und Ausfuͤhrung.
8
stehlicher Kraft.
Spiels uͤbermaͤßig anstrengt. Madame Schroͤder⸗Devrient ward mit ihm und Herrn Hammermeister am Schlusse der Vorstellung
zu nahe treten; sondern billigen es vielmehr, daß sie, in ihrer Welse,
tig eingeuͤbten Darstellung macht, und bdiese mit ihrer klaren, rei⸗
8
spielerin) in falscher Vornehmheit oder tadelnswerther Gleichguͤl⸗
8
als wenn man etwa verschiedenen Malern dieselbe Aufgabe ertheilen
und keinesweges einem allgemeinen abstrakten Ideale nachzustreben, was hoͤchstens die Wirkung einer matten Copie, nicht eines lebendi⸗ gen frisch erschaffenen Kunstwerkes hervorbringt. des Gegebenen und Vorgeschriebenen, mit schoͤpferischer Eigenthuͤm⸗ lichkeit, ist gerade das Anziehendste und der Zuhoͤrer erfreut sich der
fuͤr die Wahrheit des Christenthums, und der feste Entschluß lebt,
bekraͤftigt.
8 8 v zweijaͤhrigen Kursus im verflossenen Jahre seine Zoͤglinge ent— ließ und die saͤmmtlich nach den Anforderungen der Anstalt die 2te Censur erhielten. Seminarien Gebildeten gewaͤhrten folgendes Resultat: 1 (ka⸗ tholischer Religion) erhielt Nr. I, 1 erhielt Nr. II, 7 erhielten Nr. III, 3 erhielten keine Haupt⸗Censur und 6 mußten abge⸗ wiesen werden. Die mit den Schullehrer⸗Seminarien verbun⸗ denen Taubstummen⸗Institute entsprechen ihrem doppelten Zwecke, der Unterweisung der Seminaristen im Unterrichte der Taubstummen und der Erziehung der letzteren. Es befanden sich zu Magdeburg 23, zu Halberstadt 24, zu Weißenfels 26, zu Erfurt 26, also uͤberhaupt 99 Zoͤglinge, in den 4 Taubstummen⸗ Instituten. In diesen saͤmmtlichen Anstalten bemuͤht man sich, den Kindern die Lautsprache zu lehren und sie so wenig als moͤg⸗ lich an die Zeichensprache zu gewoͤhnen, welche, obgleich viel leichter, doch nur eine sehr mangelhafte Mittheilung mit ihren kuͤnftigen Umgebungen moͤglich macht.
e.*¹¹;
8
— Koͤnigliche Oper. 1 DObgleich Schauspieler und Saͤnger durch die Worte der Dich⸗ tung und durch die Noten der Musik weit strenger gebunden sind,
wollte, so bleibt doch ein Spielraum fuͤr die Art der Auffassung 1 Es ist nicht bloß erlaubt, sondern Pflicht, hierbei die eigene Persoͤnlichkeit, Spiel⸗ und Singweise zu beruͤcksichtigen
Die Verbindung
kuͤnstlerischen Mannigfaltigkeit, ohne daß die kuͤnstlerische Einheit nufgehoben wird.
So hat uns Madame Schroͤder⸗Dervrient in der am 2ten d. M. stattgehabten Auffuͤhrung des Fernand Cortez als Ama⸗ ily auf eigenthuͤmliche Weise eine Helden⸗Jungfrau gezeigt, in wel⸗ cher, neben der Liebe zum Cortes, auch tiefe religidse Ueberzeugung
durch dasselbe ihr Vaterland im hoͤhern Sinne zu befreien und neu u gruͤnden. Vermoͤge einer solchen Auffassung, verbunden mit maͤch⸗ igem Gesange, wirkte diese Kriegs⸗ und Helden⸗Oper mit unwider⸗ Auch Herr Bader erwies, wie schoͤn und klang⸗ oll seine Stimme noch immer ist, sobald er sie nicht im Eifer des
erufen. Durch obiges, verdientes Lob der Mad, Schroͤder⸗Devrient, wollen wir uͤbrigens der vorigen Amazily, Demoiselle Gruͤnbaum, keinesweges
die liebenswuͤrdige jugendliche Unschuld, so wie die treue Herzlich⸗ keit und Hingebung an Cortes, zum Mittelpunkt ihrer sehr sorgfaͤl⸗
nen und uͤberall gleichartig ansprechenden Stimme unterstuͤtzt und Neben der Ausbildung als Saͤngerin verdient es ferner Lob, daß Demoiselle Gruͤnbaum nicht (wie manche junge Schau⸗
igkeit das Theater vermeidet, sobald sie nicht selbst spielt; sondern nit großer Aufmerksamkeit und Theilnahme allen ausgezeichneten Schauspielen und Opern beiwohnt, was auf ihr Spiel den heilsam⸗
Die Pruͤfungen der nicht in Schullehrer⸗
310
Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends [ Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
1834. 4. Mai.
— —
mer der Gesetz⸗Entwurf uͤber das Schifffahrtsrecht auf der Nis deren Seine mit 223 gegen 17 Stimmen angenommen worden war, ging die Kammer zur Diskussion uͤber das ruͤckstaändige
Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter... Wind Wolkenzug
336,6 8 Par. 337,02 Par. 337, 5 8 Par. Quellwärme 6,6 °R. + 8,5 °R. + 9,9 °R. +. 9, 4° R. 3 8
eg 7,1 0 R. 8 8,6 o R. Fess 8, 3 0 R. Flußwärme 11, 89 R
89 pCt. 90 pCt. 91 pCt. Bodenwärme 9,7 °R
truͤbe. regnig. truͤbe. — WN.
111AAA“ Den 5. Mai 1834. Amntl. Konds- und Geld-Cours-Zettel. (reufs. Cour.)
naense⸗ „ — ZEEE“];
Ausdünst. 0,03 3“%Rh. Niederschlag 0,05 1 Rh.
Kapitel des Kriegs⸗Budgets in Betreff Algiers uͤber. Herr v Sade erklaͤrte sich in einer ausfuͤhrlichen Rede, welche die gang Aufmerksamkeit der Kammer fesselte, gegen die Kolonisirung 9 giers. Herr Piscatory suchte die Gruͤnde seines Vor⸗ gaͤngers zu widerlegen und stimmte fuͤr den Artikel der Kom, mission. Um 6 Uhr wurde die Sitzung aufgehoben und die De batte auf heute vertagt. Sie war um 4 Uhr, bis wohin die ser Bericht reicht, noch nicht beendigt.
