In einem Handels⸗Schreiben aus Bay heißt es: „Das Geruͤcht, daß zwei Bataillor desertirt waͤren, hat sich nicht bestaͤtigt. daß die Karlisten das Lazareth von Vittoria dortigen Wachtposten fo cirt und einen Offizier Die Unvorsichtigkeit Rodils ist Jedermann ein
große Verstaͤrkungen laͤßt sich das Ende dieser Insurrection gar
nicht absehen.“
Das Mémorial Bordelais vom Föten berichtet, daß die
Cholera in Andalusien große Verwuͤstungen anrichte.
Sentinelle des Pyrenées wäͤre in Sevilla und in Sala⸗ manca eine Verschwoͤrung entdeckt worden. Im erzbischoͤflichen Palaste der ersteren Staͤdt sollen Waffen und Munition gefun⸗
den worden seyn.
Ein hiesiges Blatt berechnet die jaͤhrlichen Einkuͤnfte der Im Jahre 1826
Spanischen Geistlichkeit auf 262,850,000 Fr. gab es in Spanien 150,319 Geistliche. Herr Arguelles, Mitglied der
Dagegen erfahren wir,
onne vom 3ten ne Guipuzcoaner
angegriffen, den
erschossen haben. Raͤthsel. Ohne
Nach der
1042 Kammer, ist in der vergangenen Nacht von Paris, wo er sich nur 10 Tage aufgehalten, nach Madrid abgereist.
Der Deputirte Herr Firmin Didot hat sich am lsten d. M. in Touson auf der Last⸗Korvette „le Rhoͤne“ nach der Levante eingeschifft. Ob derselbe in Auftraͤgen der Regierung reist, ist unbekannt. Der neue Gouverneur von Algier, General Drouet d'Erlon, wurde am 5ten in Toulon erwartet. Die Fregatte
„Arthemisia“ ward in Bereitschaft gehalten, um ihn mit seinem
ganzen Gefolge nach der Afrikanischen Kuͤste zu bringen. Gestern wurden hierselbst die ersten diesjaͤhrigen Pferde⸗ Rennen abgehalten. Die Bahn betrug den einmaligen Umkreis des Marsfeldes. Bei dem ersten Rennen liefen 7 Pferde, von denen die „Ibis“ des Herrn Rieussec das Ziel zuerst erreichte und somit den Preis von 2000 Fr. erhielt. Zu dem zweiten Rennen waren 9 Pferde angemeldet worden, von denen jedoch 2 wieder zuruͤckgezogen wurden. Es galt einen doppelten Sieg. Im ersten Laufe siegte die „Miß Annette“ des Lord Seymour, im zweiten die „Noëma“ aus dem Meudoner Gestuͤt. Es mußte
daher ein dritter
Lauf veranstaltet werden, in welchem die „Neëma“ zum zweitenmale Siegerin blieb und den Preis von 3000 Fr. gewann. Außerdem wurden noch 2 Privat⸗Rennen gehalten. Der Herzog von Orleans wohnte den Rennen bei. 8
— Heute schloß öproc. Rente pr. compt. 104. 40. sin cour. 104. 45. (ohne den Coup.) 3 proc. pr. compt. 76. 15. fin cour, 76. 25. Sproc. Neap. pr. compt. 93 5. sin. cour. 93. 15. proc. Span. Rente 37 ⅛. Jproc. do. 27 ½. Cortes 43. Ausg. Span. Schuld 11 ½.
Frankfurt a. M., 11. Septbr. Oesterr. 100. 99 ¼. 4proc. 90 ⁄¼. 90 2.. 2 ⁄ proc. 53 ½ 1proc. Bank⸗Actien 1509 1507 Part.⸗Oblig. 138 ½. 138 ⁄ 100 Gulden 206 ½. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 56 ¼. 56 ¾. do. 4proc. Anl. 94 Br. Holl. 5proc. Obl. von 1832 96 „x. 951 ⅛⅝. Poln. Loose 65 ½. 65 ¾. 5proc. Span. Rente 37. 36 ¾. Zproc. do. 25 ½. 25 %
5proc. Metal. 23 †. Br. Loose zu
Kodacteter flatrel.
Gedruckt bei A. W. Hayn.
Spanischen Prokuradoren⸗
dl . Thar enüsne.net SAdv’ Ut ., h.Tesen
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Der von uns mittelst Steckbriefes vom 28. Auguft d. J. verfolgte Tagearbeiter Carl Friedrich Wil⸗ helm Loren; aus Fuͤrstenwalde ist wieder zur ge⸗ faͤnglichen Haft eingeliefert worden, welches hierdurch
bekannt gemacht wird. Frankfurt a. d. O., den 8 September 1834. Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
Subhastations⸗Patent.
Das im Stuhmschen landraͤthlichen Kreise belegene adlige Gut Kontken No. 31. Litt. A. und B., ist zur Subhastation gestellt, und der Bietungs⸗Termin ist auf
seeember d. J. angesetzt worden.
„Es werden demnach Kaufliebhaber aufgefordert, in diesem Termine, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Deputirten Herrn Ober⸗Landergerichts⸗Assessor Sieke hierselbst, entweder in Person, oder durch legitimirte Mandatarien zu erscheinen und ihre Gebote zu ver⸗ lautbaren.
Die Taxe, nach welcher der Werth von Kontken Litt. A. 8438 Thlr. 27 sar. und von Kontken Litt. B. 10,631 Thlr. 25 sgr. 8 pf. betraͤgt, und der neueste Hy⸗ potheken⸗Schein sind jederzeit in der hiesigen Regi⸗ stratur einzusehen. Besondere Kaufbedingungen sind bis jetzt nicht aufgestellt.
Der Herr Adalbert v. Nostiz Jackowski oder dessen etwanige Erben oder Erbnehmer oder diejenigen, welche sonst in seine Rechte getreten sind, werben hiermit iu dem obigen Termine vorgeladen um ihre Gerechtsame bei der bevorstehenden Veraͤußerung wahrzunehmen, widrigenfalls sie zu gewaͤrtigen haben, daß bei ihrem Ausbleiben dem Meistbietenden nicht nur der Zuschlag ertheilt, sondern auch nach gerichtlicher Erlegung des Kausschillings die Loͤschung der säͤmmtlichen eingetra⸗ genen wie auch der leer ausgehenden Forderungen und zwar der letztern, ohne daß es der Production der In⸗ strumente bedarf, werde verfuͤgt werden.
