1834 / 252 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

In der Königsberger Zeitung liest man Folgendes: „Einer hier eingegangenen Mittheilung zufolge, haben diejenigen Polnischen Fluͤchtlinge, welche ihrem Wunsche gemaͤß von Dan⸗ zig nach Amerika eingeschifft wurden, und, in England ans Land gegangen, die Weiterreise verweigerten, nunmehr abermals durch ein von ihnen allen unterzeichnetes Dokument den drin⸗ genden Wunsch ausgesprochen, nach jenem Welttheil gefuͤhrt zu werden. Diese Thatsache liefert einen neuen sprechenden Be⸗ weis von dem Wankelmuth dieser Fluͤchtlinge, die gegenwaͤrtig dasjenige als ihr hoͤchstes Gluͤck ansehen, was sie vor kurzem s als Zwang und groͤßtes Ungluͤck vor der Welt darzustellen uchten.

3) Die Schuldner der ged

Zahlung zu leisten, die uͤbrigen min von 6 Monaten ihre Schu mission anzuzeigen.

4) Alle diejenigen, welche wegliches VT Kapitalien oder sonst denselben zugehoͤrige in Haͤnden haben, sollen solche 6 Monaten ebenfalls bei dieser

5) Auf Requisition der Kaiserl. Russischen Gesandtschaft am hiesigen Hofe theilen wir die nachstehende Bekanntmachung mit:

Bekanntmachung.

Von Seiten der Volhynischen Gouvernements⸗Liquidations⸗ Kommission wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht: 2) Daß in Folge hoͤherer Verordnung die Regulirung der Schul⸗ den, die auf den confiscirten Guͤtern folgender, der Theilnahme am Aufruhr uͤberwiesener Personen haften, naͤmlich des in der ehemaligen Polnischen Armee gedienten Joseph Zaluski und des Obersten derselben Armee, Paul Gnatowski, nunmehr stattfinden soll, und zwar die Regulirung der Schulden des Ersteren in der Wäilnaer Liquidations⸗Kommission, und die der Schulden des betzteren in der Volhynischen. b) Daß, nach erfolgter Bestaͤti⸗ gung Sr. Excellenz des Kiever Kriegs⸗, Volhynischen und Po⸗ dolischen General⸗Gouverneurs, das bewegliche und unbewegliche Vermoͤgen folgender, der Theilnahme an dem letzten Aufruhr neuerdings uͤberfuͤhrter Personen confiscirt worden ist, und zwar: in dem Litomirer Kreise: des Joseph Miaskowski; in dem Lutzker Kreise: des Karl Czarnecki und des Alexander, Sohnes des in Galizien verstorbenen Andreas Podhorodynski; im Alt⸗Konstantinower Kreise: des Kalixt Lebkowski und des Ignaz Cyryna; im Nowogrod⸗Volhynskischen Kreise: des Johann

gleichen

Nutzungsrechten auf Kron⸗ ode

mente, auf welchen sie beruhen.

nicht nachkommen, setzen sich a wortung aus, welche durch di

Dokumente, festgesetzt sind.

Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, haben sofort die schuldige

selben zugleich von allen auf dergleichen Guͤtern zu Gunsten der fruͤheren Eigenthuͤmer haftenden Gerechtsamen Anzeige machen. Die Gouvernements⸗Confiscations⸗Kommissionen, die Kameralhoͤfe und uͤbrigen Behoͤrden und Obrigkeiten haben im Zeitraum von 6 Monaten dieser Kommission zu berich⸗ ten: von allen ihnen bekannt gewordenen Schulden der fruͤheren Besitzer dieser confiscirten Guͤter, von den von ihnen erwirkten 7 Zahlungen und noch zu erhebenden Geldern, so wie von deren 32 Forderungen an verschiedene Privat⸗Personen und Behoͤrden, deren bewegliches und unbewegliches Vermoͤgen, ihnen zugehoͤ⸗ rigen Kredit⸗Billets und Obligationen, und von ihren etwanigen

6) Die Gerichts⸗Behoͤrden sollen ungesaͤumt von allen bei ihnen wegen Schuldforderungen an die genannten Personen an⸗ haͤngigen Prozessen Anzeige machen, so wie von den angemelde⸗ ten Forderungen derselben an Privat⸗Personen oder Behoͤrden, mit Bemerkung des wahrscheinlichen Belaufs und der Doku⸗

7) Diejenigen, welche den obengenannten Verpflichtungen

fuͤr die zum Publications⸗Termin unterlassene Anmeldung der Schuldforderungen an zahlungsunfaͤhige, nicht zum Handelsstande gehoͤrige Personen, so wie gleichmaͤßig fuͤr Verheimlichung den⸗ selben zustehender Geldzahlungen, Vermoͤgen, Kapitalien und

1022

achten Personen, deren Zahlungs⸗

aber binnen dem festgesetzten Ter⸗ ldverpflichtung bei gedachter Kom⸗ von obenerwaͤhnten Personen be⸗ E“ oder was immer fuͤr Dokumente Kredit⸗Billets und Obligationen saͤmmtlich in dem Zeitraum von Kommission einreichen und der⸗

598 Span. 33 ½

Span. 5 9 Br. 100 Fl. 206 ¼. Holl. 598 Obl. 32 ½. 32 ½. 39

5 9% Rente

ederl. wirkl. Schuld 50 ¾

Preuss. Prämien-Scheine 101 ½.

Oesterr. 5 9 Metall. 99 ¼8 6. 99 ¼. 49 891½. 894 ½. 2½8 Bank-Actien 1500.

5. —. fin cour. 75. 10. Cortes 40 ½.

Pfandbr. 9 ½. 94.

Amsterdam, 4. September. 53 do. 97 1½. 81½ 21 do. 48 Anl. 97 ½

Ausg. Schuld 1,1)

z. ü1 % Amort. 887. Ruas. (v. 1831, 79. Oesterr. 97.

88 227.

Antwerpen, 3. September. 39 21. Zinsl. —. Cortes 42 .

