1834 / 231 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fuͤr die Griechen und fuͤr die Banquiers, welche die Auszah⸗ lung der Griechischen Gelder uͤbernommen haben. Die Spani⸗ sche Regentschaft, oder vielmehr die Koͤnigin Christine, ist von der Pforte anerkannt worden. Die Pforte geht dabei, wie die Vereinigten Staaten Nord⸗Amerika's, von dem Gesichtspunkte aus, jede faktische Regierung anzuerkennen. Nur bei der Grie⸗ chischen Regierung macht sie bis jetzt eine Ausnahme, weil sie damit Nebenzwecke verbindet. rts mme .

1

I st b Berlin, 19. August. Aus Stettin schreibt man unterm gestrigen Datum: „Am 17ten Abends gegen 8 Uhr kehrten Fhre Koͤnigl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, begleitet von dem Kaiserl. Russischen Admiral Fuͤrsten Mentschi⸗ koff, von Ihrer Reise nach St. Petersburg auf dem Dampf⸗ schiffe „Ischora“ hierher zuruͤck. Ihre Koͤnigl. Hoheiten waren chon zu Mittag hier erwartet worden und da es gerade Sonn⸗ tag war, so hatte sich der groͤßte Theil der Einwohner hiesiger Stadt und deren Umgegend theils bei dem Seitens der Kom⸗ mune sehr zweckmaͤßig eingerichteten Landungsplatze vor dem Frauenthore, theils in den umliegenden oͤffentlichen und Privat⸗ Gaͤrten und Pläͤtzen, theils auf den Schiffen versammelt, um die hohen Reisenden bei ihrer Ankunft zu begruͤßen. Alle harr⸗ ten in gespannter ehrastg⸗ und waren nicht ohne Besorgniß, daß der starke Nebel, welcher am fruͤhen Morgen mehrere Setunden lang geherrscht hatte, die Ankunft uͤber den Tag hin⸗ aus verzoͤgern moͤchte. Diese Besorgniß vermehrte sich, als etwa um 3 Uhr ein schweres, mit Platzregen und einem seit einer Reihe von Jahren nicht in solcher Staͤrke erlebten Orkane begleitetes Gewitter aufstieg, welches, guͤcklicherweise ohne zu zuͤnden, in die hiesige Lastadiesche Kirche einschlug, und Ver⸗ wuͤstungen mancherlei Art, besonders in den Gaͤrten, anrichtete. Mehrere Schiffe wurden von den Pfaͤhlen losgerissen und ge⸗ riethen ins Treiben; einigen derselben, welche sich durch Aus⸗ wersen der Anker wieder festzulegen suchten, wurde durch die seltene Wuth der Wellen die Ankerketten oder Taue ersprengt; andere wurden gegen Schiffe oder Pfaͤhle getrie⸗ en und beschaͤdigt; mehrere Boͤte wurden zertruͤmmert, und fast alle die zahllosen Wimpel und Flaggen, mit welchen die Masten zur Feier des Tages prangten, wurden von dem Wir⸗ belwinde theils voͤllig zerrissen, theils bedeutend beschaͤdigt. Wenn die hohen Reisenden noch am gestrigen Tage eintreffen sollten, so mußte sie das zum Glüͤck nicht lange anhaltende Un⸗ wetter auf dem bei solchen Stuͤrmen, wegen der vielen Buchten, gefaͤhrlichen Haff erreicht haben. Alles lauschte daher mit ban⸗ ger Erwartung auf den Schall der Kanonenschlaͤge, welche, in einer Entfernung von etwa 1 ½ Meilen stationsweise geloͤst wer⸗ den sollten, sobald das Dampfschiff im Gesichtskreise der ersten Station erscheinen wuͤrde. Endlich toͤnte der Schall des ersten Kanonenschusses heruͤber, rasch folgten die uͤbrigen, und als nun auch die schwarze Rauchwolke sichtbar ward und so das Heran⸗ nahen des Dampfschiffes unzweifelhaft feststand, da donnerten die auf den Schiffen und in den Gaͤrten aufgestellten Geschuͤtze, und Freudenfeuer flammten den Ankommenden den ersten Gruß in die Ferne hinuͤber, und ein freudiges Hurrah⸗Rufen, unter Trompetenklange und Kanonendonner, geleitete das frei auf der Verkleidung eines der Schwungraͤder stehende, huldreich gruͤßende Fuͤrsten⸗Paar bis zum reich beleuchteten und mit Kraͤnzen ge⸗ schmuͤckten Landungs⸗Platze. Hier wurden Hoͤchstdieselben unter dem forttoͤnenden Jubel⸗Rufe der freudig bewegten Menge von dem Kommandanten, Herrn General⸗Lieutenant von Zepelin, mehreren anderen Generalen und Stabs⸗Offizieren, einer Depu⸗

troffen sich

versammelt.

zessin

ten Ihre Koͤnigl. von der

Hoheiten worden.)

tation des Magistrats und der Bluͤthen⸗Kranze unserer Jungfrauen mit einer Anrede und durch Ueberreichung eines von dem Prof. Giesebrecht verfaßten gelunge⸗ nen Gedichts bewillkommnet. t Licht der Lampen, die rasch folgenden Blitze der Kanonen und das Silberlicht des bei tiefblauem Himmel . Wolken aufsteigenden Mondes C eine wahrhaft impo⸗ sante Beleuchtung der schoͤnen .

gaben Ihren Dank fuͤr jene geringen Zeichen der Liebe Verehrung auf das huldreichste zu erkennen und fuhren darauf durch die erleuchtete Anlage zur n gluͤckliche Ruͤckkehr die viertaͤgige Reise . vom guͤnstigsten Wetter begleitet gewesen und selbst der gestrige furchtbare Orkan nebst Gewitter hatte durch eine allgemeine Im Landhause, wo Ihre das Offizier⸗Corps un Nachdem vielen G unterhalten hatten, nahm Ihre Koͤnigl. Hoheit die Kronprin⸗ die Praͤsentation der Damen an. Generalitaͤt und die Chess der Abendtafel gezogen zu

d die

werden. Heute fruͤh nach 8 Uhr setz⸗ Hoheiten Ihre Reise nach Berlin fort, wohin Ihnen der Fuͤrst Mentschikoff und mehrere Russische Offiziere Besatzung des Dampfschiffes „Ischora“ heute Abend folgen werden.“ (Die bereits erfolgte Ankunft Ihrer Koͤnigl. ist oben im amtlichen Theile der St.⸗Zeit. gemeldet

938 Stadtverordneten, und von dem

Kanz-Bill. 22 1. 4½1 8 Am

Die Flammen der Feuerbecken, das 8 2 92 371 hinter einigen schwarzen Span. 53 ½. 38 373.