Die Einwohner von Arbois haben eine Adresse an den Ki, nig gerichtet, worin sie ihn ihrer Anhaͤnglichkeit an den Throf und die Verfassung versichern.
Das Zuchtpolizei-Gericht hat gestern, nach zweistuͤndiger Berathung, das Urtheil uͤber die verhafteten Mitglieder der Ge⸗ sellschaft der Menschenrechte gefaͤllt; neun der Angeklagten sim
St.-Schuld-Sch. † 4] 99 102 ⅔˖ 410 Pr. Engl. Anl. 15. 5 [103 ¾ 100 ½ 99½ Pr. Engl. Anl. 22. 1064
Pr. Engl. Obl. 30 1067 Prim. Sch. d. Sech. — 106
Kurm. Obl. m. I. C 67 ½
Neum int. Sch. do. Berl. Stadt-Cbl. 981 — Königsb. do. 4 98 — Holl. voliw. Duk. Elbing. do. 4 ½ 9712 Nene do. Danz. do. Friedrichsd'or .. Westpr. P'fandbr.] 4 100 ½ — hDisconto.. . ..
GSrosshz. Pos. do’! 4 0stpr. Pfandbr. V
— Pomm. do. 4
3 ⅔ Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. d. K.- u. N. Z.-Sch. d. K. u. N.
in Th. 1
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 30 April.
Niederl. wirkl. Schuld 50 ¾. 59 do. 96 ½, Ausgesetzte Schuld 1 ½. Kanz-Bill. 22 ½. 4 ½ 8 Amort. 89 ⅛. 3¼ 8 72 ⅜½. Kuss. (v. 1831) 96. Preuss. Priäünmen-Secbeme 98 49 do. 4 Cesterr. 96 ¾. 53 Span. 70 ⅛. 39 45 ½.
4 ntwerpen, 29 April. 8 54 ½. 38 45 ½. Zinsl. 16. London, 29. April. b
Cons. pr. compt. 92. dito pr. 27. Mai 92 ½, 92. . v. 1821 36 ⅜, ½. 3 % 44. Integr. 51. 58 Holl. 96. Portug. v. 1823 77 ¾ RKuss. V. 1822 105 ½¼. BVras. 73. Mex. v. 1825. 42 ⅛. 41 ½¼.
Namburg, 3. Mai.
Gesterr. 5 % Met 9-4¼. 492 do. 88 , Bank-Aectien 1264. Russ. Engl. 101 v½. Huss. Holl. 93 ⅞. Met. in Hamb. Cert. 94 ½⅛. Freuss. Prämien-Scheine 109. Poln. 124. Dän. 71 ½. Holl. 5 % 93 ⅛½,. 2 ½ 8 49¼. Span. 38 42 ½. 49 51 ½.
Spon. 5 8 71.
g. 100 ½. Span.
Wien, 30. April. 58 Met. 999. 49 89 %. 2 ½ 9 52. Bank-Actien 1260, Loose zu 100 Fl. 201 ½. Pat.o-Obligat. 137 ½.
Koͤnigliche Schauspiele.
Dienstag, 6. Mai. Im Opernhause: Fra Diavolo, komi⸗ sche Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Auber.
Im Schauspielhause: Spectacle demandé. 1) La reprise de: Michel et Christine, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 2) La seconde représentation de: Le Savant, vaudeville nou-
en und erfreulichsten Einfluß gehabt hat.
daß sie Kraft und Darstellungsgabe besitzt, uͤber hinaus, auch manche groͤßere zu uͤbernehmen
Von der gestrigen Auffuͤhrung des Oberon waͤre gar mancher⸗ lei zu berichten, wenn wir uns nicht auf den uns zugemessenen 4 4 Raum beschraͤnken und befuͤrchten muͤßten, daß manche Personen juͤngere Sohn“, denken wie Lichtenberg, welcher sagt: *) „So angenehm die Mustk 8 dem Ohre ist, wenn es sie hoͤrt, so unangenehm ist sie ihm oft, wenn man ihm davon vorspricht.“ — Daß am Schlusse der Vor⸗ stellung die gewoͤhnlichen Herausrufungen der Madame Schroͤder⸗
Devrient und des Herrn Mantius keinesweges wir (bei der jetzigen Vergeudung
Araberin, schon so vernehmlich
Schriften II, 459.
uü—
d „Sblecch ollen (z. B. Klytemnestra, Medea, die Vestalin, Fidelio) ihrer Natur nicht zusagen, zeigt doch ihre Durchfuͤhrung der Amazily,
diteser Ehre) am wenigsten der Erwaͤhnung werth halten, waͤre sie nicht auch der Braut des Sche⸗ rasmin zu Theil geworden, wahrscheinlich weil sie fuͤr eine junge eutsch gesprochen hatte.
gewisse veau en 2 actes. par Scribe.
leichtere Rollen 8 C1d-.
Mand.
von Charlotte
Neuesite
fehlten, wuͤrden Paris, 29. April.
Audienz beim Koͤnige. Gestern
gen Angelegenheiten.
Nachdem in der gestrigen Sitzung
Mittwoch, 7. Mai. Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Die Bekenntnisse, Lustspiel in 3 Abth., von Bauern⸗ Hierauf: Demoiselle Bock, Lustspiel in 1 Akt, von J. E.
. Koͤnigstaͤdtisches Theater. Dienstag, 6. Mai. Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel:
Der
Birch⸗Pfeiffer.
o ch ;wht en
Vorgestern war großes Diner in den Tuilerieen, wozu an 80 Personen eingeladen waren.
hatten der Mexikanische Gesandte und der General Sebastiant
Abends V
arbeitete Se. Majestaͤt mit dem
Praͤsidenten des Conseils und mit dem Minister der auswaͤrti⸗
der Deputirten⸗Kam⸗
der Aufreizung zu unerlaubten Coalitionen unter den Arbeiter schuldig befunden und zu folgenden Strafen verurtheilt worden, Napoleon Lebon, Studirender der Medizin, Mathée, Zoͤgling der Rechte, und Lemonnier, zu dreijaͤhrigem Gefaͤngniß; Vig. nerte, Advokat, zu zweijaͤhrigem Gefaͤngniß; Dufraize, Licentin der Rechte, zu ehm edehichen Gefaͤngniß; Ephraim, Schuß⸗ macher, Pérard, Handschuhmacher, Allard, Schlosser, und Pasz quier⸗Labrouyère, Komponist, 8 zweimonatlichem Gefaͤngniß⸗ Man glaubt, daß mehrere der Verurtheilten an den Koͤniglichen Gerichtshof appelliren werden.
