etwa 1 Lieue von Asarta und Mendoza, wo der Feind uͤbernach⸗ tete. Die Karlisten haben einige 20 Mann verloren; der Ver⸗ lust des Feindes ist viel betraͤchtlicher. Die Landleute geben ihn auf 300 Todte an. Die Christinos versuchten es, sich der Stadt Zuniga zu naͤhern; sie wurden aber zuruͤckgewor⸗ fen. Das Gefecht vom 12ten dieses Monats hat sonach kein entscheidendes Resultat gehabt; es ist vielmehr insofern zum Nachtheil der Christinos ausgefallen, als ihr Verlust betraͤchtli⸗ cher wie der der Karlisten gewesen ist. Die Nachrichten aus dem Hauptquartiere des Don Carlos reichen bis zum 14ten, wo dasselbe in Ulate war.“ — Die AQuotidienne giebt das Bul⸗ letin des Generals Zumalacarreguy uͤber die Affaire vom 12ten.
fernt, eine Schlacht zu vermeiden, vielmehr immer der an⸗ nreifende Theil gewesen ist. Das Bulletin uͤber das Ge⸗ fecht am 12ten, das wir bei der vorgeruͤckten Tageszeit heute nicht mehr uͤbersetzen koͤnnen, weicht gar sehr von dem⸗ enigen ab, das die Generale der Christinos verbreitet haben. Eraso war es, der mit dem 2ten, 7ten und 9ten Bataillon von Navarra den Lorenzo bei Carascal angriff und bis unter die Mauern von Pampelona verfolgte. Erst als er hier erfuhr, daß Mina dem Lorenzo mit einer Infanterie⸗Division zu Huͤlfe eile, og er sich zuruͤck, jedoch in Ordnung und nicht fliehend, nachdem er dem Feinde einen großen Verlust beigebracht hatte. Zumalacarregup haͤtte mit drei Bataillonen uͤber
— Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 106. 50. sin e 106. 60. 3proc. pr. compt. 76. 70. fin cour. 76. 80. zürns Neap. pr. compt. 93. 30. fin cour. 93. 40. 5Sproc Crcc. Rente 42 ½¼. Zproc. do. 27. Cortes 40 ½. Ausg. Span. Schun 14 ½. 2 proc. Hollandische 54. 40. uld
Frankfurt a. M., 26. Dez. Heute blieb es wieder se stille und die Effekten behaupteten sich meistens auf den ge e9
4proc. do. 91 ¼. N
gen Preisen. — 5proc. Metall. 100 ¼. 1541. 5proc. Holl. 97 .
den Feind herfallen koͤnnen; da aber die
ahte, so zog er sich auf Zuniga und Gastiani
Dasselbe ist aus Zuniga vom 1
Nacht heran⸗; selbe morgen mittheilen.)
zuruͤck, naͤmlich
zten datirt. (Wir werden das—
111II Bekanntmachungen.
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Anzeiger für
einer
Zum öoͤffentlichen Verkauf der zu der Kammerrath
Lembkefchen Familien⸗Stiftung gehdrigen, im Lands⸗ berger Kreise belegenen Erbzinsguͤter Balz und Klein⸗ heide neobst Zubehoͤr, welche auf 25382 Thlr. 26 sgr.
6 pf. gerichtlich abgeschaͤtzt sind, ist ein Bietungs⸗ Termin auf
den 4. Mai 1835, Vormittags 10 Uhr, vor dem ernannten Deputirten, Reß Malzahn 1. auf dem hiesigen Ober⸗Landesgericht an⸗
gesetzt, zu welchem zahlungsfäaͤhige Kauflustige unter daß die
der Bekanntmachung eingeladen werden, Taxe, die Kauf⸗Bedingungen und der neuste Hypo⸗
toeken Schein in biesiger Registratur einzusehen sind,
nd daß der Meistbietende, falls nicht gesetzliche Um⸗
aͤnde eine Ausnahme zulaͤssig machen, den Zuschlag u erwarten hat.
Zugl ich werden die, ihrem Aufenthalte nach un⸗ bekannten Kinder des Amtmanns Lemdcce zu diesem Termine hierdurch vorgeladen
Frankfurt ½. d. O., den 14. Oktober 1834. Koͤnigl. Preußisches Ober⸗Landesgericht.
Rheinisch⸗Westindische Compagnie. Ankuͤndigung der zten Kapital⸗Dividende. Die unterzeichnete Direktion benachrichtigt hier⸗ mnit die Herren Actionaire dieser Gesellschaft, daß die dritte Austheilung aus dem Kapital der Compag⸗
nie von:
Fuͤnf Procent vom Rominalwerth der Aectien; demnach von 25 Thlr. — sgr. fuͤr jede ganze Actie, und von 12 ⸗ 15 „⸗ fuͤr jede halbe Actie, im naͤchsten Monat Januar 1835 statt findet. — Die betreffenden Hebescheine sind vom 20. Dezember an, unter Beodachtung der bekannten Formalitaͤten, im
hiesigen Hauvt⸗Buͤreau in Empfang zu nehmen. Die Einschickung der Actien⸗Documente zur Ab⸗ schreivung, wenn solche an die Direktion unmittel⸗
bar geschiebt, wird frankirt erwartet, und es erfolgt
die Ruͤcksendung, wo solche, und nicht die Aufbe⸗ wahrung hier gewuͤnscht wird, gleich wie die Ueber⸗ machung der Hebescheine, auf Kosten und Gefahr der Eigenthuͤmer. —
Diejenigen Herren Theilhaber, welche ihre Actien
bei der Direktion deponirten, erhalten die Hebescheine
zugefertigt, ohne daß sie sich deshalb neuerdings zu melden haben. —
Die Direktion ladet zugleich diejenigen Herren Actionaire, welche sich, zur Hebung der Dividenden, der Vermittelung dritter Personen auf hiesigem Platze bedienen, hiermit ein, dieses Mal bei Vorzeigung der Dokumente ihre Namen und Adressen abgeben zu lassen, damit der devorstehende Rechenschafts⸗Be⸗ richt uͤber den Stand der Liquidation, und die som stigen Verhandlungen in der, seiner Zeit naͤher anzu⸗ fuͤndigenden General⸗Versammlung im Fruͤhjahre 1835, Falls sie nicht selbst darin erscheinen moͤchten, unverweilt zu ihrer Kenntniß gebracht werden koͤnnen.
