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geduld und Kuͤhnheit besteht, ein Merkmal der Aufloͤsung und der Niederlage. Der Senat hingegen, der außerordentlich umsichtig und besonnen ist, hat mit kraͤftigen Handlungen geschlossen. Er versetzte das Repraͤsentantenhaus in die Lage, eine Erklaͤrung uͤber die auf die Staats⸗Deposita bezuͤglichen Maßregeln der Verwal⸗ tung abzugeben, und die Majoritaͤt des Hauses wagte es nicht, sich auszusprechen. Die Beschluͤsse des Senats wurden auf die Tafel des Hauses niedergelegt. Der Senat hat mehrere wichtige Ernennungen verworfen, unter anderen die des Finanz⸗Ministers (Schatzamts⸗Secretairs) Herrn Taney, der die Zuruͤcknahme der oͤffentlichen Deposita bewirkt hatte. Diese Verweigerung der Be⸗ staͤtigung von Seiten des Senats, in Verbindung mit der Ent⸗ lassung des Staats⸗Secretairs, Herrn M'Lane, der sich von An⸗ fang an den Feindseligkeiten des Praͤsidenten gegen die Bank widersetzt hatte, hat eine Umschmelzung des Kabi⸗ nets veranlaßt. (S. oben.) Der Senat hat sich auch geweigert, die Ernennung des Sprechers des Revpraͤsen⸗ tanten⸗Hauses, Herrn Stevenson, den die Opposition der Par⸗ teilichkeit in Ausuͤbung dieses Amtes anklagt, zum Gesandten in England zu genehmigen. Endlich hat der Senat bei einer Anwesenheit von 41 Mitgliedern unter 48 einstimmig erklaͤrt, daß die von der Post⸗Verwaltung zum Beduͤrfniß ihres Dien⸗ stes bei verschiedenen Banken negoziirten Anleihen gesetzwidrig und unguͤltig seyen. Diese Anleihen belaufen sich auf 600,000 Fr. Zu bemerken ist uͤbrigens noch, daß das Terrain, welches die Verwaltung verliert, nicht durchaus gewonnenes Terrain fuͤr die Bank ist. Obgleich die drei Staatsmaͤnner, welche die Haupt⸗Nuͤancen der Opposition repraͤsentiren, Clay, Calhoun und Webster, fuͤr eine National-Bank sind, so giebt es doch unter der Opposition auch viele Theoretiker, die ein solches In⸗ stitut fuͤr verfassungswidrig halten. Diese Ansicht ist zum Bei⸗ spiel in Virginien sehr verbreitet.“ —
zers an den Tuͤrkischen Graͤnzen, einige Raͤubereien begangen
hatten, sind vernichtet. Die Bauern, welche zu einer Art von Landwehr gebildet wurden, haben so gute Jagd auf sie gemacht, daß sie theils gefangen, theils auf dem Platze erschossen wur⸗
den. Wir haͤtten daher wieder vollkommene Ruhe und Sicher⸗ heit im Lande.
Allenthalben herrscht mehr Zufriedenheit als fruͤher. Das Griechische Volk lernt immer mehr die reinen Absichten der Regentschaft erkennen, und versteht es nur erst ein⸗ mal die ihm gegebenen Gesetze, so wird es sie wohl schwerlich je mit andern verwechseln wollen. Auch werden alle Zweige des Staatshaushalts nach und nach geordnet. Um die Com⸗ munication mit den Europaͤischen und den Nachbarstaaten zu vermehren, hat die Regierung mit dem Banquier Feraldi einen neuen Vertrag uͤber die Packetbootfahrt abgeschlossen. Es wer⸗ den kuͤnftighin eilf gut segelnde Packetboͤte die Postverbindung mit Triest, Marseille, Livorno, Smyrna und Alexandrien un⸗ terhalten. Zwei Packetboͤte gehen direkt nach Triest und wie⸗ der zuruͤck, ohne sich unterwegs aufzuhalten, und ein drittes macht dieselbe Reise mit einem 24stuͤndigen Aufenthalte zu Brindisi in Neapel. Diese Fahrzeuge gehen von hier alle zwan⸗ zig Tage ab, und verweilen acht Tage in Triest. Ein Packet⸗ boot geht nach Livorno, und haͤlt sich vier Tage in Syra⸗ zwei Tage in Messina und acht Tage in Livorno auf. Zwei Packet⸗ boͤte machen bestaͤndig die Reise von hier nach Malta und zu⸗ ruͤck, zwei andere gehen von Marseille nach Malta und zuruͤck. b Sie fahren am 1. und 15. jedes Monats von Malta und von Marseille ab. Ein Packetboot geht nach Smyrna und ein an⸗ deres regelmaͤßig nach Canea und Alexandrien. Wie man hoͤrt, beschaͤftigt sich die Regierung gegenwaͤrtig mit einem neuen Post⸗Reglement, so daß dieser wichtige Zweig endlich in den Stand kommen wird, in welchem er schon laͤngst haͤtte seyn sol— len. Das Gesetz uͤber die Vertheilung der Laͤndereien an die Palikaren und uͤberhaupt an alle duͤrftigen Soldaten, welche den Befreiungskrieg mitgemacht, ist erschienen, und hat die lebhaf⸗ teste Freude erregt. Der Laͤnderwerth richtet sich nach acht Klassen: 1) fuͤr die verheiratheten Offiziere der Land⸗ und Seemacht erster Klasse ein Landwerth von 7000 Drachmen; 2) 6000 Drachmen fuͤr die nicht verheiratheten Offiziere der er⸗
die Wache in den Tuilerieen hatten, wurden, ihrem Wunsche gemaͤß, gegen Abend bei dem Koͤnige vorgelassen, um ihm zum 8 Jahrestage seiner Thronbesteigung ihren Gluͤckwunsch darbringen “ “ u kEoͤnnen.
¹ Der Graf v. Argout ist in Paris wieder angekommen. Die Deputirten⸗Kammer hielt heute eine oͤffentliche Sitzung, die sich jedoch auf die bloße Verificirung der noch unge⸗ pruͤften Vollmachten beschraͤnkte. Die Wahl des Vice⸗Admirals Grivel in Rochefort wurde, da derselbe nicht den erforderlichen 8
Steuer⸗Betrag, wenigstens nicht lange genug, zahlt, fuͤr null und nichtig erklaͤrt. Ein Gleiches geschah aus demselben Grunde
hinsichtlich des im Departement der niedern Seine zum Depu⸗
tirten ernannten Herrn Pouilley, so wie des Herrn Fumeron
d'Ardeuil. Die Sitzung wurde bereits um 3 ½ Uhr aufgehoben.
