1834 / 54 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

lun

daß das Verbrechen sich mit der Ehre nicht messen kann. Und För⸗ Einwohner Savopens und vornehmlich der Oerter, die ene mit ihrer Gegenwart zu besudeln wagten, Ihr habt, in⸗ dem Ihr sie mit dem Schrecken erfuͤlltet, das die Naͤhe des Henkers seinem Schlachtopfer einfloͤßt, Euch fuͤr die Schmach geraͤcht, welche die Verbrecher Euch anthaten, indem sie an Euch Theilnehmer ihrer Schandthaten zu finden hofften. Sol⸗ daten und Einwohner! ich danke Euch dafuͤr im Namen des Koͤnigs. Unter diesem geheiligten Namen werden wir uns ver⸗ einigt immer wiederfinden, wenn es noͤthig erscheint, auf dem Wege der Ehre und der Pflicht vorwaͤrts zu schreiten. Chambéry, 6. Februar 1834. Casazza.“

In einem von der Allgemeinen Zeitung mitge⸗ theilten Schreiben aus Chambéry, wonach es besonders die Feigheit der Italiaͤnischen Aufruͤhrer war, was den Ramori⸗ no'schen Haufen am 2. Februar zuruͤckhielt, weiter in das Sa⸗ voyische Gebiet einzudringen, heißt es demnaͤchst: „Freilich han⸗ delten sie sehr klug, nicht weiter vorzudringen, denn die Gar⸗ nisonen von St. Julien und Thonon hatten ausdruͤcklichen Be⸗ fehl, Anfangs nichts gegen die Insurgenten zu unternehmen, son⸗ dern sie ins Land eindringen zu lassen, gewisse Feuer⸗Signale auf dem Piton zu geben, dann die Insurgenten in den Ruͤcken zu nehmen, waͤhrend die in Annecy und Chambery liegenden Truppen, beson⸗ ders Kavallerie und reitende Artilherie, gegen sie angeruͤckt waͤren. Wahrscheinlich wuͤrde dann kein Insurgent wieder uͤber die Graͤnze gekommen seyn, die Gefangenen aber haͤtten die kurze Kriegs⸗Procedur in Piemont erfahren.“

11“

Griechenland.

In dem Deutsch geschriebenen Briefe eines Griechen aus Nauplia vom 20. Dezember (in der Allgemeinen Zeitung) heißt es, daß es vornaͤmlich folgender Einrichtungen noch be— duͤrfe, welche die Regentschaft waͤhrend der achtzehnmonatlichen Dauer, die ihr noch bevorstaͤnde, werde zu Stande bringen muͤssen: 1) Die Bildung eines National⸗Heeres. Griechenlands leichte Truppen seyen ausgewandert oder verdor⸗ ben und zerstreut; seine leichte Kavallerie, wozu besonders die trefflichen unter Hadschi Christo gehoͤrten, habe bei

Nehmed⸗Ali Dienste genommen, weil die alten Kriegsmaͤnner sich nicht mehr bequemen wollten, den von ihnen geforderten Uhlanen⸗Dienst zu lernen; die auslaͤndischen Werbungen koͤnn⸗ ten jedoch nur als einstweilige Aushuͤlfe betrachtet werden. 2) Die Einrichtung einer kleinen Flotte. Kapodistria's habe an 30 Briggs und Korvetten und darauf an 2000 Mann gehabt; gegenwaͤrtig habe die Regierung nichts weiter als ein Dampf⸗ boot; Kaͤhne truͤgen die Befehle der Regierung nach den In⸗ seln, und die Paketfahrt habe ein Kaufmann in Entreprise genommen; uͤber 3000 Hydrioten und Spezzioten seyen in den See⸗Dienst Mehn ed Ali's und des Sultans getreten; der Er⸗ stere habe sogar mehrere Hydrioten zu Schiffs⸗Capitainen er⸗ nannt; den ausgewanderten Maͤnnern aus Hydra und Spezzia seyen nun aber auch die Weiber gefolgt. 3) Die Einrichtung von Schulen; diese seyen den Griechen ein Beduͤrfniß und sie draͤngten sich daher nach Syra und Tinos, wo ziemlich gute Ele⸗ mentar⸗Schulen bestaͤnden, die vorlaͤufig nothwendiger seyen, als eine Universitaͤt, mit deren Begruͤndung die Regentschaft um⸗ gehe. 4) Die Konsolidirung der Gerichtshoͤfe, beson⸗ ders fuͤr Schuldsachen, Erbschafts⸗Streitigkeiten und Eigenthums⸗ Reclamationen, die jetzt ganz unerledigt blieben. 5) Die Ein⸗ setzung von Munizipal⸗Behoͤrden; die alten Demoge⸗ rontieen seyen weder anerkannt noch aufgeloͤst. 6) endlich die Regulirung des Steuer⸗Systems; die Abgaben seyen druͤckend und traͤfen besonders die Armen, die sich dadurch ver⸗ anlaßt faͤnden, nach Thessalien und Anatolien auszuwandern.

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Bei dem Ausscheiden aus seinem Amte erließ General Santana, bisheriger Praͤsident der Republik, folgende Procla⸗ mation an seine Mitbuͤrger: 1“

„Die Anstrengungen, welche die beiden Feldzuͤge, in denen das Interesse der Freiheit meine Gegenwart erheischte, mit sich brach⸗ ten, haben meine Gesundheit so sehr erschuͤttert, daß ich mich ge⸗ noͤthigt sah, den erhabenen National⸗Kongreß um die Erlaubniß zu bitten, mich auf sechs Monate auf das Land das friedliche Asyl zu duͤrfen, das ich nur auf den Ruf meines Vaterlan⸗

es verließ. Meine Bitte ist mir gewaͤhrt. Mitbuͤrger, ich verlasse Euch also; aber die Pflicht gebietet mir, noch einmal zu euch zu reden und die lebhaftesten Wuͤnsche dessen auszusprechen, der sich schmeicheln darf, der Erste eurer Freunde zu heißen. Ich nehme die troͤstliche Ueberzeugung mit, daß der Friede, der im Laufe des

