1834 / 213 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sorge der Regierung werden nach und nach alle Klagen verstum⸗ men, indem das Volk zur Einsicht gelangt, daß, so streng sie ge⸗ gen die Meuterer und Unruhestifter verfaͤhrt, sie eben so gerecht die ruhigen Buͤrger zu belohnen weiß.

Nach Rumelien wo mehrere Raͤubereien und Morde veruͤbt wurden, von Banden ehemaliger Palikaren, die fruͤher nach der Tuͤrkei gegangen, und nun auf verschiedenen Punkten wieder in Griechenland eingefallen sind hat die Regierung ein Standgericht geschickt, um auch dort mit Kraft und Strenge zu verfahren. Von der Maina erhielt die Regierung gute Nach⸗ richten, und man erwartet mit jedem Tage die Bestaͤtigung, daß der Aufruhr daselbst gaͤnzlich unterdruͤckt sey. Ueber diesen Ge⸗ genstand werde ich Ihnen naͤchstens einen ausfuͤhrlichen Bericht zusenden. Es ist leider Blut dabei geflossen, und wir haben zwei ausgezeichnete Offiziere, die Lieutenants Koch und Schmidt, zu beklagen, welche Beide geblieben sind.

So eben hat man Nachricht erhalten, daß die mobile Ko⸗ lonne, welche man in Rumelien aus den Buͤrgern gebildet, um gegen die dortigen Raͤuber zu streifen, acht der Haupt⸗Anfuͤhrer erschossen hat. Durch diese Einrichtung mobiler Kolonnen wird das Land von dieser Raͤuberbande, welche die Unruhestifter ab⸗ sichtlich aus der Tuͤrkei herbeigerufen, um ihre nichtswuͤrdigen Absichten zu unterstuͤtzen, bald gesaͤubert seyn.

Es ist hier eine neue Zeitschrift, die Minerva, entstanden. Die Tendenz ist, eine Opposition gegen die Regierung zu bilden. Die erste Nummer enthaͤlt bereits eine so arge Verleumdung des Justiz⸗Ministers, daß wohl der verantwortliche Redacteur nicht ungestraft durchkemmen wird. Alle diese Streiche, die

pricciosa, Lustspiel in 3 Abth.,

zli anni a una donna“, von

Montag, 4. August. male: Capricciosa.

Koͤnigstaͤdti

auf: Zum Beschluß: in 1 Akt, von Th. Hell.

Sonntag, 3. August. festes Sr. Maj. des Koͤnigs: mit Choͤren in 1 Akt, von F.

Liebe, Schauspiel in 5 Akten,

sind von Cartellieri.) Montag, 4. Auaust.

v. Seyfried.

Die weiße Pikesche, Schwank in 1 Akt, vom Dr. C. Toͤpfer. Im Schauspielhause. Hierauf, zum erstenmale: Die weiße Pikesche.

Sonnabend, 2. Auqust. Der Advokat und sein Sohn, oder: Der erste Prozeß, Lustspiel in 1 Akt, von Friedr. Genée. 8 Die Unzertrennlichen, Posse in 1 Akt, von Dr. Arendt. Der Hofmeister in tausend Aengsten, Lustspiel

Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburts⸗

meister Franz Glaͤser. Hierauf: Zum erstenmale: Pflicht und

so wie die neuen Decorationen des Stuͤcks sind von Herrn An⸗ tonio Sacchetti gemalt. Die Simphonieen in den Zwischenakten

Zur Feier des ersten Decenniums dieser Buͤhne: Die Abgeordneten, phonie, von L. van Beethoven. Noth, Posse in 1 Akt, von Baͤuerle. Beschluß: Die Ochsenmenuet, Singspiel in 1 Akt, von Hoffmann. Musik nach Haydn's Composition, arrangirt

866 frei nach Federici's: „Non contar C. Blum. Und, zum erstenmale:

Oesterr.

Zum ersten⸗ 18 23 ⁄. Ur

sches Theater. Br. 5 % Span.

Hier⸗ Oesterr. Engl. 101. I Span. 3 9 39.

Preußens dritter August.

Festspiel W. Seidel.

Rente 588. Musik vom Kapell⸗— 1

Span. 5 % 60. 38

Loose zu 100 Fl. 207 ½. Br. Loose 651. Br.

Präm.-Scheine 113.

53 Rente 106. 10.

Antwerpen, 26. Juli. 40 ⁄. Ziusl. 106 ¾ Cortes 33]. Frankfurt a. M., 29. Juli. 58% Metall. 98 1%. 981½. 48 89 ¼¼ 881½. Bank -Actien 1506. 1504 Part. - Obl. Holl. 5 8 Obl. v. 1832. 9 1½. Preuss. Präm.-Scheine 562¼ 56. do. 4% 2 Rente 60 60 ½ 38 do. perp. 39 ⅛. 393¼ Hlamburg, 30. Juli. 58 Metall. 99¼. 49 do. 90 ½,. Bank-Actien 1247. Russ Holl. 943. Met. in Hamb. Cert 95 ½.

15., Poln. 130 ¾, Dän. 71 ½. Holl. 94 ⅛. 0 513.

Metall. 90¼.

Russ Preuss. 22 8 50. Paris, 26. Juli.

38 76. 25. 58 Neap. 93 50. 59

Cortes 34 ½. Ausg. Span. Schuld 16 bnn

38 383.

von Vogel. (Der neue Vorhang

1834. 31. Juli

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Brobachtung.

Luftdruck. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter...

Prolog. Vorher: Fest Sim⸗ Hierauf: Der Freund in der (Neu einstudirt.) Zum

vom Kapellmeister Wolkenzug

335, 6 6 Par. 334,3 8 Par. 334,s 8 Par.

8 T, 0 ° R. Quellwärme 8,9 0 R. 8,1°ꝙR. 50 pCt. heiter. O.

25,1 °R. 3,3 °R. 19 pCt. heiter.

O. O.

17,8 °R.

