1834 / 247 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

uͤͤber aus den Originalien ihre Auszuͤge machen, sind gendthigt,

dhaismus keineswegs abgebrochen. Der gelehrte Akabemiker Schmidt

in St Petersburg beschäaͤftigt sich sehr fleißig damit und Remusat's

balbrollendeter Kommentar zum Foe kuc ki, einer Reise Chinesi⸗

scher Buddhaisten durch das innere Asien nach Indien, wird von

Klaproth vollendet und jetzt in der Koͤniglichen Druckerei zu Paris

gedruckt. Wir sind aus dem hoͤchtt interessanten Berichte des Herrn Landresse, Bibliothéraire del'Institut, uͤber den Fortgang der Orientali⸗

schen Studien in Paris im Stande uͤber diesen Gegenszand noch folgendes

mitzuthbeilen, in so weit es auf unseres dort lebenden Landsmannes Professors Klaproth Fleiß und Gelehrsamkeit Bezug hat. Nach Herrn Landresse's Bericht haben bereits von Klaproths Fortsetzung der Reise Chinesischer Buddhaisten 21 Bogen in Quarto die Pre verlassen. „Klaproths außerordentliche Belesenheit in den Chine⸗ sischen Buͤchern und Handschriften der Pariser Bibliothek, die sich wieder neuerdings in seinem Werkchen uͤber den Ursprung der Bus⸗ sole im vollen Lichte gezeigt hat, setzen ihn in den Stand, die schwierigsten Punkte des Textes genugend zu erlaͤutern. Aber zu bedauern ist es, daß eine sehr vollstaͤndige Sammlung Burdhaisti⸗ scher Werke, die man ihm aus China schickte, im vorigen Jahre mit dem Schiffe „le Grand Duquesne“ in der Straße von Makassar in Flammen aufge angen ist. Mehrere Abhandlungen dieses Gelehrten im Nouveau Journal Asiariague haben bereits uͤber die Chro⸗ nologie der Buddhaisten ungleich mehr Licht verbreitet, als Rüömu⸗ sat's Liste der Patriarchen ihres Glaubens. Es ist uͤberhaupt außer⸗ ordentlich, wie viel Klaproth seit seinem Aufenthalte in Paris, wo er die unermeßlichen Schatze der dortigen Bibliothek und Samm⸗ luͤngen ungestort benutzen kann, fuͤr die Geographic, Geschichte und Sprachkunde von Asien geleistet hat. Mehr als fuͤnf und zwanzig im Druck erschienene Baͤnde enthalten die wichtigsten Aufschluͤsse über diese Gegenstäͤnde. Oabei ist er einer der fleißi sten Mitarbei⸗ ter des Asiatischen Jou nals und der Annales des Voyages. Mittel⸗ Asien war uns fast eben so unbekannt, als es noch jetzt das Innere von Afoika ist. Seine große Charte dieses Theiles der alten Welt, ein Werk, woran er seit funfzehn Jahren mit unermuͤdlichem Fleiße geg beitet hat, und dem die vesten, nur ihm zugaͤnglichen Huͤlfs⸗ miltel zum Geunde liegen, hat uns erst eine richtige Uebersicht die⸗ ser großen Laͤndermasse verschafft. A. v. Humboldt’s und Carl Rit⸗ ter’s Urtheile daruͤber sind vollkkommen uͤvereinstimmend. Auch in England, wo man sonst nicht sehr bereit ist, fremdes Verdienst gebdrig anzuerkennen, werden Klaproth's Arbeiten sehr geschätzt.

wei wichtige Werke sind neuerdings von ihm, auf Kosten

es Ocientalischen Uebersetzungs⸗Comité, zu London gedruckt worden: die Beschreibung der drei Reiche, welche mit Japan graͤnzen, und die Annalen der Datri oder Kaiser von Japan.

Die letzten haben so eben die Presse verlassen und bilden einen großen Quartband von 500 Seiten. Herr Klaprotb beschaͤftigt sich in diesem Augenblicke mit der Uebersetzung eines höͤchst interessanten philo ophischen Werkes in Chinesischer Sprache, das im sechsten Nahrhundert vor unserer Zeitrechnung verfaßt worden ist, und des⸗ sen System vollkommen von der Moral⸗Philosophie des Confucius abweicht. Durch einen gluͤcklichen Zufall hat Kl. in Paris sechs verschtedene Ausgaben und funfzehn Kommentatoren zusammenge⸗ bracht, die den sehr schwierigen Text vollkommen erlaͤutern. Seine Georgische Grammatik ist jetzt zur Haͤlfte abgedruckt und wird in enicen Monaͤten vollendet seyn. Der Druck seiner Ausgabe von Marco Polo's Reisen mit vielen e klaͤrenden Anmerkungen, so wie des von ihm verfaßten sehr vollstandigen Chinesischen Woͤrterbuchs, verden dann sogleich ihren Ansang nehmen. Er laͤßt auch jetzt die Fragmente uͤber Thibet des P. Horatius della Penna di Billa nach u sers trefflig en Ritter's Wunsche Italiaͤnisch mit seinen No⸗ ren drucken. Seine vor mehreren Jahren in London angekuͤndigte Beschreibung des Chinesischen Reiches, in 16- Quartbaͤnden, ist er jeht beschaͤftigt, ganz umzuarbeiten, weil seitdem die Koͤnigl. Biblio⸗ thek zu Paris die neueste ⸗Ausgabe der Chinesischen Reichs⸗Geogra⸗ ph.ie erhalten hat, die ihm eine Menge schaͤtzbarer Huͤlfsmittel lie⸗

fert. Wir haben bereits in diesen Blaͤttern (Nr. 136 der St. 3.) von Kl.'s Abhandlung uͤber den Ursorung der Bussole gesprochen. Die Akademie der Wissenschaften zu Paris hat den beruͤhmten Astro⸗ nomen Arago beauftragt, einen Bericht daruͤber zu machen.

