1834 / 270 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Der Moniteur enthaͤlt heute die von gestern datirte Koͤ⸗ nigliche Verordnung, wodurch, wie man schon vermuthet hatte, der Herzog Decazes an die Stelle des Marquis von Sémon⸗ ville, der seines geschwaͤchten Gesundheitszustandes wegen seine Entlassung von diesem Posten genommen hat, zum Groß⸗Refe⸗ rendar der Pairs⸗Kammer ernannt wird. Durch eine andere Verordnung von demselben Tage werden die Grafen Portalis und Molé und der Herzog von Broglie zu Vice⸗Praͤsidenten der Pairs⸗Kammer ernannt.

Der Marschall Gérard befindet sich jetzt um vieles besser; gestern fruͤh verfuͤgte er sich zum Koͤnige und arbeitete zwei Stunden mit demselben.

Aus Toulon wird vom 15ten d. geschrieben, daß das Evo⸗ lutions⸗Geschwader am 14ten Abends auf der dortigen Rhede vor Anker gegangen ist.

Herr Arnault, Verfasser mehrerer Tragoͤdien, und bestaͤndi⸗ ger Secretair der Akademie, ist mit Tode abgegangen.

Die heutigen ministeriellen Blaͤtter enthalten folgende Nachrichten uͤber die Ereignisse in Spanien: „Eine vom 19ten datirte Depesche aus Bayonne meldet, daß Zumalacarreguy sich am 16ten in Munariz bei Estella befand. Was Don Carlos anbetrifft, so sagen die Einen, er habe sich aufgemacht, um sich mit Zumalacarreguy zu vereinigen; Andere behaupten dagegen, daß er sich mit der groͤßten Sorgfalt verborgen halte. Diese

werden und wieder in sich selbst zerfließen, vorherzusehen, um sie zu widerlegen.“

Aus Bayonne vom ist das Naͤhere uͤber das Azpeitia und Azcoitia stattfand. T ringt sahen, so konzentrirten sie sich, um Don Carlos zu ret, ten; sie sahen sich demnaͤchst genoͤthigt, der Haupt⸗Kolonn: des General Rodil mit dem 4ten und 6ten Bataillon von Navarra zwei Bataillonen Guivelalde's und zwei anderen Sopelana s, die den vortheilhaftesten Standpunkt einnahmen, die Stirn zu bieten. Da Feuer begann um 2 Uhr Nachmittags. Gegen 5 Uhr begab sich Jau⸗ reguy's Kolonne auf den rechten Fluͤgel der Karlisten, wodurq ihre Lage sehr verschlimmert wurde; sie fingen daher an, sch zuruͤckzuziehen, aber in der groͤßten Unordnung. Den Gefange nen, deren sich die Truppen der Koͤnigin bemaͤchtigten, wurz, kein Pardon gegeben. Viele Offiziere wurden getoͤdtet, und ein Theil der Karlistischen Brigade, so wie viele Pferde und Equipirungs Gegenstaͤnde fielen den Truppen der Koͤnigin in die Haͤnde. Der Pa⸗, lust der Letzteren an Todten und Verwundeten wird auf 100 Mamn geschaͤtzt. Don Carlos, Eraso und Guivelalde begaben sich nag Ataun. Die Arbeiten an dem Misericordien⸗Hause zu Elisongy schreiten rasch vorwaͤrts; 1000 Bauern aus dem Bastan⸗Thꝛe sind daran beschaͤftigt; man hat Schießscharten an demselbe angebracht und Graͤben um das Fort gezogen.“

St. Petersburg, 19. September. London 3 Mt. 10 ¾. Hamburg 3 Mt. 9⁷2 v½. Amst. 3 Mt. 531. Paris 3 Mt. 113 ¼. Silber-Rubel 358.

Konigliche Schauspiele. Sponntag, 28. Sept. Im Overnhause: Robert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballets. Musik von J. Meyerbeer.

Preise der Päaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ran⸗ ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Im Schauspielhause: Die feindlichen Bruͤder, Possenspiel in 3 Abth., von E. Raupach. Hierauf: Demoiselle Bock, Lust⸗

spiel in 1 Akt, von J. E. Mand.

Montag, 29. Sept. Im Schauspielhause: Der Kauf⸗ mann von Venedig, Schauspiel in 5 Abth., von Shakespeare.

Dienstag, 30. Sept. Im Opernhause: Der Zigeuner, ro⸗ eeah gt Oper in 4 Abth., von E. Devrient. Musik von W. Taubert.

