I“ ndel eingefuͤhrt Veraͤnderung von stimme ich mit iddlesex nicht uͤberein.“ gegen und mehrere ministe— Littleton, berst Fox, ag erklaͤrt
land und andern Laͤndern ein freier Getraide⸗Ha werden muß; darin jedoch, daß eine allmaͤlige Jahr in den Zoͤllen stattfinden solle, dem ehrenwerthen Mitgliede fuͤr M dem sich noch Herr C. Fergusson rielle Mitglieder, namentlich die Herren Ellice, Vernon Smith, C. Wood, W. Brougham, O Lord Duncannon und Lord Howick hatten, erwiederte Herr Hume, er w nehmen des Kabinetts, das fuͤr ihn spre er dankte dem Vice-⸗Praͤsidenten der Handels⸗Kammer Herrn Fergusson, meinte
men und nicht uͤbereilten Verkehr geschehen wuͤrde, und so darf man allerdings auch die Hoffnung hegen, daß die Preise in Folge der Aufhebung der Korn-Gesetze sich ermaͤßigen koͤnnten. Allein vor allen Dingen behalte man den Vortheil im Auge, den die nothwendig daraus hervorgehende Verminderung der Differenz in den Preisen mit sich bringt. Paͤchter und Landbesitzer hat das Schwanken in denselben her⸗ beigefuͤhrt, und dies ist die Folge des Prohibitiv⸗Systems ge⸗ wesen. Meine Besorgniß, das Haus werde dies System, wel⸗ ches dem Volke die Nahrung entzieht oder doch streitig macht, fuͤr das einzig richtige ansehen, wird sich zweifelsohne bestäͤti⸗ gen; allein es genuͤgt mir, daran erinnert zu haben, daß Maß⸗ regeln dieser Art keinen dauernden Bestand haben koͤnnen. — Nach Herrn Poulett Thomson, nahm Herr Baring im entge⸗ Seine Behauptungen gingen im gegen den erklaͤrt haͤt⸗
Den Ruin unserer
fuͤr den Antr ndere sich uͤber das Be— che und gegen ihn stimme;
Beistand; er befuͤrchtet, zermalmt am weniasten J. Graham freute er sich, daß de— ie Schrift desselben widerlegt seyen. tverfaßt“, unterbrach ihn hier Sir esitzer in Cumberland bemerkte Herr
hinsichtlich der Rede des Sir ren Argumentationen durch eit „Ich habe die Schrift nicht selbe J. Graham, „sondern bloß einem Gutsb i Herausgabe derselben geholfen.“ Hume, sey die-⸗Rede durch die Schrift des Gutsbesitzers aus Cumberland widerlegt, und was endlich die Rede des Herrn Baring betreffe, so muͤsse er sich nur wundern, daß einer anderen, die eben dieser Redner am 27. Febr. ten, in offenbarem Widerspruch stehe. Herrn Hume mit großer Majoritaͤt verworfen worden, haben wir gestern gemeldet.)
London, 11. Maͤrz.
gengesetzten Sinne das Wort. Wesentlichen dahin, das Haus muͤsse schon deswegen Antrag des Herrn Hume stimmen, weil die Minister ten, durchaus in keine andere als die von ihnen vorgenommene Veraͤnderung des Einnahme⸗Systems zu willigen, durch die bedeutende Maoritaͤt bei Verwerfung Malz⸗Taxe bezuͤglichen Antrages gezeigt, daß die Ministern Vertrauen habe, waͤhrend es durch Annahme des ges beweisen wuͤrde, daß das V gehoͤrt habe. Was uͤbrigens die Frage selbst betreffe, ben der Gegner, daß der Schutz⸗Zoll auf Korn erst im Jahr 1815 ange⸗ fangen habe, ungegruͤndet, da schon vorher ein hoͤherer Zoll bestanden habe; die seitdem eingefuͤhrte Maßregel habe aber noch besseren Erfolg gehabt, als die fruͤhere; Volkes gegen dieselbe sey entweder durch aufregende S des Auslandes, oder durch die Vorstellung erzeugt worden, daß eine Veraͤnderung des Korn⸗Gesetzes groͤßere Wohlsfeilheit n werde; hinsichtlich der letzteren Zugestaͤndniß des Hrn. Thomson, daß llten die ferneren Aufstellungen der Geg⸗ nde Nation bei der Gewerbthaͤtigkeit verdoppeln vuͤrde es dennoch wenn die Eng⸗
das Haus habe des auf die Nation zu den dieselbe mit 1815 gehal⸗
ertrauen auf⸗ (Daß der Antrag des
Hume’schen Antra so seyen die Anga⸗
Se. Majestaͤt hielten vorgestern in Windsor eine Musterung uͤber die dortigen Garnison⸗ ab und gaben Abends ein gl
die allgemeine Stimmung des
aͤnzendes Diner, zu dem die ange⸗ dilitair⸗Personen, unter Anderen die Lords Hill und James Kempt, Sir Robert Wilson und Sir John Macdonald, eingeladen waren.
Ueber das Schicksal, welches der Hume Veraͤnderung der jetzigen Korn⸗Ge⸗ aͤußert sich der Gl wurde mit einer
sehensten N.
Lebensmittel nach sich ziehe Beresford, Sir
hauptung acceptire er d sie ungegruͤndet sey; so ner, daß naͤmlich England als handeltreibe Freigebung des Korn⸗Handels seine wuͤrde, so wahr seyen, als sie es nicht sind, so sich die auswaͤrtigen Staaten, Freiheit des Korn⸗Handels einfuͤhren wollte, aßregel entschließen moͤchten; er (Hr. Ba⸗ Herr Hume, Herr Thomson und um das Trio voll zu machen, der Dr. Bowring, der von den aus⸗ aͤchten fuͤr das groͤßte Genie unter den Oekonomisten den schwerlich im Stande seyn, die Ameri⸗ ussen und Deutschen zu desfallsigen Conces⸗ Der Redner ging dann auf die Vorzuͤge chselnden Scala fuͤr die Korn⸗Zoͤlle uͤber, diese bestaͤnden daß der ein fuͤr allemal bestimmte asse der inlaͤndischen Produkte aͤrtigen System inlaͤndische nicht
'sche Antrag auf setze im Unterhause gehabt, „Herrn Hume’s Motion Majoritaͤt von 312 gegen 155 Stimmen ver⸗ worfen; dies giebt fast das Verhaͤltniß von zwei zu eins. des Kabinets stimmten ohne Ausnahme gegen den Graham dargelegten Gruͤn⸗
obe folgendermaßen:
sehr die Frage seyn, ob lische Gesetzgebung jene sich zu einer gleichen M ring) zweifle daran.
