1834 / 327 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

schen Blaͤttern vom 15ten die Nachricht, daß das Englische Ka⸗ binet aufgeloͤst und der

- Herzog von Wellington zum Koͤnige be⸗ rufen worden sey.

Heute hat sich hier abermals das Geruͤcht von einer Mini⸗ sterial Veraͤnderung in Madrid verbreitet. Herr Martinez de la Rosa wuͤrde sich danach Kraͤnklichkeits halber zuruͤckziehen und den Grafen von Toreno zum Nachfolger erhalten, waͤhrend an die Stelle dieses Letztern Herr Remisa das Finanz⸗Ministerium erhalten wuͤrde.

Der Indicateur de Bor gendes: dessen war es nicht Eraso, sondern Zumalacarreg uy cher die Karlisten befehligte. Letzterer ist mit einem einzigen Ba⸗ taillone nach Lesmos zuruͤckgekehrt. der Koͤnigin soll sich besonders ausgezeichnet haben. thale stehen gegenwaͤrtig 9000 Christinos und am gien ist auch

deaux vom 14ten enthaͤlt Fol⸗

noch der General Oraa mit einer starken Kolonne daselbst angekommen, General Sagastibelza vor ihm nach Euribi zuruͤck⸗

so daß sich der

„Das Gefecht bei Lerin in Navarra bestaͤtigt sich; in⸗ Felsst, wel⸗

Das Kavallerie⸗Regiment Im Bastan⸗

1328

gezogen hat. In Etchalar und anderen Dorfschaften haben die Christinos bedeutende Contributionen an Lebensmitteln und baa⸗ rem Gelde ausgeschrieben; 10,000 Rationen hat allein Oraa ver⸗ langt, um jene Gemeinden dafuͤr zu zuͤchtigen, daß sie die In⸗ surgenten beguͤnstigt haben.“ Aus St. Jean de Luz schreibt man unterm 12ten d. M.: „Einem Schreiben aus Pampelona vom 7ten zufolge, sollen die Reihen der Christinos sich durch die Ankunft von Freiwilligen aus mehreren Provinzen Spaniens allmaͤlig verstaͤrken. Es fcheint, daß der General Mina die Ge⸗ muͤther sehr beruhigt hat, und daß seine Gegenwart die Pactfi⸗ zirung der insurgirten Provinzen beschleunigen werde. Die Junta von Navarra befand sich am 10ten noch in Oyarzun, hat diesen Ort seitdem aber, auf die Nachricht, daß Jaureguy an der Spitze von 150 Chapelgoris apruͤcke, verlassen. Die Auotidienne ihrerseits glaubt auf das Bestimmteste versichern zu koͤnnen, daß seit dem 28. Okt. weiter keine Affaire, als die bei Allo, stattgefunden habe, und daß das vorgebliche Gefecht bei Lerin eine reine Erfindung des Indicateur de Bordeaux sey.

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 105. 70. fin 105, 85. Zovoe, br. compt. 77. 55. ün gamr. 77. 0) Neap. pr. compt. 95. 45. sin cour. 95. 65. 5proc. Rente 43 ½. Zproc. do. 27 ¾. Cortes 39. Ausg. Span. 15. Guebhard 43½.

Frankfurt a. M., 20. November. Die Nachricht t der ministeriellen Krisis zu London hat zu Paris und hier Course geworfen. Die heutige Notirung war: 5proc. Metn

en öor. Spr Schu

Preußische Staat

99 ½ 99 . 4proc. 91¼ 914. 22 proc. 53 ¾ 53 ½. 1proc. Wnn 23„†⸗. Bank⸗Actien 1532. 1531. Part. Oblig. 139 ½. 139½ Loose

100 Gulden 209. G. Preuß. Präͤm.⸗Sch. 59 ½ 59 ½. do.. Anl. 94 ½¾. Br. Holl. 5proc. Obl. von 1832 96 ¼. 96 2

Berlin, Dienstag den 25sten November

V Loose 67 ¼. 67 ¾. 5proc. Span Rente 44 ½¼. 44 ½. 3pro

Redacteur Cottel. Gedruckt bei A. W. Hayn

rnxvenXnrver

Bekanntmachungen EEI16“ Wir laden Alle, welche als Eigenthuͤmer, Cessio⸗ laire, Pfand- und sonstige Briefs⸗Inhaber an die verloren gegangene, unterm 5. Mai 1823 von der verwittweten Braueigen Kliper, Caro⸗ line, gebornen Witt, und dem Vormunde ihrer Kinder, Schuhmacher Johann Bogislaw Ziebell, fuͤr den Unterofficier Fiedler zu Nuͤgenwalde ausgestellte Schuldverschreibung uͤber 200 Thlr., Zwei Hundert Thaler, welche auf das im Hypo⸗ thekenbuche vom Jahre 1778 Fol. 65 verzeich⸗ nete Wuͤrdeland Nr. 31b. zu Coerlin in Raͤ- brica III. Nr. 2. aus der Verfuͤgung vom 2. Mai 1823 eingetragen ist, Anspruͤche zu haben glauben, auf den Antrag der Interessenten vor, diese ihre Anspruͤche bis zu dem zur Eroͤrterung derselben auf den 16. Januar 1835, Vormittags 10 Uhr, hier an der Gerichtsstelle angesetzten Termine oder spaͤtestens in demselben anzumelden. Diejenigen, welche dies unterlassen, werden mit allen ihren Anspruͤchen an die bezeichnete Schuld⸗

theil.; 4 Bde.

Abtheil: Svo. 1834 1834. Historie. XXVII. Bd. stadt. 8vo.

XXVIII. Bd. Svo. 1834.

meiner Anzeiger fuͤr die

Denkwuͤrdigkeiken peinlicher Gerichtspflege. 3 Bde. Vorsteher so bedeutender Anstalten, als Lehrer der à Thlr. Paͤdagogik an einer der beruͤhmtesten Hochschulen un⸗ hat die Fortfuͤhrung desselben uͤber⸗ nommen und diese neue Ausgabe in dem Geiste sei— n auf den Standpunkt gefuͤhrt, 15 sgr auf welchen sie dieser gefuͤhrt haben wuͤrde. Zahl⸗ Zweite reiche Bereicherungen hat besonders die Literatur, 3 Baͤnde immer ein besonders geruͤhmter Vorzug des Werkes, 5 Thlr. erfahren; noch mehrere werden in der mit hoher Be⸗

Svo. geisterung fuͤr das Werk der Erziehung niedergeschrie⸗ benen Vorrede fuͤr den zweiten didactischen Theil und vornehmlich fuͤr die Geschichte der Paͤdagogik verspro⸗ chen, die in neuer und weit umfassender Form den

XVII - XX. Bd. Das Verlobun 1833.

in schoͤnem Umschlage geheftet. XXI XXIII. Balthasar und Anna.