Ihre Koͤnigl. Hoheiten und

cene. Oesterr. 59 Metall. Br. 100 Fl. 206. Br. Holl. 59 Obl. v. 1832 49 x¼. 35 do. 32.

tadt, wo die Freude uͤber die von Peterhoff war die Reisenden nicht ge⸗ Beleuchtung kund gab.

Auswärtig Amsterdam, 14. August. Niederl. wirkl. Schuld 51

Preuss. Prämien-Scheine —.

Antwerpen, 13. August. Span. 5 9 52. 3 9 35 ½. Zinsl. 15 ⁷. Frankfurt a. M., 16. August.

Bank-Actien 1492. . 9 1 Preuss. Präim.-Sch. 56 ½. —. do. 43 93 ½. Ur.

e Börsenmn.

5 ½ do. 97 ⅛. Ausg. Schuld —. ort. 891⁄. 3 ½ 9 72 ½. Russ. F. 1831) 96 ½ do. 48 Anl. —. Oesterr. 97 ½. 5 ½ Belg. 96 3 v1

99 ½. 99 ½. 49 89 ½. 89 ½.

2 ½ 9 52 ⅛. 18 2. 1490. Part.-Obl. 138 .

138. Loose z9 Poln. Loose 65 ¼. —. 598 Span.

95 ⅞. 95 ¼.

Paris, 14. August. 58 Rente 105. 75. 38% 74. 90. Rente 45 ½. 39 27 ⅛. Cortes 36.

5 % Neap. 92. 70. 5 8 Span,

Koͤnigl. Hoheiten abstiegen, waren Vorstaͤnde saͤmmtlicher Behoͤrden

Meteor mit vielen derselben

Morgens 6 Uhr. 8

4.

Hoͤchstdieselben sich S

18. August.

ologische Beobachtung.

Nachmitt. Abends Nach einmalige 29, . 10 Ubr. Beobachtung.

Demnaͤchst hatten die Civil⸗Behoͤrden die Ehre, zur 334,54 Par. 14,0°R. 13,2 °R. 94 pCt. halbheiter.

9SO.

Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter... Wind....

' 33à,5 2 ar. 334,4 1 Par. Quellwärme 9,1°R. S 0 G; 11ℳ, 5 ° R. g 18 88 13,4 88 Flußwärme 17,7 0F. 73 pCt. 92 p Ct. Bodenwärme 15,2 °c.

Regen. halbheiter. sdünst. 0,05'K

Wolkenzug

SS.

Niederschlag 0,071 N.

2*

I

Amtl. Fonds-

und Geld-Cours-Zettel. (Preufa. Cour.)

St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Anl. 18. Pr. Engl. Apl. 22. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seech. Kurm. Obl. m. l. C Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. 4 r. Pfandbr.

TzEfbraa-f wvelz.] s2fkrief Geln. —————— —.

99 ½

8—

üelnnn

Wechsel-Cours.

Den 19. August 1834.

94% 57 ½ 98 ¾ 98 ½ 99 98 ½ 98 ¾ 37 4 101

brochene Opferfest, Op

Donnerstag,

102⅞ 102 101 106 ¾

106 ¾

Grofshz. Fos. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.

Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. d. K.- u. N. Z.-Sch. d. K.-u. N.

99 8. diplomatische Schneide

94

57 schen,

72 Donnerstag, 72

Holl. vollw. Duk. 17 ½ in 1

Mittwoch, 20. August.

her: Maͤnnerfreundschaft, Lustspiel in 4 von Grammerstoͤtter.

21. August. Das Abenteuer in der Neujehte⸗ nacht, Lustspiel in 3 Akten, nach Ischokke's Erzaͤhlung, von 9. v. Ploͤtz. Hierauf: Rataplan, der kleine Tambour, Vaudevrlle Akt, nach dem Franz., von F. Pillwitz.

liche Schauspiele. Im Opernhause: Das unten⸗

er in 2 Akten. Musik von Winter.

Zu dieser Vorstellung werden Opernhaus⸗Billets mit Sonn⸗ abend bezeichnet verkauft. b 1u“ 21. August. Im Schauspielhause: 5 1 Abenteuer, Lustspiel in 5 Abth., von Bauernfeld. Nachbarliche Freundschaft, Posse in 1 Akt, von L. Angely.

Das lette Hierauf:

Koͤnigstaͤdtisches Theater. Mittwoch, 20. August.

Zum erstenmale wiederholt: Da r, Posse in 1 Akt, nach dem Franz. Von⸗ Akten, nach dem Englu⸗

Neue do. 18 ½ 1. Friedrichsd'or.. 13 ½ Disconto 3

Preeufeg Coisr

Srig Geld.

Markt Ber

20 Sgr.; Rthlr.,

London Paris

Augsburg Breslau Leipzi Frank Petersburg-.

Warschau

Wien in 20 NxNr...ͤ .

rt a. M. WzZ.

große Gerste 1 auch 20 Sgr.;

142 ½ 14A1¾ 152 1517 6 26 ¾ 81 ½ 104 103 ½ 99 ½⅔

141½ 151 ½ 6 26 81 ½ 104¾

Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt.

