1834 / 342 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 10 Dec 1834 18:00:01 GMT) scan diff

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Auswürtige Börsen.

Amsterdam, 3 Dezember.

wirkl. Schuld 52 ½ ½. 5 % do. 99 ¾. Ausg. Schuld 1 22r.

.22 ¼. 4½1 % Amort. 91 ½. 2 74 ½. Russ. 97 ¾. Oesterr.

98 ¼. Preuss. Präm.-Scheine 107 ¼ do. 4% Anl. —. Span. 5 8 441 ¼.

398 27 ⁄.

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tigen Eroberungen machte, Korea unterwarf, und die Koͤnige dieses Landes zwang, sich fuͤr ewige Zeiten zu Vassallen von Japan zu er⸗ klaͤren. Unter ihrem Nachfolger O sin ten o verhbreitete sich Chi⸗ nesische Schreibkunst und Literatur im Lande, so wie auch die Kunst zu weben und zu sticken. Zu derselben Zeit (von 270 bis 312 nach Chr.) ließen sich auch die Nachkommen der Chinesischen Dynastieen Thsin und Han in Japan nieder.

In der Mitte des sechsten Jahrhunderts breitete sich die, aus Korea gekommene, Buddha⸗Religion in Japan aus, und gewann, reotz der ersten harten Verfolgungen, eine große Menge von Anhaͤngern. Besonders ward sie durch den Kaiserl. Prinzen Mu⸗

maya do⸗no osti, gegen Ende desselben Jahrhunderts gehoben, der ihr eine große Menge von Tempeln errichtete. Unter dem 37sten Dairi Kotok (von 645 bis 654) trat der beruͤhmte Kamatari das Amt eines Reichsverwesers, das er spaͤter noch lange verwaltete, an. Er war es, der die noch jetzt bestehende Rang⸗Drdnung am Hofe und die Verwaltung des Reiches durch acht Ministerien ein⸗

8 mente, wie der jetzige, die Herren Deputirten sich ni lich auf ihrem Posten einfinden. Ich beschwoͤre 08 1a gne 6 5 . 1 1 g 2 m 2 1 n 2

alle Buͤrger, sie noͤthigenfalls hierzu zu zwingen.“ Diese 9 3 9F 9

mahnung erregte große Zufriedenheit unter den Oppositions, 88 W6“ gliedern. Die Sitzung wurde gegen 3 Uhr nufgegotsnone, 3 zum Freitag vertagt. 1

Lord Brougham wohnte der

tirten⸗Kammer bei.

Ant werpen, 2 Dezember. 8

Span. 5 9 43 ¼. 38 27 ½¼. Guebhard 43 ¾. Zinsl. 15 ½. Cortes 40 ⅞8.

do. Coup. 25. Neap. —. Belg. 97 ½ Oesterr. —. Bras. —. St. Petersburg, 28. November.

London 3 Mt. 10 ¼ 3. Hamburg 3 Mt. 9 ½ v. Amst. 3 Mt. 53 ¼.

Paris II1 ½. Silber-Kubel 359. Silber-Inscr. Ser. III. u. IV. 98. Wien, 3. Dezember.

58 Met. 99 11. 49 90 ½ ½. Bank-Actien, 1271 ¾.

1834 545.

gestrigen Sitzung der Die Tribune fuͤr das die orege ai. d war ganz besetzt. Die Zahl der anwesenden Deputirten don sich auf 220. Auf das Pult eines jeden Mitgliedes wa 0 66 h; niedergelegt worden. t Nach dem Constitutionnel wuͤrde sich die Entschdi Summe, welche die Regierung fuͤr Lyon von 18 gdigung verlangen will, auf 4 Millionen belaufen. mne

Herr Avoyne de Chantereine, Rath am Cassationshofe m

Berlin, Mittwoch den l0ten Dezember

Neue Auleihe v.

fuͤhrte, und uͤberhaupt eine große Menge nuͤtzlicher Einrichtungen mnachte, so daß sein Name noch jetzt von den Japanern mit der groͤßten Ehrfurcht genannt wird, und er selbst unter die Schutzgoͤt⸗ rer des Reiches versetzt worden ist. In der Mitte des siebenten Jahrhunderts unternahmen die Japaner einen Kriegeszug gegen das jetzige Land der Mandschu und unterwarfen sich die Insel Jeso gaͤnzlich, indessen ihre blutigen und langwierigen Kriege in Korea fortdauerten, die oft einen ungluͤcklichen Ausgang fuͤr ihre Armeen hatten. 1 MNachdem sich die Mongolen ganz China unterworfen hatten, schickten sie im Jahre 1268 einen Gesandten nach Japan, um den Kaiser dieses Landes aufzufordern, sich fuͤr ihren Vasallen zu erklaͤ⸗ ren. Da das Schreiben, welches er mitbrachte, in hoͤchst beleidigen⸗ den Ausdruͤcken abgefaßt war, so gab man keine Antwort auf das⸗ selbe. Ein anderer Mongolischer Gesandter, der 1275 nach Japan kam, ward ebenfalls nicht angenommen und 1280 hingerichtet, weil

man Kunde von einer großen Expedition erhalten hatte, die Chubi⸗ lai chan nach Japan schicken wollte. Sie bestand aus mehr als hun⸗ derttausend Mann und ward auf einer zahlreichen Flotte eingeschifft, die im Sommer des folgenden Jahres bei der Insel Firando an⸗ langte. Sie ward aber bald darauf von einem sehr heftigen Sturm uͤberfallen, der die mehrsten Schiffe ins Meer versenkte, oder doch außerordentlich beschaͤdigte. Ein Theil derselben rettete sich durch die Fluücht, aber nie hat man etwas uͤber sein ferneres Schicksal er⸗ fahren. Die hunderttausend Mann Truppen waren jedoch bereits auf der Insel Go rio san gelandet, und irrten dort drei Tage lang phne Lebensmittel herum. Sie wurden bald von der Japanischen Armee eingeschlossen und angegriffen. Der Kampf war hartnaͤckig, en⸗ dete jedoch mit der gänzlichen Niederlage der Mongolen, von denen 30,000 Mann zu Gefangenen, und spaͤter niedergemacht wurden Rur drei Personen wurden verschont und nach Ching gesendet, um dort Bericht uͤber ihre Niederlage abzustatten. Die Zerstoͤrung einer so maͤchtigen Flotte durch den Sturm ward als ein auffallender Beweis des Schutzes, den die Goͤtter von Japan dem Lande hatten angedeihen lassen, angesehen; besonders legte man diese Begebenheit

er* Macht des Gottes der Winde bei, in dessen Tempel zu Ise man nunzaͤhlbare Opfer brachte, weil er das Reich von fremder Herrschaft gerettet hatte.