Herr von Rothschild soll durch einen am 15ten von Madriz abgegangenen Courier ein Schreiben von Herrn Martinez de lae Rosa erhalten haben, worin dieser ihm die Ernennung zum Spa⸗ nischen Hof⸗Banquier anzeigt.
Die auf außerordentlichem Wege hier eingegangene Ma, drider Hof⸗Zeitung vom 2asten d. bringt in einer Beilage die Anzeige, daß die Bewohner der Stadt Almeida in Portu— gal sich bei dem Herannahen des Spanischen Truppen⸗Corps in Masse erhoben und die Koͤnigin Donna Maria proklamirt ha— ben, deren Panier am 18ten d. bei Abgang des Couriers auf den Mauern dieser Stadt wehte.
Das Journal des Doébats enthaͤlt folgendes Schreiben aus Aranjuez vom 19ten d.: „Herr Burgos, Minister del Fomento (des Innern), hat endlich seine Entlassung genommen. Er ist durch Hrn. Moscoso d Altamira, ehemaligen Deputirten zu den Cortes und Minister im Jahr 1821, zur selben Zeit, als Martinez de la Rosa im Ministerium war, erseztt worden. Unsere Lage hat sich merklich gebessert. Der große Empoͤrungs⸗Plan ist voͤllig verungluͤckt, und wenn, wie man sich vernuͤnftiger Weise schmeicheln darf, die Expe⸗ dition nach Portugal ein gluͤckliches Resultat hat, so ist die end— liche Pacification Spaniens nicht mehr weit entfernt. Die Wah⸗ len der Procuradores zu den Cortes werden ohne Zweeifel vor— trefflich ausfallen. Wenn das Ministerium mit Klugheit, wie man es nicht anders von den Einsichten und der Vaterlands— liebe des Herrn Martinez de la Rosa erwarten kann, bei der durch die Koͤnigin vorzunehmenden Wahl der Proceres zu Werke geht, so wird diese Versammlung mit sicherm Schritt auf der Bahn der Wiedergeburt und ohne heftige Bewegung ein⸗ herschreiten. Der Finanz⸗Minister wird naͤchstens ersetzt wer— den. Die hauptsaͤchlichsten Kandidaten zu seiner Stelle, wie sie wenigstens die oͤffentliche Meinung bezeichnet, sind die Herren Ferrer und Remisa.“ (Vergl. oben den Artikel Spanien.)
Die hiesigen Zeitungen theilen die beiden Dekrete der verwittweten Koͤnigin von Spanien mit, wodurch Herr Burgos entlassen und Herr von Altamira an seine Stelle ernannt wird. Sie sind vom 17. April datirt.
— Heute schloß 5proc. Rente 104. 5proc. Neap. 95. 10. 5 proc. Span. perp. 5proc. Cortes⸗Obligat. 29 ½. 5proc. Belg. 97 ½. Frankfurt a. M., 2. Mai.
60. 72 ½.
3proc. 78. 60. 3proc. do. 44 ½. 5proc. Roͤm. —. Oesterr. 5proc. Metall. 99 ½. 99 ⅛. 4proc. 89 1¼. 89 1 v⁄. 2 ½ proc. 52 ⅛. 1proc. 23 ½. Br. Bank⸗ Aktien 1525. 1523. Part.⸗Obl. 138 ½. Br. Loose zu 100 G. 204. Br. Holl 5proc. Obl. von 1832 9415⅛. 94 ½. Poln. L. 62 ½. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 54 ½. 54 ¾. 4proc. Anl. 92 ¾. G. 5proc. Span. Rente 70 ⅛. 70 ½. Zproc. do. perp. 45. 44 ½. Redacteur Cottel. 8,21bööö
Gedruckt bei A. W. Hayn.
Bekanntmachungen.
TTie
Alle diejenigen, welche aus der verloren gegangenen, unterm 30. Januar 1826 coram notario et testibus annerkannten, und am 3. Maͤrz 1826 lehnsherrlich confirmirten Schuldverschreibung des Landraths von Oertzen d. d. Spremberg, den 6. Januar 1826, uͤber das fuͤr die verehel. Ober⸗Amtmann Bies, Christiane
enriette, geborne Rudelius, auf dem Gute Horno,
premberger Kreises, Rubr. III. sub. No. 26 einge⸗ tragene Kapital der 2000 Thlr. Conventions⸗Species, so wie an der auf die separirte Hauptmann v. Oertzen unterm 24. Juni 1831 ausgestellten, und unterm 12. Juli 1831 gerichtlich anerkannten Cession dieser 2000 Thlr. in Preuß. Courant, als Eigenthuͤmer, Cessiona⸗ rien Pfand⸗ oder sonstige Briefsinhaber Anspruͤche zu haben vermeinen, werden zu dem auf
EEE111
Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten, Referenda⸗ rius Voge!, angesetzten Termine zur Anmeldung ihrer etwanigen Anspruͤche hierdurch vorgeladen, widrigen⸗ falls die Ausbleibenden damit praͤecludirt, ihnen ein ewiges Stillschweigen auferlegt, und mit Amortisation des qu. Documents verfahren werden wird.
Frankfurt a. d. O., den 4. Maͤrz 1834.
Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgerichr.
Oeffentliche Vorladung.
