1834 / 165 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Staaten mit dem Senate zerfallen sey, wie es zu einem aͤhnlichen

einen Brief an das Volk von England Standard zur Publicitaͤt gebracht. rreaͤftigen Widerstand gegen alle Neuerungen Kiirche und 88 Vertheidigung des protestantischen Glaubens auf⸗

88 gefordert.

die Verminderung der Einkuͤnfte der Kirche beantragte,

terschriften versehene Petition 1 herrschenden Kirche und

Bruche zwischen dem Ministerium und dem Oberhause nicht kommen koͤnne, und gleichwohl darin noch nicht die Nothwendig⸗

keit sähe, von seiner Stelle zu weichen.

Die Parlaments⸗Wahl in Cambridge ist noch nicht beendigt; indeß sollen, dem Courier zufolge, die Aussichten fuͤr den mi⸗ isteriellen Kandidaten, Seen Spring Rice, guͤnstiger seyn, als fuͤr seinen Gegner Sir Edward Sugden, der zur Tory⸗Partei gehoͤrt. Dem Erzbischof von Canterbury ist eine mit 250,000 Un⸗ u Gunsten der Erhaltung der ihrer Institutionen uͤbergeben worden. einer der eifrigsten Tories bekannt, hat erlassen und durch den Das Thema dieses Brie⸗ fes ist die von den Ministern ernannte Kommission zur Bericht⸗ Erstattung uͤber die Kirchenguͤter. Das Volk wird darin zum im Gebiete der

Lord Winchelsea, als

ls Gegenstuͤck zu diesem Briefe theilen die Irlaͤndi⸗ schen Blaͤtter ein Schreiben des Herrn Ward, der 5 an Hrn.

O’Dwyer mit, in welchem er sich uͤber die Verhandlung des Un⸗

8 terhauses bei Gelegenheit seiner ü

O Dwyer bittet, Alles zu thun, die Minister ernannt haben, zu einer richtigen Ansicht uͤber die

Lage 88 g

Motion ausspricht und Herrn wodurch die Kommission, welche

der Sache gelangen koͤnne.

Unter dem Vorsitz des Herzogs von Gordon fand am vo⸗ rigen Mittwoch zu Glasgow ein großes Konservativ⸗Diner statt, an welchem die angesehensten Schottischen Tories, der Graf von

Morton, Herr Patrick Robertson, Dr. Macleod, Herr Neaves,

Heerr Loecckhart, Herr Monteith und Herr Macferlane, Theil nahmen.

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12

ten⸗Kammer, 1b rektors der Franzoͤsischen Posten,

Die Nachricht vom Tode des Irleaͤndischen Bischofs Dr.

8b Dople hat sich als ungegruͤndet erwiesen; doch soll derselbe sehr

krank daniederliegen.

Die Times berichtet: „Herr Dupin, der vorige und aller Wahrscheinlichkeit nach auch der naͤchste Praͤsident der Deputir⸗ hat sich eine Zeit lang, in Gesellschaft des Vice⸗Di⸗ Herrn Piron, in London aufge⸗

halten und alles Sehenswuͤrdige in der Hauptstadt und Umge⸗

gend besichtigt. uund Handels⸗Institutionen,

Arsenal zu Woolwich, unsere Kathedralen, seum und unsere anderen oͤffentlichen Anstalten. nes hiesigen Aufenthalts wurde er auch sten Staatsmaͤnnern zur Tafel geladen, vom Grafen Grey, Lansdowne,

gegnet worden seyn.

Besonders soll er sich sehr fuͤr unsere Marine⸗ unser Verwaltungs⸗System, unsere gesetzgebenden Versammlungen und unsere Gerichtshoͤfe interessirt haben. Er besuchte die verschiedenen Werfte an der Themse, das das Britische Mu⸗ Waͤhrend sei⸗ von den ausgezeichnet⸗ Lord Lord Brougham und anderen Kabinets⸗Ministern. Ueberall soll ihm mit großer Achtung und Zuvorkommenheit be⸗ Jetzt ist er nach Birmingham, Manchester

und Liverpool gereist und wird gegen den 20sten d., wo die

8 neuen Wahlen in Frankreich beginnen,

*

welche von Seiten Britischer Unterthanen wegen der 1826 in

1

gnuͤgen,

Handels⸗Verordnung anzuzeigen.

nach Paris zuruͤckkehren.“ Der Globe sagt: „Wir hatten am Donnerstag das Ver⸗ unseren Lesern die Bekanntmachung der Franzoͤsischen Jetzt gereicht es uns zur Freude, hinzufuͤgen zu koͤnnen, daß wir aus Rio⸗Janeiro Nach⸗ richten erhalten haben, woraus hervorgeht, daß alle Ensbrag im Jahr La Plata erfolgten ungesetzlichen Wegnahme Britischer

Schiffe an die Brasilianische Regierung erhoben wurden, endlich

von den zur Pruͤfung derselben ernannten Kommissarien definitiv festgestellt sind,

und daß also die Arbeit dieser Kommissarien nunmehr zu Ende ist; ein neuer Beweis, daß das Greysche Mi⸗

nisterium die Handels⸗Interessen des Landes nicht so ganz un⸗

eruͤcksichtigt laͤßt.“

Miguel habe sich in Sines an Bord des Britischen „Nimrod“, von

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der Koͤnigin Donna

Mendizabal und dem Obersten von

Einige von den mit den „Nautilus“ am 5ten d. von Lis⸗ aus, Dom Kriegsschiffs 18 Kanonen, gefluͤchtet und wolle sich nach den Staaten begeben.

Am Freitag Abend meldete der Courier in einer zweiten Ausgabe, daß am 5ten das Schiff „Royal Tar“, mit Herrn Gand an Bord, von Pliy⸗ und daß sich angeblich Dom on Carlos Mit⸗

sabon in Falmouth angekommenen Personen sagen

Oesterreichischen

mouth nach Lissabon abgegangen sey, Miguel auf der Koͤniglichen Fregatte „Stag“ und auf dem Linienschiffe „Donegal“ besinden, um nach dem tellaͤndischen Meere gebracht zu werden.

Aus Madeira sind Briefe vom 23. Mai hier eingegan⸗ gen, wonach man dort bereits die Nachricht von der Uebergabe Santarems erhalten hat. Die Insel befand sich in einem sehr aufgeregten Zustande. Dem Globe zufolge, haͤtten die in Lon⸗ don befindlichen Miguelistischen Agenten an den Gouverneur der Insel Madeira die Instruction ergehen lassen, daß er dieselbe Maria uͤbergeben solle.

Das auswaͤrtige Amt hat die von Dom Pedro veranstal⸗

tete Blokade der Inseln Madeira und Porto Santo anerkannt

Kommando des in Falmouth erwartet,

8 dann unter die Befehle

jetzt in England gebauten Dampfboͤte, pel gelassen;

Tonnen geschaͤtzt.

