1831 / 85 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sat, 26 Mar 1831 18:00:01 GMT) scan diff

111116A6AA“A“ v ͤ AA“ -““ zum 1. Sept., verlaͤngert wissen will. Man wird sich büth noch an den benoͤthigten Fonds zur Bestreitung jener v Seeiten; die letzteren vergebe er ihr; indessen duͤrfe das Loos] fuͤr die Dauer der Sizung, und des Gchalt der Auzsworen nern, daß die mit der Pruͤfung dieses Gesetz⸗Entwurfes be⸗ fehlt. Diese Ausgaben belaufen sich aber auf 90 100 Mill. Fr. ddees Landes nicht von den Schul⸗Publicisten abhaͤngen, und auf jaͤhrlich 15,000 Fr. festgesezzt. -gn

auftragt gewesene Kommission dafuͤr gestimmt hatte, die ver., Was die ns der Kammer betrifft, so ist es Sache des ddie Familienvaͤter wuͤrden ohne Zweifel dem Ministerium TinSch. 822 21 7,888 8 langte Autorisation nur bis zum 1. August zu bewilligen. I bifeber in gsroßen Dank wissen, wenn es ihre Kinder dem Einflusse Paris, 18. Maͤrz. Vorgestern hatten saͤmmtliche Mi⸗ Herr Blin de Bourdon, als erster eingeschriebener Redner, he n geben; g iwe, daß die Kammer, sich nich der Aufruͤhrer entrisse, die deren Unerfahrenheit zu strafbaren nister die Ehre zur Koͤniglichen Tafel gezogen zu werden . eute noch in demselben Zustande befindet, wo sie sich befand, vac⸗ lbr 1 2 Ked9 8eA4g wve Abend 2 13 b gezogen z erden. verwarf jetzt ganz und gar die Forderung der Regie⸗ als das Wort Aufloͤsung ausgesprochen wurde; glaubt es, daß Zwecken miß rauchten. „Ich verhehle mir nicht die Schwie⸗ ends wurde im Palais⸗Royal ein Konzert gegeben, in rung. „Ich hatte mir vorgenommen“, so hob er an, sie die noͤthige moralische Kraft besitze und im Stande sey, allen rigkeiten“, so schloß der Redner, „womit das jetzige Mini⸗ welchem Paganini sich hoͤren ließ. Gestern ertheilten Se. „bei Gelegenheit der Berathung uͤber das vorliegende Ge⸗ Beduͤrfnissen des Landes zu ginuͤgen, so wird der Koͤnig zu ent⸗ sterium zu kaͤmpfen haben wird; doch wird die Neigung der Majestaͤt dem Koͤnigl. Niederlaͤndischen Gesandten, Baron Franzosen, eine Regierung zu unterstuͤtzen, die ihnen Ruhe Fagel, dem Kaiserl. Brasilianischen Botschafter und dem

setz, die verschiedenen gesetzwidrigen Maaßregeln zur Sprache scheiden haben, ob sie aufgeloͤst werden soll, oder nicht. Mir steht n, 1 t L“ die das Iet sich hat zu Schulden hieruͤber durchaus keine Meinung zu. Nur scheint mir, daß man und Freiheit verschafft, ihm große Kraft verleihen; es ver⸗ Praͤsidenten der Pairs⸗Kammer Privat⸗Audienzen, und ar⸗