Ueber das Vermoͤgen des Paͤchters Curt Friedrich v. Scheven zu Kampe auf Ruͤgen ist unterm heutigen Tage Concursus formalis eroͤffnet, und es sind dem⸗ nach durch die den Stralsundischen Zeitungen in ex⸗ tenso inserirten proclamata alle diejenigen, welche an denselben und bessen Vermoͤgen aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen und Anspruͤche zu haben vermeinen, geladen, solche in einem der folgenden Ter⸗
den 16. Mai, den 6. und 27. Juni d. J., Morgens 10 Uhr hierselbst anzumelden, und durch Production der Original⸗Schuldverschreibungen, oder auf sonstige angemessene Weise zu beglaubigen, zugleich aber auch de prioritate solcherhalb zu dedueiren, bei
Strafe der Praͤclusion und gaͤnzlichen Abweisung von diesem Concurse, welche praejudicia durch den am 18. Juli d. J. zu erkennenden Abschied purificirt und voll⸗ zogen werden sollen. Es wird dieses auch hierdurch und mit dem Bemerken gemeinkundig gemacht, daß der Advocat von Blessingh in Bergen interimistisch zum Gemeinen ereditorischen Anwalt bestellt worden, und daß, wenn Creditoren nicht im ersten Liquida⸗
tions⸗Termine einen Andern zu diesem officio in Vor⸗ schlag bringen werden, dessen definitive Sestellung er⸗
folgen wird. Datum Greifswald, den 19. April 1834. Koönigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Ruͤgen.
v. Moͤller, Praeses.
Erbschafts⸗Theilung halber, sollen am 10. Juni d. J.,
Morgens 11 Uhr, die allhier belegenen Grundstacke des weiland Kaufmannes Carl Schultze, in dem zum Nachlaß gehoͤrigen Wohnhause oͤffentlich meistbietend aufgeboten werden, und wird bei annehmlich befunde⸗ nem Bot nur noch ein gerichtlicher Verkaufs⸗Termin statt finden. Diese Grundstuͤcke, saͤmmtlich vor nicht langer Zeit durchaus massiv neu erbaut, bestehen in einem großen Wohnhause mit zwei Fluͤgeln, Hof⸗ und Garten, enthaltend mehrere Saͤle und viele Zimmer; einem Speicher mit vielem Bodenraum, wobei eine durch Basser getriebene Oel⸗-Muͤhle und eine Roß⸗ Oel⸗Muͤhle, und einem an der Ober⸗Warnow belege⸗ nen Garten; worauf ein sehr großes Gebaͤude, worin eine Seifen⸗ und Licht⸗Fabrik betrieben wird. .
Eine genauere Beschreibung dieser Grundstuͤcke ist in den Mecklenburg⸗Schwerinschen Intelligenz⸗Blaͤttern und Rostocker Zeitungen zu ersehen. Die Besichti⸗ gung der zu verkaufenden Grundstuͤcke steht jederzeit
nach vorheriger Meldung im Carl Schultzeschen Wohn⸗ haufe frei, und die Verkaufs⸗Bedingungen koͤnnen bei] Unterzeichnetem eingesehen, und gegen die Gebuͤhr
abschriftlich mitgetheilt werden. Rostock, den 19. April 1834.
Ernst Emil Eggers,
Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen
P1166
In der blühendsten Gegend des
thums Weimar ist in einer nah
Forsten gelegenen Fabrikstadt:
1) ein Grundstück, bestehend au
hause von 130 Fufs Länge, in
40 Fenster, mit vielen aufs el gerichteten Zimmern,
Remisen und einem daran gre
wohnbaren Pidcen, für eine Herrschaft, Jagdliebha ner Fabrik-Anlage vortrefflich höchst billigen Preis von thaler zu verkaufen.
Ingleichen ist ebendaselbst noch sitzung, bestehend in einem mas mehrern sehr schön eingerichtet nem grossen Garten, mit einer
1sten Juli d. J.
ab zu über
hen bleiben. Vorstehende Besitzungen si-
zus ammen Piscen, 2 Höfen, Gewölben. Keller, Stallungen,
lsen Garten, wobei ein Gartenhaus mit S be- welches
Sund dem nöthigen Nebengelass, für 2,500 Reichs- thaler zu veräufsern und beide Grundstücke vom
kann die Hälfte der Kaufpreise mehrere Jahre gegen mässige Zinsen daraufste-
miers Vols. à 2 Thlr. le Volume. — Soulié6: Le port Grosherzog- de Créteil. 2 Vols. 12 m0. 2 Thlr. — Aimé Martin: an bedeutenden de l'éducation des mères de famille. 2 Vols. 12mo. 2 Thlr. — Les historiettes de Tallemont des Réaux. s einem Wohn- 2 Vols. 12 mo. 2 Thlr. “ der Vorderfront eganteste ein-
30
“
So eben ist erschienen und sehr zu empfehlen: Das Ballet: die Maskerade, arr. f. d. Piano- forte v. Gernlein, enthält: die 4 Steyrischen Walzer, 2 Hongroisen und der characteristischen Mazurka. 5 sgr. Meyerbeer. A une mère. Romance av. Acc. de Pfte. 5 sgr. (Zugleich machen wir auf die 4 fruͤher erschienenen Romanzen aufmerksam.) Kode. 13me. Concert p. le Violon l'Orchestre. 2 ½ Thlr. — — Introd. et Variat. sur un air tirolien p. le Vio- lon, av. Acc. de l'Orchestre. 1 ½ Thlr., de Pste. 3 Thlr. Schlesingersche Buch⸗ und Musikhandlung, in Berlin, unter den Linden Nr. 34.
nzenden gro- sich sowohl ber oder zu ei- eignet, zu dem
3,500 Reichs-
Acc. de
av. . 2* neine Grundbe-
siven Schloss mit en Zimmern, ei-
Mauer umgeben,
nehmen, auch
19, haben eben die Presse verlassen: Theodori Antiocheni Mopsucstiae Episcopi quae su-
ud wir beauf- persunt omnia edid. A. F. V. a Wegnern. Vol.
In Ferd. Duͤmmlers Buchhandlung, Linden Nr
tragt, zum schleunigen Verkauf zusammen auszubieten, und werden an ernste Käufer die näheren Nachrichten auf portofreie Briefe von
. uns ertheilt.
Breslau, den 15. April 1834. 3 Anfrage- und Adress-Büreau der Haupt- und Residenz-Stadt Breslau im alten Rathhause.