Mitglieder Antrag, Einige aus den von Sir 2 den, der die schuͤtzenden Getraide-Zoͤlle deshalb beguͤnstigt, um dem Lande wohlfeiles und hinreichendes der uns sehr unhaltbar scheint; e vorgeschlagene Veraͤnde⸗ lten, und weil jede Ver— den Paͤchtern, die durch urchtsam geworder seyen,
sie noͤthig seyen, Brod zu sichern, ein Grund, Andere, weil sie die von Herrn Hum rung fuͤr zu schnell und gewaltsam ha aͤnderung in diesem Augenblick unter eine lange Reihe von Leiden sehr f. Bestuͤrzung erregen wuͤrde. zu dem Kabinet gehoͤren, stimmten fuͤr Die Zahl der beiderseitigen Stimmen kann als ein keinungs⸗Aeußerung der Mitglieder des die Frage stets als geschehen ist, naͤmlich als eine der die Nation in die Parteien Regierung wuͤrde ihren wenn sie denselben zu Gunsten einer dieser um die andere niederzudruͤcken. Wenn einließe, so wuͤrde sie entweder das Ge⸗ m wenigsten bedarf, noch vermeh⸗ ch naͤmlich
waͤrtigen M gehalten werde, wuͤr kaner, Franzosen, R u bereden.
Mehrere Regierungs⸗ den Antrag. Beweis von
naͤmlich hauptsaͤchlich darin, Zoll, ohne Ruͤcksicht auf die M den muͤsse, waͤhrend bei dem gegenw
der, die nicht
festgesetzt wer auslaͤndisches Korn zugelassen wird, wenn das ckgewiesen wird, wenn er Verfolg der Rede, welcher das Thema behandelte: so lange man nicht die Witterung in allen Jahren machen koͤnne, werde man niemals zu festen Brod⸗Preisen enthielt hauptsaͤchlich beißende Ausfaͤlle gegen Hrn. ch welche dessen Antrag laͤcherlich gemacht werden Sie waren der Art, daß Hr. Fryer Gelegenheit nahm, daruͤber sein Bedauern zu aͤußern, daß ein Englischer Gentleman Weise uͤber die Angelegenheiten des Landes sprechen koͤnne und sich uͤber die Noth des Volkes lustig zu machen. e ließ sich unter Anderem Hr. „Ich erscheine vor sondern als Paͤchter, und in dieser aß ich mit den Ansichten des ehren⸗ Esser (Herrn Baring) nicht uͤberein⸗ ist durchaus eine Taͤuschung, wenn man behauptet, daß durch die jetzigen Korn⸗Gesetze hohe Meine tägliche Erfahrung uͤberzeugt mich davon, da der Fall ist. Ich gebe zu, es an Getraide fehlt; wenn a sind, werden sie augenblicklich wieder fallen. Obgleich die Preise wegen der Mißaͤrndte von Jahre gestiegen waren, gingen sie doch im 819 wieder herunter und fielen bis 1822 m Jahre erreichte der Preis von 38 Shilling.
der unbefangenen N ses gelten. solche behandeln, wie es so eber Es ist ein Gegenstand, von Stadt und Land theilt, und die Einffuß mißbrauchen, Parteien anwenden wollte, sie sich in einen solchen Kampf wicht derjenigen Seite, die dessen a Existenz auf's Spiel setzen, insofern sie si vorherrschende Anzecht auflehnen Umstand ergiebt sich aus der Mi⸗ aͤmlich nur 11 Irlaͤndische Mit⸗ und wahrscheinlich wuͤrden von 2 füuͤr Herrn Hume's Antrag gestimmt gel gewesen waͤre.
hinreicht Man sollte, so scheint es uns, /
Lande haben.
gelangen, Hume, dur
ren, oder ihre im Parlament Ein nicht unwichtiger noritaͤts⸗Liste; es befinden sich n glieder unter dieser diesen 11 nur hoͤchstens haben, wenn es ei O’'Connor, das M scheint, die allgemeine Gesinnun oder vielmehr ihrer Konstituente Veraͤnderung der Korn⸗Gesetze nach Her lckerbau zwar nachtheilig, d wuͤrde, und daß es sich bei Hrn. Hume'’s Antrag dar⸗ rn⸗Kammer seyn solle. Eroͤrterung uͤber
keinen Anstand nehme, Im ferneren Verlauf der Debatt Whitmore folgendermaßen vernehmen: Ihnen nicht als Philosoph, Eigenschaft muß ich werthen Mitgliedes fuͤr
Minoritaͤt;
ne Regierungs⸗Maßreg itglied fuͤr die Grafschaft Cork, sprach, wie es g der Irlaͤndischen Mitglieder n aus, als er sagte, daß eine en Hume's rascher Weise em Irlaͤndischen aber ganz
Preise erhalten wuͤrden. ß dies nicht daß die Preise steigen muͤssen, ber wieder reichliche Vorraͤthe da Wie war es im
dem Englischen? verderblich seyn um handle, ob Irland oder Polen Englands Ko Wir wollen uns jetzt nicht auf eine allgemeine die Angemessenheit der Korn⸗Gesetze einlassen; aber daß fast die er Britischen Inseln und ein großer esetze zum Schutz ihres Eigenthums gungen fuͤr noͤthig haͤlt, das muß fuͤr n hinreichender Grund seyn, die Gesetze beste— ahnsinnig waͤre es, wenn sich die Regierung zum Zweck hat, diejenigen Industrie⸗ ten Flor sind, noch zu verbessern, s Landes in direkte Opposi⸗
Jahre 18222 1817 im folgenden immer mehr. Quarter Weizen den unerhoͤrt In Folge des Getraide⸗Man⸗ 1829 und 1830 stiegen die Preise in diesen Jah⸗ war die Ursache fort, als sie wieder sehr schnell Ich halte es fuͤr ganz unmoͤglich, durch irgend Preise zu erhalten, wenn kein Mangel an Vor⸗ daß die Vertauschung des jetzigen Zoll⸗Ta⸗
EEEE1 In diese niedrigen gels von 1828, ren; kaum aber heruntergingen. ein Mittel hohe rath ist. Ich glaube nicht, rifs gegen einen festen Zoll von 10 Shilling fuͤr die Folge haben wuͤrde, den Preis weiter als auf 50 oder 52 ingen; eben so wenig glaube ich, daß der Stande seyn wird, den Preis auf einem hoͤ⸗ halten, es sey denn, daß Noth an Lebensmitteln s Mangels aber wuͤrde ihn der erhoͤhte Preis, den er dann fuͤr sein Getraide bekaͤme, fuͤr einen solchen Man wird finden, daß der Durchschnitts⸗ 1791 bis 1825 auf 45 n Quarter belief. Der Preis, zu wel⸗ Weizen kaufen kann, ist 33 Shilling; hill. fuͤr Fracht und 10 Shill. Zoll, so chen, daß der Preis des Weizens in England ungefaͤhr Ich bin uͤberzeugt, daß dem Gutsbesitzer aus der vorgeschlagenen Veraͤn⸗ Wenn die Preise durch
oͤlkerung einer d heil der anderen diese G und ihrer jetziger die Regierung ei hen zu lassen. um einer Theorie willen, die die jetzt schon im groͤß bedeutendsten Interesse de tion setzen wollte.“
Die Rede, we Korn⸗Gesetze gehalten, erklaͤr und unzusammenhaͤngend; sie leide, meint den Leute von schwachem Raisonnement in sie sey nicht aufrich—
anze Bev
n Beschaͤfti
den Quarter Weizen
lche Sir James Graham in Bezug auf die t die Times fuͤr unbedeutend, un⸗ dieses Blatt,
Shilling herabzubr Paͤchter jemals heeren Fuß zu er
In Zeiten de an einem Fehler,
verzweifelten Faͤllen oft begingen, naͤmlich, tig gewesen.