31 ¾. Frankfurt a. M., 6. September. 53. 18 2, 1498. Loose 20 Preuss. Präm- Sch. 56 ⅞. 56 ¾. do. 43 93; . Br, v. 1832 95 †,. 95 ½ ½⁄. Poln. Loose 65 ½. 65 ½. 5 8% Span. do. 23 ½. 23. Paris, 3. September. pr. compt. 106. 25. fin cour. 106. 30. 3 % pr. compt. 5 % Neap. 91. 90. 5 %8 Span. RKente 302½, Ausg. Span. Schuld 10 ¾. Warschau, 5. September. Part.-Obl. 408.

Part.-Obl. 138 ½. 138 . Br.

2903:

r Privat⸗Guͤtern.

I 8. Septbr.

Morgens

Meteorologische Beobachtung.

Nachmitt. Abends Nach einmaliger

6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter... 81SSI,J1

Wolkenzug

llen den Folgen und der Verant⸗ e allgemeinen Gesetze des Reichs

Luftdruck. 337,13 Par. 335,19“ Par.

6,8 ° R. 89 vCt. neblig.

Quellwärme 9,2 °R. Flußwärme 15, 8 5R. Bodenwärme 14,7 °R,

333,5 4 Par. 13,8 °R. 10,7 R. 78 pCt.

heiter. SW.

19,3 °R. 8,8 ° R. 45 pCt. heiter. WSW.

8,2 2 R.

Mittwoch

Ilinski und des Johann Woroniez; im Wladimirer Kreise: Berline

scheinens der ersten gedruckten Publication in einer der oͤffentli⸗ chen Zeitungen beider Russischer Hauptstaͤdte, in einer der War⸗

Wechsel-Cours.

des Anton und Tawer Ilinski; im Rowner Kreise: des An⸗ Worse.

ton GSe und d E“ Kulczynski; in Den 9. September 1834.

der Stadt Rowno: des Edelmanns Leon zzewski; i C A““ 8

Alt⸗Konstantinower Kreise: 1chhe h gaszscgt 1“ Ila, Amtl. Fonde. und Celd- Cours- Zettel. (ree†&. Coun..)

dimirer Kreise; des Tawer Radlowski, des Gustav Tasius, des s2. Sriefdeld. Waur. Päel.

Hieronimus Hohlstein und des verabschiedeten Lieutenants der F.-Schald- Scl. 7 2587 90 sroFr. P508 0.. 52. 102. K

chemaligen Polnischen Armee, Moritz Kisiel. Außerdem sind Pr. Engl. Anl. 18. 5 0stpr. Pfandhr. 1 101 . Mittwoch

noch 8 Miaskowski, Ilinski, Cyryna, Tafius und Hohl⸗ Pr. Engl. Anl. 2. 5 [bomm. do. [4 106 1

stein des Erbfolgerechts in dem aͤlterlichen Vermoͤgen verlustig Pr. Engl. Obl. 30 ³2 95 94 [Kur- u. Neum. do. 4 106 ¾ 106½ D rstag, 11. Sept

erklaͤrt worden. Es werden demnach: Präim. Sch. d. Sceh. 57 ½ 57 i [Schlesische do. 4 106 ½ W g 1) alle Kreditoren der obengenannten Personen hiermit auf⸗ RKurm. Obl. m. l. C. à4 99 Rkst C. d.K.-u. N. 72

gefordert, ohne den Ablauf der Termine zur Besriedigung ihrer LE““

resp. Forderungen abzuwarten, sofort ihre Anspruͤche bei der er⸗ Könj ö. 1 4 88 v 172

waͤhnten Kommission einzureichen, und zwar diejenigen, welche Pibing. vb 8 I“

in Rußland und dem Koͤnigreiche Polen wohnen, innerhalb 6 Danz. do. in Th. 37 Fpriedrichsd'or. —ITIbe 1

Monaten, diejenigen aber, welche sich im Auslande befinden, Westpr. Pfandbr. à 100 ¾ [Disconto.. .. I 10 WG

spaͤtestens binnen 12 Monaten, gerechnet von dem Tage des Er⸗ 141414X*X*¹“]; pf

nu. elah. Sorte) 1 Rtb.

schauer Zeitungen oder dem Litthauischen Courier, wobei noch Imsterͤauan ——0 1. [Kurz. I bemerkt wird, daß nur diejenigen unbestrittenen und nicht durch ZZ“ ITöIö 140 ½ Pfandrecht gesicherten Schuld⸗Dokumente in die àI-JS.I1NIetenen11““] 300 Mk. Kurz öö 1 Rthlr. 8 Sg Schuldenmasse, als zur Befriedigung geeignet, aufgenommen ““ 300 Mk. [2 Mt. L858 werden koͤnnen, welche bis zum Anfange des Aufruhrs in Ruß⸗ London . „1 LSt. 3 Mt. 6 M land ausgefertigt worden sind; diejenigen aber, welche im Koͤnig⸗ WG“ ö 300 Fr. 2 Mt. 81 8. . reiche Polen oder im Auslande kontrahirt wurden, werden gaͤnz⸗ aen in 20 1166“ 189 82 8 83 öö lich abgewiesen werden. I111“ 189 ril. 2 dig 1“ 8& 8 3 HlGIISS8öVTö I . 99¾ 99 2) Haben sowohl Privat⸗Personen, als Kirchen, Kloͤster, Leipzig..... 100 Thl. 8S Tage 103 ½¼ [1027 Lehr⸗- und Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten, so wie die Kollegien allge⸗ Frankturt a. M. WzZ. ... . 100 Fl. 2 Mt. 8 102 ¾ meiner Fuͤrsorge, ihre Anforderungen an solches Vermoͤgen in⸗ Petersbuuut. . ... 100 Rbl. 3 Woch. 30 ½ ms- nerhalb 6 Monaten daselbst anzumelden. L“ 600 Fl Kurz 8

nach dem Franz. des Victor Hugo, von M. Tenelli.

Abth., nach Alexander Duval. Musik von Mehul.