Elberfeld, den 6. DOezember 1834.
Direction der Rheinisch⸗Westindischen
Compagnie.
Ritterguts⸗Verkauf oder Verpachtung.
Ein ausgezeichnet schoͤnes Allodialrittergut des Kd nigreichs Sachsen, in ganz guter Pflege belegen, und mit vollstaͤndigem Inventarium versehen, soll verpachtet oder lieder noch bald moͤglichst verkauft werden. Es
die Jagdgerecht’gkeit, eine Mahlmuͤhle, Schmiede und Kalksteinbruͤche, welche letztere jaͤhrlich uͤber 290 Thir. rentiren. Die Schaͤferei ist zwar vor der Hand unter 300 Stuͤck, der gewoͤhnliche Bestand aber 400. Die saͤmmtlichen Gebaͤude sind vor 6 Jahren mit einem Anfwande von 28,000 Thlr ganz neu aufgebaut. Bei einem bald abgeschlossenen Ver⸗ kaufe wird die ganze heurige Erndte mit uͤbergeben und kann die Uebergabe, wenn es gewuͤnscht wird, sogleich erfolgen. Der Kaufpreis ist 55,000 Thlr, wovon nach Befinden die Haälfte gegen 4 pCt Ver⸗ zinsung als unbezahlte Kaufgelder hypothekarisch ste⸗ hen bleiben koͤnnen.
Raͤbere Nachweisungen, so wie, gegen Einsendung von 16 gr Copialien, den Nutzungs⸗Anschlag erhalten reelle Kaufliebhaber auf portofreie Anfragen von
F. A. Schruth in Grimma, bei Leipzig
as rran ᷣrnanLwenn⸗ Literarische Anzeigen. Fuͤr Lese⸗ und Journal⸗Cirkel. G Das Sonntagsblatt, eine eneyklopaͤdische Zeitschrift, herausgegeben vom Regierungs⸗Med. Rath Hr. U. Meyer zu Minden, eroͤffnet im naͤchsten Jahre seinen 19ten Jahrgang Die langzaͤhrige Dauer dieses zu den ältesten dent⸗ schen Zeitschriften gehoͤrenden Journals verbuͤrgt des⸗ sen oliditä: Es werden in der Regel nur Origi⸗ nal-Artikel, so wie Correspondenz⸗Nachrichten uͤber Kunst und Leben von eigenen Mitarbeitern des Sonn⸗ tagsolatts aus allen Theilen Deutschlands, selbst aus Amerika ꝛc geliefert, und besondere literarische und Kunstveilagen, Holzschnitte, Steindruͤcke ꝛc, zu denen mnächsten Jahre auch Kupferstiche hinzukommen wer⸗ den, unentgeltlich beigefuͤgt. . 1 Man abonnirt sich halstaͤhrig mit 1 Thlr. 10 sgr. bei dem Postamt des Wohnorts, welches die Be⸗ stehung bei dem Koͤnigl. Grenz⸗Post⸗Amt zu Min⸗
e& retr.
erendarius von
ehoͤren dazn uͤber 750 Scheffel à 150 R. Felder, Wiesen, Holzungen, Gaͤrten, Teichen ꝛc,
Lehrer und Schuͤler, zum Lesen, Vorlesen oder Nach⸗
Journal des Dames et des Modes
von Frankfurt a. M.
Diese seit Juli 1798 mit ununterbrochenem Bei⸗ fall erscheinende Zeitschrift wird auch im Jahre 1835 fortgesetzt. Sie vereinigt Alles, was die neueste fran⸗ zoͤsische Literatur immer nur Anziehendes und Unter⸗ haltendes liefert, als: Novellen, Erzaͤhlungen, Sit tengemaͤlde, Kunstnotizen, Theaterberichte, witzige Aneckdoten, Gedichte und Raͤtbsel, Uebersetzungen aus fremden Sprachen, Recensionen und Auszuͤge aus den vorzuͤglichsten Romanen, Reisebeschreibun⸗ gen und allen neuen Werken, die nicht nur das schoͤne Geschlecht, sondern auch jeden Liebhaber der schoͤnen Wissenschaften interessiren werden. Das Gebiet der Moden ist in's Besondere nach seinem ganzen Umfange entwickelt. Der darauf sich bezie⸗ hende, ausfuͤhrliche Bericht ist in franzoͤs. und deut scher Sprache. Trotz der muntern Laune, die in un⸗ sern Blaͤttern herrscht, werden Sittlichkeit und An⸗ stand gewissenhaft beobachtet.
Vom Journal des Pames erscheint woͤchentlich ein Heft von 1 ½ oder 2 Octavbogen (fest 100 Bogen im Jahr) mit einem sehr schoͤn gestochenen und sorgfaͤltig kolorirten Kupfer, auf welchem die neue⸗ sten und geschmackvollsten Pariser Kleidertrachten, sowohl fuͤr Damen, als Herren und Kinder beider⸗ lei Geschlechts, bisweilen auch Wiener und Londoner Moden auf's Schnellste mitgetheilt werden (Un⸗ gefaͤhr 130 vollstaͤndige Anzuͤge im Jahr, nebst einer Menge Frisuren, Huͤte, Hauben u. s. w.)
Bestellungen auf unser Blatt werden bei allen [loͤbl. Postaͤmtern angenommen. Der Preis in Frank⸗ furt ist 12 Fl 30 Kr. jaͤhrlich, 6 Fl. 15 Kr. halbjaͤhrl. und 3 Fl. § Kr vierteljaͤhrlich.
Frankfurt a. M., im Dezbr. 1834. Die Herausgeber des Journal des Dames et des Modes.
—J—
In der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2, ist zu haben:
Die Neujahrs-Nacht.
Danzig. Gerhard. 8
Abend. 5 sg.
Neujahr 1835 beginnt die
111666“*“;
fuͤr die
Koͤniglich Preußischen Staaten ihren vierten Jahrgang Der Praͤnumerations⸗Preis fuͤr 80 Bogen Quart incl. Post⸗Porto ist jaͤhrlich à Thlr. Man praͤnumerirt bei allen resp Post⸗Aem⸗ tern und Buchhandlungen, in Berlin bei
Eduard Brandeuburg, Charlottenstraße Nr. 29.