Der Courier behauptet, Unterhauses mit der rung des G sie den Vortrag d daß es die Absicht desselben sey, um 1 Shilling vermindert zu sehen, ihren
Ein hiesiges Blatt sagt: „ daß fuͤr die Britischen Kaufleute, ch von Seiten de
Ausfall entschaͤdigen. preis des Weizens sich in den Jahren Shill. 11 Pence fuͤr de chem man in Danzig d fuͤgt man h wird man gleich zu stehen kom Paͤchter und dem derung kein Nachtheil erwachsen wird. diese Maßregeln nicht bedeutend leiden, und der sehr ehren⸗ son) hat gezeigt, daß dies nicht der Fall klar, daß dem Anbau des Bodens dadurch Meine Ansicht ist, daß unsere Manufaktur⸗Interessen den hoͤchsten Wohlstand erreichen, und daß selbst die Steuern wuͤrden vermindert werden koͤnnen, wenn man den Huͤlfsquellen des Landes vollen Spiel⸗ raum gaͤbe und alle noch unentfaltete Kraͤfte zur Entwickelung braͤchte. Dann wuͤrden die Ackerbautreibenden fuͤr jedes unbedeutende Fallen der Getraide⸗Preise, das in Veräͤnderung der Korn⸗Gesetze sta werden. Ich gebe zu, da insicht auf die weil ich das Wahre dieser Beschwerden uͤber so glaube ich, daß die Ackerbautreibenden auf Taßregel zur Verminderung dieser Lasten Ansp
Wenn es moͤglich waͤre, den Alp der Armen⸗Gesetze, t mit solcher Schwere auf ihnen lastet, zu entfernen, so hr vermehrte Nachfrage nach Arbeit die Folge da⸗ Die Armen⸗Gesetze sind die schwerste Last fuͤr Eng⸗ Indem ich nun also fuͤr den Antrag des Herrn ne ich den Grundsatz an, daß zwischen Eng⸗
es seyen mehrere Mitglieder des Stadt gekommen, fuͤr die Fixi⸗ Zolls zu stimmen, sie haͤtten aber, nachdem es Herrn Hume gehoͤrt und daraus erfahren, den Getraide⸗Zoll mit jedem Jahr Entschluß geaͤndert.
ssen wir vernehmen, deren Schiffe wegen Verlez— r Regierung Donna Maria's sischen Kuͤste angeordneten Blokade kondemnirt igung vorhanden ist; wir
Absicht zur
ierzu 10 S
men wuͤrde. Leider muͤ
zung der angebli an der Portugie worden, wenig Aussicht auf Entschaͤd koͤnnen uns kein kompetentes Urtheil daruͤber anmaßen, n in dieser Sache vorbereitet ist, die gerech n geltend zu machen; aber wir koͤn⸗ daß es ehrenvoller und nuͤtzlicher sische Regierung ihre Kreuzer Zufuhr abzuschneiden, welche Portugal fuͤr Dom Miguel gelan⸗ aͤuber⸗Krieg gegen harmlose Es verlautet in der That, Nachlaͤssigkeit der Marine tzten Tagen gelungen ist, eine sehr Schießpulver gelandet zu erhalten.“”)
werthe Herr (Thomp seyn wird, so ist es kein Eintrag ge Handels⸗ und
schehen kann. scheh Palmersto
spruͤche Britischer Unterthane nen nicht umhin, zu bemerken, gewesen waͤre, wenn die Portugie dazu gebraucht haͤtte, neuerdings an der Kuͤste von det worden, als daß sie einen Seer Britische Kauffahrer fuͤhren ließ.
daß es Dom Miguel, Donna Maria's, in den le bedeutende Ladung
die reiche Folge der vorgeschlagenen ttfinden koͤnnte, reichlich ent⸗ ß das Ackerbau⸗Interesse mit Besteuerung unter großem Druck seufzt, und eine laͤstige Be⸗
vermoͤge der
rung fuͤhle, 38 NIRE Aus dem Haag, 11. Mäͤ delsblad liest man: und unsere Angelegenheiten erh selben Standpunkte. ralstaaten wieder zu
Im Amsterdam'’schen itik ist es noch immer still alten sich fortwaͤhrend auf dem— ie Zeit, wo die Gene⸗ sammentreten sollen. Die nationale Gesetz⸗
wuͤrde eine se von seyn. lands Paͤchter. Hume stimme, erken
Mittlerweile naht d
gebung wird den vornehmsten Gegenstand ihrer Berathungen ausmachen, aber auch die Finanzen werden nicht vergessen wer⸗ den. Bekanntlich hat der Finanz⸗Minister versprochen, einen Vorschlag einzubringen, wonach die 6pCtigen Obligationen und vielleicht auch die Tresor⸗Scheine (Chatkist-Biljetten) eingezo⸗ gen und vernichtet werden sollen. Außerdem heißt es, daß die fuͤr den Kriegs Zustand noͤthigen Gelder bis zum Monat Mai zureichend vorhanden seyen, und es ist daher leicht moͤglich, daß ir— gend eine bedeutende Finanz⸗Maßregel zur Sprache komme,. Viele sprechen berects von einer neuen 4pCtigen Anleihe, die statt der 6pCtigen Obligationen in Umlauf gesetzt werden soll, Das Wahre wird sich jedoch bald zeigen, wie wir auch eine po— litische Mittheilung erwarten duͤrfen, der wir mit großer Be—
gierde entgegensehen.“
In demselben Blatte liest man: „Carrara (eigentlich Polari geheißen) ist verurtheilt und dem Verlangen Aller ist da— durch Genuͤge geschehen. Der wahre Schuldige ist von der Strafe getroffen worden. Man glaubt nicht, daß Carrara Cas—
rung hat in dem Urtheil des Gerichtshofes der Befehl erregt, daß dasselbe auch zu Bruͤssel publicirt werden soll. Einige stellen Betrachtungen daruͤber, wie uͤber ein politisches Ereigniß an, waͤhrend es Andere fuͤr eine bloße Formalitaͤt ansehen, die se⸗
doch zu unangenehmen Weiterungen fuͤhren koͤnne.“
In Folge eines Koͤniglichen Beschlusses vom 4. Maͤrz sind bei der Einfuhr der Steinkohlen und des Kohlengries aus dem Rhein in die Waal folgende Staͤdte, welche noch nicht zu Aus— ladungen angewiesen waren, als Ausladungs⸗Orte bezeichnet wor⸗ den: In Suͤd⸗Holland: Leiden, Delft und Gorinchem; in Gel— derland: Tiel und Zalt-⸗Bommel; in Over⸗Pssel: Zwolle und
Kampen.