Die Franzoͤsischen Theater⸗Vorstellungen werden am 2ten . ; 8 8 7

Oktober beginnen und bis Ende Juni k. J. fortdauern. Da die fruͤheren Abonnements⸗Bedingungen wiederum eintreten, so werden die resp. Abonnenten ersucht, sich uͤber die Beibehaltung der Platze bis spaͤtestens den 29sten d. M. zu erklaͤren. Mel⸗ dungen um Abonnements werden im Billet⸗Verkaufs⸗Bureau abgegeben. Berlin, den 23. Sept. 1834.

16ten d. schreibt man: „Folgendes Treffen, welches am 12ten zwischen Da die Insurgenten sich um⸗

..f—————

Berlin, Montag den 29ůfen September

No 270.

Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Bestellungen auf diese Zeitung nebst raͤnumeration hier am Orte bei der Redaction (Mohren⸗Straße Nr. 34), in den Provinzen aber bei den Koͤniglichen Post⸗Aemtern zu machen sind, und daß der Preis far den ganzen Umfang der Monarch e auf 2 Rthlr. Preuß. Cour. vierteljaͤhrlich festgesetzt ist, wofuͤr den hiesigen Abon⸗ nenten das Blatt am Vorabende seines Datums durch die Stadtpost frei ins Haus gesandt wird. Um jedoch die erforderliche Staͤrke der Auflage fuͤr das kommende Vierteljahr abmessen zu koͤnnen, muüssen wir bitten, die Bestellungen bis spaͤtestens den 30sten d. M. an uns gelangen zu lassen, indem sonst die Interessenten es sich selbst zuzuschreiben h ben, wenn die Zusendung

des Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht saͤmmtliche Nummern vom Anfange des Quartals an nachgeliefert werden koͤnnen.

General⸗Intendantur der Koͤnigl. Schauspiele.

8 Koöͤnigstaͤdtisches Theater.

Sonntag, 28. Sept. Zum erstenmale wiederholt: Der Hund des Aubri de Mont⸗Didier, oder: Der Wald bei Bondy, histo⸗ risch⸗romantisches Drama in 3 Abth., von Castelli.

Montag, 29. Sept. Des Adlers Horst, romantisch⸗komische Oper in 3 Akten, von K. von Holtei. Musik vom Kapellmei⸗ ster Franz Glaͤser.

BBVVVRäb— 8 5 AmsEüuäüäü BB Neeste Paris, 21. Sept. Der Koͤnig kam gestern Mittag nach

den Tuilerieen, empfing daselbst den Praͤsidenten der Pairs⸗Kam⸗ mer, Baron Pasquier, fuͤhrte dann den Vorsitz in einem zwei⸗

Ungewißheit uͤber das Schicksal des Don Carlos, verbunden mit der Entfernung Zumalacarreguy's und der Besez⸗ zung Elisondo's, hat die Karlisten des Bastan⸗ Thales in große Niedergeschlagenheit versetzt. Seit fast vierzehn Tagen ist die Junta ohne Geld. Eine andere Devpesche vom 20sten meldet, daß die Cholera in Bilbao große Verheerungen anrichtet. Es starben daselbst taͤglich gegen 100 Personen. Der Franzoͤsische Konsul ist auch ein Opfer der Krankheit geworden. Der Aufstand macht in Biscaya keine Fortschritte. Es ist nicht wahr, was man verbreitet hat, daß die Regierung durch den Telegraphen die Nachricht erhalten haͤtte, es habe am 15ten zu Madrid eine Volksbewegung statt⸗ gefunden, um den von has Majoritaͤt der Kommission der Pro⸗ kuradoren⸗Kammer eingerlichten Gesetz⸗Entwurf zu unterstuͤtzen. Die Eroͤrterung des Berichts sollte erst am 16ten beginnen, und man wird wohl einsehen, daß es der Regierung unmoͤglich ist,

29 s

100 G Anl. 94½. G. ; Loose 66 ½. 66 ½. 5proc. Span. Rente 36 ½. 36 ½. 3proc. do

Frankfurt a. 100 ½. 100 ½. 4proc. 91 ¼1⅛. Bank⸗Actien 1530. 1528. Part.⸗Oblig. 139 ½. 139 Loose u zulden 207 ½. Br. Preuß. Präm.⸗Sch. 57 ¼. 57 ⅞. do. 4pti.

stuͤndigen Minister⸗Rath und kehrte um halb 6 Uhr wieder nach

St. Cloud zuruͤck.