f 4 foe⸗ das vorige Ministerium ungerecht ist; uͤbrigens besteht fahre mit S diejeni die si di beit it dem Praͤsidenten des Wins kommen lassen, als ich ploͤtzlich vernahm, daß dasselbe aufge⸗ gegen 9 ; Ubrigens fahre mit Strenge gegen diejenigen, die sich gegen die neue eiteten mit dem Praͤsidenten des Minister⸗ Raths, so wie hoͤrt habe, zu existiren; um daher die Asche der Todten nicht dieses Ministerium auch jetzt noch, denn ich allein bin, Ordnung der Dinge verschwoͤren moͤchten; aber es verzichte mit den Ministern des Krieges, der Justiz und des Handels. 1“ 9 28 8 wie der vorige Redner sich auszudruͤcken beliebt, gestuͤrzt wor⸗ 8 läͤsti lizeilichen Maaßregel d SS. Sgwwg Der heutige Monj E“ zu stoͤren, zog ich es vor, zu schweigen. Jetzt aber, wo ein den, wenn anders meine ehemaligen Kollegen mir nicht das auf jene laͤstigen polizeilichen Maaßregeln, wo urch der fried⸗ Der heutige M oniteur promulgirt die beiden Gesetze neues Ministerium gebildet worden, halte ich es fuͤr Pflicht, Zeugniß geben wollen, daß ich meinen Abschied selbst genommen fertige Bewohner in seinem Eigenthum gestoͤrt wird. Bald wegen Eroͤffnung eines Kredits von 2 Millionen fuͤr Mili⸗ meinen fruͤheren Plan wieder aufzunehmen; daß ich dabei habe. Der Monat Juli hatte eine große Finanz⸗ und Handels⸗ werden die Wahl⸗Kollegien sich versammeln. Ich halte mich tair⸗Pensionen und eines provisorischen Kredits von 3 Mil⸗ von keinem Gefuͤhle des Grolls geleitet werde, dafuͤr buͤrgt Krise herbeigefuͤhrt; die arbeitende Klasse war unbeschaͤftigt, das uͤberzeugt, daß das Ministerinm keinen strafbaren Einfluß lionen fuͤr die Bezahlung der Schulden der alten Civil⸗Liste. meine bekannte Maͤßigung, obgleich ein solches Gefuͤhl wohl Brod war theuer und ein Krieg mit dem Auslande erregte allge⸗ auf das Wahlgeschaͤft ausuͤben wird; dies ist aber nicht ge— Beide Gesetze tragen das Datum des 15ten d. M. nug, es muß auch allen Kunstgriffen vorbeugen, wodurch die Eine in demselben Moniteur enthaltene Koͤnigl. Ver⸗

verzeihlich waͤre, wenn gewisse Minister nach errungenem meine Besorgnisse; uͤberdies drohte dem Lande noch ein großer Prozeß.

Siege sich engherzig genug zeigen, um den unbewaffneten Feind zu belaͤstigen und zu verunglimpfen.“ Der Redner kam nach diesem Eingange auf die letzten Unruhen in der Hauptstadt, so wie auf die in Folge derselben getroffenen Maaßregeln, namentlich auf die Haussuchungen im Suͤden und Westen Frankreichs, zuruͤck, die er als Bedruͤckungen schil⸗ derte, wodurch die Gaͤhrung der Gemuͤther nur unterhalten und vermehrt wuͤrde. „Der Minister des Innern,“ be⸗ merkte er, „sagte uns am 17. Febr.: was die Karlistische Partei vorzuͤglich auszeichne, sey Ohnmacht; zwei Tage dar⸗ auf erklaͤrte der Minister des oͤffentlichen Unterrichts: die

Regierung habe von den Karlisten Nichts zu befuͤrchten, da

sie durchaus keine Wurzel in Frankreich gefaßt haͤtten; und am 20. Febr. versicherte der Praͤsident des Minister⸗Raths: die Karlistische Partei koͤnne, nichts Ernstliches unternehmen, weil sie zu schwach sey. Wie lassen sich nun nach solchen Behauptungen jene großen Vorsichts⸗Maaßregeln und un⸗ nuͤtzen Plackereien gegen Personen rechtfertigen, die nach dem eigenen Gestaͤndnisse der Minister Niemanden schaden koͤn⸗ nen? Ich kann der Regierung die verlangten Gelder nicht bewilligen, bevor ich nicht weiß: 1) ob die Haussuchungen eingestellt worden sind; 2) welchen Weg das Ministerium sowohl in Betreff seiner aͤußeren, als seiner inneren Politik einschlagen will; 3) auf wie hoch sich die Summe belaͤuft, die der Regierung streng nothwendig ist, insofern sie nicht auf den Gedanken verzichtet, die Kammer aufzuloͤsen.“ Der Baron Pelet ließ zwar dem persoͤnlichen Charakter des vorigen Finanz⸗Ministers volle Gerechtigkeit widerfahren, doch tadelte er ihn, daß er das Budget fuͤr 1831 so spaͤt vorgelegt habe; waͤre dasselbe fruͤher angefertigt worden, so wuͤrde man jetzt nicht noͤthig haben, abermalige Steuer⸗ Zwoͤlftheile zu verlangen; noch jetzt haͤtte man sich mit dem Budget beschaͤftigen koͤnnen, wenn nicht voreiliger Weise die Aufloͤsung der Kammer angekuͤndigt worden waͤre; das Land verfalle jetzt mehr als je in den verderblichen Zustand des Provisoriums, und die vornehmste Praͤrogative der Kammer, nämlich die freie Bewilligung der Steuern, werde dadurch zu Grabe getragen; noch wuͤrde er die verlangten Gelder mit Vergnuͤgen bewilligen, wenn nur nicht die Ordnung und Si⸗ cherheit im Innern ebenfalls bloß provisorisch waͤren; so aber lebe Jedermann von einem Tag zum andern, und dieselbe Ungewißheit, die sich im Staats⸗Budget bemerklich mache, herrsche auch in dem Budget der Familien; daher jene allge⸗ meine Unbehaglichkeit, woran die arbeitende Klasse leide, ohne daß man derselben abhelfen koͤnne. Hr. Laffitte er⸗ riff hierauf zu seiner Rechtfertigung selbst das Wort und Lußtrte sich im Wesentlichen also:

„Habe ich den vorigen Redner recht verstanden, so laͤßt er meinen Gesinnungen Gerechtigkeit widerfahren; auch wage ich, zu behaupten, daß meine lange politische Laufbahn Niemanden

ein Recht giebt, meine Grundsaͤtze in Zweifel sn ziehen. Die gute Absicht reicht aber nicht immer hin, und sobald man die Ver⸗

in dem Gefuͤhle der Unzullaͤnglichkeit sei⸗ ner Kraäfte, uͤbernimmt, macht man sich auch dafuͤr verantwort⸗ lich. Dem zufolge muß ich hier einige Thatsachen widerle⸗ gen, die, wie mir scheint, sehr ungenau dargestellt worden sind. Man will mir einen Vorwurf daraus machen, daß ich das Bud⸗ get nicht fruͤher vorgelegt habe; hierauf erklaͤre ich ganz einfach, daß ich an dieser Verzoͤgerung nicht Schuld bin, denn ich hatte die Budgets der einzelnen Ministerien kaum 8 Tage in Haͤnden, als ich der Kammer auch das allgemeine Budget uͤberreichte. Ich

heaa. sey es auch

verdiene daher nicht den Vorwurf, den man mir macht und auf

den ich wahrlich nicht gefaßt war. Man heibt mich der Unvor⸗ sicht, daß ich anfangs nur 4 Steuer⸗Zwoͤlftheile verlangt haͤtte, ndem jetzt deren abermals 4 begehrt werden muͤßten. Diese neue Forderung wuͤrde aber nicht noͤthig seyn, wenn wir nicht außer⸗ ordentliche Ausgaben aus der gewoͤhnlichen Einnahme haͤtten be⸗ streiten muͤssen, da es der Regierung selbst in diesem Augenblicke

Unter diesen Umstaͤnden konnte das Staatsruder wohl fuͤr Nie⸗ mand lockend seyn, und diejenigen, die den Muth hatten, das⸗ selbe zu uͤbernehmen, durften daher, wenn sie auch wirklich Feh⸗ ler begangen, wohl darauf rechnen, daß man mit mehr Gerech⸗ tigkeit, oder doch mindestens mit mehr Nachsicht gegen sie ver⸗ fahren wuͤrde. Die Gewalt der Umstaͤnde ist, ich wiederhole es, staͤrker als wir gewesen; man will nicht einsehen, wie sehr die letzte Revolution die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Ge⸗ baͤudes erschuͤttert hat, und wie viel Muth, Klugheit und Erge⸗ benheit in solcher Zeit dazu gehoͤrt, um die Last der oͤffentlichen Angelegenheiten zu uͤbernehmen. Die Geschichte wird dies einst lehren; vorlaͤufig bemerke ich nur, daß man mit Unrecht uͤber einige von dem Ministerium getroffene strenge Verfuͤgungen klagt; allerdings ist die Partei der Karlisten nicht gefaͤhrlich; aber nur so lange man sie bewacht, ist sie es nicht; wollte man ihr freie Hand lassen, so wuͤrde sie bald gefaͤhrlich werden. Si haben kuͤrzlich, m. H., aus gewissen Reihen dieser Kammer (der Redner wandte sich hier an die rechte Seite und das recht Centrum) seltsame Worte vernommen; ich kann darauf nur durch eine Thatsache, die sich kuͤrzlich zugetragen hat, antworten, daß naͤmlich bei der Abstimmung uͤber ein Gesetz, das die Regierung zur Vertheidigung des Landes gegen eine Invasion vorgelegt hatte, 73 Deputirte gegen dasselbe stimmten.“

