1834 / 271 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

glauben muͤssen, da sie sich so entschieden an sie anschlossen. In⸗

nien viele unschaͤtzbare Kunstwerke, unter Anderem mehrere Mu⸗

rillo's mit untergegangen. Der Marquis von Bute hat eine Summe von 1000 Pfd.

zur Erbauung eines Krankenhauses zu Cardiff bestimmt. Eiin Dubliner Blatt meldet: „Herr Cobbett beabsichtigt, in dieser und der naͤchsten Woche hier eine Reihe von Vorfe⸗ sungen uͤber Staatswirthschaft, besonders mit Bezug auf Ir⸗ land, zu halten. Der Ertrag dieser Vorlesungen soll ihm dazu dienen, die Kosten seiner Reise durch Irland zu decken. Er hat sich noch nicht daruͤber entschieden, wo er seine Wanderungen antreten wird. Wahrscheinlich aber wird er geographisch dabei verfahren und mit dem Norden beginnen. Auf seiner Reise durch Munster wird er Herrn O'Connell auf Darrynane⸗Abtei einen Besuch abstatten und einige Zeit bei demselben verweilen“ In Folge der vorgenommenen Erhoͤhung der Patent⸗Steuer fuͤr den Branntwein⸗Schank um 50 pCt. haben mehrere Vik⸗ tualien⸗Haͤndler in Salisbury beschlossen, sich ihr Patent darauf nicht ergeuern zu lassen. London, 22. Sept. Die Freunde der Anglikani⸗

schen Kirche in Irland zeigen die unermuͤdlichste Thäaätigkeit, um den bei der großen Dubliner Versammlung ausgesprochener Plan voͤllig zu entwickeln und scheinen die ganze protestantische Bevoͤlkerung, so weit dieselbe sich dazu verstehen will, in eine große Confoͤderotion zu organisiren, welche nicht nur die Katho— liken, sondern selbst die Regierung und alle Liberale im ganzen Reiche von jedem Unternehmen der Kirche zuruͤckschrecken soll. Waͤhrend der Ober⸗Sheriff der Grafschaft Cavan in Irland eine Versammlung berufen hat, welche durch ihre Menge dem Mi— nisterium imponiren duͤrfte, soll der Graf von Winchelsea einem Gastmahle vorstehen, wobei die Maͤnner von Kent die vielbe⸗ sprochene Rede des Koͤnigs an die Bischoͤfe zum Vortheile der Kirche feiern wollen. Und dieses soll, wie die beruͤhmte Ver— sammlung auf der Penenden⸗Haide, die gegen die Emancipations⸗Bill des Herzogs von Wellington gerichtet war, allen Freunden der Kerche in England zur Aufmunterung dienen, gleiche Versammlungen zu halten. Das große Fest, welches so eben dem Grafen Grey zu Edin⸗ burg gegeben worden, erhebt dagegen den Muth der Whigs und ihrer Anhaͤnger, so wie es auf der anderen Seite die Organe der Tories in die Nothwendigkeit versetzt, die Begebenheit in ein unbedeutendes, ja selbst laͤcherliches Licht zu stellen, damit den Ihrigen der Muth nicht entfalle. Sie haben dieses mit vieler Geschicklichkeit gethan; aber 2000 Gaͤste, wovon viele noch als Beamte oder Abgeordnete fast aller Staͤdte Schottlands er⸗ schienen, lassen sich indessen nicht so leicht wegdemonstriren. Die Leute moͤgen freilich nicht alle einer besondern Bildung theilhaf⸗ tig geworden seyn, da die Menge derselben wirklich fast alle Ge⸗ richte aufgezehrt haben soll, ehe der Graf mit den anderen vor⸗ nehmen Personen an den Tischen erschien; aber dennoch mußten sie als erwachsene Maͤnner wissen, ob sie es mit den Whigs oder Tories hielten. Wendet man dagegen und zwar mit eini⸗ gem Recht ein, die selbstsuͤchtigen Schotten haͤtten bloß jenen schmeicheln wollen, um entweder persoͤnlich oder fuͤr ihr Land der Vortheile theilhaftig zu werden, welche dieselben als Minister zu gewaͤhren vermoͤchten, wie sie fruͤher den Tories aus gleichen Absichten geschmeichelt, so muß man auch zugestehen, daß die weithinaussehenden Schotten die Whigs ziemlich fest im Sattiel

dessen waren es doch vorzuͤglich gewerbetreibende Staͤdter, die sich bei der Gelegenheit zeigten, und nur wenige vom Adel und der Guͤterbesitzer uͤberhaupt. Lord Brougham sprach wieder viel von der Nothwendigkeit, bei allen zu unternehmenden Reformen bedaͤchtig und mit Ueberlegung zu Werke zu gehen, worin Lord Durham ihm nur bedingungsweise beistimmte. Bemerkenswerth war, daß zwei der gegenwaͤrtigen Minister, naͤmlich Herr Ellice und Sir John Hobhouse, sich ziemlich in demselben Sinne, wie Lord Durham, aͤußerten, so daß sie dem Melbourne'schen Mini⸗ sterium auf einmal die gute Meinung des Examiners und an⸗ derer radikalen Journalisten gewannen, welche jedoch fortfahren, Lord Brougham als einen Verraͤther an der Sache des Volkes und als eine gefaͤhrliche Wunde am ministeriellen Koͤrper zu be⸗ trachten. Sie sowohl als die Tory⸗Journale nehmen es nun fuͤr entschieden an, daß er es war, welcher den Grafen Grey verdraͤngt, da weder er noch der Graf die Gelegenheit ihres er⸗ sten oͤffentlichen Zusammentreffens ergriffen, um die so oft oͤffent⸗ lich vorgebrachte Anklage zu widerlegen. ö

Niederlande.

Aus dem Haag, 24. Sept. Auch IJ. KK. HH. der Prinz und die Prinzessin Friedrich werden mit Hoͤchstihrer Prin⸗ zessin Tochter vom Loo aus eine Reise nach Berlin antreten. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Albrecht von Preußen, die bereits von hier abgereist ist, wird nur sehr kurze Zeit im Loo verweilen und dann die Reise nach Berlin fortsetzen.

