1835 / 1 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Allgemeine

eit

Staats

In einem Schreiben aus Ainhoa (Spanische Graͤnze) vom anderen angesehenen Personen, worunter Graf Roßiyn, der Pra⸗ 17. Dezember. heißt es: „Seit einigen Tagen wird die Wach⸗ sident des Geheimen⸗Rathe, Sir J. Scarlett, der Praͤsident des samkeit auf unserer Graͤnze verdoppelt. Das Beduͤrfniß an Pul⸗ Schatzkammer⸗Gerichts, Herr Croker, Herr Bonham, Herr A. ver beginnt bei den Karlisten fuͤhlbar zu werden, und dieses, oder, Baring und der Sprecher des Unterhauses, vor seiner Abreise was noch leichter ist, die Stoffe, woraus dasselbe verfertigt wird, nach Dublin einen Abschiedsschmaus. sucht man besonders in die insurgirten Provinzen einzuschwaͤrzen. Der Portugiesische Gesandte, Herr von Moraes Sarmento, Vor drei Tagen wurden von den in der Umgegend kantonniren⸗

gab vorgestern zur Feier der Vermahlung Donna Maria's mit den Militairs Ballen mit Schwefel und Salpeter weggenommen. dem Herzoge von Leuchtenberg den hier sich aufhaltenden Por⸗ Die Schmuggler warfen beim Anblick der Truppen ihre Last ab, tugiesen und anderen mit seiner Regierung in Verbindung ste und ergriffen die Flucht. Man hat hier wenig Nachrichten vom henden Personen ein glaͤnzendes Diner. Kriegs⸗Schauplatze. Die beiden wichtigen Treffen, worin die

Amtliche Nachrichten. v“ 8

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bisherigen Ober⸗Landesge⸗ richts⸗Referendarius von Tieschowiz zum Landrath des Adel⸗ nauer, den Premier⸗Lieutenant von Wimmer zum Landrath des Schrodaer und den Forst⸗Referendarius von Graevenitz zum Landrath des Wreschener Kreisss im Regierungs⸗Bezirk Posen zu ernennen geruht.

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Der Standard meldet: „Wie wir hoͤren, ist die Einla⸗

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung

zu Breslau ist der Kandidat des Predigtamts, Schwerk, als Pastor zu Paschkerwitz angestellt worden;

zu Danzig ist dem bisherigen katholischen Pfarrer zu Quaschin, Anton Kleist, die erlebigte Pfarrstelle in Lusino verliehen worden;

zu Koblenz ist der evangelische Predigtamts⸗Kandidat E. Schneegans zum Pfarrer in Bretzenheim und heim ernannt worden. b

Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der 4ten

Kavallerie-Brigade, Freiherr von Krafft II., nach Stargard

Zeitungs⸗Nachrichten. ö“

Fyankrvei ch. .“ Paris, 24. Dez. Der Pairshof entschied in seiner ge⸗ strigen Sitzung, daß er sich hinfuͤhro stets um 12 ½ Uhr ver⸗ sammeln und bis um 4 ½ Uhr zusammenbleiben wolle. Im fer⸗ neren Verlaufe seiner Berathungen uͤber diejenigen Inkulpaten, deren Freilassung der General⸗Prokurator der besseren Einsicht des Gerichtshofes uͤberlassen hat, wurden gestern wieder 33 der⸗ selben auf freien Fuß gesetzt. Unter diesen befand sich auch der ꝛc. Drevet aus Lyon, der mit 67 gegen 61 Stimmen freigespro⸗ chen wurde. Dagegen wurde die Anklage gegen den Herausge⸗ ber des „Précurseur de Lyon“, Herrn v. Roussillac, nach einer sehr lebhasften Debatte mit 74 Stimmen gegen 54 behauptet- Am Schlusse der vorgestrigen Sitzung hatte der Praͤsident ein Schreiben des Grafen v. Sesmaisons verlesen, worin derselbe ihn anzeigte, daß er an dem Prozesse keinen weitern Antheil nehmenn wuͤrde. (Man wird sich erinnern, daß er sich mit noch 4 anderen Pairs, den Herren Dubouchage, Lanjuinais, von Vogué und von Biron, fuͤr inkompetent erklaͤrt hatte) Zu Anfang der gestrigen Sitzung soll nun der Vicomte Dubouchage auf den Grund jenes Schreibens seines Kollegen einige Aufschluͤsse uͤber die fortgesetzte Anwesenheit der vier anderen dissidirenden Pairs gegeben und sich unter Anderem dahin geaͤußert haben, daß diese Pairs sich zwar der Majoritaͤt unterwuͤrfen, daß sie es aber, da sie sich, ihrer innigen Ueberzeugung nach, fuͤr inkompetent hiel⸗ 88 als ihre Pflicht betrachteten, zur Milde und Nachsicht zu

immen. .