letzten Jahres so tapfer erfochten wurde, sicher begruͤndet ist. Groß

war die Drangsal, drohend die Bewegung; aber das unbesiegbare Volk oͤffnete seine Huͤlfsquellen und demuͤthigte fuͤr immer seine Feinde. Die Formen unseres Foͤderativ⸗Staates, die mißleitete oder verkehrte Koöͤpfe als voͤllig widersprechend mit unsern Sitten und Beduͤrfnissen ausschrieen, haben allen Bemuͤhungen der Gegner der oͤffentlichen Wohlfahrt, dem Sturm aller Leidenschaften Wider⸗ stand geleistet, und schreiten jetzt zum moralischen Heil unseres Volks ruhig in ihrer Entwicklung fort. Nur in einem Winkel des Suͤdens bleibt noch ein Funken jener Flamme zu loͤschen. Ein Ge⸗ neral, der bei mehreren Ünfaͤllen des Staats betheiligt war, ist mit der Fackel der Zwietracht in der Hand von Neuem aufgetreten und hat sich an die Spitze des noch uͤorig gebliebenen ungluüͤcklichen In⸗ surgenten⸗Haufens gestellt. Eine neue Zuͤchtigung mehr hat er nicht zu erwarten. Ich habe ihn in Folge meiner oͤffentlichen Stel⸗ und in freundschaftlicher Weise aufgefordert, zur Ordnung zuruͤckzukehren. Wenn er diese letzte Gelegenheit, auf sein eigenes Wohl bedacht zu seyn, von sich weist, so wird mit groͤßerer Strenge und zu groͤßerem Schaden fuͤr ihn, der Tag von Tulaneingo wie⸗ derholt werden. Tapfere Generale, die im Interesse des Foͤdera⸗ tiv⸗Staats handeln, werden in Chilapa siegen, wie sie in Guanjuato die besten Truppen der Rebellen schlugen. Die noͤthigen Maßregeln sind von mir getroffen, und bald wird von der Insurrection nichts weiter uͤbrig seyn, als der Has, der ihr Andenken trifft. Freiwillig habe ich die mir fuͤr Augenblicke der Gefahr anvertraute Macht niedergelegt und dem Kongreß wieder uͤbertragen. Die Verfassung hat wieder Kraft gewonnen und die Gesetze uͤben ihre schuͤtzende Kraft. Ich empfehle euch, meine Mitbuͤrger, die aufrichtigste, vertrauensvollste Liebe zu dem Grund⸗Gesetz unsers Landes, welches uns so oft schon in un⸗ seren politischen Schiffbruͤchen aufrecht erhielt. Die neun Jahre unsers gesellschaftlichen Bestehens unter den Auspicien desselben be⸗ weisen am besten das bewaͤhrte Urtheil der Gesetzgeber und Staats⸗ maͤnner des Jahres 1824. In einigen der neuen Republiken Ame⸗ rikas hat jeder Aufstand, jede Bewegung eine neue Verfassung zur Folge. Wir duͤrfen uns Gluͤck wuͤnschen, daß wir trotz aller Ver⸗ kuͤmmerungen unser Staat⸗Gebaͤude nicht zerstoͤrt haben. Die Ver⸗ fassung seldst erleichtert die Mittel zur Verbesserung und Erhaltung des Bestehenden. Reformen duͤrfen und werden eintreten; aber durch Erfahrung erleuchtet, werdet Ihr die Graͤnze des Moͤglichen nicht uͤberschreiten. Beguͤnstigt die Aufklaͤrung des Volks, lasset die Thuͤren, wenn ihr uͤber das Staatswohl verhan⸗ delt, weit gebffnet, damit sich der Wille des Volks und die Beschluͤsse

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same Strenge des Gesetzes treffe die, welche die Segnungen des Friedens stoͤren. Lasset den Gesetzen ihren Lauf, und das Verbre⸗ chen wird nicht laͤnger ungestraft triumphiren, noch die Unschuld mit Fuͤßen getreten werden. Fuͤr die Wunden, die der Buͤrger⸗Krieg geschlagen, ist Toleranz der einzige Balsam. Darin besteht der ei⸗ genthuͤmliche Charakter freier Nationen, dies erhebt ihre Regierun⸗ 88 uͤber den Vorwurf der Willkuͤr und der leidenschaftlichen Ahn⸗ ung. Eintracht, Mitbuͤrger, Eintracht empfiehlt euch der, welcher

nichts zu strafen, keine Belridignngen zu raͤchen hat, weil er sie

vergißt. Ich hoffe, die Vorsehuns wird uns ihren Schutz nicht entziehen. Sollten aber neue Wirren eintreten, dann, meine Freunde, gehoͤre ich ganz unserm theuern Lande an. Verkuͤndigt

mir die Stunde der Gefahr und es wird fuͤr mich das Zeichen seyn, zu den schwierigen Geschaͤften der oͤffentlichen Verwaltung oder zu den Muͤhen des Feldlagers augenblicklich zuruͤckzukehren. Ohne Gewissensbisse trete ich ab. Ich habe meine Kraͤfte den reinsten Absichten gewidmet. Wenn mein Urtheil fehl traf, so bin ich gleich⸗ wohl eurer Nachsicht gewiß. Nie werde ich vergessen, Mitbuͤrger, daß ihr mir Alles einraͤumtet, was ein Volk, das frei ist und frei zu seyn verdient, gewaͤhren köonnte. Meine Art und Weise zu dan⸗ ken, ermangelt des glatten Ausdrucks, aber das Gefuͤhl meiner Dankbarkeit, mein Leben, meine Ehre, mein Alles gehoͤrt der großen und hochherzigen Mexicanischen Nation. Merxico, den 14. Oe⸗ zember 1833 Antonio Lopez de Santana.“ Die oben erwaͤhnte Revolution in Mexiko traͤgt nicht ge⸗ radezu einen revolutionnairen Charakter. Bravo, ein Anhaͤnger des Aristas, hatte am 12. Dezember eine lange Proclamation mit der Aufforderung an das Volk erlassen, der heiligen Mut⸗ ter⸗Kirche zu Huͤlfe zu eilen. Nach mannigfachen Raisonne⸗ ments uͤber die Nothwendigkeit dieser Maßregel, schildert diese aus Chiapa datirte Proclamation schließlich die Regierung San⸗ tana's als eine gewaltsame und tyrannische. Am 14. Dezember erließ Santana in einer Gegen⸗Proclamation die Drohung, ge⸗ gen Bravo und seine Anhaͤnger militairisch zu verfahren, falls sie nicht aufhoͤrten, Zwietracht unter dem Volke hervorzurufen.