Lowther dem Kaiser St. Petersburg ver

am ljsten dess. Mts. bekannt gemacht worden, tung derselben sich

und amtlich bekannt gemacht.

Die Sicilianische Kriegsbrigg „Zefiro,“ welche unter dem Herzogs von Furnari in Plymouth liegt, wird und soll von dort alle in Englischen Haͤfen befindliche Sicilianische Schiffe, die sich saͤmmtlich nach Falmouth begeben werden, als Convoy nach Gibraltar begleiten, wo sie r des gegen die Marokkanischen Piraten treuzenden Contre⸗Admivals Staiti treten wird.

Am Sonnabend wurde der „Pascha“, das groͤßte aller bis G zu Limehouse vom Sta⸗ es traͤgt 22 Geschuͤtze, und ist 221 Fuß lang, 56 Fuß breit und 32 Fuß tief; seine Last wird auf 1800 bis 2000

wurden neulich fuͤnf Windspiele, die Lord

Nikolaus zum Geschenk uͤbersendet, nach chifft.

Rachrichten aus New⸗York vom 14ten v. Mts. zufolge, ist auf Befehl der Direktoren der Bank der Vereinigten Staaten

eine Uebersicht uͤber den Etat dieser Bank woraus sich ergiebt, daß die Verpflich⸗ auf 61,958,566 Dollars, die Huͤlfsquellen da⸗ gegen auf 72,887,326 Dollars belaufen, so daß die Aktiva der Bank 10,887,326 Dollars betragen. b

Der Albion sagt, es habe sich das Geruͤcht verbreitet, der Praͤsident der Vereinigten Staaten werde in Folge seiner Streitigkeiten mit dem Senate sein Amt niederlegen, und die Nachricht von der Weigerung der Franzoͤsischen Deputirten⸗ Kammer, die Forderungen der Amerikanischen Buͤrger anzuer⸗ kennen, habe in New⸗York sehr große Sensation erregt.

Aus Popayan in Neu⸗Granada wird unterm 24. Maͤrz gemeldet, daß Rocafuertes Partei den Hafen von Guayaquil blokire, und daß der General Flores, der sich bei der Armee be⸗

Von Stockton

672 findet, die Sache der Regierung vertheidige, die aber noch auf keinem festen Grunde zu ruhen scheine.

Niederland ““ 1

Aus dem Haag, 9. Juni. In oͤffentlichen Blaͤttern liest man: „Es haben sich die Fremden, welche Holland durch⸗ reisen, nicht nur an dessen Graͤnzen nach Belgien hin, sondern auch an der Graͤnze nach Deutschland der Handhabung einer sehr stren⸗ gen Polizei zu fuͤgen, wofern sie sich nicht den groͤßten Unan⸗ nehmlichkeiten bloßstellen wollen. So ist es fuͤr dieselben unum⸗ gaͤnglich, eine der diese Graͤnzen deckenden Festungen zu passiren und dort ihren Paß vistren zu lassen, bevor es ihnen gestattet ist, die Hauptstadt oder das Innere des Landes zu besuchen. Auch ist es keinem Fremden gestattet, in einer dieser Festungen laͤnger als eine Nacht zu verweilen, nach deren Ablauf derselbe bereits um die sechste Morgenstunde zur Abreise aufgefordert wird. Von welchem Belange nun auch die Gruͤnde seyn moͤgen, welche die Hollaͤndische Regierung veranlaßt haben, diese Verfuͤ⸗ gungen zu treffen, so entstehen daraus doch eine Menge Nachtheile fuͤr den Verkehr Hollands mit den Nachbar⸗Staaten. Hierzu kommt noch, daß in dem naͤmlichen Verhaͤltnisse, als der Zufluß von Fremden nach Holland abnimmt, viele einheimische Familien sich ins Ausland, besonders nach Deutschland hin begeben, weil sie dort wohlfeiler und gemaͤchlicher leben koͤnnen, wodurch der Verdienst der gewerbtreibenden Klassen im Lande selbst nicht we⸗ nig beeintraͤchtigt wird. Man glaubt nach dem Allem, daß in der naͤchsten Versammlung der Generalstaaten diese Nachtheile ernstlich zur Sprache gebracht, und hoͤchsten Orts Vorstellungen gemacht werden duͤrften, um deren Abhuͤlfe zu bewirken, was freilich nur alsdann moͤglich ist, wenn sich die Regierung dazu verstehen moͤchte, in diejenigen Bedingungen zu willigen, woran sich die Herstellung des Friedens mit Belgien knuͤpft.“

Der bekannte Jongleur Rappo soll vor einigen Tagen in Rotterdam durch das Herabfallen einer schweren eisernen Kugel so sehr beschaͤdigt worden seyn, daß er bald darauf gestorben ist.

Kelgten. Bruͤssel, 9. Juni.

vom General Evain in der Repraͤsentanten Kammer gegebenen Versicherung vom Gegentheil, doch naͤchstens 10,000 Mann von unserem Heere beurlaubt werden sollen.

In Bruͤgge ist kuͤrzlich dem beruͤmten Maler Johann van Eyck ein Denkmal in seinem Standbilde errichtet worden.

Daͤnemark.

Aarhuus, 6. Juni. Gestern Abend um 8 Uhr trafen Se. Maj. der Koͤnig mit dem Koͤnigl. Dampfboote „Kiel“ un⸗ ter unbeschreiblichem Jubel seines treuen Volkes hier ein. Als das Schiff in den Hafen lief, stand der Koͤnig auf dem Ver⸗ decke desselben und gruͤßte huldreich nach allen Seiten hin. Am Strande ward Se. Maj. von JJ. KK. HH. dem Prinzen Fre⸗ derik Ferdinand, nebst dessen Gemahlin, der Prinzessin Karoline, so wie von dem Stifts⸗ Amtmanne, dem hier anwesenden Offizier⸗Corps, den Magistrats⸗Personen und Honoratioren des Orts ꝛc. empfangen. Auf den Arm Seiner Allerdurchlauchtigsten Tochter gestuͤtzt, begab sich der Koͤnig durch die aufgestellten Reihen des Buͤrger⸗Militairs in die bereit ste⸗ hende Equipage, und fuhr unter dem Donner der Kanonen, dem Ge⸗ laͤute der Glocken und dem Lebehoch Seiner getreuen Untertha⸗ nen nach der fuͤr ihn in Bereitschaft gesetzten Wohnung am Markte, wo ebenfalls Vorkehrungen zu dem Empfange des all⸗ geliebten Monarchen getroffen worden waren. Se. Majestaͤt ge⸗ ruhten, sogleich Cour zu halten. Abends war die ganze Stadt erleuchtet, und am Strande hin brannten in gedehntem Halb⸗ kreise helllodernde Freuden⸗Feuer.