XXIV - XXVI. Bd. Novellen. 3 I. Band. Der Schreibfehler,

Monsieur le Marquis. II. Bd. Der Kynast.

III. Bd. Die beiden Antonine. Die Briten in der deutschen Haupt⸗

Bei Friedrich Fleischer in Leipzig ist so eben erschienen und an alle Berlin bei Duncker und Humblot,

Die Magyaren. Erste Ab⸗ seres Vaterlandes, gsfest zu Murany. 1 6 Thlr. 10 sgr. nes verewigten Vaters 6 Thlr. Die Magyaren.

roh. Bd.

Bde. 4 Thlr. eine maͤhrchenhafte 1 ½ Thlr. Thlr. dritten Theil beschließen soll. Jie 1834.

sgr. J. A. Liebmanno. Die Windsbraut.

25 Letzte Novelle. 1 ½ Thlr.

ad a. MD CCCXXXIV. Ato.

schen Sprache der Römer, von Buchhandlungen versandt (in Franzoͤsische

Preußischen Staaten.

Oudendorpii, Franc., Dictatorum in selectas A 1 22* 12 2 . . . M. Pullii Ciceronis epistolas particula edita ab Accedunt annales Gym-

nasii Halensis inde ab a. MDCCCXXXIII.

Palaestra musarum. Materialien zur Einübung der gewöhnlicheren Metra und Erlernung der poeli-

neyer und Dr. M. Seyffert. Ir Theil. Für intere Gymnasialclassen herausgegeben von Dr.

Koͤnigliche Majestaͤt haben den bisherigen Ober⸗Lan⸗

. Rath an das Kam

gerichts⸗Rath Frentzel zu Koͤslin als eergericht zu versetzen geruht.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Sachsen⸗ Weimar ist nach Weimar zuruͤckgekehrt.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich, Mitregent on Sachsen, ist nach Dresden abgereist.

contin, de art. grammat. lib. IV. et V. ecdidy Aug. Eckstein. 4maj. 2 Thlr. Ag. (Pars I. erschien 1833 und kostet 3 Thlr. 15 8 Der zweite Theil dieses großartigen grammatit Werkes des grundgelehrten Vossius bedarf fuͤr Ka ner und Freunde der latein. Sprache wohl unll einer Empfehlung; wir duͤrfen nur wuͤnschg, R derselbe mit gleichem Wohlwollen aufgenommen werde als dem ersten Theile, selbst im Auslande, im räiche Maaße zu Theil geworden ist. Der Herausgeber n wie sein gelehrter Vorgaͤnger, Rektor Dr. Foͤrtst keine Muͤhe gespart, diese Ausgabe dem vorgestetg

Bei der am 2lsten und 22sten d. M. fortgesetzten Ziehung der 5ten Kläaͤsse 70ster Koͤnigl. E sa 2 90 Rthlr. auf Nr. 41,187 und 46,582 na

Gewinne zu 10,000 Rth. 2 582 1 alle bei Lehmann und nach Potsdam bei Bacher; 2 Gewinne iele, in den Anmerk in Repertorium ii hn 5000 Rthlr. auf Nr. 4001 und 91,300 in Berlin bei Mend⸗ I EEEE11 fir ch,, und nach Sagan bei Wiesenthal; 4 Gewinne zu 2000 Rthlr. lateinische Sprachwissenschaft zu geben, naͤher zu brazaheim un 2,627. 13,609. 14,137 d 103,206 in Berlin bei gen, und er hofft den Dank aller Gelehrten un ulzuf Nr. 12,624. 13,609. 14,137 un 9, 8 li 8 lung der in lleeger, nach Danzig bei Rotzoll, Halle bei Lehmann und nach zuversichtlicher, als eine solche Samm ung der in Eeeger, Eöö— 8 I“ 900 Rthl zaͤhligen Commentaren und Monographien niedas Koöͤnigsberg in Pr. bei Borchardt; 21 Gewinne zu 1000;( 8 hir. legten Observationen uͤber Lat. Grammatik einen; suf Nr. 10,879. 17,641. 21,162. 21,564. 22,632. 27,901. 43,028. den, dem diese Studien am Herzen liegen, erwün 15,688. 50,406. 51,195. 51,978. 57,321. 57,323. 65,041. 74,131. sein muß. Die Vollendung des Ganzen und 75,383. 80,891. 84,527. 91,906. 100,486 und 101,376 in Berlin reichhaltigen Register glauben wir mit Bestimmg e Burg, bei Gronau, 2mal bei Seeger und bei Wolff, nach dbn ostermesse des kommenden Jahres verspregs Freslau bei J. Holschau, Coͤln Zmal bei Reimbold, Duͤsseldorf hei Spatz, Glogau bei Bamberger und bei Levysohn, Halle bei

s que

geh 10 sgr.

Dr. T h. Echter-

Nenophontis Anabasis, s. Expeditio Cyri.

verschreibung praͤcludirt, es wird ihnen dieserhalb ein ewiges Stillschweigen auferlegt und dies Docu⸗ ment amortisirt werden. Cvoerlin, am 13. Septbr. 1834.

Koͤnigl. Preuß. Stadtgericht.

Alle diejenigen, welche an die Administratoren der Weinhandlung Johann Franz Roͤnckendorff zu Braun⸗ schweig als solche aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen zu haben vermeinen, werden hierdurch edictaliter vorgeladen, in dem dazu auf

1 II1111“ angesetzten Terminc, Morgens 10 Uhr, vor Herzogl. Kreiegerichte zu Braunschweig zu erscheinen, und ihre etwanigen Forderungen anzumelden, widrigenfalls sie damit ausgeschlossen werden sollen.

Gegeben Braunschweig, den 18. October 1834.

Herzogliches Kreis⸗Gericht.

—ws,

Literarische Anzeigen.

8 In der Enslin'schen Buchhandlung (Ferd. Muͤller; in Berlin, Breitestraße Nr. 23, ist erschie⸗ nen und daselbst, wie auch in allen anderen Buch⸗ handlungen, in Breslau bei Aderholz, in St. Petersburg bei Hoͤwert, zu haben: Lisco, F. G., Die St. Gertraudkirche zu Berlin, Predigt zur Einweihung derselben. Nebst einer kurzen Geschichte derselben, von L Frege. 72 sgr.