Am folgenden Tage sollte der Adreß⸗Entwurf vorgelesen
werden.
Die heutigen ministeriellen Blaͤtter enthalten Folgendes:
„Einer Depesche aus Ainhoa vom S zufolge vhc I st listen Elisondo, Uͤrdach und die ganze Linie geraͤumt. Rodil hat ; A&. 2 ö- Truppen⸗Corps in Elisondo gelassen und sich in Person h e1I1“ Kronik des Ta g e 8. b Ultzama gegen Zumalacarreguy begeben. Der Brigadier Figue⸗ Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der roa hat die Guipuzcoaner bis nach Ataun verfolgt. Jaureguy] isten Garde⸗Landwehr⸗Brigade, von Strantz II., nach Koͤ⸗ schickt sich an, ihm in gleicher Richtung zu folgen.“ — Die Gz⸗ nigsberg in Pr. zette giebt weit umstaͤndlichere Nachrichten aus Navarra; se Der Großherzoglich Mecklenburg⸗Schwerinsche General⸗
fauten alle guͤnstig fuͤr Don Carlos. Nach einem Bulletin zu,] BMajor und Kommandant von Schwerin, von Kamptz, nach malacarreguy's aus Munaritz vom 1. August sollen die Truppen Sö-in. nach
Rodils in dem letzten Gefecht 1250 Todte und 500 Verwundete verloren haben. Was indeß dieser Angabe allen Glauben nimmt, ist der Zusatz, die Karlisten haͤtten nur 4 Todte und 22 Verwun⸗ dete gehabt.
Eine Depesche aus Madrid vom ö5ten d. M. meldet, daß die Kammer der Prokuradores in ihrer Sitzung vom JAten den Adreß⸗Entwurf, seinem Gesammt⸗Inhalte nach, angenommen habe.
“ 8 Indessen ist eine solche Annahme nicht viel anders, als ein Ke⸗ ₰ schluß zu betrachten, den 9 “ 88 Berlin, 17. August. Auch aus Preußen gehen unerfreu⸗ Berathung uͤber die einzelnen Artikel hatte am fo gen en Tage liche Berichte uͤber E1“ 1“ ein, welche die dies⸗ begonnen, und es war den Ministern bereits gelungen, die mei⸗ jährige anhaltende Duͤrre fuͤr den Aerndte⸗Ertrag gehabt hat. sten von ihnen gewuͤnschten Abaͤnderungen zu erlangen. In der So schreibt man aus Gumbinnen unterm 5ten d. M.: „Die Sitzung vom ien hatte Graf Torreno den ganzen Entwurf statt
8 nhe
ische Staats—
11““
Zeitung.
Grundsatz zu unserem Nachtheile verletzt werden, so wuͤrde die Frage sehr ernst werden, und in dieser Weise werden sie auch die uͤbrigen Seemaͤchte betrachten. — Endlich, meine Herren, hat man uns noch von unserer gefahrvollen Allianz mit England gesprochen. Diese Allianz ist aber ohne alle Gefahr; sie ist vielmehr ehrenvoll und nuͤtzlich fuͤr beide, an der Spitze der Civilisation stehende Laͤnder, und auf ihr beruht die Erhaltung des Friedens in Europa; sie liegt daher in dem Interesse aller Eunropaͤischen Maͤchte. Man vergesse nicht, daß der lange Zwiespalt zwischen Frankreich und England die Ursache eines allgemeinen Sturmes war, der heute durch ihre Einig⸗ keit beschworen wird. Selbst bei Erwaͤgung aller uns vielleicht noch bevorstehenden Ereignisse glauben wir daher, daß die Ruhe in Eu⸗ ropa nicht gestoͤrt werden wird.“ — Am Schlusse seines Vortrages beruͤhrte der Minister noch das Verhaͤltniß der Franzoͤsischen zur Engli⸗ selbst bis auf die jetzt vorliegende Bill, unerfuͤllt geblteben, was das schen Marine. Der Marquis von Dreux⸗Brezé hatte naͤmlich zu verstehen aͤngstlichste Gemuͤth in Folge jener Maßregel befuͤrchtete.“ gegeben, daß England in dieser Beziehung doch immer gewisserma⸗ Der Marquis von Lansdown, der sich hierauf verneh⸗ ßen das Patronat uͤber Frankreich uͤbe, wie sich dies bei einem gemeinsa⸗ men ließ, stellte die Maßregel als durch die Verhaͤltnisse Irlands men Agiren schon aus dem Umstande ergebe, daß der Ober⸗Befehl stets nothwendig bedingt dar, wiewohl er zugab, daß einzelne B giren s istane der 1 1 „ zelne Be⸗ einem Englischen Admiral zu Theil werde. „Bei einem denkwuͤrdigen stimmungen der Bill nur provisorisch seyen. Er erklaͤrte auch Ereignisse“ (der Schlacht bei Navarin), sagte jetzt der Graf v Rigny, daß 3 die Ab 9* Regi “ 8 „hatte ich den Auftrag, gemeinschaftlich mit der Englischen Marine daß es anfangs die Absicht der Regierung gewesen sey, der auch zu handeln. Es war von unserer Seite alles Moͤgliche geschehen, er beigepflichtet habe, eine Umwandlung der Zehnten in Land um einem blutigen Gefechte vorzubeugen; indessen konnte doch ein zu bewirken, daß sie aber durch den Widerspruch derer, welche befuͤrchtet haͤtten, daß dann eine zu große Menge von Grund⸗
einziger, vielleicht zufaͤlliger Kanonenschuß geloͤset werden und einen allgemeinen Brand herbeifuͤhren: er wurde geldst, und jetzt erst stuͤcken in todte Hand uͤbergehen wuͤrden, genoͤthigt worden, die⸗
dern daß sie nur zur Aufstellung gewisser spaͤterhin zu befolgender Grundsaͤtze habe dienen sollen. Das Haus be⸗ findet sich, der Irlaͤndischen Kirche gegenuͤber, in einer ganz beson⸗ deren Lage. Man hat das Geldbniß verletzt, welches als Bedin⸗ gung fuͤr die Annahme der Emancipations⸗Bill galt, denn Alle, welche fuͤr diese Maßregel stimmten, nahmen es als gewiß an, daß die Repraͤsentation fuͤr Irland im Parlamente so bleiben sollte, wie sie damals war. Die Folge der Abweichung von jener Verpflich⸗ tung ist, daß das Unterhaus nicht mehr die gebuͤhrende Anzahl von Vertretern der Irlaͤndischen Kirche besitzt. Das Englische Volk widersetzte sich der Emancipations⸗Bill nicht deshalb so sehr, weil es fuͤr den Protestantismus in England, sondern weil es fuͤr die protestantische Kirche in Schottland besorgt war. Auch ist nichts,
vankreich.
