1834 / 55 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

218 11e

der in den Jahren 1828 1832 durch die Post versendeten Gelder und Pakete.

Sendungen in Staats⸗Papieren.

Courant.

Papier⸗Geld.

pflichtig. Rthlr.

frei. Rthlr.

porto⸗ porto⸗ pflichtig. frei.

Rthlr. Rthlr.

Summa.

Rthlr.

10652053 13032180 13490050 14697620 15789840

1829 1830 1831

1832

8594281 10875602 10423145

9231284 6544381

IIRnAnFmnme;

Cours habende Papiere.

Paket⸗Sendungen. Ise HbvAbxndcbbeöaelabdibn.deuv

St. K Z3 hl

1

porto⸗ V porto⸗ pflichtig. frei.

Rthlr.

porto⸗ pflichtig.

Rthlr.

porto⸗ frei.

Rthlr.

Summa. Summa.

Rthlr. Rthlr. Rthlr.

192463341 28251772 39556913 23907782 23913195 23928901

2233422 1

26170944 47220669 47733755 48809380

44061952

29368085 24210686 29409863

eeeeeehins

67808685 73391613

28775458 34699253 63474711 % 24719627 35808613 46041580 81850193 25140325

77101840]‧¼ 35366576

34677636

42661932 78028508 29013716 218057157

73020066 73471815

42767922 77445558] 36634230 99961283

36382104 43047895 79429999 42931040 8568877]

Summa aller Geldsendungen 1

im Jahre 1828... 3 3 1829. 1830

1

.238,774,439 Thaler .... 426,1 14,416 ... 310,990,041 3 1832 303,855,846

Summa. Rthlr. 63525082 8824 1709 78586802 103727127 247070873 136595513

128619811

A⁴ειιπ⁸αε⁸

- Y porto⸗ porto⸗ porto⸗ Summa. pflichtig. frei.

Pfund.

porto⸗ pflichtig.

1006861 407174

1 Su frei. mmna.

Pfund. Pfund.

8 ,,.,;

11331965 3002370 14334335

1414035

1033498 627401 1660899 % 12394978 5494614 1788959)

1074680 467842 1542522] 12136108 3670851] 158069;9

611995 1699329 12209734

1087337 1742900

1257282 512811 17.,0093 14227891 182erfen

darunter portopflichtig 92,398,910 Thaler . 100,152,062 ““ 07,238,427 8 2 110,220,172 124,512,84:

portofrei 146,375,529 Thaler. 182,724,653 318,875,989 200,769,869 179,342,999

Gold.

Courant. Papiergeld.

Courshabende Papiere. Pakete (Stuͤckzahl).

porto⸗ pflichtig.

porto⸗ frei.

mehr.

weniger.

porto⸗ pflichtig.

porto⸗ frei.

. porto⸗ porte pflichtig. Frei.

mehr.

weniger.

porto⸗ pflichtig.

porto⸗

porto⸗ porto⸗

pflichtig. frei. mehr.

mehr. weniger. weniger,

832

Sendungen gegen 1831

¹.) portopflichtig..

th) portofrei

a) portopflichtig.. h) portofrei

32 betrugen die

10652053[859428 14697620 9231284

15789840];

3544381

2686903

9' 2049900; 4505039

.

282. 24210686 3

8

177239556913 28775 458 4699253

18809380 12767922

34677630

29 40986.[144061952 13047895

rraevemcevweee

5199177 1704468 279973

3

N11688091ö.. vöbö. 8348642

e. eses ascasia⸗

mnö 763525082 8 1006861[407174

99961283 311995

mnnarseeenLnn n. r⸗

8568877] 512811

enxeneen:

6296810 169948

üFaat eNFa. Vhenne rureeeenn

18211413 22163689

25042].. 105637].

mmarnmeeeÜÜeüeeünenene

pflichtigen Sendungen haben sich im Jahre 1832 zu

a... .... Silbersendungen .. . . . ... Papiergeldsendungen Sendungen in Courshabenden Papieren

EWE 10: 10: 10:

Paketsendungen:

½ 2 1 1

Den 22.

n 0

bl. Fonds

Februar 1834. und Geld-Cours-Zeitel.

III8

(Preuss. Cour.)

88]

2f.Brieh Seld.

St.-Schuld-Sch.]/ 4 98 ¼ 97¾ Pr. Engl. Anl. 18. 103 ½ Pr. Engl. Anl. 22. 5 [103 ¾ Pr. Engl. Obl. 30., 4 93 ½ 923 Präm. Sch d. Sech. 54 4 97

5 Kurm. Obl. m. l. C. 4 Neum. Int. Sch. do.] 4

4

Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.