F. Beckers Welegeschichte. Sechste Ausgabe, neu bearbeitet von J. W. Loebell; mit den Fortsetzungen von J. G. Woltmann und K. A. Menzel. EEI
Indem wir uns erlauben, die Beckersche Weltge⸗ schichte von Neuem der Gunst des Publikums zu empfehlen, kann es unsere Absicht nicht seyn, Ver⸗ gleichungen mit anderen universalhistorischen Werken aͤhnlicher Art anzustellen, sondern nur einige Vor⸗ zuͤge anzudeuten, welche genanntes Werk in seiner Sphaͤre in Anspruch nimmt. Besonders moͤchten wir hervorheben, daß in dieser Weltgeschichte die Sachen selber sprechen, das Urtheil freigehalten ist, so daß jeder etwas fuͤr sich finde, und sich heraus⸗ naͤhme; daß darin gelesen und daraus gelernt werden koͤnne, daß Juͤngere und Aeltere, Katholiken und Protestanten, Absolutisten und Liberale uͤberall das wirklich Geschehene darin finden. Dann aber ist ein Hauptaugenmerk bei der Abfassung gewesen, das Ma terial moͤglichst vollstaͤndig zu geben, damit es fuͤr
K.
lesen, uͤberhaupt aber von jedem als historisches Handbuch benutzt werden koͤnne.
Diese Weltgeschichte ist noch zu den wohlfeilen Präanumerations⸗Preisen:
Ausgabe auf autem weißen Druckpapier 12 ½ Thlr. Ausgabde auf Velin⸗Median 16 ¾ Thlr. in allen Buch⸗ handlungen zu haben.
“ Duncker und Humblor!
Franzoͤs. Str. Nr. 20⸗
Von Naumann's Naturgeschichte⸗ der Voͤgel Deutschland's, habe ich heute des VII. Bandes 6tes Heft, welches 2 ½ Thlr. Cour. kostet, versandt. Hiermit schließt sich der VII. Band. Der Preis desselben mit 1 schwar⸗ zen Titelkupfer und 27 colorirten Tafeln ist 14 Thlr und des Textes allein mit dem schwarzen Titelkupfer, ohne die colorirten Tafeln, 4 Thlr. Dieser Band enthaͤlt bereits einen Theil der Sumpfvoͤgel, deren Fortsetzung der im Laufe des naͤchsten Jahres erscheinende vViIt. Band liefern wird, um dann zur Ordnung der Wasservoͤgel uͤberzugehen Alle Buchhandlungen des In⸗ und des Auslandes (namenteich E S. Mittler in Berlin, Stechbahn Nr. 3), nehmen Bestellungen auf dieses umfassende und in jeder Hinsicht ausgezeichnete Werk an.
ten macht, welches Letziere das Sonntagsblatt fuͤr
obigen Preis ohne Portoaufschlag in dem ganzen Umfang der Monarchie versendet. 8
Eine Erzaͤhlung vom Verfasser des Weihnachts⸗
gangs, welcher nicht getrennt wird, ist 5 Thlr. 10
und Postaͤmter Deutschlands werden sie ohne Preis⸗
die Preußischen lung wird naͤchstens erscheinen:
ßischen Rheinprovinzen. Uebersetzt und erlaͤutert von Carl Anton Broicher, Landgerichts⸗Rath und Franz Ferdinand Grimm, Landgerichts Assessor.
Werk wird, außer einer sorgfältigen deutschen Ueber⸗ setzung, in der Form eines Commentars enthalten:
guͤltigen aͤlteren und neueren Gesetze und Ver⸗ ordnungen,
Einfluß ist,
fenden wichtigeren Streitfragen.
Durch diese vorlaͤufige Anzeige glaubt die unter⸗ zeichnete Verlagshandlung das juristische und kauf⸗ maännische Publikum auf ein Werk aufmerksam ma⸗ schen zu muͤssen, welches einem laͤngst gefuͤhlten Be⸗ düefnisse abhelfen, und indem es auch dem Nichtju⸗ risten die juristische Seite kaufmaͤnnischer Verhaͤlt⸗ nisse zur Anschauung bringt, auch fuͤr jeden Kauf⸗ mann ein unenthehrliches Huͤlfsbuch werden wird Die aͤußere Ausstattung des Werkes wird jeder bil⸗ ligen Anforderung entsprechen.
angenommen, Koͤln, im Juli 1834. J. P. Bachem,
₰
Hof⸗Buchhaͤndler und Buchdrucker.
(Zu geneigten Auftraͤgen empfiehlt sich C. F. Plahn in Berlin, Jaͤgerstraße Nr. 37.)
Die in meinem Verlage erscheinenden Zeitschriften:
Museum, Blaͤtter fuͤr bildende Kunst,
redigirt von Dr. Franz Kugler. Jahrgang
5 Thlr.
Berliner Kinderwochenblatt, redigirt von George Gropius. Jahrgang 3 Rrhlr.
Monatliches Verzeschniß aller in Deutsch⸗
land erscheinenden Kunstsachen mit einem An⸗
hange auslaͤndische Erscheinungen
Jahrgang 29 sgr. werden auch im Jahre 1835 fortgesetzt werden. Die eehrten Abonnenten, so wie alle diejenigen, welche as eine oder das andere dieser Blaͤtter zu halten wuͤn⸗ schen, werden hierdurch ersucht ihre Bestellung moͤg⸗ sichst dald bei der ihnen zunaäͤchst gelegenen Buch⸗ bandlung oder bei dem naͤchsten Koͤniglichen Post⸗ amte zu machen, damit die Auflage bestimmt wer⸗ den kann.
betreffend.
George Gropius Buch⸗ und Kunsthandlung.
—.ö
Fog. zu beziehen durch T. Trautwein in Berlin, 1 Breite Straße Nr. 8.
Zur gefaͤlligen Beruͤücksichtigung fuͤr das gesammte deutsche gebildete Lese⸗Publicum, vorzuͤglich fuͤr Lese⸗ Vereine und Leih⸗Anstalten.
Im Verlage des Unterzeichneten werden auch fuͤr 1835 nachstehende Zeitschriften, wie bisher, erscheinen:
1) Unser Planet. Blaͤtter fuͤr Unterhaltung, Zeitgeschichte, Literatur, Kunst und Theater. Sechster Jahrgang, fuͤr 1835. Herausge⸗ geben von Dr. Ed. Boͤnecke Wöchentlich 6 Nummern in gr. 4, naͤmlich 4 der Unterhal⸗ tung, 1 der Literatur und 1 dem Theater ge⸗ widmet. Preis des Jahrg. 10 Thlr; viertel⸗ jaͤhrlich 2 Thlr 15 sgr. praͤnumerando.