2 Mt.

Erbsen

und 6 Pf. Pt Sonn

99

der Centner Heu

Preise vom Getraide. lin, den 18. August 1834.

Zu Lande: Weizen 1 Kthlr. 21 Sgr. 3 Pf., auch 1 Ktit. Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 6 Sgr. 6 Pf.

auch 28 Sgr. 2 Pf.; Hafer 23 Sgr. 9 hh 1 Rthlr. 15 Sgr.; Linsen 2 Rthlr. 12 GCg.

Tn Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr., auch 1 Rthlr. 25 Gg. 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auch 22 Eg.

abend, den 16. August 1834.

Das Schock Stroh 6 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 5 Rthle⸗ 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 15 Sgr.

103 ½ 103 ½

8 Tage 2 Mt.

Redacteur Cottel.

3 Woch. Kurz

689

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Gedruckt bei A. W. Hayn.

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EEEE111““ Bekanntmachungen. Oeffentliche Vorladung. Die unbekannten Erben der am 23. Mai 1832 zu Podgursz verstorbenen Caroline Helene, gebornen von Lutz, separirten Hauptmann von Agard, welche zuerst 88 an ben Kammerherrn von Plonskowski und sohann aanun den Lieutenant von Bpstram verheirathet gewesen, von beiden Ehemaͤnnern aber geschieden worden, und eine Tochter des Obristen von Lutz und der Helena Caro⸗ lina, gebornen Zawadzka von Bieberstein primi voti von Lutz -ecundi voti Salz⸗Inspector Avé gewesen sein soll, werden hierdurch aufgefordert, im Termine den 8. October 1834, Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Aus⸗ cultator Arnold in dem hiesigen Ober⸗Landesgerichts⸗ Kouferenz⸗Zimmer zu erscheinen und ihr Verwand⸗ schafts⸗Verhaͤltniß und Erbrecht gehoͤrig nachzuweisen, widrigenfalls der RNachlaß dem Fiscus als herrenloses

Gut zugesprochen werden wird. 8 Dar sege ae ben den 22. November 1833.

Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht.

d. J.,

Friedrich von

Bekanntmachung.

e ehemals zum Domainen⸗Amte Zuͤllichau gehoͤ⸗ 8 Ssih. Kreise belegene, und auf 14,282 9

ee 7 s(gr. 2 pf. geschaͤtzte Glauchower Forst, ist zur 148 Feeeipen igen Subyhastation gestellt, und der Bietungs⸗

in tiie 58 n 7. Januar 1,g⸗ Vormittags 10 Uhr, vor dem Ober⸗Lan esgerichts⸗ Assessor v. Rohr im hiesigen Ober⸗Landesgerichte an⸗ beraumt. vb

ie Taxe, der neueste Hypotheken⸗Schein und die

3 8eSibere zufbedingungen sind in unserer Registratur

Ji8 eicguschägh 1 Namen nach unbekannten

a gleich werden die, dem Namen ne 1

zus Aufhuͤtung in dieser Forst berechtigten Weinvergs⸗ hüan

ue nnfban vanianeen 82 Termine Behufs Wahr⸗ und ein hmung ihrer Gerechtsame vorgeladen.

Frankfurt a. d. O., den 21. Mai 1834.

NKoͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgerichrt. IN. Hl

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neuen H

den Stralsundischen Zei⸗

Mit Bezugnahme auf die werden alle

17 asführlich inserirten Proelamata, we 1 1ue nes hee⸗ an die Verlassenschaft des im Jahrg 1832 iu Kiethof verstorbenen Paͤchters Peter 5 co Christian Holt und an den Nachlaß dessen unlaͤngst mit Tode abgegangenen Wittwe Regina Maria, ge⸗ pornen Braun, aus irgend einem Grunde Rechtenssa Foederungen und Anspruͤche haben, zu deren Anmel- öpung und Beglaubigung in termino den 41. oder 34. Auaust, oder aber am 19. September d. J., Morgens 10 Uhr, vor dem Konigl. Hofgericht bei Strafe der

12

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Koͤnigl. Preuß. kbö61666-

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9

an die dazu gehoͤrenden,

und einem 4 ½¾ Morgen gro

reyenwalde a. d. oͤnigl. Preu

Ruͤgen.

und Ruͤgen.

v. Moͤller, Praeses.

um 10 Uhr,

in unserm Geschaͤfts⸗Lokal angesetzt. Die Taxe und der neueste Hypoth

nen taͤglich in unserer Registratur eingesehen werden.

O., den 11. Juni 1834.

ß. Land⸗ und Stadtgericht.

Ang.

Durch die, den Stralsundischen Zeitungen tenso inserirten Ladungen vom heutigen alle und jede, welche an

des im vorigen Monat ver

Allgemeiner Anzeiger

Praͤclusion hierdurch geladen, welche am 10. Oktober Morgens 10 Uhr, foͤrmlich erkannt werden soll. Datum Greifswald, den 12. Juli 1834.

Hofgericht von Pommern

v. Moͤller, Praeses.

die gesammte storbenen Hauptmanns Carl intzenstern auf Zarrentin, namentlich im Grimmer Kreise belegenen Zuͤter Zarrentin und Kirchbaggendorff nebst Inventa⸗ rien und sonstigen Pertinentien, aus irgend einem Grunde Rechtens, insbesonder rechtlichen Grunde, welcher und Forderungen haben, meint seyn sollten, gela und 31. August oder 19. 10 Uhr hierselbst anzume bescheinigen, bei Strafe 10. October d. J, Morgens 190 Uhr, und ausgesprochen werden wird. Datum Greisswald, den 12. Juli 1834.

