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ie Handlungen der Junta im Allgemeinen, aber es konnte aicht auf die Handlungen des Koͤnigs, welche er vollzog, als er in Befitz seiner Rechte war, angewendet werden. Das Wort „gebilligt“ auf dem Rande des Briefes war, wie dies immer in solchen Faͤllen geschieht, von dem Mini⸗ ster geschrieben, und daher guͤltig. Außerdem war ja auch die Bezahlung der Zinsen die augenscheinlichste Billigung. Herr von Montevirgen bemerkte im Laufe der Debatten noch, daß die von den Proceres mit dem 6. Artikel vorgenommene Modification es zweifelhaft lasse, ob die Verwandlung in aktive Schuld sich allein auf die Cortes⸗Anleihe oder auf die ganze passive Schuld beziehe. Er verlas darauf die Modification, um den daraus entstehenden Zweifel zu zeigen. Der Finanz⸗ Minister erwiederte, daß die Worte, welche er in der Proce⸗ res⸗Kammer gesprochen, ehe er den Zusatz vorgeschlagen, allen Zweifel heben koͤnnten, worauf Herr von Montevirgen ant⸗ wortete, daß er auch nach Lesung dieser Worte noch nicht hin⸗ daruͤber aufgeklaͤrt sey. — Hierauf vertagte sich die Kammer.
Sitzung vom 8. Die Debatte uͤber den Bericht der ge⸗ mischten Kommission wurde fortgesetzt. Der Marquis von Fal⸗ ces unterschied zwei Perioden der Guebhardschen Anleihe, und behauptete, daß sie in der ersten Periode ungesetzlich gewesen, in der zweiten dagegen gesetzlich gemacht worden sey. Er erklaͤrte auch, daß diejenigen, welche glaubten, das durch diese Anleihe erhalttene Geld sey zur Unterdruͤckung des Landes verwendet
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worden, sich im Jerthum befaͤnden, man habe damit vielmehr
eine Menge von denjenigen Soldaten besoldet, die jetzt fuͤr die Sache Isabella's II. kämpften. Er spreche daher fuͤr die An⸗ nahme der Meinung der Proceres. Herr Alcala de Ga—⸗ liano bemerkte, der Koͤnig habe bei Abschließung dieser Anleihe fuͤr sich allein gehandelt und die Cortes von
Cadix haͤtten die vom Koͤnige ertheilte Genehmigung nicht Zustand
gebillgt. Der Redner schrieb den gedruͤckten der Spanischen Fonds den Vorschlaͤgen der Minister zu und er⸗ klaͤrte, daß die Vorstellungen Frankreichs und Englands ihm nicht so furchtbar erschienen, wie einigen Personen. Er stimmte gegen die Guebhardsche Anleihe. Der Graf v. Toreno wies den Vorwurf des Herren Galiano wegen des gedruͤckten Stan⸗ des der Fonds zuruͤck, und sagte, daß dies eine Folge verschiede⸗ ner Speculationen in London gewesen sey, und schloß mit fol⸗ genden Worten: „Die Regierung hat in Betreff der auswaͤrti⸗ gen Schuld die besten Aussichten fuͤr die Zukunft, da ihr Zweck ist, die ganze auswaͤrtige Schuld zu nationalisiren. Hiernach kann dieser Theil der Schuld nicht nur zum Ankauf von Natio⸗ nalguͤtern, sondern auch zu einer von der Regierung beabsichtig⸗ ten ausgedehnten Colonisation verwendet werden.“ Hiermit wurden die Debatten geschlossen, die Kammer schritt zur Abstim⸗ mung und die Amendements der Proceres wurden (wie schon gemeldet) mit einer Maoritaͤt von 80 Stimmen gegen 35 an⸗ genommen.
— Die Allgemeine Zeitung theilt in nachstehendem Schreiben aus Madrid vom 2. November neben einigen be⸗ keits bekannten Thatsachen auch mehrere neue und interessante Nachrichten mit: „Die vorgestern Abend spaͤt hier eingetroffene traurige Nachricht von der Vernichtung zweier Koͤniglichen Ba⸗ taillone durch die Banden Zumalacarreguy's hat hier Bestuͤr⸗ zung, und eine große, gegen das Ministerium gerichtete Auf⸗ regung verursacht. Denn diesmal scheinen die Truppen von
Schuld frei zu seyn; zwei Bataillone, vertheilt in bedeutenden Zwischenraͤumen, waren nicht im Stande, sich gegen eine Macht von mehr als 5000 Mann zu behaupten. Das bestimmte Naͤ⸗ here daruͤber ist Folgendes: Der allgemein geschaͤtzte Brigadier O Doyle hatte auf Befehl des Generals Osma seine Truppen so weit auseinander verlegt, daß er selbst mit nur zwei Batail⸗ lonen, la Reyna und Africa, in Alegria zuruͤckblieb. Zumala⸗ carreguy, durch seine Spione von diesem Mißgriffe unterrichtet, uͤberstel ihn dort am 25. Oktober Mittags mit 6 Bataillonen und 400 Reitern. Die Koͤniglichen Truppen wurden, nach der tapfersten Gegenwehr, bis auf den letzten Mann niedergehauen, und O'Doyle siel an ihrer Spitze. So wie dies hier bekannt vard, entstand eine unheilvolle Stimmung. Laut aͤußerten sich Schmerz und Unwille. Noch gestern waren die Gruppen an der Puerta del Sol und in den Cafés geraͤuschvoll und dro⸗ Heute, wo des hohen Festes wegen ganz Madrid ohne⸗
hin in Trauer gekleidet ist, herrscht eine dumpfe Bestuͤrzung. Die Gemuͤther schwanken, was zu thun sey. Findet sich Je⸗