12,1 °R. 66 pCt. heiter.

Flußwaͤrme 19, 8 -*N. Bodenwärme 16,80 R. O. Ausdünst. 0, 396 R. sorjederschlag 0.

Raͤuber in Rumelien, der Aufruhr in der Maina, dieses Oppo⸗ sittons⸗Journal, stehen mit dem Kolokotronischen Prozesse und den hiesigen Intriguen in Verbindung; allein es mißlang die Ausfuͤhrung des Plans, und die Regierung ist durch die von ihr entwickelte Kraft voͤllig Herr geworden. Die Niederlage der Faiseurs und Mineurs ist entscheidend.

Den 1.

Berliner Börse.

Amtl. Fonds- und Geld-C

August 1834. 20 Sgr.; Erb

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 2. August. Im Schauspielhause: Der arme Poet, Schauspiel in 1 Akt, von Kotzebue. Hierauf: Die Schleichhaͤndler, Possenspiel in 4 Abth., von E. Raupach.

Sonntag, 3. August. Im Opernhause. Zur Feier des Al⸗ jerhoͤchsten Geburtsfestes Sr. Maj. des Koͤnigs: Festmarsch, Sr. Maj. dem Koͤnige zugeeignet von Spontini. Hierauf: Rede, verfaßt von H. Smidt, gesprochen von Mad. Crelinger. Dann: Volksgesang, den Preußen gewidmet von Spontini. Und, zum erstenmale: Die Felsenmuͤhle von Estalières, Oper in 2 Abth., mit Tanz, von C. B. von Miltitz. Musik vom K. Saͤchsischen

99 ¼ 1 98

95 ½ 94

58 578

98

99

988

Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seehb. Kurm. Obl m. I. C Neum. Iut Sch. do. 4

Berl. Stadt-Obl. 4 Königsb. do. 4 Elbing. do. 4 ½ 98 ½ Danz. da. in Th.¹—] 37 Westpr. Pfandbr.] 4 101 ¾

rso re a.

[Grotshz. l'es. do. (stpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schiesische do. AKkst. C. d. K.- u. N. Z.-Sch. d. K.- u. N. IIoll. vollw. Douk. Neue do. Friedrichsd'or .. Disconto

1102 ½ 3 Sgr. 9 Pf.,

462 Wispel 2

Das Faß Richter gegen Branntwein 1 Rthlr. 15 S

Kapellmeister Reissiger. Platz in den Logen des ersten Ran⸗

Preise der Plaͤtze: Ein ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

In Charlottenburg. Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburts⸗ festes Sr. Maj. des Koͤnigs: Rede, verfaßt von A. Muͤller, ge⸗ sprochen von Mad. Unzelmann. Hierauf, zum erstenmale: Ca⸗

Auswärti

8 Amsterd. Niederl. wirkl. Schuld 0 a

5Ir7. 5 % do. 97 1x. Kanz-Bill. 2211

ge Börsen. am, 27. Juli.

8

Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 15 Sgr.; 3 Pf., auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.;

22* h-2 2 2 2 2 8 62 . 1, ours-Eettel. (Prezuf. Cour.) Eingegangen sind 146 Wispel 2 Scheffe!

E2. Irtieceld.] 2Urtefeld. MrmxcID I.A. Asr

St.-Schuld-Sch. 4 4

Pr. Engl. Anl. 18] 5 Pr. Engl. Anl. 22. 5

5 4 4

Zu Wasser: 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 7

Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf.

Das Schock Stroh 7 Rthlr., auch 5 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 15 Sgr.

Sgr.

Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 31. Jull 1834.

Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr Hafer 23 Sgr. 9 Pf., d Pf.; Linsen 2 Rthlr. 25 Sge

sen 1 Rthlr. 16 Sgr. 3

Wetzen (weißer) 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Sgr. 6 Pf.; Noggen ; Hafer 21 Sgr. 3 Pf, auch

1 Rthlr 8 20 Sgr; Eingegangen in

auch 1 Rthlr.

Scheffel Mittwoch, den 30. Juli 1834.

Rthlr.; der Centner he

Branntwein⸗Preise vom 25. bis 31. Juli 1834. von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 40 vCt baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn⸗ 8 Neylr.; Kartoffel⸗Branntwein 18 Rthlr., auch N.

Redacteur Cottel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

Ce

r

128

3 Dampf⸗Packet zwischen Luͤbeck und St. Pet Die Abfahrt der beiden großen Dampfschiffe, von Luͤbeck nach St. ist fuͤr das Jahr 1834 auf folgende Tage festgesetzt: Alerxandra. Capitain J. C. Diets. Donnerstag den 7. August,

hAlllgemeiner Anzeig Bekanntmachungen.

v111AXX Der ehemalige Agent Rudolph Bernsein, der Betruges und Diebstahls angeschuldigt, hat der Unter sac ung und Verhaftung durch die Flucht sich entzogen. Die oͤffentlichen Behoͤrden des In⸗ und Auslandes werden ergebenst ersucht, auf den unten naͤher bezeich neten Bernstein ihr Augenmerk zu richten, ihn im Betretungsfalle verhaften und unter sicherer Beglei⸗ rung an die Expedition der hiesigen Stadtvoigte⸗Ge⸗ Dienstag den 26. August, faͤnanisse, Molkenmarkt Nr. 1, gefäalligst abltefern it./ Donnerstag den 11. September, lassen. Wer versichern die ungesäumte Erstartung der Dienstag den 30. September. Kosten, und den verehrlichen Behoͤrden des Auslandes Donnerstag den 16. Oktober. rine gleiche Willfaͤhrigkeit zu rechtlichen Gegendiensten ; Berlin, den 31. Juli 1334. 13“ Die Criminal⸗Deputation des Koͤnigl. Caepstain N. W. Stahl. Stadtgerichts. .August, ;z den 2. Seprember,