Die fruͤberen 5 Jahrgaͤnge sind ebenfalls zu einem herabgesetzten Preise à 5 Thlr. durch alle Buchhand⸗ lungen und Postaͤmter zu beziehen.
2) Leipziger Lesefcuͤchte. Gesammelt in den besten literarischen Fruchtgaͤrten des In⸗ und Auslandes. Herausgegeben von Dr. Carl Greif. Vierter Jahrgang, fuͤr 1835.
Von den Lesefruͤchten erscheinen woͤchentlich 2 Nummern, jede einen Bogen stark in gr. 8. auf weißem Druckpapier. Der Preis des ganzen Jahr⸗
sgr., welcher quartaliter mit 1 Thlr. 10 sgr. praͤnu⸗ merando zu entrichten ist. Alle Buchhandlungen
erhoͤhung liefern koͤnnen.
Die ersten drei Jahrgaͤnge auf 1832 bis 1834 sind zu einem ermaͤßigten Preise, jeder zu 2 Thlr. 20 sgr. netto zu haben, so weit naͤmlich der Vor⸗ rath davon reicht; wer sie zu besitzen wuͤnscht, moͤge sich bald melden, denn der erste Jahrgang ist, bis auf wentge Exemplare, vergriffen.
3) Neue Leipziger Zeitschrift fuͤr Musik Herausgegeben durch einen Verein von Kuͤnst⸗ lern und Kunstfreunden. Zweiter Jahrgang fuͤr ½835. Preis des Jahrgangs 4 Thlr.; vier⸗ teljaͤhrlich 1 Thlr. praͤnumerando.
Diese neue mustkalische Zeitschrift hat sich in ganz kurzer Zeit die außerordentlichste Theilnahme fast in ganz Deutschland und dem Auslande erworben. Sie verdankt diesen Erfols nicht allein dem Aufschwung, den die Musik und ihre Juͤnger in neuester Zeit ge⸗
Staaten. In der unterzeichneten Buch⸗ und Verlagshand⸗
Das Handelsgesetzbuch der Koͤnigl. Preu⸗
Dieses mit besonderer Ruͤcksicht auf das Beduͤrf⸗ niß der Handelsreichter und Kaufleute ausgearbeitete
1) die in das Handelsrecht einschlagenden, noch
2) eine genaue Uebersicht der Jurisprudenz der Gerichtsboͤfe, insofern dieselbe noch gegenwaͤr⸗ tig von practischem Interesse, oder auf die wis⸗ senschaftliche Fortbildung des Handelsrechts von
3) eine Eroöͤrterung der das Handelsrecht betref⸗
In allen Buchhandlungen werden Bestellungen
allgemeiner Bildung, sondern auch dem von! Herren Herausgebern klar und offen dargelcaig Streben, alles Seichte und Oberflaͤchliche zucin kaͤmpfen und fern von der Ruͤcksicht und Persinla keit aͤhnlicher Institute das Poetische und die 7 fen der Kunst verstehen zu machen. Der Presg fuͤr das, was gegeben wird, ungemein bvillig. Von den drei Quartalen des ersten Jahrganz⸗ der so vorzuͤgliche Aufsaͤtze enthaͤlt und, so zu gen, den Schluͤssel zu allen kuͤnftigen Aufsaten in der musik Zeitung abgiebt, sind noch cinige Eren⸗ plare fuͤr den Preis von 2 Thlr. durch alle Puch⸗ handlungen, oder durch das den Bestellern zunächf gelegene Postamt zu beziehen. M8 4) Sachsenzeitung. Mittheilungen aus z fuͤr Deutschlands Gegenwart uͤber Staat, Fyg, Schule, Haus, gewerblichen Verkehr, Fin⸗ bahnen und Dampffahrt. Sechster Jähr⸗ gang, fuͤr 1835. Herausgegeben von r. †) Boͤnecke in Leipzig. Woͤchentlich 6 Numnin in gr. 4. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. l. ssgr, pro Quartsl 25 sgr. praͤnumerando. Die Zeitschrift ist ein National⸗Archiy faͤr de Gesammt⸗Angelegenheiten der Deutschen und nicht allein fuͤr Sachsen, wo sie eine große Verbreitm enießt, sondern auch fuͤr die uͤbrigen Staat Duetschlands eben so unterbaltend als belehrend.
Der Unterzeichnete enthaͤlt sich aller Anpret, sung dieser Journale. Das beste Lob fuͤr dieselden mag der umstand seyn, daß der Planet und die Sachsenzeitung bereits ihren sechsten Jahrgang gr⸗ treten, die Leipziger Lesefruͤchte ihren vierten und die neue musik Zeitschrift ihren zweiten Jahrgen sich aber der Absatz derselben von Jahr zu de ansehnlich vermehrt hat. Jedes dieser Jontni zaͤhlt die Koryphaͤen der Deutschen Schriftsteller seinen Mitarbeitern.
n den vier Fntelligenzblaͤltern dieser weitr breiteten Zeitschriften werden Inserate aller zu zu resp. x und 1 sgr fuͤr die gespaltene Zeile in a. angenommen.
Leipzig, im December 1834.