Pairs⸗Kammer. (Nachtrag zu der Sitzung vom 9. Au⸗ gust.) Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenhei⸗ ten machte in dieser Sitzung den Schluß der Debatte uͤber die Adresse. In der Deputirten⸗Kammer durch die Zusammenstel⸗
sten, und fuͤr die verheiratheten der zweiten Klasse; 3) 5000 Dr. fuͤr die nicht verheiratheten Offiziere der zweiten, und fuͤr die
verheiratheten der dritten Klasse; 4) 4500 verheiratheten Offiziere der dritten, und fuͤ
der vierten und fuͤnften Klasse; 5) 4000. Dr. fuͤr die nicht ver⸗ heiratheten Offiziere der vierten und fünen eice: 901800 9 käͤr die Offiziere der sechsten und siebenten Klasse; 7) 1500 Dr. G 6 Soldaten und Matrosen;
fuͤr die verheiratheten Unteroffiziere, 86 8) 1200 Dr. fuͤr unverheirathete Unteroffiz Matrosen. noch
(ein Stremma ist etwa * Morgen) fuͤr Hau mit Kindern versehenen Wittwen sind den verh Unteroffizieren und Soldaten gleichgestellt, Staats⸗Pensionen beziehen. Zu den ersten
wird ihnen folgende verhaͤltnißmaͤßige Beihuͤlfe
Erste Klasse 400 Dr., zweite Klasse 350 300 Dr., vierte Klasse und achte Klasse 200 Dr. andere Bestimmungen, und denden Verhaͤltnisse berechnet. Die den gestellt, ob es aber auch ihre Freunde
Dieses Gesetz
und da ihre Stimme zu Gunsten jener Soldaten erheben, seyn
werden, ist nicht gewiß. Denn jene haben
so viele Millionen zu vergeben, daß Griechenland eines Kredits 88 England beduͤrfte, um alle Entschaͤdigungen abzutragen und
alle Einrichtungen zu machen, welche von und ihren Freunden dort gefordert werden. hen von 60 Millionen
Truppen abzieht, hoͤchstens 36 Millionen ha es 72 soll eine Marine, geschaffen werden! Das Anleihe ¶System Staatsmanne mehr fremd, und Jeder ma man mit 36 Millionen Fr., selbst in einem teten Staate, kommt.
immer Schwierigkeit machen, die
Außerdem erhaͤlt jeder noch zwei Stremmen Land
250 Dr., fuͤnfte,
ist sehr gut auf die stattfin— Die Palikaren sind nun zufrie⸗
Fr. — von denen, wenn “ eng nier⸗ Unkosten, die Entschaͤdigung an den Sultan, die Reisekosten. 8 “ und der Regentschaft, die Kosten der Bayerischen
Und wie man hoͤrt, sollen uͤberdies 84 8 4 8 1 pso „†* Hono c ft no Maͤ oder wenigstens eine derselben, der Regentschat Necc87 gs3 1 dritte Serie des
Dr. fuͤr die nicht r die verheiratheten
iere, Soldaten und
s und Garten. Die eiratheten Offizieren, insofern sie nicht Einrichtungs⸗Kosten zugestanden. Dr., dritte Klasse
sechste, siebente enthaͤlt noch viele
in Curopa, die hier in ihrer Phantasie
den Griechen hier Mit einem Anlei⸗
bleiben — soll und kurz soll Alles neu ist jetzt wohl keinem g wissen, wie weit ganz wohl eingerich⸗
Anle⸗
den ganzen bis zu 28 ° im Schatten gestei durch sehr spaͤrlichen Strichre n Boden in einem Grade ausgedoͤrrt, Bruͤcher, die sonst stets feucht, ren, trocken und gangbar geworden sind. Winter⸗Getraide rasch zur Reife gebracht, so daß gegenwaͤrtig schon uͤberall der Roggen, an vielen Orten sogar 1 eich die gewonnenen Koͤrner beider Getrai⸗ so ist doch der Ertrag im Allge— zumal da das durch die anhal⸗ bewirkte rasche Zusammentrocknen der ein der ausgestreut ist. An einigen Orten hat
—
le ö steht aber so duͤnn und duͤrftig, als an Koͤrnern nur sehr wenig geaͤrndtet werden wird. Mangel an Futter wird fuͤr den Landmann um so fuͤhlbarer werden, als der Graswuchs auf den zweischnittigen Wiesen, so wie der zweite Schnitt des Klees, durch die Duͤrre ganz unter⸗ druͤckt, selbst wenn bald Regenwetter eintritt, nur einen sehr kuͤmmerlichen Heugewinn liefern koͤnnen. Hierzu kommt noch, daß auf den ausgedoͤrrten Weiden das Vieh immer gert. Das Betruͤbendste a rungsmittel der aͤrmern erfreuliche Aussicht au Duͤrre im Wachst lich angesetzt haben.
