ten ene auf bas Bestimmteste wieder zuruͤckzunehmen. Es scheint naͤmlich, daß mittlerweile Herr Dulong von dem Schritte des Herrn Bugeaud Kenntniß erhalten und erklaͤrt hatte, daß er sich lieber schlagen, als sein Schreiben publizirt sehen wolle. Herr Leo Pillet, der Haupt⸗Redacteur des Journal de Paris, begab sich unverzuͤglich zum Minister des Innern und erlangte von ihm die Beschlagnahme der ganzen auf der Post be⸗ findlichen Auflage seines Blattes. Indessen wurde ein Exem⸗ plar unter der Hand doch versandt, und, wie es scheint, an die Redaction des in Lille erscheinenden Journals „le Nord“, denn in der Nummer dieses Blattes vom 31. Januar liest man so⸗ vohl das Schreiben des Herrn Dulong, als die Note, die das Journal de Paris demselben vorangeschickt hatte. Das an den Redacteur des Journal des Débats gerichtete Schreiben des Herrn Dulong lautete hiernach also: „M. H. Bei Ihrer Be⸗ richterstattung uͤber die Sitzung der Deputirten⸗Kammer vom
160
Da dies nicht geschehen ist, so ruͤcken wir jenen Brief
hier ein, und zwar auf das Verlangen des ehrenwerthen Gene⸗ rals Bugeaud, der uns das Original desselben vorgezeigt hat.“ — Nachdem jetzt das Schreiben des Herrn Dulong dennoch ins Publikum gekommen ist, sieht das Journal de Paris sich ver⸗ anlaßt, das ganze Sachverhaͤltniß, wie solches oben auseinander,⸗ gesetzt worden, in der neuesten Nummer seines Blattes zur oͤf⸗ fentlichen Kenntniß zu bringen.
Die hiesigen Zeitungen beschaͤftigen sich heute fast ausschließ⸗ lich mit Berichten uͤber das gestrige Leichen⸗Begaͤngniß und mit
Betrachtungen uͤber die von der Regierung dabei getroffenen
25sten d. M. fuͤhren Sie eine Phrase an, die Sie mir in
Mund legen. Ich soll von meinem Platze aus gesagt haben: „„Darf der Gehorsam so weit gehen, daß man sich zum Kerkermeister macht?““ nach einem anderen Blatte: „„daß man sich mit Schande bedeckt?““ Da
der ehrenwerthe General Bugeaud kurz zuvor von seinem Platze
geaͤußert hatte, daß ein Offizier vor allen Dingen gehorchen muͤsse, spaͤterhin aber reklamiren koͤnne, so haben einige Perso⸗
nen in meinen Worten eine fuͤr den Charakter und die fruͤhere Stellung dieses Generals beleidigende Anspielung finden wollen. Ich glaube daher, bei diesem Anlasse erklaͤren zu muͤssen, daß es n keinerlei Weise meine Absicht war, auf den ehrenwerthen
General Bugeaud eine Anspielung zu machen, und ich beeile mich, jede Absicht dieser Art, die man mir beimessen moͤ ote, usdruͤcklich zuruͤckzuweisen. (gez.) Dulong.“ Dieses Schreiben egleitete das Journal de Paris in seiner zuruͤckgenommenen
Vorsichts⸗Maßregeln, die Blaͤttern als sehr weise Blaͤttern aller Nuancen aber, besonders bune und Gazette, aufs heftigste angegriffen werden; letztere meint, die Regierung habe dadurch die Republi— kaner zum Kampf herausfordern wollen; das Militair sey, was ganz unerhoͤrt bei einem Leichen Begaͤngniß, nicht mit zur Erde gesenktem, sondern mit geschultertem Gewehr, dem Zuge gefolgt; sie erinnert an die Bestattung Foy's und sragt, was man dazu gesagt haͤtte, wenn sich damals eine bewaffnete Macht bei dem Zuge haͤtte blicken lassen.
Zu Straßburg sollen bedeutende Unruhen stattgefunden haben; es sey, heißt es, von einem Haufen Soldaten ein Ver⸗ such gemacht worden, die auf Befehl des Marschalls Soult ver⸗ hafteten Offiziere zu befreien. Die R
den ministeriellen den Oppositions⸗ vb SW.
natuͤrlich von dargestellt, von
tegierung, sagt man, soll gestern detaillirte Nachrichten hieruͤber erhalten und augenblick⸗ lich eine telegraphische Depesche nach Straßburg abgefertigt haben.
Drei Fiaker, auf denen sich mehrere Lanciers befanden, de⸗ ren Pferde hinten an den Wagen angebunden waren, und die von Soldaten desselben Regiments unter dem Kommando eines Lieutenants eskortirt wurden, fuhren gestern Nachmittag uͤber den Quai vor der Deputirten⸗Kammer nach der Militair⸗Schule
Dem Journal des Döbats ist aus Genf die Nach richt zugegangen, daß dort am 27. Januar die oͤffentliche Ruhe durch aufruͤhrerische Zusammenrottungen der Arbeiter gestoet haͤtten ihren Brodherren bei hellem Tags
Spottmusiken gebracht und laute Drohungen gegen die Behzr,
worden sey; diese
den ausgestoßen.
Die Korrespondenz aus Bayonne vom 28. Januar ist ohne alles Interesse; die Spanischen Insurgenten konzentriren ihre Streitkraͤfte im Thal von Bastan, und der General Vaäl⸗ des, der am 23sten zu Pampelona anlangte, hatte sich wieder von dort entfernt, um sie anzugreifen. daß neuerdings bei Fontarabia wiederum Waffen von einem Englischen Fahrzeuge gelandet worden sind. zweite Mal, daß eine solche Landung geschieht. hat man keine neuere Nachrichten.
am 25.
