Stellvertreter in letzter Instanz von einer Entschei⸗ des Kriegs⸗Ministers abhaͤngig gemacht wuͤrde; wonach die Verabschiedung der im aktiven Dienste befind⸗ hen Soldaten nach Abfluß ihrer verfassungsmaͤßigen Dienst⸗ chrigkeit bis zur Einstellung der Rekruten in den Dienst aus⸗ gesent bleiben sollte; wonach endlich die Regierung zur Erlassung von Verordnungen zur Ergaͤnzung des Rekrutirungs⸗Gesetzes er⸗ mochtigt werden sollte. Der Vorstand des Ministeriums des Innern, Geheime Rath Hassenpflug, gab mit vieler Zuvorkom⸗ venheit zu verstehen, daß die Regierung auf den erwaͤhnten drei Aogtraͤgen nicht bestehen wolle; es schien ihm hauptsaͤchlich um * Zuruͤcksetzung der Altersklasse fuͤr die Militair⸗Pflichtiakeit chun. Die Regierung hatte uͤbrigens das Recht, die Vor⸗ nahme einer Revision des Rekrutirungs⸗Gesetzes noch auf diesem Landtage zu verlangen, da im §. 150 des Rekrutirungs Gesetzes 10. Juli 1832 ausdruͤcklich verordnet war: „Gegenwaͤrti⸗ Gesetz soll mit Ruͤcksicht auf die bei der Ausfuͤh⸗ zu machenden Erfahrungen und in besonderer Hinsicht f die Dauer der Dienstzeit im Frieden zur Revision dem naͤchsten Landtag vorgelegt werden.“ — In der naͤm⸗ een gestrigen Sitzung der Staͤnde, worin die Vertagung des drags verkuͤndigt wurde, wurde der Staͤnde⸗Versammlung ch atutlich eroͤffnet, daß die Staats⸗Regierung ihre Zustimmung der von jener vorgeschlagenen Ausgleichung wegen Feststel⸗ ng des Ausgabe⸗Etats fuͤr das Kriegswesen ertheilt habe, wo⸗ nach die Summe von 719,000 Rthlr. dem Kriegs⸗Minister fuͤr die ertte Haͤlfte der laufenden Finanz Periode zur Verfuͤgung ge⸗ keut seyn soll, fuͤr die zweite Haͤlfte derselben aber nur die Summen von 708,000 Rthlr., es sey denn, daß durch weitere staͤndische Werwilligung ein anderes verfuͤgt werde. Jedoch wurde erklaͤrt, daß die Staats⸗Regierung diesen staͤndischen Antrag nur unter der Peingung annehme, daß sie dadurch nicht gehindert werde, ihren Berpflichtungen gegen den Deutschen Bund. treu nachzukommen. — Der Praͤsident, Buͤrgermeister Schomberg, machte in die⸗ ser letzten Sitzung des Landtags den Antrag, staͤndischer Seits dem Kurprinzen Regenten die Theilnahme an dem Unfalle, der Se. H. durch den Sturz seines Pferdes bei einem Truppen⸗Ma⸗ noͤver betroffen, zu bezeugen und die Freude an den Tag zu le⸗ gen, daß die Vorsehung den Prinzen so sichtbar in Schutz ge⸗ nonnnen und groͤßeres Ungluͤck von ihm abgewendet habe. Da indessen die Vertagung des Landtags eintrete und viele Staͤnde⸗ DMetalieder unverzuͤglich ihre Ruͤckreise antraͤten, so zeigte der Prasident an, daß er im Namen der Staͤnde⸗Versammlung das fragliche Schreiben an Se. H. abfassen und erlassen werde, da Berathung uͤber dessen Abfassung keine Zeit uͤbrig bleibe. Wwie man vernimmt, ist der Pränz wegen der Beschaͤdigung, die er erlitten, genoͤthigt, kurze Zeit das Bett zu huͤten.
Sigmaringen, 5. Okt. Unser Erbprinz wird mit Ihrer Hoheit der Prinzessin Josephine Friederike Luise, Markgraͤfin von Baden, zweiten Tochter Ihrer Koͤnigl. Hoheit der verwitt⸗ weren Frau Großherzogin Stephanie von Baden und des ver⸗ korbenen Großherzogs Karl Ludwig Friedrich von Baden, sich vermaͤhlen. Die Vermaͤhlungs⸗Feier ist auf den 21sten d. M. fösgesetzt, und wird an diesem Tage in der Großherzogl. Resi⸗ denz zu Karlsruhe begangen werden.
Weimar, 11. Okt. Der hiesige Stadtrath hat der Wittwe den beiden Soͤhnen des Mannes, der bei dem letzten Bran⸗ waährend er thaͤtige Huͤlfe geleistet, das Leben verloren hat, saͤhrliche Pension ausgesetzt.
Gestern fruͤh sind in Hochheim bei Gotha 12 Wohnhaͤuser nebst Seitengebaͤuden und Scheuern abgebrannt.
Dresden, 11. Okt. (Leipz. Ztg.) Der 30. Oktober naht, und mit ihm — dem bekannten Koͤnigl. Dekrete zufolge
der Schluß der ersten constitutionnellen Staͤnde⸗Versamm⸗ zung unsers Vaterlandes. Hat sich auch in den letztvergangenen Wochen die Thaͤtigkeit der Kammern gleichsam verdoppelt, was die Ergebnisse der fast taͤglich gehaltenen laͤngern Sitzungen dar⸗ thon, so ist es doch vorauszusehen, daß bis zur festgesetzten Zeit des Landtagsschlusses die noch vorltegenden Gegenstaͤnde nicht saͤmmt⸗ ch zur Erledigung gelangen koͤnnen. Mit Beruͤcksichtigung der lan⸗ gen Dauer des gegenwaͤrtigen Landtags und eingedenk der unab⸗ varen Nothwendigkeit des Zeitgewinnens fuͤr die bevorstehen⸗
den neuen Organisationen und fuͤr die Vorarbeiten zum naͤch⸗ sten Landtage wird nichtsdestoweniger die Regierung sich an den einmal festgesetzten Termin halten. Dies scheint aus einem Er⸗ laffe des hohen Gesammt⸗Ministeriums aufs neue hervorzuge⸗ hen, welcher unter dem gestrigen Datum an den Praͤsidenten der zweiten Kammer gerichtet worben, worin dieser ersucht mird, die neuerlich vorgelegten Gesetz⸗Entwuͤrfe uͤber Repraͤ⸗ ümnation der Land⸗Gemeinden, die Aufhebung der Bann— te und die gewerblichen Verhaͤltnisse nur insoweit zur Be⸗ zu breingen, als dies ohne Zuruͤcksetzung der uͤbrigen aͤnde geschehen kann, bei welchen die Berathung ent⸗ we schon weit vorgeschritten ist, oder welche sonst als vorugsweise dringend anzusehen sind. Die Berathung uͤber den letztgenannten Gegenstand, die gewerblichen Verhaͤltnisse, hatte bereits begonnen und bot die Aussicht auf sehr weitlaͤufige Dis⸗ kössionen dar, da nach einer zweitaͤgigen lebhaften Debatte der iste §. durch ein mit starker Majoritaͤt angenommenes Amende⸗ mwent alterirt wurde, welches den dem Gesetz⸗Entwurfe zu Grunde legten Prinzipien entgegenstand, indem es das Zunft⸗Verbie⸗ tungsrecht ausgehoben wissen und die Zuͤnste fortan nur als Pri⸗ vat⸗Vereine fortbestehen lassen wollte. Fast alle staͤdtische Ab⸗ geordneten erhoben sich, um von dem ihnen nach §. 129 der Ver⸗ essungs⸗Urkunde zustehenden Rechte der Separat⸗Stimme Ge⸗ brauch zu machen. . Das vorgestrige Feuer in Auerbach brach Nachmittaas nach Uhr aus und hat in kurzer Zeit (bis Abends 9 Uhr) mehr als drei Viertheile des Staͤdtchens in Asche gelegt. So viel man bis jetzt zu beurtheilen vermag, sind gegen 200 Haͤuser, nd zwar die groͤßten und schoͤnsten, darunter Kirche, geistliche und Schul⸗Gebaͤude, Rathhaus, Post⸗Gebaͤude und die Woh⸗ nungen saͤmmtlicher Koͤnigl. Beamten, niedergebrannt.