Vom siebenten bis zum zwoͤlften Jahrhunderte war Japan haͤufig

der Schauplatz von langwierigen Buͤrgerkriegen, durch welche das Ansehen der Dairi immer mehr und mehr sank, wozu noch beson⸗ ders die unumschraͤnkte Macht beitrug, welche sich die Guͤnstlinge dieser Fuͤrsten anmaßten. Ein Hauptschlag traf das Ansehen der Kaiser, im Jahre 1180, als Kiyomori sich der Person des Dairi Gosiro kawa, der hatte abdanken muͤssen, bemaͤchtigte und ihn in strenger Haft hielt. In seiner Verzweiflung schickte dieser un⸗ gluͤckliche Fuͤrst eine Botschaft an den beruͤhmten Feldherrn Yori tomo, und bat ihn, zu seiner Huͤlfe herbeizueilen. Yori tomo brachte auch bald eine betraͤchtliche Armee zusammen, mit der er bei jeder Gelegenheit die Truppen des Hauses Feike, dessen Chef Kiyo mori war, schlug. Kiyo mori starb im folgenden Jahre und ließ seine Angelegenheiten in den Haͤnden seines Sohnes Mune mori, der ihm jedoch bei weitem nicht an Geist und an Faͤhigkeiten beikam unnd unter dessen Leitung Alles sehr schlecht ging. Er ward auch bald von Yori tomo gaͤnzlich geschlagen; worauf dieser den Darri wieder auf den Thron setzte, der ihn zum Seogun oder Krongroß⸗ feldherrn ernannte und die ganze Kaiserliche Macht in seine Haͤnde legte. Seitdem verloren die Darri von Jahr zu Jahr mehr von ih em Einflusse. Die Wuͤrde der Krongroßfeldherren ward in den Familien, deren Mitglieder sie nach und nach bekleideten, erdlich. Den letzten Schlag erhielt jedoch das Ansehen der Darri zu Anfang des fiebzehnten Jahrhunderts durch He yassu oder Gongin ama, dem ersten Scogun aus der Familie derselben, die noch jetzt die VBerwaltung des Reiches, mit fast unumschraͤnkter Gewalt, ausnuͤbt. Die Scogun sind, obgleich nicht dem Namen nach, jedoch in der That die wahren Kaiser von Japan. Sie unterhalten die Daret und deren Hof auf ihre Kosten; aber die Besoldungen der unteren Klassen der Kaiserlichen Deiener sind so geringe, daß dieselben ge⸗ woͤhnlich genoͤthigt sind, ihr Leben durch Handarbeiten, die sie machen und verkanfen, zu fristen. Das ist das Loos einer Dynastie, die ih⸗ ren Ursprung von den Goͤttern herleitet und den Japanischen Thron eit fuͤnfundzwanzig Jahrhunderten inne hat.

Wer haben bereits bemerkt, daß das Nipon o dat itsi ran nur is auf dos Jahr 1611 geht. Der gelehrte Herausgeber, Herr Pro⸗ essor Klaproth, dessen Arbeiten seit swanzig Jahren ein so großes Licht uͤber die Geographie, die Geschichte und den ganzen Kultur⸗

Zustand von Nord⸗ und Inner⸗AIsien verbreitet haben, hat die chro⸗

nologische Folge der Darci bis auf die neuesten Zeiten fortgefuͤhrt, und das Werk mit so vielen schaͤtzbaren Beitraͤgen und Noten aus⸗ „stattet, daß man es fast fuͤr eine eigene Arbeit desselben ansehen kanw, eine Arbeit, die uns Titsinzy's Verdienst sehr in den Hinter⸗ grund zu stellen scheint. SI

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger öe

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1834.

Luftdruck 339,5„ Par. 339, 33 Par.2a8,2 Par uellwärme 8,6°R. Luftwaͤrme + 1,4°2R. 5,°02°ↄ R 4,°.n.R. Thaupunkt + 0,6 ° R. 2,00R.+ 3,1 ° R. Dunftsaͤttg, 95 vGt. 78, Ct.va Et. Wetter ... truͤbe. halbheiter. heiter. Wolkenzug y Miiederschl-g 0. Am 6. Dez. waren die Anzeigen: 340, 14 3 10, °67 339,99“ 3, 90 . 5,60° + 2,8 2 —. 4,2 1,2° + 0,70 4 vCt. heiter, heiter, heiter. W. W. W.

1

Flußwärme 3, 1 * R. Bodenwärme 4, ° N.

2* 2 Rh.

27, 53,

Berliner Börsse. Den 8. Dezember 1834. Geld- Cours- Zettel. ν. Cour.)

arAmae * Ieer. e g [2r. Britf. coeld. Ontpr. Pfandbe 4 100 ¾ bommw. 4do 1 1106 ¼ Kur- n. Neum. do] [1667 Schlesische do. 4 10 Kkst. C. d. K. u. N.

aannaamarDa,.“ 2 St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. l. C.

Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl.

Königsb. do.

Elbing. do.

Danz. do. in Th. Wenutpr. Pfandbr. . Groschz. Pos. do.

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Kloll, vollee Hhuk. 1 Neude do. Friedriehsd'or. 1: 13% Discon’¹o.. V 1 4

Koöoͤnigliche Schauspiele.

Dienstag, 9. Dez. Im Schauspielhause: Gabriele, Drama in 3 Abth., von Castelli. (Dlle. Bauer: Gabriele, als Gastrolle.) Hierauf: Christinens Liebe und Entsagung, Drama in 2 Abth., von Th. Hell. (Dlle. Bauer: Christine.) Mittwoch, 10. Dez. Im Opernhause: Die Hochzeit des Figaro, Oper in 2 Abth. Musik von Mozart. (Dlle. Stephan: Die Graͤfin.)

Im Schauspielhause: 1) La première représentation de: La Lectrice., drame-vandeville nouveau en 2 actes, par Mr. .” 2) Le jeune mari, comédie en 3 actes, par Mr. Mandres.

