1834 / 130 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Nordseebad Wangerooge.

Das Nordseebad auf der Insel Wangerooge an der sches sich vorzuͤglich durch

Oldenburgischen Kuͤste, welche einen unweit des Dorfs unmittelbar an der offenen See auf einem festen und sicheren Boden befindlichen,

mit einem zweckmaͤßigen und vollstaͤndigen Bade⸗Appa⸗ rate versehenen Bade⸗Strand empfiehlt, wird in die⸗ sem Sommer, wie gewoͤhnlich, mit dem 1. Juli eroͤff⸗

net und mit dem 1. September geschlossen werden.

Vieelfache Gelegenheit zu einem anstaͤndigen und be⸗ quemen Unterkommen finden diejenigen, welche sich dieses Bades zu bedienen wuͤnschen, theils in den bei⸗ den Logir⸗Haͤusern, wovon das im Fruͤhjahr 1833 neu erbaute eine Reihefolge von einigen vierzig wohnlich eingerichteten, mit Tapeten versehenen Zimmern ent⸗ haͤlt, theils in den zu diesem Zwecke aptirten, in den letzten Jahren durch Neubauten betraͤchtlich vermehr⸗ ten Wohnungen der Insulaner. 1

Die Bade⸗Wirthschaft wird nach wie vor auf Herr⸗ schaftliche Kosten zu den billigsten Preisen so anstaͤndig, und so gut als moͤglich, ohne Ruͤcksicht auf Gewinn

gefuͤhrt, und fuͤr die Unterhaltung der Bade⸗Gaͤste uͤberhaupt, und insbesondere auch durch Aufstellung einer ausgewaͤhlten Leihbibliothek gesorgt werden.

Wegen Loaisbestellungen wendet man sich entweder an den geheimen Hofrath Westing in Oldenburg, oder an den Bade⸗Arzt, Doctor Chemnitz in Jever, oder an den Vogt Alers in Wangerooge.

Die Ueberfahrt nach der Insel geschieht taͤglich von der Jeverischen Kuͤste, und einmal woͤchentlich in be⸗ quem eingerichteten Paketboͤten von Hamburg und Bremen aus.

ie Inspeection des Seebades der I⸗ Wangerooge, April 2. 1834.

ö“

Seebad auf Norderney.

Das Nordsee⸗Bad auf der Insel YPordernev wird auch in diesem Jahre am 1. Juli eroͤffnet, und am 15. September geschlossen werden.

Seit der letzten Saison ist das Conversations⸗Haus der Anstalt durch einen umfassenden Bau erweitert, so wie durch zweckmaͤßige Neubauten der Insulaner die Zahl der besseren Wohnungen zur Aufnahme von Curgaͤsten und Fremden wiederum vermehrt ist.

Auftraͤge zu Logis⸗Bestellungen wird der Bade⸗Ver⸗ walter Roͤpke auf Norderney prompt besorgen. Alurich in Ostfriesland, im April 1834.

Koͤniglicher Bade⸗Commissair Graf Wedel.

Diejenigen Inhaber von Certificaten der Russ.-Holl. Anleihe 3te Serie, bei Hope & Comp., welche die am ng. Juni fällig werdenden Zinsen in Berlin zu er- heben wünschen, werden hiermit aufgefordert, die be- treffenden Coupons bis spätestens den 28. Mai d. J. bei den Unterzeichneten vorzeigen und mit dem er- sorderlichen Vermerk versehen zu lassen. Der Ein- lösungs-Termin der auf diese Weise angemeldeten Coupons wird 6. Zt. durch die öffentlichen Blätter bekannt gemacht werden. 3

Berlin, om 1. Mai 1834. b Anhalt und Wagener,

8 Brüderstrasse No. 5.

Bei der am 30. v. M. zu Paris stattgesundenen 10. Verloosung der Königl. Spanischen Anleihe bei Guebhard (Emprunt Royal) ist Serie 17 gezogen worden. Die in dieser Serie enthaltenen Nummern können von heute ab bei uns eingelöst werden. Berlin, den 6. Mai 1834. Hirschfeld & Wolff, unter den Linden No. 27.

Literarische Anzeigen. Das Werk:

Denkmünzen zur Geschichte Seiner Majes- zat des Könige von Preussen, Friedrich Wilhem III., in Abbildungen mit Erläute- rungen und Urkunden ist erschienen und wird von der Stuhrschen Buch⸗ handlung in Berlin debitirt. Da die Kosten des Un⸗ ternehmens beinahe durch die Subsepription gedeckt sind, und ein Gewinn dabei nicht beabsichtigt wurde, so bleiben die Subsecriptions⸗Preise von 6 Thlr. fuͤr die gewoͤhnliche und von 15 Thlr. fuͤr die Ausgabe auf Velin⸗Papter fortbestehn. Von der Ausgabe auf chinesisch Papier à 20 Thlr. ist nur die subscribirte Anzahl gedruckt, folglich nichts mehr davon verkaͤuflich. An die auswaͤrtigen Subsecribenten wird das Werk ungesaͤumt versandt. Berlin, im April 1834. . A. Bruͤggemann.

8 1“X“X“

Die Schw e i-àz2, nach William Beattie, mit Stahlstichen nach Zeich- nungen von Bartlett, ausgeführt durch die vorzüglich- sten Künstler Englands. In Hesten, je 4 grosse Quart- Stahlstiche und Text enthaltend. Subscriptions-Preis 16 gr. Sächs. = 1 Fl. C.-M. Conplett in 20 Heften.

Wer die Schweiz kennt, und wer sie besuchen will, sollte sich dies Werk prächtig in der Ausführung und ungemein wohlfeil anschaffen, durch Ansicht wolle man sich überzeugen, dass es ein wahrhaftes Prachtwerk ist.

Berlio, A. Aeaher. 8

Wien, C.

-olId.

Ger

*

Ankuͤndigung.