Nigripp, Natural⸗Handdienste der Kossathen und Buüͤd⸗ ner zu Detershagen, und die Koͤnigliche Vieh⸗, Wirth⸗
Nummer mit folgenden Worten: „Wir hatten gestern angezeigt, aß auf die desfallsige Reclamation des Generals Bugeaud Herr Zu. Hiesige Blaͤtter theilen dies mit, ohne eine naͤhere Erklaͤ⸗ Dulong einen Brief an das Journal des Débats geschrieben abe, der heute morgen in diesem Blatte erscheinen wuͤrde.
rung daruͤber zu geben, was hin man sie gebracht.
die Lanciers verschuldet, und wo⸗
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Es wird beabsichtigt, die im hiesigen Regierungs⸗ Departement bei der Stadt Labiau belegene, in gu⸗ em wirthschaftlichen Zustande befindliche, gegenwaͤr⸗ ig bis Trinitatis 1834 verpachtete Koͤnigl. Domaine
abiau, bestehend: 1
) aus dem Vorwerk Viehoff, mit einem Gesammt⸗
Flaͤcheninhalt von 1366 Morg 166 Ruth. Pr. 2) aus Inhalt 521 Morg. 163 Ruth. Preuß. betraͤgt
Preuß enthaͤlt;
) der Brau⸗ und Brennerei, die sich im Schlosse zu Labiau befindet, nebst dem Verlagsrecht eini⸗
ger Kruͤge und Schankhaͤuser,
ntweder im Ganzen oder getheilt im Wege der Sub⸗ mission vom 1. Juni d. J. ab, auf laͤngere Zeit zu ver⸗
Rent⸗ und
dem Vorwerk Werderhoff, dessen Flaͤchen⸗
Allgemeiner Anzeiger fuür
VIEEöö6
finden, einen Lizitations⸗Termin auf den 15. May 1834, Vormittags 9 Uhr,
Gebote abzugeben, und wenn dieselben annehmlich ge⸗ funden worden, den Zuschlag zu erwarten. Der Cul⸗
Naͤhere Auskunft uͤber
etrennt, da fuͤr die Amts⸗Verwaltung vom 1. Juni Pilzen zu geben ist der mit unterzeichnete Rittmeister
2
eichtet werden soll.
In Semäßheit der Verfügung des Koͤnigl. Finanz⸗ Ministerii vom 7. d. M. wird dieses unter Vorbehalt unserer weitern Bekanntmachung der Pacht⸗Bedingun⸗
en und des Termins zur Einreichung der diesfaͤlligen Submissson hiemit vorlaͤufig den Pachtlustigen mit der Aufforderung bekaunt gemacht, sich inzwischen von der Nutzbarkeit der Pacht⸗Gegenstaͤnde der Domaine La⸗ biau in naͤhere Kenntniß zu setzen. Auf an uns unmit⸗ elbar eingehende Anfragen werden wir die gewuͤnschten
Nachrichten jedem Pachtlustigen gern ertheilen. Koͤnigsberg, den 17. Januar 1834. 8
Kdnigl. Preuf. Regierung.
F“
Abtheil. für die Verwaltung der direkten
Steuern, Domainen und Forsten.
Bekauntmachung.
Zur Verpachtung des im 1. des hiesigen Regierungs⸗Bezirks, eine Meile von Burg und 3 Meilen von Masdeburg an der Elbe belegenen Koͤniglichen Kron⸗Fideicommiß⸗Guts Nigripp mit des⸗ sen beiden Vorwerken Kuͤlzau und Detershagen, zu welchem, außer den erforderlichen in gutem Zustande sich befindenden Wohn⸗ und Wirthschafts⸗Gebaͤuden, solgende Grundstuͤcke, und zwar:
I. Zu den Vorwerken Nigripp und Kuͤlzau:
1809 Morgen 166 ¶Ruth. Acker, excl. 336 Morgen 82 ¶QRuth. After⸗Pacht⸗
1
J. ab, ein besonderes Rent⸗ und Polizei⸗Amt er⸗
Jerichowschen Kreise
von Gellhorn auf Jacobedorf gern bereit. Schweidnitz, den 25. November 1833. Die Landraͤthlich von Czettritz⸗-Neubaussche Testaments⸗Crxecutorie v. Gellhorn. Pfitzner.
Oeffentliche Handels-Lehranstalt in Leipzig.
Da zu Ostern in der öffentlichen Handels-Lehran-
stalt ein neues Schuljahr anfängt, so wird hiermit zur
allgemeinen Kenntniss gebracht, dass die Anmeldungen
sur Aufnahme von Zöglingen bei dem unterzeichneten
Director der Anstalt Statt haben können.
Um aufgenommen zu werden, ist wesentlich erfor- derlich, dals der Zögling das vierzehnte Lebensjahr er- reicht, dass er die Blattern gehabt habe oder geimpft sei, und dass er durch einen guten Schulunterricht vor- bereitet sei. Auswärtige Zöglinge werden bei Lehrern oder in andern guten biesigen Familien durch die Fürsorge des Vorstandes oder mit dessen Einwilligung
zu Pilzen anberaumt hat, so wird dies hiermit den zahlungsfaͤhigen Kauflustigen bekannt gemacht, und C. n: werden dieselben aufgefordert, sich einzufinden, ihre Crichton. — Die Algierischen Korsaren, nach dem Ara⸗
— turzustand des Ritterautes Pilzen ist vorzuͤglich, da Die bisher mit dieser Domaine verbundene dasselbe sich uͤber Einhundert Jahre in ein und der⸗ Polizei⸗Verwaltung wird von der Pacht selben Familie befunden hat.
16u“
82 17 7 81 2 175 . II. Zum Vorwerke Detershagen: 831 Morgen 2* ¶QRuth. Acker,
14 „ Garten, LE112—2 Wiesen und 627 . 78 2 Huͤtung,
ferner Brauerei und Branntwein⸗Brennerei, 26 Wis⸗ pel 19 Scheffel 8 Metzen Getreide⸗Gefaͤlle, unbestaͤn⸗ dige Gefaͤlle an Fleischzehnt und Schutzgeld, - a. Weidennutzung, 89 Pflug⸗Diensttage der Kossathen zu
Lehranstalt in Leipzig.
M A gg
i pj
Zeitschrift gelieferten Artikel: b Spanien. Die Spanischen Hexen. theilungen. Frantrrich.