Persons⸗Beschreibung. 2 S 8 Der Rudolph Bernstein ist aus Berlin gebuͤrtig, 3 89 C“ evangelischer Religion, und 5 Fuß 2 bis 3 Zell groeß Donnerstag den 23 Oktober Seine Statur ist schlank und mager, das Haar dunkel⸗ Abfahrt von Travemuͤnde uvm 2 Uhr Mittags. biond, die Stirn frei. Er hat graue Augen, dunkel] Die Preise der Passage sind die naͤmlichen wie in Nonde Augenbraunen, eine lan e und spitze Nase, die vorigen Jahre. Anmelduaoen geschehen im Zähne sind gut und vollstindig, die Gesicht farde ist Comtoir der Dampfschiffahrts⸗Gesellschaf gesund, das Gesicht laͤnaiich, der Bart schwach. Ein in La Vet besonderes Kennzeichen ist, daß er beim Sprechen mit 8 der Zunge an die obern Zaͤhne anstoͤßt. Er traͤat eine goldene Uhr mit goldener Kette, zwei goldenen Pete⸗ schaften mit Steinen und einem goldenen Uhrschluͤssi! Bernstein hatte mehrere Kleidungssͤcke, nament⸗ lich enen gruͤnen und ernen braunen Leibrock, einen schwarzen und braunen Ueberreck, beibde mit Sammt kagen, hellgraue und schwarze Tuchbeinkle. der.

xmmEramn.

Literarische Anzeigen. A i . Der Debit der 1age esb Anweisung zum Bau und zur Unterhal⸗

tung der Kunststraßen.

Berlin, 1834. 14 4to. nebst 16 Kupser

1 tafeln

sst uns uͤbertraazen worden, und sind Exemplare dieses

Werkes, à 5 Thlr. 10 sgr. bei uns und in alleen Buch⸗

handlungen des In⸗ und Auslandes zu haben:

Duncker und Humblot, Franzoͤsischestr. Nr. 20 a.

Avertissement. Auf den Antrag eines Hyvorhekarischen Glaͤubigers ist die norhwendige Subhastation des dem Kaufmann George Darid Wilhelm Bontin allhier gehoͤrigen, in der langen Straße hierselbst sub No. 62 belegenen, im Hypothekenbuche sub No. 87 verzeichneten Wohnhau⸗ ses gebst Zubehoͤr, taxirt zu 6068 Thlr. 5 sgr. 5 pf versuͤgt, und ein Bietungs⸗Termin auf oE 1115“ Vormittags 11 Uhr, in unserm Geschafes okale ange⸗ setzt, zu welchem wir besit⸗ und zahlunge faͤhige Kauf⸗ liebhaber mit dem Bemerken einladen, daß die Taxe des Grundstuͤcks und der neueste Hypothekenschein dess ltzen in unserer Prozeß Registratur eingesehen wer⸗ den koͤnnen. Havelberg, den 12. Mai 1834. Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht

Von der Gallerie der Zeitgenossen ist ein⸗ getroffen: Ne. 115. Portrait von Joseyh Napoleon, Nr. 116. Portrait vom Kirchenrath v. Am fuͤr die Saͤbsecribenten à 2 sgr., einzelne Portraits à 4 sgr. Die Gallerie ist beuns vollstaͤndig vorraͤthig. Stuhrsche Buchhandluna in Berlin Schloßplatz Nr. 2. 1

In unserem Verlege erschienen nackstel ende Mustalien:

Greulich, C. W, Nationallied: „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben! zec., Feessige, Singstimme mit Begleitung des Pfte. 4 5 5 sgr.

Salleneuve, E. Das Vaterland Preußen: „Kennst Du das Land, wo uber Millio⸗ nen gerecht und mild ein mweiser Zepter e ꝛc., fuͤr vier Maͤnnerstimmen. Preis 7 ½ 3r.

Kuͤcken, F, Kriegsgesana: „Die Trommel ruft, die Fahnen winken“ ꝛc., fuͤr vier Maͤnnerstimmen, mit Clavjerau zug. Prei“ 7 ½ sgr.

Aus dem Nachloß des Geh. Mediecinalraths Prof. Dr. S. F̃f. Hermbstaͤdt zu Berlin sollen nachste⸗ hpende vortüaliche Sammlunaen verkauft werden:

1) ein großes Cabinet physikalischer Instrumente;

2) ein Cauxiner fuͤe Oryfiognosie und Mineralogie

von 3600 Nummern;

3) eine geomodssche Sammlung von 600 Nummern

nach Leonhard geordnet. b Den Verkauf besorgt der Justizrath Hufeland in Ber⸗ en, Charlottenst aße Nr. 25, welcher auf porlofeei⸗ Anfragen jede noͤthige Auskunft ertheilt. leinere mineralogische Sammlungen u. Dubletten, o wie die Piatin⸗ und Silbergeraͤthschaften aus dem

privilegirten schoͤnen und Petersburg,

Erster Theil Franzoͤsisch⸗deutsch A Z. 1834.

r die Preußischen Staa

Bei Hoffmann in Stuttgart ist erschienen und

dei mir zu haben:

Deutschland und seine Bewohner,

Staͤnde. Bearbeitet von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann.

fuͤr die Lieferung.

geldlich zu haben; der Anpreisung bedarf es nicht! Schießplatz Nr. 2.

JENATT1ö11 Alle Freunde, Lehrer und Lernende der franzöͤsi⸗ schen Sprache und Literatur, so wie Geschaͤftsmaͤn⸗ ner, werden auf das in unserem Verlage so eben ersch enene neue zweckmaͤßige franzoͤsische Woͤrterbuch zum Schul⸗ und Handgebrauch (als Seitenstuͤck zum lateinischen Handlexicon von Luͤneman und Geo⸗ ges) hiermit aufmerksam gemacht, welches durch alle Buchhandlungen, in Berlin, Posen, Bromderg, Gnesen und Culm durch E. S. Mittler, in Prenz lau durch Vincent) zur vorherigen Ansicht zu erhal⸗ ten ist, die auch ausfuͤbrlichere Anzeigen und Druck⸗ proben gratis ausgeben:

Neues franzoͤsisch-deutsches und deutsch⸗

franzoͤsisches Woͤrterbuch Von J. F. Schaffer.