Bei dem großen Aufsehen, welches die Schrift des beruͤhmten Dichters Thomas Moore, des Vertrau⸗ ten von Lord Byron: Travels of an Irish Gentlemen in Search of a Religion. Lond. 1833. Vol. I. II., wovon bereits zwei verschiedene dentsche Uebersetzungen (deren eine schon die zweite Auflage erlebte) erschienen, in ganz Deutschland und insbesondere in unserer Rhein⸗ provinz erregt hat und fortwaͤhrend erregt, muß es ge⸗ wiß wuͤnschenswerth seyn, auch die Stimmen des Ge⸗ gentheils, welche sich bereits in Enaland gegen die glaͤn⸗ zende Sophistik dieses gewandten Nomantikers erhoben haben, zu vernehmen, damit die Gemäaͤßigten und Be⸗ sonnenen sowohl unter Katholiken als Protestanten zu der Ueberzeugung gelangen, daß nicht Alles Gold sey, was alaͤnzt. Es gereicht daher dem Unterzeichneten

um besondern Vergnüͤgen, daß einer der beruͤhmtesten

heologen der evangelischen Kirche, eben so ausge⸗ durch bewaͤhrte historische Gelehrsamkeit, als

eichnet

durch gemäaͤßigte, friedliebende Denk⸗ und Handlungs⸗ art, wodurch er sich in Schlesten und im Rheinlande die allgemeine Achtung und Liebe beider Confessions⸗ Verwandten erworben, sich zur Herausgabe eines Werks, welches eine sorgfaͤltige Pruͤfung des Moore'schen Wer⸗ kes beabsichtigt, entschlossen hat. Der Titel desselben ist: Die Religions⸗-Wanderungen des Herrn Thomas Moore, eines beruͤhmten irlaͤndischen Dichters, beleuchtet von einigen seiner Landsleute. Aus dem Englischen uͤbersetzt und mit erlaͤuternden Anmerkungen begleitet von Dr. Johann Christian Wilhelm Augusti, K. Pr. Consistorial⸗Direktor und Ober⸗Conststorialrath im K. Rheinischen Consistorio zu Coblenz, ordentl. Professor der Theologie in der evang. theolog. Facul⸗ taͤt zu Bonn, u. s. w.

Die beiden Hauptschriften, welche in einer treuen Uebersetzung geliefert werden sollen, sind die so eben in England herausgekommenen: 1) Second travels of an Irish Gentleman in Search of a Reli- gion. With notes and illustrations, not by the edi- tor of Captain Rock's Memoirz. Dublin 1833. Vol. .II. 2) Reply to tbe Travels of an Irish Gentleman in Search of a Religion. Lond. 1834. 8vo. Außer⸗ dem soll noch auf die Kritiken in Englischen Zeitschrif⸗ ten die erforderliche Ruͤcksicht genommen werden. Das Ganze wird dennoch nur einen maͤßigen Band in gr. Svo. ausmachen und sich durch Druck und Papier vor⸗ theilhaft auszeichnen. Da der Druck unverzuͤglich be⸗ ginnt, so laͤßt sich die Erscheinung in moͤglichster Kuͤrze versprechen.

Koͤln, 18. Maͤrz 1834.

J. P. Bachem, Hof⸗Buchhaͤndler u. Buchdrucker. In Berlin nimmt C. F. Plahn, Jagerstr. Nr. 37,

Bestellungen auf obiges Werk an

Bei H. L. Broͤnner in Frankfurt am Main sind

erschienen und in allen Buchhandlungen vorraͤthig oder

durch solche zu beziehen, Berlin durch F. Duͤmmler, Linden Nr. 19:

Lord Byron’s Select Works, 6 Vol. Enthalten 8

vol. I. Beppo and Don Juan, in 12m0. 1831. geh.

1 Thlr.

The Giaour.

vol. II. Childe Harold’ pilgrimage. Lara. The

The Bride of Abydos. The Corzair. Siege of Corinth. Parisina. Mazeppa. 1832. 1 Thlr. vol. III. The Island. Prophecy of Dante. Manfred. Heaven and Earth The deformed Transfor- Satirical poems. Miscellaneous poems 1832. 1 Thlr. 3 ¾ sgr. vol. IV. Notices on the lise of Lord Byron, by Thom. Moore. 1833 1 Thlr. 3 ¾ sgr vol. V. u. VI. Lor ] Byron's Letters, journals and con- versations. vol. I. u. II. 1834. 2 Thlr Alle 6 Baͤnde zusammen werden zu 5 Thlr. 3 sgr. erlassen. Diese wohlgeordnete, correkte und wohlfeile Aus⸗ gabe der Werke Byron's, eines der ersten Dichter aller Zeiten, ist nun beendet. Sie unterscheidet sich von allen andern durch die Scheidung der Dichtgat⸗ tungen, die vollstaͤndige Mittheilung der Biographie Byron’s von Moore, getrennt von den Briefen und Tagebuͤchern, die Beifuͤgung der merkwuͤrdi⸗ gen Unterhaltungen uͤber Religion mit Kennedy und der anziehenden Notizen der Lady Blessington. Die Sonderung der Arbeit des Biographen von den Do⸗ kumenten des Byron'schen Seelenlebens war so muͤh⸗ sam, daß nur die Ueberzeugung von ihrem großen Nutzen dazu bestimmen mochte. Das Leben und die Briefe erlaͤutern sich zwar gegenseitig, aber da wir einmal eine nach dieser Idee angeordnete Biographie besitzen, so war gewiß wuͤnschenswerth, des Dichters epistolarischen Nachlaß sammt den Tagebuͤchern, von jeder fremden Zuthat gesondert, in einen Brennpunkt gesammelt, zugaͤnglich zu finden. Dies wird nun im 5. und 6. Bande den Lesern dargeboten. Sie enthalten zuerst in ununterbrochener Folge 453 Briefe Byron's, eine der wichtigsten Bereicherungen dieser Literaturgattung seit Walpole und Comwper. Moore hat der Biographie 561 Briefe eingewebt; die in den Select works weggelassenen, sind entweder Wie⸗ derholungen oder ganz unbedeutenden Inhalts. Noch werthvoller als die Briefe, sind die Tagebuͤcher By⸗ ron's, welche nach ihrer Zeitfolge mitgetheilt werden, und nur bedauern lassen, daß ihr Umfang so gering. Saͤmmtliche Baͤnde sind auch einzeln zu haben. Die Hiographie sammt der Briefsammlung eignen sich vor⸗ zuͤglich zur Einfuͤhrung in Schulen und bei dem Pri⸗ vat⸗Unterricht. Der Verleger hat nichts versaͤumt, um diese, ein gefuͤhltes Beduͤrfniß befriedigende Aus⸗ gabe durch bequemes Format, dreifache Correctur und billigen Preis den Freunden der englischen Literatur zur Anschaffung zu empfehlen.

8—

Cain. med.

Zu aͤußerst wohlfeilen Preisen⸗ I. Bibliographie.

Panzer, annales typograph. 11 Vol. 4to Norimb. 1793 1803, schoͤnes Exemplar. 283 Thlr. 15 sgr. Ebert, bibliograph. Worterbuch 2 Bde. 4to. 1830. 10 Thlr. 20 sgr. Georgi, Europ. Buͤcher⸗Lexicon, 5 Bde. nebst 3 Suppl. Fol. Leipzig, 1742 1758, schoͤnes Exemplar.

