1834 / 346 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

noch im Laufe des heutigen Tages eintreffen wird, da Herr Hudson, nachdem er Sir Robert's Depeschen dem Herzog von Wellington uͤberliefert hatte, einen Brief nach dem 29 sitz des sehr ehrenwerthen Baronets in Privy⸗Gardens abschickte, welcher die Nachricht von dem stuͤndlich zu erwartenden Eintref⸗ fen desselben enthielt. err Hudson erzaͤhlte auch, daß er, von Rom an, auf jeder tation fuͤr Sir Robert Pferde bestellt habe, damit die Reise desselben durch nichts aufgehalten werde.“ Im Standard liest man in dieser Beziehung: „Herr Hnudson verließ Rom am 26. November um Uhr Nachmit⸗ tags, und traf am 3. Dezember um dieselbe Stunde in Paris ein. Diese Reise wurde in so kurzer Zeit zuruͤckgelegt, wie dies nur jemals von einem reitenden Courier geschehen ist; dabei wurde er noch fuͤnf Stunden durch das Zerbrechen seines Wagens auf⸗ gehalten. Er kam gestern um 12 ½ Uhr in Boulogne an, als das Dampfboot eben abgegangen war. Er setzte daher in einem offenen Boote in 6 ½ Stunde nach Dover uͤber und mußte den groͤßten Theil der Reise hindurch selbst rudern. Sir Robert Peel hat am L26sten, einige Stunden vor Pbeh Hudson, Rom verlassen. Er wollte seine Gemahlin zu Lyon zuruͤcklassen und hat deshalb seinen Bruder, den Oberst Reel in Paris, ersucht, dieselbe nach England zu begleiten. Sir Robert Peel war in dee heitersten Stimmung und wouͤnschte sehnlichst, sobald als moͤg⸗ lich in England einzutreffen. Seine Absicht war gewesen, am 22. November nach Neapel abzureisen, doch ließ er sich noch überreden, einem Balle bei dem Grafen Torlonia am 25sten bei⸗ zuwohnen. Herr hed kam an diesem Abend um 9 Uhr in Rom an und sah Sir Robert um 10 Uhr.“ Im Globe liest man: „Das Benehmen des Sir John Hobhouse bei der jetzigen Lage der Dinge verdient das groͤßte ob. Niemand hat ein so schnelles und glaͤnzendes Beispiel, als r, von dem Entschluß gegeben, im Fall einer Aufloͤsung des Harlaments aller Kolltsion zwischen den Reformers vorzubeugen. Er hat sich geweigert, seinen Freunden in Westminster den Ver⸗ uch zu erlauben, ihn in seinen alten Parlamentssitz fuͤr diesen tadttheil wieder zu installiren, weil er nicht mit dem Obersten vans in Kollision gerathen will, der, obgleich fruͤherhin sein zegner, doch ein standhafter Reformer ist. Seitdem dies be⸗ annt geworden, ist auch ein Schreiben von ihm an Herrn Al⸗ len zu Bath erschienen, worin er sich gegen die Absicht seines Bruders, in jener Stadt gegen seinen alten radikalen Gegner, das jetzige Parlaments Mitglied Hrn. Roebuck, auftreten zu wol⸗ len, tadelnd ausspricht. Wie vir hoͤren, ist Hr. H. Hobhouse in Folge dessen zuruͤckgetreten. Wenn wir uns erinnern, durch wie viel persoͤnli⸗ che Animositaͤt der letzte Wahlkampf in Bath verbittert wurde, so koͤnnen wir jene patriotische Nachgiebigkeit nicht genug ruͤhmen. Zu gleicher Zeit muͤssen wir sagen, daß Herr Roebuck unter al⸗ len Mitgliedern der radikalen Partei die meisten Anspruͤche auf die Gewogenheit der Whigs hat, weil er bei der letzten Bewe⸗ gung gegen die Tories einer der ersten unter den radikalen Mit⸗ gliedern war, welcher oͤffentlich seine Zwistigkeiten mit dem vori⸗ gen Ministerium fallen ließ. Wir hoffen sehr, daß die solcher⸗ gestalt bewirkte Aussoͤhnung zwischen den Reformern der ver— schiedenen Schattirungen nicht bloß voruͤbergehend seyn und daß die durch fruͤhere Kollisionen erregte Bitterkeit durch die ih⸗ nen gegebene Gelegenheit, sich mit einander zu verstaͤndigen, fuͤr immer getilgt werden wird.“

Eben dieses Blatt spricht sich in folgender, in Betreff der subversiven Plaͤne seiner Partei sehr charakteristischen Weise uͤber das aus, worauf es, seiner Meinung nach, jetzt ankommt: „Po⸗ litische Prophezeihungen sind gewoͤhnlich truͤgerisch. Es ist noch keinen Monat her, daß ein Schriftsteller in der Edinburgh Re⸗ veew es unternahm, das Prognostikon zu stellen, daß die politi⸗ sche Macht des Oberhauses dahin sey. Kaum war die Dinte trocken, welche seine Lucubrationen dem Publikum uͤberlieferte, als das Oberhaus einen eclatanten Sieg uͤber das Unterhaus davontrug; denn man beschoͤnige es, wie man will, der jetzige Zustand ist ein Kampf zwischen den Lords und dem Volke von England. So lange das Unterhaus sich in seinem Vertrauen auf Lord Althorp vereinigt fand, war es unuͤberwindlich; als aber dieser Edelmann in das andere Haus versetzt wurde, eilten die Feinde der Volksrechte, auf Spaltungen im Unterhause rech⸗ nend und bauend, mit erneuerten Hoffnungen ins Feld und voll⸗ fuͤhrten, was sie bis dahin nicht zu versuchen gewagt hatten. Vor allen hat nun der Wahlkoͤrper daruͤber zu entscheiden, wo die oberste Rogierungs⸗Gewalt kuͤnftig ihren Platz haben soll. Der Koͤnig ist unser souverainer Herr, und alle Zuͤgel der Regierung sind in seinen Händen; aber er muß uns durch tuͤchtige Werk⸗ zeuge regieren, und es haͤngt vom Parlament und hauptsaͤchlich vom Unterhause ab, die Werkzeuge zu bezeichnen, deren er sich zu bedienen hat. Wenn wir uns also praktisch ausdruͤcken sol⸗ len, so schwebt die Frage, welche jetzt zu entscheiden ist, und uͤber welche die Waͤhler der Vereinigten Koͤnigreiche ihr Verdikt auszusprechen haben werden, nicht zwischen Maßregeln und Per⸗ sonen, oder zwischen einer und der anderen Maßregel, oder ei⸗ ner Person und Partei und einer anderen; es handelt sich um zwei entgegengesetzte Prinzipien, aber nicht darum, ob der Her⸗ zog von Wellington ein weiserer oder besserer Mann ist, als Lord Melbourne, oder ob Lord Lyndhurst einen consequen⸗ teren Charakter hat, als Lord Brougham, nicht darum, ob die Kirchen⸗Reform Lord Duncannon's und Lord Spencer's dem meinen Wesen mehr oder weniger annehmlich seyn wuͤrde, als Sir Robert Peel und des Herrn Goulburn, sondern

gs

die des

darum, ob der Minister der Krone Sr. Majestaͤt von Seiten

der geistlichen und weltlichen Lords oder von Seiten der Gemei⸗ nen bezeichnet werden soll. Mag nun der Grad des Vertrauens, den Lord John Russel und Andere im Unterhause genießen, so bedeutend oder so gering seyn, wie er will, so ist es doch unwi⸗ derleglich klar, daß der Herzog von Wellington sich eines solchen Vertrauens gar nicht erfreut.“