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Berlin, 21. Febr. Das Koͤnigl. Ministerium des Innern und der Polizei hatte unterm 17. Juni 1832 angeordnet, daß die allgemeine Angabe in den Paͤssen: „Zur Reise nach den Deutschen Bundes⸗Staaten“, nicht als guͤltig anzunehmen sey, wenn nicht zugleich die Reise-⸗Route durch Angabe bestimmter Landestheile und der Folge, in welcher solche beruͤhrt werden sollten, darin geschehen. In Folge des mit mehreren Deutschen Bundes⸗Staaten abgeschlossenen Zoll⸗Vertrages und des dadurch erweiterten Handels⸗Verkehrs ist nun von dem gedachten Koͤnigl. Ministerium unterm 31sten v. M. angeoroͤnet worden, daß, bei sonstiger Guͤltigkeit des Passes, und wenn die Paß-Inhaber unverdaͤchtig sind, Paͤsse aus Bundes⸗Staaten, worin nur die allgemeine Angabe: „Zur Reise nach den Deutschen Bundes⸗ Staaten“, enthalten ist, nunmehr angenommen werden koͤnnen, daß aber die erste diesseitige Polizei⸗Behoöͤrde, welcher solche zum Visiren vorgelegt werden, den Paß⸗Inhaber aufzufordern hat, den Ort, wo er sich zunaͤchst aufzuhalten gedenkt, anzugeben, und sodann das Visa auf diesen Ort mit dem Bemerken: „und so weiter in die Koͤnigl. Preußischen Staaten“, zu ertheilen hat. Hinsichtlich der Handwerksburschen soll es jedoch bei der Ver⸗ ordnung vom 24. April v. J. verbletben.

Der Freiherr Karl von Boeselager zu Heimerzheim im Kreise Rheinbach (Regierungs⸗Bezirk Koͤln) hat der dasigen Kirchen⸗Gemeinde zum Neubau ihrer⸗ Kirche ein Geschenk von 2000 Rthlr. zugesagt, dessen Annahme des Koͤnigs Majestaͤt mit⸗ telst Allerhoͤchster Kabinets⸗Ordre vom 4ten v.- M. zu gestatten geruht haben.

In Kreuznach (Regierungs⸗Bezirk Koblenz) wurden vor einigen Wochen an dem steilen Abhange einer maͤßigen An⸗ hoͤhe, der sogenannten Jardt, von. Tageloͤhnern ungefaͤhr 130 sil⸗ berne Muͤnzen gefunden, welche, nach dem Gevpraͤge zu urtheilen, erzbischoͤflichen Ursprungs zu seyn scheinen. Das Gevraͤhde ist noch vollkommen erkennbar, und laͤßt auf ein ziemlich hohes Alter schließen. Auf allen sind Brustbilder von Bischoͤfen sichtbar, wel⸗ che theils Scepter oder Schluͤssel fuͤhren, theils die Haͤnde falten.

Am gten d. M. Nachmittags 4 Uhr wurde, Nach⸗ richten aus Danzig zufolge, die Putzig⸗Neustaͤdter Kariol⸗Post auf dem Wege nach Neustadt und zwar im Walde, eine halbe Meile von Neustadt entfernt, von drei verkappten Raͤubern uͤber⸗ fallen und eines Geld⸗Transportes von 1380 Rthlr. 9 Sgr. 6 Pf. beraubt. Die Raͤuber sind indeß Tages darauf in Putzig er⸗ mittelt und verhaftet und das Geld bis auf 99 Rthlr. der Köoͤ⸗ nigl. Post⸗Behoͤrde zuruͤckgegeben worden.

Die beiden jungen Violin-Virtuosen, Gebruͤder Eichhorn aus Koburg, von denen der aͤltere 11 und der juͤngere 9 Jahr alt ist, spielten am Donnerstag Abend im Schauspielhause waͤh⸗ rend des Zwischen⸗Aktes mit einer Kunstfertigkeit, wie sie wohl in so zartem Alter auf der Violine noch niemals erreicht worden ist. Was wir bei Paganini als das non plus ultra anstaunten, sein Arpeggio, Staccato, Flageolett und Pizzicato, geht diesen Knaben, zumal dem aͤltesten, so leicht von der Hand, daß man in der That versucht wird zu glauben, es gehe nicht mit rechten Dingen zu, und Paganini selbst stehe hinter den Coulissen. Obwohl die Knaben diesmal nur ihre Kunst⸗ stuͤcke, nicht ihre Kunst zeigen wollten, so waren die Mei— ster von der Koͤniglichen Kapelle doch auch daruͤber einverstan⸗ den, daß die Reinheit des Tones, der feste Strich des Bogens, die Praͤcision des Zusammen piels den strengsten Anforderungen Genuͤge leisteten und daß ohne entschiedenes und großes Talent eine solche Fertigkeit nicht bloß aͤußerlich erlangt werden koͤnne. Der Vater ist mit den Kindern auf einer Reise nach St. Petersburg begriffen und wir werden daher nur ein oder zweimal noch das Vergnuͤgen haben, die beiden Knaben zu hoͤ— ren. An demselben Abende spielte Hr. Schaller, Harfenist vom Stadt⸗Theater zu Hamburg, ein Concert und Variationen auf der Harfe, und sein ausgezeichnetes Spiel erhielt verdienten Beifall.

„*%

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 16 Februar. Niederl. wirkl. Schuld 50.

5 % 59 ½.3 3. 39 ⅛.

1“

HHoll. 58 95., Kanz-Bill. 22. Sp

Frankfurt a. M., 18. Februar. Oesterr. 5 % Metall. 9821⁄. 98 91. 49 88½ 88 fr. 2 ½ 9 53 ½. 18 23 Br. Bank-Actien 1511. 1509. Part.-Obl. 139 ½. 138 ½. Loose zu 100 Fl. 211 ½⅛. Br. Holl. 53 0bl. v 1832 94 ½. 94 Poln. Loose 64 ¾. 642. Preuss. Prm.-Sch. 54. 53 ¾ do 4 9 Anl. 92 ½. Br. 59 Span. Rente 50¼ 58 ½⅛. 33 do. perp. 38 5. 38 ½ Paris, 15. Februar. 58 Rente pr. compt. 105. 85. fin. cour. 105. 95. 3 9% pr. compt 76. 5. fin cour. 76. 15. 59 Neap. pr. compt. 91. 70. fin cour. 91. 80. 58 Span. perp. 59 ½. 33 do 38 ⅛. 58 Belg. 98 ¼. 598 Röm. 92 ½. Hamburg, 19. Februar. Oesterr. 58 Met. 97 ½. 49 do. 88 Bank-Actien 1255. Russ.

des National⸗Kongresses nicht von einander trennt. Die unbeug⸗

Engl.