Amsterdam, 23. September. Das Handelsblatt ent⸗ haͤlt in seiner letzten Nummer folgendes Dekret des Erzbischofs von Leon, der sich Premier⸗Minister Karl's V. nennt: „In Erwaͤgung der Reclamationen von Seiten des Baron Moritz von Haber und der uͤbrigen Interessenten bei dem im verflosse⸗ nen Juni kontrahirten Anlehen und in Betracht des Verlangens einer großen Anzahl von Kapitalisten, welche es vorziehen, sich perpetuelle Renten zuerkennen zu lassen, gegen einen sogleich ge⸗ gebenen Einschuß, waͤhrend der Rest des von ihnen zu zahlen⸗ den Preises erlegt werden soll, nachdem die hauptsaͤchlichsten Staͤdte des Reiches in der Gewalt Sr. Majestaͤt seyn werden, suspendirt der Erzbischof von Leon, Premier⸗Minister Sr. Ma⸗ jestaͤt des Koͤnigs Karl V., laut einer von ihm und dem Baron Moritz von Haber unterzeichneten Uebereinkunft vom 28sten August und 9. September d. J., in Bezug auf den noch nicht emittirten Theil die durch Seine Katholische Majestaͤt mit besagtem Baron Moritz von Haber kontrahirte Anlethe. Aber in Betracht der Beduͤrfnisse des Landes und des Heeres hat der Erzbischof von Leon, in Gemaͤßheit der Befehle Seiner Majestaͤt und im Verein mit den Herren Aznarez und Saraiva, die mit Spezial⸗Vollmacht versehen sind, durch eine autentische, bei John Raphae!, oͤffentlichem Notar zu London, deponirte Akte zu unverzuͤglicher Emission Theilnahms⸗Certifikate creirt, die au

orteur lauten und in Livres Sterling in London zahlbar sind, uͤr eine kollektive Rente von 2 Millionen schweren Piastern, die, sobald Se. Majestaͤt seine Rechte wieder erlangt haben wird, nach den gesetzlichen Formen in die Buͤcher des Spanischen Schatzes eingetragen werden soll. Diese neue Art der Emission, welche die Garantieen der Junta’s von Navarra und Biscaya in voller Kraft laͤßt, da diese sich nicht nur fuͤr die Provinzial⸗, son⸗ dern fuͤr die Gesammt⸗Revenuͤen des Koͤnigreichs verpflichtet ha⸗ ben, ist deshalb angenommen worden, damit in Zukunft die In⸗ haber oder Kaͤufer dieser Obligationen, deren Verkaufs⸗Bedin⸗ gungen unverzuͤglich kund gemacht werd llen, keinen Placke—

les

in

dem dem

im

den.

zung

zung

nach

dem

liches Rath

reien ausgesetzt seyen.“

habe:

Nachstehendes uͤber „Gestern fruͤh um 7 Uhr verkuͤndigten Artillerie⸗Salven die Feier des Tages und um 8 Uhr begann unter dem Gelaͤute al⸗ ler Glocken die Todtenfeier fuͤr die Gebliebenen. und Militair⸗Behoͤrden, so wie die in den September⸗Tagen Ver⸗ wundeten, begaben sich um 10 Uhr in die St. Gudula⸗Kirche, woselbst die Choͤre schwarz ausgeschlagen und ein von vier Loͤ wen getragenes Kenotaphrum errichtet war, an dessen Ecken Lam⸗ pen brannten. Fahnen geschmuͤckt. rubini und um 12 ½ Uhr war die Feierlichkeit beendigt. Abend gab die Koͤnigliche Harmonie⸗Gesellschaft ein großes Kon Pet

will in großer Anzahl hier versammeln, seine Methode zur Pruͤfang vorlegen. riums eine Sitzung stattfinden.

Violinspiel erhielt, sich hoͤren lassen.

Van den Bussche das von ihm auf dem Werfte Kattendyk er⸗ baute Schiff „la Reyne“ am 26sten vom Stapel laufen lassen.

schaͤndlichen Gaunerstreiche, der an einem dortigen Handlungs⸗ hause veruͤbt worden. seille, unterzeichnet: Jean Baptiste de Baillet und Comp., wor⸗

sie in der Schwedischen Brigg „Johanna Magdalena“, Capitain Oluf Lindstroͤm, an dasselbe verladen, mit Bitte, sofort nach Ankunft den besten Verkauf zu besorgen, und jetzt, so wie es in Antwerpen gebraͤuchlich voraus an ihren Associé in Paris Rue du Temple Nr. ... zu remittiren. thut das, erhaͤlt auch von dem Pariser in Antwort die Anzeige vom Empfang der Rimesse von 25,000 Fr. fuͤr Rechnung seines Marseiller Hauses. Antwerpen ankam, wies die Unterschrift des Capitains unter

nicht an Bord. nichts gefuͤhrt. . 8 noissement uͤber 40 Faß zugesandt war, die sich ebenfalls nicht

nichts remittirt.

Bruͤcke des alten Thores von Laeken befindliche Statue des h. Johann von Nepomuck, die allgemein als ein Meisterstuͤck be⸗ trachtet ward, so verstuͤmmelt, daß sie jetzt nur einen werthlosen Rumpf darbietet. Die Polizei ist, wie man sagt, auf der Spur der Urheber dieses Vandalismus.

wood”“ der zweite Dampfwagen aus England angekommen und heute ausgeschifft und in das Entrepot im Bassin gebracht wor⸗

gleich nach seiner Ankunft wird einer dieser Wagen in Thaͤtig⸗ keit gesetzt werden.

lera vom 19. zum 20. Sept. 142, vom 20sten zum 2tsten 175, vom 2lsten zum 22sten 114 und vom 22sten bis heute fruͤh um 8 Uhr 161. ten Personen betraͤgt 7076, wovon 2388 genesen und 3058 ge⸗ storben sind. Berlin, das drei Mal so viel Einwohner hat als Stockholm, sind hier im Ganzen vom 1. Sept. 1831 bis zum 28. Jan. 1832 an der Cholera 1426 Personen verstorben; die Zahl aller ange—

meldeten Erkrankten betrug 2271.)

Stuttgart, 25. Sept. der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte war die Theilnahme des Publikums so groß, daß im Saale (der Ab⸗ geordneten) selbst den Damen die Sitze in der Gallerie, welche hinter den gewoͤhnlichen Sätzen der Abgeordneten befindlich sind, eingeraͤumt werden mußten. Das Zeichen zum Anfang der Stz⸗

Jaͤger kuͤndigt eine Reihe von Schreiben an, die an die Ver⸗ sammlung von verschiedenen Seiten, namentlich von naturfor⸗ 1 Gesellschaften, z. B. von der zu Goͤrlitz, gerichtet wor⸗ den sind. Professor Wildbrand gemachten Vorschlaͤge zu Beisaͤtzen zu den Statuten der Versammlung berichtet Prof. die Ansicht der Sectionen dahin gehe, die Sache unter Benuz⸗

Berathung und Beschlußnahme bei der naͤchsten Versammlung in Bonn vorzubehalten. Es erhebt sich dagegen kein Widerspruch, so wird jene Ansicht der Sectionen zum Beschluß erhoben. Pro⸗ fessor steher der Sectionen die in denselben gefuͤhrten Protokolle und

