“ „Der Marquis von Lansdowne besuchte gestern den Lord Auckland im Admiralitaͤts⸗Amte. Lord John Russell hat London verlassen, und sich nach Devonshire begeben.
Lord Russell und Oberst⸗Lieutenant Fox haben den Waͤhlern
von Tavistack angezeigt, daß sie im Fall einer Auflöoͤsung des Parlaments wieder als Kandidaten fuͤr die Vertretung dieses Fleckens auftreten wollen. Auch Sir F. Knowles, ein Ultra⸗ Läiberaler, soll sich dazu gemeldet haben. Fuͤr Bath will, wenn das Parlament aufgeloͤst werden sollte, Herr Henby W. Hor⸗ house als Kandidat auftreten. „Die heutige Times enthaͤlt Folgendes in Bezug auf die Bildung des neuen Ministeriums: „Noch ist Alles in suspenso und wird wahrscheinlich auch noch mehrere Tage so bleiben, bis Sir Robert Peel ankoͤmmt, den eine unserer Zeitungen schon in Nrapel angelangt seyn laͤßt. Es ist keine Frage, daß ein solcher Aufschub in den Staatsgeschaͤften große Verlegenheit und Ver⸗ wirrung herbeifuͤhren kann, so unvermeidlich dies aus seyn mag. Zugleich laͤßt man es sich sehr angelegen seyn, das Geruͤcht zu verbreiten, daß der Baronet, wenn er erst angekommen seyn und Zeit gehabt haben wuͤrde, sich ein wenig umzuschauen, die ihm angebo⸗ ene Ehre ohne Umstaͤnde ablehnen werde. Als Autoritaͤt fuͤr dies Geruͤcht wird ein alter Freund Sir Robert Peels in Stafford⸗ shice angefuͤhrt, der es von einem Verwandten des sehr ehrenwerthen Baronets gehoͤrt haben soll. Ob Sir Robert, der immer fuͤr einen sehr verschlossenen und vorsichtigen Mann galt, seine ge⸗ heimen Absichten, besonders wenn es so wichtige Angelegenheiten betrifft, Leuten mittheilen moͤchte, von denen er wuͤßte, daß sie dieselben veroͤffentlichen koͤnnten, sobald er den Ruͤcken gekehrt haͤtte, das moͤchten wir noch dahingestellt seyn lassen. Indeß unter den tausenderlei Geruͤchten, die man jetzt aussprengt, be⸗ findet sich auch dieses. Wir zweifeln aber sehr daran, das der sehr ehrenwerthe Baronet sich so etwas vorgenommen haben sollte. In der Kraft seines Mannes⸗Alters, mit großer Vorliebe fuͤr die Politik, mit Sitten und Gewohnherten ausgestattet, die durch lange parlamentarische Thaͤtigkeit und durch lange Amtsfuͤhrung in ihm sich bildeten, mit einer starken und energi— schen Partei in seinem Ruͤcken, wird ein Staats⸗Mann, wie Sir Robert Peel, gewiß nicht aus bloßer Apathie seinem Beruf entsagen und einem ihm auf so ehrenvolle Weise angebotenen Posten ausweichen. Wir koͤnnen also zwar nicht behaupten, daß Sir Robert Peel an der beabsichtigten Verwaltung Theil nehmen werde, aber wir muͤssen doch auf die große Unwahr⸗ scheinlichkeit der Gruͤnde hinweisen, aus denen Andere das Ge⸗ gentheil herleiten wollen.“ Obgleich die Times bei ihrer Behauptung beharrt, daß Lord Melbourne dem Koͤnige durchaus kein Bedenken uͤber die Moͤglichkeit der Fortdauer seines Kabinets zu erkennen gegeben habe, so sucht sie doch die Aufloͤsung des Melbourne'schen Mi— nisteriums von Seiten des Koͤnigs, wo nicht zu rechtfertigen, so doch begreiflich zu machen, indem sie die Unmoͤglichkeit, die Stelle des Lord Althorp, als ministeriellen Wortfuͤhrers im Unterhause, durch ein anderes Mitglied jenes Kabinets zu ersetzen, in fol— gender Weise darlegt: „Gesetzt, Lord John Russell waͤre Sr. Majestaͤt zu diesem Posten empfohlen worden, so fragen wir, ob man nicht zu besorgen gehabt haͤtte, daß die von ihm in Bezug auf die Dissenters und auf die de⸗ finitive Verfuͤgung uͤber das Irlaͤndische Kirchengut eingegan⸗ genen Verbindlichkeiten ihm die Nothwendigkeit auferlegt haͤtten, Maßregeln von so kuͤhner Art einzubringen und durchzusetzen, daß andere Minister, z. B. Lord Landsdowne und Herr Spring Ricce haͤtten resigniren muͤssen. Was Herrn Abercrombie be⸗ trifft, so waͤre die Sache ganz dieselbe gewesen, wie mit Lord Mussell. Waͤre endlich Herr Spring Rice zu jenem Posten vor⸗ geschlagen worden, so moͤchte zwar dieser Herr sich nicht mit so gefaͤhrlichen Maßregeln befaßt ha⸗ ben, allein die radikale Whig⸗Opposition haͤtte es thun muͤssen, und in diesem Falle wuͤrden, wie wir fuͤrchten, weniger als vier Minister sich genoͤthigt gesehen haben, gegen ihre Koltegen zu stimmen und auf diese Weise ge⸗ rade in der Hitze der Session die Aufloͤsung des Kabinets her⸗ beizufuͤhren. Um diese Spaltung im Melbourne'schen Ministe⸗ rium zu gewahren, brauchte man nicht durch das Schluͤsselloch zu gucken; die Debatten im Unterhause am 23. Juni thaten dieselbe hinlaͤnglich kund. Man wird sich erinnern, daß Lord ansdowne fruͤher behauptete, ein etwaniger Ueberschuß von dem Ietaͤndischen Kerchen⸗Fonds muͤsse ausschließlich zu protestanrischen Zwecken verwendet werden. Wir koͤnnen auch nachweisen, daß Lord Brougham aufs entschiedenste dieser Ansicht beistimmte. Dies war also das Glaubens⸗Bekenniniß des einen aͤußersten Endes des 8 * Melbourne'schen Kabineis. Das andere nahm Lord John Russel eein, der so weit ging, zu erkläͤren, er habe nichts dagegen einzuwenden, das ein Theil der protestantischen Kirchen⸗Einkuͤnfte zu Zwecken der religioͤsen und süttlichen Volks⸗Bildung, woran sowohl Katholi⸗ ken als Protestanten Theil nehmen koͤnnten, benutzt wurde. Zwi⸗ schen diesen beiden Extremen standen die Minister zum Theil bem einen, zum Theil dem anderen näͤher, und Lord Althorp meinte, es wuͤrde nicht angemessen seyn, Einiges von dem Ueber⸗ schuß zu katholischen Zwecken anzuwenden, wiewohl er nicht ein⸗ sehe, mit welchen Gruͤnden man es bestreiten koͤnnte, daß das Parlament berechtigt sep, jenen Ueberschuß uͤberhaupt zur Bi⸗ dung des Volks in der Religion und Moral anzuweisen. Dies schien denn ziemlich deutlich die Katholiken von allem Antheil auszu⸗ schließen. Lord John Russell hingegen hieit di selben dazu berechtigt. Hr. Spring Rice meinte, der Ueberschuß muͤsse zu Zwecken verwandt werden, die mit der urspruͤnglichen Bestimmung der protestanti⸗ schen Kirche in Urbereinstimmung staͤnden; welche Zwecke dies syen, wollte er nicht angeben; sicherlich war er aber nicht der .. Meinung, daß Schulen fuͤr die Katholiken errichtet werden soll⸗ ten. Herr Ellice aͤußerte sich unentschieden, doch schien es, als schloͤsse er sich den Ansichten Lord John Russels an. So viel en Betreff des angeblichen Einklangs, der nach dem Ausscheiden bes hochkirchlichen Theils des Grey'schen Ministeriums unter den vorigen Ministern geherrscht haben soll.“