97 36 ½

Danz. do. in Th.

4 Elbing. do. 4 4

99

Westpr. Pfaundbr. rmrvrener

8 ..

Wechsel-Cours.

Grolshz. Pos. do 10ʃ½ Oslpr. Pfandbr. 4 100 Pomm. do. 166 Kur.- u. Neum. do. 1063 Schlesische do. 106 Rkst. C. d. K.- u. X=66 ½ Z.-Sch. d. K.- u. N. 67

Holl. vollw. Duk Neue do.

Friedrichsd'or ..

Diseconto..

173 18 ½ 13³4

42

13¾ vmnur MeA4nn.ü n vm Preéeuss. Cour.

FRrief Geld. ʒmn anuuen

Amsterdam ..

Nambunh . ...... 1 dito London Paris.. Wien in 20 Xr. 14*“*“ Br. 8lau Leipzig Frankfurt a. M. WZ. Petersburg. 1 Warschau

ööö--551-r. dito 250 Fl. 300 Mk. 3 5:

300 Mk. 2 Mt. 152

300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 srbl.

142

141

1 L St. 6 25 6

Tage 2 Mt. 3 Woch. [Kurz

Auswärtige Börsen.

Amsterdam Niederl. wirkl. Schuld 50 ½. 5 % Kanz-Bill. 22 ½. 4 ½ 9 Amort. 90.

, 17. Februar. .““

do. 94 Ausgesetzte Schuld 1 7. 3 ½ 8 72 ½. Oesterr. 95 ½. Preuss.

Prümien-Scheine 96. Russ. (v. 1828) 102 ½ (v. 1831) 94 ½. 5 % Span.

59 ½. 38 39 ½.

St. Petersburg, 14. Februar.

Hamb. 3 Mon. 92⁄. Laond. 3

Mon. 112. C.

Hamburg,

Mon. 10 ½⅝. Silb.-Rub. 359. P

20. Februar. 8

Oesterr. 59 Met. 97½. 498 do. 88 Bank-Actien 1254. Russ.

92 100 7.

agl.

Russ. Holl. 92 ¾ Met. in Hamb. Cert. 93 ¾.

Preuss.

vom Kapellmeister Franz Glaͤser.

5:10 35:10

nach der Stuͤckzahl dem Gewichte

Prümnien Scheine 106 . L'oln.

127 . Dün. 701. 49. Spnu. 39 36 ½. 43.

Norweg. 69 404.

110ll. 58 93 ½. 2 ½ ½

Meteorologische Beobachtung. Morgens Rachmitt. Abends †Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. V 10 Uhr. Beobachtung.

Luftdruck. 334. 6'„Par. 333 „7 Par. 335, Par. †Auellwärme 6,5 °AR Luftwaͤrme + 3. R. + 5,4°R. 4 °R. Flußwärme 1,4 °R. Thaupunkt +- 1,2 ° R. +.- 1,9° 9 1 0ꝗ R. MBodenwärme 1,5 °R. Dunstsaͤttg. 88 pCt. 80 pCt. 2 Ct. [Ausdünst. 0,04 6 Rh. Wetter.... V truͤbe. halbheiter. heiter. Miederschlag 0, 1 12 Rh. Wind SSW SW SW. Abwechs. Regen, um 5 kl. Wolkenzug Nm. Schnee und Regen

1834. 21 Februar.

ee nmgernHen

Koͤnigliche Schauspiele. Sonntag, 23. Februar. Im Opernhause: Robert der Teu⸗

fel, Oper in 5 Abtheilungen, mit Ballet. Musik von Meyerbeer.

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ran— ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits geloͤsten, mit Frei— tag bezeichneten Opernhaus-Billets guͤltig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Freitag bezeichnet seyn.

Im Schauspielhause: Kabale und Liebe, Trauerspiel in 5

Abtheilungen, von Schiller.

Koͤnigstäadtisches Theate

Sonntag, 23. Februar. Auf Begehren: Des Adlers Horst, Holtei. Musik

romantisch⸗komische Oper in 3 Akten, von K. v. (Dlle. Haͤhnel: Rose.) —BNTeee

ͤo

Paris, 16. Febr. Gestern wurde der Praͤsident der De⸗ putirten-⸗Kammer, Herr Dupin, von Sr. Majestaͤt empfangen.

Der Koͤnig arbeitete dann mit dem Minister des Innern.