Geschaͤftsfuͤhrern zustellen. sammlung auf dem Rosenstein, das Seine Majestaͤt der Koͤnig fuͤr die Versammlung auf morgen bestimmt habe, heute von 4 bis 6 Uhr und morgen von 8 bis 9 Uhr in dem Kanzlei⸗Gebaͤude in Empfang genommen werden koͤnnen. Jaͤger die Fremden, welche bis Freitag hier bleiben werden, zu zu Ehren des Geburts⸗Festes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs im Museums⸗Saale stattfindenden Balle ein. den Vortraͤgen uͤbergegangen. haͤlt einen kurzen Vortrag uͤber die Karte des Pfarrers Schwarz von Botenheim in Wuͤrttemberg, er lobt sie als ein eigenthuͤm⸗

ausgabe durch Subscriptionen unterstuͤtzt werde. Ober⸗Medizinal⸗

des uͤbermaͤßigen Genusses geistiger Getraͤnke. Er hebt darin nament⸗ lich die physischen und moralischen Folgen des Branntweintrinkens hervor und untersucht, durch welche Mittel dasselbe beschraͤnkt werden koͤnnte. Insofern er unter diesen Mitteln besonders auch das begreift, daß dem Volke andere gesundere Getraͤnke wohlfeil verschaft werden, ruͤhmt er die Bemuͤhungen der Gesellschaft fuͤr Verbesserung der Weine in Wuͤrttemberg, spricht sich uͤber⸗ haupt zum Lobe eines maͤßigen Genusses des Weines aus und sagt, es bleibe immer wahr, was der große Reformator gesagt

1100

24. Sept.

. Der Moniteu die Feier des ersten der September-Tage: 9

Alle Civil⸗

Die Saͤulen der Kirche waren mit den National⸗ Um 11 Uhr begann das Requiem von Che⸗ Am Herr Sudre aus Paris, Erfinder der mustkalischen Sprache, den Musikern, die sich bei Gelegenheit der September⸗Tage Es wird deshaͤlb morgen im Saale des Konservato⸗ ng stattfir Auch wird daselbst Herr Char⸗ Dancla, der im Konservatorium zu Paris den Preis im

In Antwerpen wird zur Feier der September⸗Tage Herr

Ein hiesiges Blatt berichtet aus Antwerpen von einem Dasselbe erhielt einen Brief aus Mar⸗ ihm ein Connoissement uͤber 30 Faß Krapp gesandt war, di

ist, zwei Drittheile des Belaufs im

Herr T., sich dieser neuen Verbindung freuend,

M

Als aber am 6ten d. M. das Schiff in

Connoissement sich als falsch aus, der Capitain hatte von Marseiller Hause nie etwas gehoͤrt, und hatte die Waare Nachfragen in Paris und Marseille haben zu Ein anderes Antwerpener Haus, dem ein Con— Schiffe befanden, hat sich besser in Acht genommen und

In der Nacht vom 21sten zum 22sten d. ward die auf der

Vorgestern ist in Antwerpen mit dem Dampfschiff „Att⸗

Herr Macerone wird täaͤglich von London erwartet und

Schweden und Norwegen. Stockholm, 23. Sept. Es erkrankten hier an der Cho⸗

Die Zahl aller bisher an der Cholera hier erkrank⸗

(Waͤhrend der Dauer der Cholera⸗-Epidemie in

9 1bLbJJJ1“ Bei der gestrigen dritten Sitzung

wird um 10 ½ Uhr mit der Glocke gegeben. Professor De. Hinsichtlich der in der vorhergehenden Sitzung von Dr. Jaͤger, daß

ver Erfahrungen der bisherigen. Geschaͤftsfuͤhrer weiterer

Naͤger erklaͤrt hierauf, daß es nothwendig sey, daß die Vor⸗ Umstaͤnden auch die Konzepte der gehaltenen Vortraͤge den

Derselbe kuͤndigt sodann der Ver—

an, daß die Einladungs⸗Karten zu dem Feste

Endlich ladet Professor

Es wird hierauf zu Professor Zeune aus Berlin

Kunstwerk und sagt, es sey wuͤnschenswerth, daß ihre Her⸗

Koͤhler aus Zelle spricht dann uͤber die schaͤdlichen Folgen

r Belge meldet

Narr sein Leben lang. Hierauf haͤlt Legations⸗Rath Dr. Lind⸗ ner aus Muͤnchen einen natur⸗philosophisch⸗historisch⸗politischen Vortrag, in welchem er die Erscheinungen in der physischen mi in der geistigen Welt auf die Natur⸗Gesetze zuruͤckzufüh⸗ ren versucht Ihm folgte Prof. Dr. Spleiß aus Schaffhau⸗ sen mit einem mystischen Vortrage, dem er das Ver⸗ lesen eines kabbalistischen Recepies folgen laͤßt, wobei er unent, schieden laͤßt, ob es sich hier von Ernst oder Spaß handle. Pre⸗ fessor Wildbrand aus Gießen spricht uͤber die Bereitung des Zuckers aus Ahorn-⸗Arten und erzaͤhlt seine daruͤber angestelltm Versuche. Sie harmoniren ganz mit jenen, die vor 24 Jahrm Prof. Mican aus Prag bekannt gemacht hat. Dieser spriche daher, indem er nach Wildbrand auftritt, geradezu aus, daß let⸗ terer nichts Neues hervorgebracht habe, und daß Wildbrand i seine Vorschlaͤge zu den Statuten⸗Veraͤnderungen auch den haͤte aufnehmen sollen, daß man in der Versammlung keine alten Gea⸗ schichten vortragen duͤrfe. Nachdem noch Prof. Jaͤger eime Mittheilung des Herrn Belcrami aus Paris uͤber die in diesen Sommer herrschende Hitze mitgetheilt hatte, schließt er die Ver⸗ sammlung mit einem Vortrage, den wir hier folgen lassen: „Die Versammlung, die wir heute schließen, hat in dieser Statt eine große Erinnerung geweckt. Die Erinnerung an die Zeit, i welcher auch hier unter der unmittelbaren Leitung eines mit reichen Sinn fuͤr geistige Bildung ausgeruͤsteten Fuͤrsten eine hoͤhere Bl⸗ dungs⸗Anstalt fuͤr Juͤnglinge aller Voͤlker bestand. Die Bluͤtte, die damals sich aufschloß, ist jetzt zur Frucht gereift, und an die Stelle der Lernenden ist auf kurze Zeit ein Verein von Ge⸗ lehrten getreten, um aus dem gegenseitigen Austausche ir Ideen und Erfahrungen neue Belehrung zu schoͤpfen. Wem wir voraus wohl hoffen durften, daß das Gestirn eintz Kepplers die Naturforscher aus allen Deutschen Gauen r seinem Geburtslande leiten wuͤrde, um hier der Harmonte der Sphaͤren, wie der Harmonie der organischen Kraͤfte zu huldigen, wenn wir hoffen durften, daß der Widerhall der Gesaͤnge unsertz Schiller auch die Deutschen Frauen nach seiner Heimath fuͤhren wuͤrde, so war es erfreulich, daß auch unsere Nachbarn sich zahl⸗ reich diesem Zuge anschlossen und die Bildungsstäaͤtte eines Cuvin⸗ begruͤßten, der, durch fruͤhere Verhaͤltnisse an Wuͤrttemberg gebm⸗ den, nicht minder Wuͤrttemberg als Frankreich angehoͤrt, indem hier den Grund zu den Verdiensten legte, durch welche er ein Eh⸗ renbuͤrger aller der Voͤlker geworden ist, deren Stellvertreter uns hier mit ihrer erleuchtenden Gegenwart erfreuten. Die Aufmer⸗ samkeit, welche er vorzugsweise einem Wissenszweige widmete, hit⸗ vielleicht wesentlich dazu beigetragen, die Gelehrten verschiede⸗ ner Voͤlker zu einem Zwecke zu vereinigen, indem den Becot⸗ achtungen uͤber die Veraͤnderungen, welche die Oberflaͤce der Erde erfahren hat, nur durch das Zusammenwirken mehrern in entsernten Laͤndern wohnender Gelehrten die Schaͤrfe gegeben werden konnte, welche fuͤr die Aufstellung allgemeiner Resultan noͤthig ist. Bei dem raschen Fortschreiten aller einzelnen Zweig⸗ der Raturwissenschaften, bei der innigeren Verbindung, in welche sie mit ihrer weiteren Ausbildung getreten sind, wird aber der pe⸗ soͤnliche Verkehr zwischen den Gekebrten um so dringender, um uͤber die verschiedenen Beobachtungen und Probleme sich zu verstaͤndigen, und den Plan fuͤr den großen Bau der Wissenschaft festzuhalten, dessen Ausfuͤhrung im Einzelnen jetzt sicher einzelnen Kraͤften uͤber⸗ lassen werden kann, da diese wieder durch gemeinschaftliche Bande der Achtung und der Liebe fuͤr die Wissenschaft vereinigt wer⸗ den. Wenn ich mit geruͤhrtem Danke den Bewris von zZa⸗ trauen erkennen mußte, den Sie mir durch Uebertragung der Stelle des zweiten Geschaͤftsfuͤhrers bei dieser Versamm⸗ lung gegeben haben, so habe ich Ihnen jetzt noch fuͤr die Nach⸗ sicht und Freundlichkeit zu danken, mit welcher sie meine geringen Bemuͤhungen aufgenommen haben, und die Geschaͤftsfuͤhrer finden sich zugleich verpflichtet, der vielfachen Unterstuͤtzung ruͤhmend und dankend zu erwaͤhnen, welche ihnen fuͤr die Erreichung der Zwecke der Gesellschaft zu Theil geworden ist. Moͤge Sie die freundliche Erinnerung an die hier durchlebten Tage gluͤcklich in ihre Heimatz geleiten und moͤgen wir uns froh an den Ufern des Rheins wieder⸗ finden, um uns zur Foͤrderung des gemeinschaftlichen Zweckes mit erneuter Kraft bruͤderlich die Hand zu reichen“ Ihm antwortete im Namen der Fremden Prof. Otto aus Breslau in einer ergreifenden Abschieds⸗Rede. Um 12 ¾ Uhr trennte sich die Versammlung.