; „der die glimmende Asche zur Flamme anzuschuͤren ver⸗ so folgt auf die Bestuͤrzung unausbleiblich ein Ausbruch der Wuth. Die Moͤnche, von denen die Straßen der Provin⸗ jalstaͤdte wimmeln, wagen hier nicht, aus ihren Kloͤstern her⸗ vorzukommen; aus Furcht vor erneuerten Blutscenen, sagen die Einen; um Kamplotte und Waffen zu schmieden, sagen die Andern. Zwar hat man in die groͤßern Kioͤster zahlreiche Wa⸗ hen gelegt, allein die Stimmung der Truppen, besonders derer, velche⸗aus den insurgirten Provinzen zuruͤckkommen, ist den oͤnchen noch gefaͤhrlicher, als die der uͤbrigen Bevoͤlkerung. lUgemein richtete sich der Unwille gegen den Kriegs⸗Minister, belcher durch halbe Maßregeln und Unentschiedenheit so viel Unheil angerichtet hat. Schon gestern fruͤh hieß es, er wuͤrde in Portefeuille abgeben, und durch den jetzigen General Capitain ven Valencia, Don Geronimo Valdés, ersetzt werden. Hr. Mar⸗ tinez de la Rosa fuhr gegen Mittag nach dem Pardo, um bei er Koͤnigin⸗Regentin eine Audienz nachzusuchen. Gegen Ein⸗ 5 uch der Nacht kam der Minister zuruͤck, und man versicherte gestern Abend fpaͤt in diplomatischen Cirkeln, dem gesammten Ministerium staͤnde eine Reform bevor. Die Zeitungen von heute enthalten Artikel, welche an die Franzoöͤsischen von 1793 er⸗ innern. Alles wird zu den Waffen gerufen; denn durch regu⸗ laires Militair ist der Kampf in den Baskischen Provinzen be⸗ reits nicht mehr zu beendigen. Stabs⸗Offiziere, welche seit einem Jahre sich dort befanden, versichern dies, und die Erfah⸗ rang zeigt, daß die Einwohner des Landes selbst, wohl wissend, welch' ein Schicksal ihrer harrt, es am besten verstehen, die An⸗ griffe jener Banden zuruͤckzuschlagen. Zwar sind alle Spanischen Truppen, deren ich auf der Hierherreise eine große Zahl sah, vortrefflich ausgeruͤstet und von dem besten Geiste beseelt; aber was ist die tapferste Schaar, wenn sie eines Anfuͤhrers erman⸗ gelt? Wer befehligt in den Baskischen Provinzen? Wer hat alle Fehlgriffe zu verantworten? Das sind die Fragen, welche hier bestaͤndig ohne Antwort bleiben. Man kann es nicht verhehlen, dieses Land ist in einem Zustande halber Barbaret; im Orient keist man sicherer und bequemer, als in der Halbinsel. Die Provinz ragonien, deren Einwohner im Allgemeinen vollkommen gut gesinnt sind, wird in allen Richtungen von eingedrungenen mehr vder minder zahlreichen Banden durchstreift. Ich selbst entging zwischen Saragossa und Calatapud der Bande des Carnicer nur wie durch ein Wunder, an demselben Tage, an welchem die Ein⸗
nehmen. Ge ploͤtzlichen Abreise des Barons Mortier von Lissabon.
— ; j ——
ruht.
1320 gen. Die Flecken, durch welche wir kamen, waren barrikadirt, und die ganze Gegend bis Guadalajara (nur etwa sechs Stun⸗ den von Madrid) von Truppen entbloͤßt! Bei dem pracht⸗ vollen Bernhardiner⸗Kloster la Huerta, wo man von Arago⸗ nien in Alt⸗Castilien eintritt, wurden wir am hellen Tage auf der Landstraße, im Beiseyn einer zahlreichen Karlistisch gesinn⸗ ten Bevoͤlkerung, von einer Bande des Merino uͤberfallen, und im Namen Karls V. ausgepluͤndert; nur unsere fremden Paͤsse retteten uns vom Erschießen. — So eben trifft hier die Nach⸗ richt ein, daß Carnicer mit 2000 Mann in der Gegend von Saragossa erschienen ist, und daß dieser Umstand einige, gegen den General⸗Capitain Espeleta gerichtete Unruhen zur Folge ge⸗ habt hat; die Thore der Stadt wurden beim Abgange des Cou⸗ riers geschlossen, und man erfaͤhrt nur, daß die Urbanos, welche den ausgesuchtesten Truppen nicht nachstehen, zu den Waffen griffen, und gegen die Rebellen zu ziehen verlangten. Von hier aus werden Truppen dorthin geschickt. — In Cuenca wurde eine Karlistische Verschwoͤrung entdeckt; uͤber 50 Personen, meistens Moͤnche, sind verhaftet worden. Ein bedeu⸗ tender Transport Gold, und Sülberbarren, fuͤr Rechnung des Anlehens Ardoin, ist in Vigo, von London kommend, aus⸗ geschifft und hierher gebracht worden. Man praͤgt jetzt taͤglich 20,000 Ochentinen in der Koͤniglichen Muͤnze, und wird fuͤr jetzt bis 8 Millionen praͤgen. Auch eine betraͤchtliche Lieferung So⸗ vereigndor ist angekommen. — Der Columbische General Don Mariano Montilla ist, mit Spanischen Paͤssen versehen, von London hier eingetroffen, und hat hinreichende Vollmach⸗ ten, um wegen der Anerkennung seiner Republik zu unterhan⸗ deln. — Vom 3. Nov. Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt den offi⸗ ziellen Bericht uͤber die Niederlage O'Doyle's aus der Gaceta. Leider muß ich hinzufuͤgen, daß die Koͤniglichen Truppen zwei Kanonen und 500 Flinten verloren haben, welche den Insur⸗ genten wohl zu statten kommen werden. Die Unzufriedenheit uͤber die unvollstaͤndigen und verspaͤteten Nachrichten, welche die Regierung uͤber jenen ungluͤcklichen Vorfall mittheilt, ist noch immer im Zunehmen. Man gesteht sich allgemein, daß jetzt, nachdem der Buͤrgerkrieg ein Jahr lang dauert, und ein großer Theil der Kraft der Monarchie, des schoͤnsten und bestgesinnten Heeres hingeopfert ist, die Insurrection mächtiger auftritt, als je, und keine Aussicht vorhanden ist, sie zu beendigen. Noth⸗ wendig muß die furchtsame und argwoͤhnische Politik aufgege⸗ ben werden, welche seit dem Januar zu so traurigen Ergeb⸗ nissen gefuͤhrt hat. Die halben Maßregeln der Minister laͤhmen den besten Willen der Behoͤrden, von denen freilich manche zu terroristischer Haͤrte rathen. So erzaͤhlte mir gestern der Ge⸗ neral Quesada, daß er, als General⸗Capitain der Provinz, befoh⸗ len habe, den bestehenden Gesetzen gemaͤß, die in Cuenca ver⸗ hafteten Verschworenen sogleich zu erschießen, daß aber das Mini⸗ sterium sich diesem Schritte widersetzte. In Folge dessen kam es zu sehr heftigen Erklaͤrungen zwischen dem General, Hrn. de la Rosa und dem Kriegs⸗Minister. Ueber die Veraͤnderung des Ministe⸗
riums ist noch nichts Bestimmtes bekannt; es scheint indessen,
daß nur der Praͤsident und Graf Toreno, von England und Frank⸗ reich unterstuͤtzt, bleiben werden. — Gestern Mittag um ein Uhr wurden vier Gefangene zu Pferde unter einer Eskorte von acht Grenadieren der Koͤniglichen Garde zu Pferde hier eingebracht. Sie waren in braune Maͤntel gehuͤllt, und sollen Insurgenten aus der Gegend von Calmenar Viejo seyn. Ein großer Volks⸗ haufen begleitete sie bis zum Gefaͤngnisse, verhielt sich jedoch ruhig. — Bei Herrn Aguirre Solarte fand eine Versammlung von 80 Prokuradoren statt, welche beschlossen, eine Deputation nach dem Pardo zu schicken, um J. M. die Koͤnigin⸗Regentin einzuladen, sich in die Mitte der treuen Bevoͤlkerung von Ma⸗ drid zu begeben, und die erschlaffte Regierung wieder zu uͤber⸗ Großes Aufsehen erregt hier die Nachricht von der
hiesige Portugiesische Gesandte war sehr bestuͤrzt daruͤber.
Berlin, 21. Nov. Am 26. v. M. erfolgte zu Großle⸗ ben im Querfurther Kreise des Reg.⸗Bez. E“ die feierliche Einweihung des daselbst neul erbauten Schul⸗Gebaͤu⸗ des, nachdem das fruͤhere im Jahre 1832 durch eine Feuers⸗ runst eingeaͤschert worden war. Des Koͤnigs Maj. hatten der Gemeinde zu diesem Neubau, der etwa 3000 Thaler gekostet hat, ein Gnaden⸗Geschenk von 2000 Thaler zu bewilligen ge⸗ — Die Stadt Kemberg desselben Reg.⸗Bezs. hat ven dem Erloͤse aus den Wind⸗Faͤllen in ihren Kommunal⸗Waldun⸗ gen im Monat Oktober abermals ein Schulden⸗Kapital von 700 Thaler getilgt, so daß diese Gemeinde im laufenden Jahre be⸗ reits 1700 Thaler an Stadt⸗Schulden abgezahlt hat.
— Am 5ten d. M. fand die oͤffentliche Pruͤfung in der Provinzial⸗Gewerbeschule zu Naumburg statt, zu welcher der Herr Regierungs⸗Praͤsident von Bonin, sowie mehrere Raͤthe der Koͤnigl. Regierung zu Merseburg eingetroffen waren. Die Resultate der Pruͤfung ergaben, daß die Anstalt mit Eifer dem ihr vorgesetzten Ziele nachzukommen bemuͤht ist. An eine aus⸗ gezeichnete Anzahl von Zoͤglingen derselben wurde die von dem hohen Ministerium des Innern bestimmte Praͤmie von Buͤchern vertheilt; andere Zoͤglinge wurden oͤffentlich belobt. Die Zahl der Schuͤler ist fortwaͤhrend im Steigen.
— Der Westphaͤlische Merkur meldet aus Thaten— hausen im Regierungs⸗Bezirk Minden: „Das hiesige Bad hat sich im verflossenen, allen Mineral⸗Brunnen so aͤußerst guͤn⸗ stigen Sommer eines sehr zahlreichen Besuchs zu erfreuen gehabt, indem der wirklich hier verweilenden Kurgaͤste 464, unter diesen 378 Inläͤnder und 86 Auslaͤnder, waren. Außerdem badeten ein⸗ zein oder doch unterbrochen 707 Personen, von denen 25 aus dem Auslande waren. Verabreicht wurden in allem 6520 Bazͤ⸗ der, darunter 1126 Schlammbaͤder. Welche Wohlthat diese Anstalt den benachbarten Armen gewaͤhrt, ist laͤngst bekannt, und so wurden auch in diesem Sommer an Arme 137 Baͤder, worunter 277 Schlammbaͤder waren, verabreicht, die weiteren Unterstuͤtzungen, welche dieselben erhielten, nicht gerech— net. Eine neue Quelle ist auf dem Schloß⸗Hofe als bedeutend mineralisch ermittelt, indem die angestellte chemische Analyse des Dr. Witting ergab, daß sie an fixen Bestandtheilen, vornaͤmlich schwefelsaures Natrum, Chlor⸗Natrum, kehlensauren Kalk, Bit⸗ ter⸗Erde und kohlensauren Eisen⸗Oxidul fast vier Gran im Pfunde, also mehr wie das doppelte als die bisher benutzten Auellen, und auch weit mehr Kohlen⸗Saͤure und andere Gas⸗ Arten als diese enthaͤlt. Die beim neuen Kur⸗Hause aufgefun⸗ dene Quelle ist jetzt tiefer ausgegraben und neu gefaßt, so daß sie ebenfalls chemisch untersucht werden kann.“ “
wehner von Paniza einen Angriff des Conesa brav zuruͤckschlu⸗
Der
Meteorologische Beobachtung. I Morgens Nachmitt. Abends Rach einmalz 6 übr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtunge
341,4 3 „Par. 340, 62 Par. 339, 5 3 Par. Quellwärme 8,50N. — 3, 7 8 R. + 2, 4 99 R. 4, 5 8 R. Flusgwaͤr 2 0 6,1 ° R. — 6,8 °R.— 7,5 R. s 2, 5 8 . 76 pCt. Bodenwärme 3,5 F. beiter. Ausdünst. 0, „ 9 .0,016 M.