Die letztere Aeußerung des Hrn. Laffitte veranlaßte Hrn. v. Berbis, das Wort zu verlangen. Der ehemalige Praͤsi⸗

dent des Minister⸗Rathes, aͤußerte er, verletze gleichsam die Unabhaͤngigkeit der Kammer in ihren Abstimmungen, indem

er den Umstand besonders heraushebe, daß sich 73 Stimmen gegen das Gesetz uͤber die Anleihe der 200 Mill. erhoben

haͤtten; er selbst gehoͤre mit zu dieser Zahl, doch habe er,

gleich seinen Kollegen, das Gesetz nur verworfen, weil das⸗

selbe die unerhoͤrte Bestimmung enthalte, daß die Staats⸗

Waldungen an Handels⸗Compagnieen kaͤuflich uͤberlassen wer⸗ den duͤrften. Nach einer Erwiederung des Hrn. Laffitte, des Inhalts, daß es nicht seine Absicht gewesen sey, der Un⸗ abhaͤngigkeit der Kammer zu nahe zu treten, setzte der Vi⸗

comte v. Lézardidres die an der Tages⸗Ordnung befind⸗

liche Debatte fort. Er warf zuvoͤrderst einen raschen Blick auf die Verwaltung des Landes seit der Einsetzung der neuen Regierung; ein großer Fehler, meinte er, den man gemacht,

sey der, daß, nachdem die vorige Dynastie bereits gestuͤrzt

gewesen, man sie immer noch so, als ob sie im Lande eine

große Macht behalten, behandelt und demgemäaͤß eine gewal⸗ G tige Menge von Beamten abgesetzt habe; man haͤtte nicht

sowohl die eifrigsten Anhaͤnger der neuen Ordnung der Dinge, als vielmehr im Allgemeinen die faͤhigsten Koͤpfe waͤhlen sol⸗ len; durch das entgegengesetzte System aber habe man viel Unzufriedene gemacht, und es sey kaum zu bezweifeln, daß dieser Fehler einen großen Antheil an der jetzigen Unbe⸗ haglichkeit des Landes habe. Was die angekuͤndigte Aufloͤ⸗

sung der Kammer betreffe, so sey lediglich das vorige Mini⸗

sterium daran Schuld, da dieses keine Majoritaͤt in derselben zu erkennen gewußt habe; die Folge eines so seltsamen Be⸗ tragens sey ein Schauspiel gewesen, wovon vielleicht noch nie eine Session ein Beispiel aufzuweisen gehabt habe, naͤm⸗ lich eine Kammer ohne Minister⸗ und ohne Oppositions⸗Par⸗ tei. Haͤtte das Ministerium seine Kraft aus der Majoritaͤt geschoͤpft, so wuͤrde diese ihm einen maͤchtigen Beistand gelie⸗ hes haben; da aber das Ministerium gar kein System ge⸗

abt, so habe die Kammer sich ihm auch nicht anschließen koͤnnen; das Haschen nach einer eitlen Popularitaͤt habe die⸗ ses Ministerium auf eine voͤllig falsche Bahn gebracht; es habe die Ansichten einiger Schriftsteller, das Geschrei einiger Schuͤler fuͤr die oͤffentliche Meinung gehalten; er (der Red⸗

ner) sey weit entfernt, sich irgend gegen die Preßfreiheit er⸗

heben zu wollen; kein vernuͤnftiger Mensch koͤnne aber wuͤn⸗ schen, daß der Journalismus den Staat regiere; was die

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Jugend betreffe, so habe sie ihre guten, wie ihre schlechten

und die Wohnungen der Buͤrger zu verletzen. sisch bei diesen gesetzwidrigen Maaßregeln auf angebliche Kom⸗ plotte, die gegen den Thron und gegen die bestehende Ord⸗

Praͤsidenten und die Quaͤstoren. Der

Feinde der Ordnung die Wahlen zu beherrschen versuchen moͤchten.

