm coͤnnten.
tigt wuͤrden, Ernennungen bis zum Grade eines Obersten vor⸗ zunehmen. Wer kann besser als sie beurtheilen, welche Dienste man zu leisten vermag? Die ertheilten Grade müssen definitiv seyn, und vor allen Dingen wird es noͤthig seyn, zu erklaͤren, daß die damit Bekleideten dieselben nach der Wiederherstellung behalten werden. Es waͤre himmelschreiend, wenn man uns auch dieses Mal die Probe bei einer solchen Kommission passiren las⸗ sen wallte, wie die vom Jahre 1815, bei der jeder zwei bis drei theuer erkaufte Grade verlor. Eine Maaßregel der Art waͤre ge⸗ eignet, alle Treue zu toͤdten, wenn die Umstaͤnde nicht bewiesen, daß diese im Westen unvergaͤnglich ist, wie unsere heilige Reli⸗ gion, welche deren Grundlaͤge bildet. Um unsere Gedanken ver⸗ staͤndlicher zu machen, sagen wir Folgendes: 1) Man schicke so bald wie moͤglich den fuͤr die Kommandos designirten Chefs Geld, damit sie sich ernstlich mit der definitiven Organisation beschaͤf⸗ tigen und sich unter einander durch Emissaire verabreden koͤn⸗ nen. 2) Die Herzogin von Berry muß im Westen am Tage des Aufstandes, gegenwaͤrtig seyn. Ihre Anwesenheit wird große Wir⸗ kung hervorbringen und so viel werth seyn selbst wie eine Armee. Die Armee der Prgazne wuͤnscht die Anwesenheit der Herzogin, wird dort mehr Huͤlfsquellen als anderswo finden. 3) Es ist der allgemeine Wunsch, in den ersten Tagen des Maͤrz anzufangen; dazu ist es dringend noͤthig, daß die Mutter Heinrichs V. Emissaire an alle fremde Hoͤfe sende, um sie zu ihrem A Besten aufzufordern, unsere Graͤnzen zu uͤberschreiten und ihnen anzuzeigen, daß die Gesinnung im In⸗ nern des Landes gut ist und mit der ihrigen uͤbereinstimmt. 4⁴). Es wird gewuͤnscht, daß der Marschall Bourmont das Ober⸗ Kommando uͤber die westlichen Armeen unter den unmittelbaren Befehlen der Herzogin von Berry uͤbernehme. 5) In der Bre⸗ tagne haben wir wenigstens fuͤr 20,000 Mann Waffen vorraͤthig; es wuͤrden noch 40,000 noͤthig seyn; die Munition ist fast ganz schadhaft, da sie seit 1815 verborgen gelegen hat; in dieser Be⸗ ziehung besitzt die Vendee noch weniger Huͤlfsmittel als wir. 6) 60 — 80,000 Mann Spanier sollten mit dem Dauphin an der Spitze in den Suͤden eindringen. Diese Natiyn wuͤrde in der Bretagne eine erstaunliche Wirkung hervorbringen, wenn sie dort 5 — 6000 Mann regulairer Truppen ans Land setzte. Diese Pro⸗ vinz wuͤrde in kurzem in unsere Haͤnde fallen. Auch wuͤrde es der genannten Macht ein Leichtes seyn, zwei Fregatten mit Mu⸗ nition an unsere Kuͤsten zu senden. Alle Blicke sind auf dieses Land gerichtet, das die Schwester der Mutter unseres LG Koͤnigin hatte. 7) Waͤre ein Aufruf an die ganze Armee zu erlas⸗ sen; denen, die sich unter der makellosen Fahne versammeln, waͤre die Beibehaltung ihrer Grade und Ehrenstellen zu versprechen. Marx⸗ schaͤlle sollen dem Koͤnige ihre Dienste angeboten haben; ist dies wahr, so waͤren sie sogleich anzustellen. Dieses Beispiel der Treue wuͤrde auf den gemeinen Soldaten sehr wirken. 8) Der Marschall Soult, jetzt Kriegs⸗Minister, wird von Ehrgeiz ge⸗ peinigt und ist ohne politische Grundfaͤtze; warum forscht man ihn nicht aus und verspricht ihm den Stab eines Konnetabels, wenn er zur Sache der Legitimitaͤt zuruͤckkehren will? Welche Zukunft kann ihm die schwankende Macht Ludwig Philipps dar⸗ bieten? Ein Militair verabscheut die Volks⸗Souverainetaͤt, die