O. Niederschlag 0.
1834. 20. Novbr.
Luftdruck. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter... Wind .... Wolkenzug
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Berliner Börs Den 21. November 1834. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preus2. 6
2Fvrref aela]
100 96 ½ 60 ⅔ 99¾ 99 ½ 99½ 98 ¾ 98 ½ 37⁄¾
101
102½
99½ 95 ½ 60 ½ 99½
0tpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Kkst. C. d. K.- u. N. Z.-Sch. d. K.- u. N. Holl. vollw. Duk. Neue do. Friedriechsd'or.. Disconto
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. 0bl. 30. Präm. Sch. d. Sech. Kurm. Obl. m. Il. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.
Eibing. do.
Danz. do. in Th. — Westpr. Pfandbr. 4 Grofshz. Pos. 4
Auswärtige Börsen.
Frankfurt a. M., 18. November.
Oesterr 5 8 Metall. 100 ½. 100. 48 911 ½ 91⁄7. 2 ⁄1 98 53;. d- 18 231 ⅛. 23 ¾. Bank-Actien 1537. 1535. Part.-Oblig. 139 ¼. 13 Loose zu 100 G. 209. G. Preuss. Präm.-Sch. 69. 59 Q. do. ¹ Anl. 94 ¾. Br. Holl. 5 9 Oblig. v. 1832 97 ½. 97. Poln. Loose 6- 67 ¼. 58 Span. Rente 41⁄%1. 44 ½. 39 do. perp. 26 ¾. 26 ¼.
Paris, 15. November.
53 Rente pr. compt. 106. 40. fin cour. 106. 55. 3 % pr. 78. 35. fin cour. 78. 50. 53 Neap. pr. compt. 96. 20. 96. 35. 58 Spau. Rente 43 ½¼. 38 do. 28. Cortes 41 ⅛¾. Schuld 15 ½. Guebhard 43 ½.
Conngg- fin cou Ausg. Sha
Koͤnigliche Schauspiele. Sonnabend, 22. Nov. Im Schauspielhause: Othello, ie Mohr von Venedig, Oper in 3 Abth. mit Tanz. Musik Rossini. (Hr. Wurda, vom Großherzogl. Hof⸗Theater zu Sm⸗ litz: Othello, als Gastrolle.)
Sonntag, 23. Nov. Im Opernhause: Die Rosen des Hen von Malesherbes, laͤndliches Gemaͤlde in 1 Akt, von Kotzebu⸗ Hierauf: Auf Befehl: Aline, Koͤnigin von Golconda, greßt Ballet in 3 Abth., von Aumer. Musik von C. Blum.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Rap ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.
Die zu dieser Vorstellung eingegangenen Meldungen um Billets sind beruͤcksichtigt worden, und muͤssen solche bis Sonn⸗ abend Mittag 12 Uhr im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau abgeholt werden.
Im Schauspielhause: Das Testament des Onkels, Schgauk spiel in 3 Abth., von Roͤmer. (Dlle. Bauer, Kaiserl. Russisch Hof⸗Schauspielerin: Pauline, als Gastrolle.) Hierauf: Gabrith Drana in 3 Abth., von Castelli. (Dlle. Bauer: Gabriele.)
Montag, 24. Nov. Im Schauspielhause: Zum erste male wiederholt: Corona von Saluzzo, Schauspiel in 5 Abtz, nach einer alten Novelle, von E. Raupach.
Mittwoch, 26. Nov. Im Opernhause: Die Vestalil lyrisches Drama in 3 Abth., mit Ballet. Musik von Spontini (Hr. Wurda: Lycinus, als Gastrolle.)
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
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Sonnabend, 22. Nov. Die Familien Capuleti und Marp tecchi, Oper in 4 Akten. Musik von Bellini.
Sonntag, 25. Nov. Der Mann mit der eisernen Mac, Drama in 5 Abth. (Herr Karl Devrient: Gaston als Gastrolle,
Montag, 24. Nov. Zum erstenmale: Das Koͤnigreich des Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in Akten, frei nach Desnoyer, von Friedr. Genée. Die Mustk i vom Musik⸗Direktor Kugler arrangirt.
Markt⸗Preise vom Getraide.
Berlin, den 20. November 1834.
Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 20 Sgr⸗ Pegsen 1 Rthlr. 15 Sgr, auch 1 Rthlr. 13 Sgr. 6 Pf.; 98 Gerste 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 28 Sgr. 2 Pf.; kleine Ge 1 Rthlr. 9 Sgr., auch 1 Athlr. 2 ghr. 6 Pf.; Hafer 28 gp 9 Pf., auch 21 Sgr. 3 Pf.; Erbsen 2 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Kthle 25 Sgr., (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.; Linsen 3 Rthly auch 2 Rthlr. 20 Sgr. Eingegangen sind 704 Wisvel A Scheffel
Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., aut 1 Rthlr. 25 Sgr. und 1 Rthlr. 20 Sgr.; Roggen 1 Rthlr 15 Set⸗ auch 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf; große Gerste 1 Rtblr 3 Sgr. 9 N. kleine Gerste 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Erbsen 2 Rthlr. 5 Segr⸗ (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. Eingegangen sind 100 Wispel 22 Scheffel.