9 Thlr. 10 sgr. Catalogus biblioth. Brühlianac. 4 Vol. Fol. Dresd., 1750 56. Frzbd., schoͤnes Exempl. 3 Thlr. 5 sgr. II. Merian'sche Topographien ꝛc. Fol. Frankreich, 13 Theile, 1655— 61. Pergbd. s Oesterreich. 1677. Pergbb. “* Thlr. 10 sar. Italien. 1688. Schweinsldrbbd. 1 Thlr. 20 sgr. Braunschweig u. Luͤneburg. 1654. ebenso. 15 sgr. Gottfried, histor. Chronik. (Merian. Kpf.) 1674 4 Thlr. 10 sgr. Archontologia cosm (ebenso) 1646. 2 Thlr. 20 sgr.

III. Geschichre, Chronik ꝛc. Fol.

Dapper, Asia. Nuͤrnberg, 1681. Pergbd. 10 sgr.

dasselbe (ohne Mesopotamien ꝛc.) Prachtbd. 1 gr

Thuani, 1626 Halbfrzbd.

3 Thlr. 5 sgr. Krantz, chron. franc. 1583. (ace multa alia) 2 Thlr. 25 sgr. Cläver, Germania antiqua. L. B. 1631 3 Thlr. 5 sgr.

Zeileri, Germania nov. antiq. Strassb. 1674. 2 Thlr.

hist. sui temp. 5

Slavorum etc.

stungen hinfoͤrdern zu helfen; 1 llediglich mit den provinziellen Angelegenheiten in⸗

sar. gen zu haben:

Pranumerations⸗Anzeige. Vom 15. April d. J. an erscheint in unserem Ver⸗ lage eine belletristische Zeitschrift unter nachstehendem

Titel: äy„ ne d. ein Mittags⸗Blatt fuͤr Leute von Geschmack. Redigirt von H. Smidt.

Wir enthalten uns aller weitern Aupreisungen die⸗ ses hege Nchgheng, und bemerken nur noch Nachste⸗ hendes:

Es erscheint taͤglich, mit Ausnahme der Sonn⸗ und

Festtage, ½ Bogen gr. 8vo.⸗Format, Velin⸗Papier

und sauber gedruckt fuͤr den gewiß sehr billigen Preis

von 3 Thlr. jaͤhrlich oder 1 Thlr. vierteljaͤhrlich praͤnumerando, (fuͤr Botenlohn wird vierteljaͤhrlich

5 sgr. extra berechnet.) In Betreff des Inhalts

empfehlen wir den ausfuͤhrlichern gedruck⸗

ten Prospectus, welcher gratis ausgege⸗

ben wird, zu geneigter Durchsicht. Ausmaͤrtige praͤnumeriren halbjaͤhrlich mit 2 Thlr. incl. Porto, und belieben sich mit ihren Bestellungen

Hochloͤbl. Post⸗Aemter zu wenden. ““ Bechtold und Hartje in Berlin, Jaͤgerstraße Nr. 27 a

11“*“” fuͤr Brandenburg und das Herzogthum Sachsen.

(Vom 1. Juli an auch fuͤr Pommern.)

tenen Blärter, worauf diese Zeitung bereits fuͤher aufmerksam gemacht hat, ist: das allgemeine Beste der genannten Provinzen nach allen Rich⸗ sie werden daher

sofern sie auf Gemeinwesen, Provinzial⸗ und Lokalge⸗ schichte, Provinzial⸗Gesetzgebung und Verwaltung, Land⸗ und Forstwirthschaft, commerzirlien Betrieb, all⸗ gemeine Gesundheitspflege, so wie uͤberhaupt auf Alles Bezug haben, was unmittelbar ins Mark der Provinz eingreift, sich beschaͤftigen, wodurch sicherlich auch dem provinziellen Leben selbst ein kraͤftigerer Auf schwung gegeben wird. Soll ein solches Unternehmen gleich segensreiche Wirksamkeit gewinnen, wie dies bei den seit funfzig Jahren bestehenden Schlesischen und spaͤter danach gebildeten Preußischen und Rheinischen Proninzial⸗Blaͤttern der Fall ist, so muß demselben in jeder Hinsicht eine kraftige Unterstuͤtzung werden, so⸗ wohl durch zahtreiche Theilnahme des Publikumt, als durch Beitraͤge Sachkundiger aus allen Staͤnden und Faͤchern. Von vielen Seiten her ist diese Mitwirkung bereis zugesichert, und dadurch dieses Unternehmen als ein wohrhaft nuͤtzliches und zeitge maͤßes anerkannt worden. Wir nennen hier nur die Namen: Blesson, Janke, Kloeden, Koehler, v. Ledebur, Luͤ⸗ dersdorff, Maͤdler, Merier, Ratzeburg, Friedr. v. Raumer, Stoerig, v. Tuͤrk, v. Voß, Zeune ꝛc. Wie schon angedeutet findet auch die

vollstaͤndige, geordnete und mit Erlaͤuterungen verse⸗ hene, durch ein Sach⸗Register in eine leichte und be⸗ queme Uebersicht gebrachte Sammlung der gesetzlichen Bestimmungen wird ins besondere den Beamten von Nutzen sein. Einen ausfuͤhrlichen Prospeec⸗ tus und die ersten Nummern des Blattes selbst theilen alle Buchhandlungen mit, Be⸗ stellungenim vierteljaͤhrlichen Abonnement zu 27 sgr uͤbernehmen diese und die Koͤnigl. Postamter. Ein, in Folge hoͤhern Orts zu Theil gewordener Erlaubniß, beigegebener Allgemeiner Anzeiger nimmt Ankuͤndigungen von Verkaufs⸗ und andern Ge⸗ genstaͤnden, welche mit dem Stempel des K. Intelli⸗ genz⸗Compt. versehen eingeliefert werden, die Zeile zu 1 sar. auf, und duͤrfte besonders fuͤr Handel⸗ und Ge⸗ werbtreibende von Nutzen werden.

““ Der Verleger F. A. Herbig,

unter den Linden Nr. 56.

Zu Geschenken an Confirmanden

empfehlen wir folgende Schriften von

Dr. Franz Theremin: Predigten. 4 Baͤnde, jeder 1 Thlr. 10 sgr.

