und viel versprechend. Der Ruͤb⸗ saamen hat aber hier und da durch die spaͤteren Nachtfroͤste ge⸗ lätten, je nachdem die fruͤhere milde Witterung ihn zu weit ge⸗ zwieben hatte. Im Uebrigen scheinen die Nachtfroͤste nicht ge⸗ schadet, sondern eher genutzt zu haben, indem sie naͤmlich den Tvieb in Baͤumen und Gewaͤchsen einigermaßen zuruͤckdraͤngten und verzoͤgerten, und insofern auf ein Gedeihen der etwa schon weit vor der Zeit angesetzten Fruͤchte uͤberhaupt doch nicht zu rechnen war.“
— Der Mechanikus Uhlhorn zu Grevenbroich hat vor Kurzem eine zweite Praͤge⸗Maschine fuͤr die Griechische Regie⸗ rung zu dem Preise von 2500 Rthlrn. vollendet und am 10ten v. M. nach Muͤnchen zur weiteren Befoͤrderung abgesendet.
— Im Monate Februar d. J. wurden im Regierungs⸗Bezirk Duͤssel dorf geboren 2345 Kinder, es starben 1688 Personen, mit⸗ hin sind mehr geboren als gestorben 657 Individuen Unter den Geburten sind dieses Mal 2 Drillings⸗Geburten zu bemerken, wovon die eine zu Gerresheim im Kreise Duͤsseldorf, die andere zu Walbeck im Kreise Geldern vorgekommen ist. Von den Ge⸗ storbenen erreichte eine Frau zu Gubberath im Kreise Greven⸗ broich das hohe Alter von 97 Jahren.
— In den Tuch⸗Manufakturen des Duͤsseldorf herrscht fortwaͤhrend eine sehr befriedigende Thaͤ⸗ tigkeit, besonders nachdem die Braunschweiger Messe guͤnstig ausgefallen und zu Huͤckeswagen im Kreise Lennep eine ansehn⸗ liche Quantitaͤt Tuͤcher mittlerer Gattung aufgekauft worden ist.
— Die Stadt Kleve hat zum Besten derjenigen Kreis⸗ Bewohner, welche durch die Ueberschwemmung des Rheins ge⸗ litten haben, an Geld und Naturalien den ansehnlichen Betrag von 482 Rthlr. aufgebracht; zu demselben Zwecke sind in den Buͤrgermeistereien⸗Kessel und Asperden im Kreise Kleve 86 Rthlr. und in Mettmann 150 Rthlr. gesammelt worden.
Am 13. Maͤrz fuͤhrte die Sing⸗Akademie zum ersten Mal auf: Der Einzug Christi in Jerusalem, Oratorium von C. Gruͤneisen, componirt von Rungenhagen. So lange die Sing⸗Akademie sich in der engeren Graͤnze einer Privat⸗Ge⸗ sellschaft hielt, welche sich in der Stille an dem, was sie mit beschraͤnkten Mitteln leisten konnte, erfreute, konnte das groͤßere Publikum an einen Direktor derselben nicht die Anspruͤche ma⸗ chen, die es jetzt machen darf, da dieses Institut mehr einen oͤffentlichen Charakter angenommen hat und sich durch seine oͤf⸗ fentlichen Leistungen sein Bestehen sichern muß. Es verdient daher alle Anerkennung, daß der jetzige Direktor der Anstalt, zumal er auch Mitglied der Akademie der Kuͤnste geworden ist, durch ein groͤßeres Werk den Beruf und die Tuͤchtigkeit zu der Stellung, welche er einnimmt, bethaͤtiget hat. Als Opern⸗Kom⸗ ponist und tuͤchtiger Instrumentirer hatte sich Herr Rungenha⸗ gen bei seinem ersten Auftreten in Berlin aufmunternden Beifall gewonnen, und nur die unausgesetzte Thaͤtigkeit, welche er auf Zel⸗ ters Veranlassung der Akademie widmete, hielt ihn ab, jene Bahn weiter zu verfolgen. Nicht also einen ersten Versuch, sondern ein Resultat langjaͤhriger Uebung und tiefen Studiums, verbunden mit Freiheit in der Handhabung des Materials und
gen Saaten ganz vortrefflich
Regierungs⸗Bezirks
schoͤpferischer Hervorbringung, hat uns Herr Rungenhagen ge⸗
geben und von Seiten der Mitglieder sowohl, als des Publi⸗ kums, wurde dem Meister fuͤr sein Werk die vollste Anerkennung durch die regste Theilnahme bewiesen.
———
Meteorologische Beobachtung. 8
Morgens Nachmitt. Abends ½ Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr.
10 Uhr. Beobachtung.
341, 0 „ Par. 340, 62 Par 340,0 7 Par. Quellwärme 6, 6 °R. — 2,0 °RN. + 4,6 °R. +- 3,2 °R. g w; 2 — 3,3 ° R. — 5,3 ° R. — 3, 1 ° R. Füutwarme 36 R.
90 pCt. 42 pCt. 59 pCt. Bodenwärme 3,7 °)R halbheiter . halbheiter. heiter. halbheiter. gusdünst. 0,048 ‧Rh. Niederschlag 0, 04 1 „Rh.
Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsattg. Wetter... Wind ..... Y Wolkenzug
Iar ! B 8& 115188 129, 5 .
:2g;
n e Den 15. März 1834. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel.
r Börs e.
1 1119 190
112 50
4 11qu““ (Preuss. Cour.)