ECEC(ʒTadr Khkaäau... Krakau, 10. Juni. Naͤchstens wird hier mit Erlaubniß der Regierung eine neue periodische Zeitschrift unter dem Titel „Themis“ erscheinen; Herausgeber derselben ist Herr Felix Slotwinski, Doktor beider Rechte, Professor des Roͤmischen und Kirchen⸗Rechts und Doktor der juristischen Fakultaͤt an der hie⸗ sigen Universitaͤt.

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Deutschland. 8

Dresden, 12. Juni. Die zweite Kammer beschaͤftigte sich in ihren letzten Sitzungen mit den Etats⸗Verwilligungen fuͤr die katholischen Kirchen, Schulen und Stiftungen. Ueber das Vermoͤgen dieser Anstalten wurden bestimmte Angaben ver⸗ mißt, weil die Behoͤrden derselben es bisher immer unterlassen haben, ihre speziellen Rechnungen und einzelnen Etats bei dem Kultus⸗Ministerium einzureichen. Die berichtende Deputation bemerkte daher, daß, da es die hinsichtlich der verschiedenen christ⸗ lichen Konfessionen bestehende Paritaͤt erheische, daß dasjenige, was den Evangelischen gegen den Staat obliege, den Katholischen nicht erlassen werden koͤnne, die Staats⸗Regierung von der Kammer zu ersuchen seyn moͤchte: die katholische Geistlich⸗ keit, als Verwalter der Kirchen⸗, Schul⸗ und Stiftungs⸗ Angelegenheiten dahin anzuweisen, daß sie vollstaͤndige Rech⸗ nungen, unter Beifuͤgung des speciellen Vermoͤgens⸗Etats, am Schlusse jeden Jahres abzulegen haͤtten, damit der wahre Be⸗ darf der Kirchen, Schulen und Stiftungen richtig zu uͤbersehen sey. Zugleich empfahl die Deputation, an die Staats⸗Regierung den Antrag zu richten: daß es den Einwohnern katholischer Konfession nicht freistehen duͤrfe, kuͤnftig noch neue Kirchen, Schulen oder andere Anstalten zu errichten, ohne bei Ansuchen um Genehmigung zugleich die dazu vorhandenen Mittel nach⸗ gewiesen und dabei auch die Erklaͤrung abgegeben zu ha⸗ ben, daß sie auf etwanige Zuschuͤsse aus der Staats⸗ Kasse fuͤr solche neue Schoͤpfungen verzichten. In Bezug auf die Verwilligungen fuͤr die Hof⸗Kirche zu Dresden fanden da⸗ rauf mehrere Eroͤrterungen Statt, besonders Hinsichts der Aus⸗ legung des §. 22 der Verfassungs⸗Urkunde, wonach der Hof⸗ Gottesdienst von der Civil⸗Liste bestritten werden solle. Der Ab⸗ geordnete Richter (aus Zwickau) trug darauf an, daß die ka⸗ tholischen Pfarren in Friedrichstadt und Neustadt (von Dresden) aufgehoben werden sollten, und wurde bei diesem Antrage von 30 Mitgliedern unterstuͤtzt. Zur Motivirung desselben bemerkte er: daß mehrere Parochieen fuͤr eine und dieselbe Konfession in Dresden nur dann zweckmaͤßig sein koͤnnten, wenn der Raum einer Parochie so beschraͤnkt sey, daß nicht alle Parochianen da⸗ rin Platz faͤnden; nun solle er aber glauben, daß die Hofkirche fuͤr die katholische Gemeinde, welche 5000 Seelen einschließe,

roß genug sey, und so duͤrfte es auch zweckmaͤßig und fuͤr das Beste des Staats von Vortheil seyn, wenn die katholischen Be⸗ wohner Dresdens in Betreff ihrer Seelsorge an die Altstadt ge⸗ wiesen wuͤrden. Im Verfolg der hieruͤber entstandenen Diskussivn aͤnderte der Abgeordnete seinen Antrag dahin ab, die Staats⸗ Regierung zu ersuchen, daß kuͤnftig fuͤr die katholischen Kicchen

Mehrere hiesige Blaͤtter, unter an⸗ dern der Liberal, wollen wissen, daß, ungeachtet der unlaͤngst

in Neustadt und Friedrichsstadt keine Forderung an die Stag Kasse gemacht werde. Dieser Antrag wurde einstimmig an

nommen. Bei der Position fuͤr die uͤbrigen katholischen gi chen und Kapellen im Lande schlug der Abgeordnete Eisenstut vor, in der staͤndischen Schrift darauf anzutragen, F fuͤr die Pfarreien kuͤnftig kein Ansinnen mehr an die Etaab Kasse gemacht werde. Der Staats⸗Minister Dr. Muͤller na 1 das Wort, um die Interessen der katholischen Konfession zu van theidigen, da er dies, wie er sagte, als Protestant mit desto gih⸗ ßerer Unbefangenheit koͤnne. Indem er bemerkte, daß es üͤben haupt im Interesse des Staates sey, darauf zu sehen, daß 6 bestehenden kirchlichen Anstalten erhalten wuͤrden, und ihnen ne terstuͤtzungen zu gewaͤhren, wenn die Parochianen sie nicht meht sn erhalten im Stande seyen, fuͤgte er hinzu, daß, wenn die kathat chen Glaubens⸗Genossen sich der guͤnstigeren Lage, in welcher sie vor der Verfassung befanden, jetzt durch die erste constitutig, nelle Staͤnde Versammlung auf einmal entruͤckt sehen sollten s den Protestanten den Vorwurf machen wuͤrden, als ob sie a Uebergewicht, welches durch die neue Verfassung in ihre Han gelegt sey, in unangemessener Weise benutzt haͤtten. Er sey weiß entfernt, darauf anzutragen, daß diese Position fuͤr immer e⸗ willigt werde, denn er betrachte sie zwar als eine in Folge der Verfassung uͤbergegangene Schuld, deren Quantificerung algg noch zu bewirken sey, aber er werde, wenn durch Antraͤge d Kammer Eroͤrterungen veranlaßt wuͤrden, sich denselben mi schuldiger Pflichtmaͤßigkeit unterziehen, damit kuͤnftig ein 1; ringerer Anspruch an die Staats⸗Kasse gemacht werde aber so lange dies nicht stattgefunden, habe er auch i Vertrauen zu der Kammer, daß sie jetzt nicht Beschluͤsse fass werde, welche die bestehenden katholischen Kirchen und Schuln in ihren Wirken beeinträͤchtigen koͤnnten. Der Antrag ze Abgeordneten Eisenstuck wurde indeß angenommen, saͤmmtii, Posten fuͤr die katholischen Kirchen jedoch transitorisch bewiline Bei der Position fuͤr die katholischen Schulen trug der N. geordnete Sachße darauf an, dieselbe bis zur Berathung de Gesetz⸗Entwurfs uͤber die Volksschulen auszusetzen, da sich dam ergeben muͤsse, wie viel man fuͤr die katholischen Schulen bewie ligen koͤnne. Der Staats⸗Minister Dr. Muͤller erklaͤrte hien auf, es liege in der Absicht der Regierung, das neue Gesetz üin das Volks⸗Schulwesen in seinen allgemeinen Bestimmungen, sowit nicht die Ruͤcksicht auf die Konfession Abaͤnderungen nothwendy mache, auch auf die katholischen Schulen anzuwenden; worag der Antrag, den Gegenstand bis dahin auszusetzen, angenomma wurde.

