war, der Erstere der Bewilligung der zur Unterhaltung der .. der Letztere der Bewilligung der zur Auszah⸗ lung des halben Soldes an fremde Offiziere geforderten Summen, wovon sich die erste auf 82,179, die zweite auf 81,240 Pfund belief; ihre Amendements wurden aber verworfen, das Humesche mit 135 gegen 52, das Cobbetsche mit 200 gegen 4 Stimmen. Es wurden sodann noch mehrere unbedeutendere Bills, theils zum zweiten, theils zum dritten Male verlesen. Die von Lord J. Russell eingebrachte Bill in Bezug auf die Trauun⸗ en der Dissenters erhielt die erste Lesung; die zweite setzte der ord bis zum 28. April aus, damit die Dissenters gehoͤrige Zeit
haben moͤchten, ihre etwanigen Einwendungen gegen die Maß⸗
regeln geltend zu machen. Lord Althorp erklaͤrte auf eine von Herrn Tooke an ihn gerichtete Frage, daß die Regierung eine Maßregel zur Verbesserung der Reform⸗Bill einzubringen gede ke.
London, 11. Maͤrz. Der Koͤnig nahm gestern ein Dejeu⸗ ner bei dem Grafen von Albemarle ein, zu dem unter Anderen auch der Fuͤrst Lieven, Herr Dedel und Herr Stanley eingela⸗ den waren.
Der Fuͤrst Talleyrand und der Spanische Gesandte hatten gestern mit Lord Palmerston eine Unterredung im auswaͤrtigen
mte. Der Oberrichter Sir Th. Denman hat gestern, nachdem er
eine Zusammenkunft mit dem Grafen Grey und dem Lord Kanz⸗
ler gehabt, seine Rundreise zur Abhaltung der Bezirks⸗Gerichte angetreten.
Der Geheimeraths⸗Befehl vom 9. Dezember v. J., wo⸗ durch den nach Canton handelnden Britischen Schiffen gewisse Zoͤlle auferlegt wurden, ist unterm 5ten d. widerrufen worden.
Der Capitain Eaton Travers von der Koͤniglichen Marine hat die Ritterwuͤrde erhalten.
Der von Lord Althorp eingebrachten Bill zufolge, soll die Haus Steuer mit dem 5. April dieses Jahres aufhoͤren.
Der Courier hat nun von dem zum Befehlshaber des „Revenge“ ernannten Capitain Elliot die gewuͤnschten Erklaͤrun⸗ gen uͤber seine Stellung zu den beiden Parteien in Portugal erhalten; es ergiebt sich daraus, daß er ein Freund von Pal⸗ mella ist, und daß ihm zwar in fruͤherer Zeit, sowohl schon von dem Koͤnige Johann VI. wie spaͤter von Dom Miguel, das Anerbie⸗ ten gemacht worden war, das Kommando uͤber die Portugiesi⸗ sche Flotte zu uͤbernehmen, daß er es aber beide Male abgelehnt hatte, und daß er uͤberhaupt mit Dom Miguel's System nichts weniger als einverstanden ist.
Die Zahl der von Dissenters eingereichten Bittschriften um Abhuͤlfe ihrer Beschwerden belaͤuft sich schon auf 61 mit 10,167 Unterschriften; 65 Petitionen mit 41,933 Unterschriften sind dem Parlament gegen das Zehnten⸗System uͤberreicht worden; die Zahl der auf die Aufloͤsung der Union bezuͤglichen Bittschrif⸗ ten betraͤgt 42 mit 260,260 Unterzeichnungen; gegen die Malz⸗ Steuer sind bis jetzt 80 Petitionen mit 15,359 Unterschriften
eeingegangen.
von Terceira befehligten
Im Sonnabend⸗Blatt der Times liest man Folgendes mit Bezug auf Portugal: „Wir lassen mit dem Druck einhalten, um die Ankunft eines Schiffes von Lissabon zu melden, wel⸗ cdes am 2. Maͤrz von dort abgesegelt ist und die Nachricht mitbringt, daß seit der Schlacht vom 18. Februar, uͤber die wir neulich Saldanha's offiziellen Bericht mitgetheilt haben, nichts von Wichtigkeit dort vorgefallen war. In der Naͤhe von La⸗ gos scheint es am 13. zu einem kleinen Gefecht gekommen zu seyn, indem ein Miguelistisches Corps, das einen Angriff gegen die Constitutionnellen unternommen hatte, mit Verlust zuruͤckge⸗ schlagen wurde.“ — Der Courier berichtet uͤber die von jenen Schiffen mitgebrachten Nachrichten Folgendes: „Die vom Herzoge Truppen sollen binnen wenigen Tagen nach dem Suͤden marschiren. Der Capitain des Dampfboots „Royal William“ sagt aus, daß in Lissabon Alles vollkommen ruhig war, und daß man uͤber den Ausgang des naͤchsten Treffens zwischen den feindlichen Armeen keinen Zwei⸗ fel hegte, indem man, den Nachrichten aus Santarem zufolge, nach der letzten Schlacht uͤber 3000 Mann von Dom Miguel's Armee, theils an Todten, theils an Ueberlaͤufern, vermißte; Viele waren auch auf ihrem Ruͤckzuge nach Santarem abgeschnit⸗ ten worden und hatten sich in das Innere des Landes zerstreut. Dem General Saldanha sollen in dem Treffen vom 18ten drei Pferde unter dem Leibe erschossen worden seyn. Mit Dom Pedro's Gesundheit hatte es sich sehr gebessert; er schien die
letzte Unpaͤplichkeit gluͤcklich uͤberwunden zu haben.“ — Im
Morning Herald heißt es in derselben
eziehung: „Entweder
sind die Pedroisten genoͤthigt, all' ihre Aufmerksamkeit auf San⸗
von Terceira an der Cartaxo zu verhindern;
8
deer heutigen Boͤrse noch mehr h
tarem zu richten, oder ihre Privat⸗Streitigkeiten und Eifersuͤch⸗
teleien verhindern sie, einen ordentlichen Streich gegen Dom Miguels Armee auszufuͤhren. Seit dem 18ten hat kein Ge⸗ fecht stattgefunden, aber die Miguelistischen Streitkraͤfte standen in guͤnstiger Lage und in gleicher Staͤrke, wie die Pedroisten, außerhalb Santarem's, obgleich sie eine Stellung inne hatten, aus der sie leicht vertrieben werden konnten; indeß blieb ihnen dann immer noch ein sicherer Ruͤckweg nach der Festung uͤbrig. Ihr letzter Angriff hat die Wirkung gehabt, den Herzog Entfernung eines Truppentheils von dieser hatte naͤmlich eine Expedi⸗ tion nach Alemtejo beabsichtigt; und da saäͤmmtliche Verstaͤr⸗ kungen, die man in Lissabon auftreiben konnte, zur Armee abge⸗ sandt wurden, so mußten die Operationen gegen Salvatierra auf⸗ gegeben werden. Die Kanonierboͤte unter Capitain Henry lagen u diesem Zweck schon bereit, aber Admiral Napier konnte keine ruppen dazu bekommen, und er braucht 1000 bis 1200 Mann. Vor Kurzem waren 200 Rekruten von Irland angekommen, so wie drei Schiffe mit Pferden von Portsmouth. Im Ministe⸗ rium war keine Veräaäͤnderung vorgegangen.