1834 / 359 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Steuer nicht nachgeben und ihm den Sir Edward Knatch⸗

, der sein Mitbewerber um den Posten eines Zahlmeisters

der Armeen gewesen seyn soll, vorgezogen habe. Auch Lord

Mansfield mit seinem Anhange soll nicht ganz mit den neuen

Ministern stimmen, fuͤrchtend, daß dieselbe lideraler auftret n duͤrften, als er es wuͤnscht. 8

London, 16. Dez. (Verspaͤtet.) Aus den heutigen Blaͤttern ersehen Sie, daß Lord Stanley und die mit ihm aus dem Whig⸗Ministerium ausgetretenen Freunde sich so entschlos⸗ sen geweigert haben, an der neuen Verwaltung Theil zu neh⸗ men, daß dem Herzog von Wellington und Sir Robert Peel wenig Wahl uͤbrig blieb. Die Namen der neuen Minister sind Ihren Lesern wohl alle ziemlich bekannt, indem die meisten schon unter dem Herzog Minister waren. Doch ist, außer Lord Lynd⸗ hurst und Sir Henry Hardinge, welche auch damals respektive Groß⸗Kanzler und Secretair fuͤr Irland waren, keiner an sei⸗ naer fruͤhern Stelle. Die neuen Minister, welche noch niemals in einem Ministerium gewesen, sind Lord Wharncliffe, Sir Ed⸗ ward Knatchbull, und Herr Alexander Baring. Der erste war

ls Stuart Wortley, Repraͤsentant der Grafschaft York, ehemals in sehr wichtiges Mitglied des Unterhauses, und ward als ein esonderer Freund Cannings, den er in seiner liberalen Zeit kraͤftig gegen die Tories unterstuͤtzte, waͤhrend des Ministeriums desselben ins Oberhaus befoͤrdert. Hier war er immer auf der Seite liberaler Maßregeln, zeigte sich aber als ein heftiger Gegner der Reform⸗Bill und der Whigs im Allgemeinen. Herr Ba⸗ ring war bis zur Reform Bill ein Whig und ein Vertheidiger des Handels⸗ gegen das Territorial⸗Interesse, ward aber zu gleicher Zeit ein Gegner von beiden. Jetzt ist er Vertreter der Grafschaft Essex, und ein besonderer Freund des Landbaues und aller damit ver⸗ bundenen Interessen. Hierin wird er aber noch von Sir Edw. Knatchbull uͤbertroffen, welcher lange fuͤr das Haupt der Coun⸗ rry⸗Gentlemen oder Land⸗Eigenthuͤmer im Unterhause gegolten, daß fuͤr das Territorial⸗Interesse in diesem Ministerium be⸗ sonders gut gesorgt scheint. Aber Sir Edward gilt auch fuͤr as Haupt der Ultra⸗Tories, indem er es besonders war, der i Jahre 1830 den Whigs half, den Herzog von Wellington aus dem Sattel heben, und zwar aus Rache darum, daß er den Katholiken ihre buͤrgerlichen Rechte bewilligt. Er und Herr Goulburn sind auf jeden Fall die entschiedensten Tories im jetzi⸗ gen Kabinette; ja die Einzigen, an denen eine bedeutende Sin⸗ esaͤnderung in Erstaunen segen wuͤrde. Es sind Maͤnner, von enen die Times in diesem Sinne sehr richtig bemerkte, daß sie nur eine Idee haben. Ein jeder fragt nun billig: Werden diese Maͤnner sich zur Durchsetzung aller der Reformen herge⸗ ben wollen, welche ein Theil des Landes verlangt, und welche seit einem Monat fast alle Tory⸗Journale fuͤr unabweisbar er⸗ klaͤrt haben? Werden sie es wagen, vor ihre eigene Partei hin⸗ zutreten und zu sagen, wir haben diese schmerzhaften Operatio⸗ nen selbst uͤbernommen, weil wir hoffen, daß sie von Freundes⸗ hand weniger schmerzhaft seyn werden, als von der rauhen Hand unserer politischen Gegner? Werden sie dieselben uͤberzeugen koͤnnen, daß ohne ihre Dazwischenkunft das Staats⸗Gebzͤude nothwendig in die Haͤnde jener Demagogen haͤtte fallen muͤssen, denen es nicht ums Verbessern, sondern bloß ums Einreißen zu thun ist? Oder ist es wirklich nicht Ernst mit den Verheißungen, und sind die aufgeklaͤrteren Mitglieder des Kabinettes bereit, ihren Ueber⸗ zeugungen zu entsagen und ihre Maßregeln nach einem Goul⸗ burn⸗Knatchbullschen Maßstabe einzurichten? Den echten Tories war bisher nicht ganz wohl zu Muthe dei den Aussichten auf ein Tory⸗Reform⸗Ministerium, und gerade ihre Schuͤchternheit naͤhrte die Hoffnungen der Whigs. Die Einfuͤhrung jener beiden Maͤnner ins Ministerium hat indessen diese Hoffnung sehr erschuͤttert, und wird dieselben ganz vernichten, sobald man die echten Anti⸗Refor⸗ mer beruhigt sieht. Selbst die Times ist hiervon uͤberzeugt, und bittet in ihrem heutigen Blatte das Ministerium flehentlich, durch eine bal⸗ dige und genuͤgende Erklaͤrung dieses Mißtrauen nicht aufkommen zu lassen. Man erwartet, daß es diese Erklaͤrung in einer Adresse geben werde, die Sir Robert Peel an seine Waͤhler publiziren will. Wenn es aber damit beide Theile beruhigen und mit Zutrauen erfuͤllen koͤnne, so muͤssen es wahre Hexenmeister seyn; die To⸗ ries von allen Graden muͤßten sich denn entschlossen haben, kein Opfer fuͤr zu groß zu halten, wenn nur sie und die Ihrigen den Staat regieren koͤnnen. Diese Opfer aber sind fuͤrs erste nichts Geringeres, als die Erfuͤllung aller Forderungen der Nonconfor⸗ misten, außer der Aufloͤsung des Bandes zwischen Kirche und Staat, welches bis jetzt auch nur noch sehr wenige von diesen fordern; die gänzliche Abschaffung des Zehnten, und die Demo⸗ kratisirung der Staͤnde⸗Corporationen. In Birmingham und Devonport haben die Gegner der Kirchensteuer so eben den ent⸗ schiedensten Sieg davon getragen; und in Irland hat sich in Dr. Machale, dem neuen katholischen Erzbischofe von Tuam, ein Gegner des Zehnten unter jeder Gestalt, so lange die Kleri⸗ sey der protestantischen Kirche damit erhalten werden soll, erho⸗ ben, welcher mir furchtbarer scheint, als O'Connell selbst. Auch fangen die Radikalen an, besonders in Folge der Ernennung des Sir E. Knatchbull, neue Thaͤtigkeit zu gewinnen, und ich zweifle nicht, daß auch die Whigs wieder eine kuͤhnere Sprache reden werden. Gewiß wuͤrde es ihnen bei einer neuen Wahl in den Staͤdten nuͤtzlich seyn, wie es im Gegentheil den Tories in den Gyafschaften gute Dienste leisten duͤrfte.