Die Sentinelle des Pyrensées enthaͤlt folgendes Schrei⸗ ben aus Madrid vom 1. Februar: „Man weiß aus glaub⸗

wuͤrdiger Quelle, daß das Ministerium endlich die Grundlagen

zur Einberufung der Cortes angenommen hat. Die Zahl der Deputirten aus den Provinzen soll sich, wie man sagt, auf 250 belaufen. Auch ist sehr stark die Rede von einer ersten Kam⸗

den portofreien verhalten:

im Ganzen wie 18: 19

im Ganzen wie 3:1

mer, die aus 80 Mitgliedern des angesehensten Adels bestehen

soll. Unser neuer Justiz⸗Minister hat sich schon durch Verord⸗ nungen ausgezeichnet, deren Weisheit von Jedermann bewundert wird. Diejenige, welche den Predigern gebietet, waäͤhrend der bevorstehenden Fasten in ihren Reden alle Ausdruͤcke zu vermei⸗ den, wodurch die oͤffentliche Ruhe gefaoͤhrdet werden koͤnnte, war sedenfalls von dringender Nothwendigkeit. Es ist bekannt, mit welcher Stirn einige unwuͤrdige Geistliche im verflossenen Jahr das niedrige Volk zur Empoͤrung aufreizten, und wie ganz sie die Friedens-Botschaft vergaßen, die ihnen das Evangelium auftraͤgt. Durch ein gestern von der Koͤnigin erlassenes Dekret sind mehrere durch ihre liberale Gesinnungen bekannte Spani⸗ sche Granden, die bloß ihrer Grundsaͤtze halber von Ferdinand Vll. abgesetzt wurden, in ihre Aemter als Kammerherren und Major⸗ domen wieder eingesetzt worden. Der General Rodil hat bereits nahe an 8000 Mann unter seinen Befehlen an der Portugies⸗ schen Graͤnze versammelt. Man glaubt, daß Spanien naͤchstens in Portugal interveniren wird. Der General Morillo solle diese Armee kommandiren, aber er liegt, wie es heißt, an einer schweren, wahrscheinlich toͤdtlichen Krankheit danieder. Die Nach⸗ richt von der Ernennung des neuen Ministeriums ist in den Provinzen mit großem Enthusiasmus aufgenommen worden. In mehreren Staͤdten wurden aus Freude daruͤber Volks⸗Belustigun⸗ gen veranstaltet.“

In einem von Franzoͤsischen Blaͤttern mitgetheilten Schrei⸗ ben aus Madrid vom ö5ten d. heißt es, die neue Verfassung werde wahrscheinlich am 15. Febr. unter dem Titel derecho real publicirt werden, die Konigin habe die 73 zum Tode verurtheil— ten Koͤnigl. Freiwilligen begnadigt und Don Fernandez del Pino zum Castilischen Granden mit dem Titel eines Grafen von Pino Fel ernannt, und der Erzbischof von Toledo habe sich auf die an ihn ergangene Aufforderung entschieden geweigert, der In⸗ fantin Donna Isabella als Koͤnigin den Eid der Treue zu leisten.

Frankfurta. M., 19. Februar. Oesterr. 5proc. Metall. 98 ½. 98 ⅛. Aproc. 88,22%., 88,1⁄. 2 ½ proc. 53 ¼. 1proc. 23 ½. Br. Bank⸗ Actien 1512. 1510. Part.⸗Obl. 139 ¼. 139. Loose zu 100 Fl. 211. Br. Holl. 5proc. Obl. von 1832 94 ½. 94 ¼. Poln. L. 64 ½., 64⁄. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 54. 53 ¾. 4vroc. Anl. 92 ½. G. 5proc. Span. Rente 58 ½. 58 ½. 3proc. do. perp. 38 ¼. 384

Redacteur Cottel.

.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

Gewicht.

8

s

lgemeine

Berlin,

Montag

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Der bisherige Professor Dr. Schoͤler am Gymnasium in Danzig ist zum Direktor des Gymnasiums in Lissa ernannt.

Der zeitherige Kollege am Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau, Dr. Julius Held, ist zum Rektor des Gymnasiums in Schweidnitz ernannt.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung 3 zu Magdeburg ist der Prediger Haake in Garlip an die Stelle des in den Ruhestand versetzten Pfarrers Radecke um evangelischen Prediger in Buͤhne und Rimbeck bestellt und der Huͤlfsprediger Ludwig Borghardt in Wittenberg zum wvangelischen Prediger und Lehrer an der Zwangs⸗Arbeits⸗Anstalt zu Groß⸗Salze ernannt worden.