Indem wir unsere Mittheilungen uͤber den Buddhaismus schlie⸗ ßen, koͤnnen wir nicht anders als den Wunsch aussprechen, daß uͤber mehrere Orientalische Gegenstaͤnde so faßlich und populair in Deutschland geschrieben werden moͤchte, als es Professor Fr. Buch⸗ vbolz bei dieser Gelegenheit gethan, denn die Personen, welche dar⸗

eine Menge gelehrter Untersuchungen einzuflechten, die als Beweise sfuͤr das Gesagte unumgaͤnglich noͤthig sind, die aber nicht fuͤr das große Publikum, das sich nur an Resultaten haͤlt, büsen.

Freitag, 5. Sept. Im Opernhause: Die Familien Capulett und Montecchi, Oper in 4 Adch, mit Tanz. Musik von Vellit. (Düle. Lutzer: Giulietta; Mad. Schodel: Romeo, als

Hamburg

1902

DSonnabend, 6. Sept. Im Schauspielhause: Die Advo⸗ katen, Schauspiel in 5 Abth., von A. W. Iffland. in Koͤnigstaͤdtisches Theater. Frreitag, 5. Sept. Zum erstenmale: Pachter Feldkuͤmmel. Lustspiel in 5 Akten, von Kotzebue.

Sonnabend, 6. Sept. Nach Sonnenuntergang. Lustspiel in 2 Akten, von Lotz. Hierauf: Graf Schelle, Posse in 3 Ak⸗ ten, von L. Angely.

—.—

Meteorologische Beobachtung. 1834. Morgens Nachmitt. Abends RNach einmaliger 3 Sepibr. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

sr.nnnaran ee dernamn 3.nn

Luftdruck.. 5 37, 8 0 Par. 338,: 6* Par. 338,7 ° Par. [Quellwärme 9, R. Luftwaͤrme 13,0 2R. 15, °R. 10,00R. Thaupunkt I 12,3 ° R. 10,5 °R. 8,3 0R. Dunstsaͤttg. 95 vCt. 66 Ct. Wetter... bezogen. heiter.

Flußwärme 16, 8 H R. Bodenwärme 15,4 °R.

Ausdünst. 0,1 4 1 Rh.

Wolkenzug SW. Niederschlag 0.

Berliner Börse.

Den 4. September 1834. und Geld-Cours-Zettel. (FPreufs. Cour.) eFea ,re.f, Gela. 102 ¼

Amtl. Fonds-

2f. vrief öcla,

6

St.-Schuld-Sch. 4 99 ½ 99 [Grosshz. Pos do. 4

Pr. Engl. Anl. 18.] 2 0stpr. Pfandbr. g8 5

Pr. Engl. Anl. 2. 5 [T'omm. do. 4 105 Pr. Eugl. O bl. 30 4 94½ [Kur- u. Neum. do. 4 1064 Präm. Sch. d. Seeh. 57 ¾ 7 Schlesische do. 4 106 Kurm. Obl. m. lI. C. 4 99 Rkst C. d. K.-u. X. 72 Neum. Int. Sch. do. 4] 98 ¾ Zz. Sch. d. K.- u. N.] 2 Beri. Stadt-Obl. 4 99 ¾ . V Königsb. do.

9

57

4 98 Holl. vollw. Dul. 4 Elhing. do. 4 ½ 98; Neue do. 18 18 Danz. do. in Th. 37 ¾ Friedriehsd'or .. V 13 ½

37 Westpr. Pfandbr. 4 101 DISI“ 8 4 P

Prenss Cbun.

Wechsel-Cours.

RN-H,NEs Ax. SAxüaen 2. 250 MI. 250 Fl. Mk. Mb. LSt. Fr.

[Kurz. 2 Mt. Kurz 3 Mt. 2 Mt. Fl. 2 Mt. Fl. 2 Mt. Fhl. 2 Mt. 8 2 3 K

1412 140 ¾

140¾ 140⁄ 52 1514 6 24 81 12 104 ½

Amsterdam dito

d. to London Paris Wien in 20 Xr. Augsburg Breslau Frankfurt a. M. WZ. Petersburg Warschau..

99 100 Thl. Tage 103

0 Fl. Mt. 102 Woch. 30 urz

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 30. Angust.

Nirderl. wirkl. Scholbo 50 ½. 5 % do. 97 r. Kanz- Bill. 21 ½ 41½1 8 Amorti. 88 ¼. 3 ½ 6 71 ½. Preruss Prümen- Scheine do. 49 Anl. 5 8 Span. 33. 3 22.

Antwerpen, 29. August. Span. 58 33 ¼. 38% 23. Zinsl. 8 ½ Cortes 34. Belg. 97 ¼, Bras. 76. 1 wWarschau, 31. August. Pfandbr. 93 ½⅜. 942. Wien, 30 August.

488 —. Bank-Actien 1238 ½. Neue Anleihe v.

Ausg Sehuld Ivr Russ. (v. 1831) 96 ¼. Oestexr. 97].

53 Met. 98 ¼2 1834 546 ¾

Neueste Nachrichten.

Paris, 9. August. Das Journal des Débats mel⸗ det, daß die Reise des Koͤnias nach den suͤdlichen Provinzen nunmehr definniv bis zum kuͤnftigen Jahre verschoben worden sey; dagegen wuͤrden de. Mafestaͤt im Laufe des Septembers die Schlöͤsser zu Compidgne, Amboise und Fontainebleau besuchen. Der Herzog von Orleans ist gestern aus Compieègne hier angekommen und noch an demselben Abend mit dem Herzoge

Gaurollen.)

von Nemours dorthin zuruͤckgekehrt. Die Herzoge von Aumale

vala genommen worden sey. Paris die Authenttcitaͤt der Nachricht von dem Siege Zumala⸗ carreguy's bestreitet, so zeigt es sich bloß eben so schlecht unter⸗ richtet, als an dem Tage, wo es die Ankunft des Don Carlos

und Montpensier werden sich morgen dorthin begeben und 3 Tage im Lager verweilen.

Der Minister des Innern ist gestern fruͤh aus Dieppe hier⸗ her zuruͤckgekehrt.