Mirabea
Franzoͤstsche.
schafts⸗, Feld⸗, Garten, und Baum⸗Inventarien gehoͤ⸗ ren, hat am 8. dieses Monats ein Termin angestanden.
hintereinander folgenden
tung dieses Amis einen anderweitigen Lizitations⸗Ter⸗ min in unserm Conferenz⸗Zimmer vor dem Herrn Re⸗
gierungs⸗Assessor von Alvensleben auf Vormittags 10 Uhr, anberaumt, 9 welchem qualifi⸗ zirte Pachtlustige mit dem Bemerken eingeladen wer⸗ den, daß die Verpachtungs⸗Bedingungen nebst Ertrags⸗ Anschlag sowohl in unserer Registratur, als auch auf dem Amte Nigripp zur Einsicht bereit liegen Magdeburg, den 15. Januar 1834. Frtor Reszterunodg. Verwaltung der direkten
Da indessen in demselben ein annehmbares Gebot nicht acbgegeben worden ist, so haben wir zu der auf die 12 Jahre von Trinitatis 1834 bis dahin 1846 beabsichtigten meistbietenden Verpach⸗
Abtheil. fuͤr die
Steuern, Domainen und Forsten.
untergebracht und noch unier besondere strenge Auf- pau sicht eines eigends dazu ernannten Lehrers gestellt. Der Direetor der öffentlichen Handele-
Schiebe.
Literarische Anzeigen.
fuͤr die Literatur des Auslandes. Verzeichniß der im Monat Januar 1834 von dieser
Bibliographische Mit⸗
Gallien und Frankreich; vou Alexander Dumgs. —
u, ein Straßenraͤuber. — Statistische Ueber⸗ sicdt der Sterblichkeits⸗Verhaͤlinesse in den verschiede⸗ nen Laͤndern Europas; von Moreau de Jonnet. — Ueber den Einfluß der Englischen Literatur auf die Von Hippolyte Fortoul. — Erinnerun⸗ gen aus dem Orient; von H. Cornille. — Champol⸗ lions des Juͤngeren Briefe. — Charles Nodiers Auf⸗ nahme, in die Franzoͤsische Akademie. — Geschichte des
Broschuͤrenwesens in Frankreich. — Sterblichkeit un⸗ ter den Franzoͤsischen Soldaten. — Saint⸗ Aust und
Pichegru.
11 Nummern. 8 Schwei!. Die Welt der menschlichen Tagebuche eines Genfers. England.
Erinnerungen aus der Revolutien; von Charles Nodier. — Bibliographische Mittheilungen in
1 Charaktere; aus dem
Jacob Montgomery und der Schaͤfer von Ettrick. — Jacob Graham und Samuel Rogers. — Dramatische cenen aus dem wirklichen Leben; von Lady Morgan. — Schriften des Auslandes uͤber Groß⸗Britanien. — Englische Schilderung eines Pariser Sonntags. — Ma⸗
trosen⸗Leben und Lieben. — Betrachtungen uͤber das Weltall. Nach der Theorie des Sir John — Erinnerungen einer Englischen Dame an
erschel.
wMnmnzcesensn
2 ½ proc. 52 ½. —. Br. 1 proc. 22 ½. 22 1487. Part.⸗Obl. 137 †¼. 137 ½. Holl. 5proc. Obl. von 1832 931
8 4 39021 & 63 ¼. Preuß.
Anl. 91 ½. 5proc. Span. Rente 58 ¾. 58 ½. 3proc. do. perp. 37 ½. J7t.
Redacteur Cottel.
Gedruckt bei A. W. Hayn.
“ Schweden. Festlichkeit des ersten Mai in Stockholm. — Reise⸗
Beitraͤge zur Geschichte der Russischen Literatur.
Save. Charakteristik von Konstantinopel. — Das neue Mi⸗ litair⸗System des Sultans. Arabien. Geschichte des alten und neuen Arabiens. Von A. bischen des Sidi Hamdan ben Othman Choja. 3 Hstindien. Die Hochzeiten der Hindu's. Aegyvten. Sküzen aus Aegypten; von einem rine⸗Offizier. E1ö
Ueber das Tanghin, ein in Madagarcar zur Ermitte⸗
lung der Verbrecher und Zauberer gebraͤuchliches Gift.
NMo r d⸗Amrrikg.
Ueber die Erziehung der Blinden. Aus der North-
American Review. — Bibliographische Mittheilungen. Mannigfaltiges.
Das stereotypische Drucken, eine Deutsche Erfin
dung. — Sir James Mackintosh. — Muͤnzen im Fin⸗
Englischen Ma⸗
„ 4 „ —2 die Preußischen Staaten. lena. — Beschreibung einer Reise nach den Cavery⸗ Nachdem auf Grund des Testaments des verstorbe⸗ Faͤllen; vom Lieutenant H. Jervis. — Bibliographische nen Landrath von Czettritz und Neuhauß auf Pilzen Mittheilungen in 8 Nummern. die unterzeichnete Testaments⸗Executorie zum oͤffent⸗ lichen Verkauf des im Schweidnitzer Kreise, eine halbe Meile von der Kreisstadt gelegenen freien Rittergutes Erinnerungen; von Berahard von Beskow. — Biblio⸗ Pilzen, aus 600 Morgen guten Ackerlandes, schoͤnen graphische Mittheilungen in 2 Nummern. Wiesen, von denen ein großer Theil dreischuͤrig ist, le⸗ s bendigem Holz und gutem und genuͤgendem Viehsta⸗ pel bestehend, auf welchem die Wirthschafts⸗Gebaͤude, I. Aeltere Literatur. — II. Mittlere und neuere Lite⸗ und namentlich das eine vor einigen Jahren ganz neusratur. und massiv erbaute Gehoͤfte, sich in gutem Stande be⸗ 3) aus dem Vorwerk Ruedlaucken, welches einen Ge⸗ 6
sammt⸗Flaͤcheninhalt von 1221 Morg. 122 Ruth.
—
Auch unter dem Titel:
Lehre vom Bauholze, oder Lehre von desen Wuchs, Eigenschaften, Beschaffenheiten und den Mitteln zu dessen laͤngerer Erhaltung gegen Brand, Faͤulnit, Insektenfraß u. s. w.; Berechnung der Widerstuͤnde gegen Bruch und Biegung in alln Lagen; vom Faͤllen, Transport; von der Berec⸗ nung, den Sorten der Wald⸗ und Floͤßhoͤlzer, Saͤmmtliche Holztheile beim Land⸗, Erd⸗, Wis⸗ ser⸗, Maschinen⸗ und Schiffbaue; Naturbeschrei⸗ bung mit Angabe der Anwendung der Bauhoͤlee in allen Zweigen des Pauwesens; mit Ruͤcksit auf andere Gewerbe; uͤbrige Nebenbaustoffe ant dem Pflanzenreiche. 24 Bogen mit 55 erläu⸗ ternden Figuren. gr. 410. Cartonnirt. 2 Thle
Der Verleger unterläßt die Anpreisung dieses cli⸗
sischen Werkes; die ersten Abtheilungen desselben ha⸗ ben ihr Publikum und verdienten Beifall gefunden, Diese dritte Abtheilung duͤrfte besonders dem l(ill⸗ Forstpersonale zu empfehlen sein, da fuͤr dasselte die Lehre uͤber Anwendung und Benuͤtzung des Bau⸗ holtes beim Bauwesen, richtiger und weit vollan, diger als in den zeitherigen forst⸗technologischen Wer ken, von vielem Interesse sein moͤchte.