3 Pf; Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auch 21 Sgr. 3 Pf.: Erbsen (schlechte

Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr., auch 1 Rthtr. 26 Sgr. 3 Pf. und 1 Rthlr 15 Sar; Roggen 1 Rthlr

Koͤnialiche Schauspiele.

Ausdünst. 0, 1 65 X—.

iiederschlag 0. ʒh, 10. Sept. Im Schauspielhause: Koͤnig Kon⸗ radin, historische Tragoͤdie in 5 Abth. und einem Vorspiele, von

E. Raupach.

Donnerstag, 11. Sept. Im Opernhause: Zampa, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Herold. (Hr. Poͤck: Zampa; Mad. Schodel: Camilla, als letzte Gastrolle.)

znigstaͤdtisches Theater. Abth., Joseph in Aegypten, Oper in 3

, 10. Sept. Maria Tudor, Drama in 3

Markt⸗Preise vom Getraide.

Berlin, den 8. September 1834. 1 Weizen 1 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 1 Rthlr. 5 Sgr. 6 Pf.; aroße Gerste 1 Athlr. 3 Sgr. Rthlr.; kleine Gerste 27 Sgr. 6 Pf., auch 26 Sgr.

r. 20 Sgr.; Linsen 2 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.

10 Sgr, auch

Allgemeiner Anzeig nntm achungen. sten Erben und Erbnehmer hiermit aufgefordert, sich

in dem am CEbigtgl⸗Citatibn.

1 12. Juni 1835, Vormittags 9 Uhr, Nachstehende verschollene Personen und deren Erben: anberaumten Termin oder in der Zwischenzeit vor un⸗ 1) der Schlossergesele Johann Joachim Heinrich,

b aunn Behoͤrde entweder persoͤnlich oder schrift⸗ welcher die letzte Nachricht im Decemder 1811 lich zu melden, oder zu gewaͤrtigen, daß diese Vorge⸗ von Stettin gegeben hat, und dessen Vermoͤgen [ladenen fuͤr todt erklaͤrt, und ihr Vermoͤgen an ihre in 229 Thlr. 1 gr. 11 pf. besteht; sbekannten Intestaterben ohne Kaution werde ausge⸗ der Musquetier im v. Puttkammerschen Regi⸗

. haͤndigt werden. mente, Johann Gottlieb Berndt, geboren den Wunsiedel, den 21. Mai 1834. 18. Januar 1781, welcher seit dem Kriege von Koͤniglich Bayerisches Landgericht. 1806 keine Nachricht von sich gegeben hat, dessen Vermoͤzen 23 Thlr. 2 gr. 8 pf. und dessen Schwester Anne Lonise Berndt, geboren den 30. Maͤrz 1783, welche vor 1809 in Stolpe gedient haben soll, deren Vermoͤgen 23 Thlr. 2 gr. 8 pf. betraͤgt; der Knecht Friedrich Wilhelm Behling, geboren den 8. Februar 1790, der im Jahre 1813 als Landwehrmann zum Milttair eingezogen sein soll, dessen Bermoͤgen in 27 Thlr. 15 gr. besteht; der Schuhmachergeselle Johann George Wohlge⸗ muth, der vor 40 Jahren in Hammerstein in Arbeit gestanden hat, und dessen Vermoͤgen in 13 Thlr. 23 gr. 2 pf. besteht, 8 werden hierdurch vorgeladen, sich vor oder in dem auf den 28. Mai 1835, Vormittagt 10 Uhr, hier anzesetzten Termine zu melden, und weitere Anwei⸗ sing zu erwarten, widrigenfalls sie fuͤr todt erklaͤrt werden, und ihr Vermöͤgen an die sich gemeldet ha⸗ benden Erben ausgehaͤndigt wird, von denen dasselbe alsdann nar in so weit zurück gefordert werden kann, als sie sich noch im Besitze desselben, oder eines Vor⸗ theils befinden. - Bublitz, den 1. August 1834. Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

2)

2 Literarische Anzeigen. Die Lange'schen Original⸗Ansichten von Deutschland berreffend. Von diesem schoͤnen wahrhaft gediegenen deutschen National⸗Werke erschien vor Kurzem das 3te u. 4te Heft, 9 der schoͤnsten und inhaltreichsten Ansichten von Nuͤrnberg enthaltend, und sind solche fuͤr die Sub⸗ seribenten à 10 sgr. per Heft in der Enslinschen Huchhandlung (F. Muͤller) in Berlin, Breitestraße Nr. 23, Stuhrschen Buchhandlung, bei C. Klage und G. Gropius, so wie in allen andern guten Buch⸗ handlungen daseibst zu haben. G Man kann fortwaͤhrend noch auf dieses schoͤne Werk subseribiren, und erwartet um so mehr noch recht zahlreichen Beitritt, als sich dieses schoͤne Werk in den 4 bisher erschienenen Heften durch die getreue⸗ sten Aufnahmen und vorziglich schoͤnen Stich vor allen aͤhnlichen bisher in Deutschland erschienenen Ansichten ruͤhmlichst auszeichnet und der um ein Drittheil erhoͤhte Ladenpreis in der Kuͤrze eintreten wird. Jedermann kann sich durch eigene Ansicht uͤber⸗ zeugen, daß dieses gediegene Prachtwerk in seinen neueren Heften den beiden fruͤher erschienenen von Frankfurt a. M. und Wuͤrzburg vollkommen entspre⸗ chend, dasselbe sogar noch uͤbertreffend, fortgesetzt wird und Schoͤneres in dieser Art bei so niedri⸗ gem Preis bisher in Deutschland noch nicht geliefert worden ist. Darmstadt, im Juni 1834. J. J. Lange.

qbbäbbb“ Folgende Personen, als: 1

1) Johann Joachim Christian Karl Dietrich aus Schirnding, geboren den 25. September 1783 Johann Georg Wunderlich aus Bergnersreuth, seboren den 3. Februar 1783. Johann Erhardt Präuͤckner, auch Klink genannt, von hier, geboren den 19. Januar 1799. ) Johann Kutzer aus Markt Redwitz, geboren den

2. Deeember 1800. haben sich seit funftehn und mehr Jahren aus hiesiger Gegend enrfernt, ohne daß bis jetzt einige Nachricht uͤber deren Leben oder Tod eingegangen waͤre.