EII““

Aus dem Haag, 21. Dez. Durch Koͤnigl. Verfuͤgungen vom 13ten und 19ten d. M. ist Hr. Dominico Arata als Ge⸗ neral⸗Konsul beider Sicilien und der Baron Elysee Decazes als General⸗Konsul in Frankreich, Beide in Amsterdam, zugelas⸗ en worden.

Neuerdings ist heute ein Grenadier⸗Detaschement aus der hlesigen Residenz nach dem Hauptquartier aufgebrochen.

Helglen.

Bruͤssel, 21. Dez. Ein Koͤnigl. Beschluß vom 16. Dez keflehlt, daß die Milizen aus der Klasse des Jahres 1833, die

als Reservisten in ihrer Heimath befinden, am 10. Januar

z den Kommandanten der Provinzen zur Verfuͤgung gestellt wweeden sollen, um zu ihren respektiven Corps abgeschickt zu wer⸗ den, wo sie in Dienstthaͤtigkeit treten.

Nach einer durch Herrn de Foere in der Repraͤsentanten⸗ Kammer erwuhnten Uebersicht betrug im Jahre 1831 die Aus⸗ fuhr aus Belgien 104,880,550 Fr. die Einfuhr 103,217,632 Fr.; im Jahre 1832 erhob sich die Einfuhr der Produkte fremder Indüstrie auf 236,633,308 Fr.; an Produkten der Belgischen Industrie wurden ausgefuͤhrt fuͤr 121,426,993 Fr.; im Jahre 1833 betrug die Einfuhr 214,765,979 und die Ausfuhr 116,808,971 Fr. Se;

Die Ker eein⸗ Zeitung theilt uͤber die Handels⸗ und Industrie⸗Verhaͤltnisse Belgiens nachstehendes Schreiben aus Pruͤssel vom 13. Dez. mit: „Dem Antrage der Genter Maͤ⸗

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nufakturisten, alle auslaͤndischen Baumwollenzeuge zu verbieten, hat sich nun, wie ich dieses bereits in einem fruͤheren Schreiben uͤber die Belgischen Handels⸗ und Industrie⸗Verhaͤltnisse ange⸗ deutet, eine Bittschrift hiesiger Handelsleute entgegengestellt, die nicht bloß keine Erhoͤhung der Eingangs⸗-Zoͤlle auf jene Zeuge zu⸗ geben wollen, sondern sogar auf Verminderung derselben ernst⸗ lich dringen. Die Gruͤnde, die zur Unterstuͤtzung dieses Gesuchs vergebracht werden, muͤssen einen tiefen Eindruck auf die Kam⸗ mer machen, und liefern einen schlagenden Beweis dafuͤr, wie sehr eine Regierung gegen die Klagen der Industriellen und ihre Antraͤge fuͤr sogenannte Schutz⸗Maßregeln auf ihrer Hut seyn muß. Bei Untersuchung des verhaͤltnißmaͤßigen Preises der ro⸗ hen Stoffe in England, Frankreich und Belgien ergiebt sich in den meisten Faͤllen zum Vortheile des letztern Landes ein bedeu⸗ tender Unterschied. So betragen die Einfuhr⸗Gebuͤhren auf 50

Kilogramme

Fr. Ct. Fr. Ct. (CC(C1 Baumwolle in Frankreich 11, ‚in England 7, 73; in Belgien 0, 96 Pottasche 9, 90; . 1, 50; 2 0, 96 Indigo 2 3 41, 25; 35, 00; . 4, 80