Marienwerder, den 6. Mai 1834.
Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht.
Seffentliche Vorladung.
Die Ehrfrau Matthias Joseph Keir, Anna geborene Prigge dahier, hat angezeigt, daß dieser ihr Ehemann sie im Jahre 1806 doͤslich verlassen, und von seinem Leben und Aufenthalts⸗Orie bis dahin keine Nach⸗ richt gegeben habe, und daher auf oͤffentliche Vorla⸗ dung und Ehescheidung angetragen. Es wird baher der desagte Matthias Joseph Keir hierdurch voraeladen, binnen 3 Monaten, laͤnastens aber in dem auf Samstag den 20. December d. J., Vormittags 10 Uhr ange⸗ setzten Termine an hiesiger Gerichtsstelle zu erscheinen, uͤber den Grund seiner Abwesenheit sich auszuweisen, und mit seiner Ehefrau sich wieder zu vereinigen, als sonst auf weiteres Aurufen die Ehescheidung mit Thef rechtlichen Folgen gegen ihn erkannt werden wird.
Burgsteinfurt, den 23. Auzust 1834.
Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. Melsbach.
bb
Es befindet sich in unserem Depositum ein wech⸗ selseitiges Testament des George Friedrich v. Boͤhmer, Koͤn gl. Preuß. Legations⸗Rards am Kansertichen Hofe zu Wien und der Johanna Rosina v. Boͤhmer, geb. Kleinert, fruͤheren Besitzers von Antheil Nieder⸗Sie⸗ gersdorff, welches am 23. Dezemder 1770 niederae⸗ legt worden. Da uns nun seit der Niederlegung dessel⸗ ben das erfolgte Ableben der Niederleger nicht alaub⸗ haft nachgewiesen worden, so fordern wir hiermit die etwanigen Interessenten auf, die Pubfication diese Testaments bvinnen 6 Mogaten bei Vermeidung des §. 219. und folg. Tit. 12. Theil I. L.⸗R. vorzeschrie⸗ denen Folgen nachzusuchen. Freysäadt, den 6. Septbr. 1834.
Koͤnigl. Preuß. Stadtgericht.
b141““
Auf den Antrag seines Curators werden der Ma⸗ trose Johann Michael Koͤhn, geboren den 8. Decem⸗ ber 1777 zu Neu⸗Rothemuͤhl, weicher im Fruͤhjahr 1803 seinen damaligen Wohnort Eggesin hiesigen Amts in der Absicht verlassen hat, um in Stettin sich als Matrose zu verheueru, seitdem aber gaͤnzlich verschollen ist, oder die von ihm etwa zuruͤckgelassenen unbekann⸗ n Erben hierdurch vorgeladen, sich vor oder in dem au den 11. December d. J, Vormittags 10 Uhr, hierselbst vor uns, anberaumten Termine persoͤnlich oder schriftlich zu meiden, und weitere Anweisung zu erwarten, widrigenfalls der ꝛc. Koͤhn fuͤr todt erklaͤrt, und sein zuruͤckzelassenes Vermoͤgen seinen gesetzlichen Erben ausgeantwortet werden wird.
Ueckermuͤnde, den 23. Februar 1834.
LEEEEsusi eAmr.
(L. S.) Wiebker.
Alle diejenigen, welche an den Nachlaß des ver⸗ storbenen Koͤnigl. Professors der Naturgeschichte und
ben ü. n babAb⸗ . 7 ☛ Allgemeiner Anzeiger fuͤr die P versoͤnliche oder dingliche Anspruͤche, oder Anspruͤche aus einem Erbrechte, oder aus irgend einem andern
rechtlichen Grunde zu haben vermeinen, werden hier⸗ durch vorgeladen, solche in termino am 26. Septem⸗ ber, 10. oder 24. October dieses Jahres, in loco con- cilii anzumelden, unter dem Nachtheile, daß sie sonst durch die, am 7. November zu erlassende Praͤelusiv⸗ Erkenntniß, damit werden ausgeschlossen werden. Datum Greifswald, am 4. September 1834. Rector und Conciliam academicum. Von Gerichtswegen
Niemeyer.
Auf ehrerbietigst gehorsamsten Antrag des Landrathe von Ferber auf Varchentin werden alle diejenigen, welche an das von demselden verkaufte, im ritter⸗ schaftlichen Amte Guͤstrow belegene, Lehngut Wotrum c. p, so wie an das Patrimonial⸗Gericht dieses Gu⸗ tes, aus irgend einem ciollrechtlichen Grunde An⸗ spruͤche und Forderungen zu haben vermeinen, perem- torie hiemit geladen:
1““ Morgens um 10 Uhr, auf hiesiger Großherzoglicher Ju⸗ stiz⸗Canzlei zu erscheinen, ihre Anspruͤche und Forde⸗ tungen bestimmt anzugeben, widrigenfalls aber zu ge⸗ waͤrtigen, daß sie damit, unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens auf stets werden praͤkludir; und abgewiesen werden. Von dieser Anmeldungsverpflichtung werden jedoch ausdruͤcklich ausgenommen: 1) die in das Wotrum'’sche Hypothekenbuch einge⸗ tragenen Glaͤubiger hinsichtlich der Capitalforde⸗ rungen und der darauf laufenden Zinsen,
reußische
systematischem Zusammenhange zu entwickeln.
neuen Begruͤndung, die Aufstellung eines neuen Systems derselben zu verbinden:; es war thm inson⸗ derheit darum zu thun, der gedachten Wissenschaft eine neue, von den bisher gewohnten Grund⸗Ansich⸗ ten in vielfacher Hinsicht abweichende, staͤatswierh⸗ schaftliche Unterlage zu geben. — Tiefe, umfassende Einsicht in die Thoorie und reiche praktische Erfah⸗ rungen, waͤhrend eines vielbewegten Geschaͤftslebens im hoͤheren Staatsdienste gesammelt, rechtfertigen zur Genuͤge des Verf. Beruf, zur Loͤsung der eden so wichtigen als schwierigen Aufgare. Mit Recht glauven wir daber dieses gediegene Werk der beson⸗ dern Aufmerksamkeit der Staatsgelehrten nicht min⸗ der wie der Volks⸗Vertreter und der prakltischen Fi nanzmaͤnner fuͤr deren Gebrauch dasselbe ganz vor⸗ zuͤglich bestimmt ist, anempfehlen zu duͤrfen. Im Juli 1831.