Kassel, 11 Juni. In der gestrigen Sitzung der Staͤnde entmi⸗ kelte Hr. Hahn seine Antraͤge, die Staats⸗Regierung um Vorlageym Gesetz⸗Entwuͤrfen zu ersuchen, durch welche den Militairs das ver fassungsmaͤßige Recht der Beschwerdefuͤhrung gewaͤhrt und ie Lattenstrafe abgeschafft wuͤrde. Beide Antraͤge wurden den Rechtspflege⸗Ausschuß zur Begutachtung uͤberwiesen und noc bestimmt, daß der Rechtspflege⸗Ausschuß in Bezug auf den zwi ten Antrag sich mit solchen Mitgliedern der Versammlung, de Militairs seyen und mit dem Abgeordneten I)c. Schwarz al Arzt, besprechen solle. Ferner wurde ein Gesetz⸗Entwurf, wonac die fuͤr die laufende Finanz⸗Periode bewilligten Steuern noch bis z Ende August d. J. forterhoben werden sollen, diskutirt, revidirt undm geheimer Abstimmung einstimmig angenommen. Die Diskussion uͤber den Gesetz⸗Entwurf, die durch das Gesetz vom 3. Oktober 183. eingefuͤhrte Klassen⸗Steuer betreffend, wurde begonnen und und ter Streichung der §§. 1 (wonach das Einkommen der Guͤter Pachtungen von der Klassen⸗Steuer befreit seyn soll), 2 (d8. das Dienst⸗Einkommen der Gesandten nur zu einem Dritthe der Klassen⸗Steuer unterwarf), 4 (die Berechnung der Emkon⸗ niens⸗Gegenstaͤnde betreffend), mit Modification. des §. 3, R7. Skala der Klassen⸗Steuer enthaltend, unter Verwerfung ver schiedener Amendements, wonach das Einkommen der Geistliche ganz oder theilweise von der Klassen⸗Steuer befreit werda sollte, dagegen, unter Annahme eines Amendements des Hn Scheffer, wonach das unstaͤndige Dienst⸗Einkommen nach da zuletzt vorhergegangenen Jahre berechnet werden soll, bis §. 5 exkl. festgesetzt. Hier wurde die Diskussion wegen einhn chender Dunkelheit abgebrochen und die Sitzung um 83 uh- geschlossen.

Muͤnchen, 7. Juni. (Schwaͤbischer Merkur.) da Koͤnig, welcher bis zum Schlusse der Stäaͤnde⸗Versammlung ha bleiben wird, soll nicht gesonnen seyn, derselben nach Ablau des 25. Juni eine weitere Verlaͤngerung zu geben. Die Abg ordneten entwickeln nun eine große Thaͤtigkeit, indem sie taͤglit Sitzungen halten, die oft bis Mitternacht dauern. Ueber d Honneurs zwischen den Militair⸗Posten und den National⸗Gor disten bestand bisher die Uebereinkunft, daß derjenige Theil erst salutire, der den andern zuerst erblicke. Einige Buͤrger h schwerten sich aber daruͤber, daß das Militair sie niemals zuenf sehe. Das Offizier⸗Corps der National⸗Garde wendete sich in die Sache an den Herzog Max von Bayern⸗Birkenfeld, den 2 fehlshaber der Landwehr. In Alt⸗Bayern werden schon üͤber all Prozessionen veranstaltet, um Regen vom Himmel zu erfte hen, denn die Hitze dauert fort, und die Wiesen und Felde brennen allmaͤlig aus. Fortwaͤhrend gehen große Getraite Transporte nach der Schweiz und besonders nach Wuͤrttembent Das Ergebniß des heutigen Getraide⸗Marktes ist merkwuͤrdie Es stiegen naͤmlich die Preise der Getraide⸗Sorten um nen⸗ Gulden, so daß der Preis des Scheffels Weizen 22 Fl. w. Roggen 18 Fl. war. Die Einkaͤufer aus Schwaben kaufte allen Vorrath auf.

In dem Vortrage, mit welchem der Gesetz⸗ Betreff der Erbauung eines Kanals zur Verbindung mit der Donau durch die Staats⸗Ministerien des Innern un der Finanzen an die Bayerische Kammer der Abgeordneten 9 bracht wurde, heißt es:

„Eins der groͤßten Beduͤrfnisse nicht nur des Bagyerischen, sol dern des Europäischen Handels uͤberhaupt, ist die endliche Verbit dung des Rheins mit der Donau mittelst einer angemessenen Wn ser⸗Straße. Nicht neu ist die diesfallsige Idee; alle Jahrhunden fuͤhlten das Beduͤrfniß eines Zusammenhanges zwischen den sm

roͤßten und wichtigsten Fluß⸗Gebieten Europa's, welche Deutsch 1n einer ganzen Tiefe nach durchschneiden, in zahlreiche Aeste sich G

Wuͤrttemberg und Baden verzweigen, die suͤdlichen Laͤnder mit dac Welt⸗Meere in Beruͤhrung setzen, Deutschlands volle Breite v-g Ulm bis Pesth durchziehen, durch die Tuͤrkei sich fortsehz und dem Deutschen Handel eine direkte Richtung nach dem Schwa⸗ zen Meere und dem Orient eroͤffnen. Was man als Beduͤrfn fuͤhlte, ehe noch Handel und Verkehr die gegenwaͤrtige Stufe 0† reicht hatten; was Karls des Großen tiefe Regenten⸗Weisheit veß thaͤtig und folgenreich fuͤr kuͤnftige Zeiten faͤnd, als Deutschlan

Gewerbffeiß noch in der Wiege lag; was damals nur durch die ni dere Stufe der Hydrotechnik jener Epoche und spaͤter durch haͤuß wechselnde politische Ereignisse verhindert werden konnte das scheint jetzt im Zeitalter der auf das Hoͤchste gesteigerten Ausbildulg der Industrie und des Welt⸗Verkehrs zur unabwendbaren Nothwen

digkeit erwachsen. Laͤngst haben andere Stgaten deegleichen Unterne, mungen, wenn auch zum Theil unter riesenhaften Anstrengungen, do

Entwurf!