Folgendes sind die bedeutendsten Stellen aus der Antwort, welche Lord Melbourne den Reformern von Derby auf die ihm von ihnen uͤberreichte Adresse mittheilte:

„Was die juͤngsten oͤffentlichen Ereignisse betrifft, welche die ameiittelbare Ursache Ihrer Vereinigung bei dieser Gelegenheit ge⸗ worden sind, so missen Sie alle wohl, daß der Tod des Grafen Spencer uns mit Einem Schlage unsers Leiters im Unterhause und des Kauzlers der Schatzkammer beraubte. Es ist Ihnen wohl be⸗ kannt, daß, als sich die Regierung im Juli neu konstituirte, sie hauptsaͤchlich auf das Gewicht und den Einfluß basirt wurde, wel⸗ chen Lord Althorp, jetzt Lord Spencer, in dem Unterbause des Parlaments besaß. Als nun das Ereigniß erfolgte, welches den Austritt des Lord Althorp aus dem Unterhause berbeifuͤhrte, wurde es meine Pflicht, die Befehle Sr. Majestaͤt daruͤber einzuholen, ob er mich beauftragt wissen wolle, Vorkehrungen zu treffen, um die eingetretenen Pakanzen guszufuͤllen, und da gefiel es Sr. Majestaͤt, zu dem Entschluß zu kommen, daß er mir diese Pflicht nicht aufbuͤrden, sondern sich an andere Rathgeber wenden wolle. Dies ist kurz und einfach die Schilderung der Fakta, wie sie sich zugetragen haben. Sie werden bemerken, daß ich, indem ich diese Erklckung abgebe, keine Geheimnisse offenbare. Sie ist Nothwendigerweise evident an und fuͤr sich, well sie auf Thatsachen

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beruht, von denen man allgemein weiß, daf sie sich beim Tode des Lord Spencer, bei der Entlassung des letzten Ministeriums und bei der Ernennung der neuen Minister zugetragen haben. Ich bin es dabei dem Koͤnige schuldig, zu erklaͤren, daß ich glaube, er habe durch seinen Entschluß durchaus Niemand persoͤnliche Geringschaͤtzung zu erkennen geben wollen. Es war eine Entscheidung von großer Wichtigkeit fuͤr den Staat, und sie durfte daher auch nur aus Gruͤn⸗ den des Staats⸗Interesse gefaßt werden. Es wird Ihnen einleuch⸗ ten, daß der Koͤnig nicht seine Pflicht gethan haben wuͤrde, wenn er persoͤnlichen Ruͤcksichten oder der Beachtung individueller Ge⸗ fuͤhle einen Einfluß auf sich bei einer so großen Krisis gestattet haͤtte Ein so bedeutendes Ereigniß, das auf solche Weise stattfand, so ploͤtzlich, unerwartet, mitten in den Vakanzen des Parlaments, waͤhrend die oͤffentliche Stimmung, wie ich glaube, in einem Zu⸗ stand vollkommener Zufriedenheit und Ruhe sich befand, fuͤhrte noth⸗ wendiger Weise eine große und unmittelbare allgemeine Sensation herbei, und wie sich erwarten ließ, wurde jedes Geruͤcht begierig aufgegriffen, Berichte abgefaßt, Hypothesen und Konjekturen aufge⸗ stellt, um die Ergebnisse, welche stattgefunden hatten, in eine aus⸗ fuͤhrliche Erzaͤhlung zu bringen und zu erklaͤren. Es liegt in dem Wesen der Presse, und deshalb beklage ich mich nicht dar⸗ uͤber, daß deren leitende Organe, um die Neugierde der Leser zu befriedigen und die Interessen der besonderen politischen Parteien, denen sie angehoͤren, zu foͤrdern, ihre Zuflucht zu Erfin⸗ dungen und falschen Behauptungen nehmen und sich fast aller in ihrem Bereich befindlichen Mittel bedienen, die sie in den Stand setzen, angebliche Nachrichten uͤber das, was in den Audienzen, mit denen mich Se. Maiestaͤt in Brighton beehrte, stattfand, fuͤr wahre auszugeben. Es ist moͤglich, daß mich meine Gefuͤhle irre leiten, aber es scheint mir, als haben sie bei dieser Gelegenheit die Aus⸗ dehnung der Licenz, die man ihnen immer gestatten muß, etwas zu weit getrieben. So weit ich diese Schilderungen und Darstellun⸗ gen gelesen habe, sind sie alle irrig und unzuverlaͤssig. Die Fakta, welche sie angeben, sind groͤßtentheils gaͤnzlich falsch und unbegruͤn⸗ det, und wenn sich unter ihnen eine Beimischung von Wahrheit befindet, so ist diese so versteckt und verdreht, so verstuͤmmelt und unvollstaͤndig, und so sehr aller Begraͤnzung und Bestimmt⸗ heit entzogen, daß sie fast mehr darauf berechnet scheint, irre zu zu fuͤhren und zu taͤuschen, als die Unwahrheit selbst. Meine Her⸗ ren! Es ist behauvtet worden, und zwar von gewichtvollen und ein⸗ flußreichen Tagesblaͤttern, das Kabinet sey aufgeloͤst worden, nicht durch den Entschluß des Koͤnigs, sondern durch seinen eigenen inne⸗ ren Zwiespalt; es haben in demselben so viele verschiedene und un⸗ vereinbare Ansichten existirt, daß dadurch die baldige, wenn auch nicht unmittelbare Aufloͤsung des Kabinets habe herbeigefuͤhrt wer⸗ den muͤssen. Meine Herren! Ich benutze diese Gelegenheit, um je⸗- ner Behauptung auf das klarste, entschiedenste und feierlich⸗ ste zu widersprechen. Es gab in jenem Kabinette allerdings Meinungs⸗Schattirungen, wie sie uͤberall stattfinden muͤssen unter Maͤnnern, die frei und nach ihrem Gewissen handeln; aber es fand keine solche Meinungs⸗Verschiedenheit statt uͤber gewichtige bevorstehende Regierungs⸗Maßregeln, daß dadurch moͤglicherweise das uͤbereinstimmende und vereinte Handeln der Regierung haͤtte estoͤrt werden koͤnnen. Wollte ich in das Detail der Ursachen der etzten Ereignisse eingehen, so wuͤrde meine durch Unpaͤßlichkeit ge⸗ schwaͤchte Kraft nicht dazu hinreichen. Sie werden es nicht fuͤr den Ausdruck der Klage oder Unzufriedenheit halten, sondern vielmehr fuͤr freundschaftliche Mahnung, wenn ich unter jene Ursachen den Mangel an Vertrauen zaͤhle, der uns oft von da⸗ her geworden ist, woher wir Unterstuͤtzung erwarteten, die scharfe Verdammung, welche uͤber einzelne unserer Maßregeln, die ich fuͤr unumgaͤnglich noͤthig hielt, ausgesprochen worden ist, die heftigen und schmaͤhenden Aeußerungen, die man gegen uns ge⸗ brauchte, und insbesondere die bittere Feindschaft und die noch wei⸗ ter gehenden Maßnahmen gegen die herrschende Kirche, welche von verschiedenen Klassen und Corporationen der Dissenters offen ver⸗ kuͤndet wurden. Diese Gesinnungen und dies Verfahren verursach⸗ ten große Besorgniß in hoben und maͤchtigen Regionen; sie erfuͤll⸗ ten die Furchtsamen mit Schrecken, sie Firzen ie Schwankenden von uns zuruͤck, sie forderten Manche zum Schutz der fuͤr angegrif⸗ fen erachteten Institutionen auf, und sie gaben Leben und Geist und Muth unsern politischen Gegnern, die uͤberdies, wie Sie nicht leugnen werden, eine sehr große und maͤchtige Partei in diesem Lande bilden, eine Partei, maͤchtig durch Anzahl, maͤchtig durch Besitz, maͤchtig durch Rang und Stand, und, erlauben Sie mir hin⸗ zuzufuͤgen, eine Partei, mit sehr entschiedenem, beharrlichem, unnachgiebigem und unversoͤhnlichem Charakter. Sie, meine Her⸗ ren, ich weiß es, sind staͤrker als jene; sie sind stark in Sinn und Geist; sie sind stark durch Vernunft und Gerechtigkeit, durch Unterricht und Forschung, stark durch die Sympathie und das Mitgefuͤhl des Volkes; aber Sie sind nicht stark genug, um in Zwietracht zu beste⸗ hen. Dessen muß ich Sie versichern. Eine Partei, viel geringer an Zahl, wird endlich den Sieg erlangen, wenn sie nach Einem Plane und eintraͤchtig handelt. Sie sind nicht stark genug, um Ihren Gegnern diese Vortheile zugestehen zu koͤnnen, waͤhrend Sie selbst der Schwaͤche unterliegen, welche aus Uneinigkeit, Zwiespalt und Zwietracht entsteht.“