Auf den Grund eines Immediat⸗Berichtes des Handels⸗ Ministers hat der Koͤnig eine Verordnung erlassen, wonach saͤmmt⸗ liche Mitglieder des Raths der Werkverständigen zu Lyon (Ab⸗ ftülbuns fuͤr Seiden, Waaren) pro 1835 neu gewaͤhlt werden ollen.

Der Notar Moreau tritt im hiesigen Jten Wahl⸗Bezirke, der statt des Grafen Alexander Delaborde einen Deputirten zu ernennen hat, als Kandidat des Ministeriums auf. In Ussel (Corrsze) hat sich als solcher Herr Camille Pérler gemeldet.

Vor dem hiesigen Cassationshofe kam gestern der Einspruch der Kommission zur Errichtung eines Monuments fuͤr den Her⸗ zog von Berry gegen ein Urtheil des Koͤnigl. Gerichtshofes zur Sprache, wodurch dieser entschieden hatte, daß die von dem Mi⸗ nister des Innern verordnete Abtragung jenes Monuments eine reine Verwaltungs⸗Maßregel sey, in welche die richterliche Be⸗ hoͤrde sich nicht zu mischen habe. Dieses Erkenntniß war es, welches die Mitglieder der gedachten Kommission gestern vor dem Cassationshofe anfochten. Der Advokat Mandaroux⸗Vertamy fuͤhrte ihre Sache, konnte jedoch den Gerichtshof nicht uͤberzeugen, der nach dem Antrage des General⸗Advokaten Dupin das Cassations⸗Ge⸗ such mit dem Bemerken verwarf, daß die richterlichen und admi⸗ nistrativen Functionen stets von einander getrennt bleiben muͤß⸗ ten, und daß die Versuͤgung eines Ministers im Kreise seiner Amts⸗Befugnisse allein vor dem Staats⸗Rathe anzufechten sey.

Man spricht in den hiesigen Salons viel von einem Ver⸗ lust von angeblich 4000 Louisd'or, den eine vornehme diploma⸗ tische Person bei der letzten Abend⸗Gesellschaft beim Russischen Botschafter am Whisttische erlitten habe.

Im Constitutionnel liest man: „Die Personen, welche mit Lord Granville auf vertrauterem Fuße stehen, kannten seit laͤngerer Zeit seinen festen Entschluß, den Posten eines Botschaf⸗ zters unter dem Tory⸗Ministerium nicht beizubehalten. Er hatte sogleich seine Entlassung eingesandt; erst vor einigen Tagen ist die⸗ selbe angenommen worden. Es scheint sogar, daß, wenn die gemaͤßigten Whigs schwach genug gewesen waͤren, in das jetzige Ministerium einzutreten, der Herzog von Wellington nicht ab⸗ geneigt gewesen seyn wuͤrde, dem Lord Granville vorzuschlagen, seine Functionen in Paris fortzusetzen. Dazu wuͤrde sich aber der Lord unter keiner Bedingung verstanden haben. Er wird jetzt nach England zuruͤckkehren, um die Lage der Dinge in der Naͤhe zu pruͤfen, und spaͤterhin wird er sich in Paris niederlassen. Es scheint sich uͤbrigens zu bestaͤtigen, daß die Wahl des neuen Botschafters fuͤr Paris auf Lord Stuart de Rothesay fallen wird, der England unter dem vorigen Ministerium des Herzogs von Wellington repraͤsentirte. Er ist ein Tory aus der Schule des Grafen Aberdeen. Lord Stuart wird binnen kurzem in Paris eintreffen, um uͤber die auswaͤrtige Politik des neuen Kabinettes Auftlaͤrung zu geben,? 6

Winzen⸗

Insurgenten den Kuͤrzern zogen, haben zu weit von uns stattge