zur 8SSJ. Unruhe und Unordnung fuͤhrt. 9) Man wundert
sich uͤber die lange Abwesenheit der Herren von Larochejacquelein und Charrette; ihr Platz ist da, wo Gefahr ist, und diese waͤre fuͤr sie in der Vendee vorhanden, wie sie es fuͤr uns im Depar⸗ tement des Morbihan ist, wo wir taͤglich mit Verhaftung bedroht sind. In 24 Stunden kann man nichts organisiren, und wel⸗ ches Vertrauen auch ein Volk zu Ihnen hegen mag, es vergißt Sie dennoch bald, wenn Sie dasselbe verlassen. 10) Wir haben viele Ausreißer im Departement des Morbihan; sie sind aber ohne Huͤlfsmittel und muͤssen von Almosen leben. Dies kann nicht so fortgehen, wenn man sie nicht unterstuͤtzt; es mangelt uns aber an Geld. Warum macht man keine Anleihe? Frank⸗ reich wird die Legitimitaͤt nicht zuruͤckweisen, und die Maͤchte wissen, daß diese ihre Schulden bezahlt. Rachdem ich Ew. Kgl. Hoh. von so wichtigen Dingen unterhalten, erroͤthe ich, Ihnen ein Wort von der Lage meines Bruders und der Meinigen zu sa⸗ gen. In Folge unserer Weigerung, den Eid zu leisten, haben wir nichts und werden uns bald in der harten Nothwendigkeit befinden, zu unseren Freunden und Bekannten unsere Zuflucht zu nehmen, damit wir und unsere Kinder leben koͤnnen. Ew. K. H. wird einschen, daß dieser Zustand ein Ende haben muß; wuͤrde das Land, dessen Blicke auf uns gerichtet sind, nicht zuletzt mit Ueberdruß erfuͤllt werden? Unwillig uͤber die Vergessenheit, in der man uns schmachten laͤßt. Doch genng uͤber diesen Gegenstand. Lebten wir nicht in einer Zeit, wo die Schmeithelei die Throne ins Verderben bringt, waͤhrend die Wahrheit sie oftmals rettet, so wuͤrde ich anders zu Ewr. K. H. gesprochen haben. Ich hege die innere Ueberzeugung, daß Ew. K. H. mit Ruͤcksicht auf die mich beseelende Gesinnung mich zu entschulbigen geruhen werden. Sechs von den Meinigen, mein Vater, meine Mutter, mein Oheim von muͤtterlicher Seite und drei Bruͤder, sind f
und sie
quis Coislin, Pairs von Frankreich, sind
nachgesuchte Entlassung als Unter⸗Staats⸗Secretalr der Fi⸗
nanzen ertheilt wird.
Herr v. Tremons, Praͤfekt des Departements des Avey⸗ 8 ron unter Napoleon und Praͤfekt der Ardennen in den hun⸗ dert Tagen ist statt des Herrn Viefville des Essarts zumm
Praͤfekten der Goldkuͤste ernannt worden.
Der Minister des Innern hat auf Ansuchen der Depu,
tirten des Departements Vaucluse die Summe von 2000 Fr.
bewilligt, um das alte Theater von Orange, eines der merk⸗ wuͤrdigsten antiken Denkmaͤler Frankreichs, von Schutt und
Erde zu reinigen.
Der zum Belgischen Gesandten am hiesigen Hofe er⸗ nannte Herr Lehon ist aus Bruͤssel hier angekommen.
Unter den 15 Personen, die wegen Theilnahme an den Dezember⸗Unruhen und eines Komplottes gegen die innere Sicherheit des Staats vor die Assisen gewiesen worden sind, befinden sich die vier Studirenden Sambuc, Audry, Rouhier und Chapparze, zwei Capitalne des aufgeloͤsten Ar⸗
tillerie-Corps der hiesigen National⸗Garde und der Praͤsident
des Vereins der Volksfreunde, Herr Trelat. Auf den Landsitzen des General Clouet und des Mar⸗ aussuchungen ge⸗ halten worden, die zu keinem Resultate gefuͤhrt haben. Aus Toulon vom 3ten d. M. schreibt man: „Gene⸗ ral Clausel befindet sich mit seiner Familie und seinem Ge⸗ neralstabe noch immer an Bord der Fregatte Armide.