Am Schlusse seiner Rede geht Lord Melbourne auf den Vorwurf uͤber, welcher dem Ministerium in Bezug auf die Ver— zoͤgerung von Reformen, besonders in den Angelegenheiten der Kirche und der Municipal⸗Behoͤrden so haͤufig gemacht worden ist. Den ersten Vorwurf weist er dadurch zuruͤck, daß er auf die Unmoͤglichkeit hindeutet, ohne hinlaͤngliche Kenntniß von dem Zustande der Kirche und ihrer Institutionen Reformen in derselben vorzunehmen, und erklaͤrt demnaͤchst, daß es die Absicht der Regierung gewesen sey, unmittelbar nach Abstattung des Berichts von Seiten der zur Abschaͤtzung der Kirchenguͤter niedergesetzten Kommission ans Werk zu gehen. Die Hindernisse der Reform der bis jetzt keiner politischen Kon⸗ trolle unterworfenen Municipal⸗Behoͤrden fuͤhrt Lord Melbourne auf aͤhnliche Ursachen zuruͤck, erwaͤhnt dabei aber noch der be⸗ sonderen Schwierigkeiten, welche der zur Untersuchung der Mu⸗ nicipal-Verhaͤltnisse angeordneten Kommission entgegentreten. Endlich erklaͤrt er sich mit den Schluß⸗Aeußerungen der Adresse, das Fortschreiten der Reform auf constitutionnellem Wege durch alle moͤglichen Anstrengungen foͤrdern zu wollen, vollkommen ein⸗ verstanden.

Am Donnerstag fand zu Dorchester das zaͤhrliche Fest⸗ mahl der dortigen Gewerke statt, dem gegen 100 der achtbarsten Handwerker jener Stadt beiwohnten. Die Toasts auf das Wohl des Koͤnigs, der Koͤnigin, der Prinzessin Victoria und der Koͤ⸗ niglichen Familie wurden alle mit dem groͤßten Enthusiasmus aufgenommen. Unter stuͤrmischem Applaus wurde auch die Ge⸗ sundheit des Herzogs von Wellington ausgebracht, wobei der Vorsitzer die Hoffnung aͤußerte, daß unter der Verwaltung Sr. Gna⸗ den England im Innern und nach Außen hin Frieden haben wuͤrde. Die Einwohner von Colchester haben durch das Parlaments⸗Mit⸗ glied Sir John Tyvell eine mit 765 Namens⸗Unterschriften bedeckte Adresse an Se. Majestaͤt befoͤrdert, worin sie dem Koͤnige fuͤr die vorgenommene Ministerial⸗Veraäͤnderung danken. Eine aͤhnliche Adresse zirkulirt noch in Belfast und zaͤhlt bereits 22,000 Un⸗ terschriften von Einwohnern dieser Stadt und der Umgegend. Anders lauten die Nachrichten aus den meisten Staͤdten Schott⸗ lands. In Paisley wurde am Mittwoch in einer oͤffentlichen Versammlung unter anderen Beschluͤssen auch die feste Ueber⸗ zeugung ausgesprochen, daß das Unterhaus der Regierung die gewoͤhnlichen Subsidien verweigern wuͤrde, wenn der Herzog von Wellington im Amt bliebe. Eine in diesem Sinne abge⸗ faßte Adresse an den Koͤnig wurde einstimmig angenommen. In

abEas EüEIEINSnE ien EExSkn KklEeA ihühasEsneHanhcs

einer am Sonnabend zu Aberdeen unter dem Vorsitzh Lord⸗Profoß gehaltenen Versammlung aͤußerte das Parla 889 Mitglied fuͤr diese Stadt, Herr Bannermann, unter Ande