Das 4te Wahl⸗Kollegium des Departements der Arddche ist auf den 22. September in Joyeuse zusammenberufen worden, um einen Deputirten zu ernennen, da die fruͤhere Wahl dieses Bezirks von der Kammer annullirt worden ist.

Die heutigen ministeriellen Blaͤtter enthalten gleich⸗ lautend folgenden Artikel: „Die Regierung hat heute Nachrich⸗

ten aus Spanien erhalten, die zwar an sich ohne alle Wichtig⸗ keit sind, aus denen jedoch sehr klar hervorgeht, daß an den seit

gestern von allen Karlistischen Blaͤttern publicirten Bulletins uͤber einen vorgeblichen Sieg des Zumalacarreguy kein wahres Wort ist. Eben so falsch ist die Behauptung, daß die Gattin des Zumalacarreguy von dem Beschlusse des Ministers des In⸗ nern, der es ihr freistellt, nach Spanien zuruͤckzukehren, nicht in Kenntniß gesetzt worden sey; eine solche Benachrichtigung har vielmehr ganz destimmt stattgefunden, und wenn Madame Zu⸗ malacarreguy dennoch nicht nach Spanien zuruͤckkehrt, so koͤnnen wir versichern, daß sie es nicht will. Endlich zeigen auch noch einige Karlistische Blaͤtter an, daß der General Harispe von seinem Kommando abgeloͤst werden solle, und bezeichnen sogar schon seinen Nachfolger (den General Janin). Es ist fast uͤber⸗ fluͤssig, zu sagen, daß diese abgeschmackte Nachricht ohne allen Grund ist.“

Im voͤlligen Widerspruche mit diesem Artikel steht die nach⸗ folgende Mittheilung der Gazette de France: „Die Briefte aus Bayonne vom 24sten enchalten nichis weiter, als die Bestä⸗ tigung des am 19ten von Zumalacarreguy errungenen Sieges. Von der Ankunft des Don Carlos in Elisondo wußte man in Bayonne durchaus nichts; dagegen hieß es, daß Bilbao von Z“ b Wenn uͤbrigens das Journal de

in Spanien leunnete.“ Die Auotiodienne sagt: „Wenn sich doch so klar aus den Nachrichten der Regierung ergiebt, daß, was uͤber den Sieg

Zumalacarreguys gemeldet worden, falsch sey, warum werden Friet. weld. besser als ein bloßes Laͤugnen, das nicht bloß durch unsere Pri⸗ vat⸗Berichte, sondern auch sogar durch die Korrespondenz⸗Mit⸗ theilungen der Bordeauxer liberalen Blaͤtter vom 26sten Luͤ⸗ gen gestraft wird.“

jene Nachrichten denn nicht bekannt gemacht? Dies waͤre viel

„In ganz Catalonien“, berichtet der Messager, „herrschte

bis zum 19. August die groͤßte Ruhe. Die heute hier eingegan⸗ genen Zeitungen aus Barcelona erwaͤhnen keines Ereignisses, das

die von der Gazette gemeldete Insurrection bestaͤtigte.“ Aus dem Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten

sind heute 2 Couriere nach Madrid abgefertigt worden.

Von den hiesigen Inhabern Spanischer Renten wird in diesem Augenblicke eine Bittschrift an den Koͤnig unterzeichnet. Die Spanischen Fonds sind an der heutigen Boͤrse wieder um einige pCt. gewichen, obgleich Niemand fuͤr dieses Sinken einen bestimmten Grund anzugeben wußte. Einige schrieben das⸗ selbe dem Geruͤchte von der Besitznahme von Bilbao durch Za⸗

vala zu; Andere sprachen von dem Eingange unguͤnstiger Nache

richten aus Madrid.

Der Moniteur giebt einen sehr guͤnstigen Bericht des Generals Desmichels aus Oran vom 5. August, wonach dit Eingebornen immer zutraulicher gegen die Franzosen werden und in der ganzen Kolonie Ruhe und Sicherheit herrscht.

Heute schloß 5proc. Rente 105. 20. Zproc. 73. 95. 5proc. Neap. 91. 25. 5 proc. Span. perp. 28 ¼. Zproc. do. 20 ¼½. 5proc. Cortes⸗Obligat. 33 ½¼. Ausg. Span. Schuld 8.

Frankfurt a. M., 1. Septbr. Oesterr. 5proc. Metall. 99 ¾ 99 ¼. 4proc. 89½ 89 ¼. 2 ½proc. 52 ½ Br. 1proc. 23 Br. Bank⸗Actien 1486. 1484 Part.⸗Oblig. 138 ¼. 138. Loose zu 11 % Gulden 206. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 56 ¾ Br. do. 4proc. Anl. 93 ½ Br. Holl. 5proc. Obl. von 1832 941 ½. 941 ½¾. Poln. Loose 64 ¼. Br. 5proc. Span. Rente 30 ½. 30 ½. 3proc. do. 21. 20 ¼,

Redacteur Cottel.

Gedruckt bei A.

.e

Bekanntmachungen.

8 EE11“

Der Landgerichts⸗Auskultator Prosper Bracht, beschuldigt der Theilnahme an hochverraͤtherischen Ver⸗ bindungen, soll hier zur Haft und Criminal⸗Unter⸗ uchung gezogen werden. Da er indessen von Duͤssel⸗ orf, seinem letzren Aufenthaltsorte in den diesseiti⸗ en Staaten, entflohen, so ergeht, im Auftrage des Koͤniglichen Kammergerichts, au alle Polizei⸗Hehoͤrden es In- und Auslandes das Ersuchen, den fluͤchtigen Prosper Bracht, wo er sich betreten laͤßt, arretiren nd gegen Erstartung der Kosten in die Hausvoigtei⸗ Gefaͤngnisse hierselbst abliefern zu lassen.

Berlin, am 2. September 1834.

Der Koͤnigliche Untersuchungs⸗Richter, Criminalrath Dambach.