Die Times beginnt jetzt auch, gegen den Grafen von Dur⸗ ham zu volemisiren, den sie sich bekanntlech fruͤher zu ihrem Guͤnst⸗ ling auserkohren hacte; so macht sie unter Anderem uber seine letzte in Newcastle gehaltene Rede (s. Nr. 332 der Staats⸗Zei⸗ tung) folgende Bemerkungen: „Es thut uns l id, zu sazen, daß der letzte Theil dieser Rede einen auffallenden Beweis davon giebt, wie sehr das Urtheil des edlen Grafen durch Leidenschaft Letruͤbt worden ist. Denn warum bezeichnet er sonst den doch moͤglichen Uebergang vom Schlimmen zum Guten als widerwaͤr⸗ tig und entehrend? Meint er etwa, die Nation sey dermaßen in der Sklaverei des Factionsgeistes befangen, daß sie sich wei⸗ gern wuͤrde, von einem Minister eine wohlthaͤtige Maßregel an⸗ mehmen, weil derselbe kein Whig waͤre? Solch' ungereimtes Zeug ist des klaren Verstandes eines Lord Durham unwuͤrdig; ez ist bloß das sinnverwirrende Gewaͤsch eines blinden Partei⸗ Menschen. Wir weisen im Namen des Volks dergleichen abge⸗
1“
1362
Der erste Redner, welcher in der (vorgestern erwaͤhnten) an lsten d. zu Edinburg unter dem gehaltenen Volks⸗Versammlung auftrat, war Sir T. Her. Ereignisse so verwirrt und erstaunt haͤtten, daß er wohnt, oͤffentlich zu r
D. Lan
aͤhnliches Erstaunen, fuhr Bevoͤlkerung ergriffen,
Q.
Resolutionen, deren
von Wellinaton ausdruͤckte. Unter den folgenden Rednern die eine groͤßere Ausdehnung des Wahlrechts als denjenigen Punkt bezeichneten, zu dessen Durchsetzung sich alle Fractionen der liberalen Partei verbinden muͤßten, und welche daher eine Bestimmung dieses Inhalts in die Resolutionen mit aufgenom⸗ men wissen wollten; Whigs bestehend, sand jedoch eine solche Aeußerung bei dieser Gelegenheit nicht zweckmaͤßig und begnuͤgte sich mit der Annahme des Entwurfes einer Adresse an den Koͤnig, in welcher derselbe dringend gebeten wird, den Herzog von Welling⸗ ton von seinen Rathgebern auszuschließen und zu denselben nur Individuen zu erwaͤhlen, welche den Willen hegten, alle Miß⸗ braͤuche abzuschaffen. Dem Beispiele Edinburgs sind bereits Glasgow, wo an einem Tage drei Versammlungen zu Gun⸗ sten der Reform gehalten wurden, Dundee, Leith, Perth Kirkaldy und mehrere andere Orte Schottlands gefolgt, in denen sich jedoch meist ein entschiedenerer Sinn zeigte und der Wunsch nach Abschaffung der siebenjaͤhrigen Parlamente, nach dem Wahlrecht aller Besteuerten und nach geheimer Abstimmung LE1“ und den Resolutionen und Adressen einverleibt wurde.
Der in der Stadt Macclesfield erscheinende Courier sagt: „Einige Londoner Blaͤtter haben allethand Muthmaßun⸗ gen daruͤber aufgestellt, wie die Nachricht von dem Minister— Wechsel in den Manufaktur⸗Bezirken aufgenommen werden wuͤrde, und eines derselben aͤußerte sogar, daß man dem Resutl⸗ tat mit aͤngstlicher Spannung entgegensehe. Wir ersuchen aber unsere aͤngstlichen Kollegen, ganz ruhig zu seyn, denn was un⸗ sere Staͤdt und die Umgegend anbetrifft, so hat manches lokale Ereigniß, ein Diebstahl oder ein Selbstmord, hier weit groͤße⸗ res Aufsehen erregt, als jene schreckliche Staats Begebenheit.“
Ein hiesiger Gerichtshof hatte eine Schuldklage gegen den Herzog von Cadaval abgewiesen, weil der Klaͤger die Vornamen dieses Portugiesischen Großen nicht genau anzugeben wußte und so war es dem Herzoge, nachdem er 500 Pfund abbezahlt hatte, gestattet worden, aus England abzureisen. Da er sich jetzt aber wieder hier befindet und Gefahr im Verzuge ist, so hat jenes Gericht nunmehr die Klage angenommen.
In diesen Tagen wurde hier eine Wette vor Gericht sehr skrupuloͤs entschieden; es hatte naͤmlich ein hiesiger reicher Edel⸗ mann vor 4 Jahren mit einem anderen Herrn um 1000 Pfd. gewettet, daß die Whigs nicht 4 Jahre am Ruder bleiben wuͤr⸗
hochgeehrte
beltbar verloren scheint.
den. Diese Wette glaubte er nun in der That gewonnen zu haben, indem er sich darauf berief, daß das Wellingtonsche Mi⸗ nisterium in der Sitzung des Unterhauses vom 15. November 1830 gestürzt worden sey, und daß das Melbourne’sche Ministe⸗ rium am 14. November 1834 Mittags um 12 Uhr seine Ent⸗ jassung erhaiten habe. Die Schiedsrichter faͤllten aber ein an⸗ deres Urtheil. Sie erklaͤrten, es habe die Abstimmung uͤber die Civel⸗Liste im Unterhause, in Folge deren der Herzog von Wel⸗ lington abdankte, erst am 16. November 1830 fruͤh Morgens startgefunden; die Resignation des Melbourne’schen Ministerjums aber sey, da der Koͤnig in Brighton gewesen, erst am 17. No⸗ vember d. J. durch Ueberlieferung der Amtssiegel erfolgt; mit⸗ hin haͤtten die Whigs 4 Jahre und einen Tag regiert, und der adliche Herr habe seine Wette verloren. Mit dem Schooner „Pike“ sind Nachrichten aus Lissa⸗ bon vom 8. Nov. hier eingegangen, die im Ganzen fuͤr das Ausland wenig Interesse haben, da sie sich meist auf Portugals Finanz⸗Zustand beziehen. (Vergl. den Artikel Portugal.) Das genannte Schiff hatte, wegen der seit einiger Zeit vorherrschen⸗ den Ostwinde, eine sehr⸗ schwierige Fahrt zu bestehen, und nur der außerordentlichen Geschicklichkeit des Commandeurs, Lieute⸗ nant Brocking, schreibt man es zu, daß dasselbe noch so zeitig hier angekommen ist. Der Schooner „Esperanca“, welcher, der Seeraͤuberei be⸗ schuldigt, von dem Koͤniglichen Schiffe „Curlew“ nach Ports⸗ mouth aufgebracht worden war, soll jetzt der Portugiesischen Re⸗ gierung ausgeliefert werden. Lieutenant Richards wird ihn nach Lissabon bringen.