Mittwoch, den 19. November 1834.
Das Schock Stroh 6 Rthlr. 15 Sgr., auch 5 Rthlr. 25
der Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. Branntwein⸗Preise vom 14. bis 20. November 1834. “
Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 40 vEt⸗ Richter gegen bgare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn⸗ Branntwein 206 Rthlr. 15 Sgr.; Kartoffel⸗Branntwein 25 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 24 Rthlr. 15 Sgr.
Kartoffel⸗Preise vom 13. bis 19. November
Der Scheffel 25 Sgr., auch 15 Sgr.
Sgr.
1834
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Redacteur Cottel.
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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Weimar ist s Weimar hier eingetroffen und in dem Palais des Prinzen Farl Koͤnigl. Hoheit abgetreten.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien und Se. Föͤnigl. Hoheit der Prinz Alexander, Hoͤchstdessen Sohn, sid aus dem Haag hier angekommen.
Im Bezirke der Koͤnigl Regierung
zu Posen ist der Pfarrer Woydagowski als Pfarrer der katholischen Parochial⸗Kirche in Czeszewo; der bisherige Vi⸗ karius Walczewski als Pfarrer der katholischen Kirche in Peglewo; der Vikarius Jankowski als Pfarrer der katholi⸗ shen Parochial⸗Kirche in Rombin; der Vikarius Chodkiewicz als Probst der katholischen Parochial⸗Kirche in Schwersenz und der Kandidat Knothe als Pfarrer der evangelischen Kirche in Luschwitz angestellt worden.
Angekommen: Der Kaiserl. Oesterreichische Kaͤmmerer, Geheime Rath und Botschafter am Koͤnigl. Großbritanischen Hofe, Fuͤrst Paul Esterhazy von Galantha, von Wien.
Der General⸗Major und Commandeur der 7ten Kavallerie⸗ Brigade, von Zollicoffer, von Magdeburg.
Zeitungs⸗-Nachrichten.
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Paris, 15. Nov. Der Graf Pozzo di Borgo hatte ge⸗ stern eine Privat⸗Audienz beim Koͤnige und expedirte gleich dar⸗ auf einen Courier nach St. Petersburg. Herr Pasquier hat sich heute mit dem Grafen Molé nach den Tuilerieen begeben. Unter den uͤbrigen Personen, denen der Koͤnig seit gestern Audienzen ertheilt hat, bemerkt man die Her⸗ ren Thiers, von Rigny, Duchatel, Decazes und den Marschall Geérard.
Der Courrier francais enthaͤlt folgenden Artikel: „Das Ministerium vom 10. November ist am 13ten wieder aufgeloͤst worden; es hat also gerade Zmal 24 Stunden gedauert. Kein woch so großer Ueberfluß an Notabilitaͤten wuͤrde fuͤr einen sol⸗ hen Verbrauch ausreichen. Das Juli⸗Koͤnigthum uͤbersteigt in dieser Beziehung Alles, was die feindseligste Einbildungskraft nur fuͤr moͤglich haͤtte halten koͤnnen. Diese ernsten Angelegen⸗ heiten haben unzweifelhaft eine ungemein laͤcherliche Seite, aber man kann sie nur mit sehr ernsten Blicken betrachten, wenn man bedenkt, daß es die Geschicke Frankreichs sind, welche als Einsatz bei dem Spiele dienen, das seit 14 Tagen zur groͤßten Freude der Feinde des Koͤnigthums gespielt wird. Es handelt sich dabei nicht allein um die Maͤnner, die man einen Augenblick dem Publikum zeigt, um sie dann ploͤtzlich in die Rumpelkammer zu werfen; es handelt sich um die Ruhe der Unterthanen, um ihre theuersten Interessen, um die Zukunft des Landes, um die Stabilitaͤt des Staates, um die Achtung Frankreichs im Auslande. Mit diesem Allen treibt man mit der strafbarsten Sorglosigkeit sein Spiel; dies Alles uͤberlaͤßt man dem Zufall, einer unter⸗ geordneten Intrigue oder einer Hof⸗Laune. Man sehe nur, ob nicht seit der Entlassung des Marschalls Gérard ein wahrer Stillstand der Verwaltung, der Regierung stattgefunden hat; man sehe nur, ob in einem einzigen Ministerium die Geschaͤfte expedirt, ob Unterschriften ertheilt worden sind, ob man uͤber⸗ haupt in den Bureaus gearbeitet hat. Man hatte an andere Sachen zu denken, und welcher Minister beschaͤftigt sich mit den Details seines Departements, sobald eine ministerielle Krisis ein⸗ getreten ist. Man glaubte, daß dieser Zustand der Dinge enden wuͤrde; im Gegentheil, er faͤngt ganz von vorn wieder an. Jetzt werden wir uns vielleicht wieder acht Tage ohne Ministerium be⸗ finden, und dann braucht man noch acht Tage, um zu sehen, ob es sich befestigt, denn das Beispiel der eben aufgeloͤsten Verwaltung muß mißtrauisch machen. Bis zum Zusammentritt der Kammern wird also Frankreich wahrscheinlich kein Ministerium, und folglich auch keine Regierung haben.“ .