Koͤnigl. Preuß. Hofgericht von Pommern

e auch aus einem lehn⸗ Art er sey, Anspruͤche oder machen zu koͤnnen, ge⸗ den, solche entweder am 11. September d. J., Morgens lden, und rechtsgenuͤgend zu der Praͤclusion, welche am foͤrmlich erkannt

Suhabstations⸗Patent. Die allhier belegene, der verehelichten Hauptmann Voight, gebornen Tempelhof, gehoͤrige, im alten Hy⸗ pothekenbuche Vol. IV. Fol. 1315v. sub No. 214, im ypothekenbuche aber Tom. IV. pag. 289. sub No. 145. verzeichnete Badeanstalt, Alexandrinenbad genannt, bestehend aus einem Wohn⸗, einem Bade⸗ Neben⸗Gebaͤnde mit allen Badentenstlien, ßen Garten, gewuͤrdigt auf 7049 Thlr. 13 sgr. 7, pf., soll im Wege nothwendiger Subhaßarion verkauft werden, und es ist der Bie⸗ tungs⸗Termin auf

den 19. Dezember d. J., Vormittags

GSubhastations⸗Patent.

Das im Großherzogthum Posen und dessen Kosten⸗ schen Kreise belegene, zur Victor Gra schen Konkurs⸗Masse gehoͤrige adel

Tage, Nachlaßmasse

heken⸗Schein koͤn⸗

f v. Szoldrski⸗

ige Gut Kiuezewo,

fuͤr die Preußischen Sta

soll nebst den dazu gehoͤrigen Guͤtern Saczkowe und im In Borek oͤffentlich an den Meistbietenden verkauft wer⸗ dieses den, und es ist hierzu ein peremtorischer Bietungs⸗ Termin auf

bTE“

vor dem Herrn Landgerichts⸗Rath Grafen von Posa⸗ sdowski, Morgens um 10 Uhr, allhier angesetzt worden. ABlesitz7aͤhigen Kaͤufern wird dieser Termin mit der MNachricht bekannt gemacht, daß in demselben die Guͤ⸗ ter dem Meistbietenden werden zugeschlagen werden, und auf die etwa nachher einkommenden Gebote nicht. weiter geachtet werden soll, insofern nicht gesetzlicht, Hindernisse eine Ausnahme zulassen.

Nach der gerichtlich angefertigten und gepruͤften Taxe vom 28. und resp. 29. Maͤrz c., ist Kluczewo nebst Borek auf 55,073 Thlr. 26 sgr. 6 pf. und Saczkowo auf 10,260 Thlr. 24 sgr. 3 pf. gewuͤrdigt worden. Hier⸗ von sind aber die in Folge der Regulirung der baͤuer⸗ lichen Verhaͤltnisse nothwendigen Bauten bei Kluczewo und Borek mit circa 4000 Thlr. und bei Saczkowe mit circa 500 Thlr. nicht in Abzug gebracht. Uebrigens steht waͤhrend der Subhastation und bis 4 Wochen vor dem Termin einem Jeden frei, uns die etwa bei Aufnahme der Taxe vorgefallenen Maͤngel anzuzeigen.

Die 1 wie die Kaufbedingungen koͤnnen zu jeder schicklichen Zeit in unserer Registratur eingesehen werden. Fraustadt, den 26. Mai 1834.

Koͤnigl. Preuß. Landgericht.

in ex- sind

So durch

- 1

burg

Literarische Anzeigen.

In der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin,

Schloßtlatz Nr. 2, ist zu haben:

Théàtre frangais moderne, Série III., Liv. 5:

Les ensans d'Edouard, Tragédie en 3 actes et en vers, . M. Casemir Delavigne,

fuͤr die Subseribenten à 5 sgr., einzeln à sgr.

Liv. 6 wird euthalten:

Cethérine Howard, p. Alezandre Dumas.

I., II. u. III. Seérie ist stets vorraͤthig in der Stuhr⸗

schen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplat Nr. 2.

Hef⸗Buchdruckerei in Dessan.

D

Inte

1 ihre

So eben ist bei Fr. Aug. Eupel in Sondershausen zelne

Frschenen 18 d beage bei C. F. Plahn, Jaͤger⸗ rn raße Nr. zu haben:

Allgemeines Adreßbuch der Stadt Nord⸗ haufen. Herausgegeben von J. F. M. Be⸗ necke, Rendant der milden Stiftungskasse da⸗ selbst. 1834. 8vo. (sauber broch.) Laden⸗Preis 16 gr. (20 sar.) 8

Die Stadr Nordhausen ist durch ihren Gewerbfleiß

Svo. ben

(Berli Nr. 20 a.), zu betiehen: Das

Taxe und der neueste Hypotheken⸗Schein, so Erster Theil. 8vo. Leipzig, im Juli 1834.

In der Becker'schen Buchhandlun

lungen (in Berlin bei E. Nr. 3), Posen, Bromberg, Gnesen u. Culm) zu hit

bildete Lesewelt. . sichten ihrer Schrifesteller uͤber Gott, Vost und Gottesverehrung, uͤber Leben, Tod un. vergaͤnglichkeit des Menschen; uͤber buͤrgen und haͤusliches Leben, Liebe, 1 Pflichten der Eltern, Kinder und Ehegatten: Tugend, Laster und Mittel der Besserunh, sieben Buͤchern. 12mo. Jedem Gebildeten moͤchte

flexjonen, in kuͤrzeren oder laͤngeren getheilt.

aten.

und Auslande zu ruͤhmlich bekannt, al: nene Adreßbuch dem gewerbtreibenden Puth

kum nicht eine willkommene Erscheinung seyn set Die eben so einfache, als zweckmaͤßige Einrichtung aus vier Abtheilungen bestehenden Ganzen (—5 bersicht der Behoͤrden und Anstalten, der Einnehn mit Bemerkung der Straßen und Hausnummern, smmtlichen Gewerbtreibenden nung der Gewerbe, und zuletzt der Hausbe Straßen —) buͤrzt fuͤr die große Brauchbent desselben.

n alphabet. d ach alpha 2

eben ist in meinem Verlage erschienen 1 alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslne n, Duncker u. Humblot, Franzoͤsis. En

Novellenbuch;, oder Hundert Novellen,

nach alten italienschen, spanischen, franzoͤsischen

teinischen, englischen und deutschen bearbeitet von Eduard von Buͤlow. Mit einem Vorworte von Ludwig Tied. Auf feinem Druck⸗Velin⸗Pohe 2 Thlr. 15 sgr.