Was uns betrifft, m. H., so treten wir in das Privatleben zuruͤck;

wir vererben unsern Nachfolgern ernste Pflichten; sie werden sich, wie wir hoffen, ihrer Macht nicht bedienen, um sich einen

Eingriff in die Rechte der Krone zu erlauben, sondern bloß,

um diejenigen unversehrt zu erhalten, die die Charte ihnen

und ihren Kommittenten zusichert; sie werden daruͤber zu

entscheiden haben, ob ein Minister das Recht hat, die per⸗ soͤnliche Freiheit in einzelnen Departements zu suspendiren Man stuͤtzt

nung der Dinge geschmiedet wuͤrden. Allerdings bestehen im Westen Frankreichs zwei Karlistische Armeen; die eine, im Departement des Morbihan, zaͤhlt 25 Mann; die andere, im Departement der beiden Sevres, 17 widerspenstige Konskri⸗ birte. (Großes Gelaͤchter.) Man sehe sich wohl vor: durch Verfolgungen vergroͤßert man nur die Zahl seiner Feinde. Geht erst der Geist der Polizei in die Regierung uͤber, so wird es bald in Frankreich keinen Franzosen mehr geben, den man nicht unter dem Vorwande, er sey Karlist, Republikaner oder Buonapartist, in seiner Ruhe wird stoͤren koͤnnen. Der Eintritt dreier ehrenwerther Maͤnner in den Rath des Koͤ⸗ nigs laͤßt mich hoffen, daß Frankreich einer besseren Verwal⸗ tung als bisher entgegensehen darf; ich stimme sonach dafuͤr, daß man dem Ministerium die verlangten Steuer⸗Zwoͤlftheile bewillige, denn um keinen Preis moͤchte ich die Verwaltung des Landes unmoͤglich machen und eine allgemeine Stoͤrung in der Gesellschaft herbeifuͤhren.“ Als jetzt Hr. Agier die Debatte fortsetzen wollte, verlangte der Praͤsident des Minister⸗Rathes das Wort und sagte: „Es wird die Kammer ohne Zweifel wundern, daß das Ministerium sich nicht gleich zu Anfang der heutigen Berathung hat verneh⸗ men lassen; allein nur durch ein Mißverstaͤndniß ist diese Berathung auf heute angesetzt worden; denn nach einer Be⸗ sprechung, die der Finanz⸗Minister gestern mit der Kommis⸗ sion hatte, die mit der Pruͤfung des vorliegenden Gesetz⸗Ent⸗ wurfes beauftragt gewesen, sollte die Debatte daruͤber erst morgen beginnen. Die Kammer wird gewiß der Meinung seyn, daß, bevor wir die Verwaltung des Landes uͤberneh⸗ men, wir sie von unserem kuͤnftigen Verhalten und den Grundsaͤtzen, die uns bei demselben zur Richtschnur dienen sollen, in Kenntniß zu setzen haben. Wir sind hierzu bereit, und dies ist der Grund, weshalb wir wuͤnschen, daß die Kammer die Fortsetzung ihrer Berathung bis auf mor⸗ gen aussetzen moͤge. Eine solche Vertagung duͤrfte um so angemessener seyn, als wir neue Geldforderungen an die Kammer zu machen haben.“ Eine Stimme rief hier: „Was koͤnnt Ihr denn noch mehr von uns verlangen!“ Als einige Deputirte die Meinung aͤußerten, daß man die allgemeine Berathung! immer fortsetzen koͤnne und nur die Diskussion uͤber die einzelnen Artikel bis zum folgenden Tage auszusetzen brauche, bestieg Herr Cas. Périer zum zweitenmale die Rednerbuͤhne und erklaͤrte wiederholt, daß dies voͤllig uͤberfluͤssig sey, indem in Folge der neuen Forde⸗ rungen, die das Ministerium zu machen habe, der Gesetz⸗ Entwurf eine gaͤnzliche Aenderung erleiden werde. Die oͤffent⸗ liche Sitzung wurde sonach aufgehoben, und die Versamm⸗ lung bildete sich zu einem geheimen Ausschusse.

In dieser geheimen Sitzung beschaͤftigte die Kammer sich, wie man aͤußerlich vernimmt, mit ihrem besondern Bud⸗ get, und namentlich mit der Festsetzung des Gehaltes fuͤr den Praͤsident bezog bis⸗ her 100,000 Fr. und ein jeder der Auästoren 25,000 Fr.