8x

Bekanntmachungen.

b Ayertissement. Die dem Grafen Arnold von Skorzewski gehoͤrigen, im Stuhmschen Kreise gelegenen Gutsantheile: 1) Lichtfelde No. 35 Litt. B. 20,581 Thlr. 27 sgr. 9 pf. taxirt; ) Lichtfelde No. 35 Litt. C. c17,966 Thlr. 19 sgr. 5 pf. taxirt und 3) Guͤldenfelde No. 19 Litt. A. landschaftlich auf 13,132 Thlr. 23 sgr. 4 pf. taxirt, von denen jeder Gutsantheil besonders ausgeboten werden soll, sind zur nothwendigen Subhastation ge⸗ stellt, und ist der Bietungs⸗Cermin auf 3111414““ Vormittags um 11 Uhr, vor dem Deputirten Herrn ITETIöI“ Walter hierselbst angesetzt „Die Taxe und der neueste Hypotheken⸗Schein sind uͤbrigens jederzeit in der hiesigen Ober⸗Landesgerichts⸗ Registratur einzusehen; etwanige besondere Kaufbedin⸗ vüctar sollen in dem obigen Termine bekannt gemacht Marienwerder, den 25. Juli 1834.

Civil⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗ Landesgerichts.

ͤ

Die im Nrustettinschen Kreise belegenen Guͤter Nemmin und Hohenhaus, von welchen Ersteres auf 5760 Thlr. 25 sgr. und Letzteres auf 4101 Thlr. 9 sgr. 9 pf. von der Koͤnigl. Landschaft gewuͤrdigt worden, sind, da in dem bereits angestandenen letzten Bie⸗ tungs⸗Termin sich kein Kaufliebhaber gemeldet hat, nochmals im Wege der nothwendigen Subhastation zum oͤffentlichen Verkauf gestellt, und ist dazu ein neuer peremtorischer Termin auf den 31. October a. c., Vormittags 10 Uhr, in unserm Partheienzimmer vor dem Deputirten Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Frei⸗ herrn von Troschke angesetzt, welches hierdurch mit dem Bemerten bekannt gemacht wird, daß die Taxe, der neueste Hypotheken⸗Schein und die Kaufbedingun⸗ gen taͤglich in unserer Coneurs⸗Registratur eingesehen werden koͤnnen.

Coͤslin, den 3. Juli 1834. 56

Civil⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗

bieetala61

Der abwesende Johannes Nehaus, Sohn des bier verstorbenen Muͤllermeisters Christian Nehaus, geboren am 18. Februar 1787, welcher sich im Jahre 1806 von hier entfernt, im Jahre 1811 von Wien aus ge⸗ schrieben, seitdem aber zwar keine weitere Nachricht von sich gegeben hat, jedoch im Jahre 1820 hier und im Jahre 1823 in Linz als Oesterreichischer Militair betroffen worden seyn soll, so wie dessen Erben und Erdpehmer, oder sonstige Praetendenten werden auf den Antrag der verehelichten Catharine Fritsch, geb. Nahaus und Cons. hierdurch oͤffentlich vorgeladen, sich vor oder spatestens in dem auf

den 29 Aptil 1835, Vormittags 10 Uhr, vor dem D⸗putirten Herrn Landesgerichts⸗Director Grabe an hiesger Landgerichtsstelle anberaumten Ter⸗ mine persoͤnlich oder durch einen zulaͤssigen Bevoll⸗ maächtigten, wozu die Herren Justiz⸗Commissarien Roerger, Reichard, Dr. Hadelich und Dr. Koch sen. vo geschlagen werden, iu melden, ansonst aber zu ge⸗ waͤrrigen, daß der abwesende Johannes Nehaus fuͤr todt erklärt, und das von ihm zuruͤckgelassene Vermoͤ⸗ gen, weiches in einem Depositalbestande von cirea 1200 Thlr. und 21 Acker Landes, taxirt zu 1229 Thlr., besteht, unter Praeclusion der unbekannten Erben oder Erbnehmer den bei den Aecten bekannten schon legiti⸗ mirren oder sich noch legitimirenden Verwandten uͤber⸗ eignet werden wird.

Erfurt, den 20. Mai 1834.

Koͤnigl. Preuß. Landgericht.

11“

Allgemeiner

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Anzeiger fuͤr

3 g e, in Betreff der Zinszahlung von den Hollaͤn⸗ dischen 5 procentigen Certificaten und den Hollaͤndischen 4 ½ u. 3 ¼ procentigen Amor⸗ tisations⸗Syndicat⸗Obligationen. Hiermit benachrichtige ich die betreffenden Inte⸗ ressenten, daß schon von heute ab die am 1. October c. faͤllis werdenden Zins⸗Coupons, sowohl von den Hollaͤndischen 5 procentigen Certificaten, als auch von den Hollaͤndischen u. 3 3 procentigen Amortisations⸗ Syndiecat⸗Obligationen zum vortheilhaftesten Course bei mir realisirt werden koͤnnen. Berlin, den 15. September 1834. Arons Wolff, unter den Linden Nr. 44.