Der Buchhaͤndler C. H. F. Hartman
——
q“ Wichtige Anzeige für alle Kenner Freunde, Lehrer etc. der engl. Spraebe Englische Zeitung für Deutschland Vom 1. Januar 1835 v"on eint, der Politik, Literatur, Kunst and Uol haltung gewidmet, unter dem L'itel: EVENING-POST in Stuttgart eine englische Zeitung. welelhe: den z wölkten Theil des Preises, dene wohlfeilste englische Zeitung., Galignanis Nesser ger, mit ihren Beilagen kostet, das Wichtigst und Interessanteste sus den Riesen-Colonne der englischen (und französischen) Zeitungen! fern, nur das füc deutsche Leser Ungemiessba beseitigen und wöchentlich viermal (eivmel 398 nicht-politisches Platt unter dem Thel 4 bion), in einem zweekmälsigen uncd] geliüllg Format, erscheinen wird. Das Albion Wwird, aus den englischen Reviews schöpfend uned Hechehes des mit Unterhaltendem verbindend, auch eine - sterung der wichtigsten neuen Erscheim gender englischen Literatur enthalten. OhG das Albion wird die Evening-Post nicht ausges ben; das Albion dagegen ist auch besonders: haben. Vierteljährlicher Preis der Evening-Dos sammt Albion bei dem Königl. Württemberzische! Haupt Post-Amte Stuttgart und auf dem Fege de EE11 2 Fl. oder 1 Thlr. 7 ½8 sgr: das Abi allein, vierteljährlich 54 Kr. oder 15 sgr. bu. handlungen wenden sich an die Duchhandlung- Paul Neff in Stuttgart. Alle Post-Hemter! Buchbandlungen Deutschlands, der Kaiserlich (- terreichischen Staaten, der Schweiz und des 4 landes nehmen Aaufträge an, in Berlin C. II. Jonas am alten Packhof No. 8, unweit der Schleuser Da nur eine geringe Anzahl von Exemplaren ühes die Zahl der bestellten gedruckt wird, o büite- man um schleunige Bestellung. Expedition der Stuttgarter Zeitung.
englische
Schh66 8 Bei Basse in Quedlinburg ist erschienen und allen Buchhandlungen zu haben, in Berkun! Ludwig Oehmigke, Burgstraße Nr. 8: Die Heilung der Flechten, oder die neuesten und bewaͤhrtesten Heilmittel und Kurmethoden gegen diesen laͤstigen Ausschlag. 879 Buch zur Belehrung ““ Svo. NMas 12 ½ sgr.
Bei Heinrich Hoff in Mannheim ist erschiene und in allen Buchhandlungen, zu Berlin in de Stuhrschen, Schloßplatz Nr. 2, zu haben: Ueber Chaussée-Dampfwagen. statt Eisenbahnen mit Dampfwagen in Deutsch 8ld, von L. Nemhouse, Großherzogl. Bad⸗ Commerzien⸗Rath. b
Rhein.
gr. 8vo. brosch. A sgr., 12 Kr.
Leipzig, den 19. Decbr. 1834. 1 1 8 Ernst Fleische
Inommen, und dem Verlangen so vieler Musiker nach
Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit
unten aber bei den Koͤniglichen Post⸗Aemtern zu machen sind, und daß der P veeibas B Stadtpost frei ins Haus gesandt wird. die Bestellungen bis spaͤtestens den 31sten d. M. an uns gelangen zu lassen, indem son
senten das Blatt am Vorabende seines Datums durch die
wir bitten,
[s Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht saͤmmtliche Rummern vom Anfange des
in Erinnerung gebracht, daß die Bestellungen auf diese Zeitung nebst
reis fuͤr den ganzen Umfang der
Um jedo
Te hier am Orte bei der e auf 2 Rthlr. Preuß. Cour. vierteljaͤhrlich —
die erforderliche Staͤrke der Auflage fuͤr das kommende Vierteljahr abme die Interessenten es Quartals an nachgeliefert werden koͤnnen.
Redaction (Mohren⸗Straße Nr. 34), in den festgesetzt ist, wofuͤr den hiesigen Ahon⸗ en zu koͤnnen, muͤssen ch selbst zuzuschreiben haben, wenn die Zusendung
Amtliche N Kronik des Tages.
Seine Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kaufmann Bar⸗ dewisch zu Bayonne, Allerhoͤchstihrem bisherigen Konsul daselbst, in Anerkennung seiner vieljaͤhrigen treuen Dienste die Schleife zum Rothen Adler⸗ dritter Klasse Allergnaͤd st zu verleihen
geruht. 8 Abgereist: 1 Hof Jaͤgermeister, Graf von Hardenberg
1 Koͤnigl. Niederläͤndische Geschaͤftstraͤger am Kaiserl.
Hesterreichischen Hofe, Freiherr von Mollerus, nach dem Haag. b 8
Der Koͤnigl. Daͤnische Geheime Rath und Reventlow, nach
““
Zeitungs⸗RNachrich
Frankrech.
paris,? Gestern arbeitete der Koͤnig mit dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten.
Der Fuͤrst von Talleyrand war gestern sehr unpaͤßlich. Er hat die ganze Nacht uͤber Fieber gehabt; heute fruͤh geht es aber um Vieles besser, so daß der Zustand des Patienten durch⸗ aus keine Besorgnisse erregt.
Die gestrige Anzeige der hiesigen Blaͤtter, daß Lord Broug⸗ ham nach Italien abgereist sey, bestaͤtigt sich nicht. Er ist nach Tours gereist, und man glaubt, daß er in wenigen Tagen von dort nach Paris zuruͤckkehren werde.