„Ich habe verschiedene Gruͤnde, eine Aufloͤsung des Parlamente

fuͤr wahrscheinlich zu halten; ein einziger aber ist schon hinte n

chend; ich bin naͤmlich uͤberzeugt, daß der Herzog von Weli ton unter Grundsaͤtzen, die denen der vorigen Verwaltung 8 denen der großen Mehrheit des jetzigen Unterhauses direkt n- gegengesetzt sind, ins Ministerium eingetreten ist. Der Hae hat in der letzten Parlaments, Session alle seine politischen 9 sichten wiederholentlich wieder in Erinnerung gebracht. Er Z nicht der Mann dazu, seine Grundsaͤtze zu aͤndern. Wenn die Verwaltung des Landes weiter fortfuͤhrt, so wird das Pn lament jedenfalls aufgeloͤst. Natmuͤrlich kann ich nicht wissen, 18 Herzog oder Sir Robert Peel Premier⸗Minister seyn wird. 1 wuͤrdig aber ist es, daß man vor der Entlassung Lord Melbourne zun seiner Kollegen in Aberdeen bereits wußte, daß die Premier,Minise Stelle im Fall eines Minister⸗Wechsels dem Sir R. Peel 10p den Herzog von Wellington angeboten werden wuͤrde.“ 8 Cumbernauld wurden am Dienstag mehrere gegen die dumm gerichtete Beschluͤsse und eine Adresse an den Koͤnig angenen men. Dasselbe geschah zu Forfar, Montrose, Brechin welcher Ort den Lord Holland mit Ueberreichung seiner vern beauftragt hat, zu Cumnock, Barff, Dundee und in g reren anderen Staͤdten. Ueber die Vorbereitung zu den Parlamentswahlen enthaͤlt e Times unter andern folgende Berichte: Aus Canterbut, „Lord Fordwich will sich zuruͤckziehen, und Lord Albert Coryyng- ham ist einer der Kandidaten an seine Stelle. Lord ha tritt als entschiedener Liberaler auf und erklaͤrt sich in säne Adresse feindselig gegen die Verwaltung des Herzogs von Pgh lington. In Bezug auf alle große Reform⸗Fragen hegt er ste rale Ansichten. Seine Erwaͤhlung ist ziemlich gewiß. Umgh den Freisassen dieser Stadt ist eine Adresse des Sir W. Ch tenay im Umlauf, worin der Ritter in Folge des Auftretmg des Herrn Lushington resignirt.“ Aus Dover: „Sir J. Ih. und Herr Halcomb, die jetzigen Parlaments⸗Mitglieder, u Herr J. Fector, der Banquier, treten als Kandidaten auf. drei sind Tories. Hr. Ellice wird auch im Felde erscheinen, w man hofst, und seine Wiedererwaͤhlung wird mit Zuverst erwartet: Man glaubt, daß wenigstens Ein Reform⸗Mitgit gewiß gewaͤhlt werden wird.“ Aus Halifax: „Herr Püoihe roe, das ehemalige Parlaments⸗Mitglied fuͤr Bristol, tritt su als Kandidat auf. Am Sonnabend wurde eine oͤffentliche Vo

sammlung gehalten, in welcher Herr Protheroe sein politisce Gelbige ist zuerst

Glaubensbekenntniß ablegte; er sprach sich fuͤr Reformen in

der Gestalt, fuͤr die geheime Abstimmung, die Verkuͤrzung ft

Parlamente u. s. w. aus. Man hoͤrte ihm mit großem Veiik zu, und obgleich die Versammlung aus Reformern von versche denen Meinungs⸗Schattirungen bestand, so gab sich doch voöllen. mene Einmuͤthigkeit in derselben kund. Herr Briggs, eines jetzigen Mitglieder, will sich im Fall einer Aufloͤsung des Po⸗ laments zuruͤckziehen, und Herr J. Wortley, der bei der leßtn Wahl durchfiel, wird von den Konservativen aufgestellt wecda, Die Erwaͤhlung des Herrn Protheroe und des Herrn Wach, eines der jetzigen Mitglieder, wird als sicher angesehen.“ u Haddington: „Herr Balfour, das Tory⸗Mitglied, hat resy nirt, und Herr John Thomas Hope ist als Kandidat aufzenr, ten. Der Letztere braucht uͤber seine Grundsaͤtze nichts Kag, sie sind bekannt genug. Er ist der Sohn des Parlaments⸗M gliedes fuͤr West-⸗Lothian, Sir Alexander Hope, und dersch dem, als er von Sir Robert Peel abgesandt wurde, die Tonst zu Manchester ein Diner gaben, und dem sein Versuch, Hman P. Thomson auszustechen, mißlang.“ Aus Inverneß: „hmn Macleod ist als Gegner des Hrn. C. Grant aufgetreten.“ Aus Na tingham: „Unter den hiesigen Waͤhlern zirkulirteine Adresse aner J. Hobhouse, worin sie ihm ihren Beifall daruͤber kundgebe daß er die Einladung der Waͤhler von Westminster abgelehn habe, welche schon von zwei Reformers repraͤsentirt ist, und ih auffordern, wieder als Kandidat fuͤr Nottingham aufzutreten“ Aus Kent: „Aus guter Quelle koͤnnen wir melden, daß bei w wahrscheinlich bevorstehenden Aufloͤsung des Parlaments fuͤr al oder doch fuͤr die meisten Orte in dieser Grafschaft, die nich schon von Konservativen vertreten sind, Kandidaten dieser Pani auftreten werden.“

Ueber die angebliche Landes⸗Verweisung des bekannten P. thur OConnor aͤußert sich die Times folgendermaßen: „Al die Autoritaͤt eines Irlaͤndischen Orangistischen Blattes erztt man, daß der Herzog von Wellington dem alten Arthur Oow⸗ nor befohlen habe, sogleich das Koͤnigreich zu verlassen. Wien dahin gekommen ist, wissen wir nicht, aber es scheint uns zußert unwahrscheinlich, daß er, nach seinen Erfahrungen aus fruͤhen Zeit, sich noch einmal in Verschwoͤrungen gegen die Regierung

einlassen werde, und voͤllig unglaublich ist es, daß der Herzog wn

Wellington, ohne eine Veranlassung dieser Art, es auf einen alten und machtlosen Mann abgesehen haben sollte. Ja, es keng Jedermann außer ihm selbst gleichguͤltig seyn, wo dieser Profts sor emeritus der Rebellion den Rest seiner Tage zubringen wl⸗ In seiner Jugend hatte er kein großes Verlangen, ein Marye rer zu werden. Vielleicht hat der Ehrgeiz auf alte Leute diesabe Wirkung wie die Liebe, und macht sie zu kindischen Narren.