In demselben Verhaͤltnisse ist es mit den meisten Artikeln be⸗ schaffen, so daß im Durchschnitte die rohen Stoffe in Frankreich einen Einfuhr-Zoll von 11½ pCt., in England 5 ¼ pCt. in Belgien aber nur 128 pCt. des Werthes bezahlen. Im Ver⸗ gleiche zu Frankreich erwaͤchst Belgien auch ein bedeutender Vor⸗ theil aus der Wohlfeilheit der Steinkohlen; nur gegen England steht es hier im Nachtheile: 1000 Kilogr. kosten in Rouen 37 Fr. 50 Ct., in Muͤhlhausen eben so viel, in Gent 14 Fr., in Man⸗ chester nur 9 Fr. Eine Dampfmaschine von 20 Pferden Kraft die in Frankreich 35 bis 40,000 Fr. kostet, kommt in Gent, wie in Manchester, nur zu 25,000 Fr. Der Tagelohn der Spinner, Weber, Drucker, Handlanger u. s. w. steht in Belgien durch⸗ gehends niedriger, als in Frankreich und besonders in England; die nothwendigsten Nahrungsmittel sind hier ebenfalls wohlfei⸗ ler als dort; einen großen Vortheil besitzt endlich auch noch die Belgische Industrie in den vortrefflichen Communications⸗Mit⸗ teln, und namentlich hat Gent, am Zusammenflusse der Schelde und Lys, durch ersteren Fluß mit Antwerpen, durch einen Kanal mit dem Nord⸗Meere verbunden, die erwuͤnschteste Lage, ohne der trefflichen Straßen und der im Werke stehenden Eisenbahnen zu gedenken. An auswaͤrtigen Maͤrkten fuͤr Baumwollenzeuge fehlt es auch nicht; Frankreich hat, offiziellen Nachweisungen zufolge, im verflossenen Jahre fuͤr 23 Millionen nach Spanien, Stceilien, Deutschland, Sardinien, der Schweiz, den Vereinigten Staaten u. s. w. ausgefuͤhrt; diese Laͤnder becben auch Belgien unter den⸗ selben Bedingungen offen, und sollten ihm einen um so vortheil⸗ hafteren Markt darbieten, je mehr ihm die angegebenen Um⸗ staͤnde die Konkurrenz mit Frankreich zu erleichtern geeignet sind. Und dennoch klagen die Genter und wollen ihr Heil im Prohibitiv«System suchen! Blickt man aber zuruͤck auf die Geschichte dieses Industriezweiges, so ergiebt sich, daß nicht dem Zoll⸗System, sondern anderen Ursachen die periodisch eintretenden Krisen zugeschrieben werden muͤssen. Solcher Krisen erlitt die Kattun⸗Industrie schon zwei unter Napoleon's Herrschaft in den Jahren 1809 und 1811, wo ihr doch ein unermeßlicher Markt ohne alle Konkurrenz Englands offen stand. Seit der Restaura⸗ tion wurden die Eingangs⸗Zoͤlle allmaͤlich von 8 pCt. vom Werthe bis auf 25 pCt., bei einigen Stoffen bis auf 50 pCt. vom Werthe gesteigert, so daß die geringen Stoffe so gut wie prohi⸗ birt sind, und dennoch traten bei niedrigen wie bei hohen Ein⸗ gangs⸗Zoͤllen, im Jahre 1819 wie in den Jahren 1825 und 1830, Krisen ein. Der Grund derselben muß zunaͤchst in eben den Beguͤnstigungen gesucht werden, welche die fruͤhere Regierung diesem Industriezweige, zum Theil aus politischen Gruͤnden, zu⸗ gewandt hatte. Das Privilegium des Monopols in den Indi⸗ schen Besitzungen, verbunden mit den hohen Eingangs⸗Zoͤllen des Mutterlandes und den großen Summen, welche die Regie⸗ rung einigen Industriellen zufließen ließ, erzeugten unwidersteh⸗ lich zwei nachtheilige Folgen: eine Bequemlichkeit und Traͤgheit, die unsere Industriellen bei den in Indien gesorderten Artikeln fast ausschließlich festhielt und sie hinter dem Auslande zuruͤck⸗ bleiben ließ, und eine gezwungene, uͤbertriebene Richtung der Ma⸗ nufakturen auf diesen Zweig ohne hinlaͤnglichen eigenen Fonds, ohne Berechnung der Umstaͤnde auf laͤngere Dauer. Daher das Zusammenstuͤrzen bei der geringsten Erschuͤtterung; daher selbst in ruhigen Zeiten die periodische Ueberfuͤllung mit Waaren, welcher dann eine theilweise Unterbrechung des Gewerbes folgen mußte. Man denke sich indessen doch die Stellung der Genter Industrie nicht so gar schwierig. In diesen Augenblicken selbst sind keine Waaren mehr auf dem Platze, und man geraͤth in Versuchung, die erhobenen Klagen mehr noch einem Mangel an Aufrichtig⸗ keit, als einem Mangel an Einsicht zuzuschreiben. Bei diesem Anlasse muß ich der Maßregeln gedenken, welche die Hollaͤndi⸗ sche Regierung vor kurzem in Ostindien gegen die hiesigen Fa⸗ brikate ergriffen hat, indem sie die Einfuhr Gebuͤhren von 25 auf 50 pCt. vom Werthe erhoͤhte. Dieser Schlag trifft um so haͤr⸗ ter, als gerade viele Belgische Waare zum Ausschiffen bereit lag, solche naͤmlich, die, wie ich fruͤher schon zu bemerken Anlaß hatte, uͤber Duͤnkirchen nach Holland eingefuͤhrt worden war. Englische Blaͤtter freuen sich dieser unklugen Handels⸗Politik Hol⸗ lands. Jene Waaren, sagen sie, wird man in Singapore frei einfuͤhren und von dort nach Java hinuͤberschmuggeln. So tritt dann auch dort der Schleichhandel, der uns hier von allen Seiten umgiebt, als Vermittler auf. Der Schritt der Hollaͤndi⸗ schen Regierung hat fuͤr Belgien eine andere als bloß merkanti⸗ lische Seite. Bisher glaubten die Genter Fabrikherren, Koͤnig Wilhelm blicke noch mit Liebe auf sie, wie auf seine Untertha⸗ nen, und wolle sich durch Beguͤnstigungen ihrer Industrie, so viel es die Umstaͤnde gestatteten, ihre Zuneligung erhalten. In diesem Sinne sprachen auch orangistische Blaͤtter. Was nun ge⸗ schieht, äͤndert die Sache sehr, erklaͤrt sich aber aus dem Um⸗ stande, daß die Hollaͤndische Regierung, seit der Revolution, ei⸗ nige Kattun⸗Fabriken aus Belgien nach Holland hinuͤbergezogen hat. Sollen diese nun schnell aufkommen, so haͤlt man das Mo⸗ nopol in Indien fuͤr das geeignetste Mittel. Man duͤrfte aber hiemit eben so wenig dort eine auf sichern Stuͤtzen ruhende Industrie u gruͤnden vermoͤgen, als man es fruͤher in Belgien vermocht he. und jedenfalls braucht der Belgische Manufakturist die Mit⸗ tel, die ihm zu Gebote stehen, nur tuͤchtig zu benutzen, um diesen Stoß bald zu verschmerzen.“

KPanmmar.

Kopenhagen, 20. Dez. Dem Vernehmen nach ist der Professor David, Redacteur der Zeitung „Faͤdrenelandet“, von seinen Aemtern als an der Universitaͤt und an der mili⸗ tairischen Hochschule suspendirt, und der Censor, Justizrath Thomsen, seiner Functionen als solcher entsetzt worden. (Vergl. Nr. 357 der St. Ztg. Art. Daͤnemark.)