Darmstadt, 23. Sept. Heute fand das erste Feld⸗Ma— noͤver der Großherzoglichen Truppen, unter Leitung des Gene⸗ rals der Kavallerie, Prinzen Emil von Hessen Hoheit, statt Das Ost⸗Corps, unter Kommando des General⸗Majors v. Bou⸗ chenroͤder, aus der 2ten Infanterie⸗Brigade, 2 Schwadronen Garde⸗Chevauxlegers und 4 Geschuͤtzen Fuß⸗Artillerie gebildern stand suͤdoͤstlich von Eberstadt, auf der Dieburger Straße, seine Postenkette vorwaͤrts der Waldenge, welche die Bickenbacher Tanne mit dem Walde des Frankensteiner Schloßberges verbin⸗ det. Das West⸗Corps, die 1ste Infanterie⸗Brigade mit 4 Schwa⸗ dronen Garde⸗Chevauxlegers, 2 Geschuͤtzen reitender und 3 Ge⸗ schuͤtzen Fuß⸗Artillerie, vom General⸗Major v. Steinling befeh⸗ ligt, war, zum Angriffe bereit, zwischen Seeheim und Malchen aufgestellt, in der Absicht, Roßdorf zu erreichen und daselbst die rechte Flanke seines Haupt⸗Corps zu sichern, welches gleichzeitig uͤber Eberstadt nach Darmstadt vorgeht. Nach 9 Uhr Morgens begann das Gefecht. Das Ost⸗Corps wurde aus seiner ersten Stellung verdraͤngt, erneuerte jedoch auf seiner Ruͤckzugs⸗Linie, die uͤber Traisa nach Dieburg geht, seinen Widerstand, wo das Terrain die Vertheidigung beguͤnstigte. Als das West⸗Corps die Gegend des Bordenberges (der in dem Modau⸗Thale gelegenen Papiermuͤhle) erreicht hatte, erhielt es Befehl, das weitere Vor⸗ ruͤcken fuͤr heute einzustellen. Beide Corps nehmen Position einander gegenuͤber und hiermit endete nach 1 Uhr Mittags das gut ausgefuͤhrte Manoͤvev, welchem Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog, begleitet von Ihren Hoheiten dem Erb⸗Großherzoge und dem Prinzen Karl, von Anfang bis Ende beiwohnten.

Frankfurt a. M., 21. Sept. (Schw. Merk.) Sicherm Vernehmen nach, ist kuͤrzlich der Kontrakt wegen fernerer Be⸗ nutzung des Thurn und Tazis'schen Palastes fuͤr die hohe Bun⸗ des Versammlung auf 12 Jahre erneuert worden, wodurch die seit einiger Zeit hier umlaufenden Geruͤchte, daß die Bundes⸗ Versammlung um Raͤumung jenes Palastes von Fuͤrstl. Thurn und Taxis'scher Seite angegangen werden duͤrfte, widerlegt wird. Die Thurn und Taxis'sche Post⸗Verwaltung vervollkommnet sich immer mehr und ungzgeachtet des betraͤchtlichen Kosten⸗Aufwandes⸗ den der Bau so vieler neuer Eilwagen verursacht hat, ist die Ein⸗ nahme derselben stets im Zunehmen. Wenn die Zahl der nach Frankfurt kommenden Fremden in den naͤchsten Jahren so groß ist, wie in diesem, so wird bei dem Eingehen eines der groͤßeren Gasthoͤfe des Weidenhofes der Mangel an hinlaͤnglichen Gasthoͤfen zu deren Aufnahme bald fuͤhlbar werden. Der In⸗ haber des großen Gasthofes „zum Roͤmischen Kaiser“ auf der Zeil geht daher mit dem Plane um, seinen Gasthof noch zu vergroͤßern.