Muͤnchen, 7. Okt. (Nuͤrnb. Korr.) Das Programm unsers Oktober⸗Festes bleibt nun einmal Jahr aus Jahr ein un⸗ veraͤndert dasselbe: Vieh⸗Ausstellung, Preis⸗Vertheisung, Pferde⸗ vannen, Vogel⸗ und Scheibenschießen ꝛc.; — stets dieselbe Buͤhne, deeselbe Scenerie, dieselben Mimen und Statisten. Das Ganze e eine festliche Ceremonie, bei welcher es Gewissenssache waͤre, aich nur einen Finger breit abzuweichen. Nur der Himmel und das Bier sind nicht so stereotyp, wie das magistratliche Pro⸗ gramm, und wir muͤssen daher dem Geschicke dankbar seyn, wenn der erstere uns heiter und gnaͤdig zulaͤchelt, und das letztere we⸗ umgstens nicht sauer und ungenießbar ist. Hinsichtlich des Wet⸗ ders hat das diesjaͤhrige Oktober⸗Fest unter den gluͤcklichsten Au⸗ Feien begonnen, der Himmel ist so rein und blau, die Sonne o meild und erquicklich waͤrmend, daß unsere Erwartungen von
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ches laͤßt sich nicht vom Biere sagen; der heiße Sommer hat beinahe alle Quellen des edlen Gerstensaftes versiegen lassen, und die, welche noch fließen, haben ihre beste Kraft in der gluͤ— henden Sonne verdampft. Indeß in dem Staub und Gedraͤnge auf der Theresienwiese vergißt man es gern, Gourmand zu seyn, und selbst unsere Trinker von Fach begeben sich fuͤr solche au— ßerordentliche Faͤlle freiwillig ihrer Kennerschaft. — Was unser Oktober⸗Fest zu einem der interessantesten Volksfeste in Deusch⸗ land macht, ist das eigenthuͤmliche bawvegte Treiben, das bunte, frohe Gewirr, welches schon in den letzten Tagen vor dem Be⸗ ginn der Feier die Therestenwiese so wie die Straßen unserer Stadt belebt. In seinem festlichen Putze draͤngt und schiebt sich das Landvolk aus nahen und fernen Gauen Bayerns vor den Eingaͤngen der Koͤnigl. Restdenz, der Glyptothek, der Sat⸗ tel⸗Kammer, der Koͤnigl. Wagen⸗Remise, des zoologischen Mu⸗ seums ꝛc., die heute der Schaulust voͤllig preisgegeben sind. Viele betreten bei der Gelegenheit zum erstenmale die Stadt, wo ihr Koͤnig wohnt, und von der sie so viel Fabelhaftes und Wunderbares vernommen. Von Bergen und Almen sind Sen⸗ nerinnen und die frischen Bueben niedergestiegen, und sie haben ihre schoͤnste Kuh mit Blumen und Baͤndern und der helltoͤnen⸗ den Glocke geschmuͤckt; sie soll ihnen zum Feste folgen, wo sie sicherlich einen Preis erlangen wird. Keck, ohne die geringste Befangenheit durchziehen sie unsere Straßen, und sind nicht wenig stolz darauf, daß die vornehmen Grohstaͤdter ihre Schritte hemmen, um dem rothwangigen Alpenmaͤdchen, dem schlanken Burschen in seinem malerischen Kostuͤme, und der spieg elglatt gesaͤuberten Kuh mit dem melodischen Gelaͤute nachzuschauen. An solchen lieblichen Staffagen ist unser Okteber⸗Fest reich, und sie bilden auch den eigentlichen Reiz desselben.
Muͤnchen, 7. Okt. (Schw. Merk.) Die vor kurzer Zeit gemeldeten Nachrichten in Betreff der Unterhandlungen we⸗ gen Vermaͤhlung der Koͤnigin Donna Maria mit dem Herzog August von Leuchtenberg bestätigen sich. Der Herzog ist vor ei⸗ nigen Tagen von hier in sein Fuͤrstenthum Eichstaͤdt abgereist. Die Herzogin Mutter, welche sich gegenwaͤrtig bei Ihrer Maj.
findet, erhielt gestern einen Courier aus Paris. — Bereits spricht man in diesen Tagen des Oktoberfestes von den außerordentlichen Vorkehrungen, welche eingeleitet werden sollen, um das Oktober⸗ fest im naͤchsten Jahre praͤchtiger zu begehen, als es je waͤh⸗ rend seines 24jaͤhrigen Bestehens geschah. Zwei gluͤckliche Ereig⸗ nisse in unserem Koͤnigl. Hause werven das kuͤnftige Natio⸗ nalfest noch besonders auszeichnen, welches im Jahre 1810 zu Ehren der Vermaͤhlung des damaligen Kronprinzen, nunmeh⸗ rigen Koͤnigs, begruͤndet wurde. Es wird nämlich am 12. Okt. 1835 die silberne Hochzeit des Koͤnigl. Paares in den bis dahin auch im Innern vollendeten Raͤumen des herrlichen Koͤnigsbaues keierlichst begangen werden. Zu gleicher Zeit wird auch auf der Theresien⸗Wiese die Theresien⸗Burg fertig dastehen, zu der be— reits der gehoͤrige Platz ausgesteckt ist. Um dieses Fest noch ausgezeichneter zu gestalten, soll auch, wie verlautet, am 12. Ok⸗ tober des naͤchsten Jahres die Vermaͤhlung Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen mit der Prinzessin Therese, Tochter des Erz⸗ herzogs Karl von Hesterreich, vor sich gehen. Der Kronprinz be⸗ findet sich fortwaͤhrend bei der Kaiserl. Familie und wird vor dem Ende dieses Monats nicht hieher zuruͤckkehren. Die Ver⸗ lobung soll an dem nahen Naͤmenstage des Kronprinzen erfolgen.