Durch die Stuhrsche Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2, ist zu haben:

Der Kirchengesang unsererZeit, beleuchtet voon Carl Heinrich Seemann. Konigsberg, bei

e W neee

Der Verfasser, Componist mehrerer Kirchenmusiken z B. eines Requiems, welches er zu Koͤnigsberg und Berlin auffuͤhrte, ingleichen Gruͤnder eines Sing⸗ Vereins und einer Liedertafel, ist durch vieljaͤhriges und vorzugsweises Studium der Kirchenmusik in den Stand gesetzt, in der obigen Schrift den jetzigen Zustand des Kirchengesanges in drei Abschnitten (Choral, Liturgie, Kirchenmusik) mit Sachkenntniß abzuhandeln. Dem Ganzen sind zwei Anhaͤnge bei⸗ gegeben, von denen der erstere Regeln in Bezug auf den Choral, der andere die antiphonischen Gesaͤnge nebst den dahin geboͤrigen vierstimmig ausgesetzten Responsorien mit Clavier⸗Begleitung liefert. Dieses fuͤr den Kirchengesang wichtige Buch ist daher allen Predigern, Cantoren und Organisten, so wie den Vorstehern von Kirchen⸗ Gemeinden zu empfehlen.

A. W. Unzer in Koͤnigsberg.

In der Otto Wigand ’schen Verlags⸗Expedition in Leipzig ist erschienen und bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn Nr. 3), zu haben:

J11AA“ Novelle in zwei Theilen EIeee, e 8 ½9 2 Bde. Sᷓvo. 1834. in farhigen Umschlag brosch. 2 Thlr.

In der Otto Wigand'schen Verlags⸗Expedition in Leipzig ist erschienen und in jeder soliden Buch⸗ handlung in Berlin bei E. S. Mittler (Stechbahn Nr. 3), zu haben:

Alexander Bronikowski's Sammlung neuer Schriften. 1 28ster Band 8vo. 1829 34. 1 II. Bd. Darstellungen aus vergangener Zeit; enthaltend: ir Der Ehrenpunkt. Das Hospitium des Bern⸗ hardsberges. 2r. Pleurs. Die Praͤtendenten. zr. Der Wahltag. Die Grube zu Hoͤckendorf. à Thlr. 20 sgr. IV— vIHI. Bd. Polen im siebenzehnten Jahr⸗ hunderte oder Johannes der Dritte, Sobieski und sein Hof. 5 Baͤnde. Svo. 8 Thlr

IX —= X. Bd. Die Frauen von Neidschuͤtz.

Novelle. 2 Bde. 3 Thlr XI= XIII. Bd. Beate. Aus einer alten Chro⸗ nik ohne Titelblatt 3 Baͤnde. 4 Thlr. 15 1gr. XIV—- XVI. Bd. Veit. Ein Bei rag zu den

Straße Nr. 20 a, zu haben): Berichte des Eisenbahnen-Comité zu Leipzig Nr. 1 und 2. Preis fuͤr 6 Nummern 3 Thlr.

8

Berlin, Spittelmarkt Nr. 5, ist erschienen: Berlin wie es ist und rvinbt von Ad. Brennglas

mit einem Titelkupfer. Preis geheftet Sgr.

W. cplt.; v. Kamptz Jahrb. u. Annalen: lammlung; Verhandlungen des und des Gewerbe⸗Vereins.

Gesetz⸗ Garten⸗

Im Verlage der Buchhandlung des Waisen⸗ hauses in Halle sind zur Oster⸗- und Michaelis⸗Messe 1834 neu erschienen und in allen Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu haben, in Berlin bei Ludwig Oehmigke, Burgstraße Nr.

Bogatzky, C. H. von, Guͤldenes Schatzkaͤstlein

der Kinder Gottes, deren Schatz im Himmel ist, bestehend in auserlesenen Spruͤchen der heiligen Schrift, nach der Ordnung der heiligen Buͤcher; sammt beigefuͤgten kurzen Betrachtungen, Gebe⸗ ten und Reimen. Ir Theil. Alste Auflage. 2 1 Theil. 35ste Auflage. 12m0. 10 sgr. Daͤhne, A. F., Geschichtliche Darstellung der ju⸗ disch⸗alexandrinischen Religions⸗Philosophie. In 2 Abtbeilungen iste Abthlg. gr. 8vo. 2 Thlr 15 sgr. (Die zweite Abtheilung ist unter der Presse.) Foͤrstemann, Dr. K. E., Urkundenbuͤch zu der Geschichte des Reichstages zu Augseurg im Jahre 1530. Nach den Oeciginalen und nach gleichzei⸗ tigen Handschriften herausgegeben. 1r Band. (Von dem Ausgange des kaiserlichen Ausschrei⸗ bens his zu der Uebergabe der Augsburgischen Confession.) gr. 8vo. IJen Geschichte, neuere, der evangelischen Misstons⸗An⸗ stalten zu Bekehrung der Heiden in Ostindien, aus den eigenhaͤndigen Aufsaͤtzen und Briefen der Missionarien herausgegeben von Dr. H. A. Niemeyer. 808 Stuͤck oder 7ten Bandes 88 Stuͤck. Alo. 12 ½ sgr Ilohl, Dr. A. F., Die geburtshülfliche Explora- tion. 2e Theil. (Das exploralive Sehen und Fühlen.) gr. Svo. 2Thlr. (Der I1ste Theil, das Hören enthaltend., mit 1 Ku- pfertatel, erschien 1833 und kostet 1 Thlr. 15 sgr.)