Aus Seeland schreibt man vom 8. Maͤrz: die Schiff „die Schelde“ und der „Koophandel“, beide Belgischen Haͤusern ge⸗ hoͤrend, welche die Ermaͤchtigung, unter Hollaͤndischer Flagge zu fah⸗ ren, unter der Bedingung ihrer Niederlassung in Holland erhielten, sind aus dem Bassin von Vliessingen ausgelaufen, um durch das
Dampfschiff „Herkules“ bis Rotterdam ges
wahrscheinlich zu Vliessingen befrachtet werden.
Veigien.
derselbe im Laufe der Diskussion zu antworten versprach.
Der General Evain ist gestern von Antwerpen wieder hier
eingetroffen.
Die Herren Simons und Ridder haben gestern eine Bro⸗ schuͤre uͤber den jetzigen Zustand der Dampfwagen in England vertheilen lassen. Die Handels⸗Kammer von Ostende hat ihrer seits ein drittes Heft Bemerkungen uͤber den Plan wegen An⸗ legung der Eisenbahn drucken und an die Mitglieder der beiden
Kammern vertheilen lassen.
Aus Rouveroy (Hennegau) schreibt man vom 6. Maͤrz: „Gestern Abend gegen 6 Uhr kehrte Herr H. D., Dorfarst, der seit langer Zeit mit einer Art von Raserei den geistigen Ge traͤnken huldigte, in einem Zustande gaͤnzlicher Trunkenheit ven Mons zuruͤck. Statt sich direkt nach Hause zu begeben, traten in ein Wirthshaus, weniger, um zu trinken, als um sich zu trocknen, denn er war, wie man seitdem erfahren, in einen mit Wasser gefuͤllten Graben gefallen, worin er unfehlbar umgekom⸗
men waͤre, wenn man ihm nicht schleunig haͤtte Huͤlfe gelei
stet. Dieser Ungluͤckliche, starr vor Kaͤlte und Naͤsse, naͤhern
sich dem Feuer, um, wie er glaubte, sich wieder zu erwaͤrmen. Kaum war er eine Viertelstunde dort, als er ein furchtbart Geschrei ausstieß. Im Hause war nur ein alter Diener, en Mulatte, Namens Zaimi. Dieser eilte auf das Geschrei herben und da er den Herrn H. D. ganz in Flammen sah, ergriff e ihn bei dem Ueberrest seiner Kleidungsstuͤcke, zog ihn aus dem Zimmer und ging Huͤlfe zu holen. Da das Wirthshaus um⸗
gluͤcklicher Weise vom Mittelpunkte des Dorfes entfernt waf
vergingen 10 Minuten, ehe die Nachbarn ankamen, nicht meht, um, wo moͤglich, das elende Opfer seiner Unmaäͤßigkeit zu retten, sondern um den Brand zu loͤschen, der das ganze Haus bedrohte Zaimi hatte in der Bestuͤrzung den Hrn. H. D. in der Näh der Scheune niedergelegt und das Feuer seiner Kleidungsstuͤ hatte sich derselben mitgetheilt. Da die geeigneten Werkzeuge mangelten, um die Fortschritte des Brandes zu hindern, war man oe noͤthigt, muͤßiger Zuschauer seiner Wirkung zu bleiben, und erst ungen faͤhr eine Stunde spaͤter, nachdem diese traurige Nachricht sich verbre tet hatte, kamen mehrere hundert Bauern an, denen es du ihre Anstrengungen gelang, dasjenige zu erhalten, was ncs erhalten war; die Leiche des Herrn H. D. ward fast zu Acc verbrannt wiedergefunden; der Verlust der verbrannten Gebaͤud wird auf 7800 Fr. geschaͤtzt; die ganze Aerndte des vorigen Iah res ward mit denselben verzehrt. Die Aerzte des Kantons, de heute die Leiche in Augenschein nahmen, glauben, daß nicht dan Feuer des Heerdes die Kleider ergriffen habe, sondern daß die Hitze bei dem Ungluͤcklichen dasjenige erzeugt habe, was sie h nen von selbst erfolgten Brand nennen. Diese Meinung sillte sich darauf, daß der linke Theil des Gesichts des Verstorbene (und zu Asche verbrannten?) dunkelblau war. Da man mehrmut Beispiele von innerer Verbrennung, namentlich in England, ang fuͤhrt, so scheint die Behauptung der Aerzte um so gegruͤndeter x als D. taͤglich ein Litre Rum und oft noch mehr trank.“
Antwerpen, 11. Maͤrz. Heute Morgen war hier vwn nichts Anderem, als von einem Angriff die Rede, den die M. aͤnder aus dem Fort Lillo in der vergangenen Nacht gegen de Belgier, welche im Doel kantonniren, unternommen haben so ten. Man sprach von Todten und Verwundeten. Das Waht an der Sache ist indeß Folgendes: Waͤhrend der vorletzten Nagh uͤberschritten die Hollaͤnder aus dem Fort Lillo die Hollaͤndisc Belgische Demarcations⸗Linie um 7— 800 Schritte, und erschi nen dem alten Doel gegenuͤber. Gleich ward Laͤrm gema die Posten gaben Feuer auf die verschiedenen Hollaͤndischen Fahe zeuge, die sich zuruͤckzogen, nachdem sie dasselbe erwiedert hatten, Eine Stunde spaͤter erschienen sie von Neuem. Der Komma
des linken Schelde⸗Ufers, Major Struykens, kam an Ort Posten verdoppeln, und noch einmal auf die jetzt auf das Hollaͤndische Gebiet zu— Der Kriegs⸗Minister
Stelle, ließ alle Fahrzeuge feuern, n und sich nicht wieder zeigten. gestern beide Schelde⸗Ufer in Augenschein Bruͤssel zuruͤckgekehrt. ““
Deutschland.