Donnerstag, 11. Dez. Im Schauspielhause: Die Schule der Alten, Lustspiel in 5 Abth., nach Delavigne, von J. F. v. Mosel (Dlle. C. Bauer, Agnese, als letzte Gastrolle. Herr Rott: Danville.) Hierauf: Der Spiegel des Tausendschoͤn, Burleske in 1 Akt, mit Gesang, von C. Bluw.

Freitag, 12. Dez. wirkung des Herrn C. P. Lafont, Ritter der Ehrenlegion und erster Kammer⸗Virtuos des Kaiserlich Russischen und Koͤniglich Franzoͤsischen Hofes. Hierauf: Der Maurer, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Auber.

Im Schausptelhause: Franzoͤsische Vorstellung.

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Dienstag, 9. Dez. Zum erstenmale: Der neue Figaro, ko⸗

J. C. Gruͤnbaum. Musik von L. Ricci. Mittwoch, 10. Dez. Zum erstenmale: einmal, Posse in 1 Akt, nach dem Franz., von A. Cosmar. Hierauf: Auf Begehren: Pastoral Sinfonie, oder: Erinnerung an das Landleben, in 5 Saäͤtzen, von L. van Beethoven. Zum Beschluß: Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Friedr. Genée. Donnerstag, 11. Dez. Maria Tudor, Drama in 3 Abth., nach dem Franz. des Victor Hugo, von M. Tenelli. (Mad. Birch⸗Pfeiffer: Die Koͤnigin, als erste Gastrolle.)

Paris, 2. Dez. Der Koͤnig fuͤhrte gestern Mittag den in EE Ministerrathe. Am Sonnabend Abend empfing der Koͤnig den Lord Br rhi sich fast eine Stunde nieg hn. 11¹“

Wegen des Leichenbegaͤngnisses des Herrn Dugas⸗Montbel wurde die heutige Sitzung der Deputirten⸗Kammer erst um 2 Uhr eroͤffnet. Es erfolgte die Aufnahme mehrerer Depu⸗ tirten, die sich bisher noch nicht uͤber ihre Waͤhlbarkeit ausge⸗ wiesen hatten. Die Wahi des Herrn Guizard (Departement des Aveyron), deren Guͤltigkeit schon int August d. J. bestritten worden war, wurde wegen verschiedener bei derselben vorgefalle⸗ nen Unregelmaͤßigkeiten annullirt. Herr Berryer, der in drei Wahl⸗Bezirken gewaͤhlt worden ist, erklaͤrte sich fuͤr den Bezirk Marseille. Nachdem die meisten jener Deputirten vereidigt wor⸗ den, erklaͤrte der Praͤsident die Sitzung fuͤr geschlossen, indem nichts weiter an der Tagesordnung sey. Sofort eilte Herr Janvier zur Rednerbuͤhne. „Schon gestern“, sagte er, „hatte ich nach den Ministern das Wort ergreifen wollen indem ich der Meinung war, daß die von ihnen hervorge⸗ rufene Debatte uͤber das System der Regierung nicht bis zu der Eroͤrterung der von ihnen vorgelegten Gesetz⸗ Entwuͤrfe verschoben werden koͤnne. Ich bin seitdem in dieser meiner Meinung noch bestaͤrkt worden und. glaube, daß jene Debatte vorweg erledigt werden muͤsse. Es haben sich seltsame Dinge zugetragen. Der ehrenwerthe Marschall Gérard ist we⸗ gen der Amnestie⸗Frage ausgeschieden; das Ministerium ist zwei⸗ mal veraͤndert worden; es ist von Wichtigkeit, daß die Kammer die Gruͤnde dieses Verfahrens kenne. Ich verlange daher, daß ein Tag festgesetzt werde, wo die Minister sich offen ausspre⸗ chen.“ Mehrere Mitglieder der Centra riefen hier, dies koͤnne sofort geschehen. Der General Bugeaud meinte, daß es ganz falsch sey, wenn man behaupte, daß die letzte Adresse seindselig fuͤr das Ministerium sey; er seinerseits habe in derselben vielmehr sehr viel Ruͤhmliches fuͤr die Minister erblickt; indessen verlange er, daß die Kammer sich offen erklaͤre, ob sie durch jenes Aktenstuͤck das System der Regierung habe tadeln wollen. Diese ungebraͤuchliche Herausforderung er— regte einiges Gelaͤchter in den Reihen der Opposition. Herr ꝙ◻σ 1 5 Co 3 1 Thiers sagte, daß er und seine Kollegen bereit waͤren, alle Auf⸗ schluͤsse zu geben, die man nur immer von ihnen verlangen moͤchte, daß es indessen wuͤnschenswerth seyn duͤrfte, hiermit so lange zu warten, bis die Kaͤmmer vollzaͤhlig sey; gegenwaͤrtig befaͤnden sich aber hoͤchstens 200 Deputirte im Saale, weshalb er vorschlage, j ne Debatte bis zum naͤchsten Montage zu ver⸗ tagen. Mehrere Deputirte erklaͤrten sich hiermit einverstanden Herr Passy aber, einer der letzten Minister, die drei Tage am Ruder waren, bemerkte, daß sein Deputirten⸗Mandat am naͤchsten Sonnabend ablause, weshalb er wuͤnschen muͤsse, daß die gedachte Er⸗ oͤrterung schon am folgenden Tage stattfinde. Herr Etienne hielt eine solche Eroͤrterung zwar fuͤr voͤllig uͤberfluͤssig, indem das System der Regierung schon durch die Adresse hinlaͤnglich gebrandmarkt worden sey. Wenn es indessen, suͤgte er hinzu, dem General Bugeaud so sehr um ein Supplement zur Adresse zu thun sey so habe er seinerseits gar nichts dagegen, daß ihm solches bewil⸗ ligt werde. Auf die wiederholte Forderung des Herrn Thiers daß die Debatte erst am Montage stattfinde, wurde darauf keine weitere Ruͤcksicht genommen, vielmehr nach dem Antrage des Praͤsidenten in dem Interesse des Herrn Passy schon der naͤchste Freitag hierzu sestgesetzt. „Ich benutze diese Gelegen⸗ heit”“, fuͤgte Herr Dupin hinzu, „um meine Verwunderung