Literarische Anzeigen.

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Da in Suͤddeutschland die homdͤopathische Heil⸗ methode eines immer groͤßer werdenden aͤrztlichen Publekums sich erfreut, so ist das Erscheinen der Hy⸗ geg gerechtfertigt, um einen neuen Anhaltspunkt zu geben. Genaue Relationen uͤber Heilungen und Hei⸗ lungsversuche, Resultate von Arzneipruͤfungen, kriti⸗ sche Arbeiten, Beohachtungen uͤber die homdopatische Behandlung der Thiere ꝛc. ꝛc. werden in der Hygea Platz finden, und es ist derselben zugleich ein Litera⸗ turblatt beigegeben. Der Redactions⸗Ausschuß wird trachten, fuͤr treues Wiedergeben der Thatsachen und Abwechsluug des Stoffes zu sorgen. Ihrem Plane nach wird die Hogea keine absolute Doectrine verthei⸗ digen, sondern ihren eigenen Weg sich bahnen, unab⸗ haͤngig von dem Treiben der Partheien und trachtend nach Wahrheit. In der Regel soll jaͤhrlich nicht mehr als ein Band von 30 36 Bogen erscheinen und

alle falsche Geruͤchte und alle Erfindungen, die taͤglich verbreitet

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reußischen Staaten.

M., 24. Septbr. Oesterr. 5proc. Mern, 91 ½½. 2 ½ proc. 53 ½. Br. 1proc. Wn.

Holl. 5proc. Oblig. von 1832 96 ⁄. 96 ¾ Pohn 24 ½. 2

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Von dem bereits angezeigten 88 Bericht über die diesjährige Kunstausstel- lung ist heute die erste Nummer erschienen. Da⸗- Abonnement für die Dauer der Ausstellung ist 15 sgr. Einzelne Nummern sind à 1 sgr. zu haben bei

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Leipzig, im September 1834. F. A. Br

Leiyji

amten als Grund seiner Entlassung anfuͤhren sehen.

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Se. Koͤnigliche Majestaͤt haben den Kammergerichts⸗Assessor Securius zum Kreis⸗Justizrath des landraͤthlichen Wittenber⸗ ger Kreises Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.

ʒIm Bezirke der Koͤnigl. Regierung

zu Frankfurt a. d. O. ist der bisherige Pfarrer zu Ring⸗ leben, Schulz, zum evangelischen Prediger in Schildberg, Ker⸗ kow und Krauseiche, und der bisherige Prediger zu Priesen, Frauenstein, zum evangelischen Prediger in Leitersdorf er⸗ nannt worden.

Angekommen: Ihre Durchlauchten der Fuͤrst und die Fuͤrstin Wolchonski, von St. Petersburg.

Der General⸗Major und Commandeur der 4ten Kavallerie⸗ Brigade, Freiherr von Krafft II., von Sargard.

Der Kaiserl. Russische Wirkliche Staatsrath und Leibarzt, Dr. Crichton, von St. Petersburg.

ngs⸗-Nachri

chten.

Frankreich.

Paris, 21. Sept. In Bezug auf die Ernennung des Herzogs Decazes zum Groß⸗Referendar der Pairs⸗Kammer aͤußert ein hie⸗ siges Blatt: „Wir bemerken mit Erstaunen, daß die betreffende §. Verordnung in der Einleitung folgende Stelle enthaͤlt: „„Da