Stuttgart, im Januar 1834.
Carl Hoffmann.
In Berlin zu haben bei E. S. Mittler (Stech⸗ bahn Nr. 3), so wie in allen soliden Buchhandlungen
So eben ist in unterzeichneter Buchdruckerei er-
stern lesbar zu machen. — Nartional⸗Poeste. — Ehr⸗ schienen, und wird in der Stuhrschen Buchhandlunf lichkeit der Portwalesischen Raͤnber. — Eine Anekdotes2u Berlin in einigen Tagen zu haben sein: von Ludwig XVIII. — Lord Byron und seine Tochter. Théztre frangais moderne publié par I. Loui:, — Ein neues Schwedisches Helden⸗Gedicht. — Sce⸗ Série III, Liv. 2. enthält:
nen in eigem Syanischen Gaͤsthof. — Der Hecht, ein 11166“ Raubfisch. — Williem Sotheby. — Bevoͤlkerung Spa⸗ drame historique en trois journées par V. Hugo. mens. — Walter Scott und Bulwer's Eugen Aram EE 1“ eines öö 5 sgr., im Fin-
—, Der Sandschak⸗Scherif, oder die heilige Fahne der Tuͤrken. — Einflaß der Pocken⸗Impfung auf die Le⸗
zeln-Verkauf 7 ½ sgr.
Auf das 3. Heft: Bertrand et Raton, comédie en
be nodauer. Tuͤrkische Sprichwoͤrt I Ein sonder⸗ cinq actes et en prose par Scribe, welches in kurtem bares Thronfolge⸗Gesetz. — Leichte Literatur. — Al⸗ erscheinen wird, erlaubt sich Unterzeichnete besonder,
phonse von Lamartine. — Sir John Herschel's Reise. — Die Tuͤrkischen Aerzte. — Klub vom Maulbeer⸗ zum. — Die Poeten in England. — Die Laͤnge der Finger. — Der Planet Jupiter. — Neue Art von zeitungen. — Heiligen⸗Graͤber in der Tuͤrkei. — Pol⸗ nische Literarur. — Gesetze gegen Unkeuschheit bei den Tuͤrken.
Mit dem 1. Januar hat diese Zeitschrift, die sich berens einen großen Kreis von Lesern und Freunden serworben, ihren dritten Jahrgang angetreten. Voll⸗ staͤndige Exemplare des neuen Zearztelfahres, von denen nur noch eine kleine Anzehl verraͤthig ist, sind sowohl durch die Erpedition der Allg. Preuß. Staats⸗Zeitung (Mohrenstraße Nr. 34), els durch alle Koͤnigl. Post⸗ Aemte.) à 22 ½ Sgr. ( Fhlr.) zu beziehen
— ——
Bei den Unter ichneten ist so eben erschienen: SGHbhHbEE66 vHeamathnnmeeerble;, uͤbersetzt
von A. W. v. Schlegel und L. Tieck,
vW 9ter Band.
Hiemit ist diese Uebersetzung geschlossen und die dra⸗ matischen Werke des großen Dichters liegen in dersel⸗ ben vollstaͤndig dem Puͤblikum vor. Eine Vergleichung mit den bisher erschienenen Uebersetzungen, so wie mit den Proben neuangekuͤndigter, wird am sichersten er⸗ kennen lassen, welcher Bearbeitung der Vorzug gebuͤhre. Die Anmerkungen L. Tieck's, welche die gegenwäͤr⸗ ge begleiten, werben gewiß als eine willkommene Zugabe zu betrachten sein. Der Preis von 4 Thlr. fuͤn die Ausgabe auf ord. Pap., 5 ½ Thlr. auf weiß Pap.) und 8 ½ Thlr. auf Velinpap., welcher gewiß fuͤr etwa 200 enggedruckte Bogen als sehr mäaͤßig wird anerkannt werden, soll zur Begegnung der eingetretenen Concur⸗ renz noch einige Zeit ööG
Reimr.
Wolfram, Lehrbuch der Baukunft. Bei Unterzeichnerem ist so eben erschienen: Vollstaͤndiges Lehrbuch der gesammten Baukunst, von Ludwig Friedrich Wolfram.
aufsmerksam eu machen.
Dessau, im Februar 1834. Die Hof-Buchdruekerei.
—
Oesterreichisch⸗militairische Zeitschrift. 1833 EE111134“ Dieses Heft ist so eben erschienen und an alle Buch⸗ handlungen versendet worden. Inhalt: I. Geschichte des Feldzugs 1759 in Schlesien und Sachsen. Vier ter Abschnitt. Nach oͤsterreichischen Original⸗Huella. II. Geschichtliche Skizze der Kriegs⸗Ereignisse in Tirch im Jahre 1809. (Schluß des 2ten Abschnittes). III. Ideen uͤber die Budung einer hoͤhern Kriegsschule. I. Literatur. V. Fortsetzung des Ehrenspiegels der K 8. oͤsterreichischen Armee. VI. Neueste Militair⸗Verän⸗ derungen. VII. Verzeichniß der in den Jahrgaͤngel der oͤsterreichisch⸗militairischen Zeitschrift 1811— 1812 2te Aufl., dann 1813, und endlich 1818 bis einschlüͤsst 1833 enthaltenen Aufsaͤtze. Auch im Jahre 1834 wird diese Zeitschrift ihren Plane nach unveraͤndert fortgesetzt, und da die Redarc⸗ tion die Staͤrke der Auflage nach den eingegangenen Bestellungen bestimmt, so ersucht der Unterzeichnett die P. T. Herren Abnehmer hiermit hoͤflichst, ihre Be⸗ stellungen moͤglichst bald durch die betreffenden Buch⸗ handlungen an ihn gelangen zu lassen. Der Preis iü wie bisher Acht Thir. Sachs., um welchen guch de fruͤhern Jahrgaͤnge, von 1818 angefangen, noch zu be⸗ ziehen sind. Wer die ganze Reihe von 1818 bis inel. 1833 auf Einmal abnimmt, erhaͤlt dieselben um 1 wohlfeiler. b Bei dem reichen Schatze der wichtigsten historischen Aktenstuͤcke alter und neuer Zeit, welche der Redaktion zu Gebote stehen, und bei der Gruͤndlichkeit, Umsict und Thaͤtigkeit ihrer sachkundigen Mitarbeiter, wird diese Zeitschrift fortwaͤhrend den wissenschaftlichen Werth behaupten, welcher derselben durch die unpartheilich⸗ sten kritischen Urtheile im In⸗ und Auslande zugestan⸗ den worden ist. Wien, den 21. Januar 1834.