Aus Rhein⸗Bayern berichtet die Speyerer Zeitung: „Die Weinlese wird in diesem Augenblicke fast an allen Punk⸗ ten unseres Kreises beendigt seyn. Der Wein wird allem An⸗ scheine nach dem von 1811 nicht nachstehen. Auch die Tabacks⸗ Aerndte war sehr ergiebig, nicht so die des Getreides und der Kartoffeln. Letztere Produkte sind in verschiedenen Gegenden weit unter dem Betrag der Mitteljahre zuruͤckgeblieben. Die Dampfschiffahrt auf dem Oberrheine ward fruͤher, als man dachte, durch den niedern Wasserstand unterbrochen, naͤmlich schon vor 14 Tagen, so daß dermalen die Dampfschiffe nur bis Manheim gehen. Dem Vernehmen nach soll die Sache auf dem Oberrhein den Unternehmern noch keinen Gewinn abwerfen, indessen ist es nicht zu bezweifeln, daß sich dieselbe auch in dieser Beziehung immer vortheilhafter gestalten werde. Bemerkenswerth ist, welche große Zahl Englaͤnder seit der Einfuͤhrung der Dampfschifffahrt auf dem Rheine, diese Gegenden besuchen. Auch die Englische Sprache beginnt in den Rheingegenden eine groͤßere Ausdehnung ais je zu erlangen.“
Muͤnchen, 8. Okt. Nachrichten aus Bamberg zufolge, ist der Entschluß Sr. K. H. des Herzogs Wilhelm daselbst bekannt geworden, seinen Hof zu verkieinern, seine Appanage bis zu 18,000 Fl. und den groͤßten Theil seiner Dienerschaft Sr. Hoh. dem Herzog Max zu uͤberlassen. 1 Seit dem 30. Sept. war die Stadt Bamberg durch die Metzgerzunft in Spannung versetzt, welche ihre Abnehmer auf⸗ forderte, sich auf mehrere Tage mit Fleisch zu versehen, weil sie wegen des vom Magistrat erhoͤhten Fleisch⸗Aufschlages nicht schlachten wuͤrden, was sie auch wirklich in Ausfuͤhrung brach⸗ ten. Die saͤmmtlichen Metzger der Stadt und Umgegend lie⸗ ßen es auf Execution ankommen; es wurden jedem zwei Jaͤger ins Haus gelegt und eine ansehnliche Strafe diktirt; zusleich ließ nun der Magistrat selbst schlachten und Fleisch aushauen. Die Metzgerzunft beharrte noch am 2. Oktober auf ihrer Widersetzlichkeit. Zur Widerlegung des Geruͤchts, als wuͤrden durch die zur Deckang der laufenden Ausgqaben al⸗ lerhoͤchst genehmigte Erhoͤhung des bisheregen Fleisch⸗Aufschlags die Fleisch⸗Preise auf eine unverhaͤltneißmäßige Hoͤhe getrieben, machte der Magistrat bekannt, daß diese Erhoͤhung fuͤr einen Mast⸗Ochsen nur 1 Fl. 40 Kr. betrage, also das Pfund Rind⸗ fleisch nur um 1 Pf. vertheuert werde, und der Preis desselben sich auf 8 Kr. berechne u. s. w. Nun erst bequemte sich die Metzger⸗Zunft zur Nachgiebigkeit, nachdem ihr die große Execu⸗ tions-Strafe, die sich pr. Mann auf 64 Fl. und im Ganzen auf 4000 Fl. belaufen haben wuͤrde, aus Gnade erlassen worden war. Bis zur gaͤnzlichen Entscheidung schlachten nun die Metz⸗ ger einen Monat lang nach der gegenwaͤrtigen Aufschlags⸗Erhoͤ⸗ hung fort. 1
Freiburg (im Breisgau), 6 Okt. Die hiesige Zei⸗ tung enthaͤlt Folgendes: „Man vernimmt aus zuverlaͤssiger Auelle, daß gegen einige Lehrer unserer Universitaͤt von kirchli⸗ cher Seite her neuerdings Angriffe geschehen sind. Nicht nur die ordentlichen Professoren der Moral⸗Theologie und des Kir⸗ chenrechtes, sondern auch der außerordentliche Professor der bi— blischen Exegese sind in den Anklagestand versetzt. Es handelt sich jedoch keineswegs, wie es scheinen moͤchte, um die Personen dieser Lehrer, sondern vielmehr um die Prinzipien⸗Frage: Soll die theologische Fakultaͤt zu Freiburg, welche bisher ihrer Stif⸗ tung nach von den kirchlichen Stellen unabhaͤngig war und mit der uͤbrigen Universitaͤt ein ungetrenntes Ganzes ausmachte, nun⸗
der herbstlichen Oktoberzeit fast uͤbertroffen wurden. Ein Glei⸗
mehr nicht nur von der Universitaͤt getrennt und zugleich der
der verwittweten Koͤnigin Karoline in dem nahen Tegernsee be⸗
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Theil davon abtragen. Die Billigkeit erlaube nicht, die Frem⸗ den voͤllig zu befriedigen und die Einheimischen ganz zu uͤberge⸗ hen, und die Anerkennung einer Schuld muͤsse die aller uͤbri⸗ gen nach sich ziehen. Er trete daher auf die Seite der Mino— ritaͤt, deren Entwurf der einzig annehmbare sey, indem derselbe die Theilung der Schuld in eine aktive und passive vorschlage. Herr Santafé sagte, die Kommission habe den von der Kam⸗ mer erhaltenen Auftrag nicht erfuͤllt. Der Artikel sey ihr zu⸗ ruͤckgesandt, um ihn zu modifiziren, nicht aber durch einen ande⸗ ren zu ersetzen. Mehrere Redner haͤtten behauptet, daß gezahlt werden muͤsse, weil eine Schuld vorhanden sey. Es handle sich jedoch hier nur darum, ob es moͤglich sey, das Ganze oder nur einen Theil zu zahlen. Das Wort Bankerott koͤnne man nicht auf einen Schuldner anwenden, der seinen Glaͤubigern einen Vergleich nach Verhaͤltniß seiner Mit⸗ tel anbiete. Der Bankerott sey im Gegentheil unvermeidlich, wenn die Kammer den Entwurf der Kommission annehme. Hier⸗ auf nahm der Graf von Toreno das Wort und sagte: „Je weiter die Diskussion fortschreitet, um so mehr zeigt sich die Nuͤtzlichkeit des Vorschlags der Regierung. Anfanas war man allgemein bemuͤht, ihn zu bekaͤmpfen; kaum zwei oder drei De⸗ putirte nahmen das Wort zu seiner Vertheidtaung; jetzt ruͤhmt dagegen ein jeder die Weisheit des Entwurfs der Regierung. Aber diese Apologie kommt in einem Augenblick, wo die Frage so komplicirt ist, daß die Regierung unmoͤglich ihren Entwurf wieder aufnehmen kann. Die Regierung billigt den Vor⸗ schlag der Majoritaͤt der Kommission, weil sie vermit⸗ telst der Konvertirung acht bis zehn Monate gewinnt, in welcher Zeit sie keine Zinsen zu zahlen braucht. Die Regierung wuͤnscht sehr die Konvertirung, weil sie die Zah⸗ lung der auswaͤrtigen Schuld so weit als moͤglich hinausgescho⸗ ben sehen moͤchte, und da die innere Schuld auf gleichen Fuß mit jener gestellt ist, so