Wie man erfaͤhrt, ist es nicht ein einzelner Artikel der Zei⸗

tung Faͤdrenelandet, sondern die ganze Zeitschrift, ge die Anklage des General⸗Fiskals heise 1 Individuen in diese Sache hineingezogen werden duͤrften

Gestern hielten die Repraͤsentanten der Bank eine lung, deren Verhandlung von hohem Interesse war. Der ers Deputirte Kopenhagens, Professor Bang, hatte darauf anget b gen, daß ein Comité ernannt werden moͤge, um in Erwaͤ . zu ziehen, ob und in wie fern es angemessen seyn koͤnnte - jaͤhrliche Vernichtung einer der Ausbeute der Bank entsprech t den Zettelmasse zu suspendiren, und statt dessen mit dem Fg nenen Ueberschusse die Operationen zum Vortheil der Actionan zu beginnen. Hiergegen protestirte der K. Commissair, indem behauptete, das der Bank eingeraͤumte Recht, einen solchen Bi schluß zu fassen, sobald der Cours 212 staͤnde, sey durch spiwt Verfuͤgungen derselben entzogen. In seiner Antwortsrede i gegnete der Professor Bang, die Octroi begruͤnde ein bestimme Rechtsverhaͤltniß zwischen der Regierung und der Bank, welhn einseitig nicht veraͤndert werden koͤnne, weshalb der Koͤnig 8 entstehenden Differenzen zwischen dem Commissair und den 9 praͤsentanten nicht einmal sich selbst die Entscheidung vorbehaltn sondern solche dem hoͤchsten Gericht uͤberwiesen habe; weit wen, ger koͤnne dem Commissair eine entscheidende Stimme 1 und sein Protest sey also ohne Guͤltigkeit. ward einstimmig angenommen.

Gestern sollten zwei der Krone gehoͤrige Guͤter, Bygheln und Aarupsgaard, durch oͤffentliche Auction versteigert werde Nach Angabe des Faͤdrenelandet besitzt der Staat gegenni tig Landguͤter von ungefaͤhr 12,000 Tonnen Hartkorn, etwa d einem Werthe von 6—7 Millionen Rthlr.; dies sind aber zein Domainen, da Daͤnemark alle seine Domainen schon im N fange des vorigen Jahrhunderts durch Verkauf der Benutur⸗ des Privat⸗Verkehrs uͤbergab. Dagegen schreibt sich der fezi Grundbesitz der Krone aus den ungluͤcklichen Kriegsjahren wo der Staat bei den damaligen niedrigen Preisen des dm Eigenthums sich genoͤthigt sah, manche Guͤter an Zahlungsfu zu uͤbernehmen. Erst neulich ward das schoͤne Gut Braheesten nicht nur fuͤr die geringe Summe von 230,000 Rthlr. verkhuf sondern die Regierung verpflichtete sich sogar, Obligationen w Bauern, denen der Kaͤufer ihre Hoͤfe ganz verkaufen wuͤrde, w Zahlungsstatt anzunehmen.

Deuhb⸗

Hannover, 24. Dez. Durch ein Gesetz vom 13ten d. ist eine, vom 1. Februar 1835 ab anwendbare neue Gebäher Fas fuͤr das Koͤnigliche Ober⸗Appellations⸗Gericht veroethe

orden.

Hannover, 25. Dez. Die auf Gegenseitigkeit begrähnhe gewesene, im Jahre 1829 errichtete Hannoversche Priva Feuer⸗Versicherungs⸗Anstalt ist aufgeloͤst worden, und fa sich der Achen⸗Muͤnchener Feuerversicherungs⸗Anstaltmn geschlossen. Ein Ministerial⸗Reskript vom 24. Dezember bestinm daß hiernach und weil die letztgenannte Gesellschaft sich in ihee Geschaͤfts Betriebe durch Rechtlichkeit und Umsicht ausgezeichne habe, so wie aus anderen Gruͤnden, diese Gesellschaft bis uf weitere Verfuͤgung als eine inlaͤndische Privat⸗Anstalt ange hen und behandelt werden solle.

Schweiz.

Neuchatel, 17. Dez. Bei Eroͤffnung der Session des g setzgebenden Koͤrpers am 15. Dezember hielt der Praͤstdent de Staatsraths folgende Rede: „Meine Herren! Wichtige segjält tive Gegenstaͤnde, die nicht ohne Nachtheil aufgeschoben werden konnten, haben es der Regierung zur Pflicht gemacht, den 9. setzgebenden Koͤrper wieder zu versammeln. Die Resgierun wuͤrde Anstand nehmen, Sie, meine Herren, so oft Ihren à schaͤftigungen zu entreißen, wenn nicht der Eifer, mit dem 6 dem Rufe derselben Folge leisten, bewiese, daß Sie sich den wice tigen Functionen, die man Ihnen uͤbertragen, mit Vergnige unterziehen. In dieser Session wird Sie keixe politische Flage beschaͤftigen. Die Diskussion zweier wichtigen Gesetze wird n Sitzungen ausfuͤllen, und Sie werden dieselben mit dem Verlt gen, welches Sie stets beseelte, die erworbenen Rechte mit da Verbesserungen, welche die Beduͤrfnisse des Landes erheisch zu verbinden, pruͤfen. Unsere Deputirten bei der Tagsahung werden Ihnen Rechenschaft von ihrer Mission ablegen. N. Zeitungen haben Ihnen schon sehr umstaͤndliche Nachrichten lön die dort verhandelten Gegenstaͤnde mitgetheilt, daher beschrint ich mich jetzt darauf, Ihnen diesenigen anzufuͤhren, die insbesor dere das Interesse unseres Staats betreffen und die auf emn direktere Weise Ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nehma, Die Eroͤffnungen der Regierung wegen einer Modiftzirung unserer Verhaͤltnisse zur Schweiz haben nicht den Erfot gehabt, den das Land und Sie selbst, meine Herren, de von erwarten konnten, obgleich mehrere Kantone nichhtsdeste weniger unsere monarchischen Institutionen als unvertrig lich mit denen, welche die anderen Staaten des Bundeh regieren, pruͤfen. Die Loͤsung dieser wichtigen Frage bleibt do