A. Asher, Linden No. 20.
1.“ Nouveautés de Bruzelles. 2 Capesigue: Histoire de la réforme de la ligue et d rêègue de Henri IV. le 1er. Vol. 1 Thlr.
9 Hofrath.
1. 3 Thlr. 20 sgr. Rudorff, D. u. Prof., das Recht der Vor⸗ mundschaft. 3r u. letzter Bd. 1 Thlr. 5 sgr.
So eben ist in der Schulbuchhandlung in Mohrun⸗
gen erschienen und in Berlin bei E. H. Schroeder,
(vormals Luͤderitz’sche Buchhandlung.) Koͤnigsstraße
Nr. 37, zu haben:
Sendschreiben an den Herrn Dr. Olshau⸗ sen, in Betreff seiner Schrift: „Ein Wort der Verstaͤndigung uͤber die Stellung des Evangeliums zu unserer Zeit,“ v. H. W. Schuur, Pfarrer in Eckersdorf bei Mohrun⸗ gen. geh. à 7 ½ sgr.
Thiers: Histoire de la révolution frangaise le 2 Fre-
isrd, b0 “
82
Berlin, Mihrwoch den 7 len Mai
Amtliche Nachrichten. 6 des Tages.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Wichert zum Justizrath bei dem Stadtgericht zu Koͤnigsberg in Preußen zu ernennen geruht 1 Des Koͤnigs Majestaͤt haben zu Kreis⸗Justizraͤthen im De⸗
iut des Ober⸗Landesgerichts zu Marienwerder
den Stadt⸗Justizrath am Ende zu Danzig, suͤr den
Danziger Kreis, J1“ den Stadt⸗Justizrath Skopnick zu Elbing, fuͤr den Elbinger Kreis, 1. den Land, und Stadtgerichts⸗Direktor Westphal zu Kulm, fuͤr den Kulmer Kreis zu ernennen geru⸗ ht.
part
Der bei dem Justiz⸗Amte Medebach angestellte Justiz⸗Kom⸗ missarius Knipschild ist zugleich zum Notar im Bezirke des Hofgerichts zu Arnsberg bestellt worden
Dem Papier⸗Fabrikanten Johann Oechelhaͤuser zu Siegen ist unterm 4. Mai 1834 ein Patent
auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachge⸗ wiesene, in ihrer ganzen Zusammensetzung fuͤr neu und eigenthuͤmlich erkannte Maschine zur Fertigung einzel⸗ ner Bogen Papier oder Pappe, auf Zehn hinter einander folgende Jahre, vom Tage der
v. und fuͤr den ganzen Umfang der Mo—
Ausfertigung an gerechnet, narchie ertheilt worden.
Zeitungs⸗ Nachricht Ausland.
— St. Petersburg, 26. April. Ein wahrhast reges Streben und sichtliches Vorschreiten nimmt man im Jugend⸗Unter⸗ richte und in der Civilisation unsers Kaiser⸗Staats seit dem Mo mente wahr, wo Herr von Uwaroff die General⸗Direction des Ministeriums des oͤffentlichen Unterrichts uͤbernahm. Es wird dieses am besten durch das offizielle Budget erwiesen, das der— selbe uͤber die vorjaͤhrige Wirksamkeit dieses Ministeriums Sr. Kaiserlichen Majestaͤt juͤngst vorlegte. Es ist das erste Bud⸗ get dieses Ministeriums, das bisher zur Publicitaͤt gelangte. Referent entlehnt aus demselben hier nachstehende Haupt⸗Mo⸗ mente: Nach ihm bestand im Beginn gegenwaͤrtigen Jahres das Lehrer- und Beamten⸗Personal der St. Petersburger Univer⸗ sitaͤt aus 54 Individuen und 206 Studirenden. Von Letzteren verließen dieselbe im abgeschiedenen ner gelehrten Graden, 6 aber ohne diese nach vollendetem Kursus. In der Acquisition der Professoren Fischer, Schulain und Kru— soff hatte die Universitaͤt fuͤr drei ihrer Lehrstuͤhle tuͤchtige aka⸗
Jahre 36 mit verschiedenen
fort.
demische Lehrer gewonnen. — Der Petersburgische Lehr⸗Bezirk besteht jetzt aus acht Gymnasien und 207 8 Das gesammte Lehrer⸗ und Beamten⸗Personal darin belaͤuft sich auf 417 Individuen und auf 8781 Lernende beider Geschlechter. Gleich nach dem Antritt seines Ministeriums war Herr von Uwaroff bemuͤht, dieser Universitaͤt und den andern in der Re⸗ sidenz bestehenden Lehr⸗Anstalten seine besondere Aufmerksam⸗ keit zu widmen, besuchte sie oͤfter ganz unvermuthet und unter warf sie seinen wiederholten persoͤnlichen Inspectionen, unter⸗ ließ dabei nie, den ihnen zunaͤchst vorstehenden Obern und Lehrern seine persoͤnlichen Anordnungen und Instructionen zu ertheilen; erließ eine solche besonders auch schriftlich an den Kurator des hiesigen Lehr⸗Bezirks, worin er ihn zur Einfuͤhrung einer strengen Disciplin sowohl unter den Stu⸗ diren en der hiesigen Universitaͤt, als auch unter den Gymna⸗ siasten verpflichtete. Den oͤffentlichen Pruͤfungen der Zoͤglinge
in den drei hier bestehenden Gymnasien beiwohnend, uͤberzeugte
7
sich der Minister von den unbezweifelten wissenschaftlichen Vor⸗ schreiten dieser Erziehungs⸗Anstalten. Die Moskauische Uni⸗ versitaͤt besteht aus einem Personal von 113 Lehrern und Beam⸗ ten und 541 Studirenden, von denen 144 sie im abgelaufenen Jahre verließen und zwar 110 mit Ertheilung verschiedener ge⸗ lehrter Grade. Ihre wissenschaftlichen Beschaͤftigungen bestanden in fortgesetzten astronomischen, metereologischen und magnetischen Beobachtungen. Seit dem vergangenen Juli giebt sie auf die Aufforderung des Ministers ihre gelehrten Memoiren heraus, deren Werth in wissenschaftlicher und literarischer Beziehung jeder auslaͤndischen Universitaͤt Ehre bringen wuͤrde. Naͤchstdem be⸗ schaͤftigen sich mehrere ihrer Professosen, wie die Herren Dri⸗ gubsky, Muhin, Boldureff, Pawloff, Perewotschikoff, Lowezky, Draͤdkowsky, Nadeschdin, Pogodin, Maksimowitsch und Andere, nit Abfassung wissenschaftlicher Werke, selbst die Studenten sind mit Uebersetzungen der besten auslaͤndischen Autoren ins Russi⸗ sche beschaͤftigt. — Die Universitaͤt Charkoff zaͤhlt ein Personal von 52 Lehrern und Beamten, naͤchstdem 464 Studirende. Ent⸗ lassen wurden vergangenes Jahr von der letzteren 87 mit verschiede⸗ nen gelehrten Graden, 50 andere absolvirten sich ohne diese nach beendetem Kursus. Der ganze Charkoffsche Lehr⸗Bezirk zaͤhlt in seinem Umfange naͤchst der Universitaͤt sieben Gymnasien und 179 andere wissenschaftliche Lehr⸗Anstalten. Das Lehrer⸗ und Beamten⸗Personal belaͤuft sich auf 515 Individuen, die aller Lernenden auf 10,267. Im Jahre 1833 ward diese Universitaͤt mit einigen tuͤchtigen akademischen Lehrern neu kompletirt. Der Minister spricht im Budget ruͤcksichtlich ihrer die Hoffnung aus: sie moͤchte mit der Zeit den von ihr gehegten Erwartungen ganz nachkommen. — Die Universitaͤt Kasan zaͤhlt 209 Lehrer und Beamte und die gleiche Anzahl von Studirenden. Von ihnen verließen sie verwichenes Jahr 35 mit verschiedenen ge lehrten Graden, zwei nach absolvirtem Kursus.