Dieterich' sche Buchhandlung in Eoͤttingen. Einledung zur Subscription auf ein in Kur⸗ zem erscheinendes Erziehungsbuch fuͤr Fa⸗
milien und Jugendlehrer, unter dem Titel:
EE 111“ die Leitsterne aller Erziehung, allen treumeinenden Eltern und Erziehern von Herzen empfohlen
2) die laufenden Landes- und Amts⸗Anlagen, so wie die etwanigen Monituren aus der Neben⸗ steuerberechnung, und endlich
3) die Kirche, Pfarre und Kuͤsterei zu Wattmanns⸗
hagen wegen der laufenden Abgaben an dieselben,
mindestens haben selbige eine Erstattung der Liquida⸗ tionskosten nicht zu gewaͤrtiaen.
Gegeben Guͤstrow, den 29. August 1834.
Großherzoglich Mecklenburgsche zur Justtz⸗Canzlei aller⸗
hoͤchst verordnete Direktor, Vice⸗Direktor und Raͤthe. (L. 8§) G. Brandt.
Literarische Anzeigen.
Kunst die orientalische Malerei inganz kur- zer Zeit ohne Lehrer zu erlernen.
In der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloss-
platz No. 2, ist zu haben:
Das Ganze der orientalisch⸗chinesischen Malerei b
nebst bildlichen Darstelungen und einem Anhang von der dabei vorkommenden Arbeit mit Gold, der Blieistiftezeichnung und der Lithochromie, oder der Kunst, Kapferstiche so auszumalen, baß sie Oelgemaͤl⸗ den gleichen. Nach wenig bekannten Huülfsquellen und eignen Erfahrungen bearbeitet und herausgegeben von P. Kobalsky 8vo. geheftet mit 18 Tafeln
Abbildungen. Preis 1 Thlr. Jetzt, wo die chinestische Malerei zu den Lieblings⸗ Bschaͤftigungen aller Gebildeten gehoͤrt, muß das Er⸗ scheinen dieses so ausfuͤhrlichen Werkes äͤußerst will⸗ fommen sein, zumal da man durch die beispielose Klarheit in der Beschreibung der ganzen Kunst und aller mit ihr verwandten Zweige, in den Stand ge— setzt wird, fuͤr 1 Thlr. den Zweck zu erreichen, wel chem man bei einem praktischen Lehrer nur durc vieles Gold nahe kommen kann! Auf den schoͤn ausgefuͤhrten lithographischen Tafeln findet man die Abbildungen von Chablonen, Pinseln und allen anderen Material en, welche man sich eben⸗ falls fuͤr ein weniges, nach der im Buche befiadlichen Beschreibung selost anferticen kann. Leipzig, im Septbr. 1833ü
E. Poͤnicke & Sohn.
Bei uns ist so eben erschienen und in allen Buch⸗ handlungen Deutschlands zu heben, in Berlin bei F. Duͤmmler, Linden Nr. 19:
Theorie und Politik der Besteuerung. Ein Handbuch fuͤr Staatsgelehrte, Volks⸗ Vertreter und Geschaͤftsmaͤnner. Von Dr. Karl Murhard.
XX. u. 683 S. in gr 8vo. à 2 Thlr 20 sgr. Aus der Feder des verehrten Verfassers erschien vor drei Jahren in unserm Verlage die Theorie und Politik des Handels. Ein Handbuch fuͤr Staatsgelehrte und Geschaͤftsmaͤnner, 2 Thle. in gr. 8Svo. Der ungetheilte Beifall, womit dieses Werk im In⸗ und Auslande aufgenommen, das einhellige Lob, was demselben von Seiten der Kri⸗ tik zu Theil geworden (m. vergl. die in der Vor⸗ rede zur Theorie der Besteuerung aufgefuͤhrten Recensionen) ermunterte den Herrn Verf., wie sich aus der Vorrede ergiebt, zur Bearbeitung eines aͤhnlichen staatswerthschaftlichen Werkes uͤber die Besteuerung der Vblker, bestimmt, gleichsam ein Seitenstuͤck abzugeben zu dem eben erwaͤhnten ülber den Handel. Hier wie dort ist derselbe von der Idee ausgegangen, eine an sich abstrakte Lehre auf populaͤre Weise, in einer allgemeinen verstaͤnd⸗
Oekonomie Herrn Doctors Johann Quistorp hieselbst,
lichen, von der Schulform meglichst entkleideten,
von Wilhelm Moͤller, Pfarrer in Groͤbitz bei Naumburg a. d. S., und Vor⸗ steher einer Privat⸗Erziehungs⸗Anftalt fuͤr Knaben. Mit Vergnüuͤgen habe ich den Verlag obigen Werk⸗ chens uͤbernommen, und werde desselbe auch bestimme des Gegenstandes wuͤrdig auestatten, so daß Druck und Papier gewiß nichts zu wuͤnschen uͤbrig lassen sollen. Damit aber die Anscheffang auch dem weniger Be⸗ mitteiten erleichtert wud, so schlage ich den Weg der Subseription ein und bitte, mich mit recht zahlreiche“ Bestellungen zu erfreuen. Der Subseriptions⸗Preis fuͤr 10 — 12 Bogen grot Median⸗Formot, bei Ablieserung (es Buches zahlbar, ist auf nur 15 sgr. sestgesetzt; bLagegen wird der Lader⸗ preis, welcher, gleich nach Erscheinen des Werfchenmn gegen Ende Okrobers d. J., jedenfalls eintritt, 22 ½ san. betragen. Aus diesem Grunde bitte ich auch ma den Bestellungen zu eilen und die reso. Namen gefaͤllign deutlich anzugeben, da dieselben dem Buche vorge⸗ druckt werden sollen. Subseribenten⸗Sammlen erhalten auf 10 Exemplare ein Freiexemplar Ein ausfuͤhrlicher Prospekr uͤder diese sehr vichtige paͤdagogische Schrift ist in allen Buch⸗ handlungen, in Berlin bei E. S. Mittler, Stech bahn Nr. 3, so wie in dessen Handlungen zu Posen, Bromberg und Gnesen, wo auch Bestellungen ange nommen werden, zu haben. Erfurt, im September 1831. W. Otto.