Hitze, hat de
einige Zeit aus, so wird
geaͤrndtet ist. Wenn gl de⸗Auten sehr mehlhaltig sind, meinen nicht einmal mittelmaͤßig, tende Duͤrre die Ursache erfahrene des Ertrages, Sommer⸗Getraide reift gleichfalls rasch. schon die Aerndte des fruͤh gesaͤeten Hafers begonnen. fer und Gerste fruͤh gesaͤet sind, da ist auch no ich nur mittelmaͤßigen Ertrag zu hoffen; das spaͤt gesaͤete Som⸗ daß sowohl an Stroh
Landwirthe auf dem
behaupten,
Juli⸗Monat hindurch stattgehabte, an einigen Tagen gerte, und nur an einigen Orten gen und Gewitter unterbrochene
zum Theil sogar unzugaͤnglich wa— Diese Duͤrre hat das
ch auf einen, wenn
mehr und mehr abma⸗ ber ist, daß die Kartoffeln, dieses Hauptnah⸗ Klasse der Einwohner, obschon sie fruͤher die f eine gesegnete Aerndte gewaͤhrten, durch die hum sehr zuruͤckgeblieben sind und nur spaͤr— Wenn es bald durchdringend regnete, so koͤnnten die Kartoffeln noch wachsen, bleibt aber der Regen noch ihr Ertrag so ungenuͤgend seyn, daß eine große Noth fuͤr den Winter und das kommende Fruͤhjahr bei der aͤrmeren Volksklasse zu besorgen ist. Die Kartoffel⸗ pflanzen auf hochliegenden und sandigen Feldern sind schon dem
daß selbst
der Weizen,
Koͤrner Theil, Theil Das
großer vierte
Wo Ha⸗
Dieser
bestritten. Er suchte nachzuweisen, wie derselbe mangelhaft sey im Wesen sowohl als in der Form, und daneben auch gegen den Anstand suͤndige. Die gegenwaͤrtige Gesetzge bung will der Minister nicht als sinnlos gelten lassen. Der Zustand der Nation ist in seinen Augen so schlimm nicht, als ihn die Kommission geschildert hat. Die unbeschraͤnkte Preß⸗ Freiheit will ihm nicht gefallen. Eben so haͤlt er alle anderen in dem Entwurf angedeuteten Reformen dermalen noch fuͤr un⸗ zeitig. Auch Martinez de la Rosa mißbilligte Tendenz und Ton des Entwurss und warnte vor uͤbereilten Schritten auf der Bahn der Verbesserungen. — In derselben Sitzung der Procuradores stellte Herr Giralda (Praͤsident der Cortes von 1820) dem Mi⸗ nister Martinez de la Rosa die Frage, ob Don Carlos an der Spitze der Insurgenten stehe oder nicht. Die Antwort war ausweichend: „Die Regierung koͤnne nur kundmachen, was see bestimmt wisse; diese Gewißheit aber habe man noch nicht in Bezug auf die Angabe, daß Don Carlos in Navarra sey. Die Thatsache selbst aber, wahr oder falsch, sey ohne Einfluß auf den Gang der Regierung und ihre Maßregeln.“
Die Sentinelle des Pyrences vom Ften d. theilt Briefe aus Madrid mit, wonach die Gefaͤngnisse die Zahl der Ge⸗ fangenen kaum mehr fassen konnten. „Jeden Tag,“ heißt es darin, „finden neue Verhaftungen statt. Viele von denen, die kuͤrzlich bei der Entdeckung der Verschwoͤrung, welche die Pro⸗ klamation der Constitution von 1812 bezweckte, verhaftet worden waren, sind wieder in Freiheit gesetzt worden. Der General capitaͤn der Provinz hat eine Verordnung bekannt gemacht, durch welche Madrid in vier, von Generalmajoren befehligte Militat⸗ distrikte eingetheilt wird.“ — Aus den Aldudes vom 2ten berich⸗
Ainhoa, Estiribar, Erro, Ahescoa und anderen benachbartm Thaͤlern weigerten, zu Gunsten des Don Carlos die Waffen e ergreifen. Die Junta haͤlt es nicht fuͤr gerathen, Gewalt gebrauchen. 8 Heute Morgen war hier das Geruͤcht verbreitet, daß boe reits 2000 Karlisten bei Espeleta auf das Franzoͤsische Gebiet uͤbergetreten und sofort entwaffnet worden waͤren. (2) Die „Tribune“ ist heute Mittag um 2 Uhr wieder ersche⸗
8 “. mit die Ruhe i Halbi jederhergeste 9 . tet dasselbe Blatt, daß sich die jungen Leute aus Bastu,] eiiee Hatdinsel wiederhergeßellt werz⸗
lung der Kommission zur Entwerfung der Antwort auf die Thron⸗ Rede zuruͤckgehalten, traf er gerade erst in dem Augenblicke in der Pairs⸗Kammer ein, wo der Marquis von Dreux-⸗Brezé die Rednerbuͤhne verließ. Einige ihm von seinen Freunden zuge⸗ stellte Noten uͤber den Vortrag dieses Letztern schienen ihm eine Erwiederung nothwendig zu machen, weshalb er die Discussion uͤber die einzelnen §§. der Adresse wahrnahm, um seinerseits noch das Wort zu ergreifen. „Herr von Dreux⸗Brezé,“ aͤußerte er, „macht der jetzigen Re⸗ gierung den Vorwurf, daß ihre auswaͤrtige Politik minder ehrenvoll als die der vorigen sey, und fuͤhrt zum Beweise seiner Behauptung die Lage der Dinge im Orient und auf der Pyrenäaͤischen Halbinsel, so wie unsere Verhaͤltnisse mit England an. Sprechen wir zunaͤchst von der Halbinsel. Der vorige Redner tabelt es, daß wir uns von der Politik Ludwigs XIV. losgesagt haben. Die vorgeruͤckte Tagesstunde gestattet mir nicht, mich in eine theoretische Erorterung uͤber das Salische Gesetz einzulassen; ich werde mich daher auf das Thatsaͤchliche beschraͤnken und dabei sehr kurz seyn. Wovon ist die Rede? Von einem gottlosen, abscheulichen Kriege zwischen zwei Bruͤdern, die sich um den Portugiesischen Thron stritten, waͤhrend ein Buͤrgerkrieg Spanien bedrohte. In jedem dieser Koͤnigreiche trat ein Praͤtendent auf, und Beide waren fuͤr einen Augenblick in Portugal vereinigt. Wohin mußte sich nach dem Tode Ferdi⸗ nands VII. die Politik Frankreichs neigen? Offenbar zu einer sol⸗ chen Regierung, deren Formen sich den unsrigen am meisten naͤher⸗ ten. Die Ruhe Spaniens ist fuͤr uns von großer Wichtigkeit: un⸗ ser Interesse erheischt, mit diesem Lande in gutem Verneh⸗ men zu bleiben; dies war unsere Absicht, und wir haben sie erreicht. Es kam, wie wir es vorhergesehen hatten: Der Buͤr⸗ gerkrieg brach aus, ihm mußte ein Ende gemacht werden. Der Koͤnig schloß zu diesem Behufe mit dem Koͤnige von England und den Koͤntginnen von Spanien und Portugal einen Traktat ab, da⸗ · Man hat diese Politik eine erniedrigende genannt; ich werde spaͤterhin Gele⸗ genber haben, Ihnen jenen Traktat vorzulegen, und Sie werden ich alsdann uͤberzeugen, ob die darin enthaltenen Stipulationen wirklich erniedrigend fuͤr uns sind. Die naͤchste Folge desselben war die Einstellung der Feindseligkeiten in Portugal. Dom Miguel stand, noch maͤchtig, in Santarem an der Spitze einer Armee, die ihm ergeben schien und mit deren Huͤlfe er den Buͤrgerkrieg haͤtte fortsetzen koͤnnen.é Bei der Nachricht aber von dem Abschlusse jenes Traktats entfielen den Portugiesen die Waffen. Ein anderer Praͤten⸗
stellte ich mich freiwillig unter die Befehle des tapfern Englischen Admirals, der aͤlter wie ich an Jahren und hoͤher wie ich im Range war. Ich frage jetzt, ob hierin irgend etwas Erniedrigendes fuͤr unsere Marine lag; unter den See Offizieren, die an jener Expedi⸗ tion Theil genommen, ist auch nicht einer, der unserer Beziehun⸗ gen zu den Englischen Offizieren nicht lobend erwaͤhnte; das beste Vernehmen herrschte stets zwischen beiden Geschwadern, und wir haben Alle mit edlem Wetteifer, aber ohne Neid, zum allgemeinen Besten mitgewirkt.“
Lauter und anhaltender Beifall erscholl in allen Reihen der Versammlung, als der Minister auf seinen Platz zuruͤckkehrte.