In der heutigen der Deputirten⸗Kammer fuͤhrte wieder Herr Dupin den Vorsitz. Herr Paul Boudet eroͤffnete diesebe mit einem Berichte, worin er auf die unver⸗ aͤnderte Annahme des Gesetz⸗Entwurfes uͤber das auf dem Hal⸗ me befindliche Getreide antrug. — An der Tagesordnung war darauf die Abstattung des Berichtes uͤber den Gesetz⸗ Entwurf, wodurch die Regierung eine Summe von 360,000 Fr. zum Bau eines neuen Gerichtssaales fuͤr den Pairshof verlangt. Herr Ley⸗ raud widersetzte sich dieser Bericht⸗Erstattung, da dieselbe in der letzten Sitzung von dem Praͤsidenten nicht angekuͤndigt worden sey, so daß mehrere Deputirte es versaͤumt haͤtten, sich fuͤr die Debatte einschreiben zu lassen. Herr von Golbéry trat dieser Ansicht bei, waͤhrend Herr Gauguier auf der Tagesordnung bestand, mit dem Bemerken, daß die Kammer ohnehin schon Zeit genug verloren habe. Nachdem die Versammlung darauf ent⸗ schieden, daß der betreffende Bericht sofort abgestattet werden solle, bestieg zu diesem Behufe Herr Dumont die Redner⸗ buͤhne. Er erklaͤrte, daß sich im Schoße der Kommission zweierlei Meinungen kund gegeben haͤtten. Die Einen waͤren der An⸗ sicht, daß man den Palast Luxembourg durch den Anbau eines Saales in architektonischer Hinsicht verunzieren und sonach besser thun wuͤrde, ein besonderes Gebaͤude in der Naͤhe der Deputir⸗ ten⸗Kammer aufzufuͤhren. Die Anderen glaubten dagegen, daß die Idee der Regierung sehr wohl ausfuͤhrbar sey, ohne daß dadurch der Palast Luxembourg verunstaltet werden wuͤrde. Was nun den Vorschlag der Ersteren betreffe, so habe die Ma⸗ joritaͤt der Kommisston schon um deshalb in denselben nicht ein⸗ gehen moͤgen, weil die Auffuͤhrung eines ganz neuen massiven Gebaͤudes einen Kosten⸗Aufwand von mindestens 3 Millionen Fr. verursachen wuͤrde; sie sey daher auf den urspruͤnglichen Plan zuruͤckgekommen; da sich aber mit Gewißheit voraussehen lasse, daß die Baukosten aus dem verlangten Kredite bei weitem nicht gedeckt werden wuͤrden, so troge sie darauf an, dem Minister des In⸗ nern sosort eine Summe von 1,280,000 Fr. zu bewilligen. Auf die Frage des Proͤsidenten, ob die Debatte uͤber diesen Gegen⸗ stand sofort beginnen solle, da 15 eingeschriebene Redner mit Ungeduld darauf warteten (Gelaͤchter), bemerkte der Minister des Innern, daß die zu dem Gesetz⸗Entwurfe gehoͤrigen litho⸗ graphirten Plaͤne und Anschlaͤge nicht vor dem naͤchsten Mon⸗ tag beschafft werden koͤnnten. Die Debatte wurde sonach auf diesen Tag angesetzt. — Jetzt ergriff der Finanz⸗Menister das Wort, um von der Kammer in einem neuen Gesetz⸗Entwurfe einen Zuschuß von 1,950,000 Fr. zu dem Pensions⸗Fonds zu verlangen. — Nachdem dieser Gesetz⸗Entwurf zum Drucke be⸗ foͤrdert worden, begannen die Berathungen uͤber das Avancement
der Zoͤglinge der Militairschule zu St. Cyr. Der General Ley⸗ det widersetzte sich den in dieser Beziehung gemachten Vorschlaͤ⸗
gen, indem dieselben gegen das im Jahre 1832 von den Kammern votirte Gesetz uͤber das Avancement bei der Armee verstießen und ein Privilegium zu Gunsten der Militair⸗Schule zu St. Cyr begruͤndeten. „Wenn das Ministerium“, sagte der General, „die Begrisfe des Kechts verwirren will, so wollen wir uns ei⸗ nem solchen Vorhaben nicht beigesellen.“ Der Vicomte Lemer⸗ cier theilte diese Ansicht nicht. Frankreich, meinte er, beduͤrfe mehr als je eines tapfern Heeres; der Muth allein reiche aber nicht hin; um ihn zu erproben, muͤsse man geschickte und ver⸗ staͤndige Offiziere haben, die einen moͤglichst vollstaͤndigen Unterricht genossen haͤtten; und aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, werde die Armee es gewiß nicht mit neidischen Augen sehen, wenn die in St. Cyr gebildeten jungen Leute als Offiziere in ihre Reihen eintraäten. Einiges Murren erregte es in der Versammlung, als der Redner die Meinung aͤußerte, daß der Offiziers⸗Grad üͤberhaupt nur nach einem vorhergegangen Examen bewilligt werden sollte.
„Ja, m. H.“, fuͤgte er hinzu, nwir wuͤrden da⸗
durch dem Unterrichtswesen in unserem Lande eine neue Huldi⸗
gung darbringen, und die Herren Unteroffiziere wuͤrden sich
alsdann nicht mehr, wie jetzt nur all zu oft geschieht, dem Muͤ⸗ ßiggange hingeben: sie wuͤrden studiren.“ Herr von Rancé behauptete, daß der betreffende Gesetz⸗Entwurf nicht bloß das
Gesetz uͤber das Avancement, sondern auch das uͤber die Stel⸗
lung der Offiziere ganz offenbar verletze, wozu noch komme, daß
dasselbe auch in finanzieller Hinsicht verwerflich sey, indem das
Kriegs⸗Budget dadurch nur erhoͤht werden wuͤrde. Er wolle
daher nicht hoffen, daß die Kammer dazu die Haͤnde bieten,
und den Ministern wie gewoͤhnlich zurufen werde: Euer Wille geschehe! Der Redner war schließlich der Ansicht, daß der
Staat zu viel Militair⸗Schulen habe, und daß man wohlfei⸗
leren Kaufes sehr gute Offiziere haben wuͤrde, wenn
man sie aus den Reihen der Armee naͤhme. Der Oberst Paix⸗ hans unterstuͤtzte den Gesetz⸗Entwurf, eben so der General De⸗ lort und Herr Mathieu de la Redorte. Der General
Valazé brachte dagegen eine neue Abfassung des Gesetz⸗Ent⸗
vurfes in Vorschlag, die jedoch ihrem wesentlichen Inhalte nach
mit der von der Kommission beantragten uͤbereinstimmt. Diese letztere lautet also: „Zu dem Seconde⸗Lieutenants⸗Grade koͤnnen
ohne Ruͤcksicht auf die erledigten Stellen befoͤrdert werden: 1)
Die Zoͤglinge der Spezial⸗Militairschule, die in diesem Jahre
ihr Abgangs⸗Examen gemacht haben. 2) Die Zoͤglinge der po⸗
lotechnischen Schule, die in diesem Jahre in die General⸗Stabs⸗ schule aufgenommen worden sind; endlich 3) die Unteroffiziere in dem gesetzlich feststehenden Verhaͤltnisse.“ Nachdem der Ge⸗ neral Valazé seinen Antrag näher entwickelt hatte, faßte der Berichterstatter, Oberst Lamy, die Debatte zusam⸗ men, bei welcher Gelegenheit er sich mißbilligend dar⸗ uͤber aͤußerte, daß der General Leydet von einer privile⸗ girten Schule gesprochen habe. Das Wort Privilegium, meinte er, sey heut zu Tage so unpopulair, daß man sich dessel⸗ ben nur mit aͤußerster Vorsicht bedienen muͤsse. Allerdings gebe es in Frankreich noch ein Privilegium, das aber auch niemals untergehen werde, naͤmlich das Privilegium des Verdienstes, und gewiß sey der General Leydet, der allmaͤlig in der Armee hinaufgeruͤckt sey, nicht ein Privilegirter in dem Sinne, den er selbst mit diesem Worte verbinde. Der Redner beleuchtete hier⸗ auf die uͤbrigen Einwendungen, die gegen den Gesetz⸗Entwurf vorgebracht worden waren; er gab zu, daß derselbe eine Abwei⸗ chung von dem Gesetze uͤber die Stellung der Offiziere sey, je⸗ doch eine solche, wodurch nicht geradezu ein wohlerworbenes
Recht verletzt wuͤrde. Nachdem er den Entwurf in der von der
Kommission beliebten Abfassung vollstaͤndig vertheidigt hatte, be⸗
gannen die Berathungen uͤber die einzelnen Artikel desselben.