Im Opernhause: Konzert, unter Mit⸗

ehemaliger Deputirter, ist mit Tode abgegangen. Das Journal de Paris versichert, daß die hier fenden Berichte uͤber die Municipal Wahlen fortwaͤhrend lauten. Die erwaͤhlten Stadtraͤthe gehoͤren an den mei ten der ministeriellen Partei an. 8 nicht eroͤffnet werden koͤnnen. § wo sich bereits eine zahlreiche Menge von Zuhoͤrern ein den hatte, stuͤrzten naͤmlich wieder einige 60 junge Leut keine Eintritts⸗Karten hatten, in den Saal bald darauf erscheinenden Herrn Rossi mit wuͤthendem und Zischen. Der Laͤrm dauerte wohl 1 Stunde lich schien Ruhe eintreten zu wollen, als mit ei ein zweiter Strom unbefugter Zuhoͤrer in den Saal

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weiter uͤbrig blieb, als sich in Begleitung des Dekan nen. Ihm folgten mehrere seiner Schuͤler; die Lueüne. aber stimmten noch auf dem Hofe einen patriotischen Gein an, ve 6 9 seiner Wege ging. a n der gestrigen rse nahm Herr Jau wieder seinen gewoͤhnlichen 111 Das Schiff „Jeanne d'Arc“, welches, Englischen Bl zufolge, mit einer Anzahl Franzoͤsischer Soldaten an Bord 1 Cap Finisterre Schiffbruch gelitten haben sollte, ist am 27,N wohlbehalten zu Duͤnkirchen angelangt. Eben so hatten die ch

bei Bilbao scheitern lassen mische Oper in 2 Akten, nach dem Italiaͤnischen des Feretti, von 1

Drei Frauen auf

100

daruͤber zu erkennen zu geben, daß in einem so wichtigen Mo⸗

lischen Zeitungen vor einiger de g anderes Franzoͤsisches & welches nac ruhig int Hafen von Brest einlief. 28 In einem Schreiben von der Spanischen Graͤnze Pg seit dem wieder blokirt halte. heißt es weiter, „ist aber jetzt gut befestigt und se Schießscharten versehen. Sügasthea⸗ 8 ale P aag Maulesel, die in der ganzen Gegend bis Urdach aufzutre waren, requirirt, um, wie er sagt, seine Artillerie fortzuschin Man weiß aber nicht, wo er Geschuͤtz hernehmen will.“ 2 Aus Bayonne vom 26sten d. schreibt man: 8 Zumal reguy befindet sich mit eilf Bataillonen und seiner gan 8 vallerie zu Viana; Don Carlos ist bei ihm. Es Bheih General Mina marschtre an der Spitze von 10,000 Manni ner Truppen nach dieser Richtung hin. Die Vorposten h bereits mehrere Scharmuͤtzel gehabt haben; beide Theile 1 voll Kampfbegier, und man hat wahrscheinlich entscheidende! eignisse zu erwarten.“ 8 82 Dem Méemorial des Pyrenées reicht auch die strenge Wachsamkeit, Fehg. de e.n⸗ aus, und verschiedener Kriegs⸗Munition nach Spani 1 hindern. Es scheint den Karlisten nicht an Cöis eu sehiet ches uͤber alle Hindernisse triumphirt und alle Wege ebner⸗ Der M essager sagt: „Alle Briefe aus Catalonien men dahin uͤberein, daß diese Provinz, wo die Gegenwart! der's allein die Ruhe noch aufrecht erhielt, bereits eine Be der groͤßten Aufregung sey; drei wohlbekannte Insurgenten sind auf dem Schauplatz erschienen: Caragol, Ros de Eroles el Muchaco. Llauder's Energie hielt diese Chefs im Zaurn. wird verloren seyn, wenn er abreist, um in Madzid den angebotenen Posten zu uͤbernehmen, denn schon ist in mehn Doͤrfern von Ober⸗Catalonien die Glocke des Aufruhrs ern v . loönien es Aufruhrs ertz In einem Privat⸗-Schreiben aus Madrid vom ’8sten M. heißt es: „Die Nachricht von dem Englischen Minit Wechsel hat nicht die Wirkung auf die oͤffentlichen Fonds eha die man davon erwartete. Sie fielen zwar zuerst, da 1n noch an demselben Tage erfuhr, daß die Regierung kraͤftin Maßregeln ergriffen habe, um die Empoͤrung in Navartz unterdruͤcken, ehe noch das Wellingtonsche Ministerium im es feindliche Absichten hegen sollte, einen Einfluß dan ausuͤben koͤnnte, so stiegen sie wieder. Aus allen genden sollen Truppen aufbrechen, um die Armee und General Mina zu verstaͤrken, dem man nun bereitwillig sede terstuͤtzung gewaͤhren will. „Eintracht mit dem Ministerium ü Vereinigung aller Kraͤfte, um unsern und unserer Koͤnit Feind zu vertreiben“, ist jetzt das allgemeine Losungsme Der Kriegs⸗ Minister soll Depeschen von Mina enyfe gen haben, die, wenn sie auch noch nichts Entsch dendes melden, doch den Beweis liefern, daß er P. aufbietet, um sich in eine guͤnstigere Stellung zu versete Briefe aus Malaga berichten, daß das Spanische Praͤs Pehon in Afrika sich nach einem Aufstand, in welchem die 7 hoͤrden ermordet wurden, den Barbaresken uͤbergeben haͤ Don Marino Montalvo ist zum Geschaͤftstraͤger beim Koöm Otto von Griechenland ernannt worden.“

„Dieser

r Ph Haus

vom 27. Nov. ufog welche an der Spamae die Sendungen von Wo

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 106. —. fin com 106. 30 Sproc. pr. compl. 77. 80. sin ceur. 78. 10. /öol⸗ Neap. pr. compl. 95. 50. sin cour. 93. 45. (coup. d- Zproc. Span. Rente 43 ½. Zproc. do. 27 ½. Cortes 41.5. Au Span. Schuld 15 ½. Guebhard —. 1 8

Dez. 2 proc

I111 99 4proc. 91 ½. 91 23 ½¼ Bank⸗Actien 1534. 1532. 100 Gulden 210 ½. G. Preuß. Anl. 94 ½ Br. Holl. 5proc. Loose 68. 67 ¼. 5proc. Span. 26 ½, 26.