Am 21. Februar d. J. starb der Modellmeister der hiesigen Köͤnigl. Porzellan⸗Manufaktur, Herr Johann Karl Frie⸗ drich Riese, Ritter des Rothen Adler⸗Ordens vierter Klasse, nach einer vieljaͤhrigen Dienstzeit und treuer Pflicht⸗Erfuͤllung. Die Koͤnigl. Porzellan⸗Manufaktur verdankt ihm in einer lan⸗ gen Reihe von Jahren im Fache der Formerei, des Verarbei⸗ tens der Porzellan⸗Masse zu Porzellan und als Modelleur einen roßen Theil ihrer Fortschritte. Durch Liebe zu seinem Fache, durch Thaͤtigkeit und Geschicklichkeit, durch sein rechtliches und biederes Betragen, hat er sich stets die Achtung und das Ver⸗ trauen seiner Vorgesetzten, seiner Mitbeamten und aller seiner Leitung untergeordneten Personen zu erwerben und zu erhalten gewußt. 1 Sein Andenken wird daher bei der Koͤnigl. Porzellan⸗ Manufaktur immer ein gesegnetes bleiben.

Berlin, den 23. Februar 1834. Die Koͤnigl. Porzellan⸗Manufaktur⸗Direction.

—0.

eitungs⸗ 1 8 Ausland.

Rußland.

St. Petersburg, 15. Febr. Ihre Majestaͤt die Kaiserin hat, um das letzte hohe Namensfest ihres erlauchten Gemahls auf die wuͤrdigste Weise zu begehen, den durch die temporaire Landesnoth bedraäͤngtesten Volksklassen in den Neu⸗ Russischen Gouvernements durch deren General⸗Gouverneur, den Grafen Woronzow, die Summe von 25,000 Rubeln in Banko, begleitet mit einem Reskript, zukommen lassen, das dem Gouverneur in den huldvollsten Ausdruͤcken auftraͤgt, diese Geld⸗Summe nur unter die duͤrftigsten Bewohner jener Gegenden nach dem Verhaͤltnisse ihrer Noth zu verthei⸗ len. Der außerordentliche Botschafter der Pforte an un—⸗ serem Hofe, Achmet Pascha, trifft Anstalt zu seiner baldigen Abreise von hier. Man glaubte allgemein, iin noch hier beim nahen Eintritt unseres nordischen Karnevals anwesend zu sehen. Am letzten Dienstage, den 11ten d., hatte er bereits bei Ihren Kaiserlichen Majestaͤten in den Gemaͤchern des Winter⸗Palastes seine Abschieds⸗Audienz. Alle nur in irgend einer Beziehung von Wissenschaft, Kunst und Industrie merkwuͤrdigen Insti⸗ tute unserer Kaiserstadt hat der Botschafter waͤhrend seines hiesigen Aufenthalts besucht und sich aufs umnstaͤndlichste von ihrer Wirksamkeit unterrichtet; noch in der vergangenen Woche besichtigte er unsern Kriegs⸗ und Seehafen Kronstadt, imgleichen unsere ausgezeichneteren, unter dem Schutze der Kai⸗ erin stehenden weiblichen Erziehungs⸗Anstalten. Ein Hoͤchster Tagesbefehl vom 7ten d. verabschiedet, auf wiederholte Bitten

um Entlassung, den so verdienstvollen, in den letzten zwei Rus⸗

sisch⸗Tuͤrkischen Feldzuͤgen durch ausgezeichnete Thaten so ruͤhm⸗ lich bekannt gewordenen General⸗Adjutanten Grafen Pah⸗ sen I., von dem Kommando des ersten Infanterie⸗Corps, wobei er indessen in seiner fruͤheren Charge bei der Hoͤchsten Person Sr. Kaiserl. Majestaͤt verbleibt. Derselbe Tagesbefehl ernennt den General⸗Adjutanten Neidhart II. zum Chef des be⸗ sagten Corps, ihn seiner bisherigen Function als General⸗Quar⸗ tiermeister im Generalstabe Sr. Kaiserl. Majestaͤt entbindend. Se. Majestät der Kaiser lassen den Bewohnern der durch den vorjaͤhrigen fast totalen Getraide⸗Mißwachs nothleidendsten Gou⸗ vernements fortdauernde Beweise Ihrer gnadenreichen Huld an⸗