Berichte aus Bogota vom 5. August d. J. schildern den Zustand von Neu⸗Granada als vollkommen ruhnz. Dem Ver⸗ nehmen nach, sollten am 15ten dess. Mts. unter Protest wegen
der Schuls⸗Angelegenheiten der vormaligen Republik Columbien
öͤffnet werden. wess beendet, wenn gleich die Sache des General Flores, der sich nur noch in dem Besitz der Stadt Guayaquil befindet, un⸗ d Der Zustand dieser Stadt soll der trau⸗ rigste seyn, denn seit dem 8 Juni waren nicht weniger als 6000 Menschen in derselben Opfer des Kriegs und der Seuchen ge⸗ worden. Die Haupistadt Quito war von dem Oberst Guerero erst nach dem heftigsten Widerstand von Seiten der Anhaͤnger des General Flores genommen worden. Nach einigen Schar⸗ muͤtzein in den Straßen waͤhrend des 3ten, 4õen und 6ten Juli kam es am 7ten zu einem regelmaͤß igen Gefecht, welches zum Vortheil von Guerero endete. Am 11ten wiederholte er den Angriff und zwang die Truppen der Regierung, sich zu ergeben. Sie hatten eine Capitulation verlangt, aber die Angreifenden hatten ihnen nur das Leben verbuͤrgen wollen. Schon fruͤher war die Regierung durch den Vice⸗Praͤsidenten aufgeloͤst worden; die Provinzen Quito, Imbahura, Chimbarazo und Latacunga hatten sich gegen den Praͤsidenten Flores erklärt, und dieser wird sich jetzt, ohne Geld und genuͤgende Streitkraͤfte, ohne Zweifel unterwerfen muͤssen. Der Masor Acevedo, der von der Regie⸗ rung von Neu⸗Granada abgesandt worden war, um die Rat fi⸗ cation des Traktats von Pasto in Betreff der vorzunehmenden Liquidation der Columbischen Staats⸗Schuld zu fordern, war in Auito angekommen.
Polen. Warschau, 28. Nov. Die hiesigen Zeitungen mel⸗
Lhmarkre Behauntungen zurfiück“
den: „Gestern, den 27sten d., geaen Mittaa wurde Warschau
Vorsitz des Lord⸗Profoß
Er konnte nicht umhin, zu erklaͤren, daß ihn die neueren „obgleich ge⸗ willkommte, begab sich der Monarch nach der Citadelle eden, doch deshalb um Nachsicht bitten muͤsse, denn das Außerordentliche der Begebenheit mache es ihm schwer, seine Gedanken auch nur einigermaßen zu sammeln. Ein der Redner fort, habe alle Klassen der ja die besonneneren Tories selbst nicht ausgenommen, weiche nicht umhin konnten, die Katastrophe mit dem bekannten terminus fechnicus der neueren Politik als „un⸗ gelegen” (unfo ward) zu bezeichnen. Der Redner schloß mit dem Antrage auf Annahme der ersten der in Vorschlag gebrachten Inhalt im Allgemeinen Bedauern uͤber die Entlassung der Whig⸗Minister und Mißtrauen in den Herzog
zeichneten sich durch heftige Vortraͤge einige Radikalen aus,
die Majoritaͤt der Versammlung, aus
der Nichttheilnahme von Aequator die Konferenzen in Betreff
von den Bevollmäaͤchtigten Neu⸗Granada's und Venezuela's er⸗ Der Buͤrgerkrieg in Aequator ist noch keines⸗
a, durch die laͤngst ersehnte Ankunft Sr. Maj. Koͤnigs begluͤckt. „†Wohlseyn hier an. Dicht gedraͤngt vom Volk nen guͤtigen Vater mit Freudenthraͤnen und lautem 8
tigte dieselbe und kehrte dann auf den Parade⸗Platz zuruͤck
die hier stehenden Truppen eine Musterung abzuhalten geruhte, di zu seiner vollkommenen Zufriedenheit ausfiel. Hierauf kam der Kai ser in Begleitung des Feldmarschalls Fuͤrsten von Warschau 1 dem Schloß, beehrte daselbst die Gemahlin des Statthalters 2 einem Besuch und begab sich sodann in den Palast Belveden, Die hochbegluͤckten Einwohner Warschau's umringten den 1 gen, in welchem der erlauchte Monarch ohne alle Bedeckun frei umherfuhr, und erfuͤllten die Luft mit ihrem Freudentug Im Belvedere u Russischen Bischof, so wie die katholischen Bischoͤfe und Mitglieder des Administrations⸗ und Staats⸗Raths gen, und reisten dann Abends um 8 Uhr uͤber Neu⸗Georgien⸗Festung (Modlin) ab. Abend erleuchtet.“
geruhten Se. Majestaͤt, die Generalitzt, den 9
empfan über Praga nach de Die ganze Stadt war an
Deutschland,
Cöthen, 29. Nov. Der Herzogliche Regierungs⸗Praͤsto von Renthe feierte am 2 4ͤsten d. M. sein funfzigjaͤhriges Dhm Jubilaͤum, das sowohl Sr. Durchlaucht dem Herzoge, als der hiesigen Buͤrgerschaft, Gelegenheit gab, dem geachteten Jußbe⸗ greise die innigste Theilnahaie zu bezeugen.
Stuttgart, 27. Nov. Se. Hoheit der Herzog Alb der von Wuͤrttemberg ist zum Besuche bei Ihren 1MRajeetan hier eingetroffen.
Rath den staͤn ischen Ausschuß aufgefordert, geordneten⸗Kammer ernannte Kommission
die von der I a zur Vorbereitung da Verwaltungs⸗Gesetze zusammen zu berufen Es heißt, daß zi Kammern am 1. Maͤrz 1835 wieder zusammentreten wuͤrden.