der Marquis v. Semonville Uns gebeten hat, ihn der Functionen

als Groß⸗Referendar der Pairs⸗Kammer zu entheben, indem der Zustand seiner Gesundheit ihm nicht erlaube, denselben fernerhin vorzustehen, u. s. w.““ Es ist dies das erstemal, daß wir in einer Koͤnial. Verordnung den Gesundheits⸗Zustand eines Be⸗ Man weiß uͤbrigens, daß der Marquis von Semonville, obgleich schon ziem⸗ lich alt, im vollen Besitz seiner geistigen Faͤhigkeiten ist; und da der Posten eines Groß⸗Referendar eine Art von Sinekure ist, so konnte die Last der Arbeit nicht der Grund seyn, warum der Marquis seine Entlassung einreichte. Jedermann ergeht sich in Muthmaßungen, um den wahren Grund der Ernennung des Herzogs Decazes zu errathen. Einige behaupten, es solle eine Entschädigung fuͤr den Posten als Gouverneur von Algier seyn, den man ihm trotz aller Intriguen nicht habe ertheilen koͤnnen. Was uns betrifft, so glauben wir, einen weit dringendern Grund in der Annaͤherung des Augenblicks zu finden, wo die Pairs⸗Kammer sich als Gerichtshof konstituiren soll, um die der Verschwoͤrung angeklagten Personen zu richten. Es heißt, daß die Entlassung des Marquis von Semonville, dessen Posten un⸗ absetzbar war, ein Gegenstand langer Unterhandlungen mit dem Schlosse der Tuilerien gewesen ist. Nicht ohne Muͤhe soll es gelungen seyn, den Marquis zu dem Opfer zu bewegen, welches man von ihm verlangte. Nach langen Debatten hatte er einge⸗ willigt, seine Entlassung einzusenden, jedoch unter der Bedin⸗ gung, daß der Herzog von Bassano zu seinem Nachfolger er⸗ nannt werde. Dies war aber nicht der Kandidat, dem man sei⸗ nen Posten bestimmte, und so mußte man die Unterhandlungen erneuern, welche erst im Laufe des gestrigen Tages mit Erfolg gekroͤnt wurden.“

Herr von Tracy, der von den Wahl⸗Kollegien von Moulins und Palisse zum Deputirten erwaͤhlt worden war, hat sich suͤr das erstere entschieden und dem letztern Herrn Eusebe Salverte zum Kandidaten vorgeschlagen. Man betrachtet die Wahl des Herrn Salverte als gesichert.

In der Gazette liest man: „Karl V. war am 11ten in Larrea, am 12ten in Narvajas nahe bei Salvatierra. Der von England abgesandte Courier, der Karl V. die Nachricht von dem Tode seiner Gemahlin uͤberbringen soll, ist am 15ten in Bayonne angekommen, und sogleich in Begleitung des Maire von Saint Pée nach Spanien abgereist. Rodil faͤhrt fort, das Land zu verwuͤsten, die Kloͤster in Brand zu stecken, und die Personen, welche er der Sache Karl's V. ergeben glaubt, verhaften und erschießen zu lassen. In St. Sebastian, wo er 1000 Kranke zuruͤckgelassen hat, setzte er die Gouverneure der Stadt und der Citadelle ab. Die Offiziere seiner Operations⸗ Armee sind vor seinem Verdachte nicht sicher; er hat eine große Anzahl derselben in die Citadelle einsperren lassen, und bei sei⸗ nem Abmarsche dem neuen Gouverneur unumschraͤnkte Voll⸗ macht ertheilt.“⸗

Die Spekulanten in Spanischen Papieren verbreiten das Geruͤcht, daß Herr Nathan von Rothschild hauptsaͤchlich deshalb von London nach Paris gekommen sey, um Vorschlaͤge zur Be⸗ zahlung der am 1. Okt. faͤlligen Zinsen der Spanischen Anleihe zu machen, falls die Prokuradoren⸗Kammer der Ansicht der Ma⸗ jorität ihrer Komission nicht beitraͤte. Auch wollte man wissen, daß Herrn Lionel von Rothschild die Aufforderung nach⸗ gesandt worden waͤre, seine Reise nach Madrid nicht fortzusez⸗ zen, sondern nach Paris zuruͤckzukehren. Die Regierung soll er⸗ laubt haben, daß man sich zur Absendung dieser Instruction des Telegraphen bediene.

Aus Toulon meldet man vom 15ten d.: „Die Evolutions⸗ oder Kreuzer⸗Flotte ist gestern Abend auf der hiesigen Rhede vor Anker gegangen. Sie besteht aus 4 Linienschiffen: dem „Suf⸗

fren“ von 100, dem „Duquesne“ von 80, dem „Nestor“ und dem „Triton“ von 74 Kanonen; zwei Fregatten: der „Dido“ von 60 und der „Bellona“ von 44 Kanonen, und der Korvette „Lamproie“ von 12 Kanonen. Der „Triton“ und der „Du⸗ quesne“ sind beschaͤdigt und beduͤrfen bedeutender Ausbesserun⸗ gen, besonders der letztere, der wahrscheinlich durch den „Scipio“ ersetzt werden wird. Die uͤbrigen Schiffe sind in gutem Zu⸗ stande. Die Flotte ist, wie es heißt, eingelaufen, um Lebens⸗ mittel einzunehmen, und soll noch vor dem 1. Oktober wieder nach der Levante unter Segel gehen.“