Ersten Bandes (Baumaterial⸗Lehre) 3te Abtheilung.
Es scheint ausgemach,
Es ist dies das Von Madrwͤd Das Mémorial Borde, lais theilt zwar einen Brief aus Madrid mit, der angeblich Januar geschrieben seyn soll, aber auch nur zum Theil schon bekannte Nachrichten, zum Theil bloße Geruͤchte enthäͤlt, unter letzteren liest man, daß Herr Gargollo zum Finanzmin ster, der General Quesada zum General⸗Capitain von Madrid und der General Mina zum General-Capitain der Baskischen Provinzen ernannt werden solle. Ernennung wird vom Messager sehr bezweifelt und das Ge⸗ ruͤcht davon auf einen Artikel in der Spanischen Zeitung „. Vapor“ zuruͤckgefuͤhrt. Das obenbenannte Blatt bringt auch die Proclamation, welche der General Llauder am 14. Janunk in Folge einiger Ruhestoͤrungen zu Barcelona erlassen haben soll Frankfurta. M., 5. Februar. b 97 ,1⁄. 4proc. 87 †z. 87 1. Bank⸗Actien 1489. 100 Fl. 213. Br. Poln. L. 63 ½.
Die erste dieser angeblichen
Oesterr. 5proc. Metall. 97, Loose zu 93779 Prääͤm.⸗Sch. 53 ½. 53 ¼. 4vroc.
J. G. Heubner, Buchhaͤndler.
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Amtliche Nachrichten.
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Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung
zu Achen ist die durch die Versetzung des Pfarrers Berner
nach Marmagen erledigte Pfarre Wildenburg, nachdem sie der Vikar zu Niederan, Kaspar Veres, seines kraͤnklichen Zustandes wegen abgelehnt, durch den bisherigen Vikar zu Rocherath, Heinrich Horr, wieder besetzt worden;
zu Bromherg ist der bisherige Kommendarius Gramse in Koronowo zum Pfarrer an der katholischen Kirche daselbst ernannt worden.
Abgereist:
Der General⸗Major und Commandeur der
hten Landwehr⸗Brigade, von Rohr, nach Glogau. — EfAr en
Zeirungs⸗Nachrichten. slEEEEq7 7 — 8 h] Ruhland. 1SS a. 1u. ernn e e Petersburg, 1. Febr. Man will es jetzt fuͤr bestimmt wissen, daß der letzten (Ende Novembers stattge⸗ habten) Anwesenheit Sr. Majestaͤt des Kaisers in Moskau, als Hauptmotiv die moͤglichste Abwehr des durch den vorjaͤhri⸗ gen totalen Mißwachs in den innersten Russischen Provinzen entstandenen Noth, die sich am fuͤhlbarsten in den Neu⸗Russischen und Trans⸗Kaukasischen Provinzen zeigt, zum Grunde lag. Vor⸗ zuͤglich von dem menschenfreundlichsten Entschluß aufgefordert, in Moskau, das als der Central⸗Punkt des Europaͤischen Ruß⸗ lands anzusehen ist, ihren durch die persoͤnliche Gegenwart zum Besten der Rothleidenden zu treffenden Anordnungen mehr Nach⸗ druck, schnellere kraͤftigere Huͤlfe zu geben, unternahmen Hoͤchstdie⸗ selben die zu jener Jahreszeit so schwierige Reise dahin. Abgesehen
von den bedeutenden Ankaͤufen, welche schon im letzten Herbst in denjentzen inneren Goupernements, die sich einer guten Aerndte zu eefreuen gehabt, so wie im Auslande gemacht wurden, und die auch au den beuöoͤchigten Orten bereits eintrafen, soll die Regierung, sicherm Vernehmen nach, noch juͤngst gegen 800,9 00 Tschetwert Getraide im Auslande angekauft haben, deren Transport hieher gleich bei der Eroͤffnung der Schafffahrt zu erwarten steht. — zei einer großen Menge der edellten und großherzigsten Zuͤge der Menschenliebe, die jetzt zur Abhuͤlfe der Noth bei uns ge⸗ schehen, verdient die nachstehende Handlung einiger duͤrftigen Individuen aus einer Provinz, die zumal noch so fern vom Schau⸗ platze der Bedraͤngniß sich befindet, zur allgemeinen Publicitaͤt zu kommen: — Als einige Baulern im Gouvernement Chstland in diesen Tagen von ihrer Guts⸗Herrschaft die Schilderung des großen Brod⸗ Maͤngels in den inneren Russischen Gouvernements, die Fuͤrsorge des vaͤterlichen Monarchen zur moͤglichsten Abhuͤtfe dieser Noth erfuhren, wurden sie von dieser Beschreibung so innig ergriffen, daß sie ihr folgenden Antrag machten: „Durch den Segen Gottes, der schon einige Jahre hindurch unsere Felder mit guten Aerndten begluͤckte, haben wir unsere Abgaben und Schulden zu tilgen
7
vermocht. Jetzt halten wir es fuͤr heilige Psticht, unsere Dank⸗
barkeit gegen den Hoͤchsten durch thaͤtige Theilnahme an der Noch unserer Mitbuͤrger in Rußland zu beweisen. Wir haben zu dem Ende zwoͤlf Tonnen Roggen zusammengebracht und bit⸗ ten Euch nun, uns zur richtigen Einhaͤndigung dieser kleinen Gabe an diesenigen behuͤlflich zu seyn, die ihrer am meisten beduͤrfen.“ Auf die Aeußerung der Herrschaft: „die Uebermachung dieser Gabe wuͤrde sehr schwierig zu erfuͤuen seyn“, erwiederten sie in ihrer gutherzigen Einfalt: „Ihr habt ja jedes Jahr fuͤr unsere im Dienste des Vaterlandes als Wehrmaͤnner stehenden Kinder Briefe und Gei⸗ der bis an die entferntesten Graͤnzen des Reichs besorgt; deren jedes⸗ malige richtige Ankunft bewiesen uns die darauf erfolgten Antworten, Zeugnisse und unsre spaͤter auf Urlaub hier erschienenen Kinder. Wie sollte nun nicht, wenn ihr in unserem Namen die Mitwirkung un⸗ sers Herrn Gouverneurs darum ansprecht, auch unsere jetzige Gabe sicher dahin gelangen, wo Huͤlfe noͤthig ist!