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des Rhein.

mit dem gluͤcklichsten Erfolge fuͤr die Belebung des Ugemeinen Verkehrs ausgefährt. Hierfuͤr zeugen die hydraulischen erbindungen Englands mittelst eines uͤber 2682 Englische Meilen hnten Kanal⸗Systems, welches durch Schleusen und unter⸗ irdische Leitungen, durch tiefe Thaͤler wie uͤber die hoͤchsten Gebirgs⸗ Räcken des Landes sich einen Weg bahnte, durch seine Entwickelung nd Erhaltung unzaͤhlige Gewerbe und Unternehmungen belebt, in seiner nahen und fernen umgebung die Bevoͤlkerung verdoppelt und fhn Reichthum der Agrikultur verdreifacht. Nicht minder sprechende Beweise liefern die beruͤhmten Kanaͤle Hollands, welche, außer den nberechenbaren Vortheilen einer erleichterten Communication, eine 88 emeine Erhoͤhung des Werthes der Boden⸗Ertraͤgnisse dar⸗ nicen; ferner der Goͤtha⸗Kanal in Schweden ein Werk der neusten Zeit in einem an innerer Production nicht reichen Staate, mit 11 Millionen Bankthalern, zur Verbindung der Ost⸗ und Nordsee mitten durch die inneren Provinzen gezogen; dann die ahlreichen Kanal⸗Verbindungen Rußlands, Preußens und Oester⸗ deichs, und endlich die zur Herstellung der Wasser⸗Communication wischen dem Rhein, der Rhone und dem Mittelmeer, und zwischen er Loire und dem atlantischen Meere in fortwaͤhrender Erweiterung begriffenen Canal⸗Verbindungen Frankreichs, zu deren schoͤnster erde der erst im verflossenen Jahre eroͤffnete Kaͤnal Monsteur ge⸗ ichnet werden kann. Europa fehlt nur noch der bereits vor tau⸗ send Jahren durch Karls des Großen kuͤhnen Geist projektirte, lezt durch die dringendsten Anforderungen des Welt⸗Verkehrs ebieterisch von Bayern geforderte Donau⸗ Kanal. Die Vor⸗ heile iiner schiffbaren Verbindung zwischen dem Main und der Donau sind in commerrieller und staatswirthschaftlicher Ruͤcksicht fuͤr Bayern gleich beachtenswerth. Ein Blick, bezuͤglich der Bedeutung dieses Kanals im Westen, zeigt, daß die auf dem Khein bestehende Dampfschifffahrt die Schwerigkriten der Berg⸗ fahrt dieses Flusses bereits stegreich bekaͤmpft und seit lange schoͤn einen Waarenzug aus den Niederlaͤndischen Seehaͤfen Rheinaufwaͤrts neu belebt hat, welchen die demnaͤchst is Ausfuͤhrung gelangende Eisenbahn zwischen Antwerpen und Koͤln noch zum vollen Auf⸗ schwunge bringen wird. Verbesserungen der Main⸗Schifffahrt durch Correctionen dieses Flusses und Beseitigung der hemmenden sogenannten Pehrloͤcher sind vereits eingeleitet, um die Rhein- und Main⸗Schifffahrt in die engste Verbindung zu setzen. Nicht minder folgenreich tritt dem Blicke nach dem Osten die kuͤnftige Bedeutung des Main⸗ und Donau⸗Kanals entgegen. Die Thron⸗Rede Sr. Majestaͤt des Koͤ⸗ nigs von Bayern zur Eroͤffnung der gegenwaͤrtigen Staͤnde⸗Ver⸗ sammlung verkuͤndet die nahe Aussicht auf einen erhoͤhten Auf⸗ schwung der Donau⸗Schifffahrt durch den zu begenden Abschluß

lenthalben

vnge

ines Handels⸗Vertrages mit Oesterreich; eine Actien⸗Gesellschaft, g--r. ersten Notabilitäten des Kaiser⸗Staates unter ihre Mit⸗

slanes zaͤhlt,

2 Fäfei dasch enssbenn de.eng. jsfahrt auf diesem Strome sowohl die Bergfahrt zu erleichtern, er-e. auf der unteren Donau mit dem Schwar⸗ en Meere zu eroͤffnen, wäͤhrend zu gleicher Zeit der bereits in usfuͤhrung stehende Karlowitzer Kanal in Ungarn die Donau mit der Save und mit den Seehaͤfen des Adriatischen Mee⸗ res verbinden soll. Diese Unternehmungen werden aber erst durch den Bayerischen Donau⸗Kanal ihre dem Europaͤischen Welthandel angehbrige volle Bedeutung erbalten. Eine Bayern in seiner ganzen Laͤngen Ausdehnung durchschneidende Wasser⸗Communication allein eröffnet den direkten Waarenzug zwischen den Haͤfen der Nordsee und des Adriatischen Meeres, und vermindert den von Rotterdam bis Triest gegen 1150. eographische Meilen betragenden See⸗Weg auf etwa 365 Meilen, a so auf weniger als ein Drittheil“ 8

Schweiz.

Nach den Berner Zeitungen sind die an dem Sa⸗

steht eben im Be

Zuͤrich, 6. Juni. nun auch, bis auf sieben, alle Polen, voyer Zuge Antheil genommen hatten, abgereist, und sogar diese steben letzten haben nunmehr ihre Paͤsse genommen. Auch die zußern diplomatischen Verhaͤltnisse scheinen sich mehr 8 beruhigen. es wurde in neuester Zeit nicht blos mit dem ranzoͤsischen, sondern eben so auch mit dem Oestreichischen Gesandten unterhan⸗ delt. Werden die freundschaftlichen Beziehungen der Schweiz zu den Deutschen Staaten wieder hergestellt, so kann ihr wahrer Charakter, einer freien, selbststaͤndigen Neutralitaͤt, wieder in vollem Maße hervortreten. Das Kreis⸗Schreiben von Bern, in welchem sich diese Regierung uͤber ihr Benehmen zu rechtferti⸗ en sucht, macht hier, wo man uͤber die wahren Verhaͤltnisse Föhr wohl unterrichtet ist, keinen guͤnstigen Eindruck. Der Vor⸗ ort hat mit vollem Rechte das Benehmen Berns in seinen No⸗ ten bis jetzt nie zu rechtfertigen gesucht, sondern stillschweigend üͤbergangen, aus dem einleuchtenden Grunde, weil eine Recht⸗ fertigung sich mit der Wahrheit nicht vertrug. Darum ist im⸗ mer nur der Kantone Waadt und Genf gedacht. Die am vorigen Sonntage auf Rothenthurm abgehaltene Schmnpzes Lan⸗ des⸗Gemeinde ist ruhig vor sich gegangen; der Oberst Abyberg wurde mit großer Mehrheit zum Landammann gewaͤhlt. Es fragt sich, ob diese Wahl eines Mannes, dessen Name in einem sehr großen Theile der Schweiz, wegen seines Kuͤßnachter Ueber⸗ falls, uͤbel angeschrieben ist, sich mit der Klugheit vereinigen läßt. Indeß gilt Abyberg fuͤr einen im Uebrigen durchaus un⸗ tadelhaften Charakter.