Karlsruhe, 27. Nov.
lar. Es heißt darin: „In Erwaͤgung, daß in den zum großen Deutschen Zollvereine gehoͤrigen Staaten im De söien Jahres eine Volkszaͤhlung vorgenommen wird, um hiernach i den naͤchstfolgenden Jahren den Ertrag der gemeinschaftliche Zoll⸗Einkuͤnfte vertheilen zu koͤnnen; in fernerer Erwaͤgung, daß es — falls das Großherzogthum dem Zollvereine beitreten wuͤrde — nothwendig ist, den auf dieselbe Zeit und nach den naͤmliche Grundsaͤtzen erhobenen Stand der Bevoͤlkerung zu kennen, wit im Einverstaͤndniß mit Großherzoglichem Ministerium des In⸗ nern und nach voͤrdersamst eingeholter hoͤchster Ermaͤchtigung Er⸗ Koͤniglichen Hoheit des Großherzogs vom heutigen verordnet, wie folgt: §. 1. Im Laufe des naͤchstfolgenden Monats Dezem⸗ ber ist im Großherzogthum eine außerordentliche Volkszaͤhlung vorzunehmen ꝛc.
Darmstadt, 28. Nov. Das heute erschienene Regierungse⸗ Blatt enthaͤlt die Bekanntmachung des Großherzogl. Ministeriums der Finanzen, daß, da die mit den Staͤnden des Großherzo⸗ thums durch die Prorogation des Finanz⸗Gesetzes vom 29. Ot⸗ tober 1830 vereinbarte Steuer⸗Bewilligung mit dem 31. Deßem⸗ ber laufenden Jahrs ihr Ende erreicht, und ein neues Finang Gesetz bis hierher noch nicht zu Stande gebracht werden konnte, des Großherzogs K. H., in Folge des Artikels 69 der Verfas sungs⸗Urkunde, gnaͤdigst zu verordnen geruht haben, die saͤmmt, lichen, in den drei Provinzen des Großherzogthums gegenwaͤrtig bestehenden, von den Staͤnden bis zum 1. Januar 1835 bewil liaten direkten und indirekten Steuern, so wie solche durch dit vorliegenden Gesetze und Verordnungen, insbesondere durch die Verorodͤnung vom 18. Sept. d. J. festgesetzt sind, in den ersten sechs Monaten des Jahres 1835 fortzuerheben, nebst den naͤhe ren Bestimmungen hieruͤber.
E5 85 5 eecfcan a. M., 29. Nov. Fffekten haben im Laufe dieser Woche nur geringe Schwankungen erfahren. Das Geschaͤft war im Ganzen unbelebt, die Tendenz fatg waͤhrend zum Weichen. Es kamen von außen keine bedeutende Coute⸗ Aenderungen, und dabei fehlte es an Auftraͤgen zum Ein⸗ oder Ver⸗
Die Notirungen der Staats⸗
ten und die Speculation keine fuͤr den Monat fiel diesmal gende Resultate.
Nahrung fand. Der Abrechnungstag auf den 27. Nov. und gab befriedi⸗ Vor der Boͤrse glaubte man an keine Besserung in dem Cours der Oesterreichischen und Hollaͤndischen Fonds, indem die Baissiers sehr darauf bedacht waren, die Flauheit zu beföoͤrdern. Ihre Bemuͤhungen blieben inzwischen fruchtlos: die Kauflust nach Apcocent. Metall., Actien, 2 ½ à 5 procent. Hollaͤndischen Obligatic⸗ nen erneuerte sich, und waͤhrend der ganzen Boͤrse blieben diese Fonds pr compt gesucht, namentlich ging in den Actien zu steigen⸗ den Preisen viel um, indem noch einige zugesagte Posten gedecht
werden mußten und es an effektiven Stuͤcken fehlte. Das baarr Geld war ziemlich abondant und man konnte Prolongationen auf obengenannte Effekten fuͤr den Zinsgenuß willig machen Die Frage nach Spantschen Papieren hoͤrt fast ganz auf; nur kleine Posten wo⸗ ren zu der Tages⸗Notirung anzubringen — Die Variationen ware im Laufe des ganzen Monats November nicht ansehnlich, jedoch in Ganzen fuͤr die Spekulanten aufs Steigen nachtheilig. Die 5 pra⸗ cent. Metalliques standen Anfangs des Monats 100 1— und bei der Liquidation nur 99 ½, die Aprocent. Metall. 91 ¾, jetzt 91 ¼; Actien
hingegen stiegen um 12 Fl. pr. Stuͤck. In den Hollaͤndischen Pa⸗ pieren war die Differenz kaum ½- Ct. — Polnische und Preußische Loose waren am Schlusse des Monats etwa einen Thaler im Cout⸗ gestiegen. Im Wechselhandel ist es fortdauernd still; die meistm Devisen sind, aus Mangel an Rehmern, im Sinken. Der Diskont schwankt zwischen 4 und 4 vCt. — Nachschrift. Heute sind die vasslen Bocn Fügetcenssch⸗ und vSelegd scheg Fonds gewichen,
am, Paris und Wien unguͤnstige Boͤrsen⸗ * richten eingetroffen waren. 1 änftize NhesegeEh
Oesterreich.
Ungarische Blaͤtter schreiben: Zu Dorogh, in der Naͤhte von Gran, hat sich auf unbekannte Weise unweit der nach Gran führenden Bruͤcke der Boden entzuͤndet. Man sieht nicht nut Rauch, sondern bemerkt auch im Finstern Flammen, wenn man mit einen Stock in den Boden stoͤßt. Das Komitat beorderte eine Deputation zur Untersuchung und befahl auch, um jene brennende Stelle einen breiten und tiefen Graben zu ziehen, damit der Brand sich nicht weiter verbreite. Der Boden ent⸗ haͤlt unstreitig viel Torf, vielleicht auch Steinkohlen⸗Adern, da in dem nahen Tokod eine reiche Steinkohlengrube ist. — Auch der Monat Oktober war leider in unserem Vaterlande reich an Feuersbruͤnsten. .“ b
v111“ „BVern, 24. Nov. (Schweizer Blaͤtter.) In der heu⸗ tigen Sitzung des großen Raths machte Herr Kasthofer folgen⸗
den Antraa, der einen kleinen Beoeariff von dom 1
8
des Kaiser Allerhoͤchstdieselben langten im erwänthnn umgeben, das ei
domainen aufzunehmen. 5) Wenn ferner eidgenoͤssische Uebungs⸗ lager auf dem Boden der Republik abgehalten werden sollten,
Hiesigen Blaͤttern zufolge, hat der Koͤnigl. Geheime¹
6 lov. Das Großherzogliche Staats⸗ un Regierungsblatt enthaͤlt eine Verordnung uͤber die Vor nahme einer außerordentlichen Volkszaͤhlung, nebst dem Formo
in Sempach vereinen, um dem Schweizervolke eine Bundes⸗
Unterdruͤckung einzustehen und zu kaͤmpfen bereit sey.