“ I1nI1n““ 1 v“
t 3 4
andern Lehr⸗Anstalten.
taͤt hatte juͤngst in den Professoren Bunge und Scharbe neue Lehrer gewonnen. Einem Beschluß des Minister⸗Comité zu⸗ folge, ist auf dieser Universitaͤt und ihrem Gymnasium das Stu⸗ dium der Mongolischen Sprache eingefuͤhrt, wofuͤr die Adjunkte Kowalewsky und Popar angestellt sind, beide haben juͤngst mit dem glaoͤnzendsten Erfolge ihre Pruͤfung in der Akademie der Wissenschaften bestanden. Die wissenschaftlichen Sammlungen im Kabinette wurden mit vielen neuen nuͤtzlichen Huͤlfsmitteln und Instrumenten kompletirt. Seit ihrer Gruͤndung beschaͤf⸗ tigte sich diese Universitaͤt beharrlichst mit metereologischen Be⸗ obachtungen; jetzt setzt sie ihre magnetischen fort, bestimmt die geographische Laͤnge verschiedener Staͤdte, sammelt topographi⸗ sche Beschreibungen der zu ihrem Lehr⸗Bezirk gehoͤrenden Gou⸗ vernements und beabsichtigt gleichfalls ehestens die Herausgabe eigener wissenschaftlicher Memoiren. Im Lehr⸗Bezirke be⸗ sinden sich jetzt neun Gymnasien und 159 niedere chulen. Die Gesammtzahl der Lehrer und Beamten belaͤuft sich auf 501 Individuen, die der Lernenden beider Geschlechter auf 7776. Seitdem der wirkliche Staatsrath Mussin⸗Puschkin dieser Uni⸗ versitaͤt und ihrem Lehr⸗Bezirk als Kurator vorsteht, haben beide in ihrem vorschreitenden wissenschaftlichen Bestehen sehr viel ge⸗ wonnen und geben in Erwaͤgung ihrer heutigen Organisation die gegruͤndete Hoffnung, mit der Zeit zu den im Russischen Kai⸗ ser⸗Staate bestehenden beiden Universitaͤten gehoͤren zu duͤrfen. — Die Universitaͤt Dorpat zaͤhlt jetzt 67 Professoren und Beamte, 539 Studirende, von welchen im vergangenen Jahre 120 mit verschiedenen gelehrten Graden, 93 andere nach vollendetem Kur⸗ sus ohne diese die Universitaͤt verließen. Unmittelbar nach sei ner im April 1833 erfolgten Ernennung zum Minister be⸗ suchte Herr von Uwaroff diese Universitaͤt und uͤbergab dem Kai⸗ ser gleich nach seiner Ruͤckkehr einen umstaͤndlichen Bericht von ihrem Bestande. Im gegenwaͤrtigen Budget spricht er sich uͤber sie also aus: „Ihre wissenschaftlichen Beschaͤftigungen sind von dem reichhaltigsten Umfange. Der Professor Struve, im Verein mit dem General⸗Lieutenant Schubert, beschaͤftigt sich mit der Grad-Bestimmung an allen noͤrdlichen Punk⸗ ten, zu welchen Arbeiten Ersterer auch einige seiner Zuhoͤrer zuzog, er nahm Theil an der im vorigen Sommer vollzogenen Chronometer⸗Expedition im Baltischen Meere und setzte mit sichtlichen Fortschritten seine Beobachtungen uͤber die Fixsterne Professor Rathke bereiste die Nordkuͤsten des Schwarzen Meeres und stellte waͤhrend derselben naturgeschichtliche und phy⸗ sikalische Forschungen im suͤdlichen Rußland an. Professor Le⸗ debour giebt seine Flora vom Altai⸗Gebirge heraus; andere ih⸗ rer Professoren beschaͤftigen sich vornehmlich mit magnetischen Beobachtungen und mit der Herausgabe ihrer Werke aus dem Fache der Jurisprudenz und Theologte. Seit der. Mitte des vergangenen Juli geben einige Professoren dieser Universitaͤt die Dorpatschen Jahrbuͤcher heraus. Ueberhaupt rechtfertigen der Eifer und die Thaͤtigkeit ihrer Glieder die Mei⸗
nung, welche ich das Gluͤck hatte, Euer Kaiserlichen Maje⸗
stät in meinem allerunterthaͤnigsten Doklad vorzulegen.“ — Im Dorpatschen Lehr⸗Bezirk bestehen jetzt vier Gymnasien und 220 andere Lehr⸗Anstalten; das Lehrer⸗ und Beamten⸗Personal, mit Ausnahme der in den Privat⸗Schulen befindlichen, belaͤuft sich auf 260 Individuen, die Zahl der Lernenden beider Geschlech⸗ ter auf 8471. — Die durch den Ukas vom 8. (20.) November 1833 neu creirte Universitaͤt Kiew war zur Zeit der Erscheinung dieses ministeriellen Budgets erst in der Organisation begriffen, mithin konnte dasselbe von ihr, als der neuesten von den in Rußland bestehenden Universitaͤten, noch nichts sagen. Zu ihrem Lehr⸗Be⸗ zirk gehoͤren die Gouvernements: Kiew, Volhynien und Podo⸗ lien. Er zaͤhlt in seinem Umfange sieben Gymnasien, 54 andere Lehr⸗Anstalten, in welchen 168 Lehrer und Beamte attaschirt sind. Die