Die Koͤnigliche geographische Gesellschaft empfing gesten wieder Briefe vom Capitain Back. Sie sind vom 7. Mai, al nur fuͤnf Tage spaͤter, als die fruͤheren abgeschickt, und entha ten daher wenig Neues. Er war mit den Anstalten zu seime Abreise nach der Kuͤste beschaͤftigt, und, obgleich er beschlossen hat, seine Reise⸗Gesellschaft zu theilen, und nur ein Boot und dessen Mannschaft fuͤr sich zu nehmen, so ist er doch gutes Mu⸗ thes und uͤberzeugt, daß er keine wirkliche Gefahr zu befuͤrchten habe. Die kompetentesten Maͤnner sind hierin seiner Meinung. Die Eskimos im Osten des Kupferminen⸗Flusses sind friedlich und freundschaftlich gegen Fremde, und die Reisenden treffn in dieser Richtung auf keinen feindlichen Stamm. Vor demg kuͤnftigen August oder September koͤnnen wir keine weiterel, Nachrichten erwarten, und wir hoffen, daß der kuͤhne Reisende sie dann selbst uͤberbringen wird. Getraide⸗Durchschnittspreise in vergangener Woche

Woͤchentl. Sechswoͤchentl. Zoll.

Weizen .. 41 Sh. 11 P. 41 Sh. 10 P. 45 Sh. 8 †. 18,11%4 611““ 8 8 » I1

22 21 15 * Roggen. 30 » 32 21 » e““] 1 . Erbsen . 43 6 » Bruͤssel, 7. Dez. Im hiesigen Koͤnigl. Theater ist uu gestern Molière's „Tartuͤffe“ unter so ungeheurem Zudrang gefuͤhrt worden, daß viele hundert Personen an der Kasse 1 ruͤckgewiesen werden mußten. Die namentlich auf Belgische .

senigen 1 hanswerthen Cholera⸗Periode am meisten ausgezeichnet haben.

Portugiesischen Hofe ernannt worden.

de 18 passenden Anspielungen des Stuͤcks wurden mit laͤr⸗ inde Beifall aufgenommen und eine Opposition, die sich be⸗ 5 klich machen wollte, vermochte nicht durchzudringen. Gegen 4 Schluß des Stuͤckes wurden mehrere Zettel uf die Buͤhne rfen, deren Inhalt vom Regisseur vorgelesen wurde und ied Begehren einer Auffuͤhrung des „Tour de Nesles“ ent⸗

n. Diese fand gestern auch wirklich statt; als aber an die⸗ dte, nde abermals viele Zettel auf die Buͤhne geworfen rden und der laute Ruf erscholl, daß man sie wieder vorlesen urließ die Polizei das Theater noch vor Beendigung des 68 92 schließen, indem sie nicht zugeben wollte, daß ein so un⸗ ährliches Verlangen zur feststehenden Sitte werde.

nEs heißt, daß der Buͤrgermeister von Bruͤssel, Herr Rouppe, ne Demission eingereicht habe.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 2. Dez. (Hamburger Korrespondent.) Antrag eines seiner Mitglieder hat der Bauernstand gestern stimmig eine Zuschrift an den Staats⸗Ausschuß beschlossen,

selbigen zu veranlassen, bei den Reichs⸗Seaͤnden die Koͤnigl. npositon zu unterstuͤtzen, welche sich auf die Anleihe von 2

. Rthlr. Species zu Gunsten der hypothekarischen Vereine ieht und zu der auffallenden Maßregel des Constitutions⸗ sschusses gegen die Raͤthe des Koͤnigs Anlaß gegeben, deren unserem letzten Schreiben erwaͤhnt worden. Obige Botschaft, n Ausdruck der einstimmigen Gesinnung des Bauernstan des thaltend, erkennt die Bemuͤhungen des Koͤnigs zur Erleichte⸗ na der Grund⸗Eigenthuͤmer und den uͤberaus nuͤtzlichen Zweck w beantragten Anleihe, welche der Bauernstand jedoch im Lande 1b zusammengebracht wuͤnschte, die aber, selbst im Auslande

billizen Bedingungen abgeschlossen, eine heilsame Wir⸗ ng auf den Landbau und die verschuldete Lage der nowirthe aͤußern wird. Uebrigens enthalten die Ausdruͤcke des frages, welchem der ganze Stand beigetreten, eine vollstaͤn⸗ ne Mißbilligung des von dem Constitutions⸗Ausschusse befolg⸗ nVerfahrens, welchem man vorwirft, durch seinen unbedacht⸗ in Schritt die hohe Bedeutung seiner Functionen kompro⸗ ittirt zu haben. Zu bemerken ist, daß die drei Deputirten vom auernstande, die zugleich Mitglieder jenes Ausschusses sind, der

einen Gouverneur und General⸗Capitain dieser Provinz zu er⸗

meinsamen Ansicht ihrer Kollegen beigetreten sind. Gestern, als

in Namensfeste des Kronprinzen, hat der Koͤnig (den bereits

Medaille zur Vertheilung an die⸗

aͤhnten) Befehl ertheilt, eine h bela b welche sich waͤhrend der be⸗

Personen schlagen zu lassen,

dem Kronprinzen selbst, dessen großherziges Feispiel in jener Zeit der Pruͤfung so viele ehrenwerthe Nach⸗ ahmung gefunden, mittelst eines

gyen Rescripts ertheilt worden.

EEE1Ii Kopenhagen, 6. Dez. Am 11ten d. M.

n Hessen⸗Philippsthal⸗Barchfeld in der St. Petri⸗Kirchen⸗Ka⸗ elle stattfinden, und ist uͤber das dabei zu beobachtende Ceremo⸗ gell ein Programm des Hofmarschall⸗Amts erschienen.

Der bisherige Geschaͤftstraͤger in Brasilien, Kammerherr af F. D. Reventlow, ist zum diesseitigen Geschaͤfts aͤger am

EEiss chlnm d.

Hamburg, 11. Dez. Die See⸗Berichte der Boͤrsen⸗ Falle melden aus Brake: „Oldenburger Lootsen haben aus⸗

4

sagt, daß sie unweit der Insel Norderney, auf ungefaͤhr 14 dig. daß man

den Tiefe, den Mast eines Schiffes aus dem Wasser haben

gen sehen, woran ein Segel befestigt gewesen; dieser Mast sey n angestrichen und ihrer Meinung nach der eines Dampf⸗

hiffes, denn weder ein Schooner, Sloop, noch irgend ein an⸗ iires Fahrzeug fuͤhre solche Masten. Die Lootsen bemerkten ser⸗

nr, daß sie deutlich wahrgenommen, daß der besagte Mast un⸗

ohrm Wasser befestigt gewesen sey; sie haͤtten an zwei verschiede⸗ uen Tagen den Versuch gemacht, das Fleth des Schiffes zu dichten, es sey ihnen jedoch nicht gelungen, theils weil das Wet⸗ zu stuͤrmisch gewesen, theils weil sie ihre Taue nicht gehoͤrig tien befestigen können. Bei dem letzten Versuch sey ein Stuͤck sen, woran das Tau gebunden gewesen, mit losgerissen, und dieses das einzige Stuͤck, was sie geborgen haͤtten.“ Diese mssage, vereint mit den bei der Insel Baltrum fruͤher ange⸗ shüͤlten Briefen und dem gefundenen Sviegel des Langboots, wachen den Verlust des Dampfschiffes gend immer wahrscheinlicher.