kauf, weshalb sich die Umsaͤtze auf den taͤglichen Bedarf beschraͤnt⸗
dikalisnus geben kann, in welchem sich einige der Gewalthaber Berns herumtummeln. Der Antrag lautet: „Da durch die umuthungen fremder Maͤchte die Unabhaͤngigkeit und Ehre der Eidgenossenschaft und der Republik Bern insbesondere verletzt worden ist; da ferner weder die letzte Tagsatzung noch der Vor⸗ ort Zuͤrich das Vaterland vor herabwuͤrdigenden Zumuthungen und beleidigenden Maßnahmen dieser Maͤchte bewahrt haben; da indlich der auf unsere gefaͤhrdete Verfassung geschworne Eid und die Pflicht fuͤr die Rettung der Schweiz vor fremder Unter⸗ bruͤckung zu sorgen uns aufruft, außerordentliche, der Gefahr ungemessene Maßregeln zu ergreifen, so traͤgt der Unter⸗ schriebene darauf an, daß der große Rath die folgenden Er⸗ ürungen an alle Eidgenossen erlasse und die folgenden Vorkehrungen gebiete: 1) Der grobze Rath erklaͤrt die Unabhaͤngigkeit des Schweizerischen Vaterlandes durch die Um⸗ friebe fremder Gesandten und durch die Drohungen fremder Naͤchte agefaͤhrdet. 2) Er befiehlt dem Vollziehungsrath, alle diplomatischen Agenten fremder Maͤchte, welche durch Umtriebe odder Drohungen die Ehre, Sicherheit und Unabhaͤngigkeit des Schweizer Volkes ferner antasten wuͤrden, aus dem Ge⸗ biete der Republik Bern zu verweisen. 3) Er befiehlt dem Re⸗ gierungs⸗Rath, unverweilt fuͤr Anstellung eines erfahrenen, von Schweizerischen Gesinnungen beseelten Generals zu sorgen, um demselben das Kommando der Berner Truppen zu uͤbertragen und unsere Wehr⸗Anstalten zu ordnen und zu vervollkomm⸗ nen. 4) Der Regierungs⸗Rath erhaͤlt Vollmacht, im Falle die disponiblen Finanzquellen der Republik hierzu nicht hinreichen sollten, die noͤthigen Summen durch Verpfaͤndung der Staats⸗
so wird der Regierungs⸗Rath dafuͤr sorgen, daß derselbe nicht von Truppen betreten werde, welche die Kokarden fremder Fuͤr⸗ sten tragen, und das Berner Kontingent zuruͤckzuziehen, wenn das Lager in anderen Kantonen abgehalten und dieser Fall ein⸗ sreten sollte. 6) In Ruͤcksicht des Asylrechts der Schweiz be⸗ fihllt der große Rathe dem Regierungs⸗Rathe, gemaͤß dem gro⸗ ßen Raths⸗Beschlusse und der Erksaͤrung der Berner Gesandt⸗ schaft auf der Tagsatzung am 22. Juli, alle Zumuthungen frem⸗ der Maͤchte, welche der Schweiz dieses heilige Recht be⸗ streiten, von der Hand zu weisen und wo eine Fortwei⸗ sung fremder Fluͤchtiger oder fremder Ansiedler uͤberhaupt nothwendig seyn koͤnnte, diese Fortweisung nur in Folge deutlicher Forderung unserer Gesetze zu verhaͤngen. 7) Der große Rath erklaͤrt die bestehende Bundes⸗Akte fuͤr ungeeignet, die Unabhaͤngigkeit der Eidgenossenschaft gegen das Ausland zu sichern, entstehende Zwietracht zwischen den Kantonen zu beseiti⸗ en und den Wohlstand der Schweiz zu begruͤnden, und da die
agsatzung ihre gaͤnzliche Ohnmacht beurkundet hat, eine das Pohl und die Sicherheit der Schweiz sichernde Bundes⸗Akte aufzustellen, so ladet der große Rath die Eidgenossen und großen Naͤthe saͤmmtlicher Kantone ein, mit Bern sich dahin zu ver⸗ stehen, daß Abgeordnete (deren Zahl nach dem Maßstab der Be⸗ voͤlkerung zu bestimmen waͤre) mit unbedingten Vollmachten sich
Akte zur Annahme vorzuschlagen und Abgeordnete des Volkes, wie bei dem Entwurfe der Mediations⸗Akte im J. 1802 zur Be⸗ rathung derselben beizuziehen. 8) Der große Rath erklaͤrt, daß der Kanton Bern jederzeit, nicht nur den zu diesen Bundes⸗Erneue⸗ rungen beitretenden Kantonen, sondern auch allen Eidgenossen je⸗ ner Kantone, welche bei der jetzigen Bundes⸗Akte verharren sollten, die alte Bundestreue bewahren, und mit ihnen gegen jede Heage
b a laut den gedruckten Verschwoͤrungs-Akten die Reichthuͤmer der Stadt Bern zu Anzettelung des Buͤrgerkrieges und zum Sturz der bestehenden Ber zastung mißbraucht worden sind, so wird von den Mitgliedern des Buͤrger⸗Rathes und des Einwohner⸗Rathes und ihren Beamten unverweilt der Eid zu leisten seyn, daß sie die Verfassung fuͤr heilig halten, jedes Unternehmen der Frem⸗ den gegen die Unabhaͤngigkeit des Schweizerischen Vaterlandes nach Kraͤften bekaͤmpfen und die ihrer Verwaltung anvertrauten Gelder zu politischen Zwecken nie gebrauchen werden.“
EE1111838“
Rom, 18. Nov. (Allg. Ztg.) Der Marquis Los Lla⸗ nos ist von der Koͤnigin⸗Regentin von Spanien abgeschickt wor⸗ den, um Unterhandlungen wegen Anerkennung ihrer Regierung bei den verschiedenen Hoͤfen von Italien anzuknuͤpfen. Das Hauptziel seiner Reise ist Neapel, wohin ihm aber bisher die Paͤsse verweigert wurden, weil man dort keinen Gesandten von einem Hofe empfangen will, dessen Regierung noch nicht vom Koͤnige anerkannt ist. Der Marquis wird indessen hier verweilen, um einige Angelegenheiten der Spanischen Geistlichkeit in Ordnung zu bringen. Der Marquis Toledo, welcher fruͤher von Don Car⸗ sos zu aͤhnlichem Zwecke abgeschickt war, mußte hier eine geraume Zeit warten, bis man ihn in Neaapel zuließ, denn auch er ver⸗ jangte als Gesandter seines Koͤnigs empfangen zu werden, wei⸗ ches man nicht zugestand; er reiste also am Ende als Privat⸗ Agent hin. L“
Der Graf Rudolph von Luͤtzow ist, nach einer Abwesenheit von drei Monaten, hierher auf seinen Posten als Oesterreichi⸗ scher Botschafter bei dem heiligen Stuhle zuruͤckgekehrt.
Der Marschall Bourmont ist hier angekommen und hat durch Kauf von der Regierung das Fidei⸗Kommißgut Farnese an sich gebracht.
scs, henn starb hier der Oberst Antonio Almedes, Adjutant von Dom Miguel waͤhrend seiner Feldzuͤge vor Porto.