Die Berathungen der ersten uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen der zur Verbesserung l-Rechtspflege zu treffenden Bestimmungen und wurden am 22sten v. M. beendigt. setze vornehmlich um die Abtretung der Kriminal⸗ an den Staat gehandelt, so wie auch von der die Kriminal⸗Kosten auf das bernehmen, und sich zugleich gegen jede Einfuͤhrung Kriminal⸗Steuer im Lande zu erklaͤren. Justiz⸗Ministerium ermaͤchtigt werden ne Frist zur Aufgabe ihrer Kriminal⸗Ge⸗ unter der Verwarnung zu stellen, daß nach deren Staat zur Annahme derselben zwar noch berechtigt, gehalten sey, schlug Se. K. H. Prinz Johann „daß die dte, welchen bisher die Krimi⸗ fuͤr deren Verlust durch Verle— in dieselben entschaͤdigen moͤge.“ Bevor man hierauf zur tz uͤberging, stellte Se. Koͤnigl. „die Staats⸗
Dresden, 11. Maͤrz. der Krimina Einrichtungen bei diesem Ge Gerichtsbarkeit r beschlossen worden war,
Es hatte sich
Bei §. 44 des Gesetzes, wonach das 1 sollte, den Staͤdten eir richtsbarkeit Ablauf der aber nicht mehr vor, folge
sation einlegen, wohl aber, daß er den Koͤnig um Begnadigung bitten werde. Die Mutter seines Kindes, Susanne Blanche, befindet sich noch immer hier und hat sich auch waͤhrend des Prozesses in der Residenz aufgehalten, doch ist sie, zur Vermei⸗ dung emines unangenehmen Auftrittes mit Carrara, bei der letzten Afsisen⸗Sitzung nicht erschienen. Roumage hat sich aus dem Staube gemacht und der Amerikanische Polizei⸗Agent Raymond, der den Carrara hierher begleitete, ist, dem Vernehmen nach, auf der Ruͤckreise an der Cholera gestorben. Große Verwunde⸗
nden Antrag in die Schrift zu bringen: Regierung diejenigen Staͤ nal⸗Gerichtsbarkeit zugestanden, ung eines Kriminal⸗Gerichts ieser Antrag wurde angenomm Abstimmung uͤber das ganze Gese Johann noch folgenden Antrag: hen, bei Erlassung des die Besteuerung der fenden Gesetzes, oder sonst
Hoheit Prinz Regierung zu ersuch her steuerfreien Grundstuͤcke betref cklicher Gelegenheit dahin Einleitung zu treffen, daß der durch Uebernahme der Kriminal⸗Gerichtsbarkeit entstehende M Aufwand von dem bisher steuerbaren und dem bisher steuer— d⸗Eigenthum moͤglichst gleichfoͤrmig getragen werde“; der Grund zu diesem Antrage sey der Be⸗ schluß der Kammer, die Kosten der Kriminal⸗Rechtspflege auf das Budget zu nehmen, wodurch doch leicht der Verdacht gemacht werden koͤnnte, als wolle man damit nur das nicht asten, was auch der Fall seyn werde, Auf eine Bemerkung des
freien Grun indem er bemerkte,
steuerfreie Eigenthum bel wenn man nicht vorzubeugen suche. Staats⸗Ministers v. Koͤnneritz, daß dieser Gegenstand viel⸗ Berathung uͤber das Budget zu eroͤrtern sey, er⸗ Hoheit fuͤr beruhigt, wenn die von ihm beantragte Modalitaͤt als Ansicht der Kammer zu Protokoll ge⸗ bracht wuͤrde, was einstimmig beschlossen wurde. Gesetz wurde hierauf mit 28 gegen 8 Stimmen angenommen. — Die Kammer ging demnaͤchst zur Beschaͤftigung mit einigen anderen Gesetz⸗Entwuͤrfen uͤber, namentlich zu dem, die Ver⸗ bindlichkeit der Gemeinden zur Verpflegung ihrer in Landes⸗, Heil⸗ und Versorgungs⸗Anstalten aufgenommenen Armen be⸗ treffend. — In ihrer folgenden Sitzung berieth die Kammer den anderweiten Deputations⸗Bericht uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen der Verhaͤltnisse der Civil⸗Staatsdiener.
Muͤnchen, 10. Maͤrz.
mehr bei der klaͤrte sich Se. Koͤnigl. chleppt zu werden, wo sie ihre Ladung nach Java erhalten werden. Der „Schimmel⸗ pennink“ und das „Phaͤnomen“, die unter derselben Bedingung ermaͤchtiget wurden, die Hollaͤndische Flagge aufzupflanzen, werden
Das ganze
Bruͤssel, 12. Maͤrz. In der gestrigen Sitzung der Re⸗ praͤsentanten⸗Kammer hat die Eroͤrterung des Gesetz⸗Entwur⸗ fes uͤber die Eisenbahnen begonnen. Die Herren von Puyet und Dumortier richteten mehrere Fragen in Betreff unserer
Die Kammer der Abgeordneten Handels⸗Verbindungen mit Preußen an den Minister, worauf 4
nahm heute Vormittag in geheimer Sitzung zuerst die Wahl der Kommission zur Entwerfung der, als Antwort auf die Thron⸗Rede an Se. Maj. den Koͤnig zu richtenden Adresse vor. Gegenwaͤrtig waren 101 Mitglieder; die erforderliche absolute Nachdem die Waͤhlenden uͤbereinge— kommen waren, daß die gedachte Kommission aus sieben Mit⸗ gliedern bestehen solle, wurden in Einem Scrutin gewaͤhlt: 1) Hr. v. Rudhart mit 96 Stimmen; 2) Hr. v. Korb mit 91 Stimmen; 3) Hr. v. Dresch mit 81 Stimmen; 4) Hr. Dr. Windward mit 75 Stimmen; 5) Hr. Dr. Schunk mit 74 Stim⸗ men; 6) Hr. Schultz mit 70 Stimmen und 7) Hr. Kapp mit 62 Stimmen. — Von diesem Geschaͤfte ging die Kammer zur Wahl ihrer besonderen Ausschuͤsse uͤber. Hinsichtlich des Aus⸗ schusses fuͤr die Gegenstaͤnde der Gesetzgebung hatten sich Zwei—⸗ fel erhoben, ob der am Schlusse der Sitzung vom Jahre 1831 gewaͤhlte Ausschuß durch die im Jahre 1832 erfolgte Vertagung u betrachten sey, oder nicht, und ob usschuß bloß mit den im r Vorlage gekommenen Gesetz⸗Entwuͤrfen sich zu beschaͤftigen abe, mithin ein neuer Ausschuß fuͤr diejenigen Gesetz⸗Ent⸗ wuͤrfe zu erwaͤhlen sey, welche der diesjaͤhrigen Staͤnde⸗Ver⸗ sammlung vorgelegt werden duͤrften, oder ob der Wirkungskreis — letztgenannten Gesetz⸗Ent⸗ wuͤrfe sich erstrecke. Nach einer kurzen Diskussion beschloß in⸗ — 1) daß der am Schlusse der Sitzung vom Jahre 1831 gewaͤhlte Ausschuß fuͤr die Gegenstaͤnde der Gesetzgebung bei dem gegenwaͤrtigen Landtage als fortbe⸗ stehend zu erachten sey; 2) daß der Wirkungskreis dieses Aus⸗ schusses auch diejenigen Gegenstaͤnde der Gesetzgebung umfassen solle, welche an die gegenwaͤrtige Versammlung der Staͤnde ge⸗ Bekanntlich bilden neun Mitglieder der Kam⸗ mer den permanenten Gesetzgebungs⸗Ausschuß, naͤmlich: 1) Hr. v. Korb; 2) Hr. Dr. Windwart; 3) Hr. v. Mußinan; 4) Hr. v. Rudhart; 5) Hr. Culmann; 6) Hr. Dr. Schwindel; 7) Frei⸗ herr v. Harsdorf; 8) Freiherr v. Eberz; 9) Hr. Dr. v. Dresch. Nun erhob sich die Frage, ob diejenigen Mitglieder des Aus⸗ schusses, welche gegenwaͤrtig Mitglieder des Direktoriums sind (Hr. v. Korb und Hr. Dr. Windwart), als aus dem Ausschusse ausgetreten zu betrachten, und durch die im Jahre 1831 gewaͤhl⸗ ten Ersatz⸗Maͤnner zu ersetzen, oder ob ihre Functionen im Aus⸗ schusse bloß fuͤr die Dauer der Versammlung als ruhend anzu— Die Kammer entschied diese Frage nach einer kur⸗ n Diskussion dahin, daß die Herren v. Korb und Windwart der gegenwaͤrtigen Versammlung als nicht fre⸗ uentirende Mitglieder des Ausschusses fuͤr die Gegenstaͤnde der
esetzgebung betrachtet werden und nach dem Schlusse der Ver⸗ sammlung in das fruͤhere Verhaͤltniß wieder eintreten sollen. —
iernaͤchst wurde zur Wahl des zweiten Ausschusses (fuͤr die
teuern) geschritten, wobei im ersten Scrutin von 99 Stim— menden 1) Hr. Vetterlein 97 Stimmen, 2) Hr. Fikenscher 78 Stimmen, 3) Hr. Maͤtzler 73 Stimmen und 4) Hr. Heinzel⸗ Die Fortsetzung dieser Wahl⸗
Majoritaͤt war also 51.