gedeihen; so haben Sie den Gutsbesitzern dieser Bezirke, sobald

sie guͤltig nachweisen, daß sie vom Mißwachs wirklich ergriffen wor⸗ den, die Zahlungsfristen ihrer den Reichsbanken schuldenden Kapita lien und Zinsen bis auf guͤnstigere Zeitpunkte zu erlassen geruht In diese Kategorie schlossen Hoͤchstdieselben noch vor einigen Tagen, auf die Vorstellung des Ministers des Innern, die Grundbesitzer der Gouvernements Pensa und Saratow, unter dem Vorbehalt der obigen Beweisfuͤhrung ein. Nach den neue⸗ sten hier eingehenden Briefen aus Moskau, das, als der Central⸗ punkt im Reiche, mit allen suͤdlich belegenen Provinzen im stets lebhaften Verkehr steht, waren die Preise auf Roggenmehl in den letzten Tagen daselbst wieder bedeutend gefallen, uͤberhaupt traten wieder guͤnstigere Konjunkturen fuͤr den inneren Betrieb ein, welcher mit dem Winter eine lebhafte und thaͤtigere Ge⸗ staltung zu gewinnen begann. Aus den Moskau benachbarten Provinzen waren gleich guͤnstige Nachrichten vom Fallen der ornpreise eingetroffen, was unstreitig auch bald wieder guͤnsti⸗ ger auf die in Stockung gerathene dortige Manufaktur⸗Industrie infuiren muß. Nach eben jenen Briefen hatten sich unter⸗ dessen in den zwei letzten Monaten des abgeschiedenen Jahres 2 Brodpreise auf einer enormen Hoͤhe erhalten, was die armen 8 olks⸗Klassen in Moskau hart bedraͤngte, den inneren Handels „Betrieb sehr laͤhmte und selbst den Absatz vie— ser dortigen Manufakturen in Stockung brachte. Die

Ursachen hiervon schreiben jene Briefe theils der anfaͤnglich all⸗ gemeinen Befuͤrchtung zu, der sich im Suͤden zeigende Getraide⸗ Mangel wuͤrde sich bald im ganzen Reiche ausdehnen, theils dem beharrlichen Zuruͤckhalten der Gutsbesitzer in den von der Aerndte beguͤnstigtern Gouvernements, hoffend, daß sie bei der unfehlbar bald eintretenden bedeutenden Preissteigerung des Korns den hoͤchsten Preis erzielen wuͤrden. Diese haben sich aber nun nach den neuesten Nachrichten in ihren Speculationen sehr getaͤuscht und sind von den gegenwaͤrtigen Konjunkturen gezwungen worden, ihre Vorraͤthe zu bedeutend niedrigeren Preisen loszuschlagen. Dem Minister des Innern wurden in diesen Tagen, naͤchst andern, zwei Proben von gehaltvollern Brod⸗Surrogaten praͤsen⸗ tirt. Das erste besteht aus der Vermischung eines Drittheil Roggen⸗ mehls mit zwei Drittheilen des vom Kornbranntwein formirten Traͤ⸗ bers; das andere aus dem Gemische von einem Theile kleinge⸗ hackten Roggenstrohs und drei Theilen reinen Roggenmehls. Der Minister unterwarf beide der Pruͤfung des seinem Mini⸗ sterium attaschirten medizinischen Conseils, welches beide, vorzuͤg⸗ lich ersteres, wegen der vielen darin enthaltenen nahrhaften und Substanzen, fuͤr weit dienlichere und bessere, das reine

oggenbrod ersetzende Surrogate erklaͤrt, als verschiedene andere, der menschlichen Gesundheit hoͤchst schaͤdliche Surrogate, de⸗ ren sich bisher unsere aͤrmsten Volksklassen zur Zeit großer Noth zu bedienen pflegten. Solche sind: Vermischungen des Roggen⸗ mehls mit Spreu (Kaff), mit Eicheln, Baumrinde, Islaͤndischem Moos u. s. w.

Odessa, 31. Januar. Ihre Majestaͤt die Kaiserin hat bei Gelegenheit des Namensfestes Ihres erlauchten Gemahls eine Summe von 25,000 Rubel fuͤr diejenigen Huͤlfsbeduͤrftigen hie⸗ siger Gegend angewiesen, die durch die letzte Mißaͤrndte am mei⸗ sten gelitten haben. Diese Summe ist, von einem Reskript be⸗ gleitet, zur unmittelbaren Verfuͤgung des General⸗Gouverneurs von Neu⸗Rußland und Bessarabien gestellt worden. Die Ober⸗ Behoͤrde von Neu⸗Rußland hat die noͤthigen Maßregeln ge⸗ troffen, um diese Summe unter die verschiedenen Wohlthaͤtig⸗ keits⸗Comité's zu vertheilen, die damit beauftragt sind, diejenigen Armen zu unterstuͤtzen, welche nicht in die Kategorie der von der Regierung Unterstuͤtzten gehoͤren.