“ Wirklich rea⸗ lisirte auch die Herrschaft auf diesem Wege die edle Handlung ihrer Bauern, welche in Gelde den Betrag von 150 Rubel Banko ausmachte. — In den beiden Ostsee⸗Provinzen Ehst⸗ und Lief⸗ land scheinen die in den letzten Jahren aur sorgsamen Betrieb der Orts⸗Behoͤrden und vornehmlich auch wohl der Dorpatschen Universitaͤt organisirten Volks⸗Schulen, nicht ganz ohne allge⸗ mein wohlthatige Folgen einer sichtlich vorschreitenden Kultur un⸗ ter den dortigen Einwohnern geblieben zu seyn. Vor ungefaͤhr 20 Jahren gab es in jedem Kirchsprengel gedachter Provinzen nur wenige Individuen, die die Haupt⸗Dogmen des Katechismus gut inne hatten und fertig lasen. Nach den neuesten jetzt von dort eingehenden Nachrichten findet sich unter der heranwachsen⸗ den Jugend nicht so leicht einer, der nicht fertig lesen koͤnnte, und seinen Karechismus gut inne haͤtte. Viele von ihnen verbinden damit noch die Kunde des Schreibens und der ersten Elemente der Arithmetik. Bei der Re⸗ kruten⸗Aushebung des letzten Herbstes konnten schon manche von den militairpflichtig gewordenen jungen Esthen die weinenden Aeltern damit troͤsten, „daß sie ihnen auch aus der groͤßten Ferne Nachrichten von sich geben wuͤrden, nun haͤtten sie ja die Kunst erlernt, ihre Gedanken und Gefuͤhle durch Schreiben Anderen mitzutheilen, — die Posten gingen ja durch die ganze Welt und braͤchten die Briefe an ihre Bestimmungsorte.’“ — Das Kaiserliche Staats⸗Ministerium wird im Beginn gegen⸗ waͤrtigen Jahres von folgenden Gliedern formirt: Minister des Kaiserlichen Hauses, wie auch Appanagen⸗Minister, ist der Ge⸗ neral der Infanterie, Fuͤrst Wolchonsky; Minister der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten, der Vice⸗Kanzler Graf Nesselrode; des Kriegswesens, der General der Kavallerie, Graf Tschernitschew, der auch zugleich den Generalstab Sr. Maäjestäaͤt des Kaisers en Chek dirigirt, während der Marinestab von dem Vice⸗Admiral
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Fuͤrst Mentschikow geleitet wird. Minister des Seewesens ist der Admiral von Moller, der Finanzen der General der Infanterie Graf Cankrin, der Justiz der Geheime Rath Daschtow, des Innern der Geheime Rath Bludow. Derselbe hat auch zugleich die General⸗Direction uͤber alle fremden in Ruß⸗ land tolerirten Religionen. Dirigirender des Ministeriums des oͤffentlichen Unterrichts ist der Geheime Rath Uwarow. Minister⸗ Kollegen besitzen wir in diesem Moment nur zwei, und zwar ist dem Justiz⸗Minister als solcher beigegeben: Der Staats⸗Secre⸗ tair, Staatsrath Panin, und durch einen hoͤchsten Tages⸗Befehl vom 22sten v. M. dem Minister des Innern der General⸗Ma⸗ jor Graf Stroganow, welcher bisher in der Regierungs⸗Kommis⸗ sion des Koͤnigreichs Polen Vorsitzer in der Section fuͤr die in⸗ nern und geistlichen Angelegenheiten, so wie der des oͤffentlichen Unterrichts war. — Naͤchstdem stehen noch besondern Chargen in der hoͤchsten Reichs⸗Verwaltung vor: Der Central⸗Verwaltung der Reichs⸗Kontrollen der Wirkliche Geheime Rath Chitrowo, der General⸗Direction des Postwesens der Wirkliche Geheime Rath Fuͤrst Alexander Goluͤtzin, der General⸗Direction der Land⸗ und Wasser⸗Communicationen der General der Infanterie Graf Toll. — Das Berg⸗Corps erhielt in diesen Tagen eine neue Organisa⸗ tion, zufolge welcher es nun das Berg⸗Ingenieur⸗Corps heißt. Durch einen hoͤchsten Tages⸗Befehl vom 22sten v. M. ist der Fi⸗ nanz⸗Minister Graf Cankrin zum General⸗Direktor der dem reorganisirten Berg⸗Corps attaschirten Berg⸗Ingenieure ernannt worden. — Der Wirkliche Geheime Rath Fuͤrst Sergius Go⸗ luͤtzin hat in diesen Tagen mit hoͤchster Bewilligung das ihm und seinen beiden Neffen im Goupernement Moskau gehoͤrende sehr ansehnliche unbewegliche Vermoͤgen zu einem Majorat, un⸗ ter Aufstellung der allgemein daruͤber geltenden Rechts⸗Grund⸗ saͤtze, erhoben, nach welchen es nie fuͤr Schulden verpfaͤndet oder verkauft, sondern als solches nur immer ein Eigenthum des Erst⸗ gebornen der Fuͤrstlich Goluͤtzinschen Familie bleiben darf. Der Fuͤrst hat sich dabei vorbehalten, in der Folge mit hoͤchster Genehmigung noch andere Theile seines Vermoͤgens mit die⸗ sem Majorate zu verbinden. Domit ist denn dem hohen vermoͤgenden Adel unsers Kaiser⸗Staaks das erste Beispiel zur Begruͤndung eines sehr wohlthaͤtigen Rechts⸗Instituts gegeben worden, das die meisten andern Europaͤischen Staaten als solches schon seit Jahrhunderten erkennen. Wird es unter uns, wie er⸗ vwartet werden dars, bald allgrmeinere Verbreitung sinden, so wird es viele unsrer, durch hehes Alter und beruͤhmte Vorfahren ehrwuͤrdige, Familien vor voͤlliger Zerruͤttung ihrer Finanzen, vor gaͤnzlicher Armuth bewahren „welcher sich leider in den letz⸗ ten Jahrzehntem ein Theil uensers Adels durch unbeschraͤnkten Luxus und unmäaͤßigen Geld⸗Aufwand aussetzte.