Das Kreuz Christi. (Predigten.) 2 Baͤnde, jeder 1 Thlr. 10 sar. Zeugnisse von Christo. (Predigten 1830 1832.) 1 Thlr. 10 sgr. Adalberts Bekennt⸗ nisse. 1 Thlr. 5 sgr. Abendstunden. 1 Thlr.

Duncker und Humblot, Franzoͤsische Straße Nr. 20 a.

So eben ist bei Eduard Buͤhler in Magdeburg

erschienen, und in Berlin in der Enslinschen Buch⸗

handlung (Ferd. Muͤller, Breirestraße Nr. 23.) bei

E. H. Cchezder und in allen uͤbrigen Buchhandlun⸗

gen daselbst zu haben:

Vertheidigung der Staatswiasenschaften, gegen Eingriffe der Mediciner bei der Sache der Homõopathie. Von einem homöopathisch Ge- heilten. Herausgegeben und bevorwortet von Dr. Fr. Rummel. Für Staatsmönner, Rechts- gelehrte und Freunde der Staatswissenschaften. gr. 8Svo. geh. Preis 22 sgr.

Diese Schrift, deren Autor (ein hoher Staats⸗

Beamter) nur allein durch die augenscheinlichste, an

sich selbst gemachte Ueberzeugung, zu dem Erscheinen

derselben veranlaßt worden, und deren Herausgeber ein beruͤhmter hombop. Arzt, Mitarbeiter der Leiptiger homoͤop. Zeitung ist, behandelt diesen Gegenstand aus dem Gesichtspunkte der Staatswissenschaft und wider, legt alle falschen Ansichten, welche die Alloopathen gegen diese neue Schule der Mediein zu verdreiten suchen. Dieselbe ist Staatsmaͤnnern, Medicinern,

Apothekern, Juristen, und überhaupt allen Freunden

der Homdopathie besonders zu empfehlen.

So eben ist erschienen und in allen Buchhandlun⸗

Offenes Sendschreiben

an Herrn Dr. J. G. Scheibel,

als Widerlegung seiner Klagen uͤber erlittenes Unrecht in der Schrift: Actenmaͤßige Geschichte der neuesten Unternehmung einer Union ꝛe. in dem Preußischen Staate. Geheftet 7 sgr.

Nicolaische Buchhandlung in Berlin

8 5 sgr. 3. A. Litt in ße Nr. 9.

Berlin, Burgstra

8

(Bruͤderstraße Nr. 13.)

an die ihnen zunaͤchst gelegenen Buchhand’ungen oder

Die Aufgabe dieser vom April an ins Leben getre⸗

Provinzial⸗ Legislatur und Administratrion Beruͤcksichtigung, und die unter dieser Rubrik gegebene

Hesterreichisch⸗militairische Zeitschrift 1838 AIIZEA3““

Dieses Heft ist so eben erschienen und an alle Buch⸗ handlungen versendet worden: Inhalt: I. Der Pog vorus und die Dardanellen. Mit 2 Planen. II. Ge schichte der Kriegsereignisse in Deutschland, in dem letzten 4 Monaten des Jahres 1792. (Schluß.) Ueber das Lager bei Turas 1833. IV. Die Mllitafr, Verfassung der schweizerischen Eidgenossenschaft. Literatur: 1. Clausewitz vom Kriege. 2. Kaueler Schlachten⸗Atlas. 3. Woͤrls Atlas von Europa. v Miszellen. Mit besonderer Beziehung auf die aͤltet, Geschichte der Reiterei. (Fortsetzung.) VII. Fortsetzur des Ehrenspiegels der K. K. Oesterreichischen Arma VIII. Neuste Militair⸗Veraͤnderungen.

Der Preis des Jahrgangs 1834 in 12 Heften,; wie der aller fruͤhern Jahrgaͤnge ist 8 Rthlr. Säch Wer die ganze Sammlung aller Jahrgaͤnge von t8l⸗ bis 1833 auf Einmal abnimmt, erhäͤlt dieselbe wohlfeiler. 8 .“ 8 J. 6. Heubner,

Buchhaͤndler.

Wichtige Bibliotheks⸗Werke verkauft G. Finch Meursii op. ex rec. Lanii 12 Vol. Fol. . 54 Thlr. Sivi M., memor., record. 8 Vol 4to. II Mercuri 15 WG to. 25 hln Marcellus i salmi 8 Vol. Fol. Venet. 20 Thlr. Tasso op. ric. ed. illust. dal Prof. 9. Rossini 33 V. Zvo. cart. bellisz. 40 Thlr. Einzige volls. Aucaab- Dante op. comp. 5 Vol. 4to. Venezia 1758 15 T. Eii8nzige volln. Ausgabe. Tiraboschi storia del. belletf. ital. 27 VoL Sro. H. nezia 1820. 25 Thlr.

So eben hat die Presse verlassen:

Preußischer Armee-Kalender fuͤr 1834 Neue Auflage mit saͤmmtlichen am 1. Ap ile Statt gehabten Avancements⸗, Versetzur⸗ gen und sonstigen Veraͤnderungen bei de.

Armee.

Da die Tableau⸗Form des Ganzen eine leichte um klare Uebersicht gewaͤhrt, die gegenwaͤrtigen Garnist⸗ nen der resp. Truppentheile, besonders der in der Bezirke des Tten und 8Sten Armee⸗Corps abeomma⸗ dirten Regimenter, nach den sichersten Quellen ent⸗ worfen und außerdem in Ganzen noch mehrere Ver⸗ besserungen aufgenommen sind; so glauben wir dieß neue Auflage auch um so mehr empfehlen zu duͤrfen

Um den resp. Besitzern der fruͤheren Auf lage des Armee⸗Kalenders eine unn tze Aus gabe zu ersparen, ließen wir die Berichti sungen auf ein Blatt besonders addrucken und offeriren solches für 2 ½ sgr.

Bechtold und Hartje, (Jaͤgerstr. Nr. 27. a.)

Neue musikalische Zeitung.

Mit Ostern h. a. erscheint 8Seerne. Unte jeichneten die Neue Leipziger Zeitschrift für Musik. Herausgegeben durch einen Verein von Kuͤnstlern ul

Kunstfreunden.