Auf den Antrag ihrer Anv’rwandten werden daher diese Verschollenen, so wie ihre allenfallsigen unbekann⸗

Wichtige Anzeige fuͤr Gymnasial⸗Lehrer und deren Schuͤler.

Bei J. M. Gebhardt in Grimma erschien und ist in allen Buchhandlungen Deutschlands (in Berlin bei E. S. Mittler, Stechbahn Nr. 3), vorraͤthig:

Frirsche, Mas. Fr. Gotthilf, (Professor und Leh⸗

rer der Relig. an der Koͤnigl. Saͤchs. Landesschule Gri Gebete d Bet

chtungen

er fuͤr die Preußischen Staaten.

8 insihre Nahrung, Wohnung, Bew

fuͤr hoͤhere Bildungsanstalten. Vel. 8vo. brosch. 1 ¾ Thlr.

Bei dem in neuerer Zeit wieder lebendig erwach⸗ ten Beduͤrfnisse, den religioͤsen Sinn auf den hoͤhern Bildungsanstalten unseres Vaterlandes durch Unter⸗ richt und Uebung zweckmaͤßig anzuregen, duͤrfte gegen⸗ waͤrtiges Werk wohl mehr als irgend ein anderes in diesem Fache eine zeitgemaͤße Erscheinung seyn. Es enthaͤlt theils wirkliche Gebete, theils zum Gebete an⸗ leitende Betrachtungen, schließt sich uͤberall an den Gedankenkreis des zum Jünglinge heranreifenden Kna⸗ ben an, erinnert ohne Polemik mit Ernst und Waͤrme an die ewigen Wahrheiten des Evangeliums und dringt in einfacher aber buͤndiger und lebendiger Sprache auf die fuͤr dieses Alter nothwendigen Berufepflichten. In der Behandlung des Stoffs, in der Auswahl der Bibelstellen, in der Ruͤcksichtnahme auf den Gang der Naturerscheinungen, in der Beschraͤnkung des aͤußeren Maßes und des dadurch bedingten Gedankengange? wird Jeder die Erfahrung und Umsicht des seine Auf⸗ gabe wohl uͤberdenkenden Schulmannes erkennen, und es glaubt daher die Verlagshandlung vorliegendes Werk, das sich auch durch seine elegante Ausstattung in Druck und Papier auszeichnet, um so mehr allen Lehrern an Gymnasten, Lyeceen und hoͤheren Buͤrger⸗ schulen empfehlen zu loͤnnen, als beide bis jetzt er⸗ öG Recensionen sich hoͤchst beifaͤllig daruͤber aus⸗

rechen.

8 s. Gersdorf's Repertorium I. 10tes Hest und

Herloßsohn im Komet 1834, Beilaage Nr. 28. Rose, Dr. C. A. (Subrector am Koͤnigl. Gymna⸗ sium zu Soest). Das Wichtigste, welches ein Juͤngling zu pruͤfen hat, ehe er die

Universitaͤt bezieht. Vel. in 8vo. 20 sor.

Je groͤßer die Anspruͤche sind, welche jetzt an den Studirenden gemacht werden, deßo wichtiger muß es fuͤr die Eltern, deren Soͤhne studiren wollen, seyn, zu ersorschen, ob sie uͤberhaupt zum Studiren tauglich find, und welches Studium sie bei ihren Faͤhigkeiten zu waͤhlen haben, damit sie durch keinen Fehlgriff in ihrer Wahl sich keine kummervolle Zukunft bereiten. Dieses Werkchen giebt die Erfordernisse an, welche an einen Studirenden gemacht werden muͤssen, und giebt den Eltern Winke, wie sie die Tauglichkeit ihrer Soͤhne zum Studiren erforschen koͤnnen.

Zeitgemaͤße Worte fuͤr Studirende, auf

ihre Gesundheit aufmerksam zu seyn. Von D. C. R. Vel. in 8vo. brosch. 11 sgr.

Dieses Werkchen giebt jungen Studirenden, weiche die Gefahr eines uͤbermaͤßigen Fleißes nicht kennen, Regeln an die Hand, wie sie ihre Studien ruͤck⸗ sichrlich ihrer Gesundheit einzurichten, wie sie sich bei ihren Stud Rücksicht a

r. 9 Pf.; große Gerste 1 Rthlr.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf⸗ auch 21 Sgr. 3 Pf. Sonnabend, den 6. September 1834. Das Schock Stroh 6 Rthlr. 15 Sgr., auch 5 Rthly.; der Cent⸗ ner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. Redacteur Cottel. Gedruckt bei A. W. Hayn.

ng, Erbo⸗ lung u. s. w. zu verhalten, durch welche Mit⸗ tel sie den boͤsen Folgen eines zwar ruhmvol⸗ len, aber immer gefaͤhrlichen Fleißes zuvor zu kommen, und wie sie den bereits sich zuge⸗ bogenen Uebeln abzuhelfen haben.

Wichtige Anzeige für die gebildete Lesewelt.

Boas, Eduard, Reisebluͤthen aus der Ober⸗

welt, 2 Thle. brosch. 2 ¾ Thlr.

Der geistreiche Verfasser, durch seine Arbeiten fur mehre Journale schon ruͤhmlichst bekannt, giebt in diesem Werke eine humoristische Schilderung seiner Reise durch Breslau, Bruͤnn, Wien, Preßburg, Prag, Teplitz, Dresden, Leipzig und Berlin, mit einer kur⸗ zen und scharfen Charakteristik der Laͤnder, Staͤdte und ihrer Bewohner in einem leichten und gefaͤlligen Style.