Paris, 11. August. Die Kommission der Deputirten⸗Kam⸗ mer zur Entwerfung der Adresse als Antwort auf die Thron⸗ Rede hat Herrn Etienne mit dieser Arbeit beauftragt; es heißt, daß Letzterer sie schon morgen der Kammer in oͤffentlicher Siz⸗ zung mittheilen werde, nachdem sie heuce in der Wohnung des Praͤsidenten lebhaft eroͤrtert worden ist.
Die Franzoͤsische Akademie hielt vorgestern ihre oͤffentliche Jahres⸗Sitzung Behufs der Ertheilung der beiden von ihr aus⸗ gesetzten Preise der Beredtsamkeit. Der erste Preis: „Eine Lob⸗ rede auf den buͤrgerlichen Muth“ wurde nicht zuerkannt; der immmerwaͤhrende Secretair sagte vielmehr: „Unter den 12 ein⸗ gesandten Abhandlungen besindet sich keine einzige, welche die Akademie auch nur einer ehrenvollen Erwaͤgung werth gefunden haͤtte; ja sie kommen kaum denjenigen Abhandlungen gleich, die
ist von schlimmer Vorbedeutung fuͤr das kuͤnftige Jahr. zweite Preis, eine Medaille zu dem Werthe von 1500 Fr. fuͤr eine Lobrede auf Herrn von Monthyon wurde dagegen dem Herrn Leo Feugères, Professor am Gymnasium Heinrichs IW., zuerkannt. Am Schlusse der Sitzung, in der uͤberhaupt nur 18 Akademiker zugegen waren, erfolgte die Vertheilung der Mon⸗ thyonschen Tugendpreise, so wie die Preise fuͤr die besten Schriften zur Verbesserung der Sitten.
Am 15ten d. M. soll auf dem Marsfelde ein abermaliger Versuch mit einem Luftballon gemacht werden, an welchem Vor⸗ richtungen angebracht worden sind, um mit demselben gegen den Wind zu steuern; nicht weniger als 17 Personen, worunter 2
sen Plan aufzugeben. Eine Umwandlung in Geld, meinte der Minister, sey wegen des jetzigen Standes der oͤffentlichen Fonds, in denen doch dieses Geld angelegt werden muͤßte, unstatt⸗ haft, da die Geistlichkeit zu sehr dabei verlieren wuͤrde; so sey also nur die Umwandlung in eine Grund⸗Rente uͤbrig geblieben, und die Regierung habe sich beeilt, diese so schnell als moͤglich eintreten zu lassen; uͤbrigens sey das Prinzip einer erzwungenen Zehnten⸗Umwandlung schon durch fruͤhere Maßregeln sanctionirt worden. Der Redner machte nun darauf aufmerksam, wie sehr die Bill dazu geeignet sey, Rei⸗ bungen zwischen der protestantischen und katholischen Partei in Irland zu verhindern, denn bisher habe der katholische Paͤchter dem protestantischen Geistlichen den Zehnten entrichten muͤssen, jetzt aber solle der Zehnten dem Gutsherrn bezahlt werden und die Geistlichkeit ihre Gebuͤhren erst durch die Regierung erhal⸗ ten. Schließlich erinnerte der Redner daran, daß es nicht die Geistlichen und die Gutsbesitzer allein seyen, die ein Opfer brin⸗ dn sollten, denn das Unterhaus habe ja schon zur Beruhigung Irlands die bedeutendsten Bewilligungen gemacht.
London, 12. August. Der Deputation des Gemeinderaths, die, angefuͤhrt von dem Lord⸗Mayor, dem Grafen Grey gestern (wie bereits erwaͤhnt) eine Dank⸗Adresse uͤberreichte, antwortete der ehemalige Premier⸗Minister mit folgenden Worten: „Meine
Herren! Der beste Lohn, den ein Staatsmann fuͤr seine Dienste
im vorigen Jahre bei Seite gelegt wurden.“ Diese Erklarung erstreben kann, beruht in dem Beifall seiner Landsleute; und
Der
dieser wird um so schaͤtzbarer, je nachdem er sich nicht als Ausfluß eines ploͤtzlichen und vielleicht voruͤbergehenden Eindrucks erweist, sondern als Ergebniß der aufmerksamsten Beobachtung seiner po⸗ litischen Handlungsweise waͤhrend einer langen Reihe von oͤffent⸗ lichen Begebenheiten und unter Umstaͤnden von nicht gewoͤhnli⸗ cher Bedeutung und Wichtigkeit. Urtheilen Sie also, meine Herren, mit wie tiefem und herzlichem Dankgefuͤhl ich von den Repraͤsentanten der ersten Stadt der Welt diesen mir so schmei⸗ chelhaften und zugleich so guͤtigen und ruͤhrenden Ausdruck der Gesinnungen, die Sie mir bei meinem Ausscheiden aus dem Ministerium kundzugeben abgesandt sind, empfangen muß. In einem freien Gemeinwesen, wie das unsrige, ist es nicht anders
Vertrocknen und Umfallen nahe.“
— In Oppeln hat sich im Laufe des verflossenen Jahres ein Verein von 128 Frauen und 43 Jungfrauen zur Un⸗ terstuͤtung armer und nothleidender Kranken mit Arzneimitteln gebildet, wodurch 238 Rthlr. 25 Sgr. eingekommen und 40 Kranke mit Arznei versehen worden sind.