Siognelement. 1) Familien⸗Name: Bracht; 2) Vorname: Pros⸗ er; 3) Geburtsort: Recklinghausen; 4) Aufenthalts⸗ rt: Duͤsseldorf; 5) Religion: katholisch; 6) Alter: 3 24 Jahr; 7) Groͤße: 5 Fuß 9 10 Zoll; 8) Haare: lond; 9) Stirn: schmal; 10) Augenbraunen: blond; 1) Augen: graublau; 12) Nase: spitz; 13) Mund: ewoͤhnlich; 14) Bart: blond; 15) Kinn: oval; 16) aͤhne: gut; 17) Gesichtsbildung: oval; 18) Gesichts⸗ arbe: gesund, etwas gelblich; 19) Gestalt: schlank; 0) Sprache: deutsch; 21) Besondere Kennzeichen:

ige Narben von Hieben im Gesicht.

Bekanntmachung.

Von dem Koͤnigl. Stadtgericht hiesiger Residenz ist

n dem uͤber das Vermoͤgen des Kaufmann George

Schlüter am 20. December 1833 eroͤffneten Concurs⸗

Proesse ein neuer Termin zur Anmeldung und Nach⸗

weaisung der Anspruͤche aller etwaigen auswaͤrtigen un⸗ bekannten Glaͤubiger auf

den 11. November c., Vormittags 10 Uhr,

vor dem Herrn Justizrath Amstetter angesetzt worden.

Diese Glaͤubiger werden daher hierdurch aufgefordert,

sich bis zum Termine schriftlich, in demselben aber

An verfoͤnlich, oder durch gesetzlich zulaͤssige Bevollmaͤch⸗ tigte, wozu ihnen beim Manzel der Bekanntschaft die Herren, Justiz⸗Commissions⸗Rath Pfendsack, Justiz⸗ ommissarius Hirschmeyer und Justizrath Merkel vor⸗ geschlagen werden, zu melden, ihre Forderungen, die Art und das Vorzugs⸗Recht derselben anzugeben, und die etwa vorhandenen schriftlichen Beweismittel beizu⸗ bringen, demnaͤchst aber die weitere rechtliche Einlei⸗ tung der Sache zu gewaͤrtigen, wogeagen die Ausblei⸗ benden mit ihren Anspruͤchen von der Masse werden ausgeschlossen, und ihnen deshalb gegen die uͤbrigen Glaͤubiger ein ewiges Stillschweigen wird auferlegt werden.

Breslau, den 8. Juli 1834.

Koͤnigl. Stadtgericht hiesiger Residenz.

Die Wassermangel nebst Muͤhle zu Neu Weisstein bei Waldenburg an der Fahrstraße nach Altwasser und Salzbrunn, gegenuͤber vom schiffbaren Stollen be⸗ absichtige ich aus freier Hand, und unter annehmlichen Bedingungen, zu verkaufen; zu diesem ganz massiven schoͤnen Grundstuͤck, das eine Menge geraͤumiger Zim⸗ mer und Gewoͤlbe darbietet, auch mit Stallung, Re⸗ misen, Kutscher⸗Wohnung, einem Nebven⸗Gebaͤude versehen ist, gehoͤrt noch ein großer Garten. Dieses Hrundstuͤck wuͤrde sich zu jedem Geschaͤfte vorzuͤglich eignen. Etwanige Reflectanten belieben sich gefaͤlligst bei mir zu melden.

Waldenburg, den 26. August 1834.

E. Leuschner.

Bekanntmachung, in Beziehung auf die Anmeldung der land⸗ schaftlich Polnischen Pfandbriefe. Behufs der am 1. October d. J. in Warschau zur Verloosung kommenden landschaftlich Polnischen Pfand⸗ driefe, koͤnnen solche von heute bis zum 12. Septbr. b. J. in meinem Geschaͤfts⸗Local angemeldet werden. Berlin, den 27. August 1834.

bEE11161813“ ünter den Linden Nr. 44.

8

eiger fuͤr die Preußis

Literarische Anzeigen. Das militairische Publikum

machen wir auf die Werke des juͤngst verstorbenen

General⸗Lieutenants v. Valentini aufmerksam, die in

einer neuen Ausgabe bei uns erschienen sind. Sie bestehen aus folgenden Abtheilungen:

1. Der kleine Krieg oder die Gefechtslehre. Fuͤnfte

Ausgabe, mit 13 Planen. Preis 2 Thlr. 10 sor.

2a. Der große Krieg. Mit 24 Planen. Preis

3 Thlr. 10 sgr. 1 Mit 11 Planen. Preis

2 b. Der große Krieg. 3 Thlr. 20 sgr. b 3. Der Tuͤrkenkrieg. Mit 8 Planen und einer An⸗ sicht von Schumla. Preitz 2 Thlr. 20 sgr. Das wichtige Werk des beruͤhmten Aurors, das fruͤher 17 Thlr. u. 5 sgr. kostete, wird den Abnehmern des Ganzen fuͤr 9 Thlr. gelassen. Berlin, September 18341. Veit Comp.

In allen Buchhandlungen (Berlin auch bei F.

Duͤmmler), ist zu haben:

Systematische Zusammenstellung von K. Preuß. Gesetzen, Verordnungen und Vorschrif⸗ ten uͤber das Servis⸗, Einquartierungs⸗ und Ver⸗ pflegungswesen des Militairs⸗ und uͤber das Vor⸗ spannwesen, so wie hinsichtlich des Verfahrens bei der Anmeldung, Abschaͤtzung u. Feststellung der durch Militair⸗Mandver verursachten Flurschaͤden; ferner uͤber die Forst⸗ und Jagdbeschaͤdigungen, als auch in Betreff des Schießens in der Naͤhe von Gebaͤuden bei vorbezeichneten Gelegenheiten und bei Truppen⸗ üͤbungen; ferner: Gesetzliche Bestimmungen, den Civilgerichtsstand der Militair⸗Personen in buͤrger⸗ lichen Rechtsangelegenheiten, die Ressort⸗Verhaͤlt⸗ nisse der Militair⸗Gerichtsbarkeit, den Militair⸗Ge⸗ richtsstand in Criminal⸗ und Injuriensachen, die Verhaͤltnisse der Militair⸗Personen als Staatsbuͤr⸗ ger, Grundbesitzer und Gewerbetreibende betreffend, so wie uͤber deren Verhaͤltnisse, bezuͤglich auf poli⸗

chen Staaten.

zeiliche Angelegenheiten und bei der Untersuchung und Bestrafung der von denselben begangenen De⸗ sraudationen und Polizei⸗Contraventionen. Ein Handbuch fuͤr Polizei⸗ u. Communal⸗Beamte, herausgegeben von W G. v. d. Heyde. 8vo. Mag⸗ deburg 1834, Heinrichshofen in Commission. 1 Thlr. 10 sar.