2 Fregatten bestehendes Englisches Geschwader, das sich aber bald von unsern Kuͤsten wieder entfernte und seine Rich⸗ tung nach Italien zu nehmen schien. ben Nation hat einen Italiaͤnischen General, Namens Riva⸗ rella, der als Kommandant der Truppen auf Malta in Großbritanischen Diensten stand, ans Land gesetzt; derselbe ist nach Paris abgereist.“
— — Paris, 11. Maͤrz. Die Bekanntmachung des neuen
Ministeriums wird spaͤtestens in dem uͤbermorgen erscheinen⸗
den Moniteur erwartet. Unter den vielen in den hiesigen Salons cirkulirenden Listen der Mitglieder des neuen Kabi⸗ nets ist wohl folgende die richtige: als Praͤsident des Minister⸗Raths, ob mit dem Portefeuille der Ftnanzen oder dem des Innern, scheint noch unbestimmt.
Marschall Soult, Graf Sebastiani und Graf v. Argout wuͤrden bleiben und die Herren v. Berenger und Dupin d. Dieses Mi⸗ nisterium wuͤrde ein reines Ministerium der Centra, d. h. 8 des Friedens seyn, und was den Marschall Sonlt betrifft, das einzige Mitglied, dem man Kriegslust beimißt, so hofft man doch zuversichtlich, daß sich bald zwischen ihm und seinen Kollegen eine recht innige Vereinigung begruͤnden werde. Daß die Regierung ein Kabinet von der genannten Farbe will, hat
Aelt. als neue Mitglieder ins Kabinet treten.
sie durch die Beauftragung des gemaͤßigten Hrn. Cas. Pérler mit der Bildung desselben deutlich genug zu erkennen gegeben.
Großbritanien un d Irland. 8 Parlaments⸗Verhandlungen. Die waͤhrend sie⸗
ben auf einander folgenden Sitzungen stattgehabten Debatten uͤber Reform haben, wie eine Englische Zeitung bemerkt, das Unterhaus so erschoͤpft, daß es einiger Ruhetage bedarf, ehe
es wieder mit gewohntem Eifer zu seinen Arbeiten zuruͤck⸗
kehrt. Am 10. Maͤrz beschaͤftigte sich das Haus mit einigen Bittschriften, wonaͤchst Hr. Warburton auf dessen Ver⸗ wandlung in einen Ausschuß wegen Berathung der Bill an⸗ trug, wodurch der Tabackban in Irland untersagt werden soll. Der Kanzler der Schatzkammer wouͤnschte zwar,
daß man die Maaßregel aussetze, weil die Regierung gern jeden Grund zum Mißvergnuͤgen in Irland vermeiden wolle. Hr. F. Lewis entgegnete jedoch, daß es, je laͤnger man mit um so schwieriger seyn Nothwendig sey sie jedoch, weil
einer solchen Maaßregel zoͤgere, duͤrfte, sie einzufuͤhren. die vom Taback eingehende Staats⸗Revenne 3 Millionen Pfd. betrage, waͤhrend der primitive Preis des im Lande
konsumirten Tabacks sich auf nicht mehr als 350,000 Pfb.
belaufe, so daß die Tabackbauer, wenn es ihnen auch gelaͤnge,
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—
8*
*
Der See⸗Telegraph signalisirte gestern ein aus 3 Linienschiffen und
Eine Korvette dersele
Hr. Casimir Périer,
Adresse Meinen waͤrmsten Dank. 1 lebhaftesten Zufriedenheit die Versicherungen Ihrer Loyalitaͤt
uns und Europa zugleich herausfordern. d d ferenz zu dieser Nichtachtung derjenigen ihrer Entscheidungen
land kein großes Mißvergnuͤgen erregen, da der Tabackbau
ddoöort erst im Beginn sey und im Ganzen kaum 500 Morgen Landes dazu verwendet werden.
(aus Dublin) und Hr. J. Grattan dem Kanzler der Schatzkammer beistimmten, ging doch die Bill durch den
Ausschuß, und der Bericht daruͤber wurde erstattet.
Wiewohl auch Hr. Lefroy
London, 11. Maͤrz. Nachstehendes ist die Antwort,
welche Se. Maj. der Koͤnig der Deputation der City, bei
Ueberreichung ihrer Dank⸗Adresse in Bezug auf die Reform⸗ Bill, ertheilt haben:
„Ich sagen Ihnen fuͤr diese unterthaͤnige und loyale Ich empfange mit der
und Anhaͤnglichkeit an Meine Person, so wie die Erklaͤ⸗ rung, daß das Vertrauen, welches Ich in Meine ge⸗
genwaͤrtigen Minister setze, auch von den Buͤrgern die⸗ ser großen und reichen
Hauptstadt getheilt wird. Moͤgen Sie sich versichert halten, daß Ich immer die Maaßregeln, die Mir in Meiner Eigenschaft sowohl als exekutive wie als gesetzgebende Gewalt vorgeschlagen werden, nur aus dem Gesichtspunkte ihrer Tendenz zur Behauptung der Ehre und der Wuͤrde Meiner Krone, zur Aufrechthaltung der wahren Principien der Constitution und zur Befoͤrderung der Einig⸗ keit und der Wohlfahrt Meines Volkes betrachten werde.“
v84 “ 8— 38
.