Die Stadt Odessa, deren Gruͤndung noch nicht laͤnger her ist, als 40 Jahre, hat sich mit solcher Schnelligkeit entwickelt, daß sie vermoͤge des bedeutenden Handels, dessen Mittelpunkt sie ist, eine der wichtigsten Staͤdte des Reichs geworden. Man zaͤhlt hierselbst 18 oͤffentliche Unterrichts⸗Anstalten, worunter 12 fuͤr Knaben und 6 fuͤr Maͤdchen, zusammen mit 2000 Zoͤglingen; eine oͤffentliche Bibliothek, eine Russische und 3 auslaͤndische Buchhandkungen, ein Museum, einen Klub, ein Kasino fuͤr den Handelsstand, 2 Buchdruckereien und ein lithographisches Insti⸗ tut; einen Damen⸗Verein fuͤr Wohlthaͤtigkeit, eine Ackerbau⸗Ge⸗ sellschaft, einen botanischen Garten, eine Italiaͤnische Oper; 6000 Haͤuser mit einer Bevoͤlkerung von 50,000 Seelen, 900 Läden, 1335 Gewoͤlbe, 40 Baum⸗Gaͤrten auf einem Raum von 13,000 Quadrat⸗Fuß. Auf dem Gebiet des Weichbildes befinden sich 232 Muͤhlen; ein Flaͤchenraum von 3,592,705 Quadrat⸗Fuß ist mit Wein und ein Flaͤchenraum von 1,500,000 Quadrat⸗Fuß mit Baͤumen bepflanzt. Endlich erscheinen in der Stadt zwei Zeitungen, die eine in Russischer, die andere in Franzoͤsischer Sprache; mit der ersteren sind als Supplement literarische Blaͤt⸗ ter und die Blaͤtter der Ackerbau⸗Gesellschaft verbunden; letztere sind ebenfalls in Franzoͤsischer Sprache abgefaßt. ““

Franerelch. C““

Paris, 16. Februar. Gestern Abend wurden der Mar⸗ schall Molitor und der Herzog von Bassano von Sr. Majestaͤt empfangen. 3

Der Englische Botschafter hatte gestern eine Konferenz mit dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten und mit dem Preußischen Gesandten.

Man sagt, die Belgische Regierung habe dem Franzoͤsischen Kabinette eine Note uͤbersandt, worin sie sich uͤber den der De— putirten⸗Kammer vorgelegten Zoll⸗Gesetz⸗Entwurf beschwere.

Herr Dupont von der ECure ist gestern in Paris angekom⸗ men, und ein großer Theil der Deputirten beeilte sich, ihn sofort zu besuchen. “n

Nit der Gesundheit des Generals Lafayette bessert es sich, und seine Freunde hoffen eine baldige Rekonvalescenz.

An die Stelle des mit Tode abgegangenen Herrn Gueneau de Mussy, ist der Doktor Orfila zum Mitgliede des Rathes des oͤffentlichen Unterrichts ernannt worden.

Der Constitutionnel enthaͤlt Folgendes: „Man erinnert sich, daß die Minister, als sie mit einer Art von Feierlichkeit vor der Budgets⸗Kommission erschienen, den Beschluß der Kam⸗ mer hinsichtlich des Effektiv Bestandes der Armee zu einer Ka⸗ binets⸗Frage gemacht hatten. Sie aͤußerten sich folgendermaßen: „„Der Marschall Soult fordert 370,000 Mann. Die Kammer scheint diese Bahl auf 281,000 Mann reduciren zu wollen. Eine solche Herabsetzung halten wir fuͤr unzulaͤssig, und es scheint uns unumgaͤnglich noͤthig, daß der Effektiv⸗Bestand der Armee wenigstens auf 310,000 Mann festgesetzt werde. Sollte die Kammer weniger bewilligen, so glauben wir, uns zuruͤck⸗ iehen zu muͤssen.““% Wenn man nun aber den bestimmten ersichtrungen einer Abend⸗Zeitung glauben darf, so waͤre die Budgets⸗Kommission nach reiflicher Pruͤfung gesonnen, weder die Ursprüͤnglich verlangten 370,000 Mann, noch die 310,000 Mann, mit denen sich der Kriegs⸗Minister spaͤter begnuͤgt hatte, sondern nur 281,000 Mann zu bewilligen, welche ihr in der gegenwaͤrtigen Lage Frankreichs und Europa's hinreichend erschei⸗ nen. Wundern soll es uns nun, was das Ministerium thun wird, besonders da, wie man ebenfalls versichert, die Kommission außerdem fest entschlossen seyn soll, das ganze Reserve⸗System des Marschall Soult zu verwerfen.“