Die diesjaͤhrige Weinlese im Rheingau duͤrfte noch vor Ab⸗ lauf des Oktobers beginnen, wofern nicht eintretendes Regenwet⸗ ter diesen Zeitpunkt noch beschleunigen moͤchte. In der soge⸗ genannten Pfalz aber, d. h. in Rheinhessen, Rhein⸗Bayern und

Wer nicht liebt Weib, Wein und Sang, der bleibt ein

andern Rebenlaͤndern auf dem linken Rhein⸗Ufer beabsichtigt

Hlmuͤtz waren an den

1101

In einem von der Times mitgetheilten Privat⸗Schrei⸗ ben aus Madrid vom 13. Sept. heißt es: „Man sagt, doch ich hoffe, daß es nicht wahr ist, es sey die Nachricht im Kriegs⸗ Ministerium eingegangen, daß Zumalacarreguy mit betraͤchtlichen Streitkraͤften den Ebro passirt habe. Es wird hinzugefuͤgt, daß dem General Mina das Kommando uͤber die Nord⸗Armee ange⸗ tragen worden sey, und daß Zarco del Valle sich vom Kriegs⸗ Departement zuruͤckziehen und dem General Valdez Platz ma⸗ chen werde. Die an die Koͤnigin⸗Regentin gerichtete Denkschrift der Inhaber von Cortes⸗Bons ist im Ministerium Martinez de la Rosa's eingegangen; man hat mir aber versichert, daß nicht eher eine Antwort darauf erfolgen wird, als bis das Resultat der Finanz⸗Diskussion bekannt ist, die let auf den naͤchsten Dienstag angesetzt ist und wahrscheinlich die ufmerksamkeit der Kammer mehrere Tage lang in Anspruch nehmen wird.“

Das Journal des Dobats enthaͤlt folgende (gestern in der Nachschrift bereits erwaͤhnte) Privat⸗Nachrichten aus Madrid vom 12. Sept.: „Gestern wurde der Bericht der Majoritaͤt der Finanz⸗Kommission durch Herrn Carrasco und der der Minoritaͤt durch den Marquis von Somercular abge⸗ stattet. Der erstere schließt bekanntlich mit der ausschließlichen Anerkennung der Cortes Anleihe und der Annullirung aller uͤbri⸗ gen. Die Kommission ist ferner, und zwar einstimmig der Mei⸗ nung, daß das Ministertum nicht zu einer neuen Anleihe uͤber 200 Millionen Realen zu ermaͤchtigen sey. Die Minorttaͤt er⸗ kennt außerdem alle Anleihen an, welches auch ihr Ursprung seyn mag. Die Discussion wird am 16ten beginnen. Obgleich es schwer seyn wuͤrde, irgend etwas Bestimmtes uͤber den Entschluß der Kammer vorherzusagen, so laͤßt sich doch so viel behaupten, daß die Ideen der Majoritaͤt nicht die Oberhand gewinnen wer⸗ den; aber eben so wenig wird auch die voͤllige Anerkennung statt⸗ finden. Es ist wahrscheinlicher, daß das Ministerium, welches sich zwischen den beiden Extremen befindet, und es vorzie⸗ hen wuͤrde, sich der Meinung der Minoritaͤt anzuschließen, seinen ersten Vorschlag modifiziren und durchbringen wird. Es ist wenigstens gewiß, daß die Majoritaͤt der Proceres, de⸗ ren Mitwirkung unumgzaͤnglich ist, bei dieser Frage durchaus ministeriell seyn wird, und vielleicht hat der Graf von Toreno am naͤchsten Dienstag, wenn sich nichts ereignet, das auf die Stimmen einiger Deputirten der Opposition von Einfluß ist, die Majoritaͤt auf seiner Seite. Morgen diskutirt die Kam⸗ mer der Prokuradoren die Petition in Bezug auf die Aemter und Wuͤrden, welche vom Maͤrz 1820 bis zum 30. Sept. 1823, d. h. waͤhrend der constitutionnellen Regierung verltehen worden sind, und deren Bestaͤtigung diese Petition verlangt. Das Mi⸗ nisterium erkennt, wie man sagt, die Gerechtigkeit des Grund⸗

man schon bald nach Anfang des Oktobers mit dem „Herbsten“ anzufangen, vielleicht sogar noch fruͤher, wenn unguͤnstige Witte⸗ rung eintreten sollte. Man kann im Allgemeinen auf ein reich⸗ liches und ganz vorzuͤgliches Ertraͤgniß des Weinstocks in allen diesen Laͤndern rechnen, so ferne nicht einzelne Lagen durch Ha⸗ elschlag verheert wurden. Nichtsdestoweniger wuͤrde man sich rauschen, wollte man hieraus folgern, daß die Wein⸗Preise einen bedeutenden Abschlag erfahren duͤrften. Vielmehr werden die diesjährigen Weine, nach einigen Verkaͤufen am Stock zu schlie⸗ die bereits stattfanden, sehr hochgehalten, was vermuthen

daß die fruͤheren Jahrgaͤnge, die nunmehr in den Ver⸗ brauch uͤbergegangen sind, sich in ihrem Werthe behaupten werden.

Aus Oppenheim schreibt man: „Wenn wir auch hin⸗ sichtlich der Quantitaͤt keinem sehr ausgezeichneten Herbste ent⸗ gegen sehen, so duͤrfte er es doch um so mehr hinsichtlich der Aualitäͤt seyn. Wir rechnen auf einen Wein, der sich den besten Jahrgaͤngen zur Seite stellen wird, wenn er sie nicht selbst uͤber⸗ 8 7 trisstranefurt a. M., 25. Sept. Das Journal de Franc⸗ ort vom heutigen Tage enthaͤlt eine anziehende Schilderung der festlichen Vorgaͤnge, welche am 11. Sept. zu St. Petersburg bei Enthuͤllung der Alexander⸗Saͤule statrfanden. Die sehr ge— sungene Darstellung ist aus der Feder des Professor Durand,

der gegenwaͤrtig in der Hauptstadt an der Newa weilt.

en, aͤßt,

sbö

Wien, 24. Sept. Die Bruͤnner Zeitung meldet: „Ihre K. K. Majestaͤten langten vorgestern um 1 Uhr Nachmit⸗ tags im erwuͤnschresten Wohiseyn in Olmuͤtz an, wo Allerhoͤchst⸗ dieselben Ihr Absteige⸗Quartier in der Fuͤrst⸗Erzbischoͤflichen NRe⸗ sidenz zu nehmen geruhten. Laͤngs der Straße von Bruͤnn nach