kann sich Niemand beklagen. Die innere Schuld wird eines Vortheils genießen, den die auswaͤrtige nicht hat, denn es ist schon davon die Rede gewesen, die National⸗ Guͤter zur Bezahlung derselben zu verwenden. Die Spanier muͤssen zu den Staatslasten beitragen; dies ist nicht mit den Fremden der Fall. Man hat von Amerika gesprochen, aber das gehoͤrt hier nicht her. Glaubt man etwa, daß der fuͤr Amerika vorgeschlagene Vertrag eine vortheilhafte Wirkung hervorbringen wird? Die Kammer vergesse nicht, daß die Cortes⸗Scheine, so⸗ bald der erste Entwurf der Majoritaͤt der Kommission an der Boͤrse von London bekannt wurde, bedeutend fielen, weil dieser Entwurf das Prinzip der Moralitaͤt verletzte. Aus diesen an⸗ gegebenen Ruͤcksichten gebe ich meinen Entwurf auf und nehme den der Majoritaͤt der Kommission an, weil die Regierung, wenn dieser Entwurf einmal zum Staats⸗Gesetz ge⸗ worden ist, viel leichter eine Anlethe wird kontrahiren koͤnnen, als wenn die entgegengesetzte Meinung triumphirt haͤtte.“ — Nach dieser Rede kuͤndigte der Praͤsident die Beendigung der Diskussion an. Die Kammer stimmte darauf uͤber den 1sten Arti⸗ kel des Entwurfs der Majoritaͤt ab, der mit 57 gegen 41 Stim⸗ men verworfen wurde. Sieben Deputirte stimmten nicht mit. Der von der Minoritaͤt vorgeschlagene Artikel wurde dagegen (wie bereits aus der Nachschrift zum vorgestrigen Blatte der
— 5 , 9— 2 —. Staats⸗Zeitung bekannt ist) angenommen und die Sitzung ge⸗ schlossen. 8
Madrid, 30. Sept. Gestern ist hier eine Karlistische Verschwoͤrung entdeckt worden, und es haben in Folge dessen mehrere Verhaftungen stattgefunden. nes gewissen Pavon, dem Don Carlos das Amt eines Capitains von Neu⸗LCastilien uͤbertragen hatte. Man hat in seiner Woh⸗
Die wichtigste ist die ei⸗ 2 1 8 8 JJö Syrischen Handel beziehen. Der Moniteur Egyptien hat
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— Die Allgemeine Zeitung schreibt aus Nauplia: „Wir fangen endlich an, uns wieder zu erkennen in der neuen Lage, welche durch den Wechsel in der Regentschaft gegruͤndet wurde. Daß es hohe Zeit war, einzulenken, sieht hier Jedermann. Die Verschwoͤrung gegen die Maäjoritaͤt und ihr System, augenblick⸗ lich gehemmt durch die Maßregeln gegen die Waffen⸗Haͤuptlinge, hatte sich nur in desto tieferes Dunkel gezogen, und umfaßte den ganzen Peloponnes, Nauplia nicht ausgeschlossen, ohne daß die Majoritaͤt, die ganz versunken war in die Wirren des Kolokotroni⸗ schen Prozesses, davon weitere Kunde nahm oder gewann. Beim Aus⸗ bruch der Bewegung rechnete man auf allgemeinen Beifall und großen Zulauf von Seiten Aller, welche das weitverbreitete Mißvergnuͤ⸗ gen theilten. Der Genius von Hellas trat dazwischen; wenige Tage vor dem zum Ausbruche bestimmten Termin kam jener Wechsel, und als die Hitzigen und ein Theil der Fuͤhrer dessen⸗ ungeachtet losbrachen, fanden sie nicht mehr die Stimmung, die Gesinnung, die Bereitwilligkeit, auf welche sie fruͤher rechnen durften. „Wir wollen warten, hieß es, was weiter geschieht, jetzt kommt eine neue Periode der Regentschaft, der Mann, auf den wir immer vertrauten, hat nun die Macht in den Haͤnden. Es ziemt, daß wir erst erfahren, wie er sie braucht, und folgt auf die Veraͤnderung der Personen die Veraͤnderung des Systems, warum sollen wir die Waffen ergreifen, um zu erkaͤmpfen, was sich uns von selbst darbietet?“ So blieb die Partei, welcher es auf ihre besondern egoistischen Absichten und Plaͤne ankam, isolirt und auf ihre Mittel beschraͤnkt, die neue Regierung aber ent⸗ huͤllte durch Einberufung der bis dahin zerstaͤubten, verfolgten, der Noth Preis gegebenen National⸗Miliz, und durch andere damit in Verbindung stehende Maßregeln gleicher Natur, in welchem Geiste sie verfahren wolle. Darum ward der unter drohenden Auspizien begonnene Aufruhr in wenigen Wochen nie⸗ dergeworfen. ellas erkannte sich, sah an der Spitze der Ge⸗ schaͤfte seine Maͤnner, in ihren Vorkehrungen sein Streben und die Achtung seiner Wuͤnsche, und sank in tiefere Ruhe zuruͤck, als seit langer Zeit. Die Hoffnungen der Gutgesinnten zu staͤr⸗ ken, ward bald darauf eine Untersuchungs⸗Kommission eingesetzt, mit dem Auftrage, die Gruͤnde und Ursachen des Mißvergnuͤ⸗ gens und der Verwirrung zu erforschen, und die zur Hebung desselben zweckdienlichen Maßregeln vorzuschlagen. Wenn man an der Spitze der Geschaͤfte fortdauernd Koletti, den Chef der nationalen Meinung und Gesinnung erblickt, so erregt es Zufrie⸗ denheit, daß derselbe an die Spitze jener wichtigen Kommission seinen alten Gegner Zaimi berief, zum Zeichen, daß Beide auf⸗ richtig fuͤr den Koͤnig und die neue Ordnung vereinigt sind, und daß er ihm den durch Gesinnung und Sachkenntniß ausgezeich⸗ neten Rumelioten⸗General Baltinos nebst andern Ehrenmaͤnnern zu Gehuͤlfen gab. Von dieser Kommission duͤrfen Sie zunaͤchst eine wahre Darstellung der Lage, der Beschwerden, der Wuͤnsche und Beduͤrfnisse von Griechenland erwarten, und diese werden dann nicht mehr bloße Wuͤnsche bleiben.“
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Franzoͤsische Blaͤtter enthalten nachstehenden Brief aus Kahira vom 1. Sept.: „Kuͤrzlich ist hier eine neue Zeitung in Arabischer, Tuͤrkischer und Franzoͤsischer Sprache erschienen und wird vorzuͤglich fuͤr den Handel von Wichtigkeit seyn. Außer hiesigen und auswaͤrtigen Neuigkeiten, enthaͤlt sie den Preis⸗ Courant aller Ein⸗- und Ausfuhr⸗Artikel, so wie die Verordnun⸗ gen, welche sich auf die Schifffahrt auf dem Mittellaͤndischen und Rothen Meere, so wie auf den Aegyptischen, Arabischen und
aufgehoͤrt zu erscheinen. Der Pascha hatte die Gegenstaͤnde,
nung das desfallsige Patent des Infanten, so wie mehrere Ak⸗
pprocent. Schuld verwandelt wird.