“ — Der Globe vom Sonnabend sagt: „Die heute aus Lissabon eingegangenen Nachrichten lauten weniger erfreulich, als die fruͤheren. Unter der Partei der Koͤnigin drohten Spaltungen auszubrechen, die der constitutionnellen Sache sehr gefaͤhrlich werden koͤnnten. Die Nachricht, daß die Miguelisten sich noch immer in einer Lage befinden, in der sie der Truppen der Koͤnigin kuͤhn die Stirn bieten koͤnnen, hat die Portugiesischen Obligationen an eruntergedruͤckt.“ — Gestern wurde hier folgendes Schreiben aus Falmouth vom 9ten d. verbreitet: „So eben ist der „Pike“ hier angekommen, der Lis⸗ sabon am 4ten d. M. verlassen hat. Am 2ten Nachmittags war es zwischen der Avantgarde der beiden Armeen zu einem Gefecht gekommen, aus dem sich ein vollkomme⸗ nes Treffen entspann, das mit einer gaͤnzlichen Niederlage
der außerhalb Santarem stehenden Miguelistischen Streit⸗
Kraͤfte endigte. Die Wenigen, welche dem furchtbaren Blut⸗ bade entgingen, zogen sich in die Mauern der Festung zuruͤck, egen die nun von Seiten der Constitutionnellen ein baldiger ngriff erwartet wurde, denn Dom Pedro ging am 3ten, in Begleitung des Herzogs von Terceira, von Lissabon zur Armee
WID1
ab.“ — Heute jedoch erklaͤren der Courier und der Globe diesen Bericht fuͤr eine bloße Boͤrsen-Speculation, und in der That sind auch die Portugiesischen Obligationen wieder gefallen.
Die hiesigen Gas⸗Compagnieen haben in den letzten Tagen der vorigen Woche 121 ihrer Arbeiter entlassen, weil man fuͤrch⸗ tete, daß dieselben irgend einen Streich ausfuͤhren moͤchten, weil sie zu den Handwerker⸗Vereinen gehoͤrten und in der letz⸗ ten Zeit oͤfters auf Erhoͤhung ihres Lohns angetragen hatten; sie empfingen naͤmlich woͤchentlich 28 Shilling Arbeitslohn und taͤglich einen Krug Porter. Die Arbeiter, welche man dagegen in Dienst nahm, wurden erst daruͤber verhoͤrt, ob sie auch nicht Mitglieder der Handwerker⸗Vereine waͤren. In der ersten Zeit geht es nun freilich mit ihrer Arbeit noch nicht so schnell von Statten; die von der Gas⸗Compagnie in Westminster angenom⸗ menen waren nur im Stande, 20,000 Kubikfuß Gas in der Stunde zu fabriciren, waͤhrend die sruͤheren stuͤndlich 35,000 Kubikfuß bereiteten; man besorgte daher ein paar Mal, daß die Gas⸗Laternen erloͤschen wuͤrden, indeß ging es nach und nach besser.
Unter den 11 Fallissements, die kuͤrzlich zu New⸗York statt⸗ gefunden haben, befinden sich zwei sehr bedeutende, das eine zu 5 Millionen Dollars, welches das Handelshaus S. und M. Allen, das andere zu 3,500,000 Dollars, welches das Handels⸗ haus Cephas, Miles und Compagnie betroffen hat. In Phila⸗ delphia haben 3 Haͤuser, in Boston 4, in Salem 1 und in Gloucester 1 fallirt. Die Gesammt⸗Summe aller dieser Banke⸗ rotte wird auf 20 Millionen berechnet.
b ““
Aus dem Haag, 10. Maͤrz. In Folge aus Wien ein⸗ gegangener Depeschen ist heute ein außerordentlicher Kabinets⸗ Rath gehalten worden. — Der Tag der Ruͤckkunft des Prinzen
von Oranten ist noch nicht bestimmt; man vermuthet, Se. Koͤ⸗ nigliche Hoheit werde sich einige Zeit in Kassel und Weimar
aufhalten.
1“ AEEq11L1“
Bruͤssel, 11. Maͤrz. In der gestrigen Sitzung der Re⸗ praͤsentanten⸗Kammer legte der Justiz⸗Minister einen Ge⸗ setz⸗Entwurf vor, durch welchen das Personal bei den Gerichts⸗ hoͤfen vermehrt werden soll.
Aus Antwerpen meldet man vom gestrigen Tage: „Der Kriegs⸗Minister, Baron Evain, kam gestern hier an, und begab sich unverzuͤglich in Begleitung mehrerer Offiziere nach der Ci⸗ tadelle. Diesen Morgen ist der Minister zur Besichtigung des Doel abgegangen, von wo er heute Abend zuruͤckerwartet, und dann noch die Offiziere der Garnison empfangen wird. — Seit diesen Morgen hat man bemerkt, daß statt 3 oder 4 Kanonier⸗ Schaluppen jetzt deren 11 auf der Rhede von Lillo liegen. — Ein Bataillon des 2ten Jaͤger⸗Regimentes zu Fuß ist heute hier
eingeruͤckt; 3 Compagnieen dieses Bataillons werden gleich nach
dem linken Schelde⸗Ufer abgehen.“
In der Nachschrift eines Briefes vom Doel vom 8. Maͤrz 10 Uhr Abends heißt es: „Man meldet uns, daß einer der die Deiche der uͤberschwemmten Polders bewachenden Posten Feuer auf drei feindliche Fahrzeuge gegeben hat, die nach dem Zapfen⸗ streich in sehr dunkler Nacht auf unser Gebiet kamen. Unsere Posten werden diese Nacht verstaͤrkt werden.“
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 28. Februar. Mehrere unserer Blaͤtter ha⸗ ben bisher mehr oder weniger ausfuͤhrlich auf das Unzweckmaͤ⸗ ßige der bisherigen Einrichtung der Regierungs⸗Proposition uͤber das Budget beim Anfange eines jeden Reichstages aufmerksam gemacht, daß auf Ueberschuͤsse der Einnahme uͤber die Ausgabe im Voraus gerechnet wird, und daß dann Ausgaben, die nach und nach als erforderlich angenommen werden, auf diese Ueber⸗ schuͤsse angewiesen werden. Reichen dann, wie es gewoͤhnlich ist, in der Verwaltung jene Ueberschuͤsse zu diesen Ausgaben nicht hin, so werden die Steuern am kuͤnftigen Reichstage um so viel erhoͤht, und beides wird auf den ordentlichen Status ge— bracht, wonaͤchst wieder auf neue Ueberschuͤsse Anschlag gemacht wird u. s. w., so daß die Lasten der Steuerpflichtigen sich fort⸗ waͤhrend in steigender Progression befinden, wogegen die etwa vorkommenden Ersparnisse einen nicht des Nennens werthen Be⸗ lauf ausmachen.