Inhalt: 1) Alle gebraͤuchl’chen Woͤrter und ihre verichiedenen Bedeutungen im eigenthuͤmlichen und vildlichen Sinne, dargestellt durch eine Menge von Beispielen aus den besten Schriftstellern; 2) die tech⸗ nischen Ausdruͤcke der Wissenschaften und Kuͤnste; 3) die Benennungen der alten und neuen Geogra⸗ phie, und die Eigennamen der Personen: 4) die Aussprache, wenn sie sich von den gewoͤhnlichen Regeln entsernt; 5) die vorzuͤglichsten Synonyme beider Sprachen, in einem besondern Woͤrterbuche; 6) Tabellen, welche die allgemeine und besondere Conjugation der Zeitwoͤrter, die lexikologtsche Bil⸗ dung der Woͤrter, und des neu⸗franzoͤsische Maß⸗ und Gewichtssystem darstellen.

92 Bogen im groͤßten Lexikon⸗Octav. Preis nur 3 Thlr (oder circa 9 pf. pro Bogen). Der 2te deutsch⸗ framoͤsische Theil erscheint im k. FJ. und wird eben⸗ falls 3 Thlr., also das Ganze 6 Thlr. kosten.)

Es bedarf dieses laͤngst erwartete neue Woͤrterbuch, welches nicht allein fuͤr die Schule, sondern auch wegen seines, den ganzen Sprachschatz zweier Natio⸗ nen umfassenden Inhalts fuͤr das praktische Leben bestimmt ist, um so weniger einer angelegentlicheren Empfehlung, da der, durch seine, mit dem groͤßten Er olge immer allgemeiner verbreiteten franzoͤsischen Sprachschriften (unter denen die groͤßere Gramma⸗ tik kuͤrzlich schon in der 9ten Auflage erschienen ist), ruͤhmlichst bekannte Hr. Verfasser durch lange ei⸗ gene Lehrerfahrung und unausgesetztes Studium der

ein Handbuch der Vaterlandskunde fuͤr alle

zte Licferung, je von 12 Bogen gr. Svo. geh. 15 sgr.

Ein au⸗fuͤhrlicher Prospeczus dieses herrlichen Na⸗ tionalwerkes ist in allen Buchhandlungen unent⸗

Stuhrsche Buchhandlung in Berlin,

ten.

[oder circa 9 pf. pro Bogen) fuͤr diesen isten Band angesetzt, welcher, statt auf Vorausbezahlung oder in einzelnen kleinen Lieferungen, gleich ganz vollfaͤn⸗ dig ausgegeben ist.

Hahnsche Hofbuchhandlung in Hannover⸗

nnnmn

In unterteichneter Vuchhandlung erschien und is in der Nauckschen Buchhandlun ausvoigteipla Nr. 1, zu habean: 8 Freibere vh t ete Koͤniglicher Preußischer Regierungs⸗Praͤsident a. D,

Ueber Verarmung, Armen⸗Gesetze, Armen⸗Anstalten, und insbesondere uͤber Armen-Colonien mit vorzuͤglicher Ruͤcksicht auf Preußen.

Mit 5 Pläanen und einer Tavoelle. gr. 8vo. 98 Seiten. .““ „Nreis: 22 ½ sgr. Eige inhaltreiche Schrift aus der Feder des Koͤnig⸗ lich Preußischen Reg erungs⸗Praͤsidenten a. D. Frei⸗ heirn von Luͤttmwit, welcher auch die holläͤndiseden und hollsteiuschen Armen⸗Colonien absichtlich fuͤr den Zweck dieser Schreft bereisete und in derselben kritisch deschreebt. Allen denen, welche von Amtswegen oder auch nur aus pripativer Humanitat sich fuͤc die o wichtigen Gegenstaͤnde dieser Schreift ineresären moͤ⸗ gen, werden die darin niedergelegten Ersayrungen, Beobachtungen und Beurrheilungen gewiß gern zur nahern Erwaͤgung ziehen wollen. Breslau, den 10 Iuni 1834. Wilhelm Gottlieb Korn.

in det rdacrie⸗zomgeolr zu Leiprig ist erscͤenen vnd In der Stuhrsaen Buchhandlung zu Berlin, Schloß⸗ platz Nr. 2, zu haben: 91 „Sccloß

Malerische Reise um die Welt. Eine geordnete Zusammenstellung des Wissen werthe⸗ sten von den Entdeckungsreisen eines Pyron, LLallis, Carteret, Bougainville, Cook, Laperouse, Vançouver, d'Entrecasteaux, Baudin, Freycinet, Duperty, Kru⸗ senstern, Kotzebue, Benhey, Duͤmont d'Uroille, La⸗ place ꝛc. ꝛc., verfaßt von einer Gesellschoft Reisender und Gelehrter, unter der Leitung des Herrn 75 ”n ont d'Ucville. Deutsch mit Anmerkungen und Zusaͤtzen von Dr. A. Diezmann. In Quarto. Mit 500 Abbildungen⸗

Die Reise um die Welt erscheint in Lieferungen von einigen Bogen Text mit jedesmal 12 bis 16 feit gestochenen Vignetten alle 4 bis 6 Wochen. Der Prei⸗ fuͤr jede Lieferung ist aͤußerst billig zu 7 ½ sgr. bestimmt worden, so daß die ganze Reise (zwei enggedry ckte prach⸗ volle mit 500 Abbildungen ausgestattere Huartbaͤnde, velche 8 gemoͤhnliche Baͤnde fuͤllen wuͤrden, desen preis sich auf 20 Thlr. belief) nur wenige Tolr. koteg wird. 5 Lieferungen sind erschienen.