100 ¾. Russ. Holl. 92 ¾. Met. in Hamb. Cert. 93 ¾. Preuss.

49 ½. Span. 38 36 ½.

Prämien-Scheine 106 ½. Poln. 127 ½. Dän. 70 ¾. 48 43

Norweg. 68 104.

-—

8 Ber liner Den 21. Februar 1834.

Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Pre 2f. [Srief. Geld.] 8—

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s s. Cour.

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GawHxI alTmREmmune St.-Schuld-Sch. 4]) 98 ½ 97 ¾ [Grofshz. Pos. do. 4 ¹ 1019 Pr. Engl. Anl. 18. 5 103 ½ [Ostpr. Pfandbr. 4 100 Pr. Engl. Anl. 22. 5 103 ½ s[pomm. do. 4 105 Pr. Engl. Obl. 30. 4 93 ½ 93 Kur. u. Neum. do. 4 106 Präm. Sch.d. Sech. 54 ½ 54 sSchlesische do. 4 106 w-2 Kurm. Obl. m. I. C. 4 97 ½ [Kket. C. d. K.- u. N-² 66 ½ Neum. Int. Sch. do. 4 972 Z.-Sch. d. K.- u. N. 67 2 Berl. Stadt-Obl. 4 99 Königsb. do. 4 MHoll. vollw. Duk 17 ½ Elbing. do. 4 ½ 97 Neue do. 18 Uanz. do. in Th. 36 ¾ 36 ¼ [Friedrichsd'or 13 13 Westpr. Pfandbr. 4 99 98 ½ IDisconto.. 3 ¾ 4 1““

Meteorologische Beobachtung.

1834. V Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 20 Februar. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Ubr. Beobachtung. . 337,17 Par. 337 81 Par. 33 47 Par.Quellwärme 6,5 R Luftwaͤrme + 3 5 °R. 6,2 °R. +. 2 R. 8 Nb⸗ Thaupunkt + 0,7° R.]+ 2,2 °R. *. 1,2 °R. Flußwarme 1,5 °R. Dunstsaͤttg. 79 „Ct. 72 pCt. 89 vCt. Bodenwarme 1,5 °N Wetter..truͤbe. halbheiter. halbheiter. usdünst. 0 Wind NW 1 NW NRW. usdünst. 0,04 7 x. Wolkenzug 7 1 Niederschlag 0,006 9

NW.

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 22. Morgen, Vielliebchen!

Februar. Lustspiel in 1 Akt.

nach Vorschrift, Lustspiel in 5 Abtheilungen. Im Konzertsaale des Schauspielhauses: Letzter diesjaͤhriger

Subscriptions⸗Ball.

Im Schauspielhause: Gutm Hierauf: Freien

Sonntag, 23. Februar. Im Opernhause: Robert der Teu⸗ fel, Oper in 5 Abtheilungen, mit Ballet. Musik von Mexyerbeer Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Nan—

ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits geloͤsten, mit Fri⸗ tag bezeichneten Opernhaus⸗Billets guͤltig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Freitag bezeichnet seyn. Der erste Schritt, Lustspiel in z

Im Schauspielhause: Abtheilungen. Hierauf: in 2

Montag, 24. Februar.

Lustspiel in 1 Akt.

3 Aufzuͤgen, von E. Raupach.

Dienstag, 25 Februar. Im Opernhause: Die Hochzeit des Figaro, Oper in 2 Abtheilungen. Musik von Mozart. Une représenfation extrvordinaire au bénéfice de Mademoiselle Laneestre. Le spectacle se com. porera de: 1) La première représentalion de: Bertrand eb Roton, ou: L'art de couspirer, comédie nouvelle en 5 actes

Im Schauspielhause:

et en prose, du théätre français, par Seribe.

Im Schauspielhause:

Der Jurist und der Bauer, Lustspitt Abtheilungen, von Rautenstrauch.

Warum?

tissement. exécuté s'ar les premiers sujets du Ballet.

Billets zu dieser Vorstellung sind von Sonnabend, 22sten d. M., Morgens 9 bis Nachmittags 4 Uhr, in der Wohnung der Dlle. Lancestre, Friedrichsstraße No. 182, zu folgenden Prei⸗

sen zu haben:

Hierauf: Der Nasenstuͤber, Possenspiel in

2) Un diver.

Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Da zu dieser Benesiz-Vorstellung Abonnements nicht guͤltig sind, so werden die resp. Inhaber von Abonnements⸗Pläͤtzen er⸗ sucht, bis Sonntag, 23sten d. M., Mittags 12 Uhr, bestimmen zu lassen, ob sie die Plaͤtze behalten wollen, oder ob dieselben anderweitig verkauft werden sollen.

Mittwoch, 26. Februar. Vorstellung, Lustspiel in 1 Akt und in 5 Abtheilungen. Hierauf:

Die Maskerade, komisches Ballet in 1 Akt.

Im Opernhause:

und Fanny Elsler werden hierin tanzen.)

Die

Die 1”v (Dlles. Therese

zu dieser Vorstellung eingegangenen Meldungen um

Billets sind beruͤcksichtigt worden, und koͤnnen diese am Montag, 24sten d. M., von welchem Tage ab der Billet⸗Verkauf beginnt,

8

Konigstaͤtisches Theater.

Sonnabend, 22. Februar.

3 Akten.

Musik von Auber.

8

Der Maurer, komisch Vorher:

llet⸗Verkaufs⸗Bureau in Empfang genommen e

e Oper in Die Beutelschneider,

oder: Das hab' ich gleich gedacht, Posse in 1 Akt, von Ur.

Arndt.

Sonntaa, 23. Februar. Auf Begehren: Des Adlers Hors,

romantisch⸗komische Oper in 3 Akten, von K. v.

vom Kapellmeister Franz Glaͤser. (Dlle. Haͤhnel: Rose.) Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, nebst einem Vorspies:

Montag, 24. Februar.