zuͤrich, 7. Juni. Die heutige Nummer der Neuen zuͤricher Zeitung enthaͤlt ein kurzes politisches Glaubens⸗ Bekenntniß ihres neuen Redacteurs, des Dr. Gustav Kombst (desselben, der kurze Zeit der Baseler Zeitung vorstand), welcher mit dieser Nummer das seinem Vorgaͤnger Fein zu schwer ge⸗ wordene Amt angetreten. Aus demselben erhellt, daß Dr. Kombst der sogenannten Amerikanischen Schule, oder mit andern orten, den rein demokratischen Prinzipien huldige. Freilich sey, erlaͤuterte er, bei einer solchen demokratischen Republik (wie sie der neue Zuͤricher Zeitungsschreiber im Sinne hat) eben so wenig an eine St. Simonistische Guͤter⸗Gemeinschaft, wie an ein allgemeines Nivellement zu denken, wie einzelne Ueberspannte traͤumen oder Selbstsuͤchtige zur Erreichung ihrer Zwecke beab⸗ sichtigen moͤchten. Dr. 7. schließt sein Glaubens⸗Bekenntniß mir folgender Bemerkung: In der genuͤgend auseinandergesetz⸗ ten Weise wirkend, hoffe er in Zuͤrich fuͤr sein Streben, wenn auch keine Anerkennung, doch mehr Duldsamkeit zu finden, als man gegen ihn in einer andern Stadt der Schweiz bewiesen habe. 88

Wien, 9. Juni. Vorgestern fruͤh haben Ihre Kaiserlichen Majestaͤten das Lustschloß Schoͤnbrunn verlassen und sich auf Allerhoͤchstihre Herrschaft Persenbeug begeben.

Triest, 4. Juni. Am 30sten v. M. wurde das Koͤnigl. Griechische Wappen an dem hiesigen Griechischen Konsulats⸗Ge⸗ baͤude befestigt, und am darauf folgenden Sonntage, auf Ver⸗ anstaltung des Konsuls, der Geburtstag des Koͤnigs von Grie⸗ chenland gefeiert. Am Morgen dieses Tages verkuͤndigte die hier liegende Griechische Brigg „Minerva“ durch 21 Kanonenschuͤsse die Feier, wonaͤchst in der Griechischen Kapelle ein Tedeum ge⸗ sungen wurde, dem saͤmmtliche hier anwesende Griechen, so wie viele Hiesige beiwohnten. Der Griechische Vice⸗Konsul, Herr von Henikstein, nahm darauf die Gluͤckwuͤnsche Griechischen Un⸗ terthanen an. I 8

8 5

kannt wurde.

FIrIe;* . LE11“ Mailand, 4. Juni. Der Brand, der vor einigen Tagen das Attelier des berühmten Bildhauers Ritters Marchesi ver⸗ nichtete, hat auch einige seiner schoͤnsten Arbeiten, worunter z. B. das auf der vorigen Kunst⸗Ausstellung so sehr bewunderte Mo⸗ dell zum Beccaria, zerstoͤrt. Ganz Mailand nimmt an dem empfindlichen und unersetzlichen Verluste des Kuͤnstlers den herz⸗ lichsten Antheil.

Rom, 31. Mai. (Allgemeine Zeitung.) Es wird bestimmt behauptet, daß das Oberhaupt der Kirche ernstliche Schritte gegen Dom Pedro und dessen Rathgeber thun werde. Wenn bisher keine foͤrmliche Excommunication ausgesprochen ward, so unterblieb dieses nur, weil die Diplomaten sich ver⸗ wendet haben, um vorher den Weg der Unterhandlungen zu ver⸗ suchen. Daß Dom Pedro gegen den Kirchenbann nicht gleich⸗ guͤltig ist, hat sein Benehmen bei Entfernung des Paͤpstlichen Geschaͤftsfuͤhrers, Monsignore Curoli, von Lissabon ge⸗ zeigt, indem er fuͤrchtete, dieser moͤchte die Bulle bekannt machen. Hier weiß man recht gut, wie das Volk in Por⸗ tugal denkt, und welche gefaͤhrlichen Folgen ein solcher Schritt fuͤr Dom Pedro und seinen Anhang haben kann. Es ist nun abzuwarten, ob es der Diplomatie gelingen wird, den Ex⸗ Kaiser zu versoͤhnlichern Gesinnungen zuruͤckzufuͤhren. In dem vorgestrigen Konsistorium soll die Frage diskurirt worden seyn, ob man einen Spanischen Geschaͤftstraͤger annehmen solle, wor⸗ auf, dem Vernehmen nach, der Beschluß gefaßt wurde, daß man ihn gern hier sehen werde, nur ihn nicht offiziell empfan⸗ gen koͤnne, weil die Anerkennung der Koͤnigin vorhergehen muͤsse. Bei dem Grundsatze des Paͤpstlichen Febe⸗ jede faktisch bestehende Regierung anzuerkennen, um das Wohl der Kirche nicht zu ge⸗ faͤhrden, und bei den vaͤterlichen Gesinnungen des Papstes, steht zu erwarten, daß die Anerkennung nicht mehr fern seyn wird. Auch die Spanische Regierung will ihre Aufrichtigkeit dadurch beweisen, daß sie einen Diplomaten zu diesem Posten waͤhlt, welcher dem hiesigen Hofe angenehm sey. Man nannte den Kardinal Marco y Catalan, dieser soll aber den Auftrag nicht angenommen haben. Man glaubt, Herr Perez de Castro werde vielleicht herkommen. Der bisherige Botschafter, Herr Gomez⸗ Labrador, hat Rom verlassen, und ist uͤber Paris nach Madrid gereist. Aus Malta wird berichtet, man erwarte auf der In⸗ sel ein kleines Corps Englischer Linien⸗-Truppen, um, wie man sagt, eine Landung gegen Tripolis zu unternehmen. Hiernach schiene es fast, als wollten die Englaͤnder, gleich den Franzosen, eine Besitzung auf der Nordkuͤste von Afrika an sich bringen. Indessen koͤnnen auch vielleicht die Verhaͤltnisse im Oriente das Englische Kabinet veranlaßt haben, eine betraͤchtliche Macht im Mittelmeere aufzustellen.