pitals zur Amortistrung ausgesetzt. Arr. 6. Der Theil der fremden Schuld, der creirt worden ist, um den Franzoͤsischen chatz und die Englischen Forderungen, kraft der Vertraͤge vom 8. Okt. und 30. Dez. 1828 zu befriedigen, soll keine Veraͤnde⸗
gen mit eingeschlossen. 1 Kommission oder die Kommissionen ernennen, welche sich, dem Lten Artikel gemaͤß, mit der Liquidirung der Schuld beschaͤftigen ollen; auch wird er die nothwendigen Maßregeln anordnen, um die durch den 3ten Artikel festgesetzte Umschreibung in London, Paris, Amsterdam und Antwerpen zu bewirken; und endlich vbird er die zweckmaͤßigsten und uͤbereinstimmenden Verfall⸗Zeiten uͤr die Zahlung der halbjaͤhrlichen Zinsen festsetzen, indem er da⸗ it beginnt, die der Cortes⸗Bons am 1. Jan. 1835 zu zahlen.“ — Hierauf verlas der Marquis von Monte⸗Virgen die Mei⸗ ung der aus ihm und dem Herrn Florez Estrada bestehenden Minoritaͤt, welche also lautete: „Da die Unterzeichneten berzeugt sind, daß es die Absicht der Kammer war, daß die Kommission den ihr zuruͤckgesandten gten Artikel modifiziren, und icht an dessen Stelle die besondere Meinung der fruͤheren Mi⸗ oritaͤt der Kommission setzen sollte, so haben sie die Ehre, die olgende Veraͤnderung vorzuschlagen: „Art. 6. Die ganze aus⸗ baͤrtige Schuld wird fortan in aktive und passive Schuld ge⸗ heilt werden; die aktive Schuld wird aus ¾⅔ und die passive aus des Kapital⸗Betrages bestehen. — In aslem Uebrigen bis zum lten Artikel stimmen sie mit der Kommission uͤberein.“ — Die Rammer verordnete den Druck und die Vertheilung der beiden Berichte, und beschloß, am folgenden Tage sogleich die Diskussion gruͤber zu eroͤffnen. v Sitzung vom 30. September. Die Diskussion uͤber as Finanz⸗Gesetz wurde fortgesetzt. Der Marquis von So⸗ eruelas (Mitglied der Kommission) suchte die Vortheile dar⸗ uthun, welche fuͤr Spanien aus der Annahtne des Entwurfs er Kommission in seiner gegenwaͤrtigen Gestalt erwachsen wuͤr⸗ en, und die Nothwendigkeit, den oͤffentlichen Kredit zu verbes⸗ ern. Der Marquis von Monte⸗Virgen machte dagegen auf je schwierige Lage aufmerksam, worin sich die Nation befinden -uͤrde, wenn sie alle Anleihen bezahlen solle. Nehme die Kam⸗ er den gegenwaͤrtigen Entwurf der Kommission an, so habe die Fegierung am 17. Januar 1835 eine Summe von 400 Mill. sealen nur als Zinsen zu bezahlen und er frage, ob dies moͤg⸗ ch sey. Er stimme gegen den Entwurf der Kommission. Hr. Garcia de Carasco stimmte fuͤr den Gesetz⸗Entwurf der Ma⸗ dritaͤt, indem er bemerkte, daß er fruͤher allerdings ande— er Meinung gewesen sey, da jedoch die Kammer den ersten Ar⸗ kel des Gesetz⸗Entwurfs verworfen und die ganze Schuld an⸗
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landesherrlichen Jurisdiction entzogen, sondern ganz und %¶ die Ruhe der Provinzen nichts mehr zu besorgen ist, und der bischoͤflichen Gewalt unterworfen werden?“ das Paͤpstliche Militair eine ziemliche Macht darbietet, so Darmstadt, 11. Okt. Die erste Kammer der Staͤnde ist zu hoffen, daß doch endlich einmal elne Maßregel I “ b antrete, die unseren Finanzen sehr zu gute kaͤme. Doch schloß in der Sitzung vom 8. d. in Betreff der Vorstellung „. 82 soriere die Finanz-⸗Verhaͤltnisse so weit geregelt, daß Dr. W. Schulz wegen seiner Verhaftung und der gegen WWW“ 3 diesjohri 6 icit werd vss ihe ged kt angeordneten Untersuchung einstimmig, dem Gesuche keine , man hofft, das diesjaͤhrige Deficit werde ohne Anleihe gedeckt Seehdneren nter uchung einttemmeg, dem Gesuche keine Fac werden. Anerbietungen hierzu sollen hauptsaͤchlich von Franzoͤsi⸗ zu geben und dem von der zweiten Kammer in dieser Beziehu we 88 dem Tesoriere ab icht gebilliat beschlossenen Amendement nicht beizutreten un schen Haͤusern gemacht, von dem Tesoriere aber nicht gebillig . worden seyn. Er treibt die Gelder der Regierung mit großer — — Franrfurt a M., 11. Okt. Die Umseaͤtze in allen „ Strenge ein und fuͤllt so die Kassen. Daneben sind noch andere gangbaren Staats⸗Effekten waren im Laufe der heute schließende Mittel von ihm in Vorschlag gebracht und ausgefuͤhrt worden, Woche sehr ansehnlich, die Schwankungen der Course aber 1” um das Fehlende zu ersetzen. Werden jene Mittel auch von vielen nicht unbedeutend. Am 6. Ottober war schon viel Gesuch mg Seiten hart genannt, so kann sich jener Praͤlat doch, wenn er das Spanischen Papieren; die Pariser Notirung kam guͤnstig; die 5 un Werk ausfuͤhrt, ruͤhmen, daß er den Staat von einem Banke⸗ Sfohg.; Nectts fand Kaufer; in Metauiques, Actien und Integrale rotte gerettet, wohin es nach dem fruͤheren Verfahren haͤtte kom⸗ viel gethan, sowohl pr. Kassa als auf Lieferung. Nach mitta muͤssen. Durch eine Verordnung hat er den Werth des erfuhr man, daß die Spanischen Fonds zu Paris ploͤtzlich 1an men ldes besti t, wie dasselbe von den oͤffentlichen Kas⸗ 8 vCt. gestiegen seyen. Nun wollte Niemand abgeben, und l fremden Goldes bestimmt, wie 1““ Course hoben sich um 7 bis 10 Ct. — Dienstags wurden namba sen angenommen werden solle. Die Nachrichten, welche uns Posten Spanischer Nente fuͤr fremde Rechnung realisirt; dennea!’waus Neapel zukommen, beweisen nun auch