Herr Dietz wollte gestern einen oͤffentlichen Versuch mit einem von ihm erfundenen Dampfwagen machen, und hatte dazu den Weg von Paris nach St. Germain gewaͤhlt. Die Straße war mit Menschen besaͤet, und Alles harrte mit Ungeduld auf das interessante Schauspiel, als man erfuhr, daß der Versuch fuͤr diesesmal nicht stattfinden koͤnne, weil Herr Dietz, der we⸗ gen Versaͤumniß seines Dienstes in der National⸗Garde zu 48stuͤndigem Gefaͤngnisse verurtheilt worden war, gerade am Morgen abgeholt worden sey, um seine Strafe abzusitzen. Die getaͤuschte Menge fand es sehr unrecht, daß man die Verhaftung nicht um einen Tag verschoben, und sie so um ein interessantes Schauspiel gebracht haͤtte.

Die Allgemeine Zeitung giebt das nachstehende Schreiben aus Lyon vom 15. Sept.: „Eine eigene hier ganz neue Erscheinung ist die vor einigen Tagen eroͤffnete Industrie⸗ Ausstellung im Palais St. Pierre. Hier sehen wir nicht etwa, wie in Paris, elegant, kuͤnstlich und truͤgerisch aufsestellte Fabri⸗ kate, die nicht fuͤr den Gebrauch gemacht und bestimmt sind, sondern schon gekaufte, so sn sagen ganz praktische Waaren. Da die Franzosen so selten reisen und nie im Auslande selbst die fremden Fabrikate kennen lernen, deren Konkurrenz ihnen jetzt so schaͤdlich wird, so hat das Handels⸗Coönseil den gluͤcklichen Ge⸗ danken gehabt, Seidenwaaren aller Art von Basel, Crefeld,

Zuͤrich, Berlin und Leipzig kommen zu lassen und in St. Pierre

aufzustellen, damit unsere Seiden⸗Fabrikanten sie pruͤfen und mit unserer Lyoner Fabrication vergleichen, auch deren Preise ken⸗ nen lernen moͤgen, die bei dem geringeren Arbeitslohn und wohlfeilern Lebensbeduͤrfnissen aller Art bedeutend niedriger seyn koͤnnen. Diese Ausstellung wird zur Aufklaͤrung unserer Weber sehr heilsam seyn, und sie werden begreifen lernen, daß Lyon in den einfachen unfagonnirten Seidenstoffen, welche doch den bei weitem groͤßten Theil der hiesigen Fabrication ausmachen, mit dem Auslande bei solchen Preisen nicht konkurriren kann. Sie werden aber auch zu ihrer Zufriedenheit einsehen, daß in den fagonnirten Stoffen und in Allem, wo Zeichnung noͤthig ist, wo der Geschmack in den Desseins vorherrscht, Lyon noch immer weit uͤber dem Auslande steht, was allerdings auffallend ist, da doch Deutschland gewiß nicht weniger gute Zeichner und nicht weniger Kunstsinn hat, als Lyon.“

Großbritanien und Irland. 1

London, 23. Sept. Der Prinz Wilhelm Friedrich Hein⸗ rich, Sohn des Prinzen von Oranien, ist vorgestern von Wind⸗ sor wieder nach Portsmouth zuruͤckgereist, um sich daselbst nach Holland einzuschiffen.

Die Prinzessin von Beira und die Kinder des Don Carlos wollen so lange in London bleiben, bis die politischen Ereignisse in Spanien eine solche Wendung nehmen, daß sie mit Sicherheit

dorthin zuruͤckkehren koͤnnen. Palmerston sind von Windsor

Lord Melbourne und Lord wieder in der Hauptstadt eingetroffen. Reise durch Schottland in

Der Lord-Kanzler ist von seiner Brougham Hall angelangt. h

Säͤmmtliche in London anwesende Kabinets⸗Minister ver⸗ sammelten sich heute in Lord Melbourne's Wohnung und blie⸗ ben eine geraume Zeit in Berathung.

Der Preußische Geschaͤftstraͤger Graf Seckendorf hatte gestern Geschaͤfte im auswaͤrtigen Amte.

Lord Duncannon wird vor drei Wochen nicht aus Irland zuruͤck erwartet. Die Irlaͤndische Regierung befoͤrdert ihre Mittheilungen jetzt direkt an Se. Herrlichkeit und nicht an das Ministerium des Innern.

Der Herzog von Regina steht im Begriff, London zu ver⸗ lassen, um sich nach Rom zu begeben; er nimmt ein schoͤnes Englisches Gestuͤt dorthin mit.