In der O. Wigand'’schen Verlags⸗Expedition in Leipzig ist so eben erschienen, in Berlin stets vorre⸗ thig in H. Wagenfuͤhr’s Buch⸗ und Musikhandlung, Jaͤgerstraße Nr. 42, in Glogau bei H. Reisner:

Italien wie es wirklich ist. Bericht uͤber eine merkwuͤrdige Reise in den hesperi⸗ schen Gefilden, als Warnungsstimme fuͤr Ale,

welche sich dahin sehnen, von Gustav Nicolai. 2., Baͤnde. brosch. 3 Thlr.

Der geistreiche Verfasser des humoristischen Romanzt „die Geweihten, oder der Kantor zu Fichtenhagen,“ des Jeremias u. a. giebt in diesem merkwuͤrdigen Buche, welches in der gesammten civilisirten Welt Epoche machen wird, zum ersten Male ein wahres Bild von Italien. Er hat mit kuͤhner Hand den Schleier zerrissen, in welchen blinder Enthusiasmus das Land seither gehuͤllt hatte, und man erfaͤhrt mit, unwilligen Erstaunen, wie sehr man bisher getaͤuscht worden ist, denn der ehrenwerthe Charakter und die amtliche Stellung des Verfassers buͤrgen fuͤr unleug⸗ bare Wahrheit seines Referats. Da das Werk keine Merkwuͤrdigkeit Italiens unberuͤhrt laͤßt und insbe⸗ sondere eine vortreffliche, wahrhaft klassische Schilde⸗ rung von Pompeji enthaͤlt, so darf das Werk in kei⸗ ner Bibliothek eines Gebildeten fehlen. Auch ist es bereits sowohl in der hiesigen Staats⸗Zeitung (pr. 219) als in der Voßischen Zeitung (pr. 189) und in mehreren Journalen glaͤnzend empfohlen worden. Wer den gewoͤhnlichen Schlendrian einer Reisebeschreibung zu finden glaubt, irrt gar sehr, da im Gegentheil das Werk voller interessanter Abenteuer ist, so daß es selbst der Romanleser nicht ohne vollkommene Bestie⸗ digung aus der Hand legen wird

Zeitung.

1“ 8 11“

AAAX“X“

Se. Mazjestaͤt der Koͤnig haben dem Appellations⸗Gerichts⸗ Rath Lenzen zu Koͤn den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Prediger Tobold zu Colzow, Reagierungs⸗ Bezirk Stettin, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Schichtmeister Keßler auf der Steinkohlen⸗Grube Gottgewagt, in der Grafschaft Mark, und dem evangelischen Schullehrer Schmidt zu Katschkzu, Re⸗ gierungs Bezirk Bres!au, das Allgemeine Chrenzeichen zu ver⸗ leihen geruht.

1“

Se. Hoheit der General der Infanterie und kommandirende General des Garde⸗Ceros, Herzog Karl von Mecklenburg⸗ Strelitz, ist von Stargard zuruͤckgekedrt.

Heute wird das 19te Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung ausge⸗ geben, welches enthaͤlt die Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordres und zwar unter: Nr. 1551. vom 24. Juli d. J. wegen Verleihung der revidir⸗

ten Stadte⸗Ordnung vom 17 Marz 1831 an die Stadt Bojano vo, im Regi rungs⸗Bezuk Posen; vom 231jen dess. M., betreffend die Modtfication der Vorschriften in Nr. 20 des Allgemneinen Re⸗ gulatirs uüͤber das Servis⸗ und Einquart erunge⸗ wesen, vom 17. Maͤrz 1810; vom 2. August d. J., wegen Declaration der Aller hoͤchsten Ordre vom 6. Maͤrz 18/1, betreffend die Straf⸗Gesetze und das Verfahren in den Rhein— Provinzen bei Staats⸗Verbrechen und Deenst⸗ Vergehen der Beamten; das Regulativ vom 5ten v. M., wegen Ausuͤbung der Rheinschifffahrt von diesseitigen Unterthanen, und wegen des Lootsen⸗Dienstes auf dem Rhein; die Alterhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 12ten dess. M., betreffend die Bekanntmachung der Subhastations⸗ Patente durch die Intelligenz⸗Blaͤtter. Berlin, den 11. September 1834. Debits⸗Comtoir der Gesetz⸗Sammlung

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Danzia ist die erledigte katholische Pfarrstelle in Groß⸗ Montau dem Pfarrer Michael Palmowski verliehen worden.

Angekommen: Se. Excellenz der General der Infanterie,

General⸗Inspecteur der Festungen und Chef der Ingenieure und

Pioniere, von Rauch, von Pesen.

Se. Excellenz der General⸗Leutenant, General⸗Inspecteur der Geschuͤtz⸗Gießereien, Artillerie⸗Werkstaͤtten, Pulver⸗, Gewehr⸗ und Waffen⸗Fabriken, Braun, von Kissingen.

Der General⸗Major und Inspecteur der 1sten Ingenieur⸗ pection, von Reiche, von Posen.

Zeitungs⸗Nachrichten. IA.

8 Rußland.

St. Petersburg, 3. Sept. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Kammerherrn Sr. Mafestaͤt des Koͤnigs von Schwe⸗ den und Norwegen, von Morgenstjern, den St. Stanislaus Orden 3ter Klasse verliehen.

Der Arrendator des im Lieflaͤndischen Gouvernement belege⸗ nen Gutes Freudenberg, Jos. Krestling, hat als Anerkennung der von ihm daselest eingefuͤhrten Methode, das Erdreich durch einen Zusatz von gebranntem Lehm zu verbessern, auf die Vor⸗ stelung des Ministers des Innern, eine am St. Annenbande im Knopf och zu tragende goldene Medatlle erhalten.

Se. Durchlaucht der Prinz von Odenburg ist am 17. Au⸗ gust in Simbirsk einget offen. Nachdem der Prinz die Be⸗ amten empfangen, und die Gerichts⸗Behoͤrden und oͤffentlichen Anstalten besucht hatte, setzte er am 18ten Nachmittags die Reise nach Saratow fort.