———
er uzahlen. Waͤre dies gegruͤndet, so muß es von einem I herruͤhren, der Griechenlands Verderben will. Denn wer nur einigermaßen die Schwierigkeiten kennt, welche das hiesige Land darbietet, der muß sich gewiß wundern, daß trotz derselben mit so geringen Mittein so Vieles hat geleistet werden koͤnnen. Will man aber auch noch in der Darreichung dieser geringen Mittel Verzoͤgerungen eintreten lassen, so muß das Land zu Grunde gehen, und Alles, was man fruͤher dafuͤr gethan hat, geht mit zu Grunde. Gerade deshalb. macht man ja uͤberhaupt Anleihen, um das Geld zu rechter Zeit zu haben, denn ist der wahre Zeitpunkt des dringenden Bedarfs voruͤber, so ist der vorgehabte Zweck gaͤnzlich verfehlt.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
v⸗York, 17. Juli. Das Kabinet der Vereinigten E1“ jetzt aus folgenden Mitgliedern: Herr Forsyth aus Georgien, Staats⸗Secretair; err Dickenson, Marine⸗ Secretair; Herr Barry, General⸗Post⸗Direktor; Herr But⸗ Is Benergl Anwelt: d s⸗ EEE“ Secretair des Schatz⸗ Herr Caß, Kriegs⸗Secretair. “ user des Kongresses haben sich am 30sten v. M. esti e Zeit vertagt.
88 v. hat an die Stelle des Herrn Stevenson, dessen Wahl bekanntlich von dem Senat verworfen worden war, noch keinen anderen Gesandten fuͤr London ernannt. In der Nacht vom 30. Juni fand hier in der Pearl⸗Street
eine furchtbare Feuersbrunst statt, bei welcher zwei Menschen ums Leben kamen; der uͤbrige durch dieses Feuer angerichtete Schaden wird auf 200,000 Dolars veranschlagt. Am Zten des⸗ selben Monats hatte erst ein großes Feuer hier gewuͤthet, durch das ein fast eben so bedeutender Schaͤden angerichtet wurde. A2 Ein Mitarbeiter des Journal des Débars, Herr Chevalier, der jetzt, zum Theil, wie es scheint, auf Kosten dieses Blattes, in den vereinigten Staaten reist und demselben bereits u“ mehrere ausfuͤhrliche Berichte eingesandt hat, 11 8 Fsieacs uͤber die letzten Ereignisse daselbst aus Philadelphia vom 7. Neueste Na h richten.
88 Session des Kongresses wurde am 30 Juni geschlos o 81 Füolia olen Session kein positives Resultat gehabt hat, Paris, 11. August. Der Kaiserl. Oesterreichische Bot⸗
so ist sie doch offenbar zum Vortheil der Opposition ausgeschlagen. schafter hatte vorgestern Abend eine Audienz beim Koͤnige. Um b , te sich in den letzten Wochen immer klarer, daß die Ma⸗ 9 Uhr fuͤhrten Se. Majestaͤt noch den Vorsitz im Minister⸗ S Repraͤsentanten⸗Kammer, die der Verwaltung zur Rathe. Heute Mittag begab der Koͤnig sich, nachdem er eine pert⸗ dient, unentschlossen und furchtsam geworden war; sie Stunde lang mit dem Minister des Innern gearbeitet, in Be⸗ 1g schlug Umwege ein, nahm zu Aufschubsmitteln ihre Zu⸗ 1 gleitung des Grafen von Montalivet nach Versailles.
zuucht, und dies ist auf Seiten der Demokratie, deren Charakter in Un⸗ Die National⸗Gardisten der 12ten Legion, die vorgestern
dent befand sich noch im Hauptquartiere Dom Miguels;: eiligst suchte er Zuflucht an Bord eines Englischen Schiffes und schon wentge Tage spaͤter war er in London. Seitdem ist die Lage der Dinge verwickelter geworden, indem Don Carlos ploͤtzlich der Meinung, die man von ihm hegte, widersprochen hat. Es liegt nicht in mei⸗ nen Grundsaͤtzen, auf einen Ungluͤcklichen den Stein zu werfen; doch kann ich Thatsachen nicht verschweigen. Jener Praͤtendent hatte in der Zeit, daß er in Portugal gewesen, nicht die Energie entwickelt, die großen Seelen eigen zu seyn pflegt. Nach England gefuͤhrt, ließ er sich dort nieder; unter dem Vorwande einer Krankheit aber und mit guͤltigen Paͤssen versehen, entfernte er sich bald heimlich aus diesem Lande und durchreiste unbekannt unser gastfreies Gebiet. So gelangte er nach Navarra. Nicht er ist es (wie der vorige Redner solches behauptet), der die Baskischen Provinzen insurgirt hat; sie sind ohne ihn, vor ihm und fuͤr eine Sache aufgestanden, die Anfangs nicht die seinige war. Was seitdem geschehen, wissen Sie. Ich erinnere Sie nicht an die Siegeslieder und Prahlereien der Karlistischen Partei; ihnen zufolge haͤtte man glauben sollen, daß der Marsch des Don Carlos von der Graͤnze nach Madrid nichts als ein Siegeszug seyn wuͤrde. Wo sich Don Carlos in die⸗ sem Augenblick befindet, kann ich Ihnen nicht sagen; aber ich glaube,
aß er der Graͤnze näͤher als der Hauptstadt Spaniens ist. Man verlangt jetzt zu wissen, ob wir mit bewaffneter Hand in Spanien interveniren werden oder nicht. Die Kammer wird leicht begrei⸗ fen, daß ich mich hieruͤber nicht naͤher auslassen darf. Die Umstaͤnde werden der Regierung den Entschluß eingeben, den sie im wahren Anteresse Frankreichs zu fassen hat. Das aber kann ich sagen, daß
ese Umstaͤnde noch nicht eingetreten sind, und daß wir auch Ur⸗ 8ch⸗ baben, zu hoffen, daß sie nicht eintreten werden. Herr von
reux⸗Brezé scheint uns mit dem Zorne Europas zu drohen. Ich weiß nicht, ob er in dem Vertrauen Europas ist, bezweifele es jedoch; fegs aber weiß ich, daß unsere Politik immer stark und gemaͤßigt genug eyn wird, um uͤber solche Prophezeiungen voͤllig unbesorgt seyn zu koͤn⸗