„Der juͤngere Sohn“,

Dienstag, 25. Februar. der Korsikaner, komische Oper in 2 Akten; nach dem Franzoͤsi Musik von Herold und Halbsvy. Vorher: Sinfonie (C moll) in 4 Saͤtzen, von L. van Beethoven.

schen von Friedrich Genée.

von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. Auf hohes Begehren:

Holtei. Muslk

Ludovic,

Sorte) 1 Rthlr. 8 Sgr. 9

Markt⸗Preise vom Getraide. 6 Berlin, den 20. Februar 1834.

Zu Lande: Weizen 2 Rthlr., auch 1 Rthlr. 10 Sgr., (schlechte

Pf.; Roggen 1 Rthlr. 9 Sgr. 6 Pf,

auch 1 Rthlr. 6 Sgr. 11 Pf.; große Gerste 1 Rthlr., auch 22 Sgr. Sgr 6 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.:

Hafer 26 Sgr. 3 Pf., auch 20 Sgr. 5 Pf; Erbsen 2 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 16 Sgr. 3 Pf. Eingegangen sind 691 Wispel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr, auch 1 Rthlr. 25 Sgr.

6 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr.

und 1 Rthlr. 15 Sgr.;

2

Roggen 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf, au

1 Rthlr. 10 Sgr; große Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf., au 1 Rthlr.; Erbsen 1 Rthlr. 17 Sgr 6 Pf. Sonnabend, den 19. Februar 18341.

Das Schock Stroh 11 Rthlr., auch 9 Rthlr.;

1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr.

Branntwein⸗Preise 8 vom 12. bis 20. Februar 1834. Das Faß von 20 Quact nach Tralles 54 pCt. oder

40 pCt.

der Centner Heu

Richter: Korn-Branntwein 19 Rthlr. 15 Sgr; Kartogel⸗Brannt⸗ wein 17 Rthlr. 15 Sgr., auch 15 Rthlr. 15 Sgr.

Kartoffel⸗Preise vom 13 bis 19. Februar 1834. Der Scheffel 12 Sgr. 6 Pf., auch 7 Sgr. 6 Pf.

Redacteur Cottel. Gedruckt bei A. W. Hayn.

1 8 8 1“

Kronik des Tages.

Bei der am

2ten Klasse 8 Lotter 1g von 6000 Rthlr. auf Nr. 25,246; 2

1000 Rthlr. u 500 Rthlr.

pinne zu

09,526. den 20. Maͤrz d. J. festgesetzt.

Berlin, den 22. Februar 1834. . Koͤnigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Dir

Zeitungs⸗Rachrichte 1“ Rußland.

Achmed Kaiser Kaiserin zu beurlauben.

Der Hof⸗Marschall Graf Fredro ist aus Warschau hier

angekommen.

*Die Verordnung, nach welcher die um St. Petersburg be⸗— Plaͤtze und Inseln mit der Residenz ver⸗ einigt werden sollen, hat die Allerhoͤchste Bestaͤtigung erhalten. Da diese Anordnung nur den Zweck hat, die Sorge der Polizei fuͤr die oͤffentliche Sicherheit auch auf die Landhaͤuser und In⸗ so werden selbige keinesweges den gewoͤhnli—

findlichen Landhaͤuser,

seln auszudehnen,

chen polizeilichen Maßregeln hinsichtlich des Baues

baude oder der Reparatur der alten Haͤuser, des Straßenpflasters Die Besitzer der (unter die polizeiliche

u. s. w unterworfen. Aufsicht

muͤsegaͤrten, Fabriken u. s. w. anzulegen.

erhalten werden.

Die Nachrichten uͤber den Stand der Getraide-⸗Preise in den an der Wolga liegenden Gouvernements lauten guͤnstiger,

als man erwartet hatte. An mehreren Orten sind

sogar gefallen, was mit daher ruͤhrt, daß der Petersburger Be⸗

darf, der sonst von jenen Gouvernements befriedigt diesem Jahre sich andere Zugaͤnge verschafft hat.

EEE

Paris, 15. Febr. Gestern Abend wurden der Gr

Graͤfin Flahault von Ihren Majestaͤten empfangen.

Der Constitutionnel sagt: „Es scheint, daß die gegen⸗ woͤrtige Deputirten⸗Kammer unmittelbar nach der Bewilligung 1 Die Wahl⸗Kollegien wuͤr⸗ den zwischen dem 10. und 15. Juni zusammmentreten; da aber, nach der Charte, im Fall einer Aufloͤsung, die neue Kammer binnen drei Monaten einberufen werden muß, so wuͤrde der Zu⸗ sammentritt derselben gegen die Mitte des Septembers stattfin⸗ Dies, sagt man, wuͤrde auch geschehen, aber die neue Kammer wuͤrde sogleich bis zum 1. Dez. prorogirt werden.“

des Budgets aufgeloͤst werden wird.

den muͤssen.

Das Wahl⸗Kollegium von Verneuil, welches an

des Herrn Dulong einen Deputirten zu ernennen hat, versam⸗ Unter den Kandidaten befindet sich Hr. Charles Salverte, ein Neffe des bekannten Oppositions Depu⸗ tirten Eusobe Salverte und Schwiegersohn des verstorbenen Hrn. Daru. Es ist allgemein aufgefallen, daß das Journal des Dé⸗ bats diesen Kandidaten eifrig unterstuͤtzt, und man will daraus schließen, daß die Regierung zu dieser Wahl gar keinen Kandi⸗ daten in Vorschlag zu bringen wage, und nur die Erwaͤhlung eines Kandidaten von entschieden republikanischen Grundsaͤtzen

melt sich am 2. Maͤrz.

zu verhindern suche.

Das Journal des Dobats kommt in einem ausfuͤhrli⸗ chen Artikel noch einmal auf die Behauptung zuruͤck, daß jede Eroͤrterung uͤber den Grundsatz der Regierung unstatthaft sey.

und verhindert werden muͤsse. „Die Freiheit der

selbst,“ heißt es in dem betreffenden Artikel, „so ausgedehnt sie auch ist und seyn muß, darf den Grundsatz der Regierung nicht Man muß die Dinge bei ihrem Namen nennen: den Grundsatz der Regierung verkennen, eine andere proklamiren, den Koͤnig und die Charte angreifen, das heißt, nicht von der Freiheit Gebrauch machen, sondern Krieg fuͤhren! Will man in dem Kreise der Freiheit bleiben und die Vorrechte derselben ge⸗ nießen, will man als Buͤrger und nicht als Feind oder als Re⸗ bell behandelt werden, so muß man vor allen Dingen die Gesetze Verkennt man diese Gesetze, ruft man Mord und Haß, Feuer und Schwerdt gegen sie zu Huͤlfe, so ist es abgeschmackt, wenn man auf ihren Schutz Anspruch macht. Der Ruf: Es lebe die Republik! wird durch die Gesetze

antasten.

achten und ihre Macht anerkennen.

strenge bestraft; und es sollte gestattet seyn, in den

die Republik ungestraft proklamiren zu duͤrfen?