8”n 1141414*“*“ Aus dem Haag, 13. Maͤrz. Im Journal de la
Hape liest man Nachstehendes unter der Ueberschrift „der
Krieg“: „Wir haben es vorhergesagt, die Belgischen Machthaber werden entweder den Protokollen Folge leisten und das Volk gegen sich haben, oder keine Ruͤcksicht darauf nehmen und sich von Seiten Europas einen Krieg zuziehen. Sie haben diese ihre Stellung sehr wohl erkannt, und da sie nicht herauszukommen wußten, so faßten sie den verzwei⸗
felten Entschluß, selber uns den Krieg zu erklaͤren, womit sie Was wird die Kon⸗
sagen, die sie besonders unwiderruflich genannt hat? Eine
zweifelhafte Auslegung kann hier gar nicht stattfinden; die
Graͤnzen sind festgestellt worden, und der Koͤnig der Nieder⸗ ande hat sich durch seinen Beitritt zu dem hierauf Bezug
habenden Protokolle einverstanden mit den fuͤnf Maͤchten
erklaͤrt. Belgien ist demnach im Besitze mehrerer Laͤnder, die ihm nicht gehoͤren. Es will aber nicht bloß diese usurpirten Gebiete nicht herausgeben, sondern denkt auch noch an fernere Eroberungen; das, was wir besitzen, will es eben⸗ falls haben. Van de Weyer erklaͤrt, daß von unseren Staͤd⸗
ten mehrere von Rechts wegen zu seinem revolutionnairen
Wird man
Wuͤrde verbindlich gemacht. wir immer an das Ausland appelliren. Entscheidungen waren fuͤr uns verbindlich, und daher duͤrfen wir jetzt mit Recht verlangen, daß sie es Auch fuͤr andere seyen. Indessen, was auch immer Europa thue und sage,
Spielraume gehoͤren; die Belgischen Graͤnzen befinden sich, er es versteht, im
Herzen unserer alten Provinzen, die man, wie er sagt, mit der Degenspitze wieder erobern muͤsse. Nun wohlan, wir wollen die Herausforderung annehmen
nd sehen, was die Maͤchte dazu sagen und thun werden.
Die Bevollmaͤchtigten haben in Bezug auf die Schelde er⸗ 9 b daß sie mit Gewalt wuͤrden durchgesetzt haben, was der Koͤnig Wilhelm ihnen verweigerte.
Jetzt, da der Koͤnig der Niederlande die Feststellung der Graͤnzen angenommen und Belgien sie verweigert, was wird man in London thun?
im Angesichte Europa's erklaͤren, daß es Holland Zwangs⸗Maaßregeln gebe? Das kann
nur gegen
nicht seyn und ist auch nicht so. Die Konferenz ist dieses⸗ mal auf bestimmte unwiderrufliche Weise durch die Gerech⸗
igkeit, durch das allgemeine Interesse und durch ihre eigene Sage man indessen nicht, daß Nein, nein, seine
elgien wird von Holland nicht gefuͤrchtet. Moͤgen die
Goblets und van de Weyer nur erscheinen, moͤgen sie doch
an die Graͤnzen der Vereinigten Provinzen kommen, um ihre angeblichen Graͤnzlinien zu reklamiren. Eine heilsame Lection wird ihnen hier vorbereitet; den Krieg, den sie proklamiren, fordern unsere Soldaten voller Begeisterung. In Eure Rei⸗ hen „ tapfere Jugend, der Augenblick ist gekommen. In
volution ist zu ihrer Krise gelangt, und an Euren siegreichen Waffen wird ihre Wuth sich brechen. Eure edle Haltung hat Euch bereits die allgemeine Achtung der Nationen worben, welche von der Verleumdung einen Augenblick irre gefuͤhrt werden konnten. Beharrt in Eurem ruͤhmlichen Streben. Antwortet auf jenes Kriegsgeschrei durch das Eurige. Wir hoffen und wuͤnschen, daß die Truppen van de Weyers sich naͤhern moͤgen. Vorwaͤrts, Tapfere, vor: waͤrts! Die Vorsehung ist gerecht, und es ist Zeit, daß van Speyk geraͤcht werde!“ 1
Gent, 12. Maͤrz. Heute fruͤh sind in mehreren Stra⸗ ßen der hiesigen Stadt Proclamationen gefunden worden, die zu einer Ruͤckkehr unter die Herrschaft Wilhelms I. auffor: dern. Der Prinz von Oranien wird darin als General⸗ Statthalter von Belgien bezeichnet. —
Dem Journal des Flandres zufolge, hat das in den Gewaͤssern des Philippinen⸗Dammes stationirte Hollaͤn⸗ dische Kanonierboot bereits mehrere Male gegen diesseitige Versuche von Fischern, die sich auf die Fischerei begeben wollten, und von Arbeitern zur Ausbesserung der Deiche Feuer gegeben.