In einem hiesigen Blatte liest man: „Es wird allge⸗ mein die Frage aufgeworfen, ob die Doctrinairs wieder in das Kabinet kommen werden? An der Boͤrse hielt man es fuͤr moͤg⸗ lich, und da die Spekulanten dem System vom 11. Okt. sehr gewogen sind, so brachte diese Meinung ein Steigen der Fonds zu Wege. Wenn man aber die Lage der Dinge mit unbefan⸗ genen Augen betrachtet, so scheint die Ruͤckkehr der Doctrinairs unmoͤglich. Es hat ein vollstaͤndiger Bruch zwischen ihnen und dem Koͤnigthume stattgefunden; bei ihrem Austritt aus dem Mi⸗ nisteium hat man ihnen nicht einmal die Paitrie oder irgend eine andere Entschaͤdigung zugestanden. Herr Guizot hat, so⸗ bald er sich in Ungnade sah, eine heftige Opposition im Journal des Débats begonnen. Wenn man ihn in diesem Augenblicke ins Ministerium zuruͤckriefe, so hieße dies, das Koͤnigthum der Doctrin zu Fuͤßen legen.“
Im Renovateur liest man: „Wir koͤnnen heute nach esehr bestimmten Nachrichten dasjenige bestaͤtigen, was wir von dem Plane des Hrn. v. Talleyrand, nicht mehr nach London zu⸗ ruͤckzukehren, gesagt haben. Hr. von Talleyrand hat mehrere Gruͤnde, sich von London zu entfernen. Der erste ist, wie fruͤ⸗ her gesagt ward, die Besorgniß: die Englische Allianz sich aufloͤsen zu sehen; der zweite ist die persoͤnliche Lage des Hrn. v. Talley⸗ rand dem Lord Palmerston gegenuͤber; der dritte und wichtigste endlich ist die Furcht, der gesellschaftlichen Revolution beizuwoh⸗ nen, die nach der Meinung des Hrn. v. Talleyrand unvermeid⸗
Berlin, Sonntag den 236ten Nov
Aus Bayonne schreibt man unterm 7ten d.: „So eben vernimmt man durch einen Courier, daß man sich unter den Mauern Elisondo's schlaͤgt. Man glaubt, daß dies Mina ist,
V der seine Bewegung gegen die Karlisten bewerkstelligt habe.“
In einem Schreiben aus den Alduden vom 9ten Nov. heißt es: „Zugarramurdi hat nach den Befehlen Lorenzo's Eli⸗ sondo befestigen lassen; alle kleinen Gassen, welche aus der ein⸗ zigen Straße theils auf die Felder, theils nach der Bidassoa fuͤhren, sind durch mit Schießscharten versehene Mauern geschlos⸗ sen worden. Seit dem Abmarsch Lorenzo's wechseln beide Theile taͤglich Tausende von Flintenkugeln ohne irgend ein Resultat.“
Großbritanien und Irland.
London, 15. Nov. Man ist auf den Eindruck begierig, den die von den heutigen Morgenblaͤttern mitgetheilte Nachricht von der Veraͤnderung unseres Ministeriums auf die hiesige Boͤrse machen wird. (Da die letzten hier eingetroffenen Nachrichten aus London schon am 15ten Morgens mit dem Dampfboot uͤber Rotterdam abgegangen sind, so koͤnnen wir auch noch nichts uͤber das Resultat der Londoner Boͤrse vom 15ten melden.)
Der Graf von Derby ist zum Nachfolger seines verstorbe⸗ nen Vaters in dem hohen Amte eines Lord⸗Lieutenants von Lan⸗ cashire von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige bestaͤtigt worden.
Unter den Personen, welche in den letzten Tagen von den hiesigen als muthmaßliche Nachfolger des Lord Althorp in dem Amte eines Kanzlers der Schatzkammer genannt wurden, befanden sich auch Herr Littleton und Sir John Hobhouse. Der verstorbene Graf Spencer soll in Althorp Park eine Sammlung von Buͤchern, Gemaͤlden und Seltenheiten von un⸗ geheurem Werthe hinterlassen haben. Seine Bibliothek allein wird auf 200,000 Pf:d. geschaͤtzt.
Lord Albert Conyngham, der sich jetzt zu Bifroes unweit Canterbury besindet, hat sich bei den Waͤhlern dieser Stadt um den durch die Ernennung des Viscount Fordwich zum Unter⸗ Staats⸗Secretair im auswaͤrtigen Departement erledigten Par⸗ lamentssitz beworben und sich zu constitutionnellen Whig⸗Grund⸗ saͤtzen bekannt. Lord Albert wurde fuͤr die Diplomatie gebildet und war vor dem Ableben Koͤnig Georg's IV. bei der Englischen Gesandtschaft in Berlin attachirt.
Lord Cranstoun ist bei der Englischen Gesandtschaft in Paris attachirt worden.
Die Ernennung eines Bassanoschen Ministeriums hat hier, wiewohl Unzufriedenheit, doch wenig Aufsehen erregt. Die Times sagt, Persil's Wiedereintreten bestaͤtige die Thatsache, daß Ludwig Philipp die Leiter, auf welcher er den eegh er⸗ stiegen, hinter sich weggestoßen habe. Dieses Blatt bemerkt auch, daß der Herzog von Bassano ein Schwiegersohn des Herrn Baring sey.
Der Herzog von Wellington hat am 7ten d. M. zu Dover in einem Hafen⸗Rathe den Vorsitz gefuͤhrt, worin unter Ande⸗ rem beschlossen wurde, weitere 10,000 Hafen⸗Einganges aufzubringen.
Guildhall soll mit Erlaubniß des Lord⸗-Mayors in dem ge⸗ schmuͤckten Zustande, in welchem es sich am Lord⸗ Mayors⸗Tage befand, noch einige Zeit verbleiben, und am 26sten d. M. wird darin der Ball zur Unterstuͤtzung der Polnischen Fluͤchtlinge ge⸗ geben werden. Der Lord⸗Mayor allein hat fuͤr 50 Pfd. Billets genommen, und die Personen, die diesen Ball veranstalten, rech⸗ nen auf eine reine Einnahme von 1000 bis 1500 Pfd.
Der Standard zeigt mit großem Bedauern an, daß er gehoͤrt habe, von den Haͤuptern der Universitaͤt in Orford sey beschlossen worden, das Universitaͤts⸗Statut zu widerrufen, wo⸗ durch es jedem Mitgliede, das uͤber 16 Jahre alt ist, zur Pflicht gemacht wird, die 30 Artikel zu unterschreiben.