Anzeige füuͤrdie Herren Direktoren der Gym⸗
nasten, Rektoren und Schulvorsteher von
nachstehenden sehr ganabaren und empfeh⸗ lunaswerthen Schulbuͤchern:
Blume (br. d. Theol. und Ph les., Direktor ꝛc.) Lehreursus der lateinis hen Sprache 3 Thle. 31 Boaen broschirt. 1 Thlr.
Fuͤr Schulen 27 ½ sr
— — lareinische Schulgrammatik fuͤr die untern Klassen der Eymnasten und hoͤhern Buͤc⸗ gerschulen. 12 ½ sgr.
— — lateinisces Elementarbuch zum Ue⸗ bersetzen aus dem Lueinischen ins Deutsche um aus dem Deutschen ins Lateinische. 2 Thle. 15 sar
Alle drei Schulbuͤcher sind in vielen und namdaf
ten Lehranstalten eingefuͤhrt und ist dies wohl ihre
beste Empfrhlung.
Derdge (Dr. Koͤnigl. Superintendent), bibli⸗ scher Catechtsmus füͤr evangelische Chrißen. 3te rermehrte Arflne. 2 ½ ggr
Fibel fuͤr den ersten Umerrcht im Lesen, von den Lehrern der hoͤhern Buͤrgerschule zu Pots⸗ dam. 2 ⅞ sar.
Lesebuch fuͤr Preutzische Schulen. 1r. Thl. fuüͤr Kinder von 6 — 9 Jahren, herousgegeben von den Lehrern der hoͤhern Buͤrgerschule zu Potsdam, auf weißem Druckpapier 21 Bogen. tark 10 sgr.. 1
Seit seinem Erscheinen hat dies Buch die erfreu⸗
lichste Aufnahme gefunden; auch ist dasselbe in
sehr achtbaren literarischen Blaͤttern, worunter na⸗ mentlich die allgemeine Schulzeitung zu Darm⸗ stadt, die Hallesche Literaturzeitung, Graͤ⸗ fe's Archiv u. a. m. so vortheilhaft recensirt, daß dies Schulbuch als ganz zweckmaͤßig und seinem
Zwecke entsprechend zur Einfuͤhrung in Schr⸗
len bestens empfohlen werden darf.
Schartlich (Koͤniagl. Seminarlehrer zꝛc.), umfas⸗ sende Sesangschule fuͤr den Schul⸗ und Pri vat⸗Unterricht. 1 Thlr. 12½ ser.
— — 500 Uebungsstuͤcke beim Gesangun⸗ terricht. 7 ½ sgr. 1
— — Leitfaden beim erzen Unterricht im
n Staaten.
Sprache im Lichte unserer Zeit darzustellen, und in 2
gleich aber lag es im Plane des Verf. bei Heraus⸗ gabe dieses Werks, mit der populaͤren Entwickelung der Besteuerungs⸗Wissenschaft den Versuch einer
eMxsarnb⸗,
Die Schaͤrtlich'schen Elementarbuͤcher zum Ce⸗ sangunterricht sind in den meisten musikalischen und pädegogischen Zeitschriften durchweg auf eine so le⸗ benscerthe Art recersirt, und ihre Vorzuͤge dort in ganz umsténdlichen Kritiken so bestimmt ausgeson⸗ chen, daß sie schon dadurch hinlaͤnglich empsohlen sind. Tuüͤrk (Kbͤna«al Regierungs⸗ und Schulrath, Rit⸗
ter ꝛc.), Leitfaden fuͤr den Unterricht in der For⸗ men- und Groͤßenlehrr. 4re fark vermehrte Auflace, mir 20 Kupsertafeln. 1 Thir. 22 ½ sgr.
Von einem mathematischen Lehrbuche kann nict leicht etwas besseres zu seiner Empfehlung geseg. werden, als es hat bereits 4 Auflagen erlebt, und vor lenterer, vor etwa 3 ½ Jahr erschienenen, sind jetzt schen un 1000 Emxem plare abgesekt.
Vorstehende Schulbuͤcher sind durch alle Buchhand⸗ sungen (in Berlin durch die Enslinsche Buchhard⸗ lung F. Muͤlter, Breitestraße Nr. 23) zu beziehen Porsdam, den 25. August 1834. 8
Ferdinand Riegel.
In der Schulzischen Buchhandlung zu Hamm und Soest in so eben erschienen und in allen soliden Buch⸗ handlungen (Berlin bei Duncker und Humblot, Framoͤsische Straße Nr. 20 a.) zu haben:
Der wissenschaftliche Schulunterricht als ein Senns. Oder die Stufenfolse der nacurkun⸗ digen Schulunterrichts als des organschen Mirttelglie⸗ les zwischen dem der Erdkunde und der Geschschte. Zweiter Beitrag zur welthistorischen Ansicht alles
Unterrichts. Von Dr. Friedrich Kapp, Direktor des Koͤniglichen Gymnasiams zu Hamm. 182 Seiten gr. 8vo. mit einer Tabelle. geh. 1 Thlr. Diese Schrift legt zuerst die allgemeine Methodo⸗ lkogie der Erd-, Natur- und Geschichtskunde als eines eng zusammenhaͤngenden und in seinen Theilen un⸗ terschiedenen Ganzen von der Heimath jedes Menschen dis zu dem akabemischen Unterricht wissenschaf! ich dar, weis't dann die Ausfuͤhrbarkeit dieses Plans in Hezug auf die noͤthige Stundenzahl, erforderlichen Leyrer und unentbehrlichen Huͤtfsmittel praktisch nach und entmickelt zuletzt die Folgen, welche daraus fuͤt die, geagen das vorschnelle Enmischen oberflaͤchlichet
Realbildung in Schutz zu nehmenden gelehrten Schu⸗
ien, fuͤr den aesammten, in Ehren und Wuͤrden zu erhaltenden Gelehrtenstand und fuͤr unsere, von jeder levolutionaͤren Richtung von der untersten Schulbank un zu reinigenden Zeit nothwendig hervorgehen muͤssen. Sie in daher geeignet, die Aufmerksamke’st aller Freunde und Beschuͤtzer vaterlaͤndischer Jugendb ldung von jedem Vater und Lehrer an dis in die boͤyeteg Lebenskreise hinauf in Anspruch zu nehmen.