F. A. Brockhaut.

*

—————

in Que ist so eben erschienen und in allen Buch S. Mittler (Glecht ie Hellenen. Darstellungen fuͤr die Erste Abtheilung.

Freundschaft un

eh. 12 i sar· ne⸗ von m

resse seyn; Es reicht dem Leser einen Blln.

kranz dar, geflochten in dem herrlichen Garten nischer Weisheit. Was Sinnvolles und Gemäͤcz en Zeiten uͤben

Schriftfteller der verschiedensten 1 Gegenstaͤnde ersannen, ist hier in einzelnen

Belehrungen 61

ö“ 1 I1 Für Schmetterlings- Sammlerr.

Hälfsbuch von F. Treitschke. 4 col. Kupferr-

Wien, 1834. 3 Thlr.

Wallishaufser, in Berlin bei A. Aecher.

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dieser bloß der

Berlin, Donnerstag den 21sten August

—-—- ——

—,.—

Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Kreis⸗ Deputirten und Ritterguts⸗Besitzer Kober zum Landrath des Wohlauer Kreises, im Regierungs⸗Bezirk Breslau, Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.

Angekommen: Der Pair von England, Koͤnigl. Groß⸗ britanische Geheime Rath, außerordentliche Gesandte und bevoll⸗ maͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf von Minto, von Dresden.

Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der 15ten Kavallerie⸗Brigade, von Hellwig, nach Frankfurt a. d.O.

Zeitungs⸗Nachrich IE1

Rußland.

St. Petersburg, 13. August. Der Wirkliche Geheime Rath Nowostitzow ist auch zum Praͤsidenten des Minister⸗Comité ernannt worden.

Am 27sten v. M. hat in Kiew die feierliche Eroͤffnung der St. Wladimirs⸗Universitaͤt stattgefunden.

Die aus dem Innern eingehenden Nachrichten uͤber die Aussichten zur naͤchsten Aerndte lauten fast durchgaͤngig sehr

3

guͤnstig, mit Autznahme der Krimm und Bessarabiens, wo die

anhaltende Duͤrre nur eine geringe Aerndte erwarten laͤßt.

Riga, 11. August. Wochen die Gegend umher, und gestern besonders sah man fast am vollen Halbkreise des Horizontes Rauchsaͤulen emporsteigen. Vor 10 oder 12 Tagen war in Kurland auf dem Graͤnzgute Kalnazeem ein Waldbrand entstanden, der uͤber die Graͤnze in den ungeheuren, der Stadt Riga gehoͤrenden Moor, die Zenne

genannt, drang, und hier vielleicht 20 Quadrat⸗Werst niedrigen Morast⸗Wald verzehrte, und auf den Wiesen, die sich hin und wieder im Moor sinden, eine große Masse Heu in Asche ver⸗

wandelte, an einer einzigen Stelle, wie es heißt, 15 Kuyen Heu. Die ganze Bevoͤlkerung der Gegend war zum Loͤ⸗ schen aufgeboten, und aus der Stadt selbst wurden noch 200 Menschen ihr zu Huͤlfe geschickt; aber es gelang nur lang⸗ sam und oft unvollkommen, das Feuer zu uͤberwaͤltigen, da der moorige Boden, der in andern Jahren, Fibst in heißer Sommer⸗ zeit, nur in wenigen Richtungen seiner Wassermenge halber weg⸗ sam ist, jetzt tief hinein brannte.

Nachdem es seitdem bald hier bald dort in der Gegend wieder geringere Feuersbruͤnste gegeben hat, gerieth vorgestern noͤrdlich von der Duͤna der Stubbensee'sche Wald in Brand, und das

Feuer theilte sich bald den benachbarten Waͤldern mit und soll

in einer Laͤnge von einer Meile Alles verzehrt haben, Heukuyen, Bauerhaͤuser und zwei Kruͤge. Heute sah man vom suͤdlichen Ufer aus, daß er mit neuer graͤßlicher Wuth die Gegend von Bickern erreichte. Aber auch am suͤdlichen Ufer ist heute im Pulkarnschen Gebiet ein Brand aufgegangen, der Wald, Wie⸗ sen, Felder und Haͤuser verzehrt. Die allgemeine Meinung schreibt diese wiederholten Ungluͤcksfaͤlle unbesonnenen Jaͤgern zu, die ihre Flintenpfropfen aus Werg oder Papier bereiten, jetzt, da selbst ein weggeworfener Cigarrenstuͤmmel zuͤnden kann.

Der Brand am noͤrdlichen Ufer“, sagt eine gedruckte Nachricht vom 11. August, „erstreckt sich von Kirchholm bis Griesenbergshof (ein Landsitz, einige Werst von der Stadt).“ Das gabe eine Strecke von etwa zwei Meilen. Indeß sollen keine Hoͤfe oder Bauerwohnungen verbrannt seyn. Es waren Maßregeln ergriffen, um die Stadt zu sichern und den Brand zu unterdruͤcken.

Auch unserem Seehandel thut die Duͤrre großen Schaden. Der einzige Artikel, den das Ausland in diesem Jahr in eini⸗ er bedeutenden Masse verlangt, ist Bauholz; aber der groͤßte heil der akkordirten Balken kann nicht herabgefloͤßt werden, der Wasserstand der Duͤna selbst ist zu niedrig.

Frankreich.