Naͤchsten Montag wollen die Dubliner Radikalen Herrn Cobbett ein großes Diner geben.
Ueber die wichtigen Vortheile, die fuͤr die Rechtspflege aus der Errichtung des am vorigen Sonnabend eroͤffneten neuen Central⸗Kriminal⸗Gerichtshofes hervorgehen werden, scheint hier nur Eine Stimme zu seyn. Es hat sich jedoch ein Streit dar⸗ uͤber entsponnen, wem eigentlich das Verdienst dieser neuen In⸗ stitution gebuͤhrt. Der Plan dazu scheint urspruͤnglich von Hrn. Shelton, ehemaliger Secretair der Krone an dem Gerichtshofe von Old⸗Batley, angegeben worden zu seyn und dem Lord Broug⸗ ham nur die Ehre zu gebuͤhren, die darauf gegruͤndete Bill im Parlament durchgesetzt zu haben. Dieser Meinung sind wenig⸗ stens die meisten hiesigen Zeitungen; nur der Globe, der Standard und die Morning Chroniele schreiben dem Lord⸗ Kanzler noch einen groͤßeren Antheil an dem Ruhm dieser Maß⸗ regel zu, als die bloße Ausuͤbung seines offiziellen Einflusses und seine zur Unterstuͤtzung der Bill im Parlament gehaltenen Reden. Sie behaupten, die Bill sey in Lord Broughams Kopfentsprungen und ihm von seiner Einsicht und Vaterlanosliebe eingegeben worden; nur kleinliche Scheelsucht koͤnne ihm dies Verdienst streitig machen und es einem Andern zuschreiben. Doch sagen diese Blaͤtter nicht, daß er saͤmmtliche Klauseln der Bill entworfen oder daß er nicht die Rathschlaͤge und Plaͤne anderer Personen dabei be⸗ nutzt haͤtte. Die Times versichert jedoch, die Bill sey ganz und gar von Herrn Shelton entworfen, von Sir John Syl⸗ vester geordnet und dem Lord⸗Kanzler durch Herrn Charles Phil⸗ lips zugestellt worden, der fuͤr ein so werthvolles Geschenk eine schoͤne Belohnung auf Unkosten des Staats erwarte. Herr Phillips hat nun einen Brief an die Morning⸗Chronicle einge⸗ sandt, worin er das Publikum uͤber die ganze Sache aufklaͤren will und sich das Ansehen giebt, als ob er die ganze Geschichte der mehrerwaͤhnten Bill genau kenne. Folgendes ist das We⸗ sentlichste aus diesem Schreiben:
In Folge einiger ungluͤcklichen Vorfaͤlle, die sich in den Ge⸗ richts⸗Sessionen von Middlesex zugetragen hatten, gab der Lord⸗Kanz⸗ ler mir, als einem von der Barre, sein tiefes Bedauern und seinen eifrigen Wunsch kund, der Wiederholung solcher Ereignisse wo mög⸗ lich vorzubeugen. Im Lauf des Gespraͤchs bezeichnete Se. Herrlich⸗ angemessen, daß die Jurisdiction von den
Pfd. zur Reinigung des
lich geworden ist, wie groß auch uͤbrigens die Anstrengungen der an die Spitze der aselegendeiten gestellten Staatsmaͤnner seyn moͤgen, um das Ungewitter zu beschwoͤren.“
„
keit es unter Anderem als Friedensrichtern auf die Koͤniglichen Richter ubertragen, daß ein e ganze dicht⸗
bleibender Gerichtshof zu diesem Zweck errichtet und d
gedrangte Bevoͤlkerung von einem Umkreis mehrerer Meilen um die Hauptstadt, ohne Unterschied der Grafschaften, unter die Kontrolle desselben konzentrirt wuͤrde. Dieser Gedanke entsprang ganz aus seinem Kopf. Ich erwiederte, es sey ein seltfames Zusammentreffen, aber Herr Alley habe in der That vor einigen Tagen zu mir geaͤußert, daß Sir John Sylvester und Herr Shelton vor etwa dreißig Jahren einen aͤhnlichen Plan im Sinne gehabt haͤtten, und daß er glaube, es moͤchte sich unter den Papieren des Letzteren, die damals im Besitz seines Nef⸗ fen, des Herrn Clarke, waren, ein Entwurf davon vorfinden. Der Kanzler war natuͤrlich daruͤber erstaunt, da er mit keinem der beiden Herren persoͤnlich bekannt gewesen war. 1 sagte jedoch, daß er den Lord Melbourne, damaligen Minister des Innern, zu Rathe ziehen wolle, und wenn dieser seiner Meinung beistimmte, daß die Regierung in dieser Sache durchaus etwas thun muüͤsse, so wuͤrde ich weiter von ihm hoͤren. Nach Verlauf eine Woche ließ mich demnach Se. ich kei
oͤffnete mir, daß Lord Melbourne nicht nur den großen Nuz zen des Vorschlages anerkenne, sondern ihn auch gern be der Ausfuͤhrung desselben unterstuͤtzen wolle. Er fuͤgte hinzu daß, wenn Herr Clarke ein solches Dokument, wie da oben erwaͤhnte, auffinden koͤnnte, man sich der Details des⸗ selben mit Nutzen wuͤrde bedienen koͤnnen. Ich fragte, ob Se. Herrlichkeit mir erlauben wollte, seinen Namen zu nennen Er ant⸗ wortete: „Allerdings.“ Es sey, fuͤgte er hinzu, gar kein Grund zu Geheimhaltung seines Plans vorhanden; ich moͤchte nur eine Em⸗ pfehlung von ihm bestellen und sagen, er wuͤrde fuͤr jede Mitthei⸗ lung in Betreff dieser Sache von Seiten eines so erfahrenen Beam⸗ ten diesem aͤußerst verpflichtet seyn. Ich richtete meinen Auftrag aus. Herr Clarke gab mir mit seiner bekannten Hoflichkeit eine Abschrift von der rohen Skizze, die sich von der Hand seines Onkels geschrieben vorfand. Dieser Herr weiß, daß von dabei gar nicht die Rede war; es stand ihm frei, aller Welt zu erzaͤhlen, was bei ihm vorgefallen war, und wenn er die nicht that, so ließ er sich nur durch die ihm inwohnende Beschei denheit, die ihn, wie Jedermann weiß, so sehr auszeichnet, davon zuruͤckhalten. Es kann nicht zwei verschiedenere jene bloße Skizze und die von Lord Brougham vorbereitete und durchgefuͤhrte, gezeitigte und besonnene Maßregel. Ich muß, um