Amtliche Nachrichten.

20sten und 21sten d. M. geschehenen Ziehung 69ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fiel der Haupt⸗ Gewinne zu fielen auf Nr. 19,123 und 98,193; 3 Gewinne zu auf Nr. 61,551. 64,407 und 90,842; 4 Gewinne auf Nr. 9531. 31,836. 36,759 und 90,294; 5 Ge⸗ 200 Rthlr. auf Nr. 13,573. 14,105. 39,009. und 85,639; 10 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 10,800. 24,953. 8u 69,900 und

Der Anfang der Ziehung Z3ter Klasse dieser Lotterie ist aus

St. Petersburg, 15. Febr. Am 11ten d. M. hatte der außerordentliche Botschafter der Ottomanischen Pforte, Muschir Pascha, seine Abschieds⸗Audienz bei Sr. Majestaͤt dem und darauf die Ehre, sich auch bei Ihrer M

gestellten, im Reglement bezeichneten) Landhaͤuser „In⸗ sein und Plaͤtze sind demnach nicht verbunden, die Haͤuser, welche sie auf denselben erbauen wollen, nach vorgeschriebenen Plaͤnen und Facaden, anzufuͤhren; sie behalten vielmehr nach wie vor das Recht, ohne besonders eingeholte Erlaubniß oder Anordnung der Polizei, nach eigenem Gutduͤnken, sowohl steinerne als hoͤl⸗ erne Haͤuser zu bauen oder niederzureißen, und Lustgaͤrten, 1 Die Sorge der Po⸗ lizei wird seyn, daruͤber sorgfaͤltig zu wachen, daß sich auf den Landhaͤäusern nirgends Vagabunden, Deserteure, Landstreicher oder andere verdaͤchtige Personen und uͤberhaupt Leute ohne Paͤsse aufhalten und daß uͤberall Ordnung und Ruhe aufrecht

die Ursache erlauben, und die Wirkung verbieten? Wenn es er⸗ laubt ist, Alles zu sagen, so ist es auch erlaubt, Alles zu thun, wenigstens Alles zu versuchen! Wenn es erlaubt ist, zu schrei⸗ ben, daß der Koͤnig der Feind unserer Ehre, unserer Freiheiten, unserer Ruhe sey, so ist es auch denen, welche so etwas lesen und glauben, erlaubt, die Waffen zu ergreifen, um Frankreich von seinem Hauptfeind zu befreien. Wenn es erlaubt ist, zu schreiben, daß Frankreich erst frei und gluͤcklich seyn werde, nach⸗ dem die Republik auf den Truͤmmern des Thrones errichtet wor⸗ den, so ist es auch erlaubt, diese Stunde der Freiheit und des Gluͤckes naͤher zu ruͤcken, wenn auch Blut deshalb fließen muͤßte. Die nothwendige Folge einer Freiheit ohne Schranken, wuͤrde eine Revolution ohne Ende seyn.“

Der Courrier frangais enthaͤlt folgenden Artikel: „Un⸗ sere Vermuthungen und die aller Leute, welche vor den hellsten Thatsachen nicht absichtlich die Augen verschließen, bestaͤtigen sich. England droht uns mit Handels⸗Repressalien. Von Lord Strang⸗ ford in der Sitzung des Oberhauses vom 11ten d. M. befragt, hat der Chef des Englischen Kabinettes erklaͤrt, daß, wenn Frank⸗ reich sein beschraͤnkendes System beibehalte, England auf Maß⸗ regeln in Betreff seiner Handels⸗Verbindungen mit uns bedacht seyn muͤsse. Andererseits spricht man von einer Note des Bri⸗ tischen Botschafters, worin derselbe im Namen seiner Regierung erklaͤrt, daß, wenn man die Eingangs⸗Zoͤlle auf England's Eisen und Kohlen nicht herabsetze, die den Franzoͤsischen Weinen und Seiden⸗Waaren zugestandenen Beguͤnstigungen auch wieder aufgeho⸗ ben werden wuͤrden. Zu diesem aͤußersten Schritte hat sich das Engli⸗ sche Kabinet nicht ohne Ueberwindung entschlossen. Die liberalen Ansichten der Chefs des Englischen Handels⸗Departements, des Herrn Powlett Thompson und des Lord Auckland, haben sich bei allen Gelegenheiten auf das unzweideutigste kundgegeben. Die Mehrzahl der Mitglieder des Englischen Kabinettes, wo nicht alle, theilen jene Ansichten; die Rede des Lord Grey lie⸗ fert den Beweis dafuͤr. Schon mehr als einmal waren die leb⸗ haften Klagen der Tories und Radikalen gegen das Franzoͤsische Zoll⸗System von den Englischen Ministern beschwichtigt wor⸗ den, welche immer die Ueberzeugung aussprachen, daß den Franzoͤsischen Kammern bald ein liberaleres Zoll⸗Gesetz vorgelegt werden wuͤrde. Die letzte Session verfloß, ohne daß diese