Niemeyver, A. H., Grundsaͤtze der Erziehung und

des Unterrichts fuͤr Eltern, Hauslehrer und

Schulmaͤnner Neunte Ausgabe. 3 Baͤnde 1r

Zand. gr. 8vo. Preis fuͤr alle 3 Baͤnde Velin⸗Druckpapier 6 Thlr. Schreibpapier 8 Velin⸗Schreibpapier 9

Die neunte Auflage von Niemeyer's Grund⸗ saͤtzen bedarf keiner Empfehlung, denn seit mehr denn dreißig Jahren ist dieses Buch in allen Gegenden Deutschlands nicht blos unter den Schulmaͤnnern verbreitet, Uebersetzungen haben es dem Auslande zu⸗ gaͤnglicher, Nachdruͤcke, Auszuͤge und anderweitige Bearbeitungen verschiedener Verfasser haben dies Werk allgemeiner gemacht, in welchem der hochgefeierte Verfasser das, was sich aus langer eigener Erfahrung und aus fleißigem Studium aller Erscheinungen auf dem Gebiete der Paͤdagogik als das Beste dewaͤbrt hatte, gesammelt hat. Laͤngst sind diese Grundsaͤtze ins Leben getreten, nicht blos in den großartigen Stiftungen Francke's, denen der Verewigte vorstand, sondern vor allem durch die Tausende von Schuͤlern, die zu den Fuͤßen des Mannes gesessen haben, den man, wohl nicht mit Unrecht, als den andern Lehrer Deutschlands bezeichnet hat, durch die Menge von Familienvaͤtern, denen dieses Buch die trefflichste An⸗ leitung zur Erziehung ihrer Kinder und zur Aufklaͤ⸗

In der Buchhandlung von Karl Cujrths in

5tes Heft „Berliner Fuhrleute“

G. Fincke, Spittelmarkt Nr. 16, kauft ganze Bibliotheken und sucht gegenwaͤrtig JFean Pauls

M. 8. eyffert. Svo. 15 sgr. Text zu den Materialien der Palaestra musarum für untere Gymnasialclassen, herausgegeben von

Dr. M. Seyffert. Auch u. d, Titel: Antholo-

gie aus neueren lateinischen Dichtern. Ir Theil. 8vo. 20 sgr.

Bei der immer mehr anerkannten Zweckmaͤßigkeit des Anfertigens lateinischer Verse in den Gymnasien koͤnnen wir diese Anleitung allen Lehrern empfehlen, da sich dieselbe durch eine neue zweckmaͤßige Methode in der Anordnung des mit unermuͤdlichem Fleiße aus den besten neuern lat. Dichtern aller Nationen ausge⸗ waͤhlten Materials und durch Reichhaltigkeit der uͤber alle Theile der dichterischen Grammatik und Phraseologie sich erstreckenden Bemerkungen und Hin⸗ weisungen auf die jetzt am weitesten verbreiteten Gram⸗ matiken von O. Schulz und Zumpt vor aͤhnlichen Buͤchern dieser Art auszeichnet. Jemehr gerade in dem Schulunterrichte ein zu langes Beharren bei einem Lebrbuche Lehrenden und Lernenden unange⸗ nehm und selbst nachtheilig ist, um so bereitwilliger, so hoffen wir, werden die Lehrer der Gymnasien die⸗ ses Huͤlfsbuch ihrem Unterrichte zu Grunde legen. Fuͤr diejenigen, denen Mangel an Muße oder eigener Fertigkeit die Loͤsung der Aufgaben beschwerlich ma⸗ chen koͤnnte, ist dieselbe besonders abgedruckt; zugleich aber duͤrfte dieser Text der Materialien allen Freun⸗ den neu lateinischer Poesie eine willkommene Erschei⸗ nung sein, da sie darin die schoͤnsten Erzeugnisse der⸗ selben vereinigt sinden werden. Noch mehr wird dies

bei dem bald erscheinenden 2ten Cursus, der laͤngere Stuͤcke enthaͤlt, der Fall sein. Schirlitz, Dr. K. A., Lateinisches Lesebuch. 2r Cursus. Zur öffentlichen und Privatlectüre lür mittlere und obere Classen in gelehrten Schulen. 8vo 1 1 Thlr. 1Jer eeebHaebhee

Schirlitz, Dr. C. A., Historia Romana ad pug-

nam usque Actiacam praemissa Italiae antiquae descriplione. Ex scriptoribus veteribus contéexta et in usum scholarum adornata.

Vielfaͤltigen Anforderungen genuͤgend, hat sich der verehrte Verf. dieses Lesebuchs entschlossen, in einem 2ten Cursus eine Uebersicht der Geographie Italiens und der Geschichte Roms bis zur Schlacht don Ac⸗ tium zu geben, um so den Beduͤrfnissen der etwas weiten vorgeschrittenen Schuͤler abzuhelfen. Aber nicht nur zum Schulgebrauche, sondern auch ganz besonders der Privatlectuͤre duͤrfte dies Buch am be⸗ sten bestimmt sein. Jeder weitern Empfehlung glau⸗ ben wir uns um so eher enthalten zu koͤnnen, als der Name des Herausg. hinlaͤnglich bekannt und seine Methode von den erfahrensten Schulmaͤnnern als hoͤchst zweckmaͤßig erkannt ist.

Schulz, Dr. Otto, Schulgrammatik der latei⸗

nischen Sprache. Ste verb. Auflage. 9o,

12 ½ sgr Auch die achte Auflage dieses weit verbbe ecsen Schulbuchs hat zahlreiche Verbesserungen durch den Herrn Verf erhalten; und wir hoffen fuͤr dasselbe jetzt eine um so weitere Verbreitung, als in des Ver⸗ fassers ausfuͤhrlicher Grammatik (2te verbesserte Auf⸗ lage, gr 8 %., 1834, 47 Bogen, 13 Thaler) auch den obern Gymnasialklassen ein Lehrbuch geboten ist, wel⸗ ches, nach gleichen Grundfsaͤtzen bearbeitet, diese Schul⸗ grammatik erweitert und vervollstaͤndigt. Wohlfeil⸗ heit des Preises duͤrfte keine geringe Empfehlung fuͤr die Einfuͤhrung desselben sein. Splittegarb, K. 1 Deutsche Sprachlehre fuͤr

Anfaͤnger, mit Aufgaben. IIte verb. Aufl. 8vo.

8 7]⁄ sgr. Französisches Lesebuch fuͤr Anfaäͤnger. Nebst einer kurzgefaßten Grammatik und einem fran⸗ zoͤsisch⸗deutschen Woͤrterbuche. 11te verb. Auft.

8vo. 12 sgr. Buͤcher sind laͤngst allgemein bekannt; FFre

Beide Brauchbarkeit fuͤr den Unterricht bezeugen am besten die vielen Auflagen, denn schon die eilfte legen wir jetzt allen Schulmaͤnnern vor. Daß dieselben nicht ohne Verbesserungen abgedruckt sind, versteht sich wohl von seldst, da wir immer bei neuen Auflagen der zahlreichen in unserm Verlage erschienenen Schul⸗

Irung uͤber viele paͤdagog. Streitfragen der Zeit ge⸗

waͤhrt hat. Mit dem Tode des Verfassers war das Werk nicht verwaist; ein ruͤstiger Sohn, der Pfleger des vaͤterlichen Ruhms und hinlaͤnglich bewaͤhrt als

buͤcher sachverstaͤndige Maͤnner mit der Durchsicht und Berichtigung derselben zu beauftragen pflegen.