In der Sitzung des Buͤrger⸗Standes, wo uͤber die Koͤnigl. Proposition des Budgets einfach Verweisung an den Staats⸗Ausschuß beschlossen ward, aͤäußerte vorher noch Herr Petré uͤber einen damit zusammenhangenden Gegenstand Fol⸗ gendes: „Der Koͤnig hat in der Thren⸗Rede zu erklaͤren geru⸗ het, wir duͤrften hoffen, daß ein ungestoͤrter Friede immer mehr die Interessen der Nationen verknuͤpfen werde; der Friede biete dem Wirkungs-Vermoͤgen Aller eine zu große Entfaltung dar, um aufs Spiel gesetzt werden zu duͤrfen, und das Recht der Menschheit fordere Ausgleichung der Ansichten, Vereinigung der Denkweisen. — So sind wir denn berechtigt, zu glauben, daß Se. Maj., weit entfernt, auf einen Angriffs⸗Krieg zu denken, bloß zum Zwecke haben, unsere Waffen⸗Macht zu Lande und zur See so zu organisiren, daß wir im Fall von zwingenden Umstaͤnden damit auf zweckmaͤßige Weise unsere Kuͤsten und Graͤnzen vertheidigen koͤnnen. Wenn es sich so verhaͤlt, so kommt in Betracht, daß unsere in Karlskrona stationirte, hoͤchst theure Kriegs⸗Flotte ganz unanwendbar zum Schutze der Schwe—⸗ dischen Kuͤsten ist, deren Vertheidigung dahingegen leichte Scheeren⸗Schiffe erfordert. Aus den Zeitungen haben wir er— fahren, wie die Frage von der Angemessenheit der Schwedi⸗ schen Linien⸗Flotte als Mittel zur Vertheidigung des Vaterlan⸗ des ein Gegenstand langwieriger Zwiste und ungleicher Mei—⸗ nungs⸗Aeußerungen gewesen; so wie, daß insonderheit die hoͤ⸗ here Admiralitaͤt in Karlskrona, im Gegensatze zu der oͤffent⸗ lichen Meinung, die Nothwendigkeit der Kriegs⸗Flotte zu be⸗ weisen gesucht. Diese maͤchtige Vertheidigung scheint vor einer unpartetischen Pruͤfung nicht laͤnger bestehen zu koͤnnen, nach⸗ dem es jetzt zu allgemeiner Kenntniß gekommen, daß in Eng⸗ land sogenannte Bomben⸗Schiffe gebaut werden, die mit ih⸗ ren darauf angebrachten Dampfmaschinen die Eigenschaft ha⸗ ben, daß man von denselben aus mit einem einzigen Schusse jedes Linienschiff versenken kann. Wenn ich nicht irre, befin⸗ den sich in Karlskrona zehn große Linienschiffe. Bedenkt man, daß jedes solcher Schiffe im ersten Bau eine Million Thaler und zum jaͤhrlichen Unterhalte an 20,000 Rthlr. kostet, so sieht man leicht ein, welche ungeheure Summen durch die Kriegs⸗ Flotte fuͤr den Staat unnuͤtzerweise verloren gehen. Es scheint glaublich, daß, wenn man theils so viele mindestens von diesen Kriegsschiffen veraͤußern wuͤrde, wie jetzt, wegen Mangels an Raum, nicht im Dock bewahrt werden koͤnnen, theils noch mit dem Bauen von mehr neuen Linienschiffen aufhoͤrte, man nicht allein dadurch Mittel gewinnen wuͤrde, eine groͤßere Anzahl Schee⸗ renschiffe anzuschaffen, sondern auch Gelegenheit zu einem nicht un⸗
bedeutenden Ersparniß am vierten Haupt⸗Titel erhielte. Aus dem Berichte, was sich in der Landes⸗Verwaltung seit dem letzten Reichs, tage zugetragen, haben wir unter Anderm abgenommen, wie viel neue Linienschiffe waͤhrend dieser Zeit gebaut worden; allein von den An, sichten, nach welchen man fuͤr die Zukunft in Beziehung auf die Flote⸗ des Landes zu verfahren denkt, wissen wir nichts weiter, als daß in der Proposition uͤber das Budget theils die ungeaͤnderte Fort⸗ setzung des bisherigen Anschlages im vierten Haupt⸗Titel bis zum naͤchsten Reichstage, theils auch ein außerordentlicher, fuͤr einige be⸗ sonders angegebene Erfordernisse verlangt wird. Da jedoch die Staͤnde bei der Pruͤfung des Bedarfs zum vierten Haup Kitt zur Lei ung ihres Urtheils die Kenntniß des hene. Organ⸗⸗ sation der See⸗Vertheidigung noͤthig haben, der in Ruͤcksicht auf die Erfahrung der letzteren Zeiten und der geaͤnderten Gestalt der Umstaͤnde wahrscheinlich jetzt gehegt wird, so bin ich veran, laßt, die Aufmerksamkeit des hochgeehrten Standes auf die Notz, wendigkeit der in dieser wichtigen Materie jetzt mangelnden Auf klaäͤrungen aufmerksam zu machen, und trage darauf an, dah diese meine Vorstellung mit der Koͤnigl. Proposition dem Staatz Ausschusse uͤberwiesen werde.“
Im Bauern⸗Stande hat der beruͤhmte Anders Danic son, von dem erklaͤrten Grundsatze ausgehend, durchaus keine Erhoͤhung, vielmehr nur Herabsetzung der bisherigen Ausgaben einraͤumen zu wollen, einen vollstaͤndigen und motivirten Statmt von allen zehn Haupttiteln aufgemacht und das Ganze derselben auf 8,750,000 Rthlr. berechnet, was 848,000 weniger, als der Antrag der Regierung, und 457,000 weniger, als das auf dem letzten Reichstage angeschlagene betraͤgt. Unter andern met oder weniger ausgefuͤhrten Vorschlaͤgen dieses Mitgliedes i auch ein Entwurf zu einer neuen Zoll⸗Taxe fuͤr ein⸗ und aue gehende Waaren. Derselbe hat die Motion gemacht, daß den am Meere mit einem guten Hafen belegenen Orte y sekihl staͤdtische Privilegien zu ertheilen seyen; schon laͤngt sey dort eine Eingangs⸗Zoll⸗Kammer errichtet, es gehoͤrten dar Einwohnern mehr als 20 gedeckte Schiffe, die Englische Hum⸗ mer⸗Compagnie habe ihren Hauptplatz dort, es seyen Eng, lische, Hannoversche und Daͤnische Vice-Konsuln, so wie en Bevollmaͤchtigter der Versicherer auf Lloyds da, und endlich habe die Buͤrgerschaft von Uddewalla erklaͤrt, daß es eine sehr ange
messene Lage fuͤr eine Stadt sey. — In demselben Stande komz
men mitunter auch wunderliche Motionen vor. So unter an⸗ dern eine von Eric Ersson aus Dalekarlien, daß der Stand, nachdem er durch die vielen Motionen in Beziehung auf die Brennerei zur Kenntniß der Ansichten in dieser Materie gekom, men, Einigkeit in denselben zuwege zu bringen suchen solle, se daß daruͤber eine einzige Standes⸗Motion verfaßt werde. De Zusammenschmelzung muͤßte durch einen Ausschuß geschehen, zu sammengesetzt aus zwei Maͤnnern von jedem Lehne, die hele Koͤpfe haben und wenig trinken muͤßten. — Ueber das Beden, ken des Staats⸗Ausschusses wegen Einschraͤnkung der Reichstags Kosten gab es eine weitlaͤufige Diskussion, in deren Verlauf em Mitglied behauptete, der Sprecher des Bauern⸗Standes sollte nicht weniger Entschaͤdigung fuͤr Reichstags⸗Kosten, als der Landmar⸗ schall erhalten, denn, sagte er, „unser Sprecher hat das schlim, mere Volk zu regieren.“ Saͤmmtliche muͤndlich und schriftlich geaͤußerte Anfuͤhrungen wurden wieder an den Staats⸗Ausschuß remittirt. Deutschland.