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neuer Ge⸗ Hoffnungen in Erfuͤllung gingen. Und jetzt, nachdem die Session seit zwei Monaten eroͤffnet ist, wird ein Zoll⸗ Gesetz in die Kammer gebracht, wonach den Englischen Ministern nichts uͤbrig bleiben kann, als zu erklaͤren, daß sie sich in den Gesinnungen des Franzosischen Kabi⸗ nettes durchaus getaͤuscht haͤtten. Was ihre Gegner betrifft,

so finden sich deren Angriffe saͤmmtlich gerechtfertigt. Sie hat⸗ ten sich aus allen Kraͤften der Aufhebung des Restriktiv⸗So⸗ stems von Seiten Englands widersetzt; sie hatten vorausgesagt, daß Frankreich fuͤr die, seinen Produkten zugestandenen Vor⸗ theile keinen Ersatz geben wuͤrde. Sie hatten ganz recht pro⸗ phezeiet; und eine Ungluͤcks⸗Prophezeiung, die in Erfuͤl⸗ lung gegangen, ist eine der gefaͤhrlichsten Waffen in den Haͤnden der Parteien. Die Tories befinden sich jetzt im Besitze dieses Vortheils, und er giebt ihnen Gewalt uͤber alle National⸗Vorurtheile. Die Anklage, Englands In⸗ teressen den Franzoͤsischen geopfert zu haben, wird von ih⸗ nen gegen das Whig⸗Kabinet mit derselben Lebhaftigkeit wieder aufgenommen, mit der bei uns die Monopolisten alle Leute, welche der Ausdehnung unserer Handels⸗Verhaͤltnisse zugethan sind, beschuldigen, daß sie die Franzoͤsischen Interessen dem Auslande opferten. Was koͤnnen die Englischen Minister in einer solchen Lage thun? Werden sie bei der, mit den Grund⸗ saͤtzen einer gesunden Handels⸗Politik uͤbereinstimmenden Ansicht beharren, daß es fuͤr eine Nation immer vortheilhaft sey, wenn sie liberale Zoll⸗Tarife hat, selbst wenn die benachbarten Natio⸗ nen ein beschraͤnkendes System fortsetzen? Werden sie, wie in den Jahren 1832 und 33, neue Anstrengungen machen, um die⸗ ser Ansicht Eingang zu verschaffen? Oder werden sie den Volks⸗ Vorurtheilen nachgeben, und die Franzoͤsischen Produkte zuruͤck⸗

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weisen, weil Frankreich dies mit den Englischen thut? Alles laͤßt vermuthen, daß sie, nachdem hiermit einmal gedroht worden, auch nicht werden umhin koͤnnen, ihre

Drohung zu verwirklichen, und daß, wenn der Zoll⸗Gesetz⸗Ent⸗ wurf des Herrn Thiers in England bekannt seyn wird, im Par⸗ lamente unverzuͤglich Handels⸗Repressalien gegen Frankreich zur Sprache kommen werden. Waͤhrend die Allianz mit England, dieser Stuͤtzyunkt der Juli-Revolution in ihren Verhaͤltnissen zum Auslande, auf diese Weise augenscheinlich untergraben wird, macht man viel Aufhebens von dem ehrenvollen Empfang des Marschalls Maison in St. Petersburg. Was bedarf es mehr, um uns in voller Restauration zu befinden? Als Karl X. nach Frankreich zuruͤckkehrte, liehen ihm seine Freunde die Worte: „„Es ist nichts veraͤndert. Es istnurein Franzose mehr!““ Wir glauben gern, daß er in seiner Einsamkeit zu Prag, wenn er das Ver⸗ fahren des Kabinettes der Tuilerieen beobachtet, oft ausrufen mag; „„Es ist dort nichts veraͤndert; nur ein Franzose weni⸗ ger!““ Wenn man einigen gestern Abend und heute fruͤh verbreiteten Geruͤchten glauben darf, so haͤtten die Sprache des Lord Grey im Oberhause und die Einstimmigkeit der Franzoͤsi⸗ schen Presse gegen den neuen Zoll-Gesetz⸗Entwurf unser Mini⸗ sterium lebhaft beunruhigt, und es waͤre geneigt, diesen Entwurf so leichten Kaufes aufzugeben, wie sein Budget fuͤr 1835, vor⸗ ausgesetzt, daß die Kommission der Kammer einen Wunsch in dieser Beziehung zu erkennen gaͤbe. Wird diese Kommission den Muth dazu haben? Die Namen der Mitglieder derselben lassen dies kaum hoffen.“ .

Der Messager enthaͤlt Folgendes: „Don Evariste Perez de Castro ist offiziell zum Spanischen Botschafter am Roͤmischen Hofe, an die Stelle des zuruͤckberufenen Marquis von Labrador, ernannt worden. Herr de Castro war es, der als Deputirter von Valladolid in den Cortes von 1812 zu erklaͤren vorschlug, daß die Souverainetaͤt dem Volke angehoͤre. Im Jahre 1820 war er erster Minister der Verwaltung, der man den Beinamen „die Perlen“ gab. Obgleich die Paͤpstliche Regierung abella II.

die Stelle

Diskussion

Journalen Man sollte

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noch nicht als Koͤnigin anerkannt hat, so sind doch zwischen bei⸗ den Hoͤfen Unterhandlungen angeknuͤpft, welche die Vermittelung eines zuverlaͤssigen Agenten erfordern.“

Dasselbe Blatt meldet: „Der Prozeß der Koͤniglichen Freiwilligen zu Madrid ist durch den Gerichtshof jener Haupt⸗ stadt ganz nach den Antraͤgen des Koͤniglichen Prokurators ent⸗ schieden worden, und sind demnach 73 Personen zum Tode und die uͤbrigen zu lebenswieriger Zwangs⸗Arbeit verurtheilt worden.“

Briefe aus Bayonne vom 10ten d. M. versichern, es sey dort die Nachricht aus Madrid von der Unterzeichnung eines Dekretes angekommen, welches die Bildung einer Municipal⸗ Garde in jener Hauptstadt anordne.

Greohbriantken nnd Irilahöbd.