Das Armenrecht in den K. Preuß. Staaten; ein Handbuch fuͤr Polizei⸗ und Communal⸗Beamtr, von W. G. v. d. Heyde. Magdeburg 1834, in Commission bei Heinrichshosen. 25 sgr.

In allen Buchhandlungen (in Berlin bei E. S.

Mittler, Stechbahn Nr. 3), ist zu haben: Romanzen und Balladen. der neueren deutschen Dichter. In 6 Buͤchern. Her⸗ ausgegeben von Friedr. Raßmann. Svo. geh. Auf Velin⸗Papier. Preis 1 ¾ Thlr.

Diese mit vieler Sachkenntniß und Umsicht veran⸗ staltete Anthologie der besten Romanzen und Balladen unserer neueren Dichter wird allen Freunden der Dschtkunst eine angenehme Erscheinung sein. Insbe⸗ sondere eignet sich dieselbe zum Beduf oratorischer Uebungen in Gelehrtenschulen und hoͤheren weiblichen Bildungs⸗Anstalten.

Naturg e chlchle nach allen drei Reichen fuͤr Schule u. Haus⸗ In Verbindung mit J. F. Naumann, bearbeitet von Dr. Heinrich Graͤfe. In 12 bis 14 Heften in groß

Oktav, jedes 5 Bogen stark, zu 5 sar.

Von dieser fuͤr alle Staͤnde berechneten Naturge⸗ schichte sind so eben die ersten beiden Hefte erschienen und werden diese den Beweis liefern, mit welcher Um⸗ sicht und Sorgfalt die Herren Verfasser aus dem gro⸗ ßen Schatze naturwissenschaftlicher Forschung das Beste und Bewaͤhrteste fuͤr ihr Werk benutzten, um dadurch den Anforderungen der Paͤdagogik uͤberhaupt, so wie jedes Gebildeten insbesondere zu genuͤgen. In jeder Buchhandlung (in der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2), werden die fertigen Hefte gern zur Ansicht gegeben. 8

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Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Gymnasial⸗Direktoren, Rektor Danneil in Salzwedel und Rektor M. Siebdrat in Eisleben, das Praͤdikat als Professor Allergnaͤdigst zu verleihen und die fuͤr solche ausgefertigten Patente Allerhoͤchstselbst zu voll⸗ ziehen geruht.

Wohlth Aslelgkeit.

Der zu Frankfurt a. M. bestehende Verein zur Unterstuͤtzung nvaliden aus der Schlacht von Belle⸗Alliance hat in die⸗ ahre wieder zur Erinnerung an die Schlacht die Verthei⸗

bür. an nachbenannte Preußische Invaliden,

von em 18 von 300 Rt und zwar: 1) Johann Schulz, vom 1sten Westpreuß. Infanterie⸗ Regiment, zu Behlendorf, 2) Johann Christoph Schulz, vom 2ten Westphaͤli⸗ schen Infanterie⸗Regiment, zu Prittag, 3) Daniel Sieper, von der reitenden Compagnie Nr. 20, zu Duͤsseldorf,

) Friedrich Simon, vom 1sten Schlesischen Landwehr⸗ Infanterie⸗Regiment, zu Matten⸗Briesnitz, Friedrich Strehl, vom 3ten Kurmaͤrkschen Land⸗ wehr⸗Infanterie⸗Regiment, zu Zechin,

Martin Steinecke, vom 1sten Westpreuß. Infante⸗ rie⸗Regiment, zu Sophienthal, Karl Friedrich Lehmann, zu Treuenbrietzen, Johann Fischer, zu Warburg, Wachtmeister Schmidt, zu Krieblowitz (bei dem Bluͤ⸗ cher⸗Denkmale), Johann Friedrich Huͤske, zu Menighuͤfen, Heinrich Backhaus, Unteroffizier in der 14ten In⸗ validen⸗Compagnie, zu Herford, August Sattler, zu Koͤln, Peter Janscheid, von Merscheid zu Wald⸗Kreis Solingen, August Schoͤnfeld, Musquetier im 12ten Infante⸗ rie⸗Regiment (2ten Brandenburgschen), dermalen als Chausséewaͤrter zu Beelitz bei Potsdam, b Friedrich Schulze, vom 2ten Potsda⸗ mer (fruͤher 5ten Kurmaͤrkschen) Landwehr⸗Regiment, zu Rathenow, mit 20 Rthlr. fuͤr Jeden beschlossen, welche diesen Leuten zuge⸗ sendet werden sollen, sobald die Quittungen derselben bei dem Vereine eingegangen seyn werden. Mit Vergnuͤgen und Dank bringen wir dieses fortdauernde wohlthaͤtige Wirken des Vereins hierdurch zur allgemeinen Kenntniß. Berlin, den 27. August 1834. Kriegs⸗Ministerium. Abtheilung fuͤr das Invalidenwesen. von Clausewitz.

Angekommen: Seine Excellenz der Koͤnigl. Saͤchsische General⸗Lieutenant, General⸗Adjutant, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, von Watzdorff, von Dresden.

Zeitungs⸗Nachrichten. 11“

b6oõ1

Paris, 30. August. Der Koͤnig ist gestern nicht zur Stadt gekommen, sondern arbeitete in Saint⸗Cloud mit dem Minister des Innern.

er Fuͤrst von Talleyrand hat haͤufig Konferenzen mit dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, der zuweilen stunden⸗ lang in dessen Hotel zubringt.