Auf den Vorschlag des Herrn Odilon⸗Barrot wurde das

Praͤsidenten⸗Gehalt hinfuͤhro auf monatlich 10,000 Fr.,

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ordnung vom gestrigen Datum bestimmt die Geschaͤfte des Ministers des Innern in folgender Weise: „Saäͤmmtliche Personalien der Verwaltungs⸗Beamten, als der Praͤfekten, der Unter⸗Praͤfekten, Malres, Departements⸗ und Bezirks⸗ raͤthe, der Municipal-Beamten u. s. w., die Wahl⸗Angele⸗ genheiten, die allgemeine Polizei, die Organisation und Ver⸗ waltung der National⸗Garden, die Rekrutirung, die Gen⸗ darmerie und die andern Militair⸗Sachen, bei denen die Ci⸗ vil⸗Behoͤrde konkurrirt, endlich die periodische Presse. Alle andere Befugnisse, die fruͤher in das Ressort des Ministe⸗ riums des Innern gehoͤrten, als z. B. die Departemental⸗ und Kommunal⸗Verwaltung, die wohlthaͤtigen und gemein⸗ nuͤtzigen Anstalten, die Gefaͤngnisse, die Bruͤcken und Chaus⸗ seen, das Bauwesen, die Handelshaͤfen, die Bergwerke und Telegraphen⸗Linien, die allgemeine Verwaltung des Handels und der Manufakturen, die wissenschaftlichen und Kunst⸗ Anstalten, Theater, Bibliotheken, die Buchdruckerei und der Buchhandel, die Lebensmittel, Getreide⸗Ein⸗ und Ausfuhr, die Reglements fuͤr Baͤcker und Schlaͤchter, die Gestuͤte und das ganze Rechnungswesen uͤber die fuͤr diese Zweige ausge⸗ setzten Fonds sind zum Ministerium des Handels und der oͤffentlichen Arbeiten geschlagen.

Auf den Antrag des Ministers des oͤffentlichen Unter⸗ richts haben der General⸗Studien⸗Inspektor und der Dekan der Rechts⸗Fakultaͤt, ferner die HH. Jouffroy, Professor der Philosophie an der hiesigen Universitaͤt, Guigniault, Di⸗

rektor der Normalschule, Poirson, Professor der Geschichte

am Gymnastum Heinrichs IV., Schweighaͤuser, Professor der Griechischen Literatur in Straßburg⸗ und 88 9 dere Gelehrte das Ritterkreuz der Ehrenlegion erhalten.

In Nismes hat der Befehl der Behoͤrde, die Kreuze von den oͤffentlichen Plaͤtzen und Straßen fortzunehmen, große Aufregung unter den Einwohnern erregt; man mußte Truppen aus Tarascon und Montpellier kommen lassen; die National⸗Garde stand fortwaͤhrend unter den Waffen; am 12ten waren bereits zwei Kreuze abgehauen worden, ohne daß die unter dem Volke herrschende Gährung zum Aus⸗ bruche gekommen waͤre. 8

Einige Journale sprechen von einer gestern hier einge⸗ gangenen telegraphischen Depesche, welche den Ausbruch einer Insurrection zu Gunsten der vorigen Dynastie in den Be⸗ zirken von Bressuire in der alten Vendée melden. Der

Messager des Chambres sagt, er wolle das Faktum nicht bestreiten; es sey aber nicht zu seiner Kenntniß gekom⸗

men. Aus Nantes wird vom 13ten d. gemeldet, daß die Generale Clouet und Hubert aus ihren Wohnorten ver⸗ schwunden sind. Der Koͤnigl. Prokurator von Chateaubriant hat im Kloster von la Meilleraye mehrere von Feinden der jetzigen Regierung geschriebene Briefe und eine Menge von Prophezeiungen gefunden, in denen die Ermordung Ludwig

Philipps und die Wiederherstellung der vorigen Dynastie verkuͤndet wurde. Alle diese Schriften schienen von einem Aniance (De⸗-⸗ partement des Herault) sind zwischen dem 5ten und 10ten d. Unruhen ausgebrochen; eine weiße Fahne wurde mit aufruͤhe⸗

und demselben Verfasser herzuruͤhren. In

rerischem Geschrei umhergetragen. Eine Abtheilung Linien⸗ Truppen ist zur Wiederherstellung der Ordnung dahin ge⸗

schickt worden. Gestern wurden mehrere der Theilnahme an den hiesigen

Unruhen verdaͤchtige Personen in ihren Wohnungen verhaf⸗

tet; unter ihnen befand sich Herr Marchais, ehemaliger

Secretair der Gesellschaft „Hilf dir, so wird dir der Hime— mel helfen!“ Derselbe soll indessen auf den Antrag des General⸗Prokurators, Hrn. Persil, bereits wieder frei gelase

sen worden seyn. - Der Koͤnigl. Gerichtshof zu Poitiers hat die Herr

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