1 N + 8
—
Pr. Engl. Anl. 18. Pr. Engl. Anl. 22. Pr. Engl. Obl. 390. Präm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandhr. ¶nn.—n
4 4 4
5 5 4 4 1 4
98 ½
93¾ 55 ½⅔ 97½ 97 ¾ 99 98
99 ½
071 274
[Zf. [Brief.] Geld.
St.-Schuld-Sch. 4
98%
103
103 93 ½ 54 ½
szhDisconto . . . . .
Grosshz. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kaur- u. Neum. do. Schlesische do. Kkst. C. d. K.- u. N. — Z.-Sch. d. K. u. N. IIoll. vollw. Duk. Neuec do. Friedrichsd'or ..
Wec
h
arsgeamauanaüUnnnmnne., Amsterdam dito Hamburg dito London Paris Wien in 20 Xr. Augsburg
Breslau
Ueipzix ;I.. . . . . . .. . . . 100 TPhl.
Franl fuirt a2. M. W7. Petersburg Warschau
sel- Cours.
67
Preu
—
106 ⅔ 106 ½
66 ½
17¾
13⁄ 3 ½
2. Enen.
101 ⅔ 99 ½
105
s. Cour.
Brief Geld.
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch. Kurz
150 Fl.
100 Rbl.
152 152
104 ¾ 103 ¾
142 ⅔
FUu9 imn r.d2 1, F
111“
Amsterdam, 10
März
Niederl. wirkl. Schuld 50. 59 do. 95 Ausgesetzte Schuld ts.
Kanz-Bill. 22 ⅛½.
1 0 20⁵ 21 419 Amort. 89 ⅔. 3 ½ 8
71½
Oesterr. 96 ½.
Preuss
Prümien-Scheine 96 ½. Russ. (v. 1828) —. (v. 1831) 95. 58 Span.
61 229. 38 40 ½.
Oesterr. 58 M. Engl. 100 ½.
Prämien-Scheine 107 ¾. Poln. 124. Span. 38 38 ½. 48 46 ¼.
Hamb. 3 Mon.
Hamburg, 13. März.
et. 98 ½.
4 9 do. 89.
Dän. 71. Holl. 5 3
Norweg. 68 104.
St. Petersburg, 4. März.
98.
69 Iuscr. 111. 59% do. 93.
Lond. 3 Mon. 10 ¾⅔ ½.
11 1 6à
Bank-Actien 1258. Russ. Holl. 93 ½. Met. in Hamb. Cert. 94 ½.
Russ. Preuss. 8 0 40
Silb.-Rub. 359 ½.
Koͤnigliche Schauspiele. Sonntag, 16. Maͤrz. Im Opernhause: Die Helden, Lust⸗
spiel in 1 Akt, von W. Marsano. (erster Satz), fuͤr die Harfe, tadttheaters zu Hamburg. tavio Pinelli, großes pantomimisches
fenist des
(Dlle. Th. Elsler: Im Schauspie
Abtheilungen. Montag, 17.
11t
“
Giuletta, Dlle. F. Elsler: Amalie.) Wallensteins Tod, Trauerspiel in 5
lhause:
Maͤrz.
Hierauf: Concert-militaire vorgetragen von H. Schaller, Har⸗
Und: Auf Befehl: Ot⸗ Ballet in 3 Abtheilungen.
Im Schauspielhause: Koͤnig Man⸗ fred, historische Tragoͤdie in 5 Abtheilungen und einem Vor⸗ spiel, von Raupach.
28
Koͤnigstaͤdtisches Theater. Agnes Sorel, Oper in 3 Akten.
Sonntag, 16.
Musik von Gyrowetz. Hierauf: Das Fest der Handwerker, deville in 1 Akt, von L. Angely.
Maͤrz.
Vau⸗
2 4
1
98 ¹½.
L. 62 ½. 62 ½. Preuß. Praäͤm ⸗Sch. 54 ½. 54 ½. 92 ½. G. 5proc. Span. Rente 61 9½. 60 ⅞. 3proc. do. perp. 40¾. 409.
’ 4412 az 8
Montag, 17. Maͤrz. von Montfaucon, Schauspiel in 5 Akten, von Kotzebue.
Dienstag, 18. Maͤrz. Zum erstenmale: Die Englaͤnder in Paris, Posse in 4 Akten, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. Vorher: Zum erstenmale wiederholt: Hedwig, in 3 Akten, von Th. Koͤrner. (Hr. Wacker, Theater zu Triest: Rudolph, als Gastrolle.) 8
Mittwoch, 19. Maͤrz. Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel „der juͤngere Sohn“, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.
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Neueste Nachrichten.
Pearis, 9. Maͤrz. Man versichert, der Fuͤrst Talleyrand werde binnen kurzem nach Paris zuruͤckkehren; dieses Geruͤcht findet um so mehr Glauben, als in seinem Hotel Alles in ge⸗ hoͤrigen Stand gesetzt wird.
Herr Mauguin ist fast einstimmig zum Abgeordneten von Guadeloupe ernannt worden. „Diese Wahl“, meint ein Oppo⸗ sitions⸗Blatt, „die gegen den Einfluß des Ministeriums geschehen und nur den allbekannten Grundsaͤtzen dieses Deputirten zuza⸗ schreiben ist, zeigt eine veraͤnderte Richtung in der Gesinnung der Kolonieen an.“
Die Zahl der Unterschriften, womit die auf eine Wahl⸗Re⸗ form bezuͤglichen Petitionen, welche der Kammer bereits vorlie gen, bedeckt sind, belaͤuft sich in diesem Augenblick schon auf mehr als 20,000, und man berechnet die Zahl der noch zu ge— waͤrtigenden Unterschriften unter aͤhnlichen Petitionen, die noch in den Departements zirkuliren, auf mindestens eben so viel.
Ein Todesfall, der so eben hier stattgefunden hat, koͤnnt moͤglicher Weise bedeutende Folgen nach sich ziehen, insofern e der Opposition eine Waffe gegen das Ministerium in die Hamd giebt; ein Schneider, Herr Lechevallier, ist es, der, wie sich die Oppositions⸗Blaͤtter ausdruͤcken, „nach einem dreizehntaͤgigen qualvollen Todeskampf“, an den Wunden und Schlaͤgen ge⸗ storben, die er am vorigen Sonntag auf dem Boͤrsenplate von der Polizei erhalten. Heute fruͤh wurde der Ver⸗ storbene beerdigt. Man besorgte, daß dieses Ereigniß zu Un⸗ ruhen fuͤhren koͤnnte; weil die republikanischen Blaͤtter die Stunde des Leichenbegaͤngnisses angekuͤndigt hatten, so glaubte man, die republikanischen Vereine wuͤrden zusammenberufen werden, um der Leiche zu folgen; aber es ging Alles in der groͤßten Ruhe voruͤber. Herr Lechevallier wurde nicht erst in die Kirche ge— bracht, sondern der Zug, der aus ungefaͤhr 5— 600 Personen bestans, begab sich sogleich auf den Kirchhof des Pater La Chaise.
3 Aus Madrid vom 1. Maͤrz wird gemeldet, daß die ver⸗ wittwete Koͤnigin durch ein Dekret vom 21. Februar dem Koê⸗ nige der Franzosen und dem Koͤnige von Großbritanien, alt einen Beweis ihrer freundschaftlichen und achtungsvollen Gestn⸗ nungen gegen diese beiden Souveraine, den Orden des goldenen Vließes verliehen habe. Der Herzog von Frias und der Graf von Florida⸗Blanca sind beauftragt, den genannten Monarchen die Insignien dieses Ordens zu uͤberbringen.
vom Deutschen
9
11
Metall. 99. Bank⸗ zu 100
Poln. Anl.
Frankfurt a. M., 12. Maͤrz. Oesterr. 5proc. Aproc. 891½. 89 ¼. 2 ½proc. 53 ½, 1 proc. 23 1%. Br. Aktien 1520. 1519. Part.⸗Obl. 139 ½. 138 ¼¾. Loose G. 208. Br. Holl 5proc. Obl. von 1832 94 ½. 943. 4proc.
821 6 ns vm
Redacteur Cotteldl.
——
1Ih2828 8 b Gedruckt bei A. W. Hayn.
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—
Allgemeiner
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8⸗ Bekanntmachungen. Edicetal⸗Citation. vat Am 27. Februar 1825. starb hier die verwittwete Majorin Wilhelmine von Cornberg, geb. von Cospoth, mit Hinterlassung eines unbedeutenden Vermoͤgens. bHs; Da deren Kinder und Intestat⸗Erben, worunter ein unter Vormundschaft stehender Enkel sich befindet die Theilung der Verlassenschaft beabsichtigen, und zu die⸗ K8 sem Behuf auf den Erlaß von Edictalien, wegen Erk -. mittelung etwaiger Anspruͤche und Forderungen, ange- ragen haben; so werden alle Diejenigen, welche anuangS jenem Nachlasse aus dem einen oder andern Rechts⸗., grunde etwas fordern zu koͤnnen vermeinen, hierdurch geladen, in den angesetzten Terminen, hal. den 22. April, † den 17. Juni und † d. J., unbeschadet der Ferien, den 29. Juli b von welchen der letztere peremtorisch ist und bis 4 Uhr Nachmittags ansteht, vor der unterzeichneten Landes⸗ Regierung, Vormittags 9 Uhr zu erscheinen, ihre Anspruͤche und Forderungen zu liqguidiren und geltend
Stahl.
731
in Luͤbeck.
Anzeiger fuͤr die Donnerstag den 11. September,
Dienstag den 30. September. 8* Donnerstag den 16. Oktober. mai.
Nicolay I.
Capitain N. W. Dienstag den 20. Mai, 2 Donnerstag den 5. Juni,;,“ Dienstag den 24. Juni,;,.“ Donnerstag den 10. Juli, Dienstag den 29. Juli, Donnerstag den 14. August, Dienstag den 2. September, Donnerstag den 18 September, Dienstag den 7. Oktober, Donnerstag den 23 Oktober. —
Abfahrt von Travemuͤnde um 2 Uhr Mittags. —
Die Preise der Passage sind die naͤmlichen wie im vorigen Jahre. — Anmeldungen geschehen im Comtoir der Dampfschiffahrts⸗Gesellschaft
1 .“
fit
zu machen, oder zu gewaͤrtigen, daß sie davon ausge⸗
schlossen, und diese Praͤelusion durch einen
am 5. August d. J., unbeschadet der Ferien,
zu eroͤffnenden Bescheid, zu dessen Anhoͤrung dieselben
zugleich hierdurch aufgefordert werden, ausgesprochen
werden wird.
CEoöthen, am 4. Maͤrt 1834. .
Herzogl. Anhalt. Landes⸗Regierung daselbst von Renthe.
Dampf⸗Packetfahrt
Schul-Feierlichkeit.
Die hohen auswärtigen Behörden, Freunde der Ritter-Akademie zu Brandenburg, beson- ders auch die hochgeehrten Väter, Vormünder und Angehörigen der Zöglinge dieser Anstalt werden hier- durch chrerbietigst eingeladen, der öffentlichen Prüfung dieser Zöglinge, welche Sonnabend den 22. März d J. in dem neuen Hörsaale der Ritter-Akademie stattfin- den soll, heizuwohnen. Dom Brandenburg, den 13. März 1834. Der Direktor der Ritter-Akademie,
Gönner
—
und
Superintendent Dr. Schultze.
1 wische Luͤbeck und St. Petersburg.
Die Abfahrt der beiden privilegirten schoͤnen und großen Dampfschiffe, von Luͤbeck nach St. Petersburg, ist fuͤr das Jahr 1834 auf folgende Tage festgesetzt:
“ e“] Ccvitain 3 . öö Dienstag den 13. Ma 1“ Donnerstag den 29. Mai, “ 8 Dienstag den 17. Junik,“ Donnerstag den 3. Juli, Dienstag den 22. Julik, Donnerstag den 7. August, Dienstag den 26. August,
unter
Die am 1. April d. J. faͤllig werdenden Zinsen der Koͤnigl. Spanisch 3 und 4 procentigen Renten werden von heute ab durch mich ausgezahlt. —
Ich verbinde hiermit die Anzeige, daß jeder Um⸗ satz in Spanisch 3⸗, 4⸗ und 5 procentige Renten je⸗ derzeit bei mir zum Tages⸗Course bewirkt werden kann.
Berlin, den 6. Mäaͤrz 1834. Joachim, Muͤhlendamm Nr. 4,
ben Colonaden.
In Folge unserer Anzeige vom 4. d. M. sind die gezogenen Nummern der am 12. d. zu Amsterdam
1
Berlin, den 15. Maͤrz 1834.
Frings, Sprache fuͤ
1 Thlr. 20 sgr. Grammatik.
Preis 12 ½ sar.
Preis 7 ½ sgr.
Mme. Gay:
Mme. D. Valmore: Ampere:
Sue:
und zweiter Cursus.
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sttattgehabten Verloosung der Holl. 4 ½ proct. Syndicat⸗
HDOblaationen bei uns einzusehen, und koͤnnen die geloo⸗ sten Obligationen in unserem Comptoir, Linden Nr. 27, zu ihrem vollen Werthe realisirt werden.
Preußischen Staaten.
I, Politische Geschichte, die in 36 Taf. 4g gleichzeitigen Spezial Geschichten von 36 Völken- ausgezeichnet durch 12 Farben, enthält.
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Wir verweisen übrigens auf die ausfü hrlieke Anzeige des H. Dr. Gutzkow in der Preuss. 811 v. 16 Novbr. 1833.
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heit und Leichenöffnung. 6 ⅛ sgr.
Gch.
2 Thlr.
1 “
F vnsn . mies brt hemneo e r7 1g 1gh
Zum erstenmale wiederholt: Johanna
die Banditenbraut, Dramag
Berlin, Montag den
Ausland
Frankreich.
Paris, 9. Maͤrz. In der gestrigen Sitzung der Depu— tirten⸗Kammer wurde uͤber mehrere bei der Kammer einge⸗ gangene Bittschriften Bericht erstattet. Eine derselben veranlaßte eine lebhafte Bewegung in der Versammlung. Ein Gerichtsbote in Thése, Herr Benjamin Berdincq, schlug naͤmlich der Kam⸗ mer vor, eine Adresse an den Koͤnig zu richten, und Se. Maj. in die vollstaͤndige Begnadigung der vier Minister zu bitten, welche durch die Pairs⸗Kammer zu lebenswierigem Gefaͤngniß verurtheilt worden waͤren, und auf dem Schlosse Ham gefangen gehalten wuͤrden. Der Berichterstatter verlas die betreffende Bittschrift, in welcher es unter Anderm hieß: „Man nennt die Juli⸗Verordnungen unselig; aber ich halte sie fuͤr eine unschaͤtz⸗ bare Wohlthat. Jene Verordnungen haben den Kampf herbeige— fuͤhrt, aus dem die National⸗Regierung hervorgegangen ist.“
ahlreiche Stimmen: „Die Tagesordnung.“) Der Berichterstatter bemerkte noch, daß der Bittssteller der Meinung sey, die Deputirten⸗Kammer muͤsse als Organ des Volkes, das gesiegt habe, sich den Ministern Karls X. dankbar bezeigen, und deshalb ihre Begnadigung nachsuchen. Er schlug zuletzt im Namen der Kommission die Tagesordnung vor, die auch von fast allen Seiten unterstuͤtzt wurde, als Herr Lacheze das Wort verlangte, um sich diesem Antrage uj widersetzen. „Unter den Gefangenen in Ham“, sagte er, „befindet sich Einer, zu Gunsten dessen ich nicht umhin kann, meine Stimme zu erheben, und auf den ich bei jeder Gele⸗ genheit die Theilnahme, die er mir selbst einfloͤßt, zu lenken suchen werde. Es gab, m. H., niemals einen Mann von sanfteren Sitten, von gemaͤßigteren Ansichten, als meinen Landsmann, Herrn von Chantelauze.“ (Murren und anhal⸗ tende Unterbrechung. Eine Stimme zur Linken: „Man muͤßte dann auch alle Gefangene auf dem Mont⸗St.⸗Michel in Frei⸗ heit setzen.) Herr Lachze: „Seine Freunde, und er besitzt deren unter sehr verschiedenen Fahnen, koͤnnen noch immer nicht begreifen, durch welche unselige Verknuͤpfung von Umstaͤnden er veranlaßt wurde, jene strafbaren Verordnungen zu unterzeich⸗ nen. Wenn der Tag der Gnade gekommen seyn wird, und ich wuͤnsche ihn von ganzem Herzen herbei, so werden seine Mit— buͤrger den Herrn von Chantelauze mit Vergnuͤgen wieder un⸗ ter sich sehen, und ich kann Ihnen die Versicherung ertheilen, daß sein Aufenthalt an seinem Geburtsorte durchaus mit keiner politischen Gefahr verbunden seyn wird.“ Die Kammer ging mit großer Stimmen⸗Mehrheit zur Tagesordnung uͤber.
Der Courrier françgais bemerkt in Bezug auf die vorstehende Sitzung: „Wir sind der Meinung, daß ein Gefuͤhl der Billigkeit und Schaam, dem das ganze Land Beifall gezollt haben wuͤrde, die Kammer haͤtte veranlassen muͤssen, sich in Masse zu erheben, um die Bittschrift des Herrn Berdincq dem Ministerium zu uͤberweisen. Jetzt, wo man im Zuge ist, Aus⸗ nahme⸗Gesetze zu votiren, und wo man die Rechte der Buͤrger weniger im Auge hat, als zu irgend einer Zeit der Restauration, ist die verfuͤgte Tagesordnung entweder eine Inkonsequenz oder eine Heuchelei. Warum sollten die ehrenwerthen Deputirten, welche den Herrn Barthe und Persil taͤglich Danksagungen er⸗ theilen, ohne Mitleid gegen Herrn von Chantelauze seyn?“
Die Bureaus der Deputirten⸗Kammer haben sich heute mit einem Vorschlage des Herrn Duboys⸗Aymé beschaͤftigt, der dahin lautet, die Regierung zu ermaͤchtigen, den Mitgliedern der Familie Buonaparte den Aufenthalt in Frankreich zu gestat⸗ ten, wenn sie solches fuͤr zweckmaͤßig halte. Der zweite Artikel des Vorschlages gestattet der Regierung, jene Erlaubniß wieder zuruͤckzunehmen, wenn die Umstaͤnde es nothwendig machen soll⸗ ten. Da drei Bureaus die Vorlesung der Proposition gestat⸗ tet haben, so wird dieselbe der Kammer vorgelegt werden.
Der junge Mann, von dem der Minister des Innern in der vorgestrigen Sitzung der Deputirten-Kammer behauptete, daß er an der Spitze eines mit Stoͤcken bewaffneten Haufens verhaftet worden sey, und daß man eine Pistole und Patronen bei ihm gefunden habe, erklaͤrt in den oͤffentlichen Blaͤttern diese Angaben sowohl als die, daß er Mitglied der Gesellschaft der Menschenrechte sey, fuͤr durchaus falsch, und bemerkt, daß er nicht fuͤglich, wie der Minister behauptet habe, am Sonnabend verhaftet worden seyn koͤnne, da er schon am Freitag ohne Stock und ohne Waffen verhaftet worden sey.
Man versichert, daß sich zwischen Herrn Gisquet und Hrn. von Argout ein Streit erhoben habe. Der Polizei⸗Praͤfekt habe sich naͤmlich zu dem Minister begeben, um die Absetzung dreier Friedens⸗Richter, die sich bei den Auftritten auf dem Boͤrsen⸗ platze kompromittirt haͤtten, zu verlangen, welcher Forderung sich Herr von Argout auf das Entschiedenste widersetzt habe.
Man spricht von einem neuen legitimistischen Verein, der in Paris unter dem Namen: „Philanthropische Gesellschaft Heinrich's V.“ gebildet werden, und dessen Hauptzweck es seyn soll, die Lage der wegen politischer Vergehen gefangenen Legiti⸗ misten zu erleichtern.
Die Republikaner von Chalons⸗sur⸗Saône und von mehre⸗ ren anderen Punkten des Departements der Saône und Loire haben am 3. Maͤrz eine General⸗Versammlung auf einem Berge des Kantons Givoy gehalten, woruͤber der Patriote de Saone et Loire unter der Ueberschrift: „Fest der Rechte des Men⸗ schen“, folgenden Bericht abstattet: „Am letzten Sonntag, Mor⸗ gens, haben sich die Sectionaire der Gesellschaft der Menschen— rechte auf dem Gipfel des Berges Santon versammelt, der weit das Land beherrscht; der Zweck dieser Versammlung war, zur Wahl der Mitglieder des Kantonal⸗Comité dieser Gesellschaft zu schreiten. Die Mitglieder jener von Chalons⸗sur⸗Saône ha⸗ 1 sich dorthin begeben, und wurden mit Herzlichkeit von ihren Mitbuͤrgern empfangen, die ihnen unter Absingung patriotischer Hymnen entgegen kamen. Freude und Enthusiasmus fuͤhrten bei diesem Feste den Vorsitz. Unter den zahlreichen Zuschauern,
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die dasselbe herbei gezogen hatte, bemerkte man junge Leute, welche eine lebhafte Aufmerksamkeit dieser so neuen Scene schenkten, die fruchtbare Keime in ihren Gemuͤthern tra⸗ gen wird. Reden wurden gehalten. Herr Parisé, Notar, Praͤsident der Versammlung, machte eine Schilderung von dem Guten, welches die Juli⸗Revolution, die Erbin unserer er⸗ sten Revolution, hervorbringen sollte, eine Wohlthat, um welche Frankreich durch eine gehaͤssige Faction verraͤtherisch verkuͤrzt ward; er zeigte dann, daß die Vereine, gegen welche diese Fac⸗ tion jetzt ihre Kraͤfte concentrire, unfehlbar den Besitz dieser Wohlthat wieder erobern muͤßten. Dieser ehrenwerthe Buͤrger, so wie die Mitglieder der Gesellschaft der Menschenrechte von Chalons⸗sur⸗Saëne, die nach ihm das Wort nahmen, erhielten großen Beifall. Ein frugales und improvisirtes Bankett kroͤnte die Wahl. Endlich trennte man sich, nachdem man die Luft von republikanischen Liedern ertoͤnen lassen und sich versprochen hatte, sich oft zu versammeln. Inmitten dieses Festes, dessen Beispiel nicht fruchtlos seyn wird, versuchten Feldhuͤter dasselbe dadurch zu unterbrechen, daß sie der Versammlung den Befehl gaben, sich zu zerstreuen. Man antwortete ihnen, der Maire, der sie abgeschickt habe, muͤsse selbst erscheinen; dieser Vorfall hatte keine Folge.“ 8
Aus Bayonne meldet man unterm 4ten d.: „Der Gene⸗ ral Quesada hat die Truppen der Garnison von Pampelona gemustert, und verschiedene militairische Anordnungen getroffen. Unter Anderem hat er auch zwei Offiziere mit Instructionen an Zumalacarreguy abgesandt. Einige Personen behaupten, diese Mission habe den Zweck, denselben zu bewegen, sich der Regie⸗ rung der Koͤnigin zu unterwerfen. In allen Staͤdten, durch welche Quesada gezogen, hat er den Karlisten von Einfluß den Befehl gegeben, das Land zu verlassen, und sie zu diesem Ende bis Santander eskortiren lassen, wo man sie nach den uͤberseei⸗ schen Besitzungen einschiffen wird.“
Im Constitutionnel liest man: „Wir haben heute ein wichtiges Schreiben von unserm Madrider Korrespondenten erhal⸗ ten, der die Zukunft jenes Landes mit sehr duͤsteren Farben schildert. Das Dekret hinsichtlich der staͤdtischen Miliz hat, wie schon gemeldet, uͤberall die lebhafteste Unzufriedenheit erregt. Die unbegreifliche Langsamkeit, mit der man bei Zusammenbe⸗ rufung der Cortes, deren Sitzungen, wie es heißt, geheim seyn sollen, zu Werke geht, hat das Mißvergnuͤgen auf den hoͤchsten Gipfel getrieben. Man fuͤrchtet von Neuem eine insurrectio⸗ nelle Bewegung in Catalonien. Andererseits treten die Karli⸗ sten in den noͤrdlichen Provinzen mit verdoppelter Kuͤhnheit auf. Man spricht sogar von einer den Truppen der Koͤnigin beige⸗ brachten Niederlage. Morgen waerden wir naäͤhere Details geben.“
Aus Barcelona meldet man vom 28. Febr.: „General Llauder hat hier am 25sten das Dekret uͤber die staͤdtische Miliz bekannt gemacht und dabei erklaͤrt, „„daß ungeachtet dieses Koͤ— nigl. Dekretes keine Veraͤnderung in der Organisation der staͤd⸗ tischen Miliz von Catalonien stattfinden werde, weil es gefaͤhr⸗ lich und unpolitisch seyn wuͤrde, eine solche unternehmen zu wol⸗ len.““ Der General uͤbernimmt diese Verantwortlichkeit kraft der außerordentlichen Gewalt, mit der er bekleidet ist, um durch alle ihm zu Gebote stehende Mittel die Ruhe des ihm anver⸗
trauten Fuͤrstenthumes zu sichern. Großbritanien und Irland.
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Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz⸗ zung vom 7ten. In der Morgen⸗Sitzung leistete der neu ernannte General⸗Fiskal Sir C. Pepys, als Parlaments⸗Mit⸗ glied fuͤr Malton, den uͤblichen Eid, und der Sprecher zeigte dem Hause an, daß uͤber die Erwaͤhlung des Herrn Ebenezer Jacob fuͤr Dungarvon in Irland Beschwerden eingelaufen seyen, und daß die Sache am 15ten d. in Erwaͤgung gezogen werden solle. Die Abend⸗Sitzung wurde hauptsaͤchlich mit den fortge⸗ setzten Debatten uͤber Herrn Hume's Antrag auf Veraͤnderung der Korn⸗-Gesetze ausgefuͤllt. Vorher jedoch zeigte Herr Har⸗ vey an, daß er am 10. April, wo die Erwaͤgung der jetzigen Pensions-Liste vor dem Hause wieder in Anregung gebracht werden soll, auf eine Zaͤhlung des Hauses antragen werde. Ueber den Humeschen Antrag ließen sich zuvoͤrderst Herr Ewart und der Graf von Darlington, der Erstere fuͤr, der Letztere gegen denselben, vernehmen. Darauf er⸗ hob sich Herr Poulett Thomson, der Vice⸗Praͤsident der Handels-⸗Kammer, zu Gunsten der Motion und setzte nach einer umstaͤndlichen Caplatio benevolentiae, in welcher er zu⸗ gleich alle, deren Meinung er nicht theilen koͤnne, um Verzei⸗ hung bat, die Gesichtspunkte auseinander, von denen aus er den Antrag des Herrn Hume betrachtet wissen wollte. „Bevor ich jedoch auf den Gegenstand selbst eingehe“, fuhr er fort, „muß ich eine Aeußerung des edlen Grafen, der so eben dem Hause seine Ansichten uͤber die fragliche Sache vorgelegt hat, zu berichtigen mir erlauben. Derselbe machte, wofern ich ihn recht verstanden, die Bemerkung, daß er sein Amendement zuruͤckgenommen habe, weil es der Wunsch der Regierung sey, den Antrag des Herrn Hume verworfen zu sehen. Wie falsch diese Ansicht von der ge⸗ sammten Gesinnung der Regierung Sr. Majestaͤt ist, ergiebt sich wohl jetzt am besten, wenn ich selbst, ebenfalls ein Mitglied derselben, nichtsdestoweniger zur Unterstuͤtzung des Hume’schen Antrags meine Meinung abgebe.“ Nachdem der Graf von Darlington seine Aeußerung gegen die Deutung, die ihr von Seiten des Redners widerfuhr, verwahrt hatte, fuhr dieser in der Widerlegung des in Rede stehenden Antrags fort und hob besonders aus der Rede des ersten Lords der Admiralitaͤt einige Punkte hervor, die er ausfuͤhrlich beleuchtete. „Der edle Graf (von Darlington)“, fuhr er dann fort, „hat die Versicherung gegeben, daß es die vollkommenste Unwissenheit uͤber die Lage des Landes verriethe, wenn Jemand der Meinung waͤre, der Paͤchter gewaͤnne nicht durch die jetzt bestehende Beschraͤnkung der fremden Getraide⸗Einfuhr. Auf dergleichen Behauptungen kommt es hier eben so wenig, als auf deren Widerlegung an; es handelt sich vielmehr darum, wie die Lage der Paͤchter
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waͤhrend der Legislation der letzten 19 Jahre war. Wenn i gend Jemand ein Recht zu klagen hat, so war es der Paͤchter, der sich von der Legislatur getaͤuscht sah. Das Korn⸗Gesetz von 1815 enthielt die Zusicherung, daß der Preis des Getraides nicht unter 80 Shilling per Quarter fallen sollte. Auf Grund dieser Zusicherung verwandte ein großer Theil wackerer und be⸗ triebsamer Maͤnner ihre Kapitalien auf Anpachtung großer Laͤn⸗ dereien und Guͤter. Dann kam das Korn⸗Gesetz von 1828, und was fuͤr Versprechungen enthaͤlt dieses? Ich bin uͤberzeugt, daß mein edler Freund die Genauigkeit der Angaben nicht in Ab⸗ rede stellt, welche Herr Canning bei Einfuͤhrung dieses Korn⸗ Gesetzes in seiner Rede mittheilte. „„Ich denke — so äͤußerte sich damals der eben citirte Gewaͤhrsmann — dies Projekt wird den Umfang der Schwankungen im Getraide⸗Preise auf eine Differenz von 55 zu 65 Shillingen reduciren, waͤhrend sonst der Preis zwischen 38 und 112 Shillingen fluctuirte.“ 7 Ich frage nun, 8 sich in Folge des Korn⸗Gesetzes von 1828 diese Hoffnungen und Versprechungen erfuͤllt? Schlaͤgt man die Listen der Getraide⸗Preise nach, so ergiebt sich, daß der Weizen am 30. Januar 1831 75 Shill. 11 Pence kostete, waͤhrend er gegenwaͤrtig 48 Shill. kostet. Durch jene Zusicherung ist also der Paͤchter getaͤuscht und hat sich, weit entfernt, von der Legis⸗ lation des Parlaments beguͤnstigt zu seyn, vielmehr uͤber diese Ungerechtigkeit, die ihm widerfuhr, zu beklagen, da er sich auf den Grund jener Versprechungen in Unternehmungen einließ, die bei so bewandten Umstaͤnden seinen Ruin herbeifuͤhrten. Hier⸗ auf hat mein geehrter Freund, der erste Lord der Admirali⸗ taͤt, gar keine Ruͤcksicht genommen, so wie er denn, nicht weniger als der edle Graf von Darlington, die Verhaͤltnisse der Paͤchter gar zu leise beruͤhrt hat. (Gelaͤchter.)“ — Der Redner ging sodann zu einer Betrachtung der Lage des Ackerbaues uͤber. Er aͤußerte seine Verwunderung daruͤber, wie man habe ausrechnen koͤnnen, daß bei einem Sinken der Korn⸗ Preise 2 Millionen Acres Land unbebaut liegen bleiben muͤßten und 250,000 Ackerbauer, mit ihren Familien⸗Mitgliedern, also ungefaͤhr 900,000 Personen, in Unthaͤtigkeit gesetzt, mithin in Elend gestuͤrzt wuͤrden. „Ich will nicht in Anregung bringen, — fuhr Herr Thomson spaͤter fort, — daß 960,000 Pañͤchter vom Ackerbau, und 13 Millionen Einwohner unseres Koͤnigreichs vom Handel leben, denn auf Zahlen⸗Verhaͤltnisse mag ich mich nicht verlassen; allein daran will ich erinnern, daß die Ausfuhr unserer Manufaktur⸗ und Fabrik⸗Artikel jaͤhrlich von einem Betrage zwi⸗ schen 34 und 36 Millionen Pfd. Sterlin ist; haͤngt diese Differenz von dem Stand der Preise in der Heimath ab? Mit nichten; vielmehr von den Handels⸗Verhaͤltnissen jener verschiedenen Laͤnder und Him⸗ mels⸗Striche, zu denen wir unsere Artikel fuͤhren. Oder ist das Schwanken in dem Handels⸗Ertrag das Resultat unserer heimi⸗ schen Korn⸗Preise? Niemand, der den Zusammenhang der Dinge naͤher erkennt, kann diese Frage bejahend beantworten. Keines⸗ weges kann ich auch die Ansicht des ersten Lords der Admirali⸗ taͤt theilen, daß wir von der Willkuͤr des Kontinents abhaͤngig wuͤrden, wenn wir die Einfuhr des Getraides erleichtern. Stau⸗ nen vielmehr muß ich, wie mein sehr ehrenwerther Freund be⸗ haupten konnte, daß wir in der Zeit des letzten Krieges fuͤr alle unsere Schaͤtze unser Beduͤrfniß an Korn nicht haͤtten befriedigen koͤn⸗ nen, da es thatsaͤchlich erwiesen ist, daß wir niemals eine reichere Zu⸗ fuhr, als mitten im Kriege hatten, und waͤhrend desselben uͤberhaupt nicht weniger als 1,400,000 Quarters eingefuͤhrt worden sind.“ — Herr A. Baring sprach sich sehr energisch gegen den An⸗ trag des Herrn Hume aus; auch Lord Althorp widersetzte sich demselben, indem er meinte, er saͤhe jetzt keine dringende Nothwendigkeit zu einer Veraͤnderung der Korn⸗Gesetze, waͤhrend es andererseits allgemein anerkannt sey, daß die ackerbautreibende Bevoͤlkerung große Noth leide; diese Noth aber wuͤrde, wenn die vorgeschlagene Maßregel durchginge, noch viel hoͤher steigen, waͤre es auch nur um des Allarms willen, den sie erregen wuͤrde; die Lage des Handels⸗ und Manufaktur⸗Interesses habe sich sehr verbessert, und es wuͤrde daher sehr
ungerecht seyn, diese Interessen auf Kosten des Ackerbaus jetzt noch mehr zu beguͤnstigen; uͤbrigens muͤsse er aufs ausdruͤcklichste erklaͤren, daß die Minister uͤber diese Frage nicht als Minister, sondern nach ihrer individuellen Ansicht abstimmten. Lord Palmerston stimmte ebenfalls gegen die Motion, und zwar aus aͤhnlichen Gruͤnden, wie der Kanz⸗ ler der Schatz⸗Kammer. Als es zur Abstimmung kam, ergaben sich 155 Stimmen fuͤr und 312 gegen den Humeschen Antrag, so daß derselbe mit einer Majoritaͤt von 157 Stimmen verwor⸗ fen wurde. Am Schluß der Sitzung wurde noch auf den An⸗ trag des Lord Althorp ein Ausschuß zur Untersuchung der La⸗ sten, die den Gutsbesitzern und Paͤchtern aus den Grafschafts⸗ und Chaussee⸗Abgaben erwachsen, mit Ruͤcksicht auf eine moͤg⸗ liche Erleichterung derselben, ernannt. Unterhaus. Sitzung vom 10ten. Ehe sich das Haus in den Subsidien⸗Ausschuß verwandelte, der heute an der Tages⸗ ordnung war, wurden mehrere Motionen vorgebracht; unter Anderen trug Herr Pease auf Abschaffung derjenigen Klaufel der Irlaͤndischen Anatomie⸗Bill an, wodurch es den Richtern gestattet wird, die Diebe an Ketten aufhaͤngen zu lassen, und Herr Littleton erklaͤrte, daß er nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn auch die ganze Bill aufgehoben wuͤrde. Herr O'Connell verschob seinen Antrag auf Untersuchung des Zu⸗ standes der Landes⸗Valuta und der Staats⸗Schuld bis auf den 18ten April. Auf eine Frage desselben Mitgliedes erklaͤrte Lord Howick, daß die Regierung dem Parlament eine Bill vorzule gen beabsichtige, wonach das alten von Mieths⸗Kutschen kuͤnftig nur in Folge von Erlaubniß⸗ cheinen gestattet seyn sollte. Herr L. Fergusson uͤberreichte eine Bittschrift vom Capitain Roß, worin dieser um eine Remuneration nachsucht; dies Gesuch wurde durch Petitionen der Staͤdte Kingston und Liverpool unterstuͤtzt, und da Lord Althorp erklaͤrte, daß der Koͤnig dem Gesuch seine Zustimmun gegeben haͤtte, so kam man uͤberein, daß Herr Fergusson den Gegenstand am Mittwoch vor dem Hause zur Sprache bringen sollte. In dem Subsidien⸗Ausschuß wurden wieder mehrere Forderungen des Kriegs⸗Secretairs Herrn El⸗ liece bewilligt; Herr Hume und Herr Cobbet widersetzten sich
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