Herr Thiers stattete gestern gleich nach seiner Ruͤckkehr dem Fuͤrsten Talleyrand einen Besuch ab, und begab sich von dort zum Koͤnige.

Der Marschall Gérard soll den von seinem Vorgaͤnger ent⸗ worfenen, spaͤterhin aber zuruͤckgelegten Plan zur Bildung einer Reserve der Armee wieder aufgenommen haben.

Der zum Brastilianischen Gesandten in Paris ernannte Commandeur Montinho und der Spanische Botschafter in Wien, Graf von Campuzano, sind mit dem Dampfschiffe „Franz I.“ in Marseille angekommen; der Erstere begiebt sich nach Paris, der Andere nach Madrid.

Die heutigen ministeriellen Blaͤtter beschraͤnken sich aber⸗ mals auf die Bemerkung, daß die Regierung keine neuere Nach⸗ richten aus Spanien erhalten habe. Die Oppositions⸗Blaͤtter schenken indessen dieser Erklaͤrung keinen Glauben. Die letzten von der Regierung publizirten Nachrichten aus Madrid reichen nur bis zum 18ten, waͤhrend sie jetzt ganz fuͤglich bis zum 2lsten gehen koͤnnten. Heute fruͤh soll der Minister des Innern eine telegraphische Depesche aus Bayonne erhalten haben; zwar ver⸗ lautet noch nichts uͤber den Inhalt derselben, doch befuͤrchtet man, daß er nichts weniger als befriedigend sey. Heute Vormittag um 11 Uhr ist aus dem Kriegs⸗Ministerium ein Stabs⸗Offizier nach Bayonne abgefertigt worden.

Der Gazette de France zufolge, haͤtte die Karlistische Junta zu Elisondo folgende Erklaͤrung erlassen: „Es ist die Absicht des Koͤnigs Karl V., die Cortes nach den alten Gesetzen des Landes zusammenzuberufen und alle Reformen anzunehmen, wodurch der Thron, die Verfassung und die Privilegien des Volkes befestigt werden koͤnnen.“

Als Gegenstuͤck zu dem Siege Zumalacarreguy's uͤber den General Carondelet berichtet man aus Bayonne uͤber ein furcht⸗ bares Gefecht, das am 22sten bei Lequeytio zwischen den Christi⸗

weniger als 2000 Todte und Verwundete gehabt haben sollen, waͤhrend 500 Mann sich ins Meer geworfen haͤtten, um dem Feinde zu entgehen. zette, „daß, wenn die Christinos einmal luͤgen, sie es nicht um