Der Preis fuͤr bas Quartal (woͤchentlich 2 Nun mern, jede einen halben Bogen sark, in gr. 410, an Patent⸗Papier gedruckt) ist 20 sgr. praͤuumerando. 6 ist darum so billig gestellt, damit sich auch die, Fache der Musik angestellten, Minderbeguͤterten, un auch Dilettanten und Freunde der Opern⸗ und Kan mermufik diese Zeitschrift anzuschaffen vermoͤgen. d. medio April erscheinenden zwei ersten Numme welche zugleich als Probe der Leistungen angeseh werden koͤnnen, werden durch alle loͤbl. Buchhandlu⸗ gen und Postaͤmter Deutschlands und der Nachͤe staaten gratis zu haben und zu beziehen sein. Näͤg diesen erscheint alle 8 14 Taze ein licerarische Beiblatt, welches Inserate aller Art, namentlich? zeigen neuer Instrumente, Musikalien und Buͤcher g gen die treffenden WI aufnehmen wird.

H. F. Hartmann. Bestellungen nimmt an rxa mtle in Be lin, Breitestraße Nr. 8. 3

8

Bei Ednard Brandenburg in Berlin ist t schienen, und Franzoͤsische⸗Straße Nr. 19, zu 8 Gebuüͤhren⸗Taxe (No. V.), deim Mandatt⸗ summarischen Bagatell⸗Prozetz, mit . rechnung des Pauschquantums, und dem Kosta wesen bei den Schieds⸗Aemtern. Geheftet 5 8f Schottney, Handbuch fuͤrdie Schiedsmär E— und Bag⸗ „Prozetz, mit Sportel⸗Taoxen und Fo: „Befege 1) g 3 2 Formulatn bebuͤhren⸗Taxe (No. I.), für die Landes⸗ Collegia. Geh. 15 sgr. 8 e Gebüͤhren⸗Taxe (No. II.), füͤr die Stadtgerich in den großen Staͤdten. Geh. 15 sgr. Gebühren⸗Tagxe (No. III.), fuͤr die Unteng richte. Geh. 15 sgr. Gebuüͤhren⸗Taxe (No. IV.), fuͤr die Iustiz⸗Con missarien und Notaren. Geh. 10 sgr. Gebühren⸗Taxe (No. I V.), in 1 Bande g 3 15 sge-.; uristische Zeitung 4. Der Jahrgang vol Ue nng zariüsche Monctäsc athis, juristische Monatsschrift. 11 Bbe! vr⸗ Register. 8 Thlr. te 9 Die srenf. Justitz⸗Behoͤrden und derel Personale im Jahre 1832 u. 1833. à3 Jahr⸗ gang 5 sgr.

——

In der Sanderschen Buchhandlung, Krausenstrabe No. 62, ist erschienen und daselbst, wie in allen Buch- handlungen zu haben:

Meyen, Dr. F. J. F., Reise um die Erde,- ausgeführt auf dem Königl. Preuss. Seehandlungs Schiffe „Prinzels Louise’, in den Jahren 1830 1831 und 1832. Historischer Bericht. Erste-f Theil. Mit einer Abbildung, Karte und Tabellen- gr. 4t ⁰0.. Sauber cartonirt auf Druckpapier 5 Thh-. 15 sgr.; auf Schreibpapier 6 Thlr. 15 sgr.

Der zweite Theil, mit welchem der historische

Bericht schliesst, befindet sich unter der Presse, un

wird spätestens im Juli ausgegeben.

II

Hof⸗Chargen, paarweise

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Fuͤrstlich Thurn⸗ und Taxisschen Hofrath und Domainen⸗Ober⸗Administrations⸗Di⸗ rektor von Benda den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Premier⸗Lieutenant a. D. und Steuer⸗Aufseher von Hauenschild zu Gilgenburg den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu vekenden geruht.

Der Justiz⸗Kommissarius August Philipp von Poͤp⸗ pinghausen zu Werl ist zugleich zum Notar im Bezirke des Koͤniglichen Hofgerichts zu Arnsberg bestellt worden.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung ““ zu Frankfurt a. d. O. ist der Kandidat des Predigt⸗ amts, Boͤlicke, zum evangelischen Prediger in Bruͤgge, und der Rektor Dr. Hermann zum evangelischen Diakonus in Zuͤl⸗ lichau ernannt worden; 1 zu Koͤln ist der bisherige erste Kaplan Peter Wilhelm ilgers zu Deutz zum Pfarrer in Erp, der bisherige Schul— Zae Wilhelm Beuel zu Menden zum katholischen Pfarrer in Troisdorf und der bisherige Vikar in Oberembt, Winand Krischer, zum Pfarrer in Satzfey ernannt worden.

Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der ten Infanterie⸗Brigade, Freiherr von Luͤtzow, nach Glogau.

Zeitungs⸗Nachrichte 11“X“

Rußland.