1t Graͤnzen der verschiedenen Herrschafts⸗ Gebiete zierliche Triumphbogen, mit sinnreichen Aufschriften ver⸗ sehen, errichtet worden, an denen Ihre Majestaͤten von den Herrschafts⸗Besitzern, deren Beamten und zahlreich zugestroͤmten Unterthanen mit freudigem „Lebehoch!“ und dem Jubel⸗Gesang der Volks⸗Hymne empfangen wurden. Signal⸗Schuͤsse verkuͤn⸗ deten um halb 1 Uhr den Bewohnern von Olmuͤtz die Naͤhe Ihrer Majfestaͤten. An dem Eintrittspunkte der Vorstadt Neugasse saanden zu beiden Seiten Obelisken aus Laubwerk, von welchen Fah⸗ nen mit den Farben Oesterreichs und Bayerns wehten. An dem Schranken des Theresien⸗Thores waren beiderseits der Straße Laub⸗ waͤnde, ebenfalls mit bunten Fahnen verziert, errichtet. Hier wurden IJ. MM. von dem Magistrate und den Kommun⸗ Ausschußgliedern ehrfurchtsvoll empfangen. Nachdem vierzig vie me 5 Grund Buͤrger paarweise vorgetreten waren, umgab der Magistrat den satzes an, aber der Ausfuͤhrung stellen sich große Schwierigkei⸗ Wagen IJ. MM. und begleitete Allerhoͤchstdieselben durch das ten entgegen. Eine große Menge Liberaler nimmt jetzt die Theresien⸗- und Nieder⸗Thor in die Stadt. Am Eingang nach Stellen ein, welche den Liberalen von 1823 genommen wur⸗ dem Niederringe war eine Ehrenpforte errichtet mit der Auf⸗ den. Diejenigen, welche zehn Jahre im Exiel verlebt haben schrift: „Paternis oculis urbem respice“ Die Haͤuser waren und die, welche alle Arten von Verfolgungen oder Bestrafungen mit Blumen⸗Festons, Teppichen und Draperieen geschmuͤckt, und fuͤr ihre politischen Verbrechen erlitten haben, fordern nicht ohne aus allen Fenstern flatterten Fahnen mit den Farben des Kaiser⸗ Grund, daß man sie lieber haͤtte im Auslande lassen sollen, wo hauses. An dem Ausgang der Messergasse in die Vorburg sie mit mehr oder weniger Leichtigkeit lebten, als sie nach Spa⸗ prangte ein zweiter Triumphbogen mit der Aufschrift: „Jaskitia nien zuruͤckzurufen, um daselbst zu verhungern. Seit den Tua sapientia intercede prospere procede et regna.“ Von letzten Nachrichten aus Navarra, welche den Verlust des Gene⸗ hier ging der festliche Zug unter Vortritt von 24 Paar weiß ral Carondelet meldeten, ist nichts Offizielles uͤber den Kriegs⸗ gekleideter, mit Kraͤnzen geschmuͤckter Maͤdchen nach der Residenz Schauplatz bekannt gemacht worden. Man faͤngt schon an, sich des Fuͤrst⸗Erzbischofs.“ uͤber die geringen Fortschritte Rodils zu beunruhigen, und be⸗ greift die Maͤrsche und Contre⸗Maͤrsche seiner Armee nicht. In⸗ deß hat Don Carlos seinerseits kaum mehr Grund zur Zufrie⸗ denheit mit dem Fortgange seiner Sache. Er soll es oft bedauern, daß er sich in ein Abenteuer eingelassen, das ihmn bis jetzt nur unglaubliche Anstrengungen verursacht hat. Die anderen Provinzen ruͤhren sich nicht und Alles zeigt an, daß er die Dinge nicht so gefunden hat, wie man es ihn hatte hof⸗ fen lassen. Ungeachtet des geringen Erfolgs, welchen die An⸗ kunft des Praͤtendenten gehabt hat, darf indessen die Spanische Regierung doch nicht nachlaͤssig werden. Zahlreiche Banden ha⸗ ben sich in Nieder⸗Catalonien und Nieder⸗Aragonien gezeigt; auch versichert man, daß der gebirgige Theil Cataloniens in gro⸗ ßer Gaͤhrung sey und dasselbe ist an anderen Orten der Fall. Der General Castason, Herzog von Baylen, hat die Praͤsident⸗ schaft der Proceres⸗Kammer niedergelegt. Sein Nachfolger ist der Marquis de las Amarillas. Die Wahl ist vortrefflich, denn außer der persoͤnlichen Achtung, welcher er genießt, ist er durch seine Festigkeit und Faͤhigkeiten sehr geeignet, diesen hohen Po⸗ sten auf eine wuͤrdige Weise zu bekleiden. Mit Vergnuͤgen be⸗ merkt man eine aufrichtige politische Einigkeit unter den Maͤnnern von Einfluß, wie Toreno, las Amarillas und Martinez de la Rosa, deren strenge Rechtschaffenheit und unstreitig redliche Absichten Jedermann anerkennt, deren politische und persoͤnliche Freunde jedoch sie weniger von ihren eigenen Ideen eingenommen und weniger gewissen Vorurtheilen unterworfen sehen moͤchten. Mar⸗ tinez de la Rosa kann, nach der Meinung vieler Personen, nicht als ein vortrefflicher TECI gelten, aber es wuͤrde schwierig seyn, einen Mann von groͤßerer Rechtlichkeit und fast unmoͤglich, einen bessern Redner auf der Tribuͤne zu finden. Die Opposition wird sich in einigen Tagen durch zwei Mitglieder ver⸗ staͤrken, die wuͤrdig sind, sich mit dem Staats⸗ und dem Finanz⸗ Minister zu messen, naͤmlich Arguelles und Galiano. Ersterer wird unverzuͤglich in Madrid erwartet, und Letzterer wird fuͤr Cadix erwaͤhlt werden, wenn er es nicht schon 1197

Die Allgemeine Zeitung theilt in einem Schreiben aus Barcelona vom 5. Sept. die nachstehenden Bemerkungen eines Reisenden uͤber die Provinz Catalonien mit: „Die Mehr⸗ zahl in dieser Provinz ist fuͤr das constitutionnelle System, d. h. die Haͤfen, wie Barcelona und Taragona, dann Reus und meh⸗ rere andere Staͤdte des Innern, Figueira, Lerida, Tortosa, Gi⸗ sich Handel und Gewerbfleiß konzen⸗

Schweiz.

Unser neuerbautes Theater soll mit dem 6ten des Monats Oktober, und falls bis dahin die winterliche Witterung noch nicht eingetreten waͤre, mit dem 16. Okt. eroͤff⸗ net werden, und zwar ist zu dem Ende ein Kontrakt mit dem Direktor Weinmuͤller von Augsburg eingegangen worden.

Basel, 22. Sept.

Spaoönken.