Oesterr. 5proc. Met

53 Iproc.?

Praͤm. Sch. 60 ½ 59 4, do. g t. Obl. von 1832 97 ½ 97. Pe

Rente 441¼ 44. Zproc.

Redacteur Cottel.

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Gedruckt bei A. W. Hayn⸗

günfi sten

Der Lehr⸗Kursus des Professors Rossi hat auch heute me Kurz vor der angesetzten Stunk

gesu⸗ und empfingen i

Pfeüfe v. Em den Laͤrm aufs neue begann, so daß Herrn Rossi zuletzt nn

Kovember wird gemeldet, daß Sagastibelza mit 2000 Mll

ggestattet worden.

Part.⸗Oblig. 139 ¼. 139 Loose

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mtliche Nachrichten. Kereoc nik des Tages...

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Censor der Allgemei⸗ in Preußischen Staats⸗Zeitung, Geheimen expedirenden Secre⸗ air im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Moritz ordan, den Titel eines Legations⸗Raths Allergnaͤdigst bei⸗ zuͤlegen und die daruͤber sprechende Bestallung Allerhoͤchsteigen⸗ ndig zu vollziehen geruht. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Post⸗Secretair Sa⸗ etki zu Lauban die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu verlihen geruht. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Unteroffizier Engel— hert Poncelet, vom isten Bataillon 28sten Landwehr⸗Regi⸗ gents, die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu verleihen

geruht.

Der Kammergerichts⸗Assessor Kaͤhrn ist zum Justiz⸗Kom⸗ issarius bei dem Koͤniglichen Land⸗ und Stadtgerichte zu Salz⸗ bedel und zugleich zum Notarius im Bezirke des Ober⸗Landes⸗ serichts zu Magdeburg bestellt worden.

Angekommen: Der General⸗Major à la Suite Sr. Ma⸗ estaͤt des Kaisers von Rußland, von Fanshave, von Ham⸗

urg. b 1.““ 11

Abgereist: Der bisherige Koͤnigl. Spanische außerordent⸗ iche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am Kaiserl. Russi⸗ chen Hofe, Paëz de la Cadena, nach Dresden.

66

Paris, 2. Dez. Ueber die gestrige erste Sitzung der De⸗ putirten⸗Kammer ist noch Folgendes nachzutragen: Der Groß⸗ iegelbewahrer brachte den Gesetz⸗Entwurf uͤber die Verant⸗ wortlichkeit der Minister und uͤbrigen Staats⸗Beamten etwa nit folgenden Worten ein:

„Schon zweimal hat die Regierung dieses von der oͤffentlichen Meinung verlangte Gesetz vorgelegt; schon zweimal sind Kommis⸗ üonen zur Pruͤfung desselben ernannt, und ein Bericht daruͤber ab⸗ Weshalb die Berathung selbst niemals eroͤffnet vorden ist, wollen wir dahingestellt seyn lassen; was aber auch die Gruͤnde dazu gewesen seyn moͤgen, die Regierung darf sich dadurch cht abhalten lassen, ihrerseits ihre Pflicht zu erfuͤllen. Die Charte erlangt ausdruͤcklich ein solches Gesetz, und wir glauben also, un⸗ re Achtung vor dieser Bestimmung nicht besser an den Tag le⸗ en zu koͤnnen, als indem wir gleich bei Erͤffnung der Session jener Vorschrift genuͤgen. Die Verantwortlichkeit der Rinister kann aus zwei Gesichtspunkten betrachtet werden: e ist politischer oder peinlicher Natur. Um die erstere zu ffiniren, bedarf es keines besonderen Gesetzes: sie liegt ganz in der fentlichen Meinung. Ein Minister muß mit dieser Meinung und it der sie repraͤsentirenden Majoritaͤt der Kammern gehen. Jedes

chwanken dieser Majoritaͤt uͤher die Politik der Regierung muß der dem Minister, der sich selbst achtet, ein Zeichen seyn, daß er ch zuruͤckzuziehen hat; denn das Ministerium kann nichts Gutes ehr wirken, sobald die Majoritaͤt sich seinem Systeme nicht offen ugesellt. Von jener politischen Verantwortlichkeit kann also hier eine Rede seyn, sondern nur von derjenigen, die aus Verbrechen hervorgeht, auf welche entehrende Strafen stehen. In dem vorlie⸗ genden Gesetz- Entwurfe werden nun 3 Fäͤlle angenommen, wo ein ginister zur Verantwortung gezogen werden kann: Verrath, Er⸗ pres8uung und Pflichtvergessenheit. Zugleich werden diese 3 Arten von Vergehen besonders bestimmt. Eine dritte Art von Verant⸗ wortlichkeit aber, die man in den beiden vorigen Sessionen hat aufstellen wollen, und der man den Namen einer buͤr⸗ gerlichen Verantwortlichkeit gegeben hat, haben wir bei Seite gelassen. Man hatte naͤmlich die Absicht, die Minister auch fuͤr bloße unfreiwillige Irrthuͤmer, die sie selbst oder ihre Unter⸗Beam⸗ en begehen moͤchten, verantwortlich zu machen und sich, sobald aus cinem solchen Irrthume ein pecuniairer Verlust fuͤr den Staat entstaͤnde, an das Privat⸗Vermoͤgen des betreffenden Ministers zu halten. Als Grund dieser strengen Anordnung wurde hauptsaͤch ich die Nothwendigkeit angefuͤhrt, die Minister in den Graͤnzen der ihnen bewilligten Kredite zu halten. Wir koͤnnen uns indessen mit dieser Bestimmung nicht einverstanden erklaͤren, indem wir der Meinung sind, daß dieselbe, abgesehen von ihrer ungerechten Haͤrte, auch fuͤr den Staat eher nachtheilig als nuͤtzlich seyn wuͤrde. Sie wuͤrde zunaͤchst die Folge haben, jeden vermoͤgenden Mann von dem Ministerium entfernt zu halten; denn man kann wohl bei der Uebernahme der Geschafte die groͤßte Selbstverleugnung zeigen, man kann seine Ruhe und sein Leben zum Opfer bringen; Nie⸗ mand aber wird das Erbgut seiner Familie aufs Spiel sez⸗ zen und es von einem Irrthume abhaͤngig machen wollen, dem zuletzt auch der gescheuteste Mann unterworfen ist, und der oftmals nicht einmal sein eigener, sondern der Jerthum eines seiner Mitarbeiter seyn koͤnnte. Daß ein Schaden⸗Ersatz zu verlangen sey, sobald der begangene Fehler dem Minister persoͤnlich zum Rutzen gereicht hat, versteht sich von selbst. Dies ist aber auch eins der Verbrechen, das unter dem Worte Erpressung mitverstanden wird. Hat aber der Minister keinen Nutzen aus seinem Irrthum gezogen, hat er vielmehr das wahre Beste des Staates dabei im Auge ge⸗ habt und mithin nur aus einer falschen Ansicht gefehlt, so sehen wir nicht ein, wie er strafbarer seyn sollte, als der Richter, der eine falsche Anwendung des Gesetzes macht, als der Prafekt oder Malre, der in der besten Absicht und durchaus unfreiwillig dem Staat oder der Gemeinde einen Schaden zufuͤgt. Der Fall ist ganz derselbe. Die Verantwortlichkeit kann hier nur moralischer Natur seyn. Der nachlaͤssige oder unfaͤhige Minister zieht sich unter der Mißbilligung des gesammten Landes zuruͤck. Nur den wirklich strafbaren Minister darf das Gesetz erreichen.“ Herr Persil kam hiernaͤchst auf diejenigen Artikel des Gesetz⸗Entwurfes zu sprechen, die das in bei⸗ en Kaͤmmern zu befolgende gerichtliche Verfahren bei der Anschul⸗ gung eines Ministers betrifft. Sodann wandte er sich zu dem zweiten Theile des Gesetzes, der von der Verantwortlichkeit der uͤbri⸗