Man glaubt, daß die richterliche Instruction und das Zeugen⸗Verhoͤr in der Angelegenheit des Ernst Gregoire und seiner Mitschuldigen binnen einer Woche beendigt seyug, dann die Verhandlungen vor den Assisen beginnen werden.
Bruͤssel, 13. Maͤrz. Durch eine Verordnung des Regenten vom 5ten d. M. ist der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Hr. van de Weyer, provisorisch mit der Lei⸗ tung der Marine beauftragt worden, ohne jedoch dadurch Anspruch auf eine Geschaͤfts⸗Vermehrung zu bekommen. He. van de Weyer soll bereits in dieser seiner neuen Eigenschast der Grundlegung eines Kanonierbootes, welches bei Boom gebaut wird, beigewohnt haben.
Durch eine zweite Verordnung des Regenten ist allen saumseligen Milizen des J. 1831, die sich bis zum 1. April vor ihren Lokal⸗Behoͤrden stellen werden, Nachlaß fuͤr die Strafen, die sie sich zugezogen, versprochen worden.
Es bestaͤtigt sich, daß Herr v. Gerlache, in seiner Eigen⸗ schaft als Praͤsident des Minister⸗Rathes, seinen Abschied cin⸗ gereicht habe.
Es geht hier das Geruͤcht, daß die Regierung ein Londoner Protokoll vom 2ten d. M. und mit demselben das Ultimatum der fuͤnf Maͤchte erhalten haben soll. iesige Blaͤtter fuͤgen jedoch hinzu, das Geruͤcht sey in Antwerpen entstan⸗ den, wo man dasjenige, was man gern haben wolle, als ge⸗ schehen darstelle und daher auch vorgebe, die Konferenz habe verlangt, daß Belgien den Prinzen von Oranien zum Staats⸗ Oberhaupt erwaͤhle. Jene Blaͤtter erklaͤren ferner, daß auch das Protokoll vom 19. Febr. der Belgischen Regierung noch gar nicht mitgetheilt worden sey.
Der Vrai Patriote sagt: „Unserer im Felde be⸗ findlichen Armee fehlt es an den nothwendigsten Beduͤrf⸗ nissen; so z. B. versichert man uns, daß selbst auf den Vor⸗ posten unsere Freiwilligen keine Patronen mehr haben, und diese Tapferen sind es, mit denen unsere Minister ganz Eu⸗ ropa bekämpfen wollen.“
Dasselbde Blatt aͤußert: „Zwei Bataillone sollen nach dem Luxemburgischen gesandt werden, um dort mit dem Deuss schen Bunde Krieg zu fuͤhren. Wenn diese 1200 Mann den 60,000 Mann des Luxemburgischen Landsturms, die Herr Nothomb uns verspricht, hinzugefuͤgt werden, so bilden sie zusammen eine Armee von 61,200 Mann. Man kann indessen nicht verhehlen, daß in jener Provinz ein großer Uü stand vorhanden ist, und zwar der, daß die Geistlichkeit dort we⸗ der fanatisch noch intolerant ist und sich wohl huͤten wird, die Massen zum Besten einiger Individuen, unvernuͤnftiger Praͤten⸗ sionen und unausfuͤhrbarer Theorieen halber, in F'en. sn bringen; alle Bemuͤhungen der Unionsmacher sind a isher an der Weisheit und der gesunden Vernunft der Prie⸗ ster dieses kleinen Landes gescheitert. Diese antworteten im⸗ mer, daß ihr Reich nicht von dieser Welt sey, und setzten der Beredsamkeit der Herren Nothomb und Comp. die Worte
des Apostels entgegen: Kuch AE ns.“ — waͤren sie auch dines andern eiatsnrtr 1 s