Vossii., G. J., Aristarchus sive de arte gramma-

Posen und der Schweiz, dem Koͤnigl. Preuß Major Hr. F. W. Streit un gestochen von Leopold Muͤller in Berlin, vi gewiß ebenfalls alle billigen men befriedigen, und vereint mit dem Buͤche sich, ein neuer zuverlaͤssiger Fuͤhrer auf den Gewaͤse Deutschlands bewaͤhren.

Ata emendatior. Accedunt Indices et TMàlp geographica. Svo. 1 10¹ Diese vierte Ausgabe unterscheidet sich von! fruͤhern wesentlich. Der Text, hauptsaͤchlich zware Dindorf's Recension sich anschließend, ist ia einen ausgezeichneten akademischen Lehrer reyvigt neue Summarien sind hinzugefuͤgt, und aus der Ma der Lesarten eine Auswahl derer gegeben, die Lehrer zur Eroͤrterung der wichtigsten Punkte ausf griechischen Grammatik Gelegenheit darbteten in nen. Das Wortregister, von einem tuͤchtigen Sch mann neu angefertigt, wird sich als brauchbareu allen Beduͤrfnissen entsprechend gewiß bewaͤhren. ? glauben wir, durch Weglassung der unzweckmäßigst Bemerkungen und des schlechten Wortregisters d fruͤhern Ausgaben, diesem schon viel verbreiteten Bu einen hoͤhern Werth gegeben zu haben, ohne daß wi bei dem schoͤnen Aeußern des Buches den Pres de selben erhoͤhten, und so vielleicht die Verbreitung selben in den Schulen erschwerten. Zedlitz, L. v, Neues hydrographisches Lexikonf die deutschen Staaten. Enhaltend die Bescn bung aller großen und kleinen Fluͤsse so wie groͤßern Baͤche, mit genauer Angabe ihres 4 sins, ihres Laufs, ihrer Muͤndung, ihres Nußg durch Bewaͤsserung, Schiffbarkeit, Fischerei, M. len⸗, Hammer- und Huͤttentrieb, ihrer Wicht keit als militairische Punkte, ihrer Laͤnge, Bru und ihrer Uebergaͤnge auf Bruͤcken und Fäͤht Mit 1 vhtregses h g schen Charte von Deis land, den Koͤnigl. Prov. Ost⸗ und West⸗Preu und Posen und der Schweiz, entworfen und zeichnet von dem Koͤnigl. Preuß. Major De. W. Streit und gestochen von Leopold ler in Berlin. gr. 8vo. Subseriptions⸗ 8 2 Thlr. 10 Mit Umsicht, Sorgfalt und Muͤhe hat der du seine geographischen und statistischen Schriften gelehrten Welt wohlbekannte Herr Verf. dieses Vc⸗ von jedem nur irgend der Anfuͤhrung werthen 9l oder Bache der Deutschen Staaten eine genüͤhn und seiner Wichtigkeit angemessene Beschreibung! geben. Es sind in derselben die Eigenthuͤmlichkah der verschiedenen groͤßern und kleinern Rinnsaͤle! ihren Quellen bis zu ihren Muͤndungen, die Besth fenheit ihrer Ufer, besonders auch in Hinsicht militairische Operationen, der Anfang i Schiffbarkeit und ihr anderweitiger Nutzen fuͤr! Handel und den Verkehr, ihre Verstaͤrkung durch verschiedenen namhaft gemachten Zufluͤsse u. s. w. u. 1 nach den besten, durch oͤrtliche Bekanntschaft, A nahmen, geodaͤtische Berechnungen, Corresponde und gedruckten Beschreibungen gesammelten Qutl mit genauer Beruͤcksichtigung der die neueste Lande

kunde betreffenden Schriften, so wie der besten er cialkarten dargestellt. Staatenkunde, den Militairs,

Allen Freunden der Lehre! den Geschaͤfts maͤnne und Zeitungslesern, wird dieses Werk also um mehr willkommen sein, da ein solches bisher gaͤnz!

der neuen deutschen Literatur fehlte und eine laͤmng gefuͤhlte Luͤcke dadurch ausgefuͤllt ist. Die dem Ac

beigegebene hydro orographische Charte von Deutst land, den Preuß Prov. Ost⸗ und West⸗Preußen NI- entworfen und gezeichnet e

Anforderungen vollten

Im Verlage von Carl Cranz in Breslau ist-

eben erschienen und in Berlin bei T. Trautweir Breitestralse No 8, zu haben:

A UteEWalze

fürdas pianocfopt. o0.

Ihro Durchlaucht der Frau Fürstin

Liegnitz in tiefster Ehrfurcht zugeeciguet von J. P. Wagner. Op. 6. Preis 15 sgr.

Bei mir ist zu haben:

Recueil de pièces authentiques concernal

le Général Sarrazin. Avec supplément. 15 89

tica lihri septem, Edid. C. Foertsch. Pars II.

A. Asher, Linden No. 2-.

behmonn, Magdeburg Zmal bei Brauns, Merseburg bei Kiesel⸗ hach, Schweidnitz 2mal bei Scholz, Siegen bei Hees und nach Stargard bei Hammerfeld; 38 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 2616.5585. 13,438. 14,448. 14,739. 19,150. 22,348. 31,273. 55,720. 36,754. 38,918. 39,254. 45,046. 45,264. 46,110. 48,3 19. 2,500. 55,674. 62,507. 64,245. 64,411. 66,208. 70,197. 70,764. 71,391. 72,409. 74,915. 76,792. 76,816. 77,424. 78,954. 80,824. 82,584. 84,769. 90,813. 91,590. 101,149 und 101,663 in Berlin mal bei Burg, 2mal bei Gronau, bei Joachim, bei Matzdorff, ei Mendheim und 4mal bei Seeger, nach Barmen bei Holz⸗ chuher, Breslau bei J. Holschau, bei Leubuscher und 2mal bei Schreiber, Bromberg bei Schmuel, Coblenz bei Stephan, Coͤln zmal bei Reimbold, Crefeld bei Meyer, Driesen bei Loͤwenberg, Glogau bei Bamberger, Halle bei Lehmann, Jauer bei Guͤrtler, Köͤnigsberg in Pr. bei Heygster, Poln. Lissa bei Hirschfeld, Magdeburg 2mal bei Brauns, Muͤnster bei Lohn, Nordhausen hi Schlichteweg, Potsdam bei Hiller, Prenzlau bei Herz, Sa⸗ gan Zmal bei Wiesenthal und nach Stralsund bei Trinius; 58 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 273. 3508. 3713. 4742. 5417. 311. 9014. 10,257. 14,006. 16,615. 17,645. 18,779. 19,346. 19,427. 20,469. 21,296. 23,847. 25,842. 28,708. 29,954. 32,313. 3,390. 39,189. 39,360. 41,105. 45,145. 45,874. 53,460. 53,746. 65,979. 56,157. 57,837. 62,158. 63,203. 63,460. 64,282. 64,324. 61,941. 65,738. 66,326. 67,102. 69,610. 70,730. 73,168. 74,273. 74,986. 75,591. 76,194. 79,683. 81,845. 83,191. 85,151. 87,000. 87,5 87,608. 92,443. 94,376. 95,616. 97,257. 97,290. 99,247. 99,933. 100,416. 102,429. 102,455. 103,125. 104,243. 104,358. 105,335. 105,855 und 105,937. Die Ziehung wird fortgesetzt. Berlin, den 24. November 1834. Koͤnigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Direction.