tar⸗Mathemarik, zum Gebrauch an hoͤhern techniscen Lehr-Anstalten, besonders aber al Gymnasien, und zum Selbst⸗Unterricht bearbeitet und mit sehr vielen Uebungs⸗Beisoielen versehen⸗ Erster Band. Auch unter dem Titel: Die Arithmetik in den hoͤhern Gleichun⸗ gen. Zweite Auflage. Preis 2 Tolr. 7 ½ gr. Wir machen besonders die Herren Directoren ron Gymnasten und Schuten auf dieses fuͤr den Unter⸗ cicht vorzuͤglich passinde Werk autmerksom, wober wit bemerken, daß die Schuͤler der Anschaffung einer be⸗ ondern Beisp el⸗Sammlung üͤberroben sind, inten zas Werk mit einer solchen vollstaͤndiaen versehen ir. Auf besonderen Wunsch d. Hr. Verfassers uͤber⸗ sassen wir dal. Anstolten bei direkter Abnahme vol 12 Exemplaren dieselben fuͤr 18 Th'r. Pr. Crt. Jonas Verlags⸗Buchhandlung⸗
So eben ist in Commission bei E. S. Mittler
n Pesen vnd Perlin erschienen:
Die schwebende Eisenbahn bei Posen.
Projeft zu einer allgemeinen Eisenbahn durch der
preuxßischen Staat, von M v. Prittmitz, Haup!⸗
mann im Ingenieur⸗Corpz und Festunas⸗Bau⸗Director. 1 Svo. broch. Laden⸗Preis 15 gr.
In meinem Verlage ist se eben erschienen und in den Buchhandlungen von E. S. Mittler in Berlin, posen Brombera, Gnesen und Culm zu haben:
C. Sallusti Crispi opera quae supersunt, Ad fidem codicum manu scriptorum recensuit, cum selectis Cortii notis suisque commentariüs edidit et iodicem accuratum adjecit Fridericus Kritzius. Ph. Dr. Vol. II. Jugurtham continens. 8maj. 1834. 2 Thlr.
Bielrt, Dr. G. A, Analyse und Erlaͤuterungen des Preuß schen Gesetzes uͤber das Rechtemittel der Revision und Nichtigkeitsbeschwerde vom 14 Dezember 1833. gr. 8vo. 1834. brosch. 10 sgr.
Hasert, Chr. Fr., (Souperint. und Oberpfarrer iu Buttraͤrt,) Sechs Einfuͤhrungsreden. Mit einer Vorrede von Dr. H. A. Schott, Geh. K rchenrath und ordeml. Prof. d. Theol. zu
Jena. gr. Svo. 1834. 7 ½ sgr.
Leipzig, im August 1834.
August Lehnhold.
Gesange. 5 sgr.
So eben ist erschienen und bei C. H. Jona, Schloffre beit Nr. 9, zu haben: 16 Ohm, Dr. u. Pr. M, ꝛc., die reine Elemen⸗
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Prediger Maͤrker zu Dansdorf, Regierungs⸗Bezirk Potsdam, den Rothen Adler’⸗
Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung — zu Koͤnigsberg ist der bisherige Kaplan Johannes For zum Pfarrer an der katholischen Kirche zu Krekollen ernannt
worden.
—
Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur der Ften Division, von Thile I., von Magdeburg.
Abgereist: Se. Erlaucht der Kaiserl. Russische General⸗ gieutenant, Fuͤrst von Lieven, nach Cremmon in Rußland.
Se. Erlaucht der Graf zu Stolberg⸗Stolberz, nach
Stolberg.
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8 vböbb55
Paris, 8. Sept. Der Koͤnig kam gestern nicht zur Stadt, sondern arbeitete in Saint⸗Cloud mit dem Minister des Innern. Der erste Praͤsident des Rechnungshofes, Herr Barthe, hat vor einigen Tagen eine Reise nach Italien angetreten. Lord Granville ist am 2ten d. M. auf der Reise nach Mar⸗ e durch Avignon gekommen. b sc 1.““ hat bei seinem Departement eine neue Ersparniß bewirkt. Die General⸗Inspektoren sollen naͤmlich hin⸗ fuͤhro zu ihren Rundreisen nur die Haͤlfte der Zeit anwenden, die ihnen bisher fuͤr dieses Geschaͤft zugemessen war; die Kosten vermindern sich hierdurch um die Haͤlfte. b 8 Der Minister des oͤffentlichen Unterrichts hat einen Aus⸗ schuß zur Beaufsichtigung der protestantischen Schulen ernannt; derselbe besteht aus den Pairs, Marquis von Jaucourt und Vice⸗Admiral Grafen Verhuell, den Deputirten Fr. Dolessert, von Falguerolles, Pelet und Daunou, und dreien Predigern. Der National giebt eine vergleichende Uebersicht von den gewoͤhnlichen Einnahmen und Ausgaben der Stadt Paris in den Jahren 1832 und 1834. Hiernach betrug die Einnahme im Jahre 1832 38,552,434 Fr. und die Ausgabe 37,648,614. Dagegen werden Einnahme und Ausgabe fuͤr das laufende Jahr auf 39,468,302 Fr. berechnet. Dieser Uebersicht schließt sich eine andere uͤber den Verbrauch der Hauptstadt, namentlich an Wein, Fleisch und Brennholz, im Jahre XlI. der Republik und im Jahre 1832 an. Das Verhaͤltniß stellt sich danach also: fuͤr den Wein wie 18 zu 9, fuͤr das Fleisch wie 18 zu 13, fuͤr das Holz wie 20 zu 12, d. h., daß in einem Zeitraume von 30 Jahren der Verbrauch jedes Bewohners der Hauptstadt sich an Wein um die Haͤlfte, an Fleisch etwa um ein Drittheil, und an Holz um vier Zehntheile vermindert hat. Aus dem kuͤrzlich hier erschienenen Werke: „Wahl⸗Statistik Frankreichs“ entnehmen wir Folgendes: „Die Wahl Listen, wel⸗ iche zur Bildung der jetzigen Deputirten⸗Kammer gedient haben, enthielten 170,164 Namen. Also nicht einmal durch 190,000 Wäaͤhler, wie die Anhaͤnger des Ministeriums es oft behauptet aben, wird die aus beinahe 33 Millionen Seelen bestehende FFecca nug in den Wahl⸗Kollegien repraͤsentirt. Hierzu koͤmmt noch, daß von den eingeschriebenen Waͤhlern nur 129,404 wirk⸗ lich mitgestimmt haben. Die von den jetzigen 459 Deputirten davon getragenen Stimmen vertheilten sich also: die ministeriellen Deputirten erhielten 45,078 Stimmen, die Deputirten des tiers⸗ parti 11,260 Stimmen, die legitimistischen Deputirten 5,644, die Deputirten der liberalen Opposition 16,568. Die Mitglieder der Kammer selbst lassen sich folgendermaßen klassifiziren: Besoldete Civil⸗Beamte 127 Besoldete Militair⸗Beamte g- vee Kaufleute und Fabrikanten Aerzte Notarien Grund⸗Eigenthuͤmer
459 Nach ihren politischen Meinungen lassen diese sich theilen: in 258 Ministerielle, 59 Mitglieder des tiers⸗parti. 105 liberale Oppositions⸗Mitglieder und 37 Legitimisten."“0 1“
Die hier anwesenden Belgischen Handels⸗Commissaire ha⸗ ben der Regierung erklaͤrt, daß, falls Frankreich den Eingangs⸗ Zoll von Englischen Steinkohlen ermaͤßigen sollte, Belgien sich genoͤthigt sehen wuͤrde, den gegenwaͤrtigen Tarif beizubehalten, um auf den Franzoͤsischen Maͤrkten die Konkurrenz behaupten zu koͤnnen. 1.