Zahl aller Lernenden belaͤuft sich auf 4609. Naͤchst dem neuesten Bestande dieser sechs Universitaͤten und der ih⸗ nen zugewiesenen Lehr-Bezirke, erwaͤhnt das Budget noch folgender vier, erst in den letzten Jahren im Umfange des Kaiserreichs organisirter Lehr⸗Bezirke und zwar: a) des Weiß⸗ russischen, fuͤr dessen gegenwaͤrtigen wissenschaftlichen Central⸗ punkt Witepsk statt des fruͤheren Wilna bestimmt ist, woselbst auch der Kurator und die aus drei Gliedern bestehende Bezirks⸗ Schul⸗Kommission ihren Sitz haben. Ihm sind die Gouverne⸗ ments Wilna, Grodno, Minsk und die Provinz Byalistock zu⸗ gewiesen. Er zaͤhlt jetzt neun Gymnasien, 198 andere Lehr⸗An⸗ stalten, 423 Lehrer und Beamte und 8766 Lernende beider Ge⸗ schlechter. Funfzehn der talentvollsten, juͤngst ihren wissenschaft⸗ lichen Kursus auf den Gymnasien dieses Lehr⸗Bezirks vollende⸗ ten jungen Leute, setzen jetzt ihre wissenschaftlichen Studien auf den uͤbrigen hoͤhern Lehr⸗Anstalten des Reichs fort und zwar 9 auf der hiestgen Universitaͤt, drei in der Akademie der Kuͤnste, drei auf der Moskauschen Universitaͤt. — b) Des Odessaschen, der jetzt, nachdem ihm neuerlichst noch zwei Gouverments ein⸗ verleibt wurden, aus fuͤnf Gymnasien und 68 andern Lehr⸗An⸗ stalten besteht, an welchen 190 Lehrer und Beamte, 3115 Ler⸗ nende sich befanden. Das Gymnasium von Kischenew in Bessarabien, erst im vorigen Jahre begruͤndet, ist das juͤngste in diesem Lehr⸗ Bezirk. Die beste Lehr⸗Anstalt in Odessa war bisher das Ri⸗ chelieusche Lyceum, fuͤr welches das zur Organisation der Lehr⸗ Anstalten im Reiche bestehende Comité jetzt ein neues Verwaltungs⸗ Statut anfertigt. Dasselbe zaͤhlt 44 Lehrer und Beamte, 402 Zoͤglinge, von denen 67 im vorigen Jahre entlassen wurden, 10 von ihnen mit dem Berechtigungs⸗Patente, bei ihrem Eintritt in Staatsdienste einen Klassen⸗Rang erhalten zu koͤnnen. — c) Des Kaukasischen, erst im Jahre 1828 begruͤndet und unter die unmittelbare Jurisdiction des Ober⸗Befehlshaber der Provinzen Kaukasien und Georgien gestellt. Dem fuͤr ihn angefertigten Lehrplane zufolge, soll er in seinem Umfange, naͤchst dem Gym⸗ nasium und dessen adeliger Pension in Tiflis, aus 20 Kantons⸗ Schulen bestehen. Von ihnen sind aber erst 12 organisirt. Die Nichteroͤffnung der 8 uͤbrigen hat bisher theils Mangel am be⸗ quemen Lokal, theils die Nichtaufsindung von Lehrern mit genuͤ⸗ gender Kenntniß der Landes⸗Sprachen verhindert. — d) Des
Die Universi⸗
Sibirischen. Seitdem dieser im Jahre 1828 den dortigen Civil⸗
Gouverneuren zur unmittelbaren Verwaltung uͤbergeben ward,
unterliegt die sichtliche Foͤrderung des Unterrichts in diesem von der gebildetern Haͤlfte des Russischen Kaiser⸗Staats so fernen
Lehr⸗Bezirk keinem Zweifel. Vornehmlich erkennt in dieser Hin⸗
sicht der Minister in jenem Budget das ruͤhmliche Bestreben des
Civil⸗Gouverneurs von Irkutsk mit gebuͤhrendem Lobe an.
V
— Ueber die Sternwarte, welche in St. Petersburg auf Be⸗ fehl des Kaisers errichtet werden soll, enthaͤlt die Koͤnigsber⸗ ger Zeitung folgendes Naͤhere: „Sie ist bestimmt, alles Aehn⸗
liche in Großartigkeit der Anlage weit hinter sich zu lassen. Die
Sternwarte selbst soll drei Thuͤrme mit beweglichen Kuppeln fuͤr Instrumente, die sich nach der scheinbaren Bewegung des Him⸗ mels drehen, haben. Zwei von diesen Thaͤrmen werden Instru⸗ mente wie der Koͤnigsberger Heliometer und der Dorpater Re⸗ fraktor erhalten, in den mittleren Thurm soll aher ein Instru⸗ ment kommen, das die andern bei Weitem an Groͤße uͤbertrisst. Unter den Thuͤrmen werden die Meridian⸗Instrumente und die transportabeln Instrumente aufgestellt. Mit der eigentlichen Sternwarte werden durch zwei Korridore ansehnliche Wohnun⸗ gen fuͤr fuͤnf Astronomen verbunden, so daß dadurch ein zusam⸗ 8 menhaͤngendes Gebaͤude entsteht, welches 84 Sashen oder 588 Russische Fuß Laͤnge hat. Kleinere Nebengebaͤude zu verschiede⸗ nen Zwecken werden die ganze Anlage noch vergroͤßern, fuͤr wel⸗ che eine Anhoͤhe, 1 ½¼ Meilen von St. Petersburg, bestimmt ist.“
Polen.