Neapel, 28. Mai. Am 20sten d. M. bildeten sich in dem Innern des alten Kraters des Vesuvs zwei kleine Krater, von denen der eine in der Richtung von Boscotrecase und der andere in der des Somma⸗Gebirges sich befindet. Aus densel⸗ ben erheben sich in Intervallen von drei Minuten gluͤhende Steine, die dann in den Krater selbst zuruͤckfallen. In der Richtung der Torre del Greco hat sich eine Kluft von ungefaͤhr 300 Fuß Breite und 50 Fuß Tiefe gebildet, in deren Innern eine große Zahl von Rauchbraͤnden sich befinden, die einen hoͤchst unangenehmen Geruch verbreiten. Nach einer am 22sten d. M. stattgehabten starken Erschuͤtterung des Vesuvs, stuͤrzte aus dem innern Krater ein neuer Lava⸗Strom hervor, der sich in zwei verschiedene Arme theilte und einige Stunden fort⸗ stroͤmte, waͤhrend von einer anderen Stelle drei kleinere Stroͤme ihre Richtung nach den Kamaldulensern hin nahmen. Vom 21sten bis zum 24sten erhob sich in der Luft eine Rauchsäͤule, die wohl eine halbe Miglie hoch seyn mochte und, je nachdem sie von der Sonne und vom Winde getroffen wurde, verschie⸗ dene Farben spielte und sich nach verschiedenen Seiten hin neigte.

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Konstantinopel, 20. Mai. In Bezug auf die in eini⸗ gen Zeitungen geschehenen Angaben bemerken Deutsche Blaͤt⸗ ter: „Die Pforte hat sich nicht geweigert, Herrn Zographos als Gesandten anzunehmen, und Herr Zographos ist nicht als Geschaͤftstraͤger, sondern als außerordentlicher Gesandter hier an⸗ gekommen, in welcher Eigenschaft er auch von der Pforte aner⸗ Eben so unrichtig ist es, daß ein Sohn von J. Argyropulo ihn als Dolmetscher begleitet habe, von dessen Soͤh⸗ nen uͤberhaupt keiner zu diesen Functionen bestimmt ist. Hin⸗ gegen beweist gerade die Anwesenheit des Herrn Manos in die⸗ ser Eigenschaft zur Genuͤge den Charakter der, uͤber das angeb⸗ liche Verschwinden seines Schwiegervaters Argyropulo mitge⸗ theilten Notizen.“

Die Times giebt aus Konstantinopel ein Privat⸗ Schreiben vom 13. Mai, dem wir Folgendes auszugsweise ent⸗ heben: „Die Botschafter der Fuͤrsten der Wallachei und der Moldau haben sich nach Selimbria begeben, um ihre Souve⸗

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raine, die dort angelangt sind, zu begruͤßen. Zum 17ten werden

diese in der Residenz erwartet. Nachdem sie mit den uͤblichen Ehrenkleidern beschenkt seyn werden, wird man ihnen die Au⸗ denn beim Sultan gestatten, die sie sich erbeten haben, um den schuldigen Lehns⸗Eid am Throne Sr. Hoheit abzulegen. Die meisten der zur Hochzeit der Tochter des Sultans eingeladenen Pascha's sind bereits hier angekommen. Un⸗ ter ihnen erfreute sich Mustapha Pascha von Tricala einer besonders freundschaftlichen Aufnahme von Seiten des Sultans, der seine volle Zufriedenheit mit der Verwaltung der ihm unter⸗ gebenen Distrikte aussprach. Die Zeit ist uͤberhaupt nicht mehr fern, wo jeder Pascha sich nur in seinem Amte sicher halten darf, sobald er die ihm obliegenden Functionen pflichtgetreu ausuͤbt. An die Gouverneure der dem Griechischen Koͤnigreiche benach⸗ barten Provinzen sind von Seiten des Hofes ausdruͤckliche Be⸗ fehle erlassen, die Christen, die in ihren Bezirken leben, mit der groͤßten Freundlichkeit zu behandeln, und jede Beschwerde, die dieselben erheben koͤnnten, zu verhuͤten. Gestern kam Hussein Pascha von Widdin hier an. Mehmed Ali hat auf die an ihn ergan⸗ gene Einladung nichts erwiedert. Ich fuͤrchte, die Nißverstaͤnd⸗ nisse zwischen ihm und dem Sultan haͤufen sich von Tag zu Tag. Sein Botschafter, den ich heute Morgen sprach, machte in Bezug auf die Schwierigkeit seiner hiesigen Stellung einen Vergleich, der mich aus seinem Munde uͤberraschte. „Die An⸗ gelegenheiten, die ich hier zu besorgen habe,“ sagte er, „sind so in einander gewirrt, wie das Haar eines Negers; je mehr man es kaͤmmt, desto schlimmer kraͤuselt es sich.“ Die Regierung gedenkt ihn uͤbrigens nach der Vermaͤhlung der Sultanin zuruͤck⸗ zusenden. Am 10ten d. M. segelten die nach Trapezuni beor⸗ derten Truppen dorthin ab. Nach den neuesten Nachrichten soll jedoch der Aufstand daselbst schon gedaͤmpft seyn, und der Pa⸗ scha den Befehl erhalten haben, das Corps, sobald er es nicht mehr noͤthig hat, nach Sivas zu senden. Eine andere Abthei⸗ lung ist nach Bagdad bestimmt.²* 6

Bsseamn 2 3 nland. 2 1 Berlin, 15. Juni. Dem gestrigen Militair⸗Wochen⸗ blatte zufolge, ist der Oberst Baron von Richthofen zum In⸗ specteur der ersten Pionier⸗Inspection und zum Mitgliede der Militair⸗Schul⸗Kommission, so wie der Pruͤfungs⸗Kommission fuͤr Ingenieur⸗Capitaine zweiter Klasse ernannt, ferner der Oberst⸗ Lieutenant von Luck, Brigadier der 6ten Gendarmerie⸗Brigade, als Oberst mit Pension in den Ruhestand versetzt, und statt sei⸗ ner der Major von Windheim zum Brigadier der gedachten Gendarmerie⸗Brigade befoͤrdert worden.