EEETT1181616

Die Times enthaͤlt folgendes Privat⸗Schreiben aus Ba⸗ onne vom 29. November: „Die Stockung in den Angelegen⸗ iten jenseits der Graͤnze macht eine Korrespondenz hier zu ei⸗

vem eben so verdrießlichen und uninteressanten, als unnuͤtzen Ge⸗ haäft. Es bereiten sich indeß große Ereignisse ver, die hoffent⸗ fuͤr die jetzige Ruhe entschaͤdigen werden. Mina ist ohne veifel emsig mit der Reorganisirung seiner Armee, die er sehr volltaͤndig gefunden haben soll, so wie mit der Entwerfung nes Planes zur Unterdruͤckung der Insurrection in Navarra d den benachbarten Provinzen beschaͤftigt. Zumalacarreguy tint dagegen, seit der Ankunft Mina's, angelegentlicher als je⸗ ais ein Zusammentreffen mit einer bedeutenderen Truppen⸗Ab⸗ eilung der Koͤnigin zu vermeiden. Als Grund hiervon giebt gan wohl mit Recht die Furcht an, daß ein Theil seiner uppen zu Mina uͤbergehen werde. Es haben allerdings jetzt noch keine bedeutende Desertionen stattgefunden, ein die Soldaten, welche versuchen wollten, sich mit den Trup⸗ i der Koͤnigin zu vereinigen, wuͤrden gewiß von den dortigen ndleuten, welche Anhaͤnger des Don Carlos sind, ergriffen und sgeliefert werden. Sobald jedoch Mina seinen Feldzugsplan Ausfuͤhrung gebracht und die freie Verbindung zwischen den rschiedenen Theilen der Provinzen wieder hergestellt haben wird, ft auch die Desertionen beginnen. Mina beabsichtigt zu⸗ p ng. die so lange unterbrochene Verbindung zwischen Bayonne adrid wieder zu eroͤffnen. Er hat deshalb an Jemand geschrieben, der mit dem Postwesen bekannt ist, und ihn bosdt, in der kuͤrzesten Zeit eine hinreichende Anzahl von gcgn zur Verbinduͤng von Madrid und Bayonne in Be⸗ üs i o halten, indem er sich zugleich fuͤr die Sicherheit der Hin⸗und Gork verügige Zumalacarreguy steht, wie es heißt, gegenwaͤrtig n hale an der Spitze von etwa 8000 Mann. Die Divisionen begend a, Cordova und Lopez manoͤvriren jetzt in derselben Sie oecd e ihn zu einer cegelmaͤßigen Schlacht zu bringen. didet d cheh Zweck wohl nicht erreichen, denn er ver⸗ dene UI, jedes Zusammentreffen, wenn nicht die entschie⸗ acht seiner Streitkraͤfte, oder der Vortheil seiner

vorschuͤtzte, der ihn verhindere, das hohe Vertrauen, welches seine Mitbuͤrger in ihn gesetzt, b rechtfertigen.

viele Buͤrger gaͤbe, die faͤhiger, als er, zur Uebernahme dieses uͤberaus huldvollen und liebrei⸗ Der Franzoͤsische Gesandte, Perzog v. Montebello, hat heute seine Antritts⸗Audienz bei dem Fönige, der Koͤnigin und der Koͤnigl. Familie gehabt.

wird die feier⸗ he Beisetzung des vor einigen Tagen verstorbenen Prinzen lege La

Die Ausgaben des Kriegs⸗Departements allein betrugen in den sechs Monaten bis zum 30. Juni uͤber 700,000 Dollars, also die ganzen Einkuͤnfte der Provinz in der genannten Zeit.

„Superb“ in jener Ge⸗

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Stellung, ihm die gewisse Aussicht auf den Sieg versprechen. In Ermangelung aller wichtigeren Nachrichten haben die hiesi⸗ gen Politiker sich den Kopf daruͤber zerbrochen, wer wohl die drei oder vier Personen gewesen seyn koͤnnten, die ein kleines Englisches Schiff, das am 24sten in den Fluß einlief und am 26ͤsten wieder abfuhr, an's Land gesetzt haben soll. Es heißt, daß sie, trotz der Wachsamkeit der Polizei, Spanien erreichten und daß der Sohn des Don Carlos dabei gewesen sey. Das einzig Wahre ist, daß ein kleines Englisches Fahrzeug, „Reynard“ von 79 Tonnen, mit Ballast und einer fuͤr ein so kleines Fahr⸗ zeug ungewoͤhnlich zahlreichen Mannschaft von 10 Personen ange⸗ kommen ist. Der Capitain, Namens Wetherall, benachrichtigte den hiesigen Konsul, daß er von den Scilly⸗Inseln komme, um eine Ladung Kastanien einzunehmen; da er jedoch nicht finde, was er suche, so wolle er nach Bilbao gehen. Er segelte wirklich in der Nacht ab und ließ seinen Gesundheitspaß zuruͤck. Der Praͤ⸗ fekt leugnet, daß Jemand von diesem Schiff gelandet sey; der Spanische Konsul behauptet dagegen, die bestimmte Nachricht zu haben, daß vier Personen das Schiff verließen, und ein Eng⸗ länder, dessen Karlistische Gesinnungen bekannt sind, versichert, daß er die genannten Personen nicht nur sah, sondern auch sprach und daß es Militair⸗Personen gewesen seyen, naͤmlich ein Ge⸗ neral, ein Oberst und ein Offizier niederen Ranges, die sich zu Don Carlos begeben wollten.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 9. Nov. Die hiesigen Zeitungen enthal⸗ ten jetzt den mit Spanien abgeschlossenen Traktat, wodurch die⸗ ses sich verpflichtet, eine Entschaͤdigungssumme von 600,000 Dollars an die Vereinigten Staaten zu zahlen, womit die For⸗ derungen Amerikanischer Buͤrger an Spanien, welche aus dem Zeitraum vom 22. Februar 1819 bis zum 17. Februar 1834 herruͤhren, befriedigt werden sollen.

Vereinigte Staaten vom La Plata.