8

Fuͤr Schiedsmaͤnner,. In der Buch⸗ und Musikhandlung von T. Traut⸗

franzoͤsischen Sprache ganz vorzuͤglich befaͤhigt war, nach 10jaͤhrigen Vorarbeiten ein solches umfassendes! Weik zu liefern, wie eine unpartheiische Pruͤfung desselben oder auch nur der Probe bestaͤtigen wird.

Bechtold und Hartje in Gerlin, (Baͤgerstraße Nr. 27. a.)

elben Nachlaß kommen Mitte August d. J. hierselbs zur A ction⸗ 8 2

Ungeachtet des betraͤchtlichen Umfangs von 92 Bo⸗ gen des groͤßten Lexikon⸗Octavs mit neuen Lettern

weiln, Breite⸗Straße Nr. 8, ist zu haben:

Ve rsuch einer Anleitung zur Geschefts⸗ fuͤhrung der im Koͤnigr eich Preußen an⸗ zustellenden Schiedsm aͤnner. Nebst einem Anhange der diesfaͤlligen Minigerial⸗-Vero dnuna elbst und sonst noͤthigen Beilagen und Beisoielen. Von F. G. Siewert, Danzig, Verlqgs von

guf schoͤnem Papiere ist der Ladenpreis nur zu 3 Thlr.

S. Anhuth. Pr. 1 Thlr.

nen.

Berlin, So

nntag den 3tm August

——

——

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Koͤnigl. Saͤchsischen Hofrath und vortragenden Rath bei der Landes⸗Direction in Hresden, Streubel, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Justizrath Heinrich Ferdinand Wilhelm Schlieckmann zu Magdeburg in den Pelstand zu erheben geruht.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem Lehrer am medizinisch⸗ hirurgischen Friedrich⸗Wilhelms⸗Institut, Dr. Preuß hierselbst, das Praͤdikat eines Professors Allergnaͤdigst beizulegen und das fär ihn ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht.

Berlin, den 2. August 1834.

Ihre Durchlaucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz sind

gestern von Teplitz hier wieder eingetroffen.

Der bisherige Privat⸗Docent an der Universitaͤt zu Leipzig, Dr. J. G. F. Billroth, ist zum außerordentl chen Professor in der philosophischen Fakultaͤt der Koͤniglichen Universitäaͤt in Halle ernannt worden.

Der bisherige Prorektor und Ober Lehrer Dr. Helmke zu Stargard ist zum Direkor des Gymnasiums in Aschersleben ernannt worden. 3

Der Justiz⸗Kommissarius Seliger zu Jastrow ist zugleich

zum Notartus im Departement des Ober⸗-Landesgerichts zu Ma⸗

rienwerder ernannt.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung 1

zu Breslau ist der Pastor Prusze zu Paschkerwitz als Dastor primarins, und der Kandidat Richter als Pastor se- cundarius in Großburg, ferner der Lokal⸗Kaplan Hertel als Pfarrer in Reichthal und Glauche angestellt worden;

zu Posen ist der Dekan und bisherige Pfarrer zu Kottéw, Franz P rzeradzki⸗ als katholischer Pfarrer zu Walkow; der bisherige Pfarrer zu Zduny, Johann Winke, als katholischer bfarrer zu Seide, und der bicherige Kommendarius an der ka⸗ holischen Parochial⸗Kirche in Punitz, Franz Stefanowicz, als Prepst dieser Kirche; der bisherige Kommendarius zu Rad⸗ zzmn, Mathias Leciejewski, zum katholischen Pfarrer in Frchen Dabrowka; der bisherige Kommendarius zu Baͤrsdorf, Michael Opalski, zum katholischen Pfarrer in Lutom, und her Predigtamts⸗Kandidat, Eduard Karthans, zum ersten Pre⸗ diger an der evangelischen Kirche in Zduny befoͤrdert worden.

Koͤnigliche Bibliothek.

In der naͤchsten Woche, vom 4. bis 9. August, findet, dem §. XIV des gedruckten Auszugs aus dem Reglement gemäß, die allgemeine Zuruͤcklieferung aller entliehenen Buͤcher in die Koͤ⸗ igl. Bibliothek statt. Es werden daher alle diejenigen, welche och Buͤcher der Koͤnigl. Bibliothek in Haͤnden haben, hierdurch aufgefordert, dieselben an einem der genannten Tage, Vormit⸗ tags von 9 bis 12 Uhr, zuruͤckzuliefern.

Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Kammerherr, Freiherr Alexander von Humboldt, von Teplitz.

18 Wirkliche Geheime 1“ und General⸗Di⸗ rektor der Steuern, Kuhlmeyer, von Karlsbad.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Justiz⸗Minister, Muͤhler, nach Karlsbad.

Zeitungs⸗Nachrichten

t. Petersburg, 26. Juli. Tula, eine unserer groͤßten, schoͤnsten und volkreichsten Gouvernements⸗Staͤdte, ist ii 11ten d. durch eine schreckliche Feuersbrunst verheert wor⸗ den, welche um 3 Uhr Nachmittags in einem Privathause aus⸗ hrach und sich in wenigen Stunden, bei einem sehr heftigen Sturme und bei druͤckender Tageshitze, dermaßen uͤber die ganze btadt ausbreitete, daß keine Schutzmittel anwendbar waren. Neun Kirchen, 670 Priwat⸗Gebaͤude, die hoͤlzernen Wohnstaͤtten der vielen Meister und Arbeiter der beruͤhmten Gewehr⸗Fabrik, der Packhof, die Eisen⸗Magazine, die E11 der Fisch⸗ nd Fleischmaͤrkt wurden in kurzer Frist eingeaͤschert und in Truͤmmer verwandelt. Einige tausend Bewohner haben durch hiese Katastrophe ihre ganze Habe verloren und sind Betiler geworden. Se. Majestat der Kaiser b so⸗ bleich den General⸗Adjutanten Chrapowitsky nach Tula abge⸗ andt, um vereint mit den Lokal⸗Behoͤrden unverzuͤgliche Maß⸗ egeln zu Huͤlfsleistungen zu treffen; zu diesem Behufe haben Hoͤchstdieselben jenem Offizier zur ersten vorlaͤufigen Verthetlung ater die am meisten nothleidenden Bewohner die Summe von 00,000 Rubel zugestellt; die uͤbrigen Mitglieder des Kaiserhau⸗ es haben fuͤr den gleichen Zweck noch besondere Unterstuͤtzungs⸗ Summen gewidmet. Zur moͤglichst baldigen Aufhuͤlfe der in ih⸗ en reichen Industrie Quellen so verheerten Stadt und ihrer ‚evoͤlkerung ist ein Comité daselbst niedergesetzt worden, das die burch eine im ganzen Reiche zu eroͤffnende Subscription einkom⸗ enden milden Beitraͤge zu empfangen und uͤber ihre Verthei⸗ ung zu verfuͤgen hat. So eben geht ein Bericht von unse⸗ em General⸗Konsul aus Alexandrien, datirt vom 30. April euen Stils an unser auswaͤrtiges Handels⸗Departement ein, ber uns sehr interessante Notizen uͤber den gegenwaͤrtigen Be⸗ and der Industrie und des Handels Aegyptens giebt. „Der Ackerbau, die Manufakturen und der Handel heißt es darin