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz zung vom 13ten. (Nachtrag.) In der Rede, womit Herr ittleton, der Secretair fuͤr Irland, die Motion des Herrn O'Connell auf eine gegen den Irlaͤndischen Richter, Baron Smith, einzuleitende Untersuchung unterstuͤtzte, aͤußerte sich derselbe un⸗ ter Anderem folgendermaßen: „Nachdem Herr O⸗Connell seinen Antrag durch so gewichtige Thatsachen begruͤndet hat, glaube ich es dem Frlaͤndischen Volke, dem Charakter der Irlaͤndischen Regierung und dem gelehrten Rich ter selbst, gegen den die Anklagen erhoben worden, schuldig zu seyn, der Motion beizupflichten. (Lauter Beifall.) Ich thue dies mit um so peinlicherem Gefuͤhl, als ich meinem gelehrten Freunde, dem Re corder von Dublin, auf die Frage, was die Regierung in dieser Sache zu thun gedenke, erwiederte, daß sie der Motion nicht bei⸗ treten wolle, weil ich damals nur die urspruͤngliche Motion des Herrn O'Connell auf Absetzung des Baron Smith kannte und mir die Thatsachen, wodurch Ersterer heute seinen Antrag unterstuͤtzt hat, noch fremd waren. Es ist eine dem Lande und den ungluͤck⸗ lichen Gefangenen schuldige Pflicht, daß die Gerichts⸗Sitzungen ur gehbrigen Zeit gehalten werden, und Niemand sollte spaͤt in hn Nacht verhoͤrt worden. (Hoͤrt!) Was die Vermahnung betrifft, welche der Baron Smith zu Michaelis vorigen Jahres an die Du⸗ bliner Geschworenen richtete, so war es offenbar eine politische Rede, die sich ganz von der eigentlichen Sache entfernte. (Hort!) weilen mag dergleichen zulaͤssig seyn; wenn Weißfuͤßler das Land mit ihren Graͤueln befleckt hatten und die Gefaͤngnisse mit solchen Leuten angefuͤllt waren, dann mochte es den Richtern geziemen, die Juries, die uͤber diese Verbrechen richten sollten, auf die Gefahr und Abscheulichkeit derselben aufmerksam zu machen. Eine Stelle aber befindet sich in der Vermahnung des Baron Smith, die vor allen anderen Erstaunen erregen muß, und ich wundere mich, daß Herr O Connell diese nicht ganz besonders hervorgehoben hat. Der elehrte Baron aͤußert sich naͤmlich sehr hart uͤber die Katholiken

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n Irland und fragt, ob die katholische Bevoͤlkerung die moralische und intellektuelle Macht des Landes, oder nicht vielmehr bloß die gemeine und rohe Masse bilde. Wie kann

sich ein Richter zu einer Jury in einem Lande, dessen Bevoͤlkerung sich roößtentheils zur katholischen Religion bekennt, und in einer Haupt⸗ sadt, deren Einwohner zu zwei Drittheilen aus Katholiken bestehen, auf eine solche Weise äußern! (Lauter Beifall.) Köͤnnte ein katho⸗ lischer Geschworner dergleichen mit anhdren, ohne sich von der ury zuruͤckzuziehen; Ennte der Delinquent von einem solchen Richter eine vorurtheilsfreie Entscheidung erwarten? (Beifall. Und als der gelehrte Baxron diese Vermahnung an die Geschwornen richtete, lag ihnen, wie ich bemerken muß, nicht ein einziges politi⸗ sches Vergehen zur Entscheidung vor. (Hoͤrt!) Uebrigens aber glaube ich, daß Herr O'Connell in seinem Vorwurf gegen alle Irlaͤndische Richter etwas ungerecht war; im Ganzen geben dieselben gewiß den Englischen Richtern an Faͤhigkeit, Unparteilichkeit und Rechtskennt⸗ niß nichts nach, und ich kann meinen Vortrag nicht schließen, ohne zu erklaͤren, daß ich fuͤr die Richter Irlands in corpore die groͤßte Ebrerbietung hege. (Hoͤrt!“ 8 Der Recorder von Dublin, Herr Shaw, übernahm hier⸗ auf die Vertheidigung des Angeklagten; er bestritt zunaͤchst die Angaben uͤber die spaͤte Eroͤffnung des Gerichtshofes, die er fuͤr ungenau erklaͤrte, und behauptete, daß in Irland kein Rich⸗ ter die Sitzungen vor 11 Uhr eroͤffne. Die politischen Aeuße⸗ rungen vertheidigte Herr Shaw dadurch, daß er nachwies, wie die letzte Thron⸗Rede sich aͤhnlicher und noch staͤrkerer Ausdruͤcke in Bezug auf die Verhaͤltnisse Irlands bediene, und leitete end⸗ lich den Ursprung der Motion des Herrn O Connell aus einer politischen Feindschaft dieses Letzteren gegen den Baron Smith her, indem Beide fruͤher zu einer und derselben politischen Par⸗ tei gehoͤrt haͤtten; der Baron Smith aber sich spaͤterhin gemaͤ⸗ ßigterer Ansichten befleißigt habe und daher von O Connell ver⸗ ketzert worden sey. Es frage sich jetzt, sagte er, ob die Regie⸗ rung mit den Aufwieglern gemeinschaftliche Sache gegen die Irlaͤndischen Richter machen wolle (Beifall); die Verwaltung Irlands werde so schon mit Recht des Kleinmuths beschuldigt und sie besaͤße das Vertrauen keiner Partei. Schließlich machte der Redner auf die verschiedenen Verhaͤltnisse in England und Irland aufmerksam, welche in letzterem Lande die groͤßte Energie der Richter noͤthig machten, da dieselben nicht nur von dem Volke, sondern sogar von der Regierung angefein⸗ det wuͤrden, wie dies auch die Ünterstuͤtzung beweise, welche der Secretair fuͤr Irland der gegenwaͤrtigen Motion angedeihen lasse. Herr Stanley tadelte den vorigen Redner, daß er durch seine heftigen Ausfaͤlle aus der vorliegenden Frage eine Partei⸗Sache u machen gesucht; er (Herr Stanley) muͤsse glauben, daß Herr Ghaw sehr wenige Gruͤnde zur Vertheidigung des Angeklagten habe ausfindig machen koͤnnen, da er sich, statt die aufgestellten Thatsachen zu bekämpfen, in weitlaͤufige Declamationen einge⸗ lassen habe; besonders koͤnne er (der Redner) nicht ein sehen, wie die Thron⸗Rede eine Entschuldigung des an dem Richter, Baron Smith, getadelten Benehmens dar bieten koͤnnte; weil der Koͤnig es fuͤr gut befunden habe, seinen Unwillen uͤber Vorfaͤlle in einer bestimmten Provinz auszudruͤcken, solle es jedem Richter in Sachen, die mit jenen Vorfaͤllen in gar keiner Verbindung staͤnden, vergoͤnnt seyn, ebenfalls seinen Unwillen, und zwar in noch viel staͤrkeren Ausdruͤcken, auszu⸗ sprechen? Was die Beweggruͤnde anbetreffe, die Herr Shaw dem Urheber der Motion dabei unterlege, so habe das Haus damit gar nichts zu thun, sondern nur in Betracht zu ziehen, ob die gegen den Baron Smith vorgebrachten Klagen gegruͤndet

sepen, oder nicht; dies sey die Pflicht des Hauses, um das Ir⸗