St. Petersburg, 3. Mai. Folgendes ist das Programm fuͤr die morgen stattfindende Feierlichkeit der Eidesleistung Sr. Kaiserl. Hoheit des Thronfolgers Cesarewitsch und Großfuͤrsten Alexander Rikolasewitsch bei Seiner Volljaͤhrigkeit: „Abseiten des Hofes und des Ceremonialwesens ergehen Anzeigen an den heiligen Synod und an saͤmmtliche Hof⸗Chargen und Standes⸗ Personen beiderlei Geschlechts, an die fremden Gesandten und Minister, worauf selbige sich am 22. April (4. Mai) um halb zwei Uhr Nachmittags im Winter⸗Palaste versammeln, die Damen in der Hoftracht, die Herren in GalaUniform. Vor dem Anfang der Ceremonie werden in allen Saͤlen, vom Kon⸗ zert⸗Saale bis zur Portrait, Gallerie, Detaschements der Leib⸗ garde⸗Regimenter mit ihren Fahnen aufgestellt, in der Portrait⸗ Gallerie die Compagnie der Schloß⸗Grenadiere, und im Georgen⸗ Saale ein Detaschement der Militair⸗Unterrichts⸗Anstalten. An demselben Tage um halb zwei Uhr Nachmittags werden die Kaiserl. Reichs⸗Insignien: der Reichsapfel, das Scepter und die Krone, aus dem Diamanten⸗Zimmer in die große Hof⸗Kirche, unter Eskorte eines Offiziers und von sechs Unteroffizieren der Com⸗ pagnie der Schloß⸗Grenadiere, gebracht und auf einen dazu bestimm⸗ ten Tisch zur Linken des vor der Pforte des Allerheiligsten stehenden Pultes, auf dem das heilige Kreuz und Evangelium liegen, gelegt. Die Reichs⸗Insignien werden auf Kissen von Goldglaset von den dazu ernannten Personen der zweiten Klasse und unter Assistenz von Hof⸗Chargen zweiten Ranges getragen; voran gehen zwei Hof— Fouriere, zwei Ceremonienmeister und der Ober⸗Ceremonienmei⸗ ster. Vor dem Erscheinen der Allerhoͤchsten Personen werden die fremden Botschafter und Minister und die Mitglieder des Reichsrathes, so wie auch die uͤbrigen Personen, welchen der Befehl, in der Kirche zu seyn, ertheilt worden, durch den Ober⸗ Ceremonienmeister eingefuͤhrt und nehmen die ihnen angewiese⸗ nen Plaͤtze ein. Wenn Alles zum Zuge in die Kirche bereit ist, erstattet der Minister des Kaiserlichen Hofes daruͤber Sr. Majestaͤt dem Kaiser Bericht, worauf nach erhaltenem Befehl, der Zug, wie folgt, beginnt: 1) Die Hof⸗Fouriere und Kam⸗ mer⸗Fourxiere, zu zweien. 2) Die Ceremonienmeister und der Ober⸗Ceremonienmeister. 3) Die Kammerjunker, Kammerherren und Hof⸗Chargen zweiten Ranges, paarweise die juͤngern voran; die Hofmarschaͤlle mit ihren Staͤben. 4) Die ersten die juͤngern voran; der Ober-Hof⸗ 5) Seine Majestaͤt der Kaiser mit Ihrer Majestaͤt der Kaiserin, gefolgt vom Minister des Kaiserl. Hofes, den Dejour⸗General⸗Adjutanten und Fluͤgel⸗Adjutanten. 6 Se. Kaiserl. Hoheit der Thronfolger Cesarewitsch und Groß⸗ fuͤrst Alexander Nikolajewitsch. 7) Ihre Kaiserl. Hoheiten der Großfuͤrst Michael Pawlowitsch und die Großfuͤrstin Helena Pawlowna. 8) Ihre Kaiserl. Hoheiten die jungen Großfuͤr⸗ stinnen Maria Nikolasewna und Ölga Nikolajewna. 9) Der Prinz Peter von Oldenburg. 10) Die Staatsdamen, Kammer⸗ fraͤulein und Hoffraͤulein. Beim Eintritt in die Kirche wer⸗ den Ihre Kaiserl. Majestaͤten von dem Metropoliten von Now⸗ gorod und St. Petersburg und der hohen Geistlichkeit mit dem Kreuze und Weihwasser empfangen. Nachdem Ihre Kaiserl. Majestaͤten Allerhoͤchst Ihre Plaͤtze eingenommen, beginnen die Mitglieder des heiligen Synods nebst der Hofgeistlichkeit das fuͤr diesen Tag aufgesetzte Gebet. Vor dem Schlusse des Ge⸗ bets geruhen Se. Majestaͤt der Kaiser Hoͤchstselbst Seine Kai⸗ serliche Hoheit den Thronfolger Cesarewitsch Großfuͤrsten Alex⸗ ander Nikolajewitsch zu dem Pulte, auf welchem das heilige Kreuz und Evangelium liegen, zu fuͤhren, woselbst Se. Kaiserl. Hoh⸗ nach Grundlage des Organisations⸗Gesetzes, betreffend die

aiserl. Familie, sowohl den Eid der Treue dem regierenden

Monarchen und dem Vaterlande leistet, als auch die Aufrecht⸗

haltung des Thronfolge⸗Rechts und der Familien⸗Ordnung beschwoͤrt.

Der besonders dazu abgefaßte Eid wird von Seiner Kaiserlichen

Hoheit dem Thronfolger Cesarewitsch mit lauter Stimme verle⸗

sen und hierauf mit der Eigenen Unterschrift Seiner Kaiserlichen 8s

marschall mit dem Stabe.

Fehe bekraͤftigt. Nach der Eidesleistung wird das „Herr Hott Dich loben wir“ angestimmt, begleitet von 301 Kanonensal⸗ ven aus der Festung und dem Glockengelaͤute aller Kirchen. Nach Vollziehung des Gebetes werden die Kaiserlichen Reichs⸗ Insignien aus der Kirche in das Diamanten⸗Zimmer in der oben vorgeschriebenen Ordnung zuruͤckgebracht, waͤhrend die Mitglie⸗ der des heiligen Synods Ihren Kaiserlichen Majestaͤten und Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Thsonfolger Cesarewitsch ihre Gluͤckwuͤnsche darbringen; hierauf beginnt der Beichtvater, Proto⸗ Presbyter, Krinitzki, die Vesper. Nach der Vesper geruhen Ihre Kaiserliche Maäjestaͤten nebst der Kaiserlichen Familie, Sich in oben angedeuteter Ordnung aus der Kirche in den Georgen⸗ Saal zu begeben, woselbst vor dem Throne ein Pult mit dem Kreuze und Evangelium und die Fahne des Attaman⸗Regimentes Seiner Kaiserlichen Hoheit des Thronfolgers gestellt worden. Die vor⸗ anschreitenden Hofchargen bleiben in der Portrait⸗Gallerie; die Hofdamen aber treten in den Saal und stellen sich zur Linken des Thrones. Beim Eintritt in den Saal geruhen Seine Majestaͤt der Kaiser, Seine Kaiserliche Hoheit den Thronfolger zu dem Pulte und der obengenannten Fahne zu fuͤhren, woselbst Seine Hoheit auf gleiche Weise den Eid der Treue im Dienste Seiner Kaiserlichen Majestaät und des Vaterlandes leisten; der Ober⸗Priester der Garde, Protohierei Musowski, verliest den Eid, welchen Seine Kaiserliche Hoheit der Cesarewitsch laut nachspricht. Nach geschehener Eidesleistung geruht die Kai⸗ serliche Familie, sich in der naäͤmlichen Ordnung in die innern Gemaͤcher zuruͤckzubegeben. Abends, große Illumination. Am dritten Tage, Dienstag, wird bei Hofe im großen Saale Mittagstafel gehalten; an derselben nehmen Theil: die Staatsda⸗ men, Kammerfraͤulein, Hoffraͤulein und von den drei ersten Klassen die Personen beiderlei Geschlechts; Ihren Kaiserl. Maj. gegen⸗ uͤber sitzen die Mitglieder des heiligen Synods; der Kaiserlichen Familie zur Rechten, die Staatsdamen, Kammerfraͤulein und Hoffraͤulein; den Hoffraͤulein gegenuͤber die uͤbrigen Damen der drei ersten Klassen, und der Kaiserlichen Familie zur Linken die Mitglieder des Reichsrathes und die uͤbrigen Personen der drei ersten Klassen, dem Range nach. Die Damen erscheinen in der Hoftracht, die Herren in Galla⸗-Uniform. Waͤhrend der Tafel ist Musik; unter Kanonensalpen aus der Festung werden folgende Toasts ausgebracht: 1) Auf das Wohl Ihrer Kaiser⸗ lichen Majestaͤten 51 Kanonenschuͤsse. 2) Auf das Wohl Sr. Kaiserlichen Hoheit des Thronfolgers Cesarewitsch und Groß⸗ fuͤrsten Alexander Nikolajewitsch 31 Kanonenschuͤsse. 3) Des ganzen Kaiserlichen Hauses 31 Kanuonenschuͤsse. 4) Der Geist⸗ lichkeit und aller getreuen Unterthanen 21 Kanonenschuͤsse. Die Toasts werden unter Pauken⸗ und Trompetenschall ausgebracht. Die Pokale reichen: Ihren Kaiserl. Majestaͤten der Oberschenk und Ihren Kaiserl. Hoheiten Kammerherren.“