desselben als aufgehoben
im letztern Falle dieser2 Jahre 1831
jenes Ausschusses auch
deß die Kammer einstimmig:
langen werden.
sehen seyen. uͤr die Dauer
mann 56 Stimmen erhielten. Handlung wurde auf morgen verschoben.
Der Nuͤrnberger Korrespondent meldet: spricht davon, daß nach dem Wunsche Sr. Maäj. des Koͤnigs, die großartige Idee Karls des Großen, naͤmlich die Verbindung der Donau mit dem Rheine, schon bei dem diesjaͤhrigen Land⸗ tage zur Sprache gebracht werden solle. nationalen Riesenwerke hat der Koͤnigliche v. Pechmann bereits entworfen.“
Schweiz. Die zwischen den Kant
Die Plaͤne zu diesem Ingenieur Freiherr
onen Bern Waadt und Genf getroffene Uebereinkunft ist endlich ins Wert
Basel, 10. Maͤrz.
311
gesetzt worden. Die von Bern und Waadt damit Beauftrag⸗ ten haben die Polen bezeichnet, welche von Avenches nach andern Gegenden verlegt werden sollen. Von den 92 daselbst gefangen gehaltenen werden 85 in den Kanton Bern wieder auf⸗ genommen; 4 kehren nach Bern zuruͤck, bloß um die Paͤsse in Empfang zu nehmen, welche ihnen fruͤher zur Ruͤckkehr nach Frankreich waren ausgefertigt worden; ein Einziger begiebt sich nach Basel-Landschaft, und zwei, denen die Hemnisasn Abgeordneten den Eintritt versagen, verbleiben bis auf wei⸗ tern Befehl im Waadtlande. Demzufolge geleiteten am 5. Maͤrz zwei Compagnien Waadtlaͤnder Milizen die Polen von Avenches durch den Kanton Freiburg nach der Berner⸗Graͤnze; eine Abtheilung derselben schlug die Straße nach Aarberg ein, eine andere die nach Bern, um von da nach ihren Quartieren im Norden und Osten des Kantons abzugehen. Auf Berner⸗ Boden angelangt, erhielten sie die Freiheit mit der Verpflichtung, die vorgeschriebene Marsch⸗Route zu befolgen, und von Station zu Station ihre Wander⸗Buͤcher visiren zu lassen. So kamen sie nach und nach in Bern, Thun, Interlacken, Burgdorf, Aarwan⸗ gen, Nidau, Erlach und Neustadt an. — Was die in Genf be⸗ findlichen Polen anbetrifft, deren Zahl sich auf 41 belaͤuft, so erkennen die Berner nur 37, als fruͤher in ihrem Kanton aufgenommen, an. Mittwoch Abends den 5. Maͤrz gebot ihnen der Staats⸗Rath, sich auf den folgenden Tag, Morgens 4 Uhr, zum Abmarsche bereit zu hal⸗ ten. Allein sie begehrten einen Aufschub von 24 Stunden, um ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, und erklaͤrten uͤber⸗ dies, die auf die Nacht angesetzte Abreise sey ihrer unwuͤrdig und scheine Besorgnisse anzudeuten, welche durch ihr ganzes fruͤ— heres Betragen in nichts gerechtfertigt waͤren. Als nun am 6ten des Morgens die Reveille geschlagen wurde, und man in die Schlafkammer der Polen kam, um sie abzuholen, weigerten sie sich, ihre Betten zu verlassen. Rachdem alle Mittel der Ue⸗ berredung vergeblich angewendet worden, rief man die Gendar— men herein, und drohte den Widerspenstigen, wenn sie auf ihrem Trotze beharrten und sich nicht ankleideten, so wuͤrde man sie, wie sie da seyen, einschiffen. Darauf bequemten sie sich, langsam ihre Kleider anzuziehen, und bestiegen um 5 Uhr eine Barke, welche vom Dampfschiffe „Wilhelm Tell“ nach Morges bugsirt wurde. Oberst Dufour und Doktor Morin hatten sich zu ihrer Beglei⸗ tung angeboten, wenn der Staats⸗Rath darauf verzichten wolle, sie durch Truppen eskortiren zu lassen. Allein der Staats⸗Rath zog letzteres vor, und hatte auch fuͤr die naͤchtliche Einschif⸗ fung einen guten Grund, da die Regierung von Waadt wuͤnschte, die Polen moͤchten Morgens 10 Uhr in Morges eintreffen, um alsobald ihren Marsch fortzusetzen. So ging die Einschiffung bei Fackelschein vor sich, und die Polen nah⸗ men von Genf mit dem Rufe Abschied: „Es leben die Genfer, nieder mit den Aristokraten.“ Eine Grenadier⸗Compagnie be⸗ stieg das Dampfschiff. Sie landeten in Morges; die Polen wurden den Waadtlaͤndischen Behoͤrden uͤberliefert, aßen zu Mit⸗ taga, und marschirten alsdann unter der Eskorte einer halben Compagnie Jaͤger nach Echallens ab, wo sie die Nacht vom 6ten auf den 7ten zubrachten. Am 7ten schliefen sie in Gran⸗ ges, und sollen sofort nach dem Kanton Bern ihren Zug fortsetzen.
Spanien.