Der „Eclaireur de la Méditerrannée“, ein in Toulon er⸗ scheinendes Blatt, beschwerte sich unlaͤngst daruͤber, daß zu dem Posten eines Major-général der Marine in Toulon ein Legiti⸗ mist, der Contre⸗Admiral von Martineng, ernannt worden sey. Eben diese Zeitung ruͤgt es in ihrer neuesten Nummer, daß man einen andern Legitimisten, Herrn Ymbert, zum Unter⸗Commissair der Marine daselbst ernannt habe. “
Herr Rousselet, ehemaliges Mitglied der konstituirenden Versammlung, ist kuͤrzlich im 89sten Lebensjahre mit Tode abge⸗
angen.
8Das General⸗Conseil des Departements der Marne hat der Geistlichkeit, dem Bischofe und dem Kapitel von Chalons die Geld⸗Bewilligungen entzogen, die seit 10 Jahren bestaͤndig votirt worden waren. Die Majoritaͤt hat es sogar durchgesetzt, daß ein Bericht uͤber die Zweckmaͤßigkeit der Aufhebung der Bischofs⸗ Sitze in Rheims und Chalons abgestattet werden soll.
1
Außer dem „Journal des femmes“ soll am 11ten d. M. auch noch der „Impartial“ meistbietend verkauft werden Das Minimum des Kaufpreises ist auf 14,000 Fr. festgesetzt.
Die von Herrn Robert engagirte Gesellschaft fuͤr die Vor⸗ stellungen auf dem hiesigen Italiaͤnischen Theater soll diesesmal ausgezeichnet zusammengesetzt seyn. Der erste Tenor wird von Rubini und Ivanof, der erste Baß von Tamburini, Lablache und Santini, der erste Sopran von den Damen Julie Grisi, Fink⸗ Loor und Schultz, und der Alt von Dlle. Brambilli gesungen werden. Es sollen im Laufe des Winters drei neue Opern gege⸗ ben werden, alle drei ausdruͤcklich fuͤr das Pariser Theater ge⸗ schrieben. Die erste ist „Ernani“, Musik von Gabussi, einem jungen vielversprechenden Komponisten. Die zweite heißt „IPu- ritani di Scozzia“ (die Schottischen Puritaner), Musik von Bellini, Text vom Grafen Pepoli. Die letzte endlich fuͤhrt den Titel „Marino Faliero“, Musik von Donizetti, Text von Ro⸗ mani. Alle drei Komponisten werden nach Paris kommen, um ihre Opern selbst in Scene zu setzen.
Das Journal des Débats macht zu der neuesten De⸗ pesche aus Bayonne (s. die gestr. Nachschrift) folgende erläu⸗ ternde Bemerkungen: „Villabona liegt auf der großen Straße nach Vittoria, 2 Lieues von Tolosa, in einer sehr gebirgigen Gegend. Auf seinem ersten Marsche nach Biscaya war Don Carlos bei Montdragon uͤber jene Straße gegangen, indem er uͤber El Orrio den Weg nach dem Hafen von Lequeitio ein⸗ schlug. Jetzt scheint es fast, daß er bei Guetaria die Kuͤste zu erreichen sucht, oder daß er sich nach den hohen Gebirgen zwi⸗ schen der gedachten Straße und dem Meere, oberhalb To⸗ losa, begeben will. Bekanntlich ist der Hafen von Le⸗ queitio, — der einzige, der noch in den Haͤnden der Kar⸗ listen war, gegenwaͤrtig befestigt, und der General Espar⸗ tero, Gouverneur von Biscaya, hat unläaͤngst einen Angriff zu⸗ ruͤckgewiesen, den der Insurgenten⸗Chef Zavala auf jenen Punkt machte. Don Carlos muß sich daher, um in den Besitz der Waffen⸗ und Munitions⸗Vorraͤthe zu kommen, deren er so drin⸗ gend bedarf, uͤber einen andern Punkt mit dem Meere in Ver⸗ bindung zu setzen suchen. Indessen folgt der Brigadier Jaure⸗ guy ihm wie damals auf dem Fuße. Der General Rodil scheint im Bastan⸗Thale so lange bleiben zu wollen, bis die Orte, die er dort befestigen laͤßt, in einem Vertheidigungs⸗Zustande sind, der ihm gestattet, sie, unbesorgt um die dort bleibenden Garniso⸗ nen, wieder verlassen zu koͤnnen. Die heute eingegangene Nach⸗ richt, daß er auch San Estevan befestigen lasse, bestoͤtigt uͤbrigens, was wir uͤber die Wichtigkeit dieser militatrischen Position ge⸗ sagt hatten. Irurita, das ebenfalls befestigt wird, liegt 2 Stun⸗ den suͤdlich von Elisondo, auf dem Wege nach Pampelona. Ist die Befestigung aller dieser Punkte erst vollendet, so werden die Karlisten sich nicht mehr auf die Dauer im Bastan⸗Thale halten koͤnnen, wenn anders sie sich nicht aussetzen wollen, von den Gar⸗ nisonen und den beweglichen Kolonnen in die Mitte genommen zu werden.“
Großbritanien und Irland.