Versamn,

Die Propostie

her der wohlwollenden Sorge des Koͤnigs uͤberlassen, der un]

bei dieser Gelegenheit wiederholt die Versicherung gegeben hut daß er seine Souverainetaͤts⸗Rechte uͤber dieses Land nicht als geben werde. Gestüͤtzt auf die uns bindenden Vertraͤge hattn Sie Ihre Deputirten beauftragt, nicht fuͤr die Versammlung der Bundes-⸗Armee in einem außerordentlichen Feldlager zu stin, men. Sie rechneten natuͤrlich, wie die Regierung hierbei alf die Zustimmung derjenigen Kantone, welche, in Uebereinstim mung mit unsg, stets die vollstaͤndige Ausfuͤhrung derselben Vor traͤge forderten. Da jedoch diese Kantone saͤmmtlich dafuͤr stimnm ten, so standen unsere Deputirten allein in diesem ungleichen Kampfe, und der Staatsrath, gedraͤngt durch die Nothwendigtet der zu ergreifenden Maßregeln, und indem er nicht glaubte Sie dieser Angelegenheit wegen, welche uͤber die zu ergreifende Partei keine Wahl laͤßt, versammeln zu muͤssen, hat beschlossen nicht laͤnger darauf zu bestehen, und Sie daher mit den Beme⸗ gungsgruͤnden zu seinem Beschluß in Kenntniß gesetzt. Un, sere sungen Soldaten haben dem Rufe der Regierung mit 0' fer Folge geleistet. Sie haben sich ins Lager begeben mit de Kokarde, mit welcher sie stets bei den Versammlungen der Bun⸗ des⸗Truppen erschienen sind, und groͤßtentheils mit der Medele der Treue geschmuͤckt. Ungeachtet der schwierigen lung, worin dieser Umstand sie versetzte, haben sie dunc ihre Festigkeit, ihre Maͤßigung und ihre Disciplin de Klippen, womit ihr Weg bedeckt war, zu vermeiden und ihre Anfuͤhrer die Ehre der Neuchateller unbefleckt G behaupten gewußt. Der Staatsrath wuͤrde geglaubt haben, sch gegen den Koͤnig und das Land zu vergehen, menn er der in ihn ergangenen Aufforderung, die Militair⸗Kokarde zu veraͤndern Gehoͤr gegeben haͤtte. Der Koͤnig hat diese i0-

Weigerung gebillig er hat unseren tapferen Soldaten sein hohes Wohlgefallen bezeig

Land hat ihnen bei ihrer Ruͤckkehr gezeigt, daß es ihe

welch w ch neheh

zustehen,—

nicht um den Ausgang dieses Kampfes besorgt sey.

schtigen Dienste anerkenne. Die Regierung wird sie ohne immer bereit finden, die militairischen Pflichten, welche zurch die Umstaͤnde beschwerlicher gemacht, durch die Ver⸗— naͤge uns jedoch auferlegt werden, zu erfuͤllen. Eine andere Diskussion, eben so unerwartet, als ungerecht, hat den Staats⸗ rath beschaͤftigt. Ich spreche von dem Vorschlage, der bei der Tagsatzung von einem Deputirten eines einzigen Kantons emacht, und ohne Instructionen von einer mit Muͤhe erlangten Majoritaͤt angenommen wurde, wonach das Direktorium den Staat Neuchatel aufforderte, in seinen Beziehungen zu der Schweiz sich nicht des Titels „Fuͤrstenthum“ zu bedienen. Sie fennen, meine Herren, die verneinende Antwort, welche der Staatsrath auf diese neue Forderung, uͤber die ich mich aller weiteren Bemerkungen enthalte, ertheilt hat. Ich hoffe, daß die, weniger von Vorurtheilen eingenommenen Kantone, welche die Frage mit Unparteilichkeit beurtheilen, nicht bei einem Verlan⸗ gen beharren werden, woruͤber der Koͤnig allein zu entscheiden das Recht hat. Ich habe wenigstens die Genugthuung, der Versammlung die Versicherung geben zu koͤnnen, daß die von dem Staatsrathe ertheilte Antwort die vollstaͤndigste Bil⸗ ligung des Ministeriums Seiner Majestaͤt erhalten hat. Sie werden nicht ohne ein lebhaftes Gefuͤhl der Dankbarkeit vernehmen, daß der Koͤnig dieses Land mit neuen Wohlthaten begnadigt hat. Die geringe Besoldung unserer Geistlichen hat schon seit langer Zeit die Sorge der Regierung in Anspruch genommen. Eine einzige Auseinandersetzung dieser Lage der Dinge war hinreichend, um durch die Koͤnigliche Munssicenz eine jaͤhrliche Summe von 4000 Schweizer⸗ Franken zur Ver⸗ mehrung der Einkuͤnfte der Pfarrer zu erhalten. Dies wird eine, den wichtigen Functionen der Prediger angemessenere Ver⸗ waltung der Kirchenguͤter zur Folge haben. In der vaͤterlichen Absicht, mehr und mehr die Lage derjenigen Steuerpflichtt⸗ zen, welche bis jetzt noch nicht die Vortheile der aͤltesten Corporationen des Staats genossen haben, zu verbessern, hat der Koͤnig die Abloͤsung der Grundzinsen angeordnet. Mit Vergnuͤgen koͤnnen wir auf den politischen Zustand unseres Landes blicken. Die Aufregung, welche nothwendig der politi⸗ schen Krisis unseres Vaterlandes folgen mußte, nimmt allmaͤlig ab, die Bitterkeit der politischen Discussionen verschwindet, die durch Verschiedenheit der Meinungen hervorgerufenen Gewalt⸗ chaͤtigkeiten vermindern sich, und ich sehe schon die Zeit nicht mehr sehr entfernt, wo wir, durch dieselben Gesinnungen der Treue und Einigkeit verbunden, gemeinsam unsere Institutionen mehr und mehr verbessern werden. Diesen Augenblick wuͤnscht die Re⸗ gierung sehnlichst herbei, und alle ihre Handlungen haben den Zweck, seine Annaͤherung zu beschleunigen. Waͤhrend rings um uns Stuͤrme das Land verwuͤsteten und die Hoffnungen des Land⸗ mannes vernichteten, hat unser Land die reichsten Aerndten gehabt. Alle Zweige der Industrie erheben sich auf eine bemerkenswerthe Weise, und der Schutz, welchen unser Souverain ihnen verleiht, hat ihr Gedeihen noch mehr besoͤrdert. Diesen Segnungen der Vorsehung ist es zu verdanken, daß wir den Eidgenossen, deren Thäler durch unerhoͤrte Ueberschwemmungen verwuͤstet waren, Huͤlfe leisten konnten. Die Subscription, der auch der Koͤnig beigetreten ist, hat die betraͤchtlice Summe von 30,070 Schweizer⸗Franken in baarem Gelde und den Werth von 3500 Schweizer⸗Franken an Kleidungsstuͤcken eingetragen. Moͤge unser gluͤckliches Vaterland, indem es auf die goͤttliche Guͤte sein Vertrauen setzt, unter der Herrschaft der Ordnung und Gerechtigkeit noch lange einer immer zunehmenden Gluͤck⸗ seligkeit in Frieden genießen! Ich erklaͤre die gegenwaͤrtige Ses⸗ sion fuͤr erodͤffnet!“ 1

Nach einer kurzen Diskussion und nachdem der Graf v. Wes⸗ dehlen den Bericht uͤber die Deputation an die Tagsatzung ab⸗ gestattet, erklaͤrte die gesetzgebende Versammlung. ihre voͤllige Zufriedenheit mit dem Benehmen der Deputirten. Dieser Be⸗ schluß wurde mit einer Masoritaͤt von 65 Stimmen gegen 8 an⸗ genommen. Dem Anfuͤhrer, den Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten des nach Thun gesandten Kontingents wurde ein⸗ stimmig wegen ihres ehrenwerthen und muthigen Benehmens ein Dank bewilligt. Darauf beschaͤftigte sich die Versammlung mit dem Gesetz uͤber das Kriminal⸗Verfahren.