moͤglich, als daß sich uͤber die Fragen, welche die Politik der Re⸗ gierung und die Grundsaͤtze der Verfassung betreffen, vielerlei Ansichten bilden muͤssen, und keinem Menschen ist es gegeben, selbst bei dem besten Willen und mit dem eifrigsten Wunsch der Pflichterfuͤllung, nicht in Irrthuͤmer zu verfallen. Ich weiß daher sehr wohl, daß die oͤffentliche Meinung bei vielen Gele⸗ enheiten in dem ereignißreichen Zeitraum, den wir durchlaufen hnn. sehr getheilt gewesen ist. Ich war, und nicht immer mit Unrecht, manchem Tadel ausgesetzt, und Niemand kann sich mehr bewußt seyn, als ich, daß meine persoͤnlichen Maͤngel zu allen Zeiten die groͤßte Nachsicht in Anspruch zu nehmen hatten; wenn man mich aber, ungeachtet mancher Fehlgriffe und mancher Irr⸗ thuͤmer, im Ganzen doch guͤnstig beurtheilt hat, wenn ich meinen Mitbuͤrgern die Ueberzeugung abgewonnen habe, daß ich stets von dem aufrichtigen und durch keinen Eigennutz ge⸗ truͤbten Wunsch durchdrungen war, das allgemeine Beste zu be⸗ foͤrdern, so werde ich in meine Zuruͤckgezogenheit so trostreiche und, erlauben Sie mir den Ausdruck, so stolze Empfindungen mitnehmen, daß kein weltlicher Vortheil sie aufwiegen koͤnnte. Daß die Dienste, die ich, nach meinen geringen Faͤhigkeiten, mei⸗ nem Vaterlande zu leisten bemuͤht gewesen, in der schmeichel⸗ haften Versicherung, die in der Adresse enthalten ist, welche ich jetzt zu empfangen die Ehre habe, so häas beurtheilt sind, gereicht mir zur lohnendsten Genugthuung. er Werth dieses Zeug⸗ nisses von dem Vertrauen und der guten Meinung meiner Mit⸗ buͤrger ist fuͤr mich unschaͤtzbar. Es soll in den Urkunden mei⸗ ner Familie meinen Kindern als das ruͤhmlichste Andenken an ihren Vater aufbewahrt werden, und es wird ihnen zur be⸗ sten Aufmunterung dienen, unter allen Pruͤfungen des Lebens ihre oͤffentlichen und Privat⸗Pflichten aufs getreulichste und ge⸗ wissenhafteste zu erfuͤllen. Schließlich erlauben Sie mir, m. H., Ihnen und durch Sie der ausgezeichneten Koͤrperschaft, von der Sie abgeordnet sind, noch einmal fuͤr die mir hiermit erwiesene hohe und alle meine etwanigen Verdienste bei weitem uͤberwie⸗ gende Ehre meine innige und unvergaängliche Dankbarkeit aus⸗ zudruͤcken.“
Die Verwerfung der Zehnten⸗Bill im Oberhause veranlaßt den Globe (außer dem gestern aus diesem Blatt Mitgetheilten) noch zu folgenden Bemerkungen: „Die verworfene Bill wuͤrde eine große Wohlthat fuͤr die Irlaͤndische Bevoͤlkerung gewesen seyn. Ihren Bestimmungen gemaäͤß sollten die Paͤchter, statt der Geistlichkeit den vollen Zehnten⸗Betrag zu entrichten, 60 pCt. davon in Gestalt eines erhoͤhten Grundzinses an die Gutsbe⸗ sitzer zahlen. Auf diese Weise wuͤrden die Irlaͤndischen Paͤchter
Damen, wollen mit diesem Ballon aufsteigen, was einen Be⸗ griff von der kolossalen Groͤße desselben geben kann. Das Schiff ist 66 Fuß lang und wuͤrde wohl 30 Personen fassen koͤnnen. Der Ballon ist auf eine Last von 6500 Pfd. berechnet.
Der beruͤhmte Mechaniker, Herr Jacquard, dessen sinnreiche Erfindungen auf den Flor der Lyoner Seiden⸗Manufakturen einen so wesentlichen Einfluß gehabt haben, ist am 7ten d. M. in Lyon mit Tode abgegangen.
Der in Algier gemachte Versuch, die Indigo⸗Pflanze in dieser Kolonie einheimisch zu machen, ist, nach einem Berichte des dortigen Civil⸗Intendanten, volkkommen gelungen. Eine Probe von dem fabricirten Indigo ist dem Praͤsidenten des Mi⸗ nister-Raths eingesandt worden.
nen. Als verantwortlicher Herausgeber nennt sich ein Herr 7 chat, als Drucker der Buchdrucker Herhan, derselbe, bei welchen Herr Cabet seinen „Populaire“ und alle seine Schriften har drucken lassen.
Aus Toulon vom 5ten erfahren wir, daß die am Aten ch gesegelte Flotte ungeachtet des guͤnstigen Windes ihre Fahrt nict fortgesetzt, sondern bei den Hidrischen Inseln (in der Buth, 4 ½ Lieues von Toulon) geankert hat, wo sie die auf dem Lande noch zuruͤckgebliebenen Seeleute erwartet. Die zum Kreuzen am der Spanischen Kuͤste bestimmten vier Fahrzeuge sind noch nich abgesegelt, sondern waͤrten noch auf den weiteren Befehl de Ministeriums.
Man hat uͤber Havre sehr detaillirte Nachrichten uͤber - Unruhen in New⸗York erhalten. (Vergl. Nr. 225 der St / Es ist Niemand dabei ums Leben gekommen. Der Schaden üm zerstoͤrten Moͤbeln aber wird auf 20,000 Pfd. Sterl. angegebe Sieben Kirchen wurden verwuͤstet und 20 Haͤuser von Prival
(euten ausgepluͤndert. Die schwarze Bevoͤlkerung benahm s L.,oose zu 100 Fl. musterhaft. Die Gesellschaft zur Befoͤrderung der Abschaffun der Sklaverei, gegen die der Angriff hauptsaͤchlich gerichtet wac hat nach Wiederherstellung der Hrdnung eine Erklaͤrung bekanm gemacht, worin sie verspricht, niemals um ein verfassungswidt ges Gesetz beim Kongreß nachsuchen zu wollen, und als ein s ches wuͤrde ein jedes Gesetz, wie es scheint, welches die Abschi fung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten vorschriebe, ven der Mehrheit der Bevoͤlkerung angesehen werden.