Der Bericht des vom Parlament ernannten Ausschusses zur Untersuchung der Sinekuren ist jetzt im Druck erschienen und umfaßt 108 verschiedene Posten, wovon er 100 als Sinekuren bezeichnet. Der Ausschuß empfiehlt die Abschaffung aller dieser Aemter. Am Schluß des Berichts heißt es: „Der Ausschuß hat es sich angelegen seyn lassen, die Kosten, welche dem oͤffent⸗ lichen Schatz jetzt aus den mit den Sinekuren verknuͤpften Ge⸗ halten und Emolumenten erwachsen, mit denen fruͤherer Jahre u vergleichen, und gefunden, daß es im Jahre 1810 im ganzen Pritischen Reich 242 Sinekuren gab, die dem Staate jaͤhrlich 297,095 Pfund kosteten, waͤhrend jetzt nur noch eine jaͤhrliche Summe von 97,803 Pfd. fuͤr die noch vorhandenen 100 Sine⸗ kuren verwandt wird. Viele Posten, die fruͤher als Sinekuren bestan⸗ den, sind jetzt entweder in wirkliche Aemter verwandelt oder mit solchen vereinigt worden, in einigen Faͤllen mit Verkuͤrzung des Ge⸗ halts, in anderen ohne Abzug. In den meisten Faͤllen ist dem Inhaber einer Sinekure, wenn sie auf der Stelle abgeschafft wurde, eine Verguͤtigung gewaͤhrt worden; in anderen hat man die Abschaffung nur angekuͤndigt, das Amt aber noch bis zum Tode des jetzigen Inhabers bestehen lassen. Die Zeit kann je⸗ doch nicht mehr fern seyn, wo das Land den vollen Nutzen der seit 1782 fortwaͤhrenden Bestrebungen, den Schatz entweder

durch die Verbindung wirklicher Dienste mit den jetzigen Sine⸗ kuren oder durch Abschaffung der letztern von einer so druͤckenden Last 5 befreien.“

aͤchsten Donnerstag wird der Lord⸗Kanzler das Parlament bis zum 23. November prorogiren, von wo an es dann, dem Vernehmen nach, noch bis zum 4. Februar prorogirt werden soll. Im Oberhause sollen bis dahin große Veraͤnderungen vor⸗ genommen werden, und Westminster⸗Hall, das sich schon seit Jahren in einem sehr baufaͤlligen Zustande befindet, wird eben⸗ falls gaͤnzlich restaurirt; an die Stelle der hoͤlzernen Treppe, die bisher zum Unterhause fuͤhrte, soll eine steinerne kommen.

Dem Herzoge von Wellington soll, wie verlautet, naͤchstens auch ein Fest in Edinburg gegeben werden; einige Zeitungen sind daruͤber sehr entruͤstet; der Courier aber aͤußert sich sehr beifaͤllig daruͤber. „Wir moͤchten wohl“, sagt er, „dabei seyn, wenn der große Feldherr des Jahrhunderts seinen ersten Besuch in Schottland macht, um von der allgemeinen Hochachtung Zeuge zu seyn, die ihm dort verdientermaßen gezollt werden wird. Auf eine harmlosere Art und Weise, als durch oͤffentliche Diners, kann sich der Parteigeist nicht aͤußern. Sich bei einem oͤffentli⸗ chen Diner zu freuen, ist nach unserer Ansicht jedenfalls besser, als daheim uͤber Komplotten bruͤten. Wenn andere Aufwiegler und andere Parteien sich voll und satt essen wollten, so wuͤrde es um das Land weit besser stehen. Die Tories waren nicht halb so ergrimmt, wie jetzt, als sie noch in Gesellschaft des Lord⸗ Mayors und anderer buͤrgerlichen Behoͤrden einen Humpen auf das Wohl der besten Constitution leerten. Wenn sie wieder fetirt werden, so werden wir mit ihren jetzigen Philippiken ge⸗ gen die Whigs verschont bleiben. Sie werden wieder ganz Freundlichkeit und ganz Milde seyn, wenn sie haͤufige Einladun⸗ gen erhalten. Wir wuͤrden schoͤne Hoffnungen fuͤr die Zukunft Irlands hegen, wenn es ein Dutzend Staͤdte daselbst gaͤbe, in denen sich an 1500 2000 wohlhabende Buͤrger zu einem tuͤchti⸗ gen Diner versammeln koͤnnten, moͤchte es zu Ehren des Grafen von Roden oder des Herrn O' Connell veranstaltet seyn. Ueber der Flasche werden keine Ränke geschmiedet, und eine der besten Buͤrgschaften gegen die in Irland noch vorkommenden mitternaͤch⸗ tigen Mordthaten waͤre eine gute Mahlzeit bei Tage.“