Abgereist: Se. Excellenz der Koͤnigl. Saͤchsische Staats⸗ Minister und Minister des Koͤnigl. Hauses und der auswaͤrti⸗ gen Angelegenheiten, von Minkwitz, nach Dresden.

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Zeitungs⸗-Nachrichten. Isellein .

WW

Paris, 17. Nov. Der Koͤnig ertheilte gestern dem Her⸗ zoge von Choiseul eine Privat⸗Audienz, und arbeitete darauf mit dem Grafen Montalivet.

Ein hiesiges Blatt sagt: „Seit gestern hat sich in der ministeriellen Lage nichts geaͤndert. Man erwartet mit Ungeduld Herrn Humann, der wahrscheinlich noch heute hier eintreffen wird. Heute Morgen wurden die Doctrinairs saͤmmtlich vom Koͤnige empfangen, mit dem sie arbeiteten, als ob ihre amtlichen Verrichtungen niemals aufgehoͤrt haͤtten. Es scheint jedoch, daß die Herren Guizot und Thiers nicht ohne Besorgniß uͤber die Gesinnungen des Herrn Humann sind, der bei seiner Abreise erklaͤrt haben soll, daß er das Ministerium herzlich satt habe. Herrn Persil scheint es endlich nach vielen Eroͤrterungen gelun⸗ gen zu seyn, die Gunst der Doctrinairs wieder zu gewinnen, und man glaubt, daß er im Ministerium bleiben werde. Aber der Admiral Jacob wird entschieden geopfert, und man spricht an seiner Stelle von dem Admiral Duperré. Der Oberst Gar⸗ 8 wird vermuthlich zum Unter⸗Staats⸗Secretair im Kriegs⸗ Departement ernannt werden.“

den Herren Teste, Passy und Karl Dupin muͤssen sich nun auch, wenn sie wieder ins Ministerium eintreten, die Herren Guizot, Thiers, Humann, von Rigny und Duchatel in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der Deputirten⸗Kammer einer neuen Wahl unterwerfen.

In 81 der verschiedenen Ministerien herrscht die groͤßte Verwirrung. In mehreren derselben sind einige Stellen 8 nicht besetzt, und die Beamten sind seit 5 bis 6 Tagen voͤl⸗ ig unbeschaͤftigt. 1 1

Man Ne. daß Herr Sauzet, der sich seit zwei Ta⸗ gen in Paris befindet, weder mit irgend einem der Mitglieder des Kabiettes, an dem er Theil nehmen sollte, noch mit einem seiner Kollegen der Deputirten⸗K r in Beruͤhrung gekom⸗ ZJ

Die uͤble Laune des Temps macht sich durch einen Artikel mit der Ueberschrift: „Die Presse und das Ministerium vom 10. November“ Luft. „Es giebt eine Wahrheit“, heißt es in demselben unter Anderem, „welche man laut bekennen muß, und die durch die letzte polttische Ktisis recht einleuchtend geworden ist: daß naͤmlich die Presse, welche sich noch nicht außerhalb un⸗ serer Institutionen und in Opposition gegen die Dynastie gestellt hat, meistentheils ganz planlos zu Werke geht, ihre Macht zer⸗ soltttert, sie in Eifersuͤchteleien verschwendet, und es sich wenig angelegen seyn laͤßt, die Thatsachen zum Vortheil ihrer Grund⸗ saͤtze zu benutzen, sondern gewoͤhnlich den Tadel einer unpar⸗ teiischen Beleuchtung vorzieht. Ein unter sich zerfallenes, mit der oͤffentlichen Meinung em Widerspruch stehendes Ministerium fiel bei der Annaͤherung der Kammer und unter der Last seiner eigenen Intriguen. Es war dies zugleich das Ende des Systems der Strenge, der Fall der aristokratischen Doktrinen, die noch gefaͤhrlicher sind, als selbst die Strenge, die Hoffnung der Ruͤckkehr zu der Auf⸗ richtigkeit der Repraͤsentativ⸗Regierung und zu den Juli⸗Grund⸗ saͤtzen; mit einem Worte, es war ein Sieg der Demokratie. Das Kabinet, welches am 10. November aus dieser ministeriel⸗ len Revolution hervorging, enthielt in seinem Schoße parlamen⸗ tarische Maͤnner, Maͤnner, die unbestreitbar der in diesem Augenblick siegenden Demokratie angehoͤrten. Es hatte allerdings nicht die Festigkeit und Kraft, die es 3. B. aus einem Votum der Kammer geschoͤpft haben wuͤrde; aber es war doch wenig— stens eine Hoffnung; die Erscheinung desselben konnte eine nuͤtz⸗ liche Wirkung auf die Majoritaͤt hervorbringen, die es ihrerseits haͤtte vervollstaͤndigen und befestigen muͤssen. Dies wird jetzt von Niemanden mehr in Zweifel gestellt. Wohlan! die Presse, statt das Ministerium mit Wohlwollen aufzunehmen, statt die Um⸗ staͤnde zu beruͤcksichtigen, und es, nicht durch die Aufopferung abwei⸗ chender Meinungen, sondern durch eine weise und einstimmige Maͤßigung zu unterstuͤtzen, hat vom ersten Tage an heftig da⸗ gegen geeifert. Es war ein solcher Ausbruch der Unzufrieden⸗ heit, wie ihn dieselben Blaͤtter kaum jetzt beim Wiedereintritt der Doctrinairs laut werden lassen; gleichsam als ob sie alle ihre Kraͤfte am 10. Nov. verschwendet haͤtten. Es ist wahr, daß zwei Tage spaͤter ihre Sprache gemaͤßigter wurde; aber das Ue⸗ bel war angerichtet, sie hatten aus allen Kraͤften zum Siege ihrer Gegner beigetragen. Daß die Journale, welche den Triumph ihrer Meinungen von einer neuen Revolution erwarten, sich da⸗ mit begnuͤgen, die Ereignisse zu beurtheilen, ohne es zu versu⸗ chen, dieselben aufzuhalten oder zu mildern, das begreifen wir; aber muß nicht die dynastische Presse, wenn sie den Titel der vierten Gewalt im Staate rechtfertigen will, es wie die anderen Gewalten machen: das Moͤgliche im Auge behalten, und ihre Wirksamkeit nach den Resultaten be⸗ rechnen, die sie zu erlangen hofft? Je mehr die Waͤnsche, die man hegt, sich von der Gegenwart entfernen, desto uͤbertriebener sind sie, und desto weniger kann man hoffen, sie mit einemmale erfuͤllt zu sehen. Durch einen aͤhnlichen Fehler wurde fruͤher das Martignac'sche Ministerium gestuͤrzt, um Herrn von Po⸗ lignac und den Unterzeichnern der Juli⸗Verordnungen Platz zu machen. Es handelt sich hier nicht um Unterhandlungen mit seinem Gewissen, oder um Verheimlichung seiner Meinungen; aber war es wohl vernuͤnftig, sich gegen einen unvollstaͤndigen Erfolg mit groͤßerer Erbitterung auszusprechen, als man es viel⸗ leicht gegen das fortdauernde Uebel gethan haͤtte? Und bei dieser Gele⸗ genheit sey uns noch eine Bemerkung erlaubt, ohne Empfindlichkeit, ohne Bitterkeit, aber mit Offenheit. Wir haben drei Tage lang ei⸗ nem schwankenden, von Feinden umgebenen, von allen Seiten angegriffenen Ministerium unsern Beistand geliehen und sogleich ist das Wort „Besoldung“ ausgesprochen worden. ollte man nicht beinahe glauben, daß gewisse Leute der Presse den Zweck unterlegen, die Regierung unmoͤglich zu ma⸗ chen, und sogar die eigenen Meinungen zu bekaͤmpfen, wenn sie ans Ruder kommen? Und scheinen nicht Andere der Meinung zu seyn, daß man nur durch Besoldung veranlaßt werden koͤnnte, ein Ministerium zu loben, und daß sich die Unabhaͤngigkeit nie dazu hergeben duͤrfe, die Handlungen eines Ministers zu bil⸗ ligen?“