Der Kardinal Legat von Bologna, Spinola, hat seine Di⸗ mission eingereicht und ist bereits hier eingetroffen. Dieser Kar⸗ dinal, welcher sich durch eine weise Mäßigung die Achtung der Einwohner von Bologna erworben hat, soll seine Legatenstelle niedergelegt haben, weil man wider seinen Rath auch bort die Centurioni einfuͤhren well. Diese Centurioni, eine Art freiwilli⸗ ger Polizei Soldaten, welche mit Dolch und Pistolen bewaffnet sind, wurden vor zwei Jahren errichtet, und sind uͤber den groͤßten Theil des Kirchenstaats verbreitet. Sie haben das Recht, Jeden, welcher ihnen verdaͤchtig scheint, zu arrettren. Natuͤrlich mißbrauchen diese Leute, welche hauptsaͤchlich aus der unteren Volksklasse genommen werden, nicht selten die ihnen an⸗ vertraute Gewalt aus Neben Absichten oder Privat⸗Rache, wel⸗ ches dann oft zu Klagen und noch oͤfter zu blutigen Haͤndeln Anlaß giebt. In den Ortschaften, wo Oesterreichische Besatzung ist, duͤrfen sie dergleichen nicht wagen; diese schuͤtzen die Einwoh⸗ ner gegen jede willkuͤrliche Gewalt. Zum Lobe dieser Truppen kann man versichern, daß sie sich uͤberall die Liebe der Bevoͤlke, rung erworben haben, sie halten die strengste Mannszucht, und die Offiziere zeichnen sich durch Bildung und feine Sitten aus. Als vor kurzem eine Abtheilung dieser Truppen eine Stadt in der Romagna verließ, um nach einer anderen verlegt zu werden, begleiteten die Einwohner das Militair bis drei Miglien, und
h Portugal. 1 Lissabon, 8. Nov. In der Sitzung der Deputirten⸗Kam⸗ mer vom 4ten d. legte Herr Silva Carvalho das Finanz⸗Bud⸗ get fuͤr das Jahr vom 1. Juli 1834 bis zum 30. Juni 1835 vor, welches ein Defizit von 5333 Contos Reis oder 1,280,000 Pfund Sterling ergab. Der Minister bemerkte jedoch, daß aller Grund vorhanden sey, zu hoffen, es werde in kurzem eine theil⸗ weise Zahlung der von Brasilien an Portugal schuldigen Summe eingehen und das Defizit dadurch auf 2971 Contos Reis (720,000 Pfund Sterling) herabgebracht werden. Er wies uͤberdies nicht nur auf die bereits bewirkten Ersparnisse hin, sondern ver⸗ sicherte auch, daß man sich in allen Departements anstren⸗ gen werde, um die Veranschlagungen moͤglichst zu vermin⸗ dern, so wie er andererseits auf eine Vermehrung der Einkuͤnfte rechnete, die, namentlich in den Zoͤllen, immer sichtbarer werde. Der Minister deutete auch an, daß man mit Hinsicht auf Por⸗ tugals auswaͤrtige Vesitzungen einen Plan annehmen wolle, wodurch man die Einkuͤnfte derselben wenigstens auf gleichen Betrag mit den Kosten zu bringen hoffe, die ihre Verwaltung verursache; er versprach sich davon eine Ersparniß von ungefaͤhr 32,000 Pfd. Sterling fuͤr das Land. Das Kriegs⸗Departement soll fuͤr den Fall, daß Portugal mit dem Auslande in Frieden bleibt, eben so wie die Marine, bedeutend reduzirt werden, viel⸗ leicht um ein Drittheil des jetzigen Etats.
Eine Unterredung zwischen Lord Howard de Walden und dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Grafen von Villa⸗Real, die am letzten Donnerstag, angeblich in Bezug auf die Vermaͤhlung der Koͤnigin, statthatte, soll fuͤr keinen von beiden Theilen ein befriedigendes Resultat gehabt haben.
Der Admiral Napier hat am 5. d. M. Lissabon verlassen; es wurde ihm, als er aus dem Tajo absegelte, nicht die geringste Ehrenbezeigung erwiesen, ja, es begab sich auch nicht eine Seele hinaus, um ihn abreisen zu sehen, außer sein Secretair, der Capitain Carvalho. Eins der hiesigen Oppositions⸗Blaͤtter hat ihn hart mitgenommen und ihm vorgeworfen, daß er Migueli⸗ stische Offiziere in der Marine angestellt habe.
Der Oberst⸗Lieutenant Barreiros hat den Befehl erhalten, sich nach dem Hauptquartier des General Mina zu begeben, um den Operationen der Spanischen Armee in Navarra und den drei Baskischen Provinzen zu folgen und der Portugiesischen Re⸗ gierung daruͤber Bericht zu erstatten. Andererseits ist der Ge— neral G. d'Aviles nach der noͤrdlichen Graͤnze von Portugal ab⸗ gegangen, wo eine kleine Armee von 5000 Mann unter seinem Kommando zusammengezogen wird.
Das Franzgoͤsische Kauffahrteischiff „Jeanne d'Arc“, auf welchem gegen 350 ihres Dienstes entlassene Franzoͤsische Solda⸗ ten sich eingeschifft hatten, um nach ihrer Heimath zuruͤckzukeh⸗ ren, soll in der Raͤhe des Cap Finisterre gescheitert und fast mit der ganzen Mannschaft zu Grunde gegangen seyn.