Buenos⸗Ayres, 14. Sept. In den ersten Tagen des Septembers versammelte sich das Haus der Repraͤsentanten, um

waͤhlen. Die meisten Stimmen (21) erhielt Nicolas Anchorena, an den sogleich eine Depesche abgeschickt wurde, um ihn davon in Kenntniß zu setzen. Er lehnte jedoch die Annahme dieses Amtes ab, indem er seinen schwankenden Gesundheits⸗Zustand

Er dankte dem Hause fuͤr die ihm erwiesene Ehre und bemerkte, daß es noch hohen Amtes seyen. Es wurde daher in der naͤchsten Sitzung beschlossen, daß, bis zur erfolgten Wahl eines Gouverneurs und General⸗Capitains, eine aus drei Mitgliedern bestehende Kom⸗ mission durch Stimmenmehrheit ernannt werden solle, um die Geschaͤfte einstweilen zu verrichten. Es wurde dann noch ein Gesetz uͤber die Freiheit der Presse angenommen. Nach dem Etat der Provinz Buenos⸗Ayres sind die Geld⸗An⸗ gelegenheiten dieses Landes in einem sehr schlechten Zustande.

Der Gouverneur von Buenos⸗Ayres hat aus Cordova vom 20. August ein Schreiben erhalten, mit der Nachricht, daß 2000 Indianer die Republik Chili verlassen und sich in der Naͤhe der Provinzen San Luis, Mendoza und Cordova mit den Ranque⸗ les vereinigt haben. Der Gouverneur von Cordova verlangte daher dringend aus Buenos⸗Ayres 500 Flinten, 500 Karabiner und 500 Sañͤbel. In dem Schreiben wird auch die Nothwen⸗ digkeit der gaͤnzlichen Ausrottung der Indianer dargethan und

zu diesem Zwecke den Krieg in ihr Gebiet versetzen muͤsse.

Inland.

Berlin, 13. Dez. Das heutige Militair⸗Wochenblatt enthaͤlt die Liste derjenigen Militairs, die von des Kaisers von Rußland Majestaͤt mit Orden bedacht worden sind, und von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige die Erlaubniß zur Tragung derselben er⸗ halten haben. Es befinden sich darunter folgende Generale: Der Geheime Staats⸗ und Kriegs⸗Minister, General⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, General⸗Lieutenant von Witzleben, den St. Wladimir⸗Orden erster Klasse; der General der Infan⸗ terie und General⸗Adjutant Sr Majfestaͤt, von dem Knese⸗ beck, den St. Andreas⸗Orden; der General der Infanterie und Chef des Ingenieur⸗Corps, von Rauch, den St. Alexander⸗ Newski⸗Orden mit Brillanten; der General⸗Lieutenant und Chef des Generalstabes der Armee, Krauseneck, und der General⸗ Lieutenant Braun, den St. Annen⸗Orden erster Klasse mit der Krone; der General⸗Lieutenant und Commandeur der 5ten Di⸗ vision, von Brause, den St. Annen⸗Orden erster Klasse; der General⸗-Lieutenant und Commandeur der 6ten Division, von Thile, und der General-Lieutenant von Tippelskirch, Kom⸗ mandant von Berlin, den Weißen Adler⸗Orden; der General⸗ Major Prinz Georg zu Hessen⸗Kassel, Commandeur der 5ten Kavallerie-⸗Brigade, den St. Annen⸗Orden erster Klasse mit Brillanten; der General⸗Major und Commandeur der 1sten Garde⸗Kavallerie⸗Brigade, von Brauchitsch, und der General⸗-Major und Commandeur der 2ten Garde⸗ Infanterie⸗Brigade, von Quadt, den St. Stanislaus⸗ Orden erster Klasse.

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Obgleich es nicht der Zweck ist, in diesen Blaͤttern jede voruͤber⸗ gehende musikalische Erscheinung zu beurtheilen, koͤnnen wir doch unmoͤglich Herrn Lafont's Leltungen unerwaͤhnt lassen.

Je rascher und entschiedener die Bewegung und Entwickelung innerhalb einer Kunst und Wissenschaft ist, desto schneller kommen Vollkommene noch immer eifrigst gesuchr wird, obgleich man sich von der Sonnennaäͤhe echter Sohönd weiter entfernt. Nirgends zeigt sich dieser Abweg in das Uebertrie bene, Fratzenhafte, trotz aller Anspruͤche Leere und Nichtssagende Virtuositaͤt in der Instrumentalmusik. Viele Bewunderer Bernini⸗

sey sie kindisch, unbedeutend und geistlos; kleine Geister, welche sich

niemals aufgegangen 8 einst auch hinstellten,

ten Irrthuͤmern befangen sind.

Meister wie Schuͤler bei einer Graͤnze an, uͤber welche hinaus das

eit und Wahrheit bereits immer

deutlicher, als bei dem Ueberschaͤtzen und flachen Lobpreisen der bloßen scher Gruppen verlachten zu ihrer Zeit die antike Bildhaueret, als

aufblaͤhend, Michel Angelo noch uͤberbieten wollten, nannten Ra⸗ phael einen untergeordneten Kuͤnstler, dem der Sinn fuͤr das Große So anmaßend aber diese Urtheile sich n der Kunst⸗Geschichte werden sie nur noch als Beweise aufgefuͤhrt, daß die lautesten Sprecher oft in den groͤß⸗

Waͤre es nun aber etwa nicht ein aͤhnlicher Irrthum, wenn z. B. Hoͤrner und Posaunen Klavier⸗Uebungen herausbringen sollten, wenn