Madrid, 13. Sept. Ein vom Grafen Toreno am lsten d. an die Regentin erstatteter Bericht sagt, daß die Uebel, welche der Handel in der Halbinsel und in Asien durch die der K. Phi⸗ lippinischen Compagnie 1785 und 1803 verliehenen Vorrechte er⸗ litten, schon die Aufmerksamkeit des Koͤnigs Ferdinand Wev⸗ regt haͤtten und eine ausfuͤhrliche Denkschrift nach den eingehol⸗ ten Ansichten aufgeklaͤrter Einzelnen und Koͤrperschaften gezeigt habe, daß dergleichen Bevorrechtungen, als unvertraͤglich mit dem Schutze, den alle Spanier im Handel in Anspruch nehmen koͤnn⸗ ten, aufhoͤren sollten. Dem Vorschlage des Ministers gemaͤß erfolgte demmnach vom Pardo am 6ten d. M. ein K. Dekret in sieben Punkten, wonach die Bevorrechtungen der Philippin. Compagnie auf immer aufgehoben seyn sollen, bloß mit Aus⸗ nahme der Zollherabsetzung fuͤr die Guͤter, welche fuͤr sie schon in der Halbinsel angekommen sind, oder von den jetzt, nach einem in Manila aufzumachenden Inventar, dort vorhandenen Vor⸗ raͤthen binnen zwei Jahren ankommen moͤchten. Die Direction soll zur Liquidation der Angelegenheiten der Gesellschaft durch Mehrheit der Stimmen eine Kommission von sechs Mitgliedern waͤhlen, welcher der Minister einen Kommissar zur Wahrneh⸗ mung des Staats⸗Interesse hinzufuͤgen soll. Die Angestellten der Gesellschaft sollen nach Maßgabe ihrer Faͤhigkeit und ihres Verdienstes Anstellungen beim K. Schatz⸗Amte erhalten.

Der Observador außert sich folgendermaßen uͤber den Plan in Betreff der Spanischen Schulden: „Wenn in dem Vorschlag des Grafen Toreno irgend etwas Gehaͤssiges ist, so liegt es darin, daß danach unsere Freunde und Feinde auf glei⸗ chen Fuß gestellt, daß diejenigen, welche ihre Zinsen mit unrei⸗ nen Haͤnden empfangen haben, und diejenigen, deren Forderun⸗ gen bisher annullirt wurden, auf gleiche Weise behandelt werden sollen. Doch was sagen wir, annullirt? Nein, sie wurden nicht und sind nicht annullirt. In unserm Herzen wurden die Rechte rona ꝛc., lauter Orte, wo (ut derjenigen, die zu unserer politischen Wiedergeburt beizutragen triren, sind fuͤr die Aenderungen, die in der Regierungsform wuͤnschten, niemals annullirt; in den Herzen der Spanier konn⸗ eintraten. Nicht derselbe Geist lebt in Ober⸗Catalonien. Dort ten die Forderungen der Englaͤnder, die um so heiliger sind, ist Bildung und Verkehr weniger verbreitet, der Klerus maͤchti⸗ weil sie England betreffen, nimmer annullirt werden. Man er⸗ ger. Er benutzt dies, um auf das Volk zu wirken. Es gelang innere an die unzaͤhligen Opfer, die, sobald sie den Großbritani⸗ ihm bis jetzt nur sehr unvollkommen. Die Insurgenten⸗Banden, 8. schen Boden erreichten, so herzlich aufgenommen, unterstuͤtzt und sich organisirten, sind wenig zahlreich. Einige unternehmende geschuͤtzt wurden; man erinnere an Sympathie und National⸗ Fuͤhrer, die seit der Ankunft des Don Carlos aus Dankbarkeit, und man wird sehen, ob nicht jeder Spanier, jeder zuruͤckkehrten, wohin sie gefluͤchtet waren, versammeln da und dort Liberaler, nicht nur unter denen, die selbst die Englische Gast⸗ Haufen von Bauern, begehen Exzesse und verbergen sich, 8,9. freundschaft erprobt haben, sondern auch unter denen, die ihre die Milizen erscheinen, in Waͤldern und EE“ er Verwandten, Freunde oder Landsleute eine Zuflucht in jenem Zweck der Insurgenten ist, in Catalonien einen bestaͤndigen Lande finden sahen, den eifrigen Wunsch hegt, jener freien und Heerd des Aufruhrs zu 4 Deswegen haben sie haupt⸗ edelmuͤthigen Nation fuͤr die Liberalitaͤt, die sie uns zur Zeit un⸗ saͤchlich die Graͤnzscheide von Catalonten und Aragonien gewaͤhlt. seres Freiheits⸗ Kampfes bewies, und fuͤr die Gastfreundschaft, Sie wollen eine Vereinigung mit dem Central⸗Heerde der Kar⸗ die sie uns zur Zeit unseres Ungluͤcks erzeigte, Gerechtigkeit wi⸗ listen, in den an Aragonien stoßenden Baskischen Provinzen, derfahren zu lassen. Man zahle, ohne sich im geringsten zu be⸗ herstellen. Kehren wir zuruͤck zu dem Theile von Catalonien, sinnen, allen Englaͤndern und Franzosen, die ihr eigenes Wohl der sich entschieden zur Constitution hinneigt. Bittere e um unsertwillen aufs Spiel setzen, jeglichen Heller zuruͤck. Moͤ- denheit zeigt sich uͤber die Zoͤgerungen des gegenwaͤrtigen Ministe⸗

Catalonier hatten ihm bekanntlich den Hauptstoß gegebetz

voͤllig erloschen. Ich will Ihnen Ein Beispiel anfuͤh⸗ ren. Man wollte die Eroͤffnung der Cortes feiern. Im Augenblicke, als die fuͤr diese Gelegenheit komponirte Hymne angestimmt werden sollte, fand sich der Saal ploͤtzlich ganz ver⸗ lassen. Dies ist weniger Lauigkeit, als Entmuthigung. Der hier befehligende General⸗Capitain Llauder versammelte neulich die Milicia urbana zu einer Heerschau und hielt eine Rede an sie, wie nothwendig die Einigkeit sey. Was hauptsaͤchlich Mur⸗ ren erzeugt, ist das Wiederaufleben der belaͤstigendsten Maßregeln und die Fortdauer des Militair⸗Regime's, denn der General⸗Ca⸗ pitain ist nach wie vor absolater Souverain. Der Ex⸗Minister Burgos wollte zwar was sehr weise war die Civil⸗ von der Militair⸗Gewalt trennen, aber ihre Vereinigung besteht nichts destoweniger fort. Man will sie rechtfertigen, indem man sagt, die politischen Umstaͤnde erheischen sie noch. Der Gene⸗ ral⸗Capitain hat die ausgedehntesten Vollmachten, und befiehlt allein. Gestern z. B. erließ er eine Verfuͤgung, kraft welcher Jeder, der einigen namhaft gemachten Karlisten⸗Chefs ein Asyl gewaͤhrt, ohne weiteres Urtheil erschossen wird. Eine andere Verfuͤgung befahl, daß, wenn Jemand, der zu einer Bande ge⸗ hoͤre, sich irgend eine Gewaltthat zu Schulden kommen lasse, so sollten die Guͤter derjenigen seiner Verwandten, von denen bekannt sey, daß sie seine Meinungen theilen, mit Beschlag belegt und zur Entschaͤdigung der Familie des Opfers verkauft werden! Ich wiederhole, man ist in Barcelona und den an⸗ dern Staͤdten, die ich Ihnen anfuͤhrte, fuͤr das constitutionnelle System, aber mit allen seinen Consequenzen. Es giebt sogar eine Fraction, die noch weiter gehen will die republikanische⸗ Ich halte sie noch fuͤr sehr wenig zahlreich. Es sind dies, wie aͤberall, junge Leute, die viel Laͤrm machen, auf diese Art sich das Ansehen geben, als waͤren sie stark, zahlreich, und die man denn auch dafuͤr haͤlt, waͤhrend sie es, genau betrachtet, durch⸗ aus nicht sind. Die Mehrzahl der Handels⸗ und Gewerbsleute ist fuͤr die gegenwaͤrtige Ordnung, aber sie wollen die indivi⸗ duelle Freiheit geschuͤtzt, die der Presse unter verstaͤndige Re⸗ pressiv⸗Gesetze gestellt; die gleiche Beiziehung Aller zu den Steuern und Abgaben; die Abschaffung der Zehnten, die man noch im⸗ mer dem Klerus entrichtet; eine andere Besoldungsweise der wahren Diener der Religion; die Unterdruͤckung der Menge von Privilegien, so wie der Guͤlten und Frohnden, die man unter einer Masse von Titeln den Kloͤstern und anderen religioͤsen An⸗ stalten leistet; eine bessere Verwaltung der Justiz und die Cen⸗ tralisation der Jurisdiction, damit man nicht genoͤthigt sey, in einer Civil⸗Klage einen Priester vor einem geistlichen Gericht, ei⸗ nen Militair vor einem militairischen u. zu verfolgen; b endlich die wirkliche und vollstaͤndige Trennung der Civil⸗Gewalt von der militairischen, das Aufhoͤren jenes permanenten Belage⸗ rungszustandes, in welchem Spanien fortwaͤhrend sich befindet. Sie wollen nicht weiter, aber dieses wollen die achtungswerthe⸗ sten Klassen dieser achtungswerthen Provinz mit Bewußtseyn