Aus Dorpat wird gemeldet: „Einer neuen Erfindung von hoͤchster Wichtigkeit fuͤr den Land⸗Transport, besonders in den hiesigen Provinzen, die der Communications⸗Mittel so we⸗ nige besitzen, geschieht in Nr. 32. des Provinzial⸗Blattes vom 9. August d. J. Erwaͤhnung. Es ist dies naͤmlich ein, genau nach den Verhaͤltnissen eines Lieflaͤndisches Bauerwagens berech⸗ netes und dabei sehr einfach gebautes Modell eines Fahrzeuges, das sich, ohne daß die Fracht im Geringsten angetastet wird, in wenig Minuten aus einem Wagen in einen Schlitten, und eben so wieder aus einem Schlitten in einen Wagen verwandeln G jedesmal mit der eigenthuͤmlichen Spurweite (dem Gleis) es wogen, hat der Herausgeber des genannten Blattes, Herr Dr. G. Merkel, das Modell genau gepruͤft und sich von der leich⸗ ten Ausfuͤhrbarkeit desselben im Großen uͤberzeugt. Auch hat derselbe auf den Wunsch des Erfinders (eines in druͤckenden Umstaͤnden lebenden Hausvaters) und auf dessen Versprechen, seine Erfindung nicht weiter mitzutheilen, das Modell, mit der Ver⸗ poflichtung, es Niemanden sehen zu lassen, in Verwahrung ge⸗ nemmen, und macht nun seinen Laͤndsleuten folgenden Vorschlag: „Man sammle in diesen drei Provinzen, auf dem Lande und in den Staͤdten, Geld⸗Beitraͤge. Man sende den Betrag derselben der Lieflaͤndischen oͤkonomischen Societaͤt zu, die ihre große Bestim⸗ mung gewiß zu hochsinnig im Auge behält, um hier ihre Mit⸗ wirkung zu versagen. Sobald der Betrag wenigstens 10—

2

Fahrzeuges. Durch die große Wichtigkeit dieser Erfindung

15,000 Rubel B. A. ist, giebt der Unterzeichnete dem Herrn

Erfinder das Medell zuruͤck, der es sodann der verehrten So⸗

cetaͤt zur Pruͤfung vorlegt. Wenn sie es brauchbar findet, nimmt

er in sener Summe den ersten Lohn seiner Erfindung, und diese „Waͤh⸗

ist Eigenthum des Publikums.“

Aus Wiburg schreibt man unterm 20. August: rend man gerade im Betreff stand, die letzten Gebaͤude auf den vor laͤngerer Zeit durch verschiedene Feuersbruͤnste abgebrannten

Wohnplaͤtzen der Stadt Wiburg aufzufuͤhren, entstand Sonnabend

den 16ten d. Morgens um 2 Uhr ein heftiges Feuer, welches innerhalb weniger Stunden dieser Stadt einen bedeutenden Schaden verur⸗ sachte. Das Feuer brach auf eine bis jetzt unbekannte Weise in einem alten hoͤlzernen Gebaͤude auf dem Hosplatze des in der Festung belegenen dem Uhrmacher Aquilander gehoͤrigen Hauses aus, und kaum war das Ungluͤck durch die Laͤrmtrommel und das Glok⸗ kengelaͤute den Einwohnern verkuͤndet, als die Loͤsch⸗Anstalten, das Militair und die Polizei, sowie auch fast alle in der Stadt sich befindenden Einwohner zu Huͤlfe eilten; aber das gewaltige Element hatte reißend uͤberhand genommen, und besagtes Haus stand bald in vollen Flammen. Mit unglaublicher Schnelligkeit breitete das Feuer sich aus, und da es gerade an einem der aͤu⸗ ßersten Punkte der Stadt, am Walle der Festung, ausgebrochen war, so drohte es der Stadt einen voͤlligen Untergang, indem der Wind gerade auf dieselbe stand, und die Wuth desselben mit der Flamme wuchs, so daß ein Haus nach dem andern ohner⸗ achtet aller Anstrengungen von den Flammen ergriffen wurde, wozu nicht allein die seit laͤngerer Zeit fortdauernde Duͤrre das Ihrige beitrug, sondern auch, daß die Stadt gerade in dieser Gegend außerordentlich eng und groͤßtentheils mit hoͤlzernen Haͤusern, gedeckt mit hohen Bretterdaͤchern, bebaut war. Durch rastlosen Erfer und die sorgfaͤltigsten Bemuͤhungen Aller derer, welche mit der Loͤschung zu thun hatten, gelang es endlich, nach acht Stunden, auf allen Punkten dem Feuer eine Graͤnze zu setzen, nachdem es alle Gebaͤude auf dreizehn Wohnplaͤtzen in Asche gelegt, und außerdem zwei Haͤuser zur Haͤlste zerstoͤrt harte. Eine bedeutende Menge Waaren und Hausgeraͤth gingen hierbei verloren, außerdem wurden fuͤnf Haͤuser theils durch den Brand, theils durch Niederreißen mehr oder weniger beschaͤdigt.“

Frannech.

Paris, 3. Sept. Ueber den Gesundheits⸗Zustand des

Marschalls Gérard sagt heute der Constitutionnel: „Meh⸗ rere Blaͤtter, die es aufrichtig meinen, sind gestern durch andere minder redlich gesinnte Journale zu der Meldung verleitet wor⸗ den, daß es sich mit dem Marschall nicht bessere. Wir koͤnnen sie jedoch in dieser Beziehung vollkommen beruhigen. Man be⸗ hauptet auch, daß die Minister dem Conseils⸗Praͤsidenten keinen Besuch abgestattet haͤtten. Im Allgemeinen glauben wir, daß selbst die haͤufigsten Besuche nicht immer ein Beweis der Ueber⸗ einstimmung in Meinungen und Grundsaͤtzen sind. Sollten aber einige der Minister sich gegen sich selbst in solchem Maße vergangen haben, daß sie die Achtung gegen den Marschall aus den Augen gesetzt, so freut es uns wenigstens, unter die Zahl derer, die solches nicht gethan, den Baron Pasquier, den Fuͤr⸗ sten von Talleyrand und sogar Herrn Thiers rechnen zu koͤnnen, der sich bei seinem Umgange mit Herrn von Talleyrand ohne Zweifel in jenem Takt und gutem Geschmack vervollkommnet hat, welche Voltaire als das rasche Gefuͤhl des Schicklichen be⸗ eichnet.“ . General⸗Advokat am hiesigen Koͤnial. Gerichtshofe, Herr Bayeux, ist zum Rath beim Cassationshofe befoͤrdert wor⸗ den und hat seinen bisherigen Substituten, Herrn Franck Carré, zum Nachfolger erhalten.