B Der Pairshof tritt am 24. d. M. bloß zusammen, um sich den Bericht des Herrn Girod abstatten zu lassen. Hieruͤber koͤn⸗ nen aber mehrere Tage hingehen, da dieser Bericht 16 1800 ge⸗ druckte Quartseiten fuͤllen soll.

Ein Privat⸗Schreiben aus Bayonne vom 163ten d. ent⸗ haͤlt Folgendes: „Ein erasthaftes Gefecht hat bei Lerina an den Ufern des Ebro stattgefunden. Die Karlisten griffen die durch eine fliegende Batterte gedeckten Christinos wuͤthend an, so daß Letztere, die einem solchen ungestuͤmen Choc nicht Widerstand lei⸗ sten konnten, sich zuruͤckzogen, ohne indeß mehr als 20 Todte und einige Verwundete verloren zu haben. Bei der Nachricht von diesem Unfall verließ der Kommandant Gorrea sogleich Olite, und eilte in forcirten Maͤrschen dem Oberst Figueiras, der die geschlagenen Truppen kommandirte, zu Huͤlfe. Die beiden ver⸗ einigten Divisionen griffen nun ihrerseits an und zwangen die Karlisten, das Schlachtfeld zu raͤumen, wobei Letztere ihrerseits viele Leute verloren haben sollen.“ 1

Die heutige Gazette de France sagt: „Die Nachrichten vom Kriegs⸗Schauplatze in Navarra sprechen von keinem wich⸗ tigen Gefechte. Bis jetzt ist uns nichts zugekommen, was uns veranlassen koͤnnte, den seit 2 Tagen von den liberalen Blaͤttern verkuͤndigten Siegen Mina's Glauben zu schenken.“

Der Messager meldet in seiner Korrespondenz von der Spanischen Graͤnze vom 12. November: „Die Haupt⸗Ursache der bisherigen Niederlagen der Christinos lag in der schlechten Mannszucht der Armee, die aus jedem Soldaten einen persoͤnli⸗ chen Feind der Buͤrger machte; Raub, Mißhandlung und Ge⸗ waltsamkeiten aller Art waren unter der Herrschaft des Ameri⸗ kaners Rodil an der Tagesordnung, und jetzt ist gerade das Ge⸗ gentheil durch seinen Nachfolger befohlen worden. Ich kann Ihnen versichern, daß in der Provinz Aragonien ein vortreffli⸗ cher Geist herrscht. Der General Espeleta wird endlich Ge⸗ legenheit haben, sich zu uͤberzeugen, wie ungerecht sein Mißtrauen

war, das er gegen das zu liberale Benehmen seiner Verwalteten bezeigte. Ich glaube nicht, daß diese wichtige Provinz die min⸗ deste Gefahr laufe, es sey denn, daß Mina in jenen, die unter seiner Leitung stehen, eine entscheidende Schlacht verloͤre. Ge⸗ neral Osma ist in Folge der letzten Niederlage, die ihm Zuma⸗ lacarreguy beibrachte, seines Kommandos uͤber Guipuzcoa ent⸗ setzt worden. General Manso ersetzt ihn im Kommando des Gouvernements von Vittoria. An die Stelle dieses Letztern tritt der General Latre, und statt dessen wied General Rich zu Va⸗ ladolid kommandiren. Noch eine Niederlage und es wird keinen Spanischen General mehr geben, der nicht zwei oder drei Mal ernannt und abgesetzt worden waͤre.“