gen Staats⸗Beamten handelt. „Damit das Gesetz“, sagte er in ieser Beztehung, „seinen Zweck erreiche, sind zwei Dinge nothwen⸗ dig: einmal, daß etwanige Mißbraͤuche der Beamten geahndet wer⸗ den, zweitens aber, daß man auch diesen Beamten durch all zu harte Bestimmungen ihre Stelle nicht verleide. Dieser doppelte Zweck ist in dem voriaͤhrigen Entwurfe wahrgenommen worden, wonach jede gerichtliche Belangung eines Beamten bei peinlichen oder zuchtpoli⸗ zeilichen Vergehen unstatthaft seyn soll, in sofern nicht die gericht⸗ liche Behoͤrde (nicht der Staats⸗Rath) die Genehmigung dazu er⸗ tbeilt hat. Mit dieser Bestimmung sind wir auch jetzt noch einver⸗ standen; nicht so mit derienigen, wo die Civil⸗Partei auf Schaden⸗ Ersatz klagt. In solchen Faͤllen sollte jene vorlaͤufige Genehmigung nichtnoͤthig seyn, dergestalt, daß, wenn dieser Grundsatz zu einem Gesetze erhoben wuͤrde, kein vermoͤgender Mann mehr ein besoldetes, und Niemand ohne Ausnahme mehr ein unentgeltliches Amt wuͤrde be⸗ kleiden wollen. Und man glaube ja nicht, daß wir uͤbertreiben; kein dͤffentliches Amt wuͤrde mehr haltbar seyn, wenn der Beamte sich all' den Prozessen ausgesetzt saͤhe, welche die uͤble Laune, der Par⸗ teigeist, oder der boͤse Wille ihm bei jeder Gelegenheit zuziehen wuͤr⸗ den. Wir glauben daher, daß der Unterbeamte in dieser Beziehung mit dem Minister, der aus Irrthum gefehlt hat, auf gleiche Stufe gestellt werden muͤsse, und tragen sonach darauf an, den Civil⸗Pro⸗ zeß gegen einen solchen Beamten, wenn auch nicht gaͤnzlich zu un⸗ tersagen, doch auf die einzigen Faͤlle zu beschraͤnken, wo der betref⸗ fende Beamte seine Befugnisse absichtlich uͤberschritten, oder einen Gewalt⸗Mißbrauch begangen, oder endlich den bestimmten Buchsta⸗ ben des Gesetzes uͤbertreten hat. Allein auch hier muß der Grund der Beschwerde des Klaͤgers vorher außer Zweifel gesetzt werden Zu diesem Behufe hat er sich zuvoͤrderst an die erste Kammer des Kdnigl. Gerichtshofes zu wenden, um von ihr die Autorisation zur Vorla⸗ dung des betreffenden Beamten zu verlangen. Wird diese Autorisation be⸗ willigt, so ist die Vorladung dem unmittelbaren Vorgesetzten des Beamten zu notifiziren. Erfolgt von diesem innerhalb zweier Monate keine Antwort oder erklaͤrt er, daß er gegen die gerichtliche Belangung nichts einzuwenden habe, so geht der Prozeß seinen Gang. Nimmt er dagegen die Handlung des angeschuldigten Beamten in Schutz, so wird er selbst dafuͤr verantwortlich, und der Beamte ist außer aller Schuld. Dies, m. H., sind die Grundlagen des Gesetzes, das wir Ihnen hiermit vorlegen, und bei dessen Entwerfung wir uns bemuͤht haben, das Interesse des Staats und seiner Beamten mit den Rechten der Buͤrger zu verschmelzen.“

Das Tabacks⸗Gesetz, das der Finanz⸗Minister vorlegte, bezweckt die Verlaͤngerung des Monopols, wonach die Regie⸗ rung allein Taback fabriziren und verkaufen darf und das mit dem 1. Jan. 1837 ablaͤuft, bis zum 1. Jan. 1847. Diese For⸗ derung erregte ein gewaltiges Murren auf den Baͤnken der Op⸗ position. Der Minister des Innern brachte hiernaͤchst (wie bereits erwaͤhnt worden) einen Gesetz⸗Entwurf ein, wo⸗ durch eine Summe von 360,000 Frcs. fuͤr den Bau eines Saa⸗ les verlangt wird, der mit dem Palaste Luxembourg in Verbin⸗ dung stehen, und zu den Verhandlungen in dem gegenwaͤrtig vor dem Pairshofe schwebenden Prozesse dienen soll. Dieser Antrag gab dem Minister eine natuͤrlichez Veranlassung, auf den ebenerwaͤhnten Prozeß selbst zuruͤckzukommen, und zugleich auch die Amnestie⸗Frage zu beruͤhren. Er sagte unter Anderem:

„In dieser Angelegenheit, wie in allen Handlungen der Regie⸗ rung waͤhrend der letzten Unruhen, wodurch jener Prozeß hervorge⸗ rufen worden, werden Sie, m. H, nichts als ein durchaus gesetzli⸗⸗ ches Verfahren, wie die Sicherheit des Staates es erheischte, erblickt haben, und wo es irgend moͤglich war, ist sogar die Strenge des Gesetzes gemildert worden. Haͤtten wir noch weiter gehen und den Lauf der Gerechtigkeit hemmen sollen? Wir baben geglaubt, daß dies unter den obwaltenden Umstaͤnden nicht zulaͤssig sey. Allerdings gab es einen Zeitpunkt, naͤmlich bei der Jahresfeier der Juli⸗Revo⸗ lution, wo die Bewilligung einer Amnestie moͤglich schien. Dieser Gedanke kam damals der Regierung in den Sinn, ehe noch der Parteigeist irgend daran dachte, sich desselben in seinem Interesse zu bedienen Frankreich war ruhig und die Factionen schienen be⸗ saͤnftigt zu seyn. Nichtsdestoweniger stellte sich jener großen Maß⸗ regel auch schon damals mehr als ein Hinderniß in den Weg. Wenn das Begnadigungs⸗Recht die Gefaͤngnisse der Verurtheilten oͤffnen kann, darf dasselbe sich auch uͤber bloße Angeschuldigte erstrecken? Ueber diese wichtige Frage sind die einsichtsvollsten Maͤnner ver⸗ schiedener Mͤeinung gewesen. Mittlerweile traten andere Umstaͤnde ein, welche die Lage der Dinge nur noch mehr verwickelten. Die Erneuerung des Buͤrgerkrieges in Spanien belebte aufs neue die Hoffnungen der Parteien. Einige von den Behoͤrden vereitelte Ver⸗ suche bedrohten wieder die dffentliche Ruhe, waͤhrend die Amnestie⸗ Frage in den oͤffentlichen Blaͤttern auf eine gehaͤssige Weise darge⸗ stellt wurde. Ein Theil der Opposition verlangte naͤmlich die Am⸗ nestie als eine Verleugnung und Verurtheilung des von der Regie⸗ rung seit 4 Jahren so gluͤcklich befolgten politischen Systems. Wir wuͤrden indessen mit uns selbst in Widerspruch gerathen und zu Verraͤthern an der Majoritaͤt der Kammern werden, ja wir wuͤrden der Juli⸗Regierung selbst den verderblichsten Stoß versetzen, wenn wir auͤch nur einen Augenblick den leisesten Zweifel uͤber die Politik, die unser Land gerettet hat, aufkommen lassen wollten. Wir moͤchten unsererseits auch nicht eine Seite, ja nicht eine Zeile in unserer politischen Geschichte seit 1830 streichen. Wir haben unse⸗ rem Systeme, dem Interesse des Staats und unserer innigen Ue⸗ berzeugung ein schmerzliches Opfer gebracht, als wir darein willig⸗ ten, daß ein beruͤhmter Marschall sich von uns trenne, den wir stolz waren, durch das Vertrauen des Koͤnigs an der Spitze des Conseils zu sehen Nicht die Frage der Am⸗ nestie an sich, sondern die der Zeitgemaͤßheit dieser Maß⸗ regel hat uns entzweit. Dies, m. H., ist die volle Wahrheit uͤber diesen Gegenstand. Die Regierung haͤtte wohl gewuͤnscht, daß eine Amnestie moͤglich gewesen waͤre; sie wuͤnscht es noch jetzt; in dem Augenblicke aber, wo die Maßregel vorgeschlagen wurde, verbot die Politik ihr, daran zu denken. Die Einleitung des gro⸗ ßen Prozesses vor dem Pairshofe ist schon weit vorgeschritten. Es liegt in dem Interesse der Angeschuldigten, daß keine neue Verzd⸗ gerung durch unsere Schuld die Ungewißheit ihres Schicksals in die Laͤnge ziehe. Unsere Pflicht erheischt daher, den Prozeß nach Moͤglichkeit zu foͤrdern, und dies ist der Zweck des Gesetz⸗Entwur⸗ fes, den wir Ihnen hiermit vorlegen.“

Paris, 3. Dez. Der Koͤnig arbeitete gestern Abend mit den Ministern des Krieges, der auswaͤrtigen Angelegenheiten und der Justiz.

Der Purst Talleyrand wird uͤbermorgen in Paris erwartet. Seine Freunde behaupten, er komme nur hierher, um seinen Arzt zu konsultiren, und sey fest entschlossen, nicht wieder nach London zuruͤckzukehren. b