6 V — Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 106. —. sin coul- Julia, Trauerspiel in 5 Abth., von Shakespeare. 106. 15. Zproc. pr. compt. 75. 35. sin cour. 75. 45. Hprho
— ““ EI111“ 6 Sr nen. — Was den Orient betrifft, so soll hi er Ei c Koͤnigstaͤdtisches Theater. Neap. pr. compt. 93. —. fin cour. 93. 15. 5proc. Span. Renl 1 „so soll hier unser Einfluß gaͤnzlich
Montag, 18. 8. boͤse Ga Lumpacivagabundus, 50. Zproc. do. 348. Cortes 35 4. Ausg. Span. Schuld! beee;. L1“ faus oder: Das liederliche Kleeblatt, Zauberposse mit Gesang in 3]† ö5proc. Belg. 99. c sollen in jenen Gewaͤssern uͤberhaupt nichts v. zn säan⸗ ten⸗ Akten. 1 nl pen. Meine Herren, man hat in neuerer Zeit viel von den Ange⸗ aeaiETrxn Oesterr. 5proc. Me 1 legenheiten der Tuͤrkei und der Rolle und dem Einflusse gesprochen 99 ⁄. 99 41. Aproc. 89 ½. 89 ½¾. 2 ½ proc. 52 ½. Br. 1proc. 22 ½¼. 2 die Rußland dort hat. Dies sind keine neue Thatsachen; sie schrei⸗
Bank⸗Actien 1492. 1490. Part.⸗Oblig. 138¼. 137 ¼. Loose ben sich nicht vom Jahre 1830 her. Man erinnert an die Verschlie⸗ 100 Gulden 207. Br. Preuß. Praͤm.Sch. 56 ⁄. 56 ½. do. 4pro an Keser Dardagnellen, und behauptet, daß wir im Divan ohne al⸗ Anl. 93 ½.B. Holl. 5proc. Oblig. von 1832 95 ½¼. 95 . Polt den Finlu waͤren. Man vergißt also die Unterhandlungen, die Loose 65 ½. 65 ¼. 5proc. Span. Rente 51½. 50 ¼. 3proc. do. 34¼. 97der Rigfenchen, 5198* 1 FeIg 88 den Ruͤckzug Folge 1 q f ge⸗
veffene Abkommen (der Traktat vom 8. Jult) kann in denae.. ne n anerkannten Rechts⸗Grundsatze, wonach die beiden Meerengen, verscech. Konstantinopel fuͤhren, den Kriegsschiffen aller Nationen ossen sind, keine Aenderung bewirkt haben; sollte jedoch dieser
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Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 12. August.
Niederl. wirkl. Schuld 51 ½ 5 % do. 97 ½. Ausg. Schuld 1 . Kanz-Bill. 22 ½ 4A ½9 Amort. 89 ¾. 3 ½ 3 72 ½. Russ. (v. 1831) 96 ½. Preuszg. Prämien-Scheine —. do. 498 Anl. —. Oesterr. 96 1 ³½8 5 8 Span. 52 ½. 3 % 37.
Laondon, 12 August. Cons. 3 % pr. compt. 90 ⅛½. Belg. 98 ¾, 2. Span. Griech. v. 1825 34 ½. Holl. 2⁄ 98 51 ½. 5 % 98⁄. Port. 847. Russ. 106 ½. Bras. 78 ½. Columb. 31 z. Mex. ll.
Ma drid, 29. Juli. 8 Ae Inscr. au porteur 52. Zinsl. Schuld 12 . 8 Wien, 12 August. 59 Met. 98 ¼. 49½ 88 ¾. Bank-Acuen 1239 ¾. —. Part.-Obl. —. Neue Anleihe v. 1834 556 ¼.
Großbritanien und Irland 88 Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 11. August. (Nachtrag.) Lord Ellenborough, der Erste, der sich gegen die Irlaͤndische Zehnten⸗Bill erhob, sagte unter Anderem, er koͤnne nicht glauben, daß die Irlaͤndi⸗ schen Geistlichen einer Maßregel ihre Zustimmung geben wuͤr⸗ den, welche die Aussicht biete, daß das Volk von England und Schottland die Vorschuͤsse, die es zur Entschaͤdigung der Irlaͤn⸗ dischen Geistlichkeit fuͤr den Zehnten-Verlust machen solle, aus dem immerwaͤhrenden Fonds zuruͤck erstattet erhalten werde, ei⸗ nem Fonds, fuͤr dessen unverletzliche Heilighaltung das Parla⸗ ment sich verbuͤrgt habe, einem Fonds, der zur Erhaltung der protestantischen Religion wesentlich nothwendig sey, weil er zur Erhoͤhung der Einkuͤnfte kleiner Pfruͤnden und zur Ausbesserung der Gotteshaͤuser diene. In Betreff der Verwandlung des Zehnten in einen Grundzins bemerkte der Redner, daß die Guts⸗ herren dann eben so große Schwierigkeiten finden wuͤrden, den ihnen gebuͤhrenden Zins einzutreiben, wie jetzt die Geistlichen bei der Eintreibung des Zehnten.
„Ich sehe ein“, so schloß der Redner seinen Vortrag, vermit⸗ telst dessen er die Motion auf Verwerfung der Bill unterstuͤtzte, „daß das Oberhaus sich in einer sehr schwierigen Lage befindet, da so viel von ihm erwartet wird. Wann aber hat man je gefunden, daß ungerechte Forderungen durch Nachgiebigkeit beschwichtigt wor⸗ den sind? Man sagt, wir brauchten nur in diesem einzigen Punkte nachzugeben, und die Ruhe von Irland werde gesichert seyn. Aber wer duͤrgt uns dafuͤr? Im verflossenen Jahre verlangte man un⸗ sere Zustimmung zu der Bill hinsichtlich der Kirchenguͤter auf den Grund hin, daß es eine Schluß⸗Maßregel seyn solle. Nun aber hoͤren wir von einem Mitgliede der Regierung, daß jene Maßregel diesen Charakter gar nicht gehabt habe, son⸗
Koͤnigliche Schauspiele. . Montag, 18. August. Im Schauspielhause: Der Paria, Trauerspiel in 1 Akt, von M. Beer. Hierauf: Capricciosa, Lustspiel in 3 Abth., frei nach Federici's: „Non contar gli anni a una donna,“ von C. Blum.
Dienstag, 19. August. Im Schauspielhause:
Romeo und
Frankfurt a. M., 14. August.
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NRedacteur Cottel.
Gedruckt bei A. W. Hayn.