Paris, 13. August. Es heißt, daß der Minister des In⸗ 8g in etwa 14 Tagen eine Reise nach Dieppe unternehmen e. Das Journal des Déöbats ist mit dem Adreß⸗Entwurf der Deputirten⸗Kammer, in soweit er die Spanischen Angelegen⸗ eiten betrifft, unzufrieden. . spreche sich viel entschiedener uͤber diesen Gegenstand aus, als die ntwort; in jener heiße es, daß die in Spanien eingetretenen erwickelungen Seitens der Unterzeichner des Quadrupel⸗Allianz⸗ Traktates eine ernstliche Aufmerksamkeit erforderten, waͤhrend in der fromme Wunsch ausgedruͤckt werde, daß die Spa⸗ fesche Regierung uͤber alle ihr in den Weg gelegte Hindernisse Egen moͤge. „Eine bewaffnete Intervention“, fuͤgt das gedachte 8 att hinzu, verscheint in diesem Augenblick allerdings vollkom⸗ gen uüberfluͤssig; indessen handelt es sich auch weniger um eine ntscheidung dieser besondern, als jener allgemeinen rage, ob wir eventuell eine Restauration in Spanien uns müedh mefüllen lassen koͤnnen. Es ist nicht wahr schein⸗ ich, daß Don Carlos die Oberhand behalte, aber es ist moͤglich, dies kann Niemand leugnen. Was soll in diesem Falle a Was muß schon jetzt geschehen, um ein Ereigniß zu 5 ntertreiben, das Frankreich bei seiner heutigen Politik nicht dul⸗ Fhen darf? Man muß laut erklaͤren, daß weder unser Interesse dch. der Geist und sogar der Buchstabe des Auadrupel⸗Allianz⸗ raktates es uns gestatten wuͤrden, ruhige Zuschauer der Fort⸗

Furchtbare Waldbraͤnde verheeren seit

Es gluͤckte indeß doch, ehe die Flammen den hohen Wald des Stadtgutes Olai erreichten.

Die Thron⸗Rede, meint dasselbe,

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in Spanien nicht aus den Augen lasse, um den Moment wahr⸗ nehmen zu koͤnnen, wo dieselben etwa gefaͤhrlich fuͤr sie und ihre Alliirten werden moͤchten; die Thron⸗Rede thut dies; der Adreß⸗ Entwurf aber enthaͤlt nichts als den Wunsch, daß Spanien siegen moͤge; d. h. also, daß im entgegengesetzten Falle Spanien bloß beklagt werden wuͤrde. Aber von dem Augenblicke an, wo wir auf die Inter⸗ vention verzichten, verdoppeln wir auch die Kraͤfte des Don Carlos und vergroͤßern dadurch die Gefahren der Spanischen Regierung, mithin auch unsere eigenen. Die Worte einer Deputirten⸗Kammer werden stets aufmerksam erwogen. Was wuͤrde Spanien denken, wenn es den betreffenden Passus der Adresse laͤse? Muͤßte es nicht

nicht dieser bloße Gedanke die Treue manches Anhaͤngers der Koͤnigin wankend machen? Die Spanische Frage ist zugleich auch eine Franzoͤsische: dies scheint die Kammer nicht gefuͤhlt zu haben, als sie sich mit bloßen guten Wuͤnschen begnuͤgte. Fuͤr andere moͤgen solche Wuͤnsche hinreichen; fuͤr sich selbst thut man aber mehr: man macht Anstrengungen.“ Der Messager macht zu dem Adreß⸗Entwurfe im Allgemeinen folgende Bemer⸗ kungen: „In ihrer gegenwaͤrtigen Gestalt muß die Adresse mehr der Opposition als den Ministern zusagen, und dies kommt daher, daß im Schoße der Kommission der sogenannte tiers- parti, wenn man die Stimme des Hrn. Dupin hinzurechnet, gerade so stark als die ministerielle Partei gewesen ist. Von den Centris wurde also auch der Adreß⸗Entwurf, als er gestern in oͤffentlicher Siz⸗ zung vorgelesen wurde, mit einer Kaͤlte aufgenommen, die an Unzufriedenheit graͤnzte, waͤhrend die Opposition ihm stellenweise sichtlich ihren Beifall zollte.“ Auch der Courrier fran⸗ gais erblickt in dem Adreß⸗Entwurfe eine feindselige Tendenz gegen das Ministerium. Der National sagt: „Der Adreß⸗ Entwurf ist ein Fortschritt; wir muͤssen es aus Liebe zur Wahr⸗ heit, aus Pflichtgefuͤhl gegen das Land und in dem Interesse unserer eigenen Meinung einräaͤumen; indessen ist er noch nicht als der Ausdruck der Kammer zu betrachten; es ist vielmehr, nach

der Art und Weise zu urtheilen, wie er von den Centris aufgenom⸗

men worden ist, sehr wahrscheinlich, daß er modificirt werden wird.“

Das Journal du Commerece spricht sich etwa folgenderma⸗ ßen aus: „Mit Vergnuͤgen haben wir bemerkt, daß der Adreß⸗

Entwurf sich an einigen Stellen von jener Phrasenmacherei ent⸗ fernt, an der man die fruͤheren Dokumente dieser Art erkannte. Ohne sich von den in der Thron⸗Rede gezogenen Graͤnzen allzu⸗ sehr zu entfernen, interpretirt die Adresse doch die Worte des Koͤnigs in einem anderen Sinne als demjenigen, den man ur⸗ spruͤnglich damit verband. Auch werden die Beduͤrfnisse des Landes deutlicher und bestimmter als bisher ausgedruͤckt. Vor⸗ zuͤglich aber zeichnet sich die Adresse durch eine ruhige Wuͤrdi⸗ gung der moralischen Lage des Landes aus. Im Allgemeinen laͤßt sich sagen, daß der Entwurf nichts weniger als im ministe— riellen Sinne abgefaßt ist; indessen wollen in dergleichen Dingen die Worte an sich wenig sagen; erst die Debatte giebt ihnen das gehoͤrige Gewicht; wir wuͤnschen daher, daß sie moͤglichst vollstaͤndig seyn, und daß alle Meinungen sich im Laufe dersel⸗ ben vernehmen lassen moͤgen. Nur so kann diese Session von wenigen Tagen wahrhaft nuͤtzlich fuͤr das Land werden.“ In gleicher Weise aͤußert sich der Constitutionnel. „Wenn wir“, sagt derselbe, „unser Urtheil uͤber den Adreß⸗Entwurf in weni⸗ gen Worten ablegen sollen, so ist es dieses, daß der Entwurf unter den extremen Parteien wenig Beifall finden wird, noch weniger aber im Ministerium.“