Der Temps sagt in Bezug auf den von den Inhabern Spanischer Renten gefaßten Beschluß: „Wir koͤnnen es unserer Seits nur billigen, daß der ehrenwerthe Herr Mauguin gewaͤhlt worden ist, um das Interesse der Renten⸗Inhaber wahrzuneh⸗ men. Auch beeifert sich Jeder, den gefaßten Beschluß zu unter⸗ zeichnen, und gestern schon zaͤhlte man 25810 Unterschriften. Ge⸗ wiß ist, daß das Franzoͤsische Ministerium die Glaͤubiger Spa⸗ niens nicht ihrem Schicksale uͤberlaͤßt, daß es vielmehr der Ma— drider Regierung lebhafte und dringende Vorstellungen macht. Dies findet aber nur von Kabinet zu Kabinet und mit der Dis⸗ cretion statt, welche die diplomatischen Formen gebieten; aber gerade im Spanischen Minister⸗Rathe moͤchten sich vielleicht die wenigsten Anhaͤnger der von dem Grafen von Toreno vorge⸗ schlagenen Maßregeln befinden. Dagegen kennt man die Absich⸗ ten der Finanz-Kommission der Prokuradoren⸗Kammer und den revolutionnairen Geist dieser Versammlung. Hier muß man die eigentlichen Verfechter eines Staats⸗Bankerotts suchen. Es handelt sich daher um eine Sache von Volk zu Volk, von den Repraͤsentanten eines Landes zu denen eines andern. Herr Mauguin aber, ein Oppositions⸗Mitglied und einer der ausge⸗ zeichnetsten Redner unserer Kammer, ist ganz dazu geeignet, ei⸗ nen Einfluß auf die Spanischen Deputirten zu uͤben, waͤhrend diese den Worten eines Gesandten vielleicht ihr Ohr verschließen wuͤrden. Herr Mauguin wird, als Mandatar mehrerer tausend Franzoͤsischer Renten⸗Inhaber, gestuͤtzt auf seine Unabhaͤngigkeit und eine vieljaͤhrige Erfahrung, die Prokuradoren daran er⸗ innern, daß uns der Bankerott weder Reichthum noch Freiheit verschafft hat; er wird ihnen vielmehr das Beispiel Frankreichs nach der Restauration vorfuͤhren, wo alle Schulden anerkannt und gewissenhaft bezahlt wurden; er wird das Interesse seiner Kommittenten mit dem ihm beiwohnenden Talente wahrnehmen, und wir glauben daher, daß seine Sendung, gemeinschaftlich mir den Bemuͤhungen der Franzoͤsischen Regierung, nur von großem Nutzen fuͤr die Renten⸗Inhaber seyn werde.“ Die LAuoti⸗ dienne verspricht sich dagegen von der Mission des Herrn Mauguin nur einen sehr geringen Erfolg fuͤr dessen Kommit⸗ tenten, und meint, daß Herr Mauguin selbst sich hieruͤber nicht taͤuschen koͤnne.

Die neuesten oͤffentlichen Blaͤtter des Loire⸗Departements enthalten hoͤchst betruͤbende Detalls uͤber die Folgen des schwe⸗ ren Gewitters, von welchem dieses Departement in der Nacht

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vom 26sten auf den 27. August heimgesucht worden ist. Einige 20 Haͤuser auf einem Flaͤchen⸗Inhalte von ungefaͤhr einer Qua⸗ drat⸗Lieue sind duech das Austreten der Loire zusammengestuͤrzt. Die Zahl der Personen, die dabei ums Leben gekommen, ist noch nicht zu ermitteln gewesen, doch muß sie bedeutend seyn, da am 27sten und auch noch am 28sten Leichname theils unter den Truͤmmern gefunden wurden, theils auf dem Flusse ange⸗ schwommen kamen. Die Eisenbahn von St. Etienne nach Lyon duͤrfte fuͤr eine geraume Zeit unbrauchbar seyn; dasselbe ist der Fall mit den Bahnen von St. Etienne nach der Loire und nach Roanne. Der „Mercure Ségusien“, ein in St. Etienne er⸗ scheinendes Blatt, berechnet den Schaden, der durch dieses Ge⸗ witter und dessen Folgen angerichtet worden, auf 8 Millionen Franken. Die meisten Munizipal⸗Conseils des Departements haben sofort Unterstuͤtzungen fuͤr die Verungluͤckten bewilligt, auch sind an allen Orten Kollekten veranstaltet worden.

Großbritanien und Irland.