Die gestrigen Verhandlungen in der Deputirten⸗Kammer geben den hiesigen Blaͤttern natuͤrlich Stoff zu mancherlei Be⸗ trachtungen, und bis jetzt scheint im Allgemeinen die Ansicht vor⸗ zuwalten, daß die Kammer sich nicht guͤnstig fuͤr das Ministe⸗ rium aussprechen werde. Ein Oppositions⸗Journal aͤußert sich folgendermaßen: „Fuͤr Jeden, der gestern der Sitzung der Deputirten⸗Kammer beigewohnt hat, kann der Ausgang des Kampfes zwischen dem liers⸗parti und den Doctrinairs nicht mehr zweifelhaft seyn. Man muß die finstern und sorgenvollen Gesichter der Minister gesehen, und das Murren gehoͤrt haben, welches sich von allen Seiten erhob, als Herr Thiers und der General Bugeaud das Wort nahmen. Die Kammer hoͤrte da⸗ gegen mit sichtlichem Wohlwollen den Reden der Herren Jan⸗ vier und Etienne zu. Die Meinung des Erstern dieser beiden Deputirten ist noch nicht genau bekannt. Man hielt ihn An⸗ fangs fuͤr legitimistisch gesinnt; aber er selbst hat sich spaͤter fuͤr einen Anhaͤnger der „gesellschaftlichen Partei“ erklaͤrt. Man wird spaͤter sehen, was er eigentlich unter dieser Benennung versteht. Jedenfalls hat er gestern dem Lande einen wahrhaften Dienst geleistet, indem er der Kammer bestimmte Fragen zur Entscheidung gestellt hat. Da er außerhalb der beiden Parteien steht, welche sich 48* be⸗ kaͤmpfen, so war es seine Sache nicht, dem tiers-parti uͤber die Adresse Fragen vorzulegen; aber es paßte fuͤr ihn, als fuͤr einen neutralen Deputirten, die beiden Ministerien, welche sich seit Prorogirung der Kammern abgewechselt haben, aufzufordeen, sich oͤffentlich uͤber die ministeriellen Intriguen der letztvergange⸗ nen Zeit auszusprechen. Wir glauben schon jetzt mit Bestimmt⸗ heit voraussagen zu koͤnnen, daß in der Sitzung des kuͤnftigen Freitag Frankreich auf immer von den Doctrinairs befreit wer⸗ den wird. Man fragt sich allgemein, wie in diesem Falle das neue Ministerium E““ werden wuͤrde. Nach der vorsichtigen Weise zu urtheilen, mit welcher Herr Dupin der Aeltere sich im Hintergrunde haͤlt, ist es wahrscheinlich, daß er die Erbschaft der Doctrinairs noch nicht antreten will. Alle Welt glaubt, daß der Marschall Gérard, mit der Amnestie in der Hand, die Präaͤsidentschaft des Conseils wieder uͤbernehmen wuͤrde. Ob⸗ gleich er bestimmt erklaͤrt hat, nicht wieder eintreten zu wollen, so zweifelt man doch nicht, daß es unter solchen Um aänden ge⸗ lingen werde, seinen Widerwillen zu besiegen. Was seine kuͤnf⸗ tigen Kollegen betrifft, so laͤßt sich daruͤber nichts Gewisses vor⸗ hersagen; aber wir sind uͤberzeugt, daß man sich schon jetzt in den Tuilerieen ernstlich mir einer ministeriellen Liste, fuͤr den Fall, daß die Doctrinairs unterliegen sollten, be⸗ schaͤftigt. Es ist nicht unbemerkt geblieben, daß der Koͤnig seit 14 Tagen sehr haͤusfig den Maͤnnern des tiers-parti, von Herren Dupin und Gérard an bis zu dem Herzog von Bassano und General Bernard, Audienzen erzheilt hat. Die Doctrinairs sollen noch der Hoffnung leben, daß sich im schlimmsten Fall nur eine sehr kleine Majoritaͤt gegen sie aussprechen werde, und es heißt, sie wuͤrden in diesem Falle zu einer Aufloͤsung der Kammer ihre Zuflucht nehmen. Wir koͤnnen an einen solchen Plan nicht glauben; das hieße ja den Weg, den vor 4 Jahren das Polignac'sche Ministerium einschlug, Schritt vor Schritt verfolgen.“

Gestern sollen aus dem Ministerium des Innern 40 Estaf⸗ fetten abgegangen seyn, um diejenigen Deputirten, auf deren Stimmen das Ministerium rechnen zu koͤnnen glaubt, aufzufor⸗ dern, sich schleunigst hierher zu begeben.

Seit vorgestern finden sehr zahlreiche Versammlungen von Deputirten bei Herrn Etienne statt. Gestern sah man daselbst die Herren Karl Dupin, Passy, Calmon, Berenger u. s. w.; aber Herr Dupin der Aeltere fand sich nicht ein.

Die „Revue des deux Mondes“ wird, wie es heißt, ihre Re⸗ daction aͤndern, und eine legitimistische Richtung nehmen. Sie wird in der Folge von den Herren von Chateaubriand, von La⸗ martine, Ballanche, St. Beuve, Capefigue u. A. redigirt werden. Um dem Einflusse dieses Journals das Gegengewicht zu halten, will man ein neues, monatlich zweimal erscheinendes Journal im liberalen Sinne unter dem Titel „la nouvelle Minerve“ heraus⸗ geben, fuͤr das sich die Herren Lafitte, Pagès, Arago, Cormenin, Belmontet, Sarrans der Juͤngere u. A. interessiren.

Das Memorial des Pyrenées meldet: „In Oleron hat sich das Geruͤcht verbreitet, daß ein außerordentlich moͤrde⸗ risches, aber von keinen entscheidenden Resultaten begleitetes Gefecht zwischen Mina und Zumalacarreguy stattgefunden habe. Man sagte, daß Ersterer, durch seinen Eifer verleitet, mitten in die feindlichen Bataillone eingedrungen, verwundet und von allen Seiten umzingelt worden sey, und daß er ohne eine kraͤftig ausgefuͤhrte Kavallerie⸗Attacke unfehlbar in Gefangen⸗ schaft gerathen seyn wuͤrde. Obgleich umstaͤndliche Details mit⸗ getheilt werden, so glauben wir doch, daß diese Nachricht noch der Bestaͤtigung bedarf.“

Ein Privat⸗Schreiben aus Bayonne vom 28sten enthaͤlt Folgendes: „An der Graͤnze herrscht neuerdings große Bewe⸗ gung. Das Geruͤcht ist verbreitet, am 26sten d. sey es einem Eng⸗ lischen Fahrzeuge gegluͤckt, den aͤltesten Sohn des Don Carlos bei Biarit, zwei Lieues von hier, ans Land zu setzen. Derselbe waͤre nach Bayonne gekommen und von hier verkleidet nach Spanien gelangt. Wir glauben jedoch, daß dieses Geruͤcht noch sehr der Bestaͤtigung bedarf, und daß, wenn es auch wahr seyn sollte, die Ankunft des Sohnes des Don Carlos gerade keinen großen Einfluß auf das Schicksal des Landes ausaͤben wuͤrde. General Mina laͤßt Pampelona fortwaͤhrend befestigen. Der wird auch auf laͤngere Zeit mit Lebensmitteln versehen.

in Schreiben des Generals Mina an einen seiner Freunde vom 24. d. enthaͤlt folgende Details: Er fand, als er in Spanien an⸗ kam, die Angelegenheiten in einem klaͤglichen Zustande. Nichts war organisirt. Die Plaͤtze waren ohne Lebensmittel, die Sol⸗ daten fast ohne Kleidungsstuͤcke. Das Geld war, man weiß nicht wohin gekommen. Der General bedauert es, daß seine Dienste so spaͤt in Anspruch genommen worden seyen. Er hofft viel von der energischen Haltung, welche das Madrider Kabinet angenommen hat, von der Unterstuͤtzung der Kammern und von

dem baldigen Eintreffen der versprochenen Verstaͤrkungen. Unter⸗