„Man sieht hieraus“, bemerkt die Ga⸗

eine Kleinigkeit thun.“ Zu Anfang der heutigen Boͤrse fand ein abermaliges Sin⸗ ken saͤmmtlicher Effekten statt; bald aber meldeten sich viele Kaͤu⸗ fer, so daß die Fonds rasch stiegen und sich am Ende noch bes⸗ ser stellten, als an der gestrigen Boͤrse (s. unten die auswaͤrti⸗ gen Boͤrsen). Ueber den Fall der Course an der gestrigen Boͤrse hatten sich eine Menge der widersprechendsten Geruͤchte verbrei⸗ tet, mit denen sich heute saͤmmtliche Journale beschaͤftigen. Zu⸗ voͤrderst sagt das Journal des Débats: „Die Franzoͤsischen Fonds haben gestern einen ziemlich bedeutenden Fall erlitten. Es wurde behauptet, daß unguͤnstige Nachrichten aus Madrid daran Schuld seyen. Man sprach von einer aufruͤhrerischen Bewegung der revolutionnairen Partei in Madrid, und fuͤgte hinzu, daß bei Abgang des Couriers die Truppen der Koͤnigin den Kuͤrzern gezogen haͤtten. Wir haben Ursache zu glauben, daß kein Courier aus Madrid angekommen ist, und daß jene Nachrichten ungegruͤndet sind.“ Der Messager faßt die an der Boͤrse in Umlauf gewesenen Geruͤchte fol⸗ gendermaßen zusammen: „Man sprach zuerst von einem Minister⸗Conseil, der gestern Nachmittag gehalten worden sey, und in welchem man die Intervention in Spanien grundsaͤtzlich beschlossen, aber sich vorbehalten habe, den Zeitpunkt naͤher zu bestimmen, wo sie, als unumgaͤnglich noͤthig, eintreten solle. Man fuͤgte hinzu, daß die Botschafter mehrerer fremden Maͤchte, die von jenem Beschlusse Nachricht erhalten, sogleich dringende Gegen⸗Vorstellungen gemacht haͤtten. Ferner sprach man davon, daß durch den Telegraphen die Nachricht von der gaͤnzlichen Umgestaltung des Englischen Ministeriums eingegan⸗ gen sey. Wir wiederholen nur, was man an der Boͤrse sagte, ohne 5 verlangen, daß man unsern Nachrichten Glauben schenke; deshalb duͤrfen wir auch nicht das Geruͤcht uͤbergehen, daß ein großes Bayonner Handlungshaus eine bedeutende Summe Spa⸗ nischer Renten habe verkaufen lassen, weil es von Madrid die Nachricht erhalten habe, daß die Regierung der Koͤnigin gestuͤrzt worden sey, und daß eine Intervention nothwendig werde, um sie in Madrid gegen die Exaltirten, und in den Baskischen Pro⸗ vinzen gegen die Karlisten zu schuͤtzen. Es gab auch einige vor⸗ sichtigere Leute, die von einem neuen Kampfe zwischen zwei Fi⸗ nanz⸗Maͤchten, und von großen Renten⸗Lieferungen in der Liqui⸗ dation sprachen.“ Die Gazette sagt: „Man erzaͤhlte an der Boͤrse als gewiß, daß das Haus Michel u. Comp. einen Courier erhalten habe, der die Nachricht von einem revolutionnairen Aufstande in Madrid uͤberbringe; und daß die Regierung die Ankunft eines andern Couriers mit eben so unguͤnstigen Nach⸗ richten hintertrieben habe.“ Der National von 1834 aͤußert sich folgendermaßen: „Alles, was man an der Boͤrse uͤber eine bevorstehende Intervention verbreitet hat, ist ohne Grund; es ist dies nur ein Mittel, die wahren Neuigkeiten, die von ganz anderer Beschaffenheit sind, zu verbergen. Die Herren von Appony und Pozzo di Borgo haben nicht noͤthig gehabt, irgend einen Schritt zu thun, weil sie besser als irgend Jemand wissen, daß von keiner Intervention die Rede ist, und weil sie in dieser Beziehung Zusicherungen haben, die man nicht brechen wird. Wenn gestern Nachrichten aus Spanien eingegangen sind, wie der Fall der Fonds es muthmaßen laͤßt, so koͤnnen sie nur von Madrid kommen, und sie melden wahrscheinlich den Ausbruch jener Krisis, die wir seit langer Zeit vorausgesehen haben.“ Der Courrier frangais laͤßt sich etwa in fol⸗ gender Weise vernehmen: „Die Boͤrse befand sich gestern wie⸗ der in einem jener Paroxismen, die sich seit einiger Zeit ziemlich haͤufig erneuern. Der Fall der Fonds wurde haͤuptsaͤch⸗ lich durch das Geruͤcht veranlaßt, daß Frankreich auf Ansuchen der Regentin in Spanien interveniren wuͤrde; diese Nachricht wurde mit allen uͤblichen Zuthaten ausgeschmuͤckt, und mit sol⸗ cher Zuversicht verbreitet, daß die Wirkung auf die Course nicht ausblieb, obgleich die Spekulanten, die sich die Muͤhe gaben, daruͤber nachzudenken, dem Geruͤchte keinen Glauben schenkten. Es ist in diesem Augenblick durchaus kein Anschein zu einer Intervention vorhanden. Die dem Quadrupel⸗Vertrage hinzu⸗ gefuͤgten Artikel haben keinesweges zum Zweck gehabt, eine Maß⸗ regel dieser Art vorzubereiten oder zu ordnen, sie sind im Ge⸗ gentheil in der bestimmten Voraussetzung abgefaßt, daß keine Intervention noͤthig seyn werde. Die Briefe aus Madrid spre⸗ chen dagegen von der Gaͤhrung, welche in jener Stadt herrscht, von der Unzufriedenheit des Volkes und von beunruhigenden Symptomen in Bezug auf die oͤffentliche Ruhe; wenn eine re⸗ volutionnaire Bewegung stattfaͤnde, so wuͤrde allerdings eine Einmischung wahrscheinlicher seyn, als bei einem Vordrin⸗ gen des Don Carlos; denn man kann sich fest darauf verlassen, daß, wenn die jetzige Regierung sich zu einer Intervention ent⸗ schloͤsse, dies eher geschehen wuͤrde, um die Revolution zu be⸗ kaͤmpfen, als um Don Carlos zu verjagen. Die oͤffentliche Mei⸗ nung wuͤrde jeder Intervention entgegen seyn, weil Jedermann uͤberzeugt ist, daß man nichts Gutes von derselben zu erwarten hat.“ Herr Carrel, einer der Herausgeber des National, ist gestern, wegen abermaliger Uebertretung des Verbots, uͤber die gerichtlichen Verhandlungen des Assisenhofes zu referiren, in contumaciam zu zweimonatlicher Haft und zu einer Geldbuße von 2000 Fr. verurtheilt worden. 8

VWelsslen.

Bruͤssel, 30. August. Fuͤnf beim Generalstabe unserer Armee angestellte Franzoͤsische Offiziere, 1 Eskadrons⸗Chef, 1 Bataillons⸗Chef und 3 Capitains verlassen Bruͤssel und kehren nach Frankreich zuruͤck. Mehrere sind gestern abgereist.

Aus Mechein schreibt man, daß die Arbeiten an dem Cen⸗ tral⸗Hause der katholischen Universitaͤt fast ganz beendigt sind. Dieses große in Beul gelegene und das Kollegium der Univer⸗ sitaͤt bildende Gebaͤude wird 50 bis 60 Einheimische aufnehmen

nos und den Karlisten stattgefunden, und worin Letztere nicht

koͤnnen. Den Aeltern steht es frei, ihre Soͤhne in dem Kolle⸗

Zühm oder bei den Buͤrgern in Kost und Wohnung zu geben Der Rector magnificus der Universitaͤt ist der Abbé de Ram ehemaliger Professor des kanonischen Rechts im großen Semi nar von Mecheln. Der Abbé Hermans, ehemaliger Professo der Rhetorik im Kollegium von Thielt und Pfarrer zu Vracene, ist zum Praͤsidenten des Kollegiums der Universitaͤt ernannt. Unter den fuͤr die Fakultaͤt der Philosophie und Wissenschaften ernannten Professoren bemerkt man den Dr. Joh Moeller, zu Berlin, 8 außerordentlichen Professor der Geschichte, und den Herrn Wilhelm Amad. Arendt, Doktor der Philosophie zu Bonn, zum außerordentlichen Professor der Archaͤologie, der Grie⸗ chischen und Roͤmischen Alterthuͤmer. Herr Arendt wird auch einen besonderen Kursus des Hebraͤischen und Arabischen geben

Daͤnemark.

Kopenhagen, 30. August. Se. Majfestaͤt haben unter dem 26sten d. den Kanzler im Herzogthum Holstein, Geheimen Konferenz⸗Rath, Freiherrn von Brockdorff, zum Praͤsidenten des Schleswig⸗Holstein⸗Lauenburgischen Ober⸗Appellations⸗Gerichts in Kiel, und den Kanzler im Herzogthum Schleswig, J. O. F. Spies, zum Praͤsidenten der Schleswig⸗Holsteinschen Regierung auf Gottorff ernannt.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich ist von dem hier garnisonirenden Jaͤger⸗Corps, dessen Commandeur er gewesen, nach dem Fuͤhnischen Infanterie⸗Regimente, das in Fridericia liegt, in gleicher Eigenschaft versetzt. Alles deutet darauf hin, daß dieser Ort fuͤr laͤngere Zeit zu seinem Aufenthalte dienen duͤrfte. Sein bisheriger Adjutant, der Kammer⸗Junker Hol⸗ stein, ist zu seinem Hof-Chef und dieser Tage zum Ritter vom Dannebrog ernannt worden.