Spanien.

Franzoͤsische Blaͤtter enthalten nachstehendes Schrei⸗ ben aus Madrid vom 13. Dezember: „General Llauder hat seine Functionen als Kriegs⸗Minister angetreten, nachdem er im Pardo der Koͤnigin die Hand gekuͤßt hatte, eine Ceremonie, die hier die Stelle einer Eidesleistung vertritt. Er soll der Koͤni⸗ gin erklaͤrt haben, daß er mit dem festen Entschlusse durch An⸗ wendung von Mitteln aller Art, dem Buͤrgerkriege ein Ziel zu setzen, das Amt uͤbernommen habe. Auch soll er seine Absicht zu erkennen gegeben haben, die Armee durch Einfuͤhrung einer strengeren Disziplin, welche theils durch die Beschaffen⸗ heit des Dienstes im Norden, theils durch die Nachlaͤssig⸗ keit der Vorgaͤnger Mina's erschlafft sey, zu reorganistren. Die Koͤnigin wird bestimmt in einigen Tagen nach Ma⸗ drid zuruͤckkehren. Die vor kurzem entlassenen Hofda⸗ men sollen saͤmmtlich Karlistinnen gewesen seyn. Das Anhalten der Postwagen geschieht vielleicht deshalb jetzt haͤufi⸗ ger, weil die Karlistischen Banden, um sich den Verfolgungen zu entziehen, sich weiter uͤber Spanien ausgebreitet haben. Nach einem, wie es scheint, wohl begruͤndeten Geruͤcht, hat Mina der

egierung gemeldet, daß er, ohne eine Verstaͤrkung von 12,000 15,000 Mann und eine betraͤchtliche Geldsumme, seine Hperationen nicht ins Werk setzen koͤnne. Es ist seit Abschlie⸗ zung der Anleihe leichter, den zweiten Theil seiner Forderung, als den ersten zu befriedigen, denn es ist unmoͤglich, die Provinzen von den wenigen Truppen, die noch daselbst zuruͤckgeblieben, zu entbloͤßen, und ehe die neue von der Regierung befohlene Aushebung von 25,000 Mann organisirt werden kann, vergehen noch sechs Mo⸗ nate. Zugleich schreibt Mina seinen Freunden, daß er durchaus d Die Mi⸗ nister, und namentlich Herr Martinez de la Rosa, auf dessen Aufrichtigkeit man sich vielleicht allein verlassen kann, scheinen das Vertrauen zu haben, daß Spanien ohne die Hulfe seiner Verbuͤndeten die insurgirten Provinzen zur Unterwersung brin⸗ gen wird. Der letzte Minister⸗Wechsel in Spanien hat eine der erwarteten gerade entgegengesetzte Wirkung hervorgebracht; die Liberalen, welche einsehen, daß sie sich auf ihre ergenen Kraͤfte verlassen muͤssen, sind entschlossen, nicht nachzugeben.“

Ila.

Berlin, 27. Dez. Dem heute ausgegebenen Militair⸗ ochenblatte zufolge, hat der kommandirende General des V. rmee⸗Corps, General⸗Lieutenant von Grolman, von des Koͤnigs

Majestoͤt die Erlaubniß zur Anlegung des ihm von Sr. Ma⸗ sestät dem Kaiser von Rußland verliehenen weißen Adlerordens

Zweifel

Am 6ten d. beging der Post⸗Direktor Ritter zu Bran⸗ denburg an der Havel sein funfzigjaͤhriges Dienst⸗Jubilaͤum. Se. Majestaͤt der Koͤnig hatten dem Jubilar den Rothen Adler⸗ Orden dritter Klasse huldreich verliehen, dessen Insignien im Auftrage des Herrn General⸗Postmeisters Excellenz der Ober⸗ Post-Direktor Lewecke aus Magdeburg dem Gefeierten uͤber⸗ reichte. Deputationen der Militair⸗ und Civil⸗Behoͤrden des Orts und viele einzelne Freunde des Jubilars aus der Naͤhe und Ferne brachten diesem ihre Gluͤckwuͤnsche dar, nachdem ihm schon am Morgen in einer Militair⸗Musik von den Verwandten sei⸗ nes Hauses in sinnnigen Versen und von den Beamten seines Geschaͤfts⸗Bezirks durch die Uebergabe eines trefflich gearbeiteten silbernen Pokals die rege Theilnahme an seinem Jubelfeste an den Tag gelegt worden war. Die Stadt Brandenburg, die den Gefeierten fuͤnf und dreißig Jahre lang zu ihrem Mitbuͤrger zaͤhlt, verlieh ihm das Ehrenbuͤrger⸗Recht als ein dankbares Anerkenntniß der ihren Bewohnern von dem Jubilar stets be⸗ thaͤtigten freundlichen Gesinnung. Ein Festmahl vereinte hier⸗ naͤchst einen kleinen Kreis von Freunden um den Jubilar, wo⸗ bei von diesem der Toast auf das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤ⸗ nigs ausgebracht, auch der Versammlung das in den wohlwol⸗ lendsten Ausdruͤcken abgefaßte Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben des Herrn General⸗Postmeisters und ein gleiches der Koͤnigl. Regie⸗ rung zu Potsdam mitgetheilt ward.