London, 9. September. Der unter dem verstorbenen Köͤ⸗ nige angefangene und bisher mit großen Kosten fortgefuͤhrte Bau des Buckingham⸗Palastes nahet sich der Vollendung, und dieses Gebaͤude wird sodann der Londoner Palast unseres Koͤnigs wer⸗ den. In der Times dringt ein Einsender darauf, daß der St. James⸗Palast gaͤnzlich abgetragen und ein freier, edler Eingang zu dem Park, die Linie der St. James⸗Straße fortsetzend, ge⸗ schaffen werde. 8
Die kuͤrzlich verstorbene Gemahlin des Don Carlos war am 12. April 1800 geboren. Sie lag schon 10 Tage schwer krank banieder, waͤhrend welcher Zeit die Prinzessin von Beira ihr Lager nicht verließ. Die Infantin soll in der katholischen Kapelle zu Gosport einstweilen beigesetzt, spaͤter aber nach Va⸗ lencia gebracht werden, wo sie ein Kloster gestiftet hat. Ihr Kammerherr Tejeiro ist mit Franzoͤsischen Paͤssen von hier ab⸗ gegangen, um die traurige Botschaft dem Don Carlos zu uͤber⸗ bringen.
Nus einer Rede, welche der Lord-⸗Kanzler in Inverneß, wo man ihm das Buͤrgerrecht ertheilte, gehalten hat, hebt die Ti⸗ mes einige „Curiosa“ hervor. Lord Brougham sagte unter an⸗ derm in seinem und seiner Minister⸗Kollegen Namen: „Wenn wir in der letzten Session wenig gethan haben, werden wir, fuͤrchte ich, in der naͤchsten Session noch weniger thun. — Die Regierung wird mit Verbesserungen fortfahren, allein nicht einen Schritt thun, ehe sie des Wodens sicher ist, auf welchem sie den vorigen vollfuͤhrt hat. Meiner eigenen Ansicht nach haben wir eher zu viel als zu wenig gethan. Es war weniger, als in der vorhergegangenen Session, denn, wenn ihr den Handel nach China das eine Jahr oͤffnet, habt ihr ihn im naͤchsten nicht zu oͤffnen; wenn ihr 1833 die Sklaven frei macht, habt ihr 1834 keine frei zu machen: reformirt ihr den Kanzleigerichtshof in der einen Parlaments⸗Session, so habt ihr dieselbe Aufgabe in der folgenden nicht wieder zu loͤsen.“ Er hätte vielmehr, meint die Times, eigentlich Folgendes sagen sollen: „Es wurde in der letzten Session weniger, als in der vorherigen gethan, weil ihr, da ihr den Handel mit China in dem einem Jahre oͤffnetet und im folgenden nicht zu oͤffnen hattet, nun den Kornhandel offen haben wolltet, was wir aber nicht thun wollten; wenn ihr die Sklaven 1833 frei machtet, und 1834 keine mehr frei zu machen waren, ihr nun die Abschaffung der Gefangensetzung wegen Schulden und die des Auspeitschens beim Militair verlangtet, wir aber in beides nicht einwilligen wollten; wenn ihr den Kanzleihof in der einen Session reformirt, die folgende zwar diese Aufgabe nicht mehr zu loͤsen hatte, aber die, die Kirche und die Corporationen zu reformiren ruͤckstaͤndig war und meinen Nachfolgern uͤbrig gelassen zu seyn scheint; und hiermit Gott befohlen!“
Die Times enthaͤlt folgenden Artikel, dessen Beziehung zu Lord Brougham unschwer zu errathen ist: „Ein Mann liebt seine Gattin und behandelt sie mit liebevoller Achtung und Auf—
merksamkeit, findet aber ploͤtzlich, daß sie ihn, zum Dank fuͤr seine
Liebe, durch grobe, wiederholte Handlungen der Untreue gekraͤnkt hat. Er verstoͤßt sie mit Verachtung; ist sein Verfahren unbillig? Ein Mann schaͤtzt seinen Freund, fuͤhlt die waͤrmste Theilnahme fuͤr sein Emporkommen, bestrebt sich aufs aͤußerste, findet und veranlaßt Gelegenheiten, ihm wesentlich zu dienen; ploͤtzlich aber erfaͤhrt er, daß sein Freund ihn zur Vergeltung heruntergerissen und verleumdet, und alles, was in seiner Macht stand, gethan, seinem Cha⸗ rakter und seinem Eigenthume Schaden zuzufuͤgen. Er stoͤßt ihn mit Widerwillen von sich und haͤlt es fuͤr Pflicht, den Betruͤger zu entlar⸗ ven; ist ein solches Verfahren ungerecht? Dennoch giebt es Holzkoͤpfe, die dergleichen wohlbegruͤndetes Kundgeben der Ver⸗ achtung und des Unwillens mit dem Namen der Inconsequenz belegen. Das Publikum weiß es besser und vermag die Dinge bei ihrem rechten Namen zu nennen; der verraͤtherische Freund ist der Inconsequente, nicht der, den er hintergangen hat.“
— — London, 9. Sept. Schottland scheint die Gegend, wo in diesem Augenblick der groͤßte Eifer fuͤr die Whigs herrscht; indem sich Magistrat und Buͤrger aller Staͤdte um die Wette beeifern, sowohl dem Grafen Grey als Ex⸗Minister, als dem Lord Brougham als wirklichen Minister, und zwar (da sie nicht mit einander reisen) jedem besonders alle moͤgliche Ehrerbietung zu beweisen, indem man ihnen hier eine Adresse, dort das Buͤr⸗ gerrecht, an manchen Orten ein Gastmahl, und oft alle drei Dinge zugleich giebt. Graf Grey druͤckt seine Danksagungen inzwischen immer so aus, daß er alle Anspielungen auf die Ur⸗ sache seines Austritts aus dem Ministerium, oder auf seine ge⸗ genwaͤrtigen und kuͤnftigen Verhaͤltnisse zu seinen vorigen Kolle⸗ gen vermeidet. Aber