Odessa, 21. Jan. Seit dem 8ten d. M. hat es hier zu wintern angefangen; es ist viel Schnee gefallen, aber Anfangs bei sehr heftigem Nord⸗Ost⸗Wind, so daß es lange zu keiner Schlittenbahn kam. Erst seit ein paar Tagen hat sich der Schnee festgesetzt, und man sieht wieder Schlatten fahren, was aber wahrscheinlich auch nicht lange dauern mrd, denn der Wind hat
sich bereits nach Suͤden umgewendet.
Die theatralischen Vorstellungen zum Besten der Armen werden hier noch immer fortgesetzt.
Die Brigg „Julie“, die von hier nach Jalta absegelte, ist am leten d. in der Bucht von Odessa an einer Felsenbank ge⸗ scheitert.
Paris, 2. Febr. Gestern Abend spaͤt arbeitete der Koͤnig noch mit dem Minister des Innern.
Die von den hiesigen Blaͤttern gegebenen Details uͤber das Leichen⸗Begaͤngniß des Herrn Dulong stimmen im Wesentlichen mit einander (und mit dem Inhalte des vorgestern mitgetheilten Privat⸗Schreibens) uͤberein. Man schaͤtzt die auf und um dem Kirchhofe versammelt gewesene Menge auf ungefaͤhr 130,000 Personen, und berechnet, daß uͤber 30,000 Mann Truppen in den Straßen und auf den Plaͤtzen von Paris vertheilt waren. Anfaͤnglich scheint es die Absicht der Behoͤrde gewesen zu seyn, dem Leichenzuge in einiger Entfernung eine Batterie Geschuͤtz folgen zu zu lassen, welche Maßregel aber auf die dringenden Vorstellungen der Anordner der Feierlichkeit unterblieben seyn soll. Auf dem ganzen Wege bis zum Kirchhofe hoͤrte man keinen Ruf. Als aber der Sarg vom Wagen gehoben, und an die Gruft getragen wurde, brach die Menge in den Ruf: Es lebe Lafayette! Es leben die Deputirten der Opposition! aus. Waͤhrend der an dem Grabe gehaltenen Reden herrschte eine feierliche Stille. Als sich der General Lafayette in seinen Wagen gesetzt hatte, um nach Hause zu fahren, wurden ihm die Pferde aus⸗ gespannt, und ein Haufen Arbeiter schickte sich an, den Wa⸗ gen fortzuziehen. Auf das Zureden mehrerer vernuͤnftigen Leute aber, die befuͤrchteten, daß eine solche Ovation leicht wieder zu Kollisionen Anlaß geben koͤnnte, ließen sie von ih⸗ rem Vorhaben ab, die Pferde wurden wieder vorgespannt, und der General entfernte sich in raschem Trabe. — „Die Mitglieder der Gesellschaft der Menschenrechte“, sagt der Temps, „waren bei dem Leichen⸗Begangniß des Hrn. Dulong nicht zugegen; sie hatten sich, wie man sagt, fuͤr permanent erklärt. Die monarchische Regierung und die Republit hatten sich also derselben Taktik bedient. Die monarchische Regierung hatte ihre Truppen kon⸗ signirt, und die Republik ihre Armee; aber erstere hatte Vor⸗ sichts⸗Maßregeln getroffen, auf welche die letztere freilich Ver⸗ zicht leisten mußte; sie ließ naͤmlich am Morgen mehrere repu⸗ blikanische Chefs, namentlich Herrrn Guinard, verhaften.“ — Herr Guinard ist uͤbrigens bereits wieder in Freiheit gesetzt worden.
Das von dem Journal du Nord publicirte Schreiben des Herrn Dulong (welches uns gestern auf besonderem Wege
ugegangen war, s. Neueste Nachrichten) ist in keines der Hiosigen Blaͤtter uͤbergegangen. — Der Messager sagt in Be⸗ ug auf die Erklaͤrung des Journal de Paris uͤber die Ver⸗ stenelichung dieses Schreibens durch das Journal du Nord:
— 227
18 e““ 84 TqP116
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1834.