Der Koͤnigl. Preußische Staats⸗Minister, Graf von Bern⸗ storf, und der Koͤniglich Preußische General⸗Intendant der Koͤ⸗ niglichen Schauspiele, Graf von Redern, sind nach Berlin zu⸗ ruͤckgekehrt.

Mit dem Anfange des Oktobers wird der Professor der Staats⸗Oekonomie an der hiesigen Universitaͤt, Dr. David, eine Zeitung unter dem Namen: „das Vaterland“ herausgeben.

EEIITTTTI“

Göttingen, 31. August. Heute starb der um die Astro⸗ nomie hoch verdiente Hofrath Harding, namentlich bekannt durch seine Entdeckung der Juno.

Weimar, 3. September. Goͤthe’'s Geburtstag, der 28 August, ist auch diesmal von seinen hiesigen Freunden und Ver ehrern nicht vergessen worden. Ein Mahl im Stadthause diente zum Mittel, mehrere derselben zu vereinigen und das Andenken an diesen Tag gemeinschaftlich zu ehren.

Aus dem Neustaͤdter Kreise wird geschrieben: „Das am 2isten v. M. in Neustadt a. d. O. von dem dasig’n Sing⸗ verein, unterstuͤtzt durch mehrere der bei dem Musikfest, in Jena beschaͤftigt gewesenen Saͤnger und Musiker, in dem eLokale der Erholungs⸗Gesellschaft gegebene Concert, in welchem das Re⸗ quiem von Mozart, der 100te Psalm von Haͤndel, das Halle⸗ luja der Schoͤpfung von Kunze recht lobenswerth vorgetragen, ausgefuͤhrt wurde, beehrte auch Se. Durchl. der Fuͤrst Reuß von Schleitz mit seiner Gegenwart, der an dem darauf folgen⸗ den Balle ebenfalls Antheil nahm. Se. Durchlaucht ist von dem ungluͤcklichen Zufalle des Armbruchs gaͤnzlich wiederherge⸗ stellt. Auch in unserm gewerbfleißigen, meist von Tuchma⸗ chern und Tuchbereitern bewohnten Kreise lassen sich in Bezug auf die Tuchfabrication die guten Folgen der Vereinigung zu einem Zoll⸗Verein sehr deutlich verspuͤren. Das dieses Ge⸗ werbe treibende und mit diesem Produkte handelnde Publikum erfreut sich der frequentesten Geschaͤfte.“

Leipzig, 3. Sept. Bekanntlich wurde am Schlusse der letzten Oster⸗Messe den hier versammelten Buchhaͤndlern ein seitdem in mehreren Zeitungeu 4c eea „Entwurf zu einem Regulativ fuͤr den literarischen Rechts⸗Zustand“, welchen zwei Frankfurter Buchhaͤndler bei der hohen Deutschen Bundes⸗Ver⸗ sammlung eingereicht hatten, zur Begutachtung vorgelegt. Da aber am Tage der Vorlage die meisten fremden Buchhaͤndler be⸗ reits von hier abgereist waren (es hatten sich uͤberhaupt nur etwa 200 hier befunden), so ließ der Boͤrsen⸗Vorstand mit Genehmi⸗ gung der K. Saͤchsischen Regierung diesen Entwurf drucken und theilte ihn als Manuskript den saͤmmtlichen Deutschen Buchhaͤnd⸗ lern mit, um deren Meinungen daruͤber zu vernehmen. Von den eingegangenen Stimmen ist bis jetzt im Publikum nichts bekannt geworden. Es versammelte sich aber hier ein Comité von Buch⸗ haͤndlern, um solche zu pruͤfen und das geforderte Gutachten ab⸗ zugeben. Dieses Comité bestand aus folgenden Mitgliedern⸗ Enslin aus Berlin, Vorsteher des Boͤrsen⸗Vereins, welcher den Vorsitz fuͤhrte, Frommann d. J. aus Jena und Schwetschke d. J. aus Halle, als Mitglieder des Vorstandes, Barth, Brock⸗ haus, F. Fleischer, W. Haͤrtel, Rost und Voß aus Leipzig, Dun⸗ cker und Reimer aus Berlin, Perthes aus Hamburg, Vieweg d. J. aus Braunschweig, und Loͤflund aus Stuttgart. Drei an⸗ dere aus Suͤd⸗Deutschland eingeladene sollen nicht erschienen seyn. Die Sitzungen dieses Comité's begannen am 25. August, und es wurde die erste derselben, dem Vernehmen nach, durch den K. Saͤchs. Regierungs⸗Commissair, Hof⸗ und Justizrath von Lan⸗ genn, eroͤffnet, und die letzte gestern Abend von demselben geschlos⸗ sen. Ueber den Gang der Berathungen ist nichts oͤffentlich be⸗ kannt geworden. Es scheint jedoch, daß, wenn auch die Haupt⸗ Arbeiten beseitigt wurden, das ganze Gutachten noch nicht zum Einreichen reif geworden sey, denn wie wir hoͤren, werden sich die erstgenannten drei Vorstandsglieder in einigen Wochen aber⸗ mals hier einfinden, worauf dann wohl eine oͤffentliche Mitthei⸗ lung erfolgen duͤrfte. Mit dem Bau des neuen Gebaͤudes zu einer Buchhaͤndler⸗Boͤrse in der Ritterstraße ist nun der Anfang gemacht, und es soll naͤchstens der Grundstein gelegt werden.

Darmstadt, 30. August. In der gestrigen Sitzung schritt die 2. Kammer zur Wahl eines landstaͤnd. Direktors der

Staats⸗Schulden⸗Tilgungs⸗Kasse. Abg. v. Gagern erhielt 26,