Die hiesigen Blaͤtter beschaͤftigen sich noch immer mit der Verurtheilung des Nationals. Am gruͤndlichsten eroͤrtert das Journal du Commerce diesen Gegenstand; es außert sich etwa folgendermaßen: „Das Urtheil des Gerichtshofes i

n Be⸗

treff des National von 1834 ist eine von jenen Thatsachen, auf die man die Aufmerksamkeit des Publikums nicht oft genug hin⸗ lenken kann. Wie zahlreich auch die Bemerkungen seyn moͤgen, die man uͤber jenes seltsame Gerichts⸗Verfahren schon gemacht hat, so wimmelt dasselbe doch von so vielen Unregelmaͤßigkeiten, daß man, wenn man auch nur einige derselben heraushebt, nicht u fuͤrchten braucht, schon Gesagtes zu wiederholen. Das Ge⸗ seg, welches dem Gerichtshofe erlaubt, ohne Hinzuziehung der Geschwornen zu richten, bezieht sich auf einen bestimmten Fall; nach den Worten jenes Gesetzes steht dem Gerichtshofe ein sol⸗ ches Recht nur zu, um eine ihm selbst widerfahrene Be⸗ leidigung zu bestrafen. Er hat zu entscheiden, ob er durch eine Berichterstattung uͤber seine Debatten beleidigt worden ist oder nicht. Was hat aber der Koͤnigliche Gerichtshof in der vorliegenden Sache entschieden? Eine Frage der Identttaͤt; er hat erklaͤrt, daß zwei Journale, die sich fuͤr unabhaͤngig von einander erklaͤren, ein und dasselbe Journal sind; daß das neue fuͤr das alte verantwortlich ist, nicht etwa als sein Nachfolger, sondern als das alte selbst. Der Gerichtshof koͤnnte nichts Wi⸗ dersprechenderes gethan haben, wenn er die Gesellschaft, welche den National von 1834 gegruͤndet hat, verurtheilt haͤtte, die et⸗ wanigen Schulden der Gesellschaft des National zu bezahlen. Die Haupt⸗Bedingungen der Existenz beider Journale sind ver⸗ schieden; eine andere Gesellschaft, ein anderer Herausgeber, ein anderer Titel. Was kuͤmmert das den Gerichtshof; er hat ge— sehen, daß sich unter den Abonnenten des National von 1834 eine bedeutende Anzahl der fruͤheren Abonnenten des National befanden, daß die Actionaire des einen, Actionaire des andern geworden sind, daß mehrere Redacteure des neuen Blattes an dem alten mitgearbeitet hatten, und daß das Arbeits⸗Lo⸗ kal dasselbe geblieben ist; das reicht hin, um zu bewei⸗ sen, daß beide Blaͤtter nur eins ausmachen. Die Folge eines solchen Raisonnements und des darauf gegruͤndeten Ur⸗ theils ist natuͤrlich die, daß, wenn ein Journal unter dem Druck einer richterlichen Verurtheilung aufhoͤren muß zu erscheinen, sein Lokal fuͤr immer einem neuen Journal untersagt bleibt; daß kein Actionair des alten es wagen darf, ein Actionair des neuen Journals zu werden, und daß Letzterer alle Abonnenten zuruͤck⸗ weisen muß, die auf das eingegangene Journal abonnirt waren. Es leuchtet ein, daß jenes Ausnahme⸗Gesetz, das schon sehr schlecht ist, wenn die Worte desselben strenge beobachtet werden, bei einer solchen Auslegung ganz unertraͤglich wird. Haͤtte auch wirt⸗ lich der National, wie man ihm vorwirft, die Absicht gehabt, das Gesetz zu umgehen, um sich der uͤber ihn verhaͤngten Strafe zu ent⸗ iehen, wer koͤnnte ihm das verbieten, wenn er es auf eine Weeise thut, die das Gesetz nicht untersagt? Das Gesetz schweigt uͤber einen solchen Fall, und der Gerichtshof kann nicht sprechen, wenn das Gesetz nicht vorher gesprochen hat. Alles zusammen⸗ gefaßt, was sehen wir in dieser ganzen