Im Courrier francçais liest man: „Die Journale spre chen seit zwei Tagen viel von dem Wiedereintritt des Marschalls Soult in das Ministerium. Auch ist von neuen Zwistigkeiten zwischen den Herren Guizot und Thiers die Rede. Wir glau⸗ ben allerdings, daß diese beiden Minister sich nicht sehr lieben; aber sie haben eingesehen, daß ein gutes Vernehmen in ihrem gegenseitigen Interesse liegt, und diese Ruͤcksicht wird noch lange uͤber alle Gruͤnde zur Eifersucht, die zwischen ihnen obwalten moͤgen, den Sieg davontragen. TZas die Ruͤckkehr des Marschals Soult betrifft, so koͤnnte dieselbe vielleicht dem Koͤnige persoͤnlich ange⸗ nehm seyn, und da die Kammer ihre Adresse und die darin aus⸗ gesprochenen Ersparungs⸗Grundsaͤtze gewissermaßen zuruͤckgenom⸗ men hat, so waͤre kein Grund mehr vorhanden, warum der Marschall mit seinen außerordentlichen Krediten nicht wieder an die Spitze des Kabinets treten sollte; aber in Bezug auf die auswaͤrtige Politik koͤnnten sich einige Inkonvenienzen heraus⸗ stellen. Der Marschall Mortier ist zu gleicher Zeit mit dem Herzoge von Wellington ans Ruder gelangt;⸗ Herr Thiers hat gesagt, daß man einen beruͤhmten Krieger gesucht habe, und es scheint, daß der Herzog von Wellington nichts dagegen einzu⸗ wenden gehabt hat. Jetzt ist man einmal an den Zustand der Dinge gewoͤhnt. Der Marschall Mortier, in die allgemeine Un⸗ verletzlichkeit der motivirten Tagesordnung mit einbegriffen, muß als ein Minister betrachtet werden, der bestimmt ist, lange im Amte zu bleiben. Wenn man ihn heute entließe, und zwar bloß, um den Marschall Soult wieder ins Ministerium zu be⸗ rufen, dessen Name weit bedeutsamere Erinnerungen weckt, so muͤßte man fuͤrchten, den Schein friedliebender Gesinnung, auf den man einen so großen Werth legt, zu verletzen.“
Der (gestern erwaͤhnte) Bericht Zumalacarreguy's an den Grafen Villemur, Kriegs⸗Minister des Don Carlos, lautet fol⸗ gendermaßen:
„⁸ „ Gefecht des 12. Dez. zwischen den Streitkraͤf⸗ ten des Generals Zumalacarreguy unddenen der Generale Cordova, Oraa und Lopez in den Ebenen von Piedramillera und Asarte.
Excellenz! Nachdem ich seit dem 7ten in der Berruesa stand, um zum zweitenmale die Kolonne des Rebellen Cordopa 9 erwar⸗ ten, der fruͤher an demselben Orte die ihm angebotene Schlacht nicht angenommen hatte, erhielt ich bestimmte Nachricht, daß sich bei sei⸗ ner Ankunft in Los Arcos die Divisionen der Generale Oraa und Lopez mit threr ganzen Artillerie und Kavallerie seinen Truppen an⸗ geschlossen haͤtten. Die bedeutenden Streitkraͤfte, die der Feind auf diese Weise zusammengezogen hatte, wuͤrden mich veranlaßt haben, neue Bewegungen zu machen, wenn ich nicht gefuͤrchtet haͤtte, ihn auf die gefaͤhrliche Lage aufmerksam zu machen, in der er sich durch unsere gegenwaͤrtige Stellung befindet; denn er bedarf aller Streitkraͤfte der Provinz, um mich zu beobachten, waͤhrend die Di⸗ vision Eraso und die Bataillone, welche Elisondo blokiren, in voller Freiheit operiren. Aus diesem Grunde faßte ich den Entschluß, ihn zu erwarten, um ihm noch einmal zu zeigen, daß unsere Soldaten, wenn auch geringer an Zahl, doch stets bereit sind, ihm alle seine Operationen theuer bezahlen zu lassen. Nachdem ich meine Truppen
auf dem Terrain, welches sich von Piedramillera bis nach der Ein⸗ stedelei von Designana und Nazor erstreckt, aufgestellt hatte, erwar⸗ tete ich gestern den Feind von S Uhr Morgens an, zu welcher Zeit er in Los Arcos angekommen war, bis um 3 Uhr Nachmittags, um welche Stunde er sich endlich nach zwei Richtungen hin in Bewe⸗ gung setzte. Die Kolonnen Cordova's und Oraa's, ungefaͤhr 8000 Mann stark, debouchirten aus dem kleinen Gehͤlze dei Sorlada, und die Kolonne des Generals Lopez, aus 2000 Mann In⸗ fanterie, 300 Nestg und drei Stuͤcken Geschuͤtz bestebend, naͤherte sich dem Schlachtfelde auf dem Wege von Muez. Waͤre es meine Absicht gewesen, sie anzugreifen, so haͤtte i dies in dem Zwischenraum von anderthalb Stunden gethan, die sie verloren, um ihre Massen zu bilden; allein da es sich darum han⸗ delte, sie bloß im Zaume zu halten, so ließ ich sie sich in Bewegun setzen und 6 ihrer Kolonnen gegen die 3 Bataillone richten, die meinen linken Fluͤgel bildeten. Obgleich diese Bataillone es mit so uͤberlegenen Streitkraͤften zu thun hatten, so vertheidigten sie doch ihre Stellung, bis sie ihre ganze Munition verschossen hatten, und verursachten dem Feinde einen Verlust, der um so bedeutender war, als seine Massen sich auf einem kleinen Terrain befanden, wo sie sich nicht entwickeln konnten. Indem ich die Lehre, die ich ih⸗ nen gegeben, dieses Mal fuͤr hinreichend hielt, befahl ich den 3 Ba⸗ taillonen von Alava, den Ruͤckzug der andern zu decken, und