—— An

rr. —2ꝑ

v“ in Aegypten ein Monopol des Pascha aus. Ihm

gehoͤren alle Laͤndereien, seine Agenten gehen gleich Paͤchtern in alle Details des Landbaues ein und bestimmen, wie viel Morgen Landes fuͤr dies oder jenes Gewaͤchs verwandt werden muͤssen. Der Landmann darf nur uͤber einen Theil seiner gewonnenen Fruͤchte insofern disponiren, als er berechtigt ist, sie in den Staͤdten un⸗ ter Erlegung der hohen Accise zu verkaufen. Alle uͤbrigen Bo⸗ den⸗Erzeugnisse, als: Baumwolle, Zuckerrohr, Indigo, Opium, Salpeter, Flachs, Hanf ꝛc. muͤssen in die Regierungs⸗Magazine fuͤr Preise abgelitefert werden, welche die Regierung selbst fixirt. Sie allein reservirt sich das Recht des ausschließlichen Verkaufs aller auswaͤrtigen Handels⸗Gegenstaͤnde. Auslaͤndische Kaufleute, die in Aegypten handeln wollen, muͤssen sich deshalb an den Pascha und an seine Agenten wenden. Gewoͤhnlich verkauft er schon

ergiebt er sich bei der Aerndte als unzulaͤnglich, so muͤssen sie, um Ersatz fuͤr ihr ausgelegtes Kapital zu finden, bis zur naͤchsten warten; deswegen sind zur Fuͤhrung eines eintraͤglichen in Aegypten große Fonds erforderlich. Die exportirten Waaren werden in Alexandrien, Damiette und Kahira verkauft. In Alexandrien verkauft dite Regierung Lebensmittel aller Gattung: Weizen, Gerste, Mais, Bohnen, Erbsen, Reis, auch Baumwolle. Aus Damiette wird nur der in der Umgegend dieser Stadt ge⸗ baute Reis ausgefuͤhrt. In den Magazinen von Kairo findet die Kaufmannschaft alle Aegyptische Erzeugnisse vorraͤthig, als: Flachs, Hanf, Leinsaamen, Safran, Salpeter, Opium, auch die der Nachbarlaͤnder, als Gummi, Strausfedern, Elfenbein, Mokka⸗ Kaffee, Aloe. Alle diese Aegyptischen Produkte, wie auch die von Asten und Afrika eingebrachten, sind Regierungs⸗Monopol, die nur fuͤr Preise, welche der Pascha festsetzt, verkauft werden duͤrsen. Bisher war nur noch der Handel mit dem Mokka⸗ Kaffee monopolfrei, in der letzten Zeit hat der Pascha aber auch ihn in die Zahl der Regierungs⸗Berechtigungen eingeschlossen. Jetzt kauft er ihn den Centner (44 Okka) fuͤr 10 Rthlr., ver⸗ kauft aber das Okka wieder fuͤr einen Thaler, wobei er einen Ge⸗ winn von 300 Prozent hat. Kahira war bisher in Aegyp⸗ ten der Mittelpunkt eines sehr ausgebreiteten Handels mit Ma⸗ nufakturwaaren, vorzuͤglich mit Tuch, Baumwollen⸗Fabrikaten, Krystall⸗ und Stahl⸗Arbeiten; es trieb mit diesen Artikeln kei⸗ nen unwichtigen Transit⸗Handel nach Arabien und selbst nach Indien. Karavanen verfuͤhrten diese Waaren aus Kahira auf Kameelen nach Suez, von wo sie uͤber das Meer nach Dschedda gebracht wurden, wo sich Schiffe damit befrachteten, die deshalb aus Bombay heruͤberkamen. Jetzt hat Kahira's Handel durch die juͤngst eingetretenen Konjunkturen sehr gelitten, und zwar durch die Aufrebbung der Mamelucken, die dem Luxus sehr ergeben waren, durch die von Mehmed Ali er⸗ richteten Manufakturen, die mittlere und ordinaire Tuche, Baum⸗ wollen⸗ und grobe Linnen⸗Erzeugnisse, auch Torbusch, rothes Muͤz⸗ zen⸗Zeug, verfertigen. Man versichert, diese Manufakturen, vor⸗