den Unglaͤubigsten, hielten sich die Course ziemlich fest. Erst an der Mittwochs Ben! was es mit der so viel besprochenen Constitution fuͤr ein Be⸗ erwachten unsere Spekulanten aus dem Taumel, als ein CEiltae wandniß hat. Ein Schreiben der Regierung an alle hoͤheren P v. Kunde von ver starken Fall von 10 „Ct. uͤberbrache Beamten der Provinzen widerlegt das Geruͤcht, als bestaͤnde die 9 1A1A1A4A4“ Schreck befallen, und fuͤr ien Absicht, eine solche einzufuͤhren, offtziell, und soll ausdruͤcklich Stonde ee war nichts anztcbrinsen. In weniger als einer Viertg sagen, daß der Koͤnig es sich zur heiligsten Pflicht mache, den Stunde gingen die bproc Spanischen von 50 auf 46 1¼, wozu indef sag X““ 8. J” CAA1AA““ sen nur kleine Posten gemacht wurden. Spaͤter wurde wohl — Staat und seine Institutionen so zu erhalten, wie er sie von ine bezahlt und fuͤr 3zproc. Rente 29. Allein gestern und heute nahn Vorfahren erhalten habe; alle Geruͤchte hieruͤber seyxen die Er⸗ die Muthlosigkeit zu und man bot heute nur ant und 28. Duas findung boͤswilliger Leute, welche dafuͤr dem Arme der Gerech⸗ den Fall der Spanischen Effekten, oder vielmehr durch die arte tägkeit üͤberliefert werden sollen. Spaͤtere Nachrichten aus Neapel Agiotage darin, geriethen auch die Oesterreichischen und Hollaͤnd⸗melden viele Verhaftungen, welche auf Befehl des Ministers der schen Papiere in weichende Tendenz, weil die Besorgniß herrsc Justiz, Del Carretto, vorgenommen wurden. Unter diesen wird bei jedein unguͤnstigen Bericht us Parts duͤrften auch die solne! amentlich der Sohn des Grafen Camaldoli genannt, bekannt Neemaütlzuns Bn Stegrale un 4 pEts nteorn e8, daß. wir humgaus der Zeit der Franzosen, wo Murat ihm diesen Titel, zu⸗ Anfang der 11“ andern weniger conranten Pabdin gleich mit dem Kloster gleichen Namens, schenkte. Es heißt, daß als Preußische, Bayerische und Darmstaͤdtsche, schlossen etwas flaun diplomatische Verwendungen fuͤr die Verhafteten eingetreten — Im Wechsel⸗Geschaft war wenig Verkehr. Nur fuͤr Augsbun seven, worin dieselben als Verfuͤhrte bezeichnet werden. “ Berlin und Hamburg blieb etwas Frage. Diskonto⸗ Papier ist 8 Verbindung des Prinzen mit der Tocyter des Koͤnigs der Fran⸗ 2¼ pCt. zu placiren. Auf Prolongation ist zu 31½ „Ct. willig Gehtl zosen ist abgebrochen, und es scheint keine Aussicht, daß sich die zu haben. Verhandlungen hieruͤber wieder werden anknuͤpfen lassen; wie Oesterreich denn auch aller Einfluß von Paris her aufgehoͤrt hat. Man “ b“ sagt, der Prinz von Capua werde sich mit einer Deutschen Prin⸗ „Wien, 4. Okt. (Allg. Ztg.) Se. Mafestaͤt verweiln,! zessin verbinden. — Der reichste Fuͤrst der Kirche, der Kardinal noch immer in Bruͤnn. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Herzogin vor Albani, Legat von Urbino und Pesaro, soll sehr krank danieder Angoulème bewohnt seit einigen Tagen die Kaiserliche Burg, liegen, so daß man stuͤndlich befuͤrchtet, die Nachricht von sei⸗ wird aber in kurzem nach Prag zuruͤckkehren. Die großen M nem Hinscheiden zu erhalten. Er hat sein S8âstes Jahr zuruͤck⸗ noͤver der Armee unter den Befehlen des Generals Radetzy in gelegt, und sich bisher einer bestaͤndigen Gesundheit erfreut. Italien werden heute beginnen. Sehr viele ausgezeichnete Fremde haben sich nach Verona begeben, um diesen Uebunge- 1I1ö1öö6“ beizuwohnen. Sie werden auf einer Ausdehnung von mehr alr Cortes⸗Verhandlungen. Prokuradoren⸗Kammer. zwanzig Meilen gehalten, und sollen dazu dienen, die Truppen-Sitzung vom 29. Sept. Herr Garcia Carasco nahm nicht bloß in Evolutionen zu uͤben, sondern auch abzuhaͤrten das Wort, um im Namen der Majoritaͤt der Finanz⸗Kommis⸗ Die Armee in Italien ist eine der schoͤnsten in Europa; alles sion die neue Abfassung der Artikel, welche der Kommission zu⸗ fremden Offiziere, die Gelegenheit hatten, sie zu sehen, stimmen ruͤckgesandt worden waren, mitzutheilen. Diese Artikel sollten darin uͤberein, daß man nicht leicht so wohlgeuͤbte Truppen fin⸗nunmehr folgendermaßen lauten: „Art. 3. Alle Obligationen, den duͤrfte. — Man wird hier auf den Ausgang des Krieges in welche gegenwaͤrtig die auswaͤrtige Schuld repraͤsentiren, sollen Spanten immer gespannter. Es scheint, daß die Lage der Armee binnen einem Jahre nach Promulgirung des gegenwaͤrtigen Ge⸗ der Koͤnigin sehr bedenklich ist. So schreibt man aus Jtalien, setzes gegen neue Obligationen von demselben Nominal⸗Werthe wo man bekanntlich großes Interesse an den Angelegenheiten und denselben Zinsen umgetauscht werden. Nach Verlauf eines Spantens nimmt. Die Koͤnizin ist daher noch von keiner Ita⸗Jahres verlieren diejenigen Obligationen, die nicht zur Umtau⸗ liaͤnischen Regierung anerkannt worden, und wenn es wahr ist, schung eingeliefert worden sind, die Zinsen, auf welche sie An⸗ wie die Franzoͤsischen Journale versichern, daß General Seba⸗ pruch hatten. Die sogenannten Certifikate der ausgesetzten stiani nach Reapel geht, um dort diese Anerkennung zu betrei⸗ chuld bleiben in dem Zustande, in dem sie sich jetzt befinden, ben, so duͤrfte dies vergebene Muͤhe seyn. Indessen ist es nicht lund ihre Ziehungen werden nach wie vor stattfinden. Art. 4. wahrscheinlich, daß die Sendung des Grafen Sebastiani hier⸗ Die verfallenen und nicht bezahlten Zinsen der von 1820 bis durch motivirt sey, denn man weiß sehr wohl in Paris, wie der 11823 kontrahirten Schulden werden in 40 Theilen in den 40 Hof zu Neapel denkt. — Aus Alexandrien erfaͤhrt man wenig Erfreuliches. Die Bedruͤckungen nehmen täͤalech zu, und der Mangel an Geld wird immer fuͤhlbarer. Der Vice⸗Koͤnig soll auch sehr uͤbler Laune seyn, und die letzten Ereignisse selbst Ein⸗ fluß auf seine Gesundheit gehabt haben. 