dehute mich selbst mit dem Rest meiner Streitkraͤfte, die wieder aus 8 Bataillonen mit der Reiterei bestanden, auf dem rechten Fluͤgel aus. Diese Bewegung erschreckte den Feind, der sich ein⸗ bildete, ein neuer Kampf beginne in seinem Ruͤcken, so sehr, daß ich einen Augenblick in Versuchung war, ihn anzugreifen, aber einsehend, daß es eher eine verwegene, als eine muthvolle Handiun waͤre, mit so uͤberlegenen Streitkraͤften den Kampf se wagen, und da uͤberdies die Nacht eingetreten war, so setzten wir uns ruhig in Marsch, um die Punkte von Zuniga, Gustiani und Vittoria zu be⸗ setzen, welche eine Marschstunde von Aserta de Mendoza liegen, wo der Feind die Nacht zubrachte. Unser Verlust war unbedeutend, denn nach den bei mir eingegangenen Meldungen hahen wir nur etwa 20 Getoͤdtete und 50 Verwundete, obgleich die Feinde Kanonen und wir deren keine hatten. Der Verlust des Feindes muß bedeutend seyn, denn nach den Berichten der Bauern hat er heute 300 Ver⸗ wundete zu Los⸗Arcos; er war den ganzen Morgen beschaͤftigt, seine Todten zu begraben, und machte keine Bewegung bis um 3 Uhr Nachmittags; um diese Zeit wandte er sich nach der Bruͤcke von Arquejas, mwo ich ein Bataillon aufgestellt hatte. Ich erwartete ferner den Feind in den Ebenen von 99 entschlossen, ihn zu vernichten, so heiß war der Muth unserer Ta⸗ pfern. Allein nachdem er alle seine Streitkraͤfte nach jenem Punkte hin gerichtet und unsere Stellung C hatte, zog er sich mit solcher Schnelligkeit zuruͤck, daß ich 2 Compagnieen absandte, um ihn in seinem Ruͤcken zu verfolgen, und in diesem vlin g. um 9 Uhr Abends, erhalte ich die Nachricht, daß er den Ruͤckzug bis zu dem Punkte fortsetzt, von wo er aufgebrochen war, und ich bleibe hier, um alle seine Bewegungen zu beobachten und alle Ge⸗ legenheiten, die sich darbieten werden, zu benutzen. — Im Haupt⸗ quartier zu Zuniga, den 13. Dezember 1834. (gez.) T. Zumalacarreguy.
Im Journal de Paris liest man: „Ein Karlistisches Bulletin, welches in Bayonne verbreitet worden ist, spricht von einem Angriff, den Cordova und Oraa am 15ten gegen Zuma⸗ lacarreguy versucht haben sollen. Diesem Bulletin zufolge, hätte jener Angriff keinen Erfolg gehabt, und die Christinos haͤtten sich mit einigem Verluste auf Estella zuruͤckgezogen.“
Die Sentinelle des Pyrenées vom 18ten d. berichtet aus Irun vom 14ten: „Der ganze Landstrich von Santona bis Santander ist der Autoritaͤt der Koͤnigin voͤllig unterworfen; in dieser Gegend giebt es keine Insurgenten und uͤberall ist die Stadt⸗Miliz organisirt. Sechs oder acht Boͤte und Trincadou⸗ ren sind zur Bewachung der Kuͤste ausgeruͤstet worden. Die Englische Fregatte „Kastor“ von 36 Kanonen, und eine Brigg der naͤmlichen Nation liegen dort vor Anker. — Gestern wurde St. Sebastian ein wenig aus seiner Ruhe aufgestoͤrt. 150 In⸗ surgenten machten einen Versuch, die Bruͤcke von San Fran⸗ cesco zu verbrennen. Einige Kanonenschuͤsse reichten jedoch hin, sie zu zerstreuen, und 300 Mann verließen die Festung, um das Feuer zu loͤschen. Einer der Karlisten wurde getoͤdtet.“
Wir lesen im Phare von Bayonne vom 16ten d.: „Es ist uns ein Privat⸗Schreiben mitgetheilt worden, dem wir Glau⸗ ben schenken duͤrfen. Dieses Schreiben berichtet, es seyen Beo⸗ schwerden uͤber die Umtriebe der Spanischen Fluͤchtlinge in Gibraltar, welche aufruͤhrerische Schriften und Proclamationen verbreiteten, bei der Englischen Regierung vorgebracht worden. Der Herzog von Wellingten habe erwiedert, daß mit dem zu⸗ naͤchst abgehenden Packetboot den dortigen Behoͤrden der Befehl zugeschickt werden wuͤrde, die zur Verhuͤtung solcher Umtriebe noͤthigen Maßregeln zu treffen, und alle diesenigen auszuweisen, die sich feindselige Handlungen gegen die Regierung der Koͤnt⸗ gin zu Schulden kommen lassen wuͤrden.“
Großbritanien und Irland.
London, 23. Dez. Ihre Majfestaͤten kehrten gestern fruͤh von hier nach Brighton zuruͤck. Vorher ertheilte der Koͤnig im St. James ⸗Palast noch dem Herzoge von Dorset eine Audienz. Der Prinz Georg von Cambridge folgte Ihren Majestaͤten, in Begleitung seines Lehrers, Herrn Wood, Nachmittags nach Brighton.
Der Herzog von Wellington gab am Sonnabend in Aps⸗ ley⸗House saͤmmtlichen fremden Gesandten ein großes Diner.
Der Franzoͤsische und der Nord⸗Amerikanische Geschaͤftstraͤ⸗ ger, der Persische und der Tuͤrkische Botschafter, der Spanische und der Portugiesische Gesandte arbeiteten gestern im auswaͤr⸗ tigen Amte, der Capitain Sir John Roß im Kolonial⸗Depar⸗ tement, Herr Frankland Lewis im Ministerium des Innern und Sir Thomas Freemantle, als Serretair, im Schatzamte.
Der Marquis von Worrester und Herr Herries statteten gestern dem Premier⸗Minister einen Besuch ab. Der Graf von