Der Oberst von Plandolit hat unterm 31. Okt. im Namen des Don Carlos eine Proclamation an die Catalonier erlassen, worin er ihnen anzeigt, daß er von seinem Monarchen mit dem Unter⸗Kommando in ihrem Fuͤrstenthume beauftragt sey. Zugleich fordert er sie auf, die Waffen zur Vertheidigung der Rechte des 8 Don Carlos zu ergreifen, wogegen er ihnen im Namen dessel⸗ ben die gewissenhafteste Aufrechthaltung ihrer alten Privilegien verspricht. Auf diese Proclamation folgt der Befehl an alle von der jetzigen Regierung eingesetzte Militair⸗ und Civil⸗Beamten der Provinz, sich bei Verlust ihres Ranges und ihrer Stelle un⸗ verzuͤglich dem Don Carlos zu unterwerfen. Wer diesem Befehle nicht nachkoͤmmt, soll, wenn er auch unfreiwillig gehandelt hat, mit der aͤußersten Strenge behandelt, wer sich dagegen unterwirft, soll belöohnt werden. Am Schlusse dieser Verfuͤgung heißt es: „Das gegenwaͤrtige Dekret ist, nach dem Willen Sr. Maj., von den betreffenden Behoͤrden zu publiziren, und letztere sollen je⸗ denfalls strenge zur Verantwortung gezogen werden, wenn der Inhalt desselben durch ihre Nachlaͤssigkeit nicht zur Kenntniß saͤmmtlicher Bewohner ihres Verwaltungs⸗Bezirkes gelangt.“

Nach einem Berichte des Generals Voirol hat die Garnison von Bugia am 10. Okt. 5 bis 6000 Kabylen, welche die Vor⸗ posten auf der ganzen Linie angriffen, zuruͤckgeworfen. Das Blockhaus Salem war vorzuͤglich fuͤr die Kabylen der Gegen⸗ stand der groͤßten Anstrengungen und der lebhaftesten Erbitterung. Die kleine, aus 20 Mann des 2ten Bataillons von Afrika und 5 Artilleristen bestehende Besatzung dieses Blockhauses bestand aber mit ausgezeichnetem Muthe einen vierstuͤndigen Kampf.

Großbritanien und Irland.

London, 16. Nov.“) Die Morning Chronicle be⸗ richtet nunmehr auch die Aufloͤsung des Melbournee’schen Kabi⸗ nets und aͤußert sich daruͤber, wie dies von einem bisher im Sinne des Ministeriums geschriebenen Blatte nicht anders zu erwarten ist, in nachstehender empfindlicher Weise: „Wir haben die erstaunliche Nachricht mitzutheilen, daß Lord Melbourne’'s Administration zu existiren aufgehoͤrt hat. Der edle Lord begab sich am vergangenen Donnerstag nach Brighton; er speiste mit Ihren Majestaͤten, gestern Morgen hatte er eine Audienz beim Koͤnig, und am Abend kehrte er nach London zuruͤck, und berich⸗ tete seinen Kollegen das Vorgefallene. Wir hoͤren, daß der Koͤ⸗ nig keine Unzufriedenheit gegen die Melbourne ’sche Administration ausgesprochen, sondern nur zu verstehen gegeben hat, daß er sie mit dem Tode des Grafen Spencer und der Versetzung des ge⸗ genwaͤrtigen Grafen nach dem Oberhause als beendigt (at an end) betrachte. Das Wohlergehen des Landes und die Zwistig keiten unter den Whigs und Reformers haben, wie es scheint, einer Partei die Hoffnung eingefloͤßt, daß sie nunmehr im Stande seyn werde, allen ferneren Reformen mit Erfolg wider⸗ stehen zu koͤnnen. Ein ungluͤcklicherer Irrthum wurde nie zuvor begangen. Von diesem Augenblick an hoͤren alle Zwistig⸗ keiten unter den Reformers auf. Die Frage ist jetzt nicht, ob mehr oder weniger verlangt werden, ob den Lords eine laͤn gere oder kuͤrzere Pruͤfung vorbehalten seyn soll, ob wir bis⸗ her zu langsam in den Reformen vorgeruͤckt sind, oder ob wir den gerechten Anspruͤchen des Volkes entsprochen ha ben; sondern vielmehr, ob wir den Nacken unter das Joch der Konservativen beugen sollen. Die Frage wird nicht laͤnger seyn, ob die Dissenters jetzt mit weniger als dem vollen Betrage ihrer Anspruͤche befriedigt werden sollen, sondern ob der stolze Mann der Hochkirche wiederum uͤber uns dominiren, und das Bemuͤhen, Reform in den Augias⸗Stall der Irlaͤndischen Sinekure⸗Kirche NC hoͤhnisch verlachen soll. Die ersten Fruͤchte der neuen gefuͤhlt werden. Gott gebe, daß die Unverschaäͤmtheit der Band⸗ maͤnner, durch Gluͤck und die Gewißheit der Ungestraftheit er⸗ muthigt, nicht in Excesse ausarte, durch welche Irland der Schau⸗ platz unaussprechlichen Ungluͤcks werden wuͤrde; wir wissen sehr wohl, daß die Konservativen, mit der Regierungsmacht in Haͤn⸗ den, nicht dasjenige sind, was sie waren, als das Whig⸗Mini⸗ sterium in Macht stand. Aber nie waren Maͤnner mehr im Irrthum, als sie, wenn sie waͤhnen, daß sie unter der Reform⸗ Bill mit ihren Plaͤnen fortkommen werden. So gewiß, wie von unserm Daseyn, sind wir uͤberzeugt, daß die Konservativen in ihren Bemuͤhungen scheitern und hoͤchstens Zoͤgerungen schaffen werden. Wir muͤssen Alle Herz und Hand vereinigen, um dem Ver⸗ suche zu widerstehen, der uns der Fruͤchte unseres Triumphes berauben will. Wir stuͤrzten die Oligarchie, als wir ohne die große con⸗ stitutionnelle Gabe waren, die wir jetzt besitzen. Das Resultat des Kampfes kann nicht zweifelhaft seyn, er wird uns lehren, in der Folge vorsichtiger zu seyn. Die Whigs und Reformers duͤrften Fehler begangen haben, aber wir wollen nicht von unse⸗ ren Familienzaͤnkereien sprechen, wenn der Feind vor uns steht. Der Herzog von Wellington ist, wie wir glauben, beim Koͤnig

ewesen, aber was gethan werden wird, wissen wir nicht. Wahr⸗ scheinlich wird der Versuch gemacht werden, die Whigs und die Reformers zu entzweien, und einigen von ihnen wird man vorschlagen, der neuen Administration beizutreten. Aber keine Administration, welche die Kirche von Irland zu reformiren zoͤgert, hat Anspruͤche auf die Unterstuͤtzung

*) Die neueste Londoner Post (vom 18. Nov.) mit dem Dampf⸗ hoot uͤber Hamburg ist noch nicht eingetroffen.

dministration werden sehr bald in Irland