Herr Armand Carrel, einer der verantwortlichen Heraus⸗ geber des „National“, ist neuerdings vor den Assisenhof geladen worden, weil dieses Blatt in seiner Nummer vom 1. August, ungeachtet des an ihn ergangenen Verbots, uͤber die Debat⸗ ten dieses Gerichtshofes referirt hatte. Wegen einer aͤhnli⸗ chen Uebertretung in dem Blatte des „National“ vom 27sten Juli war Herr Armand Carrel auf heute vor den Assisenhof geladen. Er erschien indessen nicht und wurde daher in contu- maciam zu 2monatlicher Haft und einer Geldbuße von 2000 Fr. verurtheilt. „Wir haben keine Hoffnung“, sagt der heutige National, „eine Reform der von dem Koͤnigl. Gerichtshofe aufgestellten Ansicht zu bewirken; indessen wird der „National“ in einem so ehrenvollen, wenngleich fuͤr seine Herausgeber so nachtheiligen Kampfe nicht unterliegen. Das Publikum, das ihn bisher nicht verlassen hat, wird auch ferner dieses Organ der republikanischen Meinung, ungeachtet des Verfolgungsgeistes de Regierung und ihrer Agenten, aufrecht erhalten.“

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 13. August. Die Amendements, welche das Unterhaus noch in der Armen⸗Bill vorgenommen hatte, wurden nach eini⸗ gen Bemerkungen des Lord⸗Kanzlers zu Gunsten derselben genehmigt, und die Bill ist demnach nun als passirt anzusehen. Hierauf erhob sich der Marquis von Londonderry und wuͤnschte einige Aufschluͤsse von Lord Melbourne uͤber Spanien und Portugal. „Vor einigen Tagen“, sagte er, „verstand ich den edlen Viscount, daß die Regierung sich in den Krieg in Spanien nicht einmischen wolle. Seitdem habe ich gehoͤrt, daß der Oberst Caradoc in das Hauptquartier des General Rodil gesandt wor⸗ den sey. Ich hoffe, dem ist nicht so, weil ich in den Angelegen⸗ heiten der Halbinsel nichts finden kann, was die Regierung ver⸗ anlassen koͤnnte, einen Britischen Offizier mit einer solchen Mis⸗ sion zu beauftragen. Dieser Offizier befand sich zwar waͤhrend der Belagerung der Antwerpener Citadelle in einer aͤhnlichen Stellung, aber da stand die Sache auch ganz anders, als in Spa⸗ nien. Ein Britischer Offizier kann nur in der Absicht in das Hauptquartier des General Rodil gesandt worden seyn, um sich in die Angelegenheiten der kriegfuͤhrenden Maͤchte einzumischen. Auch moͤchte ich den edlen Viscount fragen, ob die Regierung an der Kon⸗ fiszirung und Beraubung Theil hat, die zu Lissabon auf Dom Pedros Befehl vor sich geht. Bei der Einstellung des Krieges ward eine Amnestie erlassen, und doch ist die Konfiszirung Mi⸗

schritte des Don Carlos zu bleiben an muß ritte . ß ohne Ruͤckhalt verkuͤndigen, daß die Franzoͤsische Regierung die

1g Guͤter bis aufs Aeußerste getrieben worden. Ich offe, man wird eine Untersuchung daruͤber anstellen. Ich habe

glauben, daß man es sich selbst uͤberlassen wolle, und wuͤrde

ein Verzeichniß uͤber die Britische Rhederei in Haͤnden, abs welchem sich ergiebt, daß die Konfiszirung und Beraubung nicht weniger als 100,000 Pfund von dem Eigenthum Britischer Kauf⸗ leute betroffen hat. Es wurde durch den neuen Gerichtshof Dom Pedros zu Lissabon konfiszirt, und sie konnten davon nicht appelliren, wie fruͤher von dem Admiralitaͤts⸗Gericht. Auch ist daruͤber, wie ich glaube, bei dem auswaͤrtigen Amt Beschwerde 899 worden, aber ohne Erfolg. Hoffentlich wird der edle