und Nachdruck. Was den General⸗Capitain Llauder betrifft, so Ganzen ein Mann von sehr gemaͤßigten Grundsaͤtzen,

Geistes⸗Gegenwart und Energie, faͤhig, beiden se

ist er im von vieler men Parteien die Stirne zu bieten, und die Exzesse, denen sich hingeben moͤchten, niederzuschlagen.“

SEggbl

Englische Blaͤtter enthalten folgende Privat⸗ Mit⸗ theilungen aus Lissabon vom 14. Sept.: „Dom Pedro ist mit seiner Familie und Hofhaltung aus dem Palast Asuda nach Queluz gezogen; fuͤr die Besserung seines Gesundheits⸗Zustandes spricht es, daß er sich bei seiner Ankunft in Queluz rasch aus dem Wagen schwang, seiner Gemahlin und Tochter aus demsel⸗ ben half und dann sogleich einen Spaziergang von einer Vier⸗ telstunde machte. In der Meinung, daß es mit Dom Pedro bald aus seyn wuͤrde, hatten es in der Pairs⸗Kammer schon einige Oppositions⸗Mitglieder dahin zu bringen gewußt, daß die Abstimmung uͤber die Vermaͤhlung der Koͤnigin um 48 Stun⸗ den ausgesetzt wurde. Da man aber erfuhr, daß der Regent sich in Queluz so ruͤstig gezeigt habe, und da die Aerzte ver⸗ sicherten, daß gar kein Grund vorhanden sey, warum der Kai⸗ ser nicht voͤllig wieder genesen sollte, indem er sich nur mit Bewegung uͤber die Maßen angegriffen habe, so ging der An⸗ trag hinsichtlich der besagten Vermäͤhlung endlich vorge⸗ stern mit 23 gegen 6 Stimmen durch, und es sollte, nach dem Wunsch des Kaisers, nun keine Zeit verloren werden, um die Sache zur Ausfuͤhrung zu bringen. Das Verlangen des Grafen Antonio Sampaio, kraft seiner fruͤheren Ernennung in der Pairs⸗Kammer Platz nehmen zu duͤrfen, ist nach einigen Debatten bewilligt worden, indem man zugab, daß er das, was er etwa gethan, um sich der Regierung Dom Miguel's hu fuͤgen, aus Noth und Zwang habe thun muͤssen. Der Gra Farrobo (Baron Quintella) bestand zwar darauf, daß bloß die letzte Er⸗ nennung des Grafen zum Pair gelten sollte, jedoch ohne Er⸗ folg, und Graf Taipa wollte, es sollten im Protokoll hinter Farrobo's Rede drei Ausrufungszeichen gesetzt werden, um an⸗ zudeuten, daß dieser unter der Schreckens⸗Regierung kein groͤ⸗ ßerer Patriot gewesen sey, als Sampaio. In der Depu⸗ tirten⸗Kammer ist auf Organisirung der National⸗Garde an⸗ getragen worden. Diese Kammer hat die Wahl des ge⸗ fangen shhaen Obersten Pizarro zum Deputirten fuͤr die Provinz Douro mit 54 gegen 45 Stimmen fuͤr unguͤltig er⸗ klaͤrt, ein Votum, welches wieder dafuͤr zu sprechen scheint, daß das Ministerium in der Deputirten⸗Kammer die Majoritaͤt auf seiner Seite habe. Das Franzoͤsische Regiment wurde vorgestern entwaffnet; alle Offiziere desselben sind in Arrest gebracht wor⸗ den. Admiral Napier hat sich gegen die Absicht der Regierung erklaͤrt, die bei der Anstellung von Marine⸗Offizieren einen Un⸗ terschied zwischen den Miguelisten und den der Sache Donna Maria's treu Verbliebenen gemacht wissen wollte.“

Konstantinopel, 4. Sept. (Allg. Ztg.) Es nimmt hier wieder Alles ein friedliches Aussehen an. Man weiß nicht, ob man es der Ankunft des Russischen Botschafters, Herrn von Butenieff, oder den Rathschlaͤgen des Admirals Roussin beimessen soll, daß die Pforte eine bessere Ueberzeugung gewonnen und Befehle zur Entwaffnung der Flotte gegeben hat, oder ob es damit nicht ernst gemeint und spaͤter freiwillig davon zuruͤckge⸗ kommen war. Einstweilen wird jedoch entwaffnet; wir wollen hoffen, daß man es dabei bewenden läͤßt, und die Pforte von keinen kriegerischen Anmahnungen mehr befallen wird, welche den Diplomaten so viel zu schaffen machten. Ist es wahr, daß Mehmed Ali eine neue Expedition nach Syrien beabsichtigt, so waͤre es eine harte Pruͤfung fuͤr den Sultan, ruhig zuzusehen, wie dieser gehaßte Vasall ungestraft seine Plaͤne verfolgen, und ohne Scheu vor der Pforte ihre anhaͤnglichsten Unterthanen, die Syrier, tyrannisiren kann. Die Klugheit gebietet aber dem Sultan,

gen die, welche ihr Hab und Gut fuͤr eine andere Sache hinga⸗ riums. Dabei ist der Enthusiasmus, der beim Sturze von Zea o lange auf ihren Lohn warten, bis Don Carlos triumphirt.“ Bermudez ausgebrochen war die Vorstellungen der

außer dem Spiele zu bleiben, und abzuwarten, wer die Partie