Der Herr Ober⸗Praͤsident der Rhein⸗Provinz, von Bo⸗ delschwingh⸗Velmede, bringt nunmehr die nachstehende General⸗ Uebersicht der eingegangenen Beitraͤge zur Unterstuͤtzung der Fa⸗ milien der in der Goulay⸗Grube bei Achen in der Nacht vom 25. zum 26. Jan. d. J. verungluͤckten Bergleute, mit dem Be⸗ merken zur oͤffentlichen Kenntniß, daß die menschenfreundliche Absicht der Geber durch einen hoͤhern Orts festzustellenden und T’“ zu publizirenden Verwendungs⸗Plan gesichert wer⸗

en wuͤrde:

Betrag. Rthlr. sgr. Pf. IRthlr. sar. Pf.

I. Vom Allerhoͤchsten Koͤnig⸗ lichen Hause. Von des Koͤnigs Maiestaͤt Von des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin Koͤniglichen Hoheiten Von des Prinzen Wilhelm Koͤnigl. Hoh. Von des Prinzen August Knigl Hoh.

I1IEDVVDII A. In Folge der Bekanntma⸗ chung vom 11. Febr. 1834 aus der Rhein⸗Provinz. Im Regierungs⸗Bezirk Achen 8 . Koͤln Duͤsseldorf .. Koblenz. Trier Braunfels. Neuwied..

B. Desgleichen aus der Provinz Westphalen.

Im Regierungs⸗Bezirk Muͤnster.

2 2 Minden ..

(TWTTTöö

Bezeichnung.

3111 1075 3022 12 781 19 3 2118 1011 36 [16/ʃ11 8G

C. Von Koͤnigl. Bergamts⸗Be⸗ hoͤrden u. Beamten gesammelt. Von der Koͤnigl. Berg⸗Hauptmannschaft in Berlin Vom Geh. Ober⸗Bergrath Karsten in Berlin Vom Bergamts⸗Hauptmann Grafen vꝗVI“ Vom Ober⸗Bergrath v. Oeynhausen i Bonn Vom Bergamts⸗Eleven Dauly .... Aus d. Ober⸗Bergamts⸗Bez. Halle Dortmund „Bergamts⸗Bezirk Schweidnitz. 2 8 - Staäaarbruͤcken Fuͤrstl Wiedschen Bergamts⸗Bez. Von der Knappschaft der Grube Hosten⸗ bach im Kreise Saarlouis

D. Aus anderweitigen Kollekten. Der Haude und Spenerschen Zeitung ö“

Der Vossischen Zeitung in Berlin .. Dev Glnev Des Fremden⸗Blattes in Elberfeld

Des Westphaͤlischen Merkurs in Muͤnster Der Florresei⸗Gesellschaft in Achen. Der Casino⸗Gesellschaft in Juͤlich Des Schuͤtzen⸗Vereins in Kleve.. Des Konzert⸗Vereins in Glogau ..

III Von verschiedenen Wohl⸗ thaͤtern.

Von der Eigenthuͤmerin der Grube Goulay, Wittwe Demet

Vom Koͤnigl. 26. Infanterie⸗Regim.

Von der 4. Escadron des Koͤnigl. 8. Hu⸗ saren⸗Regiments

Von der Konigl. 15. Landwehr⸗Brig.

Vom 3. Bat. des Koͤnigl. 25. Ldw.⸗Regts.

Vom Musik⸗Corps des Koͤnigl. 19. Jnf.⸗ Regts. der Ertrag eines Konzertes.

Von dem Fraͤulein Ev. von Waldenburg

Von dem Hrn. Justiz⸗Minister v. Kamptz

Von einem Ungenannten

40 128] 1366

230 254

46 -

1000 28 1

18 27 361 17

4 15 41

12,— 150 1 5 -

Ueber die unlaͤngst in Koblenz wahrgenommene Erder⸗ schuͤtterung (deren bereits mehrmals erwaͤhnt worden) meldet

1721

zusammen

Leudesdorf (beide letzteren ungefaͤhr eine Stunde unterhalb Neu⸗ wied) verspuͤrt worden ist, und zwar dort bei weitem staͤrker, als in Koblenz. daß diese unbedeutende Erschuͤtterung, die sich in keiner andern

den unterhalb Koblenz liegen.

21556[163

man jetzt von dort, daß dieselbe auch zu Bendorf, Irrlich und

Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitung glaubt,

Gegend gezeigt hat, sich lediglich auf den Umkreis der erlosche⸗ nen Vulkane beschraͤnkt habe, deren Hauptpunkte mehrere Stun⸗

Literarische Nachrichten.

Die Preußischen Provinzial⸗Blaͤtter. Herausgege⸗ ben zum Besten der Anstalt zur Rettung verwahrloseter Kinder zu Koͤnigsberg in Pr.

Diese Zeitschrift hat auch im laufenden Jahre ihren von den geachtetsten Gelehrten des In⸗ und Auslandes anerkannten Ruf be⸗ waͤhrt. Die Isis, die kritischen Blaͤtter der Boͤrsenhalle, die allge⸗ meine Literatur⸗Zeitung und mehrere andere Tageblaͤtter haben sich vortheilhaft uͤber die Leistungen derselben ausgesprochen; es bleibt uns daher nur noch Weniges hinzuzufuͤgen. .

„Von großem Interesse ist der naturwissenschaftliche Theil der⸗

selben; hier haben von Baer, Meyer, Bujack und Loͤffler, anerkannte

Meister in ihrem Fache, Abhandlungen geliefert, die nicht nur allein dem

Naturforscher, sondern auch jedem Freunde der Natur hoͤchst will⸗

kommen seyn muüssen. Zu ihren Aufsaͤtzen gehoͤren Folgende: „Hat

sich das Verhaͤltniß des Ostsee⸗Spiegels zu den Kuͤsten in der histo⸗ rischen Zeit geaͤndert? (Butack)““ „Ueber die in Preußen vor⸗ kommenden Gaͤnse und Enten (von Baer).“ „Empfehlung zoo⸗ logisch er Schriften fuͤr Schulen und fuͤr das Selbst⸗Studium (von demselben).“ „Ueber die Wanderung der Zugvoͤgel (von demsel⸗ ben). „Ueber denselben Gegenstand (Loͤffler).“ „Zur Geogra⸗ phie Preußischer Pflanzen (Meyer).“ „Ueber das geognostische

Phaͤnomen der Geschiebe auf der Nord⸗Europaͤischen Ebene (Bujack).“

Diese Aufsaͤtze sind wahre Zierden der Zeitschrift.