Das (gestern unter Paris erwaͤhnte) Schreiben aus Ma⸗ drid im Constitutionnel ist vom 1. Maͤrz datirt, und lau⸗ tet folgendermaßen: „Die Gaͤhrung in Madrid und in den Provinzen, in letzteren besonders, ist außerordentlich groß. Die durch Bekanntmachung des Dekretes uͤber die staͤdtische Miliz hervorgebrachte Wirkung ist beklagenswerth. In Valencia, Santander, Valladolid, Pa 8 Caceres, kurz, in allen Staͤd⸗ ten, von wo man bis jetzt hat Nachrichten erhalten koͤnnen, hat sich das oͤffentliche Mißvergnuͤgen auf die energischste Weise kund gegeben. Wir erwarten mit Ungeduld Nachrichten aus Barcelona, wo die schon fruͤher bemerkte Stimmung einen Ausbruch befuͤrchten laäßt. In Sevilla haben die Milizen sich zur Unterwerfung bereit erklaͤrt, aber zu gleicher Zeit versichert, daß keiner von ihnen in die Reihen einer Mi⸗ liz eintreten wuͤrde, gegen die die Regierung sich so miß⸗ trauisch bezeige. Man fuͤrchtet, und mit Recht, daß das Dekret wegen Zusammenberufung der Cortes, dessen Verzoͤgerung so ernsten Argwohn erregt, eine noch furchtbarere Wirkung hervor⸗ bringen wird. Ich weiß nicht, welcher boͤse Genius den Mini—⸗ stern, und durch diese der Koͤnigin, Besorgnisse uͤber eine Partei einfloͤßt, die in der That noch nicht existirt, die man aber durch den bestaͤndigen Verdacht hervorrufen wird. Herr Martinez de la Rosa verliert zusehends ein Vertrauen, welches der Re⸗ gierung von so großem Werth seyn mußte. Was die Koͤnigin betrifft, so hat sie dasselbe schon fast gaͤnzlich verloren. Wenn dieser Zauber einmal ganz zerstoͤrt ist, so muß man auf Alles gefaßt seyn, um so mehr, als die Karlisten, durch so viele Fehler ermuthigt, so kuͤhn auftreten duͤrften, daß sie die liberale Partei zwingen werden, sich in Masse gegen sie zu erheben. Wenn ungluͤcklicherweise die Regierung, die sich auf die seltsamste Weise isolirt, nicht vor der mehr als jemals un⸗ vermeidlichen Zusammenberufung der Cortes einen anderen Weg einschlaͤgt, so haben wir eine Ballhaus⸗Sitzung zu erwar⸗ ten. — Herr Burgos hat sich in den Kopf gesetzt, die Presse leiten zu wollen. Ein patriotisches Journal, das do Comercio, hing durch Arrangements, welche bei seiner Errich⸗ tung getroffen wurden, von dem Finanz⸗Ministerium ab, und ging spaͤter zu dem Ministerium des Juͤnern uͤber. Der Mini⸗ ster nahm es uͤbel, daß die Redacteurs einige seiner Operationen tadelten, und wollte ihnen einen Ober-Redacteur vorsetzen. Die Mitglieder des Handels⸗Rathes und die Haupt⸗ Redacteurs eeklaͤrten, daß sie lieber auf jede Theilnahme verzichten, als sich der direkten Einmischung des Mini⸗ sters unterwerfen wuͤrden. Sie haben diese Erklaͤrung ge⸗ stern in ihr Blatt einruͤcken lassen, und sogleich haben sich die meisten Abonnenten zuruͤckgezogen. Dieses Ereigniß hat die ganze Stadt in Bewegung gesetzt und den Unwillen gegen Herrn Burgos ungemein gesteigert. Alle Blaͤtter haben fuͤr das Bulletin Partei ergriffen, und sprechen sich sehr lebhaft aus. Herr Burgos kann noͤglicherweise einen Befehl der Koͤnigin nachsuchen und erhalten, um alle Journale zu unterdruͤcken; aber eine solche Maßregel wuͤrde das Signal zu einem Aufstande seyn. Der oͤffentliche Geist macht so schnelle Fortschritte, daß der heutige Tag ganz verschieden von dem gestrigen ist. Die anderen Minister wissen nichts, oder thun wenigstens so, als wuͤßten sie nichts von diesem Zustand der Dinge. Die Koͤnigin verbringt ihre Zeit auf der Jagd, und Gott weiß, zu wie vielerlei Gerede diese Lebensart Anlaß giebt. Gestern, am Freitag, hat sie eine Ceremonie absagen lassen, die seit undenklichen Zeiten regelmaͤßig statt⸗ fand, und die darin besteht, an jenem Tage einen Theil des Rathes von Castilien zu empfangen, den man die Camara
“
nennt. Der Praͤsident, gegenwaͤrtig der General⸗Capitain Ca⸗ stahos, traͤgt ihr der Form halber eine Sache vor, und hat dann das Recht, sich dem Souverain gegenuͤber auf einen Ses⸗ sel, Banquillo genannt, niederzulassen, und sich so 20 Minu⸗ ten mit der Majestaͤt zu unterhalten. Das Aufschieben dieser Ceremonie auf einen andern Tag, und bloß einer Jagd⸗Partie halber, hat alle Welt empoͤrt. Auch ist man sehr unwillig uͤber einen, wie es heißt, von der Koͤnigin eigenhaͤndig ge⸗ schriebenen Befehl, der allen Leuten, selbst den Infanten, verbietet, auf den Kron-Domainen zu jagen. Der Praͤsident des Rathes von Castilien hat durch die Post ein von Don Carlos Yo el Rey unterzeichnetes Dekret erhalten, worin jedem Offizier, vom Grade des Capitains und daruͤber, jedem Richter, jedem Beamten, der im Dienste der Usurpatorin bleibe, mit Todesstrafe gedroht wird. Don Carlos behaͤlt sich nur vor, ge⸗ gen die Geistlichen, aus ihm bekannten Gruͤnden, Nachsicht zu uͤben. Man hat das Dekret der Koͤnigin gezeigt, die jedoch der⸗ gleichen Schritte weit weniger beunruhigen, als die Schrecknisse, die man ihr gegen die liberale Partei einfloͤßt.“
In lI 1““ “
Berlin, 17. Maͤrz. Man schreibt aus Koͤnigsberg in Pr. unterm 10ten d. M.: „Der fuͤnfte Provinzial⸗Landtag des Koͤnigreichs Preußen wurde am 2ten d. M. nach einer unun⸗ terbrochenen Dauer von 6 Wochen durch den Koͤnigl. Landtags⸗ Kommissarius feierlichst geschlossen, und die versammelten Staͤnde trennten sich, neu erstarkt in ihrem unerschuͤtterlichen Vertrauen auf die Weisheit Dessen, der durch sie abermals die Beduͤrfnisse und Wuͤnsche der Bewohner unserer Provinz vernehmen wollte. Wie abweichend bei den Berathungen auch zuweilen die Mei⸗ nungen Einzelner sich bewegt haben moͤgen, Alle fanden sich im⸗ mer wieder treu und fest zusammen, wo es die Liebe zu dem edelsten Koͤnige und das Wohl des Vaterlandes galt.“
— Im Regierungs⸗Bezirk Stralsund sind im Jahre 1833 beim Civil⸗Stande 5748 und beim Militair 128, zusam⸗ men 5876 Kinder, geboren; es starben dagegen resp. 4166 und 88, zusammen 4254 Personen. Von letzteren erreichten 17 Per⸗ sonen ein Alter uͤber 90 Jahre. Unter den Gebornen waren 84 Zwillings⸗Geburten und 1 Drillings⸗Geburt. Getraut wurden 1413 Ehepaare, einschließlich 51 beim Militair. Die Zahl der Gebornen ist nach obiger Angabe um 1622 groͤßer gewesen, als die der Gestorbenen.