8 Man schreibt aus Konstantinopel vom 23. September: „Die Unterhandlungen mit den fremden Botschaftern sind ins, gesammt suspendirt. Man erwartet Nachrichten aus Alerxan⸗ drien, wohin ein Beamter geschicke worden ist, um theils dem Pascha uͤber die Vorfaͤlle in Syrien das Bedauern des Sul⸗ tans auszudruͤcken, theils aber auch um zu erforschen, wie es eigentlich in Aegypten aussieht. Einstweilen vertreibt man sich die Zeit mit Festen. Die zweite Tochter des Sultans gab vor einigen Tagen ihrem Vater zu Ehren ein glaͤnzendes Fest auf ihrem Landsitze. Der Sultan soll aͤußerst froͤhlich und gegen alle Anwesenden sehr herablassend gewesen seyn. Er soll sich laut uͤber die gluͤckliche Wendung der Dinge geaͤußert und seine Meinung dahin ausgedruͤckt haben, daß jetzt erst eine neue Zeit⸗ rechnung fuͤr das Osmanische Reich beginne, und er die Ruhe benutzen werde, um, so viel es seine Kraͤfte erlauben, die Civi⸗ lisation der ihm von Gott anvertrauten Voͤlker zu befoͤrdern. Im Handel ist wieder einiges Leben bemerkbar. Die Pest macht jedoch alle Communicationen schwer, und ob sie gleich etwas nachgelassen hat, so rafft sie doch noch zahlreiche Opfer hin.“ EII 1“ Die großen Ueberschwemmungen, durch welche ein Theil unserer Alpenthaͤler so furchtbar heimgesucht wurde an jenem Gewittertage des 27. August, haben auch man⸗ ches Gute vehabrt. Der Schweiterische Nationalsinn wurde durch das Ungtuͤck, welches die Eidgenossen betroffen, vielfach aufgeregt. Mehrere Regierungen ordneten allgemeine Liebes⸗ Die in der Stadt Zuͤrich am eidgenoͤs⸗
Steuern im Lande an.
sischen Bettage veranstaltete Steuer betrug allein uͤber 10,500 Gulden. Bei dieser Gelegenheit erwachte auch die Schweizeri⸗ sche gemeinnuͤtzige Gesellschaft wieder, die seit Usteri's Tode ent⸗ schlafen war. Der allgemein hochgeachtete Kaspar Zellweger in Trogen stellte sich an ihre Spitze und rief die einzelnen Abthei⸗ lungen des großen Vereins wiezer auf. Die Revolution hat mehrere solche gesellige Verbindungen der schoͤnsten Art gespal⸗ ten und auseinander gerissen, ungeachtet in ihnen oft mehr eidgenoͤssischer Sinn sich entwickelt hatte, als in den seitherigen rohern Volks⸗Vereinen. Nun scheint aber die Zeit wieder zu kommen, wo sich Leute auch von entfernt liegenden politischen Ansichten doch in einzelnen Sphaͤren der Thaͤtigkeit freundlich begegner
† 1
J lien.
Rom, 28. Sept. (Allgemeine Zeitung.) Gestern fruͤh traf Dom Miguel von Genua zuruͤck wieder hier ein und stieg in dem von ihm gemietheten Palaste ab. — Die so lange schon rkannt habe, so muͤsse auch Alles bezahlt werden; ebenso erwartete Entfernung der Franzoͤsischen Besatzung aus Ankona, sey er der Meinung, daß die vom Finanz⸗Minister welche in der letzten Zeit wieder angeregt wurde, scheint noch herlangte Summe ihm bewilligt werden muͤsse. Herr Llano manchen Hindernissen unterworfen zu seyn, da, wie man be⸗ havarry bemerkte, daß der Entwurf der Regierung ihm von hauptet, von Seiten Frankreichs unzulaͤssige Bedingungen Ulen der vernuͤnftigste scheine, denn wenn eine Nation ihre daran geknuͤpft werden. Da in diesem Augenblicke fuͤr chuld nicht ganz bezahlen koͤnne, so solle sie wenigstens einen
ahren vom 1. Januar 1835 bis 31. Dezember 1874 kapita⸗
lssirt werden, indem jedes Jahr eine Serie gezogen und dann in Art. 5. Fuͤr die ganze auf diese Weise umgeschriebene Schuld wird jaͤhrlich ½ pCt. des Ka⸗
ungen erleiden, und ist in keiner der vorstehenden Bestimmun⸗ Art. 7. Der Finanz⸗Mmister wird die
tenstuͤcke von großem Interesse gefunden. in der Toledo⸗Straße, die fast nur von Karlisten bewohnt wird, erfolgt.
Im Observador vom 29sten liest man Folgendes: „Gestern, als am Sonntage, war die National⸗Miliz auf Befehl des Ge⸗ neral⸗Capitains versammelt. Mit Vergnuͤgen zeigen wir an, daß die Milizen mit der neuen Organisation und mit den Ver⸗ fuͤgungen des Generals AQuesada sehr zufrieden sind. Der Ge⸗ neral wird sich dagegen auch seinerseits uͤberzeugt haben, und sich taͤglich mehr uͤberzeugen, welche Dienste er sich von einem Corps, das aus angesessenen, und wegen ihrer Liebe zum Vater⸗ lande bekannten Maͤnnern besteht, versprechen darf, sobald man sie nur so behandelt, wie sie es verdienen. Der einzige Lohn, den sie verlangen, ist, daß man zu ihrem gesunden Sinne, zu ihrem Patriotismus, zu ihrer Liebe fuͤr Ordnung und Gesetze, Vertrauen habe. Schon jetzt koͤnnen wir dem General Quesada prophezeien, daß es ihm nunmehr gelingen wird, eine glaͤnzende Miliz zu organisiren, mit deren Huͤlfe er in Madrid jedweder Verschwoͤrung wird die Spitze bieten koͤnnen.“
C11“ Sept.