London, 5. Sept. Bei der vorgestrigen großen Cour im St. James⸗Palast erschien der Lord⸗Mayor in Begleitung meh⸗ rerer Aldermen und Gemeinderaths⸗Mitglieder in Gala, um Sr. Majestaͤt die Adresse der Stadt London zur Begluͤckwuͤn⸗ schung Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin, bei Hoͤchst⸗Ihrer Ruͤckkehr vom Kontenent, zu uͤberreichen. Der Koͤnig empfing die Adresse auf dem Thron, umgeben von den Hof⸗Chargen, uͤbergab sie dem Premier⸗Minister, Viscount Melbourne, und ertheilte darauf eine sehr huldreiche Erwiederung. Die Adresse selbst, die vom Recorder abgelesen wurde, lautete folgendermaßen:

„Allergnaͤdigster Souverain! Wir, Ew. Maj. getreueste Unterthanen, der Lord⸗Mayor und die Aldermen der City von London, nahen uns Allerhoͤchstihrer Koͤniglichen Person mit den lebhaftesten Gesinnungen der Loyalitaͤt und Verehrung, um Ew. Majestaͤt die Huldigung unserer herzlichsten Gluͤckwuͤnsche, bei Gelegenheit der wohlbehaltenen und gluͤcklichen Ruͤckkehr Ih⸗ rer Maäjestaͤt der Koͤnigin Adelheid nach diesem Lande, darzubrin⸗ gen. Auf eine Zeit lang den Glanz Allerhoͤchstihres Hofes verlassend, und die Staaten von Großbritanien fͤr Ihr Vater land vertauschend, haben Ihre Majestaͤt die suͤßen Pflichten kindlicher Liebe gegen Ihre verehrte und erlauchte Mutter zu erfuͤllen Sich beeilt; doch mit gleicher Innigkeit von allen den zarten und begluͤckenden Gefuͤhlen des Fami⸗ lien⸗Lebens durchdrungen, sind Ihre den Thron Ew. Majestaͤt theilende Gemahlin bald wieder zuruͤckgekehrt, um in die erha⸗ bene Sphaͤre der Privat⸗Tugenden und des oͤffentlichen Wohl⸗ thuns wieder einzutreten. Zum Zeugniß dessen, wie sehr wir das glaͤnzende Muster zu wuͤrdigen wissen, das Ihre Majestaͤt jenem Geschlechte giebt, von dessen guter Fuͤhrung die besten Interessen der Gesellschaft so sehr abhangen, erkennen wir das Vorbild und erneuern das geheiligte Andenken der Koͤnigin Charlotte in der vollkommenen Nachahmung ihrer leuchten⸗ den Verdienste und in dem uͤberaus erfolgreichen Einflusse ihres Beispiels. Sire! Wir haben mit freudigem Gefuhle die Gelegenheit wahrgenommen, die, bei der Abreise Ih⸗ rer Majestaͤt nach dem Kontinente, dem Lord⸗Mayor, als Konservator der Themse, sich darbot, Allerhoͤchstdieselben mit jeder Bezeugung pflichtschuldiger Aufmerksamkeit bis zu den Graͤnzen der Jurisdiction Sr. Herrlichkeit zu begleiten; aber unser Gluͤck wurde erst dann vollstaͤndig, als Ihre Maj., nach⸗ dem Sie die Gnade gehabt, unsere entgegengesandte Eskorte an⸗ zunehmen, den Fluß herauffuhren und unter dem Jubelruf der zahllos versammelten Menge den Fuß wieder auf Britischen Bo⸗ den setzten.“

1 8 Majestaͤt ertheilten hierauf die nachstehende Antwort:

„Ich empfange mit außerordentlicher Genugthuung die ge⸗ treue uͤnd loyale Adresse, welche Sie Mir zur Begluͤckwuͤnschung wegen der gluͤcklichen Ruͤckkehr Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von dem Europaͤischen Kontinent uͤberreicht haben. Die Ausdruͤcke achtungsvoller Anhaͤnglichkeit an die Koͤnigin, welche in dieser Adresse enthalten sind, machen Meinem Herzen besondere Freude und verleihen Ihnen erneuerte Anspruͤche auf Meine Achtung. Ich danke Ihnen fuͤr die Bereitwilligkeit, mit der Sie Ihrer Pflicht gegen die Koͤnigin nachgekommen sind, indem Sie die⸗ selbe bei ihrer Abreise und ihrer Ankunft begleiteten. Die City von London kann zu allen Zeiten auf Meine Gunst und Meinen Schutz zaͤhlen; Ich vertraue voll Demuth auf die Seg⸗ nungen der Vorsehung, um das Interesse und das Gluͤck aller Klassen Meiner Unterthanen auch ferner leiten und aus allen Meinen Kraäͤften foͤrdern zu koͤnnen.“

Der Lord⸗Mavor und die Aldermen kuͤßten darauf Sr. Maj. die Hand, wobei Allerhoͤchstdieselben bedauerten, daß Ihre Maj. Sich heute nicht wohl genug befaͤnden, um die Adresse der City ebenfalls zu empfangen, doch werden Ihre Maj. die erste Ge⸗ legenheit dazu wahrnehmen. Die vom Gemeinderath noch be⸗ sonders uͤberreichte Adresse war ganz aͤhnlichen Inhalts wie die vo⸗ rige und wurde ebenfalls auf das huldreichste beantwortet.

Der Koͤniglich Preußische Gesandte am hiesigen Hofe, Ba-

ron von Buͤlow, ist vorgestern nach Berlin abgereist. Es ist offiziell angezeigt worden, daß Ihre Koͤnigl. Hoheit Donna Francisca, Gemahlin des Don Carlos, gestern zu Alver⸗ stoke bei Portsmouth mit Tode abgegangen ist. Ihre Krankheit war ein Gallenfieber, das nur wenige Tage waͤhrte und mit einer Entzuͤndung endete. „Wie wir hoͤren“, fuͤgt der Globe hinzu, „ist ein Courier an ihren Gemahl und ein anderer an ihren Bruder, Dom Pedro, abgesandt worden, um ihnen das traurige Ereigniß anzuzeigen. Man wird die Franzoͤsische Regierung er⸗ suchen, den Courier an Don Carlos ungehindert durch Frank⸗ reich passiren zu lassen.“ Die Madrider Zeitung el Observador, welche wir bis zum 2osten erhalten haben, giebt die Nachricht von der Unter⸗ druͤckung der Unruhen, welche die Karlisten in Murcia und Sa⸗ lamanca veranlaßt hatten. Der Spanische Gesandte, Marquis von Miraflores, hat von dem Minister der auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten die Anzeige erhalten, daß die Regierung die ihr uͤber⸗ fandten Zusatz⸗Artikel zum Quadrupel⸗Allianz⸗Traktat ratifiziren