auch Lord Brougham hat bisher nur ein⸗ mal uͤber die Politik des Kabinettes gesprochen, und zwar in ei⸗ ner Weise, die gewiß nicht als revolutionnair darzustellen ist. Er meinte naͤmlich, es sey eher zu viel als zu wenig in den paar Jahren geschehen, seitdem er sich im Amte befinde, und da wirklich so viel gethan worden, so muͤsse man erwarten, daß in der naͤchsten Session eher weniger gethan werden wuͤrde, als in der beendigten. Dieses Bekenntniß, wenn an⸗ ders Lord Brougham die Gewalt hat, seine heftigeren Kollegen so zu beherrschen, wird wohl fuͤr jeden Freund des Be⸗ stehenden troͤstlich seyn, duͤrfte aber auf der anderen Seite bei einer großen Anzahl die Besorgniß erregen, daß die Whigs ge⸗ neigt seyen, mitten in der Laufbahn der allgemeinen National⸗ Reform stehen zu bleiben, oder gar Ruͤckschritte zu machen. Die Times sagt in dieser Beziehung, daß weder börd Brougham noch seine Kollegen die Macht haͤtten, dies zu thun, und dabei in Gefahr waͤren, von den schneller einherschreitenden Hinter⸗ maͤnnern nieder getreten zu werden. Dies ist auch die Mei⸗ nung der Tories, die sich von allen den redlich gemeinten oder erheuchelten Conservativ⸗Reden, womit Lord Brougham seit ei⸗ niger Zeit um sich zu werfen pflegt, nicht einlullen lassen, und in ihren Journalen wie bei ihren Versammlungen das Kabinet als revolutionnair bezeichnen. Dies geschah besonders bei einem großen Diner, welches die vorige Woche auf halbem Wege zwi⸗ schen Manchester und Liverpool statt fand, bei welchem uͤber 700 Tories zugegen gewesen seyn sollen, und wobei viele Reden ge⸗ halten wurden. Merkwuͤrdig ist es jedoch, daß sich kein ausge⸗ zeichnetes Parlaments⸗Mitglied dabei einfand, weder vom Ober⸗ noch vom Unterhause. In Irland beschraͤnken sich die Tories jetzt auf Sammlungen zur Unterstuͤtzung der Geistlichkeit, so⸗ wohl um den faͤllig werdenden Zehnten gesetzlich eintreiben zu koͤnnen, als um etwas zu leben zu haben, bis sie das ihnen ge⸗ buͤhrende Einkommen erhalten. Inzwischen ist der Marquis von Downshire allen Gutsbesitzern mit dem schoͤnen Beispiele vor⸗ angegangen, daß er freiwillig die Buͤrde auf sich genommen, welche die Regierung den Gutsbesitzern gesetzlich auflegen wollte, näͤmlich die Entrichtung des Werthes des Zehnten an die Geist⸗ lichkeit unmittelbar aus eigener Tasche, in der Absicht sich den Vorschuß von seinen Paͤchtern, so weit es thunlich, verguͤten zu lassen. Die Frage ist aber, ob diese Großmuth nicht zu spaͤt koͤmmt, und wenn ihm auch alle uͤbrigen Gutsherren folgten, ob die so kraͤf⸗ tig organisirte Opposition gegen den Zehnten nicht auch auf den Pachtzins uͤbertragen werden wird, wenn man jenen in diesen einbegreifen will, obgleich vor zehn Jahren eine solche Einrich⸗ tung die protestantische Kirche als Kirche des Staates gerettet haben wuͤrde. Doch ist es auch jetzt noch der Muͤhe des Ver⸗ suches werth. — Damit er dann auch was zu thun habe, und das katholische Volk sehe, daß er die jaͤhrlich fuͤr ihn gesammelte Kollekte zu verdienen weiß, hat O' Connell angefangen, eine Reihe von Briefen zu schreiben, welche an den noch immer in Irland anwesenden Minister des Innern, Lord Duncannon, gerichter sind, und alle die Versehen und Irrthuͤmer enthalten sollen, wel⸗ che das Grey'sche Ministerium sich gegen Irland, seiner Ansicht nach, zu Schulden kommen lassen, einzeln aufzaͤhlt und entwik⸗ kelt. Seine Absicht dabei, sagt er, sey nicht, bereits vernarbte Wunden aufs neue aufzureißen, sondern der Welt zu zeigen, daß er und seine Anhaͤnger gute Ursache gehabt haben, sich jener Regierung zu widersetzen, so wie sie jetzt bereit seyen, die neue Verwaltung zu unterstuͤtzen, wenn dieselbe durch ihre ferneren Handlungen den guten Willen gegen Irland bewaͤhrte, den sie zu zeigen angefangen. Er schont dabei Niemanden, und Maͤn⸗ ner, wie Lord Plunket und der Richter Doherty, welche Jahre lang fuͤr die Emancipation der Katholiken gestritten, werden von vorn herein als unfaͤhig zu den Stellen geschildert, die ihnen vom Grafen Grey anvertraut worden. Aber alles dieses ist von einem O'Connell zu erwarten; und ich zweifle nicht, daß das jetzige Ministerium schon der Zeit entgegen sieht, wo seine jetzige Freundschaft fuͤr dasselbe in bitteren Haß umgewandelt werden wird. Wo die Regierung zwischen heftigen Parteien in der Mitte stehen muß, darf sie keine unbedingt befriedigen, wenn sie gerecht seyn will. — Unter den mannigfaltigen Nachrichten, die wir neulich von Madrid her erhielten, ist auch das Geruͤcht von einem Pacifications⸗Plan der Halbinsel, welcher von Seiten mehrerer Maͤchte der Englischen Regterung vorgelegt worden
seyn soll, und wonach Don Carlos aͤltester Sohn mit Ferdinands Tochter versprochen, und die Regentschaft von Spanien dem