Von gleicher Gediegenheit sind die Abhandlungen: „Ueber das

Verhaͤltniß der neuen Baukunst zur alten“, und die „Betrachtung

uͤber die Chausseen, Wasser⸗Verbindungen und Eisenbahnen.“ Der

„Ruͤckblick auf die drei Kunst⸗Ausstellungen“ giebt erfreuliche Kunde

von dem immer reger werdenden Kunstleben in der Provinz. Eine

vorzuͤgliche Beachtung verdienen die landwirthschaftlichen Aufsatze.

Der schwaͤchste Theil dagegen sind die Mittheilungen in Angelegen⸗

heiten der Kirche und Schule. Hier mangelt es offenbar an ver⸗

staͤndigen Mitarbeitern. Hiermit wollen wir aber keinesweges be⸗ haupten, daß in dem Blatte in dieser Beziehung nichts Gediegenes zu finden sey; vielmehr ist auch hier ein Aufsatz (freilich nur ein einziger) von Bedeutung „Berichtigungen zu der von dem Doktor Herrn

Olshausen, Professor der Theologie, herausgegebenen Schrift: Lebre

und Leben des Koͤnigsberger Theosophen Schoͤnherr (Bujack)“, wel⸗

cher merkwuͤrdige Aufschluͤsse uͤber das Leben und Wirken dieses

Mannes und seiner Anhaͤnger giebt.

Ganz besonders sprechen die geschichtlichen Mittheilungen uͤber

das Lehns⸗Verhaͤltniß zwischen Preußen und Polen vom ewigen

Frieden zu Thorn den 18. Okt. 1466 bis zur Erlangung der Sou⸗

verainetaͤt im Vertrage zu Wehlau den 19. Sept. 1657 an.

Die Zeitschrift enthaͤlt hiernach des Trefflichen viel und verdient

es ihrer Nuͤtzlichkeit wegen wohl, allen Vaterlandsfreunden empfoh⸗

len zu werden. F.

——; 8

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaltger 6 Uhr. 1192 10 Uhr. Beobachtung.

340, 5 6“ Par. 340, w 6 Par. 341, 60 Par 1,889 R. dans 1, N + 1, 1 ̃N 2, NR 0,0‧°R. 1, 1 °R

89 pCt. 92 vCt. 82 vCt.

halbheiter. e 8 bheiter. 8

Wolkenzug ͤ“ riederschlag 0,02⸗ Rh.

Am 24sten und 25sten waren die Anzeigen der Instrumente:

338,70. 338,79. 336, 10. 335,2 4. 335, s. 339,2 Par.

0,bo. + 1,s 0. + 2,2. + 1,. + 0, °oRR. 3,3. 2,8. . 0,6°.

1,à. + 0,6. 0, °R. 89. 81. 90. 94 91. 89 pCt. heiter,

heiter, Regen. Regen, truͤbe, halbheiter. N. NW. W. RNW. N. N.

1834. 26. Dezbr.

Luftdruck.

Luftwaͤrme

Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter.

Quellwärme 8,2 °R. Flußwärme 1,°R.

Bodenwärme 2,5 °R.

Berliner Börse Den 27. Dezember 1831. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufs. Couir..] Z hriek weld] Zr. herior well. vne vwf e E.vAdbb'evaeneg .g⸗. n Harsbser sse . e. St.-Schuld-Sch. 4 99 ½ 101¼ [100;¾ Pr. Engl. Obl. 30. 4 95 ½ 100 ½ 05 ½ Präm. Sch.d. Seeh. 60 ¾ 106 ¾ 106 ¼ Schlesische

Kurm. Obl. m. Il. C. 4 99 ¾ 99 ¼ do. 106v Neum. Int. Sch. do. V 99 ½ Kkst. C. d. K.- u. N. 78 ½ 7832

aemren Ostpr. Pfandhr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do.

1 100 ½ 96

612

4 4 4

2 2 Berl. Stadt-Obl. 4 99 ½ Z.-Sch. d. K.-u. JA. 73 ¾ 73 ½ Königsb. do. 4. G

Elbing. do. 4 ½ V Holl. vollw. Duk. 37 3 4 4

1 1

1 4 ö“ 1 131 81

Ppreuwfs. Cour.

IEtrief.] Geld

1A1 1 141 152 ½ 151 ¾ 6 241 80 ½ ½ 1043

Danz. do. in Th. Neue do. 101 ¼½ Friedrichsd'or . .

Westpr. Pfandbr. Disconto

Grosshz. Pos. do.

Wechsel-C

1

102 ¾ 102 ½

0 U T sS.

180 NI. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 ISt. 300 Fr 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. Tuge 100 U. 2 Mt. 150 KRbl. 3 Woch (O Kurz

Kurz [2 Mt. Kurz Mt. Mt. Mt. Mt Mr. Mt.

Amsterdam dito Hamburg dito London Paris

Augsburg Breslau

Leipzig .. EraEI 22 Petersburg Warschan

72 70 72 77 775 780

11

22 5—

uswärtige Börsen.

Amsterdam, 22 Dezemhber.

Niederl. wirkl. Schuld 53 ⁄1½. 5 8 do. 99 ½. Ausg. Schuld 1 1 . Kanz-Bill. 23 3 4 ⁄1 8 Amort. 92 ½. 3 ½ 8 75 ½. RKuss. 98. 98 ½ Preuss. Präm.-Scheine 108 5 do. 4 ¾ Anl. —. Span. 58 44¼. 3% 27 *.

Eq““

Senntag, 28. Dez. Im Opernhause: Auf vieles Begeh⸗ ren: Nurmahal, lyrisches Drama in 2 Abth., mit Ballets.

NRusik von Spontini. (Dlle. Stephan wird in dieser Oper in der Partie der Namuna zum letztenmale auftreten.)

Im Schauspielhause: Der Roman, Lustspiel in 1 Akt, von L. Angely. Hierauf: Die Schleichhaͤndler, Possenspiel in 4 Abth, von E. Raupach.

Montag, 29. Dez. Im Schauspielhause: Der reisende Stu⸗ dent, oder: Das Donnerwetter, musikalisches Auodlibet in; Abth. Hierauf: Der Polterabend, komisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet.

Koͤnigstaͤdtisches Theater. Sonntag, 28. Dez. Hinko, der Stadtschultheißen⸗ Sohn

erhalten.

von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel:

Oesterr.