Nachrichten aus Bugas am Ausfluß des Kuban in das Schwarze Meer zufolge, war daselbst am 9. Maͤrz um 7 ½ Uhr Nachmittags ein Erdbeben, das ungefaͤhr 2 Minuten anhielt. Die Erschuͤtterung war so stark, daß die Gebaͤude des Tausch⸗ hofes mehrere, jedoch nicht sehr bedeutende Beschaͤdigungen er⸗ litten haben. Dasselbe Erdbeben ist auch in Anapa und weiter nach Suͤden hin laͤngs der Abchasischen Kuͤste Frankree—

Paris, 3. Mai. Es ist bereits erwaͤhnt worden, daß der Koͤnig am 30. April, als am Tage vor seinem Namensfeste, eine Musterung uͤber verschiedene Truppentheile der Garnison abhielt. Bei dieser Gelegenheit fand zugleich eine Vertheilung mehrerer Decorationen der Ehren⸗Legion statt, die Se. Majestaͤt mit folgender Anrede an die Truppen begleiteten:

„Meine werthen Kameraden, es geschieht nie ohne eine leb⸗ hafte Ruͤhrung, daß Ich Euch diese Belohnungen zuerkenne, die Eure Dienste, Eure Tapferkeit und Eure Vaterlandsliebe so wohl verdient haben. Indem Ich Mich an Euch wende, spreche Ich zugleich zu der gaͤnzen Armee, und bin stolz darauf, Mich gegen Euch zum Organe der National⸗Erkenntlichkeit zu machen. Ja, Meine werthen Kameraden, Frankreich weiß Eure Treue, Eure Hingebung, Eure treffliche Mannszucht nach Gebuͤhr zu wuͤrdi⸗ gen; es findet darin einen neuen Beweis der Stabilitaͤt seiner ihm so theuren Institutionen, so wie der Ohnmacht der gegen sie verschworenen Factionen, und der Befestigung aller unserer Freiheiten. Alter Soldat, gleich Euch, freut es Mich, Euch sagen zu koͤnnen, daß Ihr heute der Gegenstand des Vertrauens und der Hoffnung des Vaterlandes seyd, wie Ihr zu allen Zeiten seine Ehre und sein Ruhm waret.“

Die Anrede, die Herr Dupin vorgestern an der Spitze der großen Deputation der Deputirten⸗Kammer an den Koͤnig hielt, lautete also:

„Sire, wenn Ewr. Majestaͤt ausdruͤckliches Gebot keine oͤffentliche Freudenbezeigungen gestattet, so wird Ihr Namens⸗ Fest nichtsdestoweniger durch Handlungen, die dem Herzen des Koͤnigs zusagen, bezeichnet werden, durch Handlungen der Wohl⸗ thaͤtigkeit, die von der Gutmuͤthigkeit des Franzoͤsischen Charak⸗ ters Zeugniß geben, durch die Ausstellung der Produkte des Gewerbfleißes und National⸗Reichthums, die Sie nach allen Kraͤften zu beleben suchen, und durch die Unterhandlung von Vertraͤgen, die, indem sie eine gluͤckliche Loͤsung der Spanisch⸗Portugiesischen Angelegenheiten vorbereiten, fuͤr Frankreich ein neues Pfand des Friedens und der innern Sicherheit seyn werden. Indem die Kammer die besten Wuͤnsche fuͤr Ihr Gluͤck, Sire, und fuͤr das der Koͤnigl. Familie hegt, sagt sie Ihnen zugleich ihr Lebewohl. Es wird eine andere an ihrer Stelle zusammentreten, die uns aber an Vaterlandsliebe und redlicher Mitwirkung nicht uͤbertreffen wird. Moͤge diese Kammer, das aufrichtige Organ der muthig ausge⸗ sprochenen oͤffentlichen Meinung, minder harte Proben als wir 9 bestehen haben! Moͤge sie sich uͤber die Anforderungen und lufreizungen des Parteigeistes erheben und, gemeinschaftlich mit der Regierung Ewr. Maj., dahin wirken, die Gemuͤther zu be⸗ saͤnftigen und mit einander auszusoͤhnen! Sire, eine ge⸗ treue Kammer Unterstuͤtzt die Krone nicht bloß durch die

verspuͤrt worden.

Bewilligung von Subsidien; sie unterstuͤtzt sie namentlich durch den moralischen Einfluß, den sie auf das Land uͤbt; sie dient der Regierung durch dasjenige, was sie ihr bewilligt, zuweilen aber auch durch dasjenige, was sie ihr ver⸗ weigert oder zu bewilligen Bedenken traͤgt; denn nur so ver⸗ mag sie im Schoße der Nation die nothwendige Meinung zu unterhalten, daß die Rechte des Landes richtig begriffen und seine Interessen vertheidigt werden. Die große Kraft, die hier⸗ aus hervorgeht, spiegelt sich in dem gemeinsamen Werke der Ge⸗ setzgebung wieder; sie vermehrt die Herrschaft dieser letztern uͤber die Gemuͤther, sichert den Gehorsam und kommt einem Throne zu statten, dessen Befestigung und Groͤße der fortwaͤhrende Ge⸗ genstand aller unserer Wuͤnsche ist.“

Der Koͤnig erwiederte hierauf Folgendes:

„Es wuͤrde Mir sehr schmerzlich gewesen seyn, wenn Ich den letzten Ausdruck der Wuͤnsche der Deputirten⸗Kammer heute nicht empfangen haͤtte; sie weiß, wie sehr Ich dieselben im Laufe ihrer großen und ehrenvollen Geschaͤfte geschaͤtzt habe; sie weiß, wie Ich immer um die Mitwirkung bemuͤht gewesen bin, die Ich bei ihr gefunden habe, und die allein uns jenen wechselseitigen Beistand leihen konnte, ohne welchen heutiges Tages weder der Thron noch irgend eine andere unserer Insti⸗ tutionen wirksam vertheidigt werden koͤnnten. Sie haben sehr recht, wenn Sie sagen, daß jene moralische Kraft, die wir aus unseren Institutionen und aus der Deputirten⸗Kam⸗ mer schoͤpfen, dem Lande allein die Mittel gewaͤhren kann, deren es bedarf, um die Factionen, die es zu entzweien suchen, nieder⸗ zuhalten. Die letzten Unternehmungen dieser Faction, wie groß auch der Schmerz seyn mag, den wir daruͤber empfunden haben, muͤssen fuͤr sie selbst, wie sie es auch fuͤr uns sind, ein sicheres Zeichen ihrer Ohnmacht seyn. Immer in ihren Erwartungen getaͤuscht, muͤssen die Ruhestoͤrer endlich erkennen, daß die von ihnen angestifteten Bewegungen die Nation bloß er⸗ muͤden und unwillig machen, daß Frankreich den festen Willen hat, sich seine Institutionen voͤllig unversehrt zu erhalten, und daß, wenn wir die Uebel zu beklagen haben, die jene strafbaren Versuche nach sich ziehen, uns mindestens der Trost bleibt, daß unsere Institutionen immer wieder neu emporbluͤhen und aus solchen schmerzlichen Kaͤmpfen staͤrker und kraͤftiger hervor⸗ gehen, als sie es zuvor waren. Sie wissen, daß Ich, Mei⸗ nem Lande innig ergeben, nie etwas Anderes bezweckt habe, als den Sieg der Freiheit, das Reich der Ge⸗ setze und jene oͤffentliche und individuelle Sicherheit, die der Gegenstand des National⸗Wunsches, wie des Meinigen ist, zu befestigen. Hierin beruht allein Mein Ehrgeiz, es ist der einzige Grund, der Mich bewogen hat, die Krone anzunehmen. In dem Angenblicke, wo Ich im Begriffe stehe, Mich von der Kammer zu trennen, ist es Mir angenehm, zu erfahren, daß sie Mir Gerechtigkeit widerfahren laͤßt, daß sie Meine Bemuͤhun⸗ gen zu schaͤtzen weiß. Nicht minder schaͤtze Ich die Ihrigen, so wie die Zuneigung, die sie Mir bei allen Gelegenheiten bewiesen hat, und gern gebe Ich ihr, indem Ich zum letzten Male zu ihr rede, zu erkennen, wie tief Mein Herz davon durchdrun⸗ gen ist.

Dem Messager giebt das vorgestrige Namensfest des Koͤ⸗ nigs zu folgenden Betrachtungen Anlaß: „Das politische Sy⸗ stem, welches seit 4 Jahren so traurige Resultate fuͤr das Land geliefert hat, traͤgt dem Fuͤrsten, der demselben seinen, wir moͤch⸗ ten sagen koͤnnen, unfreiwilligen Beistand geliehen hat, bit⸗ tere Fruͤchte. Es ist traurig fuͤr einen Koͤnig, wenn er selbst lang gewohnte Feierlichkeiten, welche immer an dem Namensfeste des Monarchen stattfinden und in denen sich gewoͤhnlich Dank⸗ barkeit und die Liebe gluͤcklicher Voͤlker kundgeben, einstellen las⸗ sen muß. Und doch begreift Jedermann, daß oͤffentliche Freu⸗ dens⸗Bezeigungen inmitten der Truͤbsale und der Truͤmmer, welche der Buͤrgerkrieg hervorgebracht hat, hoͤchst unzeitig ge⸗ wesen seyn wuͤrden. Das System hat die Factionen besiegt, aber um welchen Preis! Es war ganz gewiß moͤglich, den Versuchen derselben durch eine edelmuͤthigere und nationalere Politik vor⸗ zubeugen, und wir wuͤrden dann nicht die Trauer so vieler Fa⸗ milien in den einander gegenuͤberstehenden Parteien zu beklagen haben. Dann wuͤrde das Namensfest des Koͤnigs einer jener Tage des gegenseitigen Gluͤckes und freudigen Rausches gewesen seyn, an denen das Volk und die Krone ihre Gefuͤhle der Hingebung und des Vertrauens austauschen, und die Freude Aller wuͤrde sich durch jene aͤußeren Zeichen, die einer großen Stadt einen so belebten und heitern Anblick verleihen, kund gegeben haben. Statt dessen sah man nichts, was auf eine Feierlichkeit hindentete. Die oͤf⸗ fentlichen Gebaͤude waren nicht erleuchtet, und die Privathaͤuser eben so dunkel und oͤde. Der Namenstag Ludwig Philipps ist unbemerkt voruͤbergegangen; nur in den zwischen der Krone und den verschiedenen Staatskoͤrpern ausgetauschten offiziellen Reden findet man eine Spur davon. Die ersten Worte des Koͤnigs waren an die Armee gerichtet. Man wuͤrde sich freuen, den Fuͤrsten unserer tapferen Armee sagen zu hoͤren, daß sie der Ge⸗ asen des Vertrauens des Thrones und die Hoffnung des

aterlandes sey; man wuͤrde sich freuen, den Jubel eines Festes dadurch erhoͤht zu sehen, daß der Preis ihres Muthes unter unsere Soldaten vertheilt wuͤrde, wenn es Angriffe von Außen waͤren, in Betreff welcher das Vaterland seine Hoffnung in die Armee setzt, wenn die militairischen Belohnungen der Preis des fuͤr die Vertheidigung des Bodens oder fuͤr den Ruhm Frankreichs vergossenen Blutes waͤren. Aber das ministerielle System hat sich in dieser Hinsicht zu deutlich ausgesprochen; nur um die Parteien im Innern im Zaume zu halten, verlangt man 360,000 Mann, und jene vertheilten Orden sind nur in einem Buͤrger⸗ kriege erworben worden. Das ist betruͤbend; denn wenn es mit einem Systeme dahin gekommen ist, daß es solche Dienste belohnen muß, so muͤssen seine Gunstbezeigungen nothwendig auf diejenigen fallen, welche mit der meisten Iingetnng seine unnachsichtigen Befehle auosfuͤhren.

iese Nothwendigkeit des Systems wirft ein truͤbes Licht auf die durch die Kxone an die Armee gerichteten Worte, Worte der Theilnahme und des Vertrauens, in die bei jeder anderen Ge⸗