Warschau, 2. Mai. Der General⸗Lieutenant Golowin, Ober⸗Direktor der Regierungs⸗Kommission des Innern, der geist⸗ lichen und Unterrichts⸗Angelegenheiten, besuchte in diesen Tagen die hiesigen Gefaͤngnisse und das Zucht⸗ und Arbeits⸗Haus.
Der General der Kavallerie, Baron Kreutz, ist von hier abgereist.
3 In diesen Tagen ist eine Italiaͤnische Opern⸗Gesellschaft auf ihrer Ruͤckkehr von Odessa nach Mailand hier eingetroffen; sie gedenkt im hiesigen großen Theater einige Vorstellungen zu
geben.
1 “
Frahkrech. 3 Paris, 29. April. Die Debatte uͤber denjenigen Theil des Bud⸗ gets des Kriegs⸗Ministeriums, der sich auf die Verwaltung von Al⸗ gier bezieht, eroͤffnete in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗ Kammer der Graf von Sade mit einer Rede, in welcher er die Meinung aͤußerte, daß man die Kolonie aufgeben, die Feststellung des angemessensten Zeitpunktes hierzu aber der Re⸗ gierung uͤberlassen muͤsse. Er erinnerte daran, daß er diese An⸗ sicht schon im vorigen Jahre ausgesprochen, und daß dieselbe sich, seitdem er Mitglied der Afrikanischen Kommission gewesen, nur noch mehr befestigt habe. Die Ausgaben fuͤr die Kolonie beliefen sich jaͤhrlich auf 40 Mill. Fr., nämlich 30 Mill. fuͤr die Unterhaltung eines Armee⸗Corps von 30,000 Mann (nach den eigenen Berechnungen des Kriegs⸗Ministers), 2 ½ Mill. fuͤr das See⸗Ministerium, 1½¼ Millionen fuͤr die Verwaltung, 3 Mill. fuͤr die Festungs⸗Bauten, die Kasernirung der Truppen u. s. w., endlich 3 Mill. zur Instandhaltung des Kriegs⸗ und See⸗Militairs. Die Gesammt⸗Einnahme betrage dagegen nur 1,600,000 Fr. „Haͤtte man wenigstens irgend eine Aussicht“, fuhr der Redner fort, „die Kolonisirung dieses Landstriches zu bewirken, so moͤchte die Sache noch hingehen. Hieran ist aber nicht zu denken, denn Schwierigkeiten aller Art stellen sich die⸗ sem Vorhaben entgegen; einmal der sumpfige Boden, zu dessen Urbarmachung eben so viel Zeit und Geld, als Arme erfor derlich seyn wuͤrden; und wo wollte man namentlich die letzteren hernehmen? Der Eingeborne versteht sich ge⸗ wiß nicht dazu, man kennt seine Abneigung gegen den Ackerbau; und den Soldaten zu einer so ungesunden Ar⸗ beit, wie das Austrocknen der Suͤmpfe, zu gebrauchen, wuͤrde der Kriegs⸗Minister gewiß Bedenken tragen; er weiß, daß der Sommer von 1832 uns allein 1450 Todte und 1500 zum Dienste Untaugliche, bloß in Folge boͤsartiger Krankheiten, gekostet hat. Hierzu kommt noch, daß diese Arbeiten sowohl als das Saͤen und Aerndten immer nur unter dem Schutze des Militairs stattfin den koͤnnten, wobei wir es bestaͤndig mit einem fuͤnffach staͤrke ren Feinde zu thun haben wuͤrden; denn in der Provinz Oran
allein giebt es mehr als 110,000 Kombattanten, die alle wohl⸗
bewaffnet und groͤßtentheils beritten sind, und einen gewissen Abdel⸗Kader als alleiniges Oberhaupt anerkennen, indem sie das Beduͤrfniß sehr wohl fuͤhlen, ihre saͤmmtlichen Kraͤfte zu konzen⸗ triren, um dem gemeinschaftlichen Feinde die Spitze zu bieten. Und dieser Abdel-Kader ist der Mann, von dem der Moniteur be⸗ richtet, daß er sich uns unterworfen habe; man muß gestehen, daß dies ein Unterthan ganz eigener Art ist. Wer von uns wuͤrde nun nicht vor einer Operation zuruͤckbeben, die solche Opfer an Menschen und Geld erfordert? Man koͤnnte uns vielleicht einwenden, daß wir in Algier wohlerworbene Rechte zu vertheidigen haͤtten. Lassen Sie uns indeß sehen, ob dies wirklich der Fall ist. Wir haben in Algier ohne alle Umstaͤnde, und ohne irgend eine Entschaͤdigung zu zahlen, 900 Haͤuser niedergerissen. Wir haben 60 Moscheen fuͤr die Armee eingerichtet, und 10 gaͤnzlich zerstoͤrt, und was die Einwohner noch mehr als dies erbittert hat, ist, daß wir bei den Erd⸗Arbeiten die Graͤber aufgerissen und die Ueberreste der Todten zerstreut haben. Algier war mit Gaͤrten und Lusthaͤusern umgeben. Alles dies ist verschwunden. Die Gaͤrten sind verheert, die Wasser⸗Leitun⸗ gen, deren die Stadt so sehr bedurfte, vernichtet, die Lusthaͤuser niedergerissen und das dadurch gewonnene Bauholz zum Heizen benutzt worden. Und als letzteres zu diesem Behufe nicht mehr ausreichte, wurden die schoͤnsten Frucht- und andere Baͤume ge⸗ faͤllt; dies ist die einzige Urbarmachung, die bisher stattgefunden hat. Wie kann man sich hiernach noch wundern, daß die Mauren einen Boden fliehen, der ihnen nur noch ein Bild der Verwuͤstung bietet? Was wollen wir ihnen antwor ten, wenn sie uns in ihrer maͤnnlichen Sprache zurufen „„Seit ihr hier sepd, wissen wir nicht mehr, wo wir leben, wo wir sterben sollen!““ Dies, m. H., sind die Resultate vierjäͤhri