Angelegenheit? Zwei Titel, zwei verantwortliche Herausgeber, zwei Cautions⸗Leistun⸗ gen, zwei Gesellschafts⸗Vertraͤge; und aus allen diesen Verschie⸗ denheiten beweist der Gerichtshof eine Identitaͤt. Bei einer solchen Folgerung steht Einem der Verstand still. Wir wollen nicht in Abrede stellen, daß das Urtheil aus inniger Ueberzeu⸗ gung gefaͤllt worden ist; aber wir bedauern, daß es in Frank⸗ reich Richter giebt, deren Ueberzeugung sie veranlassen kann, dem gesunden Menschen⸗Verstande so geradezu in's Gesicht zu schlagen.“” Die heute (am Sonntag) ausgegebene Nummer des Bon Sens enthaͤlt einen Artikel, worin es heißt: „Die blutigste Schmach, die man einem Volke zufuͤgen kann, besteht darin, daß man seinen moralischen und politischen Unterricht in die Haͤnde der Polizei giebt. Es ist uͤberfluͤssig, zu bemerken, daß Mißbräuche unterdruͤckt werden koͤnnen, ohne daß die Freiheit deshalb abgeschafft zu werden braucht. Die Presse hat die Restauration getoͤdtet, welche sie unterdruͤcken wollte; die neue Contre⸗Revolution wird durch die Presse untergehen, wenn letz⸗ tere auch eine Zeit lang unterdruͤckt wird. Wir haben keine andere Gewalt, als unsere moralische Energie; und doch werden wir laͤnger leben, als die Regierung, die uns angreift; wir wer⸗ den staͤrker seyn, als sie. Denen zum Trotze, die uns zum Tode verurtheilen wollen, wird der Bon Sens am Le⸗ ben bleiben. Ohne in den Straßen vertheilt zu werden, wird er den Leuten der Straße zukommen. Muͤßten wir auch mehrere Jahre lang pecuniaire Opfer bringen, wir werden es thun. Es hat uns nicht an Uneigennüͤtzigkeit und Eifer gefehlt, um den besoldeten Sonntags⸗Blaͤttern die Spitze zu bieten; unsere Hingebung wird in dem Kampfe mit unseren unedlen Gegnern nicht wanken. Von unserer Seite also werden alle Opfer gebracht, alle Huͤlfsmittel, die uns das kosackische Ge⸗ setz, welches Stillschweigen fuͤr Ordnung haͤlt, noch laͤßt, zum Heil und zur Verbreitung unseres Unternehmens aufgeboten wer⸗ den; von Seiten des Volkes hoffen wir nun auf Huͤlfe und Beistand. Moͤgen sich unsere bisherigen Leser unter sich bera⸗ then und verstaͤndigen, moͤgen sie se 10 zusammentreten, um sich zu abonniren; moͤgen sie unser Blatt an allen Orten verlangen, wo sie sich versammeln. Bald wird das Echo der Straßen nur von den Luͤgen der Polizei widerhallen, und dem Volke muß um so mehr daran liegen, zu wissen, was vorgeht, als ihm diejenigen sicher nicht wohl wollen, die ihm das zu verbergen streben, was ihm von Interesse ist.“ b Der Aufseher des Kirchhofes des Pater Lachaise ist durch den Seine⸗Praͤfekten seiner Stelle entsetzt worden. Mehrere Blaͤtter hatten behauptet, es sey deshalb geschehen, weil jener Aufseher, Herr Beaufort, bei dem Leichen⸗Begaͤngniß des Herrn Dulong dem ermuͤdeten General Lafayette einen Stuhl ange⸗ boten hatte. In einem Schreiben, welches Herr Beaufort in den National hat einruͤcken lassen, erklaͤrt er indeß diese Angabe fuͤr unrichtig, indem er keinen Stuhl zur Hand gehabt, wohl aber dem General Lafayette seinen Arm zur Stuͤtze angeboten habe. „Meine Absetzung“, heißt es in jenem Schreiben, „beruht auf anderen Gruͤnden, welche die Zeit aufklaͤren wird; die Denkschrift, die ich dem Herrn Praͤfekten uͤberreicht habe, wird ihn in den Stand setzen, zu beurtheilen, ob ich die Ab⸗