EE 6
Franzoͤsische Blaͤtter melden aus dem Orient: „Un⸗ geachtet der mehr oder weniger aufrichtigen Bemuͤhungen eini⸗ ger Europaͤischen Gesandten, den Krieg zu verhindern, zweifelt man in Konstantinopel an der Erhaltung des Friedens. Ein weit bestimmterer Beweis, als illusorische Unterhandlungen, ist, daß die Kriegsruͤstungen mit einer Thaͤtigkeit betrieben werden, wovon man seit langer Zeit kein Beispiel gese⸗ hen hat. Die Pforte benutzt alle ihre Mittel und wendet alle ihre Huͤlfsquellen mit einer solchen Folgerichtigkeit und Einsicht an, wie sie selbst zu der Zeit, als das Reich in Gefahr war, un⸗ bekannt waren. Es giebt keinen noch so kleinen Distrikt in den Europaͤischen und Asiatischen Provinzen des Sultans, in dem
zuziehen. Kontingent zu stellen, beeilen sich so sehr wie moͤglich, um Reiter und Fußvolk auszuruͤsten. Mehrere Aga's in Rumelien und Macedonien haben Unterhandlungen mit den Epiroten und Al⸗ banesen angeknuͤpft, die sie in Sold nehmen wollen. Man uͤber⸗ laͤßt die Bosnier und die anderen nicht unterworfenen Voͤlker⸗ schaften fast ganz sich selbst, um alle Truppen, die nicht zur Be⸗
koͤnnen. gleichen Schritt mit dem Rekrutiren. Die Anordnungen fuͤr das Kriegs⸗Material, die große Menge von Munition und Le⸗
die Bairaktars nicht beschaͤftigt waͤren, die Truppen zusammen⸗ Die Inhaber von Militair⸗Lehen, aufgefordert, ihr
schuͤtzung der Festungen noͤthig sind, nach Klein⸗Asien senden zu I Die Organisation und das Einuͤben der Truppen haͤlt
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Minna von Barnhelm. Nicht allen Zuschauern, die dieser Vorstellung beigewohnt haben, wird es erinnerlich gewesen seyn, daß dies Lustspiel schon vor 70 Jahren geschrieben und vor beinahe 68 Jahren auf die Berliner Buͤhne gekommen ist (am 21. Maͤrz 1767 wurde es hier zum erstenmal von der damals wandernden Doͤbbelin⸗ schen Gesellschaft aufgefuͤhrt); und manche Zuschauer dagegen moͤ⸗ gen, wenn sie der Inhalt des Stuͤcks an das Alter desselben erin⸗ kerte, bei sich gedacht haben „Ei, das ist ja etwas Veraltetes.“ Indeß hat das Stuͤck doch gewiß auch Viele noch innig erfreut, und wir wollen hoffen, daß es nicht bloß diejenigen waren, die mit Preußi⸗ schem Sinn sich an dem Inhalt dieses allerdings echt Preußischen Lustsviels erquickt und erhoben gefuͤhlt haben. Bekanntlich arbeitete Lessing gleich nach dem Fjaͤhrigen Krieg die Gedanken und Bilder dramatisch aus, die er als Secretair eines der tapfersten Streiter in diesem Kriege, des Generals Tauenzien, aus eigener Anschauung empfangen hatte; sein Schausoiel ruht demnach freilich auf einer bestimmten, abgelaufenen, aber ewig denkwuͤrdigen Zeit. Preu⸗ ßische ruhmbekraͤnzte Krieger dieser großen Zeit werden uns in den beiden Haupt⸗Charakteren, einem Ober⸗Offizier und einem subal⸗ ternen Wachtmeister vorgefuͤhrt und so charakteristisch individualistrt, daß selbst die maͤkelnde, kleinliche und mißwollende Kritik, woran es zu keiner Zeit gefehlt hat, die lebendige Wahrheit und Kraft dieser Charakterzeichnung nicht anzutasten gewagt hat, und es ist nicht die kleinste Blume in ihrem Siegeskranze, daß sie auch eine Eroberung an zwei liebenswuͤrdigen Sachsinnen gemacht haben, so wie es ge⸗ wiß nicht der kleinste Zweig in dem Kranze Lessings ist, wenn er, eben so zart empfunden als geschicke ausgefuͤhrt, dem besiegten Sachsen die Genugthuung gewaͤbrt, daß seine Frauen durch An⸗ muth, Geist und Herz wleder Sieger uͤber die stolzen Preußischen Maͤnner werden. Aber diese Basis ist es doch nicht allein, die noch gegenwaͤrtig so vielen, von jeder Zeit unabhaͤngigen, nur das Schoͤne fordernden Zuschauern dies Lustspiel erfreulich macht. Es ist der unverwuͤstliche Reiz, den Lessing jedere seiner Werke ein⸗ haucht; wenn es die Aufgabe war, ein Lustspiel zu schreiben, sah er sich mit offenem Blick in der wirklichen Welt um, so wie er bei Auf⸗ gaben anderer Art mit seinem Geiste in die Tiefen menschlicher Erkennt⸗ niß drang. Und dieser ausgebildete Geist spricht guch in diesem Werke, aus jeder Scene, ja aus jedem Wort. Eine so innige Herzens⸗ kunde, Welt⸗ und Menschenkenntniß, voller und sicherer Besitz aller Schoͤnheiten unserer Sprache und ihrer dialogischen Kraft und Mannigfaltigkeit muß, wie wahr es auch seyn mag, daß ein Lust⸗ spiel, sofern es auf Zeit und Sitten ruht, immer nach Zeit und Sit⸗ ten angefrischt werden muͤsse, zu aller Zeit jeden rein empfaͤngli⸗ chen, vollends aber den gebildeten, nicht verbildeten, Zuschauer ansprechen. Die testimonia autorum haben sonst immer etwas ge⸗ golten; vielleicht finden sich auch gegenwaͤrtig noch gute Leute, die sie gelten laseen, und darum mag es uns vergoͤnnt seyn, Goͤ⸗ the's Urtheil uͤber „Minna von Barnhelm“, wie er es im Ver⸗ trauen zu einem Freunde geaͤußert hat, anzufuͤhren. Von Les⸗ sings Verdienst, Talent und Scharfsinn, und wie er eine neue Periode begruͤndet habe, sprach, wie Falk erzaͤhlt, Goͤthe mit der groͤßten Anerkennung. Als Exposition habe vielleicht die ganz neue dramatische Kunst nichts so Unvergleichliches aufzu⸗ weisen, als bie ersten beiden Aufzuͤge von „Minna von Barnhelm“, wo Schaͤrfe des Verstandes und ursprkuͤnglich Deutsche Sitte mit einem raschen Gang der Handlung aufs innigste verbunden sey. Nach⸗ her sinke jedoch das Stuͤck und vermoͤge kaum nach dem einmal angelegten Plan sich in solcher Hoͤhe zu behaupten; das koͤnne aber das Lob weder schmaͤlern, noch solle man es deshalb zuruͤckneh⸗ men. Hoͤchst bemerkenswerth ist es, daß dies Urtheil eines so Ser len und gebildeten Kunstkenners, mit dem Urtheil der faͤhigen und empfaͤnglichen Zuschauer der gesammten Buͤhnenlaufbahn der „Minna von Barnhelm“ uͤbereinstimmt; ohne Kluͤgelei haben sie alle, so weit die geschichtlichen Zeugnisse reichen, nicht den gleichen Ge⸗ nuß an den Ausspinnungen des Verhaͤltnisses der Minna zu Tell⸗ heim in den beiden letzten Akten, aber doch immer die ungemeine Geisteskraft des Dichters empfunden. 1
Wir muͤssen, indem wir uns nun zur mimischen Darstellung wenden, nach dem zugemessenen Raum uns darauf beschraͤnken, was uͤber die schon in diesen Blaͤttern viel belobten Kunstjuͤngerinnen, die beiden Dlls. Bertha und Clara Stich, oftmals gesagt worden. Wir wollen zuvoͤrderst dabei nachholen, daß Beide in einem Mit⸗ und Gegenspiel, bei der Auffuͤhrung des Koͤrnerschen „gruͤnen Domino“, außer dem angebornen Talent auch schon eine wahrhaft bewundernswuͤrdige Fertigkeit des Conversationstons und des Zu⸗ sammenspiels erwiesen haben. Dort hatte die juͤngere, Clara, die sentimentale Partie, und die aͤltere, Bertha, die muntere; hier in „Minna von Barnhelm“ war es umgekehrt; aber hier und dort bewiesen Beide in Geist und Wahrheit, was sie seyn sollten. Wir muͤssen demnach auch die unseres Erachtens zu voreilig ange⸗ nommene Zumessung des passendern Talents der einen und der andern fuͤr diese und jene Rollengattung abweisen; es wird nach wie vor noch immer nicht genug beachtet, weder vom Publikum noch von der Kritik, wodurch die Rolle selbst anzieht. In jedem
bensmitteln sind fuͤr den, der die gewoͤhnliche Sorglosigkeit der Tuͤrken in dieser Beziehung kennt, uͤberraschend, und zeigen, daß sie gut geleitet werden.