Der bisherige Ober⸗Praͤsident Herr von Pestel hat bei seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienste das nachstehende Ab⸗ schieds⸗Schreiben in die Rheinischen Blaͤtter einruͤcken lassen: „Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht, mich auf meine Bitte, zu welcher der wankende Zustand meiner Gesund⸗ heit mich verpflichtete, aus dem Staatsdienste huldreichst zu entlas⸗ sen; und demgemaͤß lege ich heute mein Amt als Ober⸗Praͤsi⸗ dent der Rhein⸗Provinz in die Haͤnde meines wuͤrdigen Nach⸗ folgers, des Freiherrn von Bodelschwingh⸗Velmede, nieder, um mich in die Stille des Privatlebens zuruͤckzuziehen. Als treuer Diener des besten und gerechtesten der Koͤnige, welchen Gott noch lange zum Gluͤck Seiner Unterthanen eres wolle, habe ich 18 Jahre lang mit Lust und Freude in der Rhein⸗Provinz, die meine zweite Heimath geworden ist, gewirkt. Ich habe ihre Bewohner als echte Deutsche, als treue Unterthanen kennen ge⸗ lernt; und der schoͤnste Lohn, den ich fuͤr mein amtliches Wirken in die stille Zuruͤckgezogenheit des Restes meiner Tage mit hinuͤber nehme, ist die Gnade meines Koͤnigs, Allerhoͤchstdesselben Zufriedenheit mit meinen Diensten, und das Bewußtseyn des Vertrauens und der freund⸗ lichen Theilnahme meiner Mitbuͤrger. Der innigste Wunsch meines Herzens ist das fernere Wohlergehen der Rhein⸗Provinz, und die Ueberzeugung, daß dieser Wunsch bei der wahrhaft vaͤter⸗ lichen Gesinnung des Koͤnigs und der erprobten Treue Seiner Rheinlaͤndischen Unterthanen in Erfuͤllung gehen wird, daß diese sich stets als echte Deutsche, als treue Preußen, durch unerschuͤt⸗ terliche Liebe zum Koͤnige unter allen Verhaͤltnissen bewaͤhren werden, erleichtert meinen Abschied und verschoͤnt den einsamen Abend meines Lebens. Ich scheide mit dem Ausdrucke des herzlichsten Dankes fuͤr die vielfachen Beweise wohlwollender Theilnahme und ehrenvollen Vertrauens, welche mir unter allen Verhaͤltnissen von meinen Rheinischen Mitbuͤrgern zu Theil ge⸗ worden sind, fuͤr die freundliche Anerkennung, welche mein ved⸗ licher Wille und Bestreben bei denselben gefunden haben. 8

Koblenz, den 10. Juni 1834. .

(gez.) Philipp von Pestel.“

Aus Stralsund erhalten wir von sicherer Hand uͤber den Ausfall des ersten dortigen Wollmarktes folgende Mitthei⸗ lung: „Der hier am 5ten und 6ten d. M. abgehaltene Woll⸗ markt erfreute sich nicht bloß einer bedeutenden Anfuhr von Wolle, sondern es waren auch sehr achtbare, auswaͤrtige Kaͤufer auf demselben erschienen. In dem Lokal, welches zur Aufnahme der Wolle bestimmt war und das, neben allen sonstigen wuͤnschens⸗ werthen Bequemlichkeiten, Schutz gegen jede Witterung gewaͤhrte, waren 1230 Centner 71 Pfund Wolle in allen Gattungen dieser Provinz aufgestellt, und ein etwa gleiches Quantum befand sich in Privat⸗Raͤumen. Ein Drittheil der ganzen Quantitaͤt ist, obgleich der Handel, wegen der fruͤher schon auf dem Thiere gezahlten hoͤheren Preise, sehr schwierig war, dennoch verkauft worden, weil die Wollzuͤchter nur ungern die entfernteren Mäaͤrkte beziehen. Die angelegten Preise waren fuͤr ordinaire Wolle 40 bis 50 Thaler, fuͤr ordinaire Mittel⸗Wolle 55 bis 70, fuͤr feine Mittel-Wolle 75 bis 85, auch 92 ½ Rthlr. Schon dieser erste Wollmarkt am hiesigen Orte hat die Verkaͤufer und Kaͤufer von seiner Zweckmaͤßigkeit uͤberzeugt und zugleich die dazu getroffenen oͤffentlichen Einrichtungen als sehr befriedigend dargestellt; wir duͤrfen uns daher mit Vertrauen der Hoffnung hingeben, daß der hiesige Wollmarkt kuͤnftig weit mehr noch von Verkaͤufern und Kaͤufern besucht werden wird.“

Von dem in der literarischen Welt bereits bekannten Herrn Julius Mansfeldt wird hier vom 1. Juli d. J. ab ein neues literarisches Unterhaltungs⸗Blatt unter dem Titel „Ana⸗ lekten“ erscheinen, das, dem Prospektus nach, vornehmlich Auf⸗ saͤtze aͤsthetischen Inhalts, so wie Betrachtungen uͤber die wich⸗ tigsten Erscheinungen in der Deutschen und fremden klassischen Literatur enthalten, zugleich aber auch Theater⸗Kritiken und poe⸗ tische Erzeugnisse liefern und woͤchentlich dreimal (jedesmal ein halber Bogen) ausgegeben werden wird. Der Praͤnumera⸗ tions⸗Preis ist vierteljaͤhrlich auf 1 Rthlr., und fuͤr Auswaͤrtige auf 1 ½ Rthlr. festgesetzt worden. 88 ““ Mittheilungen aus dem Bezirke der Köͤ chen Re⸗ gierung zu Breslau fuͤr das Jahr 1833.

Verwaltung der Kirchen⸗ und Schul⸗Angelegenheiten.

Die Maßregel einer festen Begruͤndung verschiedener Kir⸗ chen⸗Systeme durch Einpfarrung oder Zuschlagung der bis dahin vagirenden Gemeinden ist bei 30 Kirchen⸗Systemen durchgefuͤhrt worden. Im Jahre 1833 wurden 4 katholische Kirchen⸗ und Pfarrhaͤuser und 7 evangelische Kirchen⸗ und Pfarrhaͤuser neu erbaut. Ein Erzpriester, 3 Schul⸗Inspektoren, 4 Suverinten⸗ g. 26 evangelische und 17 katholische Pfarrer wurden an⸗ gestellt.

Die angeordnete Verbindung der Schullehrer⸗Konferenzen mit praktischen Uebungen im Katechisiren hat sich meist als nä⸗ lich bewaͤhrt. Neu erbaut wurden 11 katholische und 23 evan⸗ gelische Schulhaͤuser, erweitert 6 katholische und 13 evangelische Schulhaͤuser, neu besetzt 5 katholische, 8 evangelische Schullehrer⸗ stellen, 6 katholische und 8 evangelische Adjuvantenstellen.

Vermaͤchtnisse sind ausgesetzt worden:

fuͤr katholische Kirchen 8,980 Rthlr. 14 Sgr. evangelische 11“ katholische Schulen 4,228 18 evangelische 3878 2*

J“ Summa 18,808 Rthlr. 16 Sgr. üUunter der Zahl jugendlicher Verbrecher befanden sich 24 maͤnnliche und 5 weibliche, 19 evangelische und 10 katholische Individuen von 16 bis 10 Jahren. Verwaltung der Angelegenheiten fuͤr Handel und Gewerbe. Z“ Die Getraide⸗Aerndte im vergangenen Jahre war, zumal ruͤcksichtlich der Schockzahl, nur mittelmaͤßig. Auch verdarb durch Naͤsse waͤhrend der Aerndte Vieles; der Weizen, welcher lange stehen mußte, siel aus und verlor sehr an Koͤrnenrr.. Die Durchschnitts⸗Marktpreise waren: b Richer 7 Ssr. 2 ve irden Paumn d PEE1I1I1111“” 1““ Lb 3 2„ die Gerste, 10 5

8

8. 82 14 den und 98 9 die Kartoffeln

8 5 8 2