Der Devonport Independent sagt: „Wir haben mehr als einmal das gebieterische Benehmen und den kurzen Ton des Sir James Graham geruͤgt, wenn derselbe als erster Lord der Admiralitaͤt unseren Werften einen Besuch abstattete; es gereicht uns dagegen zu großem Vergnuͤgen, zu hoͤren, daß Lord Auck⸗ land in Worten und Manieren einen auffallenden Kontrast zu seinem Vorgaͤnger bildet. Man versichert uns, daß derselbe, als er neulich in Amtsgeschaͤften hier verweilte, sich durch seine Freundlichkeit und Leutseligkeit die Hochachtung aller derer ge⸗ wonnen hat, welche Gelegenheit hatten, in naͤhere Beruͤhrung mit ihm zu kommen.“

Der Globe haͤlt dem jetzigen Franzoͤsischen Handels⸗Mini⸗ ster, Herrn Duchatel, eine große Lobrede und nennt ihn den ersten Franzoͤsischen Minister seit 1789, der von richtigen Grund⸗ saͤtzen mit Bezug auf den Handel durchdrungen und die kommerziel⸗ len Verhaͤltnisse zwischen Frankreich und England auf einen li⸗ beralen Fuß zu bringen bemuͤht sey.

Mistreß Fitzherbert, die viele Jahre hindurch die Freundin Georg's IV., als Prinzen von Wales, war, ist so eben von ei⸗ nem ziemlich langen Aufenthalt in Achen und Spaa, wo sie den ganzen vorigen Winter zubrachte, hierher zuruͤckgekehrt. Auf ihrer Ruͤck⸗ reise verweilte sie einige Tage in Bruͤssel. Sie ist jetzt uͤber 70 Jahr alt, doch kann man an ihr noch immer die Spuren fruͤ⸗ herer Schoͤnheit und Anmuth bemerken.

Ein so eben von Falmouth angekommener Courier uͤber⸗ bringt die Nachricht von der Ankunft der Brigg „Nautilus“ von Lissabon, das sie am 14. September verließ. Sie hat wich⸗ tige Depeschen mitgebracht, die jedoch noch nicht bekannt gewor⸗ den sind. Das Gesetz in Betreff der Vermaͤhlung der Koͤnigin ist am 12ten von den Cortes angenommen worden, und es soll ein Dampfboot abgesandt worden seyn, um den Herzog von Leuchtenberg nach Lissabon zu bringen. Der Gesundheitszustand Dom Pedro's hat sich nicht veraͤndert.

Das Kaiserlich Russische Schiff „Amerikas, kommandirt vom Capitain Shants, langte am vorigen Dienstag von Kron⸗ stadt in Portsmouth an; es war am 18ten abgesegelt und hatte sich 6 Tage zu Kopenhagen aufgehalten. Das Ziel seiner Reise ist Litka und der St. Peter⸗ und Pauls⸗Hafen auf Kamtschatka. Der Capitain Shants ist Adjutant des Fuͤrsten Mentschikoff. Er wurde am Mittwoch in Portsmouth von dem Admiral Sir Tho⸗ mas Williams zum Mittag eingeladen. Das Schiff „Amerika“ hat im Jahre 1831 eine Reise um die Welt gemacht. Es bringt jetzt betraͤchtliche Vorraͤthe und wollene Zeuge fuͤr die Russischen Garnisonen nach Kalifornien und Kamtschatka.

In einem hiesigen Garten wurde dieser Tage eine Kartoffel ausgegraben, die 3 Pfund wog. Dessenungeachtet befanden sich noch 7 andere, worunter 3 sehr große, an derselben Wurzel.

Nedelu

Aus dem Haag, 22. Sept. Der zweite Sohn Sr. K. H. des Prinzen von Oranien wird im Laufe dieser Woche auf dem Schlosse Loo in Gegenwart der gesammten Koͤnigk. Familie konfirmirt werden. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Albrecht von Preußen wird alsdann die Ruͤckreise nach Berlin antreten.

Die Vorbereitungen fuͤr das im naͤchsten Monat hier statt⸗ findende große Musikfest werden mit Eifer fortgesetzt. Die be⸗ kannte Schauspielerin und dramatische Schriftstellerin Madame Birch⸗Pfeiffer ist in Amsterdam angekommen, wo sie auf dem Deutschen Theater Gastrollen giebt.