zuͤglich die Erhaltung der Maschinen, kosten der Regierung mehr,

als sie durch den Absatz ihrer Fabrikate gewinne; endlich hat je⸗ ner Handel durch den stattgehabten Aufstand im Innern, durch die Einnahme und Pluͤnderung Mecka's gelitten. Der Handel auf dem Rothen Meere kann nur erst nic⸗h Verlauf von einigen Jahren wieder in Aufnahme kommen. Wenn sich aber die Nachfrage nach Luxus⸗Gegenstaͤnden verringert hat, so hat sich die nach andern im Gegentheil wieder außerordentlich ver⸗ mehrt. Die Organisation einer großen Land⸗ und Seemacht, vornehmlich die Ausruͤstung der Flotte, machen heutiges Tages die Anschaffung von vielem Kriegs⸗Material nothwendig, und sind Ursache, daß der Mehrtheil der aus Europa her⸗ uͤberkommenden Schiffs⸗Ladungen jetzt aus diesen Gegenstän⸗ den besteht, als: in Italien und Frankreich erbauten, und armirten Kriegsschiffen,“) Bau⸗ und Mastenholz, Eisen, Kupfer, Tauwerk, Kanonen, Gewehren und anderweitigen Kriegs⸗Ruͤstun⸗ gen, in den, den Fabriken so nothwendigen Maschinen und Steinkohlen.“) Der auswaͤrtige Export⸗Handel hat unter Mehmed Alt sehr zugenommen. Zur Vermehrung der Landes⸗ Produkte hat er Schleusen erbaut, Kanaͤle angelegt, durch ver⸗ groͤßerte Auflagen die traͤgen Araber zum beharrlichen Arbei⸗ len gezwungen, den Anbau des Indigo, und vornehmlich der langfaserigen Ceylonschen Baumwolle eingefuͤhrt, nach der hier auf allen Landes⸗Maͤrkten große Nachfrage ist.“ Nach Briefen aus der Moldau und Wallachei fuͤrchtet man in beiden Fuͤrstenthuͤmern einen bevorstehenden Getraide⸗Miß⸗ wachs. Seit dem 1. Januar d. J. erscheint auf 7ges. Befehl in Wilna ein neues periodisches Blatt, der Lithauische Bote, zweimal woͤchentlich in Russischer und Polnischer Sprache. Naͤchst der Mittheilung hoͤherer Regierungs⸗Dekrete, nimmt es nur spezielle Ruͤcksicht auf die Gewerbe, Industrie, landwirth⸗ schaftliche Kultur, den Handel, die Statistik und Literatur der West⸗Russischen Provinzen.

Frankreich.

Paris, 26. Juli. Aus dem (bereits erwähnten) inter⸗ essanten Berichte, den der Großstegelbewahrer uͤber die Kri⸗ minal⸗Justizpflege in Frankreich pro 1832 an den Koͤnig er⸗ stattet hat, entlehnen wir noch folgende Angaben: In dem gedach⸗ ten Jahre hatten die Assisenhoͤfe uͤber 6162 Prozesse zu ent⸗ scheiden, von denen 5526 contradictorisch, die uͤbrigen 636 aber in contumaciam erledigt wurden. In die ersteren waren 8227, in die letztern 883 Personen verwickelt, so daß die Gesammtzahl der Angeklagten diejenige des Jahres 1831 um 832 pvbersteigt, was der Minister namentlich aus den Unruhen in den suͤdlichen und west⸗ lichen Departements erklaͤrt, die allein 812 Individuen vor die

*) Mehmed Ali besitzt unter seinen Kriegs⸗Fahrzeugen auch eine in Archangel erbaute Fregatte. Sie ward in England armirt und mit Kupfer ausgeschlagen, und kam ihm um die Haͤlfte wohlfeiler zu stehen, als die auf seine Rechnung in Marseille und Livorno er⸗ bauten.

*½) Kahira besitzt jetzt zwei Gewehr⸗Fabriken und eine Stuͤck⸗

gießerei.

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im Voraus den Ertrag der verschiedenen Boden⸗Erzeugnisse, und

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Assisenhoͤfe fuͤhrten. Die Depts. der Seine und von Corsika haben, wie gewoͤhnlich, auch diesmal wieder, im Verhaͤltnisse zu ihrer Bevoͤlkerung, die meisten Angeklagten geliefert; naͤmlich jenes 1 auf 1138, dieses 1 auf 1714 Einwohner; in⸗ dessen stellt sich dieses Verhaͤltniß doch etwas besser wie im 1831, wo es wie 1 zu 1040 und wie 1 zu 1376 war.

as Departement der Creuse hatte dagegen die wenigsten An⸗ geklagten, naͤmlich nur 1 unter 15,610 Einwohnern. Ihm zu⸗ naͤchst kamen die Departements der Haiden, der Maas, der Isere und der beiden Sêvres. Bringt man indeß bloß die politischen Verbrechen in Anschlag, so nimmt dieses letztere Departement nicht den 5ten, sondern den 64sten Rang ein, und es kommt 1 Angeschuldigter auf 3931 Einwohner. Von 100 An⸗ geklagten hatten 31 das 25ste Lebensjahr noch nicht erreicht; 34 standen zwischen 25 und 35 Jahren und 35 zwischen 35 und 80. Hinsichtlich ihrer geistigen Ausbildung zerfallen die Angeklagten in folgende Klassen: 4540 konnten weder lesen noch schreiben; 2192 verstanden beides unvollkommen; 682 konnten gut lesen und schreiben, und 151 hatten einen hoͤheren Unterricht genossen. Diese Verhaͤltnisse stimmen mit denen von 1831 üpJberein. Von der ersteren Klasse, also von denen, die gar keinen Unterricht er⸗ W gehoͤren mehr als vier Fuͤnftheile folgenden 11 Prov. an:

em Dept. des Allier, der Nordkuͤsten, der obern Vienne, der Nieèvre, der Dordogne, der Sarthe, der Haiden, des Tarn, des Lot⸗ und der Garonne, der Correèze und des Tarn- und der Garonne. In 13 anderen Departements konnte die Haͤlfte der Angeklagten wenigstens lesen. Von 7565 Personen, die gewoͤhnlicher Verbrechen bezuͤchtigt waren, sind 3117 freigesprochen und 4448 kondemnirt worden, und von diesen 74 zum Tode, 228 zu lebens⸗ laͤnglicher Zwangsarbeit, 882 zu Zwangsarbeit auf Zeit, 851 zur Reklusion, 2369 zu zuchtpolizeilichen Strafen u. s. w. verurtheilt. Von den 74 zum Tode verurtheilten Individuen nahmen sich 3 im Gefaͤngnisse das Leben, 31 erhielten eine Milderung ihrer Strafe und 40 wurden hingerichtet. Außerdem wurden aber noch 16 politische Verbrecher zum Tode verurtheilt; von diesen jedoch nur 1 wirklich hingerichtet, weil er zugleich einen Raubmord be⸗ gangen hatte. Politische und Preß⸗Prozesse sind im Jahr 1832 602 verhandelt worden; 939 Personen waren in dieselben implicirt, und von diesen wurden 613 freigesprochen, 313 zu mehr oder minder langer Haft und 13 zu einer bloßen Geldbuße kondemnirt. Von den gedachten 602 Prozessen betrafen 378 politische Vergehen und 224 Preßvergehen. Von diesen letztern fallen 158 der periodi⸗ schen Presse zur Last, und es kommen davon allein 104 auf das Seine⸗Departement, naͤmlich 60 füuͤr die periodische Presse und 44 fuͤr sonstige Publicationen. Die Zahl der Verurtheilungen hat sich gegen das Jahr 1831 gehoben; denn damals wurden von 100 Zeitungsschreibern 71, im Jahre 1832 aber von 100 nur 54 freigesprochen. Die Zuchtpolizei⸗Gerichte hatten im Jahre 1832 145,285 Prozesse zu schlichten, d. i. 15,734 we⸗ niger als im Jahre 1831. In diese Prozesse waren 219,737 Personen Sr naͤmlich 170,509 Frauen und 49,226 Maͤn⸗ ner. 29,295 wurden freigesprochen und 190,440 zu Geld⸗ oder Gefaͤngnißstrafen erhac Von 6000 Erkenntnissen wurde appellirt; 3396 wurden bestaͤtigt, 2604 aber ganz oder theilweist umgestoßen. Die Zahl der ruͤckfaͤlligen Verbrecher belief sich auf 1429, von denen 1016 schon einmal, 275 zweimal, 97 dreimal, 20 viermal, 7 fuͤnfmal, 3 sechsmal, 2 siehenmal und 1 neunmal kondemnirl. worden waren. 17 dieser Verbrecher wurden zum Tode vern⸗ urtheilt. Aus den Bagnos und den Central⸗Gefangenhaͤusern sind im Jahre 1832 5859 Sträaͤflinge entlassen worden. Die Polizei⸗Gerichte haben in dem gedachten Jahre uͤbern 110,537 dät ah polizeiliche Vergehen zu erkennen gehabt, und es waren 148,181 Individuen dabet betheiligt. Von diesen wurden 24,064 freigesprochen, 5113 zur Gefaͤngnißstrafe, und 117,582 zu bloßen Geldbußen verurtheilt; hinsichtlich der 1421 uͤbrigen erfolgte eine Inkompetenz⸗Erklaͤrung. 101 Staats⸗ Beamten sind im Jahre 1832 für Verbrechen oder Vergehen, die sie bei der Ausuͤbung ihrer Amtsbefugnisse begangen haben sollten, gerichtlich belangt worden; gegen 68 wurde die Klage fuͤr züafig erkläͤrt und von diesen wurden 51 freigesprochen und 17 verurtheilt, und zwar 1 zu Zwangsarbeit auf Zeit, 8 zur Beftngnißstrafe⸗, und 8 zu einer Geld⸗ buße. Die Geschwornen⸗Listen ergeben fuͤr 1832 194,489 Geschworne, wovon jedoch 826 doppelt eingeschriebene Buͤrgen und 5586 Waͤhler von weniger als 30 Jahren (die also noch nicht Geschworne seyn koͤnnen) in Abzug zu bringen sind⸗ Hiernach bleiben 188,076, d. i. 60,209 mehr als im J. 1831.— Die Assisenhoͤfe haben 396 Sessionen von zusammen 4,302 Ta⸗ en gehalten, so daß auf jede Session durchschnittlich 11 Tage ommen. Es sind 53,133 Zeugen vernommen worden. Gegen 2212 Erkenntnisse wurde auf TCassation angetragen, und von denen der Assisenhöfe wurden 80 ganz oder theilweise umge⸗ stoßen.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. tung vom 26. Juli. Der Graf von Winchilsea ersuchte den Pre⸗ mier⸗Minister, in Folge einer fruͤher gemachten Anzeige, um eine klare und deutliche Auseinandersetzung der Grundsaͤtze, nach de⸗ nen die neue Verwaltung sich bei der einheimischen und aus⸗ waͤrtigen Politik werde leiten lassen. (Hoͤrt!)

„Ich halte eine solche Eroͤffnung,“ sagte der Redner, „jeder⸗ zeit fuͤr noͤthig, wenn ein neuer Minister ans Ruder koͤmmt; wenn ich aber die eigenthuͤmliche Lage betrachte, in der sich das Land jetzt befindet, so scheint es mir, daß zu keiner Zeit eine solche Er⸗ klaͤrung mit gröͤßerem Recht gefordert werden konnte, als in diesem Augenblick. Zu dem Verfahren, welches ich jetzt befolge, werde ich nicht durch Partei⸗Ruͤcksichten angetrieben, und ich muß diese Ge⸗ legenheit ergreifen, um die Beschuldigung die man ohne allen Grund gegen diejenigen, mit denen i Feen;. uͤber⸗ einzustimmen pflege, erhoben hat. Ich muß es bestreiten, daß der⸗ gleichen Partei⸗Beweggruͤnde mit Hinsicht auf die Reform⸗Bill oder mit Hinsicht auf die Errrichtung von Lokal⸗Gerichten hei uns vorgewaltet haͤtten. Auch kann ich aufrichtig versichern, daß es nicht mein Wunsch ist, durch die so ehen aufgeworfenen Fragen der Regierung irgend