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— 2 9 „Dies ist Alles ganz gut; aber das Journal de Paris sagt uns noch nicht, wer ihm denn die Note gegeben hatte, die Herrn Dulong veranlaßte, sich vom Journal des Debats sein Schrei⸗ ben zuruͤckgeben zu lassen.“ — Diese Note lautete woͤrtlich also: „Das Journal des Dobats hat gestern eine beleidigende Aeuße⸗ rung mitgetheilt, die von Herrn Dulong an den ehrenwerthen General Bugeaud gerichtet worden ist. Heute sagte man in der Kammer, daß der ehrenwerthe General dieserhalb Genug⸗ thuung gefordert und von Herrn Dulong ein Schreiben, das morgen im Journal des Débats erscheinen wird, gebieterisch verlangt (exigé) habe.“ — Der Temps findet es ganz na⸗ tuͤrlich, daß Herr Dulong nach einer solchen Herausfor⸗ derung sein Schreiben wieder zuruͤckgenommen habe, und fuͤgt hinzu: „Fern von uns sey der Gedanke, daß der Tod des Herrn Dulong beschlossen gewesen sey; aber aus dem ganzen Hergange der Sache ergiebt sich eine so wuͤthende Animositaͤt unter mehreren Maͤnnern, die an der Spitze der Verwaltung stehen, daß wir es fuͤr nuͤtzlich halten, besonders darauf hinzuweisen. Eine Entschuldigung ist hier nicht mehr moͤglich. Man begeht nicht kurz nach einander so viel Unvorsichtigkeiten, wenn man nicht von einem leidenschaftlichen Zorne geblendet ist. Wir wiederholen es: unsere Anklage soll nicht ernster seyn, als sie es in der That ist, aber der parlamentarische Widerspruch scheint der Partei, die sich mit Grundsaͤtzen der Maͤßigung bruͤstet, unertraͤglich geworden u seyn.“
- Das Schreiben, welches die Deputirten der Opposition an Herrn Dupont von der Eure gerichtet haben, lautet folgender⸗ maßen: „Theurer Kollege! Der Schlag, welcher Sie getroffen, hat uns Alle tief erschuͤttert. Wer konnte den guten, den vor⸗ trefflichen Dulong kennen, ohne ihn zu schaͤtzen und zu lieben! Auch ist sein Tod fuͤr uns eine wahre Familien⸗Trauer. Wir sind in diesem Augenblick bei dem General Lafayette versammelt, und nach der lebhaften Ergießung des Schmerzes uͤber den Tod unsers armen Freundes, haben wir Alle an Sie gedacht, an den grausamen Verlust, der Ihren so vielfachen anderweitigen Kum⸗ mer noch vermehrt. Wenn die Troͤstungen der Freundschaft etwas gegen ein solches Ungluͤck vermoͤgen, so empfan⸗ gen Sie die aller Ihrer Freunde, die dieses Schreiben unterzeichnen; sie sind aufrichtig und kommen vom Herzen. — insere schon so peinlichen Arbeiten werden unter einem sehr truͤ⸗ ben Eindruck fortgesetzt werden, und es bedarf eines tiefen Ge⸗ fuͤhls der Pflichten gegen das Land, um bis ans Ende eine Lauf⸗ bahn zu verfolgen, auf der wir bei jedem Schritte in unseren theuertten Neigungen und Gefühlen verletzt werden. Vriagen wir dieses Opfer unserm Vaterlande, welches allein die Macht hat, uns unserer gegen dasselbe eingegangenen Verpflichtungen zu entbinden. Ihnen, theurer Kollege und Freund, Ihnen, ei⸗ nem unserer ehrenwerthesten Fuͤhrer gebuͤhrt es, uns auch noch mit diesem Beispiele der Festigkeit und der patriotischen Hinge⸗ bung voranzugehen. Erlauben Sie, daß wir Ihnen Alle, als Zeichen herzlicher Freundschaft, die Hand druͤcken.“ (Folgen die Unterschriften.)
Der Tagesordnung zusolge, soll in der morgenden Sitzung der Deputirten⸗Kammer der Bericht der Kommission, welche mit der Pruͤfung des Antrages wegen der gerichtlichen Belangung des Herrn Cabet beauftragt ist, abgestattet werden. Von meh⸗ reren Seiten soll indeß der Wunsch zu erkennen gegeben worden seyn, diese Debatte, die bei der gegenwaͤrtigen Aufregung der Gemuͤther leicht zu neuen leidenschaftlichen Aeußerungen fuͤhren koͤnnte, auf einige Zeit zu verschieben.
In einem Privat⸗Schreiben aus Bayonne vom 29sten liest man Folgendes: „Fuͤnf tausend Mann von allen Waffen⸗ Gattungen, aus Catalonien und Valencia kommend, sind auf dem Marsche nach Navarra begriffen, um hier gemeinschaftlich mit Valdes gegen die Insurgenten zu agiren. Quesada ist mit 3500 Mann in Pancorbo angekommen, von wo er sich ebenfalls nach Navarra in Bewegung setzen will. Jaureguy, der nach Onate marschirt war, um die Insurgenten unter Lardizabal an⸗ zugreifen, hat sich nach vielen vergeblichen Maͤrschen und Ge⸗ genmaͤrschen genoͤthigt gesehen, am 26sten unverrichteter Sache wieder nach Bergara zuruͤckzukehren. Der Enthusiasmus fuͤr Don Carlos in den insurgirten Provinzen, namentlich aber in Navarra, wo der Aufstand taͤglich um sich greift, scheint zuzu⸗ nehmen; die Einwohner aͤußern unverholen, daß sie mit der Küc⸗ kehr des Fruͤhlings saͤmmtlich zu den Waffen greifen wuͤrden. Es heißt, daß 200 Mann von den Truppen der Koͤnigin, die in Guernica in Garnison lagen, von dem Insurgenten⸗Chef Zabala theils niedergemacht, theils gefangen genommen worden sind.“
In der Vorlesung des Herrn Orfila kam es gestern wieder zu Stoͤrungen, weil sich der Professor dem Wunsche der Stu⸗ denten, die Stunde auszusetzen, damit sie der Leiche des Herrn Dulong folgen koͤnnten, nicht fuͤgte. Ein großer Theil verließ zuletzt den Saal, wodurch sich aber Herr Hrstla nicht irre ma⸗ chen ließ, sondern seine Vorlesung bis zu Ende fortsetzte.
Der Theater⸗Direktor, der sich (wie gestern 8843 mit einem Journalisten duellirt hat, ist der bekannte Herr Veron, Direktor der großen Oper. Einige Artikel eines Herrn Robert üͤber die Verwaltung des Herrn Veron hatten zu dem Duelle Anlaß gegeben. Es wurden zwei Kugeln erfolglos gewechselt, worauf die Sekundanten dem Kampfe ein Ende machten.
Auf dem 1. Italiaͤnischen Theater ist gestern eine neue Oper unter dem Titel: „Il Bravo“, von Herrn Marliani, mit großem Beifall gegeben worden. 1
Im Monat Januar sind auf den hiesigen Theatern 15 neue Stuͤcke gegeben worden; darunter 2 Opern, 1 Drama, und 12 Vaudevilles.
Herr Grimaldi, Direktor der Koͤnigl. Theater von Madrid, befindet sich jetzt hier, um eine Italiaͤnische Oper fuͤr die Spa⸗ nische Hauptstadt zu engagiren. Er hat namentlich der Dlle. Unger sehr vortheilhafte Antraͤge gemacht.
Am 26sten empoͤrten sich mehrere in dem Gefaͤngnisse von Vannes sitzende Straͤflinge, die nach Afrika transportirt werden sollten. Es gelang ihnen, eine Thuͤr zu sprengen; sie stuͤrzten in
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