lich sagte, er sehe diese Maßregel als einen bloßen derselbe gelinge, so wolle er die Vortheile der Maßregel auf da ganze Land ausdehnen, aber erst wuͤnsche er sich ob die Operation sich auch wirklich als heilsam bew
Bekanntlich legte Lord Brougham in dem mitgetheilten Gutachten uͤber die zweckmaͤßigste
hren wuͤrde.“
Art der Befoͤrde
ab, großen Werth auf den Gesang⸗Unterricht, und empfahl den elben namentlich in allen Elementar⸗Schulen an. anderen von jenem Ausschuß vernommenen Personen war fessor Pillans derselben Ansicht; ja, er sprach aus, ein guter Lehrplan, in den der Unterricht im Singe als ein Haupt⸗Gegenstand aufgenommen sey, werde nach etwa 7 Generationen alle Verbrechen beinahe vertilgen Eben so versprach sich der Pastor Wilson in Walthamstow von
spiel⸗Schulen lehre man die gegenseitige Menschenliebe in Versen die der Lehrer vorsinge, eben so das Alphabet, die ersten Sylbe und die Multiplications⸗Tabelle. Behagen das Laͤcherliche in dieser Uebertreibung auf. moͤchten“, sagt sie unter Anderem, „wohl erfahren, ob man diesen großen Wahrheiten gemaͤß, auch im Kabinet singt, un ob es Lord Brougham nicht rathsam finden duͤrfte,
nem Richterstuhl stehenden Klienten durch eine Hymne zur Ver soͤhnung zu stimmen. Wir sind uͤberzeugt, daß im Unterhause ein neues Lied viel zweckdienlicher als die gesprochenen Reden seyn wuͤrde, und da die Multiplications⸗Tabelle gesungen wer den kann, so sehen wir nicht ein, warum Joseph Hume seine
„Wi
Budget nicht in einer Bravour⸗Arie nicht in ein Rondo abgefaßt und durch ein Chor beider Haͤuser als Echo zuruͤckgehallt werden sollte.“* 1 Pees n
praͤchtigen Gebaͤudes fuͤr die Pflege einheimischer musikalischer Talente und fuͤr jaͤhrliche Musikfeste in der Hauptstadt ö wobei sowohl Musiker von Profession als heit erhalten sollen, ihre Faͤhigkeiten und ten zu zeigen, und das Publikum, die herrlichen Compositionen Haͤndels und anderer ausgezeichneter Meister zu hoͤren, ohne sich die Muͤhe und Kosten einer Reise nach York, Birmingham und anderen Provinzialstaͤdten zu machen. Das Unternehmen hat lebhafte Theilnahme gefunden und wird besonders vom vornehm⸗ sten Adel beguͤnstigt. Herr Geary, der bei der Anordnung des Orchesters und der Einrichtung der Exeter⸗Halle fuͤr das kuͤrz⸗ lich von Dilettanten veranstaltete Musikfest so viel Geschick be⸗ wiesen hatte, ist mit der Entwerfung des Plans zu dem beab⸗ sichtigten Gebaͤude beauftragt worden. —
Herr Evans wird heute mehrere interessante autographische Schreiben von Fox, Lord Liverpool, Canning und anderen aus⸗ gezeichneten Personen, an Dennis O' Bryen gerichtet, zum oͤffent⸗ glhee Verkauf bringen.
Die Literary⸗Gazette fuͤhrt zwei alte Handschri Escurial in Madrid an, um zu beweisen, daß das Tge keine Europaͤische Erfindung, sondern aus China nach Persien gebracht und hier von den Arabern entlehnt worden sey, die dasselbe schon im Jahr 691 bei der Belagerung von Mekka an⸗ Er. he ber asaßtkantsches d
Die Actionairs der Brasilianischen Bergbau⸗Gesellschaft hi ten gestern eine Versammlung, um den Vericht 1 öö entgegenzunehmen, welcher nicht sehr befriedigend ausfiel. Die Ausbeute hat in dem letzten halben Jahre kaum die Betriebs⸗
Kosten gedeckt. gemacht worden, daß alle 6 Wochen ein
erworbenen Fertigkei⸗
88 * ist 88 gg⸗ iff aus Liverpool eine Reise um die Welt machen und 5 zu 180 Pfd. h ghe zhen werde. 8 en letzten aus adras hier eingegangenen Bericht zufolge, hatte Herr Macaulay, als Mitglied des obersten Rürge
von Indien, am 16. Juni dem Nabob von Carnatic im Tschipahk⸗
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Geheimhaltung
Dinge geben, als
18 vergewissern, kuͤrzlich von uns
der Gerechtigkeit willen, hinzufuͤgen, daß der Kanzler mir ausdruͤck⸗ Versuch an; wenn
rung des Volks⸗Unterrichts, welches er vor dem vom Parlament zur Untersuchung dieses Gegenstandes ernannten Ausschuß ab⸗
Unter den
Pro⸗ sogar die Hoffnung
dem Singen in den Schulen großen Erfolg; in seinen Kirch⸗
Die Times faßt mit großem
Zahlen nicht in Musik setzen, der Kanzler der Schatzkammer das mittheilen, die Thron⸗Rede
nstalten zur Errichtung eines geraͤumigen und
Dilettanten Gelegen⸗
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