Norden und Osten bewaffnet haben.
wie man hat wollen glauben machen. Die Zahl der auf Euro⸗ paͤische Weise organisirten Bataillone, welche Gewehre von gleichmaͤzigem Kaliber und Bajonnette haben, uͤbersteigt nicht 20 oder 22, von denen erst einige mittelmaͤßig manoͤvriren.
——2/
versehen, was indeß zunaͤchst auch wenig nuͤtzen wird. schid Pascha soll seine Bewegung begonnen und die Pforte drei anderen Generalen den Befehl zugesandt haben, sich nach Kiutahia zu begeben und dort weitere Befehle abzuwarten.“
EEEbe;
Berlin, 2. Dez. Am 29sten v. M. beging das Dom⸗ Gymnasium zu Magdeburg die Feier des 100jaͤhrigen Ge⸗ burtstages seines im Jahre 1814 verstorbenen Rektors, des Kon⸗ sistorial⸗Raths Dr. Gottfried Benedikt Funk, der sich um die Anstalt hochverdient gemacht hatte. Die beiden oberen Klassen versammelten sich zu diesem Behufe mit mehreren ehemaligen Schuͤlern und anderen Verehrern Funks um 10 Uhr Morgens im Saale der Schule, wo nach einem Kirchenliede und einem Festgesange der Prediger Neide zu Giebichenstein, einer der fruͤhsten noch lebenden Schuͤler des Verewigten, die Gedaͤchtniß⸗ Rede hielt. Der Herr Geheime Staats⸗Minister von Klewiz, der bei der Feierlichkeit zugegen war, vertheilte sodann, nach der Bestimmung des Verwaltungs Raths der Funkschen Stiftung, an 4 von dem Lehrer⸗Kollegium vorgeschlagene Ober⸗Primaner eben so viel Exemplare von Funks Schriften, worauf der Herr Bischof Dr. Draͤseke den Segen des Hoͤchsten fuͤr das fernere Gedeihen der Anstalt erflehte. Ein Chor⸗Gesang beendigte die Feier, der sich ein Festmahl in dem Lokale der Harmonie⸗Gesell⸗ schaft anschloß.
ange noch erscholl der Ruf: Viva le truppe tedesche!
Nach den sichersten Nachrichten soll die bis jetzt in Klein⸗Asien konzentrirte Macht 200,000 Mann be⸗ tragen mit Einschluß derjenigen Truppen, welche die Pascha's aus dem Ihre Zahl vermehrt sich taͤglich, aber es sind nicht so viel regulaire Truppen darunter,
Die sogenannte regulaire Kavallerie ist ziemlich schlecht, und wegen der eingewurzelten Gewohnheiten der Spahis und Delis, welche den Stamm dieser Reiterei bilden und wegen ihrer Art zu rei⸗ ten, noch schwieriger zu organisiren, als die Infanterie. Die Artillerie hat eine hinreichende Menge Geschuͤtze und bespannter Wagen, aber nicht genug geuͤbte Kanoniere; man hat sie mit Russ. vTöö1“ Reoe⸗
Fall hat aber die gegenwaͤrtige Darstellung abermals offenbart, daß
deiden Schwestern von der Natur ein Talent verliehen ist, wie sie es
nicht eben haͤufig austheilt, aber auch eine so fruͤhe Bildung, wie sie vielleicht noch seltener wohlbegabten Kunstjuͤngerinnen zu Theil wird. Nur mit dem gewaͤhlten Kostuͤme kann Referent sich durchaus nicht einverstanden erklaͤren. Man scheint fast von dem ungluͤcklichen Gedanken auszugehen, daß das Aeußere der Tracht das Wesen der bedeutenden Charaktere jener Zeit ausmache. Wie falsch! Wer denkt sich denn jetzt die Helden jener großen Zeit in dem damaligen steifen, oftmals vertrakten Kleide. Die Wuͤrde und Schoͤnheit ist die erste, nie abzuweisende und nie zu verletzende Form. Wer mag sich den Tellheim mit einer Peruͤcke denken, die ihm den Anschein eines Sechzigjaͤhrigen giebt, oder den Wachtmei⸗ ster Werner in einem Rock, der uns an die Troͤdelbuden oder an dos Invaliden⸗Haus erinnert. Und gesetzt, wir wollten nicht das hoͤhere, geistige Argument beachten, war denn, in historischem Be⸗ tracht genommen, der Major am Schluß eines so bluttgen, dem Avancement so guͤnstigen Krieges nicht noch in den dreißiger Jah⸗ ren, und eben so sein Wachtmeister! Wir fordern von Beiden nicht eben moderne Tracht, aber ein solides, dem innern Gehalt nicht wider⸗ sprechendes Soldatenkleid, und kurz, wir wollen, daß man die Nei⸗ gung und den Geschmack der Minna und Franziska zu aller Zeit begreife. Darum fordern wir auch nicht von Minna und Franziska die Luftballons aͤhnlichen Aermel der neuesten Mode, aber eben so wenig die Reifroͤcke und die Jacken der alten; und koͤnnen uͤbrigens diesen, hauptsaͤchlich den beiden jungen Schwestern gewidmeten Be⸗ richt nicht schließen, ohne unsere hohe Achtung dem Herrn Devrient fuͤr seinen Ricaut, den wahren Chevalier d'industrie, den er mit portraitmaͤßiger Treue, doch ohne alle Karrikatur verkoͤrpert, zu er⸗ kennen zu geben. Madame Crelinger hatte die kleine Rolle der „Dame in Trauer“ uͤbernommen; aber Trauer hat sie nicht dem Koͤnigstaͤdtischen Theater gebracht, sondern Lust und Leben, indem sie demselben zwei bluͤhende Toͤchter zugefuͤhrt, deren angebornes Talent, Anmuth und fruͤbe Bildung alle Vergleichung mit gewoͤhn⸗ lichen Anfaͤngern verbieten; das Haus war uͤbervoll, wie . mer, so oft die beiden jungen Maͤdchen auftraten.
Meteorologische Beobachtung. 8
1834. Morgens Rachmitt. Abends Rach einmaliger 1. Dezbr. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck. 332, 52 Par. 331, 72 Par. 330, 2 4 Par. Luftwaͤrme † 5.1 °R.⸗+ 5,2 R. + 5,3 R. Thaupunkt † 3,1 °R. + 2,3 R. + 3,n0 °R. Dunstsaͤttg. 88 pCt. 79 pCt. 82 „Ct. Wetter .. truͤbe. halbbeiter. reanig.
Molkenenan N.
Quellwärme 8,7 °R. Flußwärme 2,5 *R. Bodenwärme 4,2 R. Ausdünst. 0,01 0“ Rd.
E“
52n