iscount die Rechte der Kaufleute in dieser Beziehung beruͤck⸗ sichtigen, sonst wuͤrde ich beim Beginn der naͤchsten Session mit einem hierauf bezuͤglichen Antrag hervortreten muͤssen.“ Lord Melbourne sagte, er habe bei einer fruͤheren Gelegenheit nicht erklaͤrt, daß es die Absicht der Regierung sey, sich in die Spa⸗ nische Sache nicht zu mischen, sondern er habe dies dahingestellt gelassen. „Der Oberst Caradoc“, fuhr der Redner fort, „befin⸗ det sich wirklich im Hauptquartier des General Rodil. Die Angelegenheiten Spaniens sind in diesem Augenblick von so gro⸗ ßer Wichtigkeit fuͤr England und Europa, daß genaue Mitthei⸗ lungen daruͤber hoͤchst nothwendig sind; und um diese zu erhal—⸗ ten, hat die Regierung den besagten Offizier abgeschickt. Was die Konfiszirungen und Beraubungen zu bissabon anbetrifft, so weiß ich davon nichts. Ich will nicht sagen, daß keine Konfis⸗ zirungen stattgefunden haͤtten, aber ich habe keine Mittheilungen daruͤber empfangen. Freilich hat der Prinz Regent von Portugal eine Amnestie bewilligt, uͤber die Ausfuͤhrung derselben habe ich jedoch keine Nachricht erhalten. Es wuͤrde mir sehr erfreulich seyn, wenn der edle Marquis mir daruͤber Aufschluß geben koͤnnte.“ Der Marquis von Londonderry erwiederte, es moͤchte vielleicht dem edlen Viscount jetzt daran gelegen seyn, das, was er fruͤher gesagt, zuruͤckzunehmen, aber der Eindruck, den eine fruͤhere Erklaͤrung desselben auf die Oppositions⸗Seite des Hauses gemacht habe, sey kein anderer gewesen, als der, daß die Englische Regierung sich nicht in den Spanischen Streit einzumischen beabsichtige. „Ich behaupte“, fuhr er fort, „daß die Beglaubigung eines Britischen Offiziers bei Rodil's Armee eine feindselige Demon⸗ stration gegen Don Carlos ist. Wenn der Offizier bloß, wie man sagt, deshalb abgesandt worden ist, um schnelle und genaue Nachrichten einzuziehen, warum schickte da der edle Vis⸗ count nicht auch einen beglaubigten Offizier in das Hauptquartier des Don Carlos oder seines Ober⸗Gene⸗ rals? Wenn ich richtig unterrichtet bin, so hat die Regie⸗ rung jetzt voͤllig den Weg einer wirklichen Einmischung einge⸗ schlagen. Ich habe gehoͤrt, daß Waffen aus der Themse fuͤr die Partei der Koͤnigin nach Spanien gesandt werden, und daß un⸗ sere Kreuzer an der Kuͤste deren Partei unterstuͤtzen sollen. Wenn dem in der That so ist, warum sagt es der edle Viscount nicht gleich offen heraus? Moͤge die jetzige Verwaltung, ich beschwoͤre sie, nicht eben so arg gegen Spanien handeln, wie die vorige Verwaltung gegen Portugal. Moͤge sie nicht durch vorgebliche Neutralitaͤt die Karlisten, wie fruͤher die Miguelisten, aufmun⸗ tern, den Kampf bis aufs Aeußerste fortzusetzen, und sich um die eilfte Stunde mit einemmale gegen sie kehren, um sie zu uͤberwaͤltigen. Schließlich zeige ich an, daß ich zu Anfang der naͤchsten Session die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Konfiszirung der Britischen Schiffe in Portugal lenken werde.“ er Herzog von Wellington bemerkte noch, er habe fruͤher auch den edlen Viscount so verstanden, daß der Traktat der vier Maͤchte seine Endschaft erreicht habe, weil der Zweck, um dessentwillen er abgeschlossen worden, erlangt sey; die heutige Erklaͤrung des edlen Viscounts aber sey von großer Wichtigkeit, denn man pflege einen Offizier nicht in das Haupt⸗ quartier einer Armee zu senden, ohne damit auszudruͤcken, daß man ein Verbuͤndeter der Macht sey, die diese Armee ins Feld geschickt habe. Hiermit schloß diese Debatte, und es wurden darauf noch mehrere Bills von oͤrtlichem Interesse zum dritten⸗ mal verlesen und angenommen.

Unterhaus. Sitzung vom 13. August. Der Oberst Perceval uͤberreichte eine von mehreren tausend Persoͤnen un⸗ terzeichnete Bittschrift aus Cork, worin um Aufrechterhaltung der Anglikanischen Kirche in Irland ersucht wird. Der Oberst gab bei dieser Gelegenheit seine Freude daruͤber zu erkennen, daß das Oberhaus die Irlaͤndische Zehnten⸗Bill verworfen habe. Er meinte, wenn die im Februar eingebrachte Zehnten⸗Bill durchgegangen waͤre, so wuͤrde Niemand in Irland etwas einzu⸗ wenden gehabt haben, aber uͤber die Verwerfung der nachher eingebrachten Bill wuͤrde sich gewiß Jedermann herzlich freuen Diese Maßregel habe einen Zehnten⸗Erlaß von 40 pCt. als Koͤder dargeboten, aber er (der Redner) und die an⸗ deren Irlaͤndischen Gutsbesitzer wiesen diese Lockung mit Verachtung zuruͤck; der groͤßte Vorwurf, den man der Bill zu machen habe, sey der, daß sie uͤber die Abloͤsung und Ver⸗ wendung des Zehnten nichts bestimme; uͤber die Nicht⸗Entrichtung des Zehnten sey viel Laͤrm erhoben worden, er glaube aber ganz bestimmt, daß, wenn die Zehnten jetzt nicht bezahlt wuͤrden, es nur deshalb sey, weil die Minister das Gesetz nicht gehoͤrig in Kraft setzten; wenn dies geschaͤhe, so wuͤrde der Zehnten in Ir⸗ land so bereitwillig wie immer entrichtet werden. (Geläͤchter.) Herr Ward dagegen war der Meinung, daß der Oberst, ehe noch ein halbes Jahr verflossen seyn wuͤrde, die Verwerfung die⸗ ser Maßregel, uͤber die er sich jetzt so sehr zu freuen scheine, bit⸗ ter beklagen moͤchte, denn das Gesetz, wie es jetzt stehe koͤnne nicht mit Gewalt ausgefuͤhrt werden, und die ein⸗ zige Abhuͤlfe gegen das Uebel sey verworfen woeden Er erklaͤrte, daß er in der naͤchsten Session sogleich wieder auf eine Untersuchung des Zustandes der protestantischen Kirche in Irland ferser werde, weil er uͤberzeugt sey, daß es kein anderes Mittel gebe, der dortigen Anarchie ein Ende zu machen, als die Feststellung des Grundsatzes, daß eine gehoͤrige Kontrolle uͤber das Eigenthum der Kirche gefuͤhrt werden muͤsse Sir E. Codrington betrachtete die Verwerfung der Bill auch als eine große Kalamitaͤt, und begriff nicht, wie sich irgend Je⸗ mand daruͤber freuen koͤnne, da die herrschende Kirche das Un⸗ gluͤck tief empfinden wuͤrde. Herr Shaw hingegen behauptete,

die Bill habe nichts getaugt, denn sie habe alle die jetzigen Ein⸗