— Nach der von dem Direktorium der Sparkasse zu Mag⸗ deburg ausgegebenen Nachweisung des gegenwaͤrtigen Zustan⸗ des dieser Sparkasse waren bei derselben am 2. Januar 1833 belegt 222,396 Rthlr. 14 Sgr. 1 Pf., im Jahre 1833 sind neu belegt worden 90,296 Rthlr. 21 Sgr. 11 Pf., dazu an Zinsen fuͤr das Jahr 1833 7155 Rthlr. 12 Sgr. 9 Pf., macht zusam⸗ men 319,848 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf. Zuruͤckgenommen sind im Jahre 1833 75,546 Rthlr. 3 Sgr. 1 Pf., so daß am Schlusse des Jahres 1833 uͤberhaupt noch belegt blieben 244,302 Rthlr. 15 Sgr. 8 Pf. Zinsbar belegt hat die Sparkasse 249,246 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., an Zinsen ausstehen 106 Rthlr. 14 Sgr. 7 Pf., und einen baaren Bestand von 6201 Rthlrn. 8 Sgr. 10 Pf., zusammen 255,583 Rthlr. 27 Sgr. 2 Pf., und also einen Ueberschuß von 11,257 Rthlr. 11 Sgr. 6 Pf. Am Ende des Jahres 1832 betrug dieser Ueberschuß 9424 Rthlr. 2 Sgr., beim Schlusse des Jahres 1833 also mehr 1827 Rthlr. 9 Sgr. 6 Pf. An Abrechnungs⸗Buͤchern sind im Ganzen jetzt noch ausgegeben 5615, so daß auf jedes dieser Buͤcher im Durch⸗ schnitt 43 Rthlr. 15 Sgr. 3 Pf. zu rechnen sind.
— Die Eilenburger Kattun⸗Fabrikanten im Reg. Bez. Merseburg haben seit dem Anfang dieses Jahres die Zahl ihrer Drucker um fast 30 vermehrt, was als eine Folge des Zoll⸗Ver⸗ bandes angesehen werden kann.
— In verschiedenen Kreisen des Reg. Bezirks Merseburg zeigten sich in letzter Zeit die natuͤrlichen Menschen⸗Blattern; es wurden sowohl Erwachsene als Kinder, uͤberall aber nur solche davon befallen, welche nicht vaccinirt worden waren. So blie⸗ ben namentlich in einer Familie drei vaccinirte Kinder befreit, waͤhrend die drei nicht geimpften Kinder davon befallen wurden.
— In Erfurt bilden die traurigen Folgen der Unvorsich⸗ tigkeit zweier Dienstmaͤdchen den Gegenstand des Stadtgespraͤ⸗ ches. Es ist naͤmlich dort in manchen Haͤusern die uͤble Ein⸗ richtung, daß der Keller sich auf einem Theile des Hausflurs aus⸗ muͤndet, der waͤhrend des taͤglichen Verkehrs immer betreten wird, so daß man Gefahr laͤuft, wenn die Klappe, die den Ein⸗ gang zum Keller bedeckt, zufaͤllig offen steht, selbst am Tage hineinzufallen; mit der Duͤnkelheit wird diese Gefahr um so groͤßer. Vor einiger Zeit geht eines der vorerwaͤhnten Maͤd⸗ chen Abends in den Keller, ohne ein brennendes Licht neben die geoͤffnete Klappe zu stellen, als eine andere in demselben Hause dienende Magd ihr nachstuͤrzt, und auch sogleich mit zerschmet⸗ terter Hirnschale todt vor ihr liegt. Das Maͤdchen, im Be⸗ wußtseyn seiner so schrecklich bestraften Unvorsichtigkeit, wird daruͤber auf der Stelle rasend. Man bringt sie sogleich ins Krankenhaus und einige Tage darauf stirbt sie an den Folgen des erlittenen Schreckens und der damit verbundenen Gemuͤths⸗ Erschuͤtterung.
— Im Monat Februar sind auf dem Rheine bei Koblenz 145 Fahrzeuge ein⸗ und 199 ausgegangen, zusammen 344 Fahr⸗ zeuge. An Produkten und Fabrikaten wurden 8—
eingefuͤhrt: a) an Transit und in die Freihaͤfen 12,315 Ctr b) füͤr das Inland 39,018 Ctr. 1 ——— 5 88 1 üͤberhaupt 51,333 Ctr. ausgefuͤhrt: 8 8 a) an Transit und aus den Freihaͤfen 19,469 Ctr. b) aus dem Inland . . . . . . 57,276 Ctr AM Aenιρέκν⁴⁵eνigbacxan uͤberhaupt 76,745 Ctr. a–mmsn—ys
Summa der Ein⸗ und Ausfulr 128,078 Ctr. — Ueber den Getraide⸗Vei⸗ehr schreibt man aus Duͤssel⸗ dorf Folgendes: „Die Preise der Halmfruͤchte sind im Allgemei⸗ nen wieder um ein Geringes gestiegen, was theils in den jetzt schon mehr uͤbersehbaren Folgen der diesjaͤhrigen Ueberschwem⸗ mungen, theils aber auch in ansehnlichen Versendungen nach Holland seinen Grund hat. Durch letztere wurde besonders zu Reuß der Fruchthandel ungemein lebhaft und die Erft sah bei dem hohen Wasserstande, der die Annaͤherung der Schiffe sehr erleichterte, einem kleinen Hafen nicht unaͤhnlich. Im Laufe des Monats Februar wurden uͤberhaupt zu Markte gebracht: 14,487 Scheffel Weizen, 20,022 Scheffel- Roggen, 2205 Scheffel Gerste, Hafer und Buchweizen, 252 Scheffel Ruͤbsaamen. Die Abfuhr dagegen betrug: a) nach Holland 20,285 Schessel Weizen, 22,661 Scheffel Roggen; b) nach dem Bergischen 428 Scheffel Weizen, 340 Scheffel Roggen, 893 Scheffel Gerste, Hafer und Buchwelten, 16 Schessel Ruͤbsaamen. Der Geld⸗