Nauplia, 6. vor einigen Tagen seinen Sommer⸗Aufenthalt in Argos verlassen und sein Schloß in der hiesigen Stadt wieder bezogen hatte, trat er heute Morgen seine Reise uͤber Epidauros nach Athen an, wo er drei Tage verweilen und dann Rumelien besuchen
wird. Die Minister des Innern und des Kriegs begleiten Se. Maäjestaͤt bis nach Athen. Graf Armansperg und Staatsrath Kobell gingen vorgestern auf der Englischen Fregatte „Mada⸗ gascar“ ebensalls dahin ab. General Heideck ist krank, und die Aerzte haben es ihm untersagt, die Rearse zu machen, da ohpe⸗ dies gegenwaͤrtig in Athen sehr viele Fieberkranke sich befinden. Die Haupt⸗Chefs des Pelovonnesischen Aufstandes sind, bis auf Einen, Namens Mitro Petrova, saͤmmtlich gefangen. Sie wur⸗ den von den Lanbleuten den Palikaren⸗Chefs ausgeliefert. Man kann daͤher den Aufruhr als gaͤnzlich beendigt betrachten. Die voͤllige Amnestie fuͤr Alle, welche an den Unruhen in der Maina Theil genommen, ist nun im Regierungsblatt bekannt gemacht.
In Albanien waren große Unruhen ausgebrochen Der be⸗ ruͤchtigte Tasil⸗Buzi, fruͤher im Dienste Mehmed Ali's, stand an der Spitze der Insurgenten. Die Rebellen hatten anfangs einige Siege gegen die Truppen des Großherrn erfochten; wie man aber jetzt hoͤrt, sollen sie gaͤnzlich geschlagen seyn, und der Aufruhr sein Ende erreicht haben. Es ist nun zu befuͤrchten,
nach Griechenland werfen, wie dies schon oͤfters geschehen ist. Die Regtierung hat daher Vorkehrungs⸗Maßregeln getroffen.
Die Verhaͤltnisse zwischen Griechenland und der Pforte ha⸗ ben endlich eine guͤnstige Wendung genommen. Der Griechische Gesandte in Konstantinopel hat bekanntlich seine Antritts⸗Au⸗ dienz gehabt, und ist nun den Diplomaten der uͤbrigen Staaten gleichgestellt. 1
Herr Bois le Comte, welchen die Franzoͤsische Regierung
befindet sich seit einigen Tagen hier, und begiebt sich von hier e““
Die Verhaftung ist zu voͤlliger Unbedentendheit herabgesunken war.
Blatt keinen besseren Fortgang haben wird.
Nachdem Se. Mafestaͤt der Koͤnig
daß sich einige von diesen zerstreuten Haufen als Raͤuberbanden
mit einer besonderen Sendung nach dem Oriente geschickt hat,
welche dies Blatt aufnehmen durfte, so sehr beschraͤnkt, daß es Es soll sich in Alexandrien eine Gesellschaft zur Herausgabe einer anderen Zei⸗ tung gebildet und Mehmed Ali die Erlaubniß dazu gegeben ha⸗ ben; da dies jedoch nur unter denselben Bedingungen wie beim Moniteur geschehen ist, so steht zu befuͤrchten, daß dies Die Stellung des Vice⸗Koͤnigs ist zu precair und er hat zu viel Gruͤnde, den Sul⸗ tan zu versoͤhnen (obgleich er im Geheimen daran arbeitet, ihn zu stuͤrzen), als daß er einer Zeitung gestatten koͤnne, eine Farbe anzunehmen, die im Entferntesten beleidigend waͤre. Man darf sich nicht verhehlen, daß Aegypten, wenn nicht voͤllig erschoͤpft, wenigstens sehr verarmt ist. Mehmed Ali sah sich genoͤthigt, von allen Huͤlfsquellen, welche das Land darbot, Gebrauch zu machen, um seine Entwuͤrfe fuͤr die Unabhaͤngigkeit und Civilti⸗ sation ausfuͤhren und zugleich der Pforte wirksam widerstehen zu koͤnnen. In der That ist das Land, seit dem Ausbruch des Krieges zwischen Aegypten und der Pforte in einem bestaͤndigen Zustande des Leidens, was eine natuͤrliche Folge seiner neuen Stel⸗ lung ist. Der letzte Aufstand in Syrien, und die drohende Aufregung in Yemen haben jedoch den Vice⸗Koͤnig mit ernsten Betrachtungen erfuͤllt. Er saͤngt an, einzusehen, daß es Zeit sey, dem Volke denjenigen Wohlstand wieder zu geben, welchen seine gigantischen Plaͤne zer⸗ stoͤrt haben. Er beabsichtiat, seinen Unterthanen schuͤtzende In⸗ stitutionen zu geben, die Abgaben herabzusetzen und das Volk von der despottschen Herrschaft der Beamten, die auf Kosten desselben leben, zu befreien. Man versichert, daß er eine Kom⸗ misston ernannt hat, welche die wirksamsten Mittel angeben solle, um diese Mißbraͤuche abzustellen und dem Landvolke den ruhigen Genuß der Fruͤchte seiner Arbeit zu sichern. Wird Aegypten gut angebaut und geschickt regiert, so vermag es, alle Beduͤrfnisse der Regierung zu befriedigen, und Mehmed Ali kann, ohne zu druͤckenden Auflagen zu schreiten, seine Armee auf einem Ach⸗ tung gebietenden Fuße erhalten, den Tribut an seinen Ober⸗ herrn zaͤhlen, alle Ausgaben seines Hofes bestreiten und noch ausgedehnte Werke fuͤr das allgemeine Beste ausfuͤhren. Der Pascha will ein großes wissenschaftliches Institut, nach Art der Deut⸗ schen Universttaͤten, errichten. Die Haupt⸗Moschee zu Kahira besitzt schon ein sehr gutes Gymnasium, das taͤglich sich verbessert. Es werd daselbst außer der Arabischen, Tuͤrkischen, Franzoͤsischen und Italiaͤnischen Sprache noch Mathematik, Geographie, Ge⸗ schichte und Zeichnen gelehrt. Neben jeder Zisterne in der Stadt ist eine Freischule errichtet. Zu Abu Zabel, drei Meilen von Kahira, ist eine medizinische Schule unter Leitung eines Fran zosen, Clot Bey, eines ausgezeichneten Arztes, dessen Bemuͤhun gen mit dem gluͤcklichsten Erfolge gekroͤnt worden sind.“”“)“
WMW
Vera⸗Cruz, 1. Aug. Die Stadt Puebla hat sich am 22. Juli wirklich den Truppen Santana's ergeben, und es is somit die Revolution oder vielmehr Contre⸗Revolution zu Gun sten des Klerus und der Kirche vollkommen gelungen. Mehrer Staͤdte und Garnisonen haben sich nicht nur ausdruͤcklich gegen alle kirchliche Reformen, sondern auch gegen die Duldung irgen einer andern Religion, außer der Roͤmisch⸗Katholischen, ausge sprochen.
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