mente verkannt und Alles bunt durcheinandergeworfen wuͤrde? Wie oft ließen sich die Worte, welche Tieck der mißhandelten Geige in den Mund legt, auch fuͤr andere Instrumente abaͤndern und aus⸗ sprechen. Jene ruft (Zerbino 289): O. weh! o weh! Wie mir das durch die ganze Seele reißt! In's Henkers Namen, ich bin keine Floͤte Wie kann man mich so quaͤlen, Alle meine Toͤne unterdruͤcken, Und kneifen und schaben und kratzen, Bis ein fremdes, quinkelirendes Geschrei berausschnarrt Ich kenne meine eigene Stimme nicht wieder, Ich erschrecke vor mir selber In diesen unwohlthaͤtigen Passagen. Herr Lafont verschmaͤht diese unwohlthaätigen Passagen, die bloßen Kunststuͤcke und das musikalische, oder vielmehr unmusikali⸗ sche Seiltanzen und Radschlagen. Mögen Andere vielleicht kraͤfti⸗ er, erhabener, erstaunenswuͤrdiger gespielt haben und noch spie⸗ en; Herr Lafont spielt schoͤn, und erweiset, daß dies Beiwort auch an dieser Stelle gebraucht werden kann und ein ungemein großes eigenthuͤmliches Lob in sich schließt. Nie schreit seine Geige; sie singt immerdar (besonders in dem meisterhaft vorgetragenen Ada⸗ gio) auf die reinste und wohlthuendste Weise. Ihre Toͤne lassen sich in jene Worte uͤbersetzen, welche bei Tieck die, in rechter Weise behandelte, Geige ausspricht. unkelnde Lichte, Hurchschimmernde Farben, Ziehen in Rics gen 1 Wie wiederglaͤnzende, springende Brunnen, Empor in die scherzenden Wellen der Luft. Es zucken die rothen Scheine, Und spielen hinauf und sinken hinab: Was willst du vom lieblichen Scherz? In dem letzten Konzerte des Herrn Lafont auf der Koͤniglichen Opernbuͤhne sangen auch die Demoiselles Lenz und Stephaͤn mit Beifall. Das Talent der Letztern ward, als sie bloße Choristin war, von Herrn Spontini erkannt, und er nahm sich ihrer mit preiswuͤr⸗ diger, vaͤterlicher Sorgfalt an. Weil die, durch den v der Madame Milder entstandene Luͤcke noch gar nicht ausgefuͤllt war, uͤbertrug man ihr in rascher Folge einige ber schwierigsten Rollen, und es mußte jeden Unbefangenen in Erstaunen setzen, wie viel sie in denselben hinsichtlich des Gesanges und des Spiels leistete. Lei⸗ der unterbrach eine langwierige Krankheit ihre weitere Ausbildung, und der Rath, welchen ihr Freunde vor jenem Unfall ertheilten, muß auch nach der Herstellung wiederholt werden: naͤmlich die Schul⸗ und Lehrjahre, welche sie kraft ihres Talents gleichsam uͤbersprungen hat, sorgfaͤltig nachzuholen. Daß sie es in dieser Be⸗ ziehung nicht an Fleiß fehlen laͤßt, zeigte der Vortrag zweier Arien am gestrigen Tage, und in den mittleren und tieferen Regionen der Stimme sind Fortschritte unverkennbar. Nur in den hoͤheren, welche eigentlich uͤber den natuͤrlichen Bereich ihrer Stimme hinausliegen, muß Demoiselle Stephan den von so vielen Saͤngerinnen betretenen irrigen Weg schlechterdings vermeiden. Wenn man naͤmlich jene Toͤne durch Anstrengung hervorbringen, wenn man sie fortissime erschreien will, werden sie oft unrein und schwankend, und fast alle⸗ mal scharf und herbe. Bevor man also jene Toͤne nicht piano er⸗ singen, nicht leise einsetzen und recht sicher auf den Kopf treffen kann, ist man keinesweges am Ziele, sondern der Gefahr des Miß⸗ lingens immerdar ausgesetzt. Demoiselle Haͤhnel beobachtet meister⸗ haft das Verfahren, welches wir hier andeuten moͤchten. Ueberhaupt laͤßt sich auf diesem Wege die Weichheit und Fuͤlle der Stimme ver⸗ mehren; denn das Piano muß dieselbe Rundung, wenn auch nicht dieselbe Kraft, wie das Forte haben. Vielleicht wuͤrde Demoiselle Stephan gern einige Jahre in al⸗ ler Stille dem Studium der Kunst widmen, um dann in groͤßerer Vollkommenheit hervorzutreten; allein Theater⸗Directionen sind nicht geneigt, Stipendien fuͤr solcherlei Universitaͤtsjahre auszusetzen; und wenn Schriftsteller von ihrem Honorar leben sollen, koͤnnen sie ihre Handschriften auch nicht neun Jahre lang im Pulte liegen lassen. (Nonum prematur in annum.) So hoffen wir denn, daß Demoiselle Stephan bald im Stande seyn werde, zur Auffuͤhrung mehrerer Meisterwerke beizutragen, wel⸗ che wir seit Jahren nicht hoͤrten. Sollte es aber im Himmel anders beschlossen seyn, und Demoiselle Stephan nicht durch ernsten Fleiß zu hoͤherer Vollendung emporschreiten, sondern, gleich wie viele An⸗ dere, schon in der Jugend ihre Stimme verlieren, so ist es unsere Pflicht mit doppeltem Lobe nochmals hervorzuheben, daß sie wenige Wochen nach ihrem ersten Auftreten die schwerste aller Rollen, die Vestalin, mit verdientem Beifalle sang und spielte, und daß sie mit besonderer Vorliebe Gluck's Werke studirt, um welche sich oft die groͤß⸗ ten Saͤngerinnen mit Unrecht gar nicht bekuͤmmern.

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

341, 62 Par. 342, 4 1 Par. 343, 3 Par 0,1 °R.+ 0,6 °R + 0,z8°R. 0,2 °R. 0,8 °R. 1,0 °R. 93 pCt. 86 pCt. neblig. truͤbe. NW. NW.

1834. Dezbr.

Luftdruck. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wettee

12.

Quellwärme 8,2 °R. Flußwärme 2,0 °R. Bodenwärme 3,9 °R. Ausdünst. 0, 009 Rh. Miederschlag 0,01° Rh.

Wolkenzug

Den 13. Dezember 1834. Lintl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (reu/2. Cötz.) 2Fraoh meld.† Erief. Keld.

St.-Schuld-Sch. 4 [100 ½ 1 99 ¼ 100 ¾ Pr. Engl. O5blI. 30. 96 106¼ Prüm. Sch. d. Seech. 60 Kurm. Obl. m. I. C. 99¼ Neum. Int. Sch. do. 99 ½ Berl. Stadt-Obl. 99 ¾ Königsb. do. Elbing. do.

Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Hrofahz Pon. do.

Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlezische do. Rkst. C. d. K.- u. N. Z.-Sch. d. K.- u. N.

106 106 ½ 73 ½ 73 ¾

4 4 4 4

Holl. vollw. Duk. Neue do. 18 Friedriehsd'or .. 13 5 13¼

Disconto 3 4 PreussCbur

vrief &eli.

[Kurz. - 1412½ 2 Mt. 140 Kurz

3 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

8 Tage

2 Mt.

3 Woch. Kurz

17 ½ 37 ¾

10¹ 102 ½

Wechsel-Cours.

250 Fl.

Amsterdam 250 Fl.

dito

Hambur.

dito 8 London Paris Wien in 20 Xr. Augsburg Breslau Leipzig Frankfurt a. Petersburg..

152 ¾ 152 ½ 6 233

10à2⁄

100 Thl. 9921 100 Thl.

.100 FI. 100 Rbl.

. .600 F.

103½

uͤberhaupt der Charakter der Schlag⸗, Streich⸗ und Blase⸗Instru⸗

Warschau