Muͤnchen, 9. Maͤrz. Die Kammer der Reichs⸗Raͤthe wird morgen ihre erste ordentliche Sitzung halten. — Die Kam⸗ mer der Abgeordneten wird morgen den Ausschuß waͤhlen, web⸗ cher die Adresse auf die Thron⸗Rede zu entwerfen und der Kam⸗ mer vorzulegen hat. benen fuͤnf Ausschuͤsse geschritten werden. — Die Zahl der hian
anwesenden Abgeordneten zur Staͤnde⸗Versammlung betrug 9
stern 103.
In der Rede, welche der Justiz⸗Minister, Freiherr vn Schrenk, aus Anlaß seiner Ernennung zum ersten Praͤsidenmmn der Kammer der Abgeordneten an die versammelten Mitglied dieser Kammer hielt, bemerkte derselbe im Wesentlichen, we sehr ihm das Vertrauen der Kammer, mittelst dessen er nun
mehr zum sechstenmale zu der ehrenvollen Stelle ihres Pri
denten gelangt sey, zur innigen Freude gereiche, zumal we er dabei seine dermalige Stellung im Staats⸗Dienste, und dh gleichwohl erlangte, an Stimmen⸗Einhelligkeit graͤnzende Magp ritaͤt, durch welche er Seiner Majestaͤt dem Koͤnige zur Alam hoͤchsten Ernennung in Vorschlag gebracht worden, in Erwaͤgun⸗ ziehe. Die Umstaͤnde, unter welchen, und die Art, welcher seine Wahl erfolgt sey, koͤnne er nur als ein g8uͤckliche Vorbereitung dafuͤr betrachten, daß die Kamme den wahren Geist der Revpraͤsentativ⸗Verfassung erke nend und beherzigend, und die Erfordernisse der Zeit wuͤrdigen Hand in Hand mit der Staats⸗Regierung gehen, und in dit Gemeinschaft das Ihrige zur Befoͤrderung des allgemeinen Woht beizutragen sich bestreben werde. Die Staats⸗Regierung selh habe ja kein anderes Ziel vor Augen, und koͤnne keinen andenn Zweck versolgen, als des ganzen Landes Wohlfahrt, mit weic ihr eigenes Interesse unzertrennlich verbunden, oder vielmeh völlig identisch sey. Dieselbe rechne hierbei auf eine eben freundliche, als kraͤftige Mitwirkung der Kammer, wogegen ihrerseits jeden billigen und zweckmaͤßigen Wunsch der letztemn um so lieber beachten koͤnne, je inniger die Eintracht zwische ihr und den Staͤnden des Reichs, von welcher allein das Gede hen des repraͤsentativen Systems zu erwarten sey, seyn werde.
Ein Muͤnchener Blatt sagt: „Die Thron-Rede, ven Sr. Majestaͤt dem Koͤnig mit sehr vernehmlicher, fester Stimm, gesprochen, hat bei den fuͤr diesen wichtigen National⸗Akt Vñn sammelten einen tief ergreifenden, freudigen Eindruck gemaq Ihre Majestaͤt die regierende Koͤnigin geruhten, der Feierlichken auf der Tribune beizuwohnen.“
In drei bis vier Wochen wird wieder eine Compagnie 9 Koͤnigl. Griechischen Truppen⸗Corps von Muͤnchen nach Grio chenland abmarschiren. Es befinden sich dermalen 217 Man hierselbst.
Das im Koͤnigl. Regierungs⸗Blatt enthaltene, fuͤr die Er richtung einer Eisenbahn zwischen Nuͤrnberg und Fuͤrth eine dazu zusammengetretenen Actien⸗Gesellschaft auf 30 Jahre ch theilte Privilegium ist an die Bedingung geknuͤpft, daß binnen fuͤnf Jahren der Anfang gemacht und die Eisenbahn noͤthigen, falls dann abgeaͤndert werde, wenn von Seiten der Staats⸗ 2 gierung andere Eisenbahnen damit in Verbindung gesetzt wuͤrden, Bei dem Festungsbau in Ingolstadt ist seit Eintritt dern bessern Jahreszeit mit den Erdarbeiten wieder ein Anfang gema worden, und es sind an tausend Arbeiter eingetroffen. Die 9 lossalen Thuͤrme des Bruͤckenkopfes am rechten Ufer der Donall sind ihrer Vollendung nahe, und sollen noch in diesem Jaͤhte von den Geruͤsten befreit werden.
Frankfurt a. M., 12. Maͤrz. (Frankfurter Jahr⸗ buͤcher.) Am 7ten d. M. sind die seit dem 25. November vo
Alsdann wird zur Wahl der vorgeschriag
selbst weit besser durchzukommen waͤre,
rigen Jahres auf eingereichte anderweite Vertheidigungs⸗Schriften, ur Abfassung eines weiteren rechtlichen Erkenntnisses an eine auswaͤrtige Rechts⸗Fakultaͤt abermals versendet gewesenen Unter⸗ chungs⸗Akten in Betreff der am 24. und 25. Oktober 1831 am Allerheiligen⸗Thore vorgefallenen Excesse an das hiesige Appel⸗ jations⸗Gericht als Kriminal⸗Gerichtshof zuruͤckgelangt. Das Urtheil selbst, welches von der Rechts⸗Fakultaͤt zu Goͤt⸗ tingen abgefaßt, und den Inquisiten in Gegenwart ihrer Vertheidiger, der Herren Doktoren Jucho, Reinganum und Rapp, an demselben Tage publicirt worden ist, lau— tet, wie folgt: „Auf eingereichte anderweite Vertheidigungs⸗ Schriften in Untersuchungs⸗Sachen wider den Metzger⸗Meister Joh. Martin Mohr, den Weißbinder⸗Gesellen Christoph Hen⸗ kelmann und den Tischlermeister Johann Michael Hoͤhl, saͤmmt⸗ lich zu Frankfurt peinlich Angeschuldigte, wegen Theilnahme an den am 24. und 25. Oktober 1831 am Allerheiligen⸗Thore zu Frankfurt vorgefallenen Excessen: Erkennen Praͤsident und Raͤthe des Apellations⸗Gerichts der freien Stadt Frankfurt, nach vor⸗— gehabtem Rathe auswaͤrtiger Rechts-Gelehrten, hiermit fuͤr Recht: Daß genannte Inquisiten durch die uͤbergebenen Schutz⸗ Schriften so viel ausgefuͤhrt, daß die je ihnen im vorigen Ur⸗ theile wegen Tumults zuerkannte Zuchthaus⸗Strafe, und zwar 1) fuͤr den Inquisiten Mohr auf vierzehn Monate, 2) fuͤr die In⸗ quisiten Henkelmann und Hoͤhl aber auf Ein Jahr herabzu⸗ setzen*), auch letztgenannter Inquisit, Joh. Michael Hoͤhl, in Hinsicht des ihm beigemessenen Mordversuchs nunmehr von der Instanz zu enthinden sey, wohingegen es im Uehrigen bei dem vorigen Urtheil sein Bewenden hat. Die auf ihre weitere Verthei⸗ digung verwendeten Kosten haben die Inquisiten selbst zu traͤ⸗ gen. Auch ist jeder derselben ein Dritttheil der Aktenverschickungs⸗ Kosten zu uͤbernehmen schuldig. Von Rechts wegen.“ Der thaͤtigen Kurhessischen Polizei scheint es gelungen zu seyn, den Verbreitern der zunter dem Titel „Bauern⸗Conversa⸗ tions⸗Lexikon“ vertheilten revolutionnairen Flugschriften auf die Spur zu kommen. Man erfaͤhrt, daß mehrere Personen in der Stadt und in der Provinz Hanau deshalb zur Untersu⸗ chung gezogen und verhaftet sind. Man soll einen Colporteur angehalten, und bei ihm ganze Paͤcke dieser Flugschriften ge⸗ funden haben, was denn sogleich zu weitern Resultaten gefuͤhrt habe. Gewiß kann man nur wuͤnschen, daß die Untersuchungen ein Resultat herbeifuͤhren, wodurch endlich dem Treiben der
wenigen Unruhestifter ein Ende gemacht werde; denn so wenig
Erfolg die Bestrebungen dieser Partei auch haben koͤnnen, so ist doch nicht zu verkennen, daß durch dieselben fortwaͤhrend Unfriede und Mißtrauen genaͤhrt und die Regierungen genoͤ- thigt werden, Maßregeln anzuordnen, die der ruhige Buͤrger nur mit Kummer eintreten sieht, die er aber als nothwendig erkennen muß.
Der bekannte Literat Funk ist dieser Tage neuerdings in gefaͤngliche Verwahrung genommen worden. Es geschah dies, wie man versichert, auf deshalbige Reclamation der Kurhessischen Regierung, die Herrn Funk beschuldigt, es habe derselbe, in den Frankfurt benachbarten Ortschaften ihres Gebiets, die Bevoͤlke⸗ rung durch Verbreitung von Flugschriften und auch durch Reden, in Wirthshaͤusern und an andern oͤffentlichen Orten gehalten, zu Mißvergnuͤgen und Widersetzlichkeit aufzuwiegeln gesucht. Gleich⸗ zeitig mit Herrn Funk ward noch ein anderes hiesiges Indivi⸗ duum, Namens Rodenstein, verhaftet, der, wie es im Publikum heißt, der Mitwirkung an eben denselben Umtrieben beschuldigt wird.
— — Frankfurt a. M., 12. Maͤrz. Seydelmann von Stuttgart, einer der vorzuͤglichsten, wenn nicht der erste der jetzt lebenden⸗ Deutschen Schauspieler, erregt hier durch sein aus⸗ vu Gastspiel den groͤßten Enthusiasmus. Gestern erst n des „Koͤnigs Befehl“ bewundert, tritt er heute wieder als Nathan auf, den er vorgestern gab, und morgen als Klings⸗ berg Es ist hier ohne Beispiel, daß vier Tage nach einander das Schauspiel durch das Auftreten eines und desselben Kuͤnst⸗ lers ein ganz volles Haus machte. Hr. Seydelmann erhaͤlt fuͤr jede Rolle, die er giebt, ein Drittel der Einnahme, und man be—
rechnet, daß er wohl in den 3 Wochen seines hiesigen Aufent⸗
halts 2500 Fl. eingenommen hat. Ueber seinen kuͤnstlerischen Werth giebt es im Publikum wie in der Kritik nur Eine Stimme. (Herr Seydelmann wird gegen Ende dieses Monats zu Gastrollen auf dem Koͤnigl. Theater in Berlin erwartet.)
Hesterreich.
Preßburag, 5. Maͤrz. (Nuͤrnberger Korrespondent.) Ein interessantes Intermezzo trug sich juͤngst bei unserer Staͤnde⸗ Tafel (der zweiten Kammer) zu. Der bekannte Herr Ragaly, der von der beruͤchtigten, tumultuarischen und ungesetzlichen Ko⸗ mitats Versammlung zu Erlau als Reichstags⸗Deputirter des Gevescher Komitats gewaͤhlt wurde, hatte die Absicht, sich als Abgeordneter jenes Komitats dem Reichstage zu praͤsentiren; al⸗ lein schon in der Cirkular⸗Sitzung (nach Art der Bureaux in der Franzoͤsischen Deputirten⸗Kammer) wurde, nach interessanten und heftigen Debatten, mit großer Stimmen⸗Mehrheit seine Nichtzulassung beschlossen, und als die Sache vor die Staͤnde⸗Ta⸗ fel kam, wurde er einstimmig zuruͤckgewiesen. Dies mag das kluge und energische Benehmen des edlen Pyrker bei jenem traurigen Ereignisse in Erlau am besten rechtfertigen, und seine Gegner moͤgen um so beschaͤmter ihre Ungerechtigkeit einsehen, da ihr Kandidat, der doch selbst so viele politische Glaubens⸗Ge⸗ nossen in der Staͤnde⸗Versammlung zaͤhlt, durchaus daselbst keinen Anklang finden konnte. Die Akten uͤber den Er⸗ lauer Tumult sind indessen noch nicht geschlossen; man er— wartet aber ein baldiges Resultat. Die Untersuchungs⸗Kom⸗ mission hat sich ganz zu Gunsten der Maßregel des Patriarch⸗Erz⸗ bischofs und Obergespanns Pyrker ausgesprochen. — Gegen die allgemeine Verbreitung der Ungarischen Sprache, besonders ge⸗ gen die von einigen Staͤnden beabsichtigte gewaltsame Einfuͤh⸗ rung derselben, erheben sich mehrere gewichtige Stimmen. Man flchnst, daß, wenn man gute Straßen in Ungarn anlegte, da⸗
als mit der Ungarischen
Sprache. “ Schweiz.
Basel, 8. Mäͤrz. (Schweizer Blaͤtter). Da sich die in Genf und Avenches gefangen gehaltenen Polen saͤmmtlich und unbedingt geweigert haben, die von Frankreich als Bedingung der Wiederaufnahme geforderte Erklaͤrung schriftlich abzugeben, dieselbe auch, wenn unfreiwillig ausgestellt, nichtsbedeutend waͤre, so ist vor der Hand ihre Entfernung unthunlich, so dringend auch die Schweiz sich dadurch aufgefordert finden koͤnnte. Denn die Polen noͤthigenfalls mit Gewalt an die Graͤnze bringen zu ») Durch das fruͤhere Urtheil vom 3. Juli v. J. war Mohr zu einer zwanzigmonatlichen, Henkelmann zu einer achtzehnmonatlichen, und Hoͤhl zu einer neunjaͤhrigen Zuchthausstrafe verurtheilt gewesen.
(Anmerk. der Frankf. Jahrb.)
1u
wollen, und sich da mit den Behoͤrden der Nachbar⸗Staaten her⸗
umzustreiten uͤber Einlaß oder Nicht⸗Einlaß, waͤre eine Laͤcher⸗ lichkeit, die zu keinem genuͤgenden Erfolge fuͤhren koͤnnte. Es muß zuvoͤrderst ausgemacht seyn, und Unterhandlungen scheinen hiezu der einzige Weg, ob Frankreich die Polen aufnehmen wolle, unbedingt, und mit Verzichtleistung auf die von denselben gefor⸗ derte Erklaͤrung, sich den Maßnahmen der Franzoͤsischen Regie⸗ rung zu unterwerfen; oder ob irgend eine andere Macht von de⸗ nen, welche Garantien verlangten, sich bereitwillig erzeige, jenen Fuͤchtlingen den Durchpaß nach dem Meere zu verschaffen. In diesem Sinne hat sich der Vorort an Frankreich gewendet; und sollte ein guͤnstiger Erfolg diese Unterhandlung beendigen, so wuͤrde dann zu gewaͤrtigen seyn, daß man rasch und kraͤftig das schon zu lange Verzoͤgerte ausfuͤhrte.
— Die Muͤnchener politische Zeitung meldet aus der nordwestlichen Schweiz vom 5. Maͤrz: „Als die Eidge⸗ nossenschaft im Paroxismus ihres letzten Revolutions⸗Fiebers lag, bildeten sich in derselben zahlreiche Klubs unter dem Namen Schutz⸗Vereine, welche die Bestimmung hatten, die ganze Schweiz dauernd unter der Herrschaft revolutionnairer Grundsaͤtze zu hal⸗ ten und gewissen Partei⸗Haͤuptlingen als bequeme Werkzeuge zur Verwirklichung ihrer jeweiligen Plane zu dienen. Troyxler, der sich berufen glaubt, die Schweiz radikaliter umgestalten und sie nach seinem Bilde schaffen zu muͤssen, unter der Mehrheit seiner Landsleute aber wenig Theilnahme findend, sah in die⸗ sen Schutz⸗Vereinen das geeignete Mittel zur Ausfuͤhrung seines politischen Schoͤpfungs⸗Planes. Er schioß sich daher in⸗ nig an dieselben an und bot alle seine Kraͤfte auf, dieses orga⸗ nisirte Revolutions⸗Corps in sein Interesse zu ziehen und mit seinem Geiste zu durchdringen. Durch sie waͤhnte er die jetzige Bundes⸗Verfassung stuͤrzen, durch sie einen sogenannten eidgensͤs⸗ sischen Verfassungs⸗Rath erzwingen und durch diesen die Schweiz centralisiren und sich an die Spitze derselben stellen zu koͤnnen. Waͤhrend der heftigen Bewegung, in welche die letztjaͤhrigen Er⸗ eignisse in den Kantonen Schwyz und Basel die ganze Schweiz versetzten, stand das Gelingen dieses Planes nahe; man ließ aber den guͤnstigen Augenblick unbenutzt voruͤbergehen und jetzt ist an die Ausfuͤhrung dieses Projektes gar nicht mehr zu denken. Den⸗ noch wurde am 26sten v. M. noch einmal der Versuch gemacht, das Phantom eines eidgenoͤssischen Verfassungs⸗Rathes durch die Ab⸗ geordneten aller Schutz-Vereine in Zofingen herauf zu be⸗ schwoͤren. Die groͤßten Freiheits⸗Herren der Eidgenossen⸗ schaft erschienen und der erste derselben, Troxler, sprach in der hohen Versammsung alle Zauber⸗Formeln des Radikalis⸗ mus aus, rief alle Gottheiten des politischen Olymps an, suchte Himmel und Erde in Bewegung zu setzen; aber Alles vergeblich. Nach langem Gerede gestanden sich endlich die Pa⸗ trioten ein, daß die Mehrheit des Schweizer⸗Volkes noch blind gegen das ihm zugedachte Gluͤck sey und dasselbe leider Nichts weder von einem Verfassungs⸗Rathe noch von der herr⸗ lichen Centralitaͤt wolle. Was blieb unter so verzweifel⸗ ten Umstaͤnden Anderes zu thun uͤbrig, als ingrimmig und beschaͤmt nach Hause zu gehen und sich zu graͤmen, seit Jahren so viel Laͤrm um Nichts gemacht zu haben. Das Ergebniß des erwaͤhnten Kongresses der Schweizer Radika⸗ len in Zofingen hat insofern auch Interesse fuͤr das Ausland, als es einen thatsaͤchlichen Beweis liefert, daß in der Richtung der Gemuͤther ein Wendepunkt eingetreten ist, der auf eine ruhigere Zukunft und auf das Wiedererwachen der Vernunft in den Schweizern hindeutet. Ob nun aber gleich die Macht des rohen Radikalismus als gebrochen betrachtet werden kann, so fehlt doch noch viel, daß damit alle dem Wohle und der Ordnung der Schweiz friedlich entgegenwirkenden Elemente beseitiget waͤ⸗ ren. Von der Klugheit, der Vaterlandsliebe und einer umsich⸗ tigen und andauernden Thaͤtigkeit des besseren Theiles der Eid⸗ genossen haͤngt es jetzt vorzugsweise ab, daß die vielen waͤhrend der drei letzten Jahre ihrem Vaterlande geschlagenen Wunden bald geheilt werden und die Leitung seiner Angelegenheiten wie⸗ der in wuͤrdige Haͤnde falle; der Augenblick zum Handeln ist gekommen; moͤge seine Wichtigkeit begriffen werden.“ Jegagl1 8
Chambery, 28. Februar. Heute ist die zu Pont⸗Beau⸗ voisin stationirt gewesene Compagnie von der Brigade Savona, welche sich bei der am 3. d. M. statttgefundenen verbrecherischen Invasion so ruͤhmlich ausgezeichnet, hierher zuruͤckgekehrt. Der General⸗Gouverneur des Herzogthums ritt derselben mit einem zahlreichen Generalstab entgegen und empfing sie mit einer ihre Bravour lebhaft anerkennenden Rede. Die Compagnie zog so⸗ dann unter Musik und Trommelwirbel in die Stadt ein.
Uebermorgen wird hier auf dem Paradeplatze die feierliche Vertheilung der Medaillen stattfinden, welche Se. Maj. der Koͤ⸗ nig denjenigen Soldaten, die sich besonders ausgezeichnet, verlie⸗ hen haben.
Neapel, 18. Febr. (Allgemeine Zeitung.) Der Ge⸗ burtstag des Koͤnigs ist ohne die sonst gewoͤhnlichen Promotio⸗ nen, Gnadenbezeigungen und Dekrete voruͤbergegangen; wie es scheint, soll dieser alte Brauch gaͤnzlich abgeschafft werden. Ein neues Gesetz, welches die Verkaufs⸗Bedingungen der, Kloͤstern und andern geistlichen Stiftungen angehoͤrenden, Guͤter bestimmt, die Zeit der Verpachtung derselben auf drei Jahre beschraͤnkt, und uͤberhaupt der Regierung einen unmittelbaren Einfluß bei jedem abzuschließenden Kontrakte giebt, hat nicht wenig Aufsehen er⸗ regt, und duͤrfte vielleicht zu Reclamationen von Seiten des heiligen Stuhls Anlaß geben. — Vor Kurzem ist eine im hiesigen Ar⸗ senal erbaute Fregatte von 46 Kanonen, mit Namen „Urania“, vom Stapel gelassen worden, und auf den Werften von Castel⸗ lamare ist eine andere von 60 Kanonen ihrer Vollendung nahe. Die beiden alten Linien⸗Schiffe „Capri“ und „Vesuv“ sollen verkauft und durch Fregatten ersetzt werden, deren Zahl man uͤberhaupt auf zehn zu bringen gedenkt. — Der zum Gesandten in Paris ernannte Fuͤrst Butera wird naͤchstens nach seinem neuen Be⸗ stimmungs⸗Orte abgehen. — Man sieht hier der Ankunft eines Theiles der in Malta liegenden Englischen Escadre unter Ad⸗ miral Rowley taͤglich entgegen. — Die Koͤnigin Mutter wird gegen Ansang des naͤchsten Monats nach Florenz abreisen, um bei der Entbindung ihrer Tochter, der Großherzogin, gegenwaͤr⸗ tig zu seyn. Bei dieser Gelegenheit hat sich das Geruͤcht ver⸗ breitet, auch der Koͤnig wolle mit seiner jungen Gemahlin eine Reise nach Florenz, Modena und Turin unternehmen, und von dort allein einen Abstecher nach Paris machen, um seine Tante zu besuchen; indessen scheint dieses Projekt ziemlich un⸗ wahrscheinlich. — Die hier zur Befoͤrderung vaterlaͤndischer Industrie gebildeten Gesellschaften, deren Kapital sich fast auf 7 Millionen Ducati (30 Millionen Franken) belaͤuft, ohne die⸗ jenigen zu zaͤhlen, welche projektirt, aber noch nicht von der Regierung autorisirt worden sind, vermehren sich fast jeden Monat durch zwei oder drei neue Associationen, Banken ꝛc. unter verschiedenen Benennungen. Aber leider haben sie fast
immer nur Einen Zweck, nämlich armen, benoͤthigten Beamten, verschuldeten Fabrikanten ꝛc. Geld gegen sehr hohe Zinsen vor⸗ zustrecken, oder um die Sache bei ihrem wahren Namen zu nen⸗ nen, einen privilegirten Wucher zu treiben. Einige wenige machen eine ruͤhmliche Ausnahme, so z. B. die Società Par- tenopea, die Compagnia Seberia, von welchen die erstere die Regierung um Abtretung des Sees oder vielmehr Sumpfes von Salpi in Capitanata ersucht hat, der, inmitten der Fluͤsse Ofanto und Gargano gelegen, sehr oft aus Mangel an Daͤm⸗ men und Kanaͤlen die umliegenden Gegenden und die Luft verpestet. Die Absicht der Gesellschaft ist, diesem Uebelstande abzuhelfen, und, wird ihr Vorschlag angenommen, auch Versuche zur Austrocknung der Suͤmpfe von Puzzuoli bis Mondragone, im Distrikte von Nola, zu machen, die den Ueber⸗ schwemmungen ausgesetzten fruchtbaren Ebenen durch neu an⸗ zulegende Waldungen auf den sie umgebenden Hoͤhen zu schuͤz⸗ zen, und uͤberhaupt den Gutsbesitzern in den Provinzen zu je⸗ der zweckmaͤßigen Neuerung und Verbesserung die Hand zu rei⸗ chen. Um den oben erwaͤhnten Mißbraͤuchen ein Ende zu ma⸗ chen, hat die Regierung in einem vor wenigen Tagen bekannt gemachten Dekrete erklaͤrt, sie werde von nun an die, einigen dieser Gesellschaften, geleistete Garantie fuͤr die Bezahlung der Beamten, die ihren Sold oft fuͤr vier Jahre verpfaͤndet hatten, fortzusetzen sich weigern. Hierauf sind die Actien der beiden Gesellschaften Banca fruttuaria und Società di assicurazioni diverse, deren urspruͤngliches Kapital fuͤr die Actie 70 und 50 Dukati betrug, und von denen die erstern auf 111, die zweiten auf 84 gestiegen waren, in weniger als einer Woche auf 82 und 61 gefallen. — Die Verbindungen mit den Provinzen verviel⸗ faͤltigen sich. So geht nun jeden Morgen eine Art Schnellpost von hier nach Avellino ab, die Nachmittags von dort wieder zuruͤckkehrt. Auch auf der neuen Straße nach Rom uͤber San Germano, Isola di Sora, Arpino und Frosinone, die schon jetzt der gewoͤhnlichen uͤber Terracina und durch die pontinischen Suͤmpfe Abbruch thut, sollen vom 1. Mai an regelmaͤßige Ver⸗ bindungen mittelst Eilwagen errichtet werden.
Spanien.
Madrid, 1. Maͤrz. Der Staats⸗Secretair hat auf Be⸗ fehl der Koͤnigin⸗Regentin folgende Dekrete bekannt gemacht „Da Ich von den Gefuͤhlen der Achtung und Freundschaft, die Ich fuͤr Meinen Erlauchten Bruder und Oheim, den Koͤnig der Franzosen, hege, einen oͤffentlichen und feierlichen Beweis zu ge⸗ ben wuͤnsche, so verleihe Ich ihm, im Namen Meiner Erlauchten Tochter der Koͤnigin Isabelle II., die Decoration des Ordens des goldenen Vliesses. Gegeben im Palast, am 21. Febr. 1834.
(Unterz.) Die Koͤnigin.“
Das zweite, in den naͤmlichen Ausdruͤcken abgefaßte Dekret verleiht den Orden des goldenen Vliesses Sr. Majestaͤt dem Koͤ nige von Großbritanien.
Ein Dekret vom 25. Febr. erklaͤrt, daß alle Handwerker zu den Municipal⸗Aemtern, Adels⸗Titeln und Verwaltungs⸗Stellen gelangen koͤnnen; denn sie dienen, heißt es in der Einleitung zu dem Dekrete, in ihrer Stellung der Nation auf eine nuͤtzliche Weise, und ihre Handwerke, welche sie auch seyn moͤgen, duͤr⸗ fen kein Hinderniß fuͤr sie seyn.
Der Minister der Gnaden und der Justiz hat an die Bi⸗ schoͤfe von Calhora, Pampelona und Santander, so wie an die Praͤlaten der verschiedenen geistlichen Orden in den aufruͤhr eri⸗ schen Provinzen ein Schreiben erlassen, worin er sie auffordert, sich in ihren respektiven Kreisen ihres Einflusses zur Wieder⸗ herstellung der Ruhe zu bedienen und auf puͤnktliche Beobach tung der Disciplin in ihren Kloͤstern zu bestehen.
Was die Organisatiom der staͤdtischen Miliz betrifft, so geht aus einer Arbeit, die in dieser Hinsicht mit vieler Sorgfalt und Puͤnktlichkeit Statt hatte, hervor, daß es in der Halbinsel 18,447 Gemeinden oder Staͤdte giebt, worunter nur 719 eine Bevoͤlkerung von 700 Feuerstellen enthalten, welche Anzahl noͤthig ist, um in die Kategorie der Staͤdte zu fallen, wo eine staͤdtische Garde ge⸗ bildet werden soll. Nach dieser Berechnung wuͤrde die Gesammt⸗ zahl dieser Garden nicht 42,231 Mann uͤbersteigen, was einen Mann auf eine Bevoͤlkerung von 300 Seelen giebt. Nun aber haben in Murcia und Andalusien die Staͤdte im Allgemeinen eine Bevoͤl⸗ kerung, welche die festgestellte Zahl uͤbersteigt, waͤhrend dies nicht der Fall in Galizien und den Asturien ist. So muͤßte die Pro⸗ vinz Toledo mit einer Bevoͤlkerung von weniger als 300,000 Ein⸗ wohnern 1268, und Galizien mit einer Bevoͤlkerung von 1½ Mil⸗ lion nur 700 Milizen stellen. Eben so verhaͤlt es sich in . anderen Provinzen. Die Graͤnz⸗Provinz Orense wird nur 48 Mann einer Invasion Portugals entgegen zu stellen haben, und wirklich giebt es von Leon bis Hviedo, und von dort bis Mondonedo keine einzige Stadt, die bevoͤlkert genug ist, um in der Operation des neuen Systems begriffen zu seyn. Nach dem alten System gab es nicht weniger als 40 Bataillone K. Freiwilligen in der Provinz Burgos, die durch 2 Detaschements Milizen, zusammen aus 105 Mann bestehend, werden ersetzt werden. Aus diesen Thatsachen geht hervor, daß die neue Maßregel wichtige Modificationen erleiden muß. Die Regierung scheint, nach einem kurzen Dekret in der heutigen Zeitung zu urtheilen, hievon uͤberzeugt zu seyn. Dieses Dekret bestimmt, daß, wenn mehrere benachbarte Staͤdte oder Doͤrfer durch die naͤmlichen Civil⸗Behoͤrden verwaltet wer⸗ den, diese Staͤdte oder Doͤrfer als eine einzige Gemeinde bei der Zaͤhlung der Einwohner in Betreff der Miliz betrachtet wer⸗ den sollen. Dieses Dekret gestattet ferner, fuͤr den naͤmlichen Gegenstand mehrere Gemeinden Galiziens und der Asturien zu vereinigen, wenn sie unter der Gerichtsbarkeit eines und dessel ben Miliz⸗Tribunals stehen. Der Hauptort jedes Bezirks, wo ein Korregidor, ein Alkade⸗Mayor oder ein Juez de letras fuͤr die Justiz⸗Verwaltung angestellt ist, soll seinen Antheil an dem Kontingent liefern, wenn auch seine Bevoͤlkerung unter 700 See⸗ len waͤre.
Die neue Truppen⸗Aushebung wird, wie schon gemeldet, aus 25,000 Mann bestehen, und vor der Ziehung koͤnnen die Staͤdte und Bezirke ihre Kontingente dadurch vermindern, daß sie Freiwillige stellen, fuͤr deren Treue die Staͤdre und Bezirke wei Jahre lang Buͤrgschaft leisten muͤssen. Trifft das Loos Adelige, so koͤnnen sich diese durch Zahlung von 8000 Realen, oder durch Stellung eines Ersatzmannes, fuͤr den sie verantwort⸗ lich bleiben, loͤsen. Die Dienstzeit ist vom 1 Jan. d. N. a gerechnet auf 8 Jahre festgestellt. 8 11““
Portugal. — — Lissabon, 23. Februar. Nachdem die Division von
Alemtejo und ein Theil des vor Porto zuruͤckgelassenen Obser⸗
vations⸗Corps zu Santarem eingetroffen waren, haben die Ge⸗ nerale Dom Miguels mit ihren vereinigten Streitkraͤften am 18ten d. M. einen fehlgeschlagenen Versuch gemacht, die Armee unter Saldanha aus ihrer Stellung vorwaͤrts von Cartaxo zu verdraͤngen und sich dadurch den Weg zum Vordringen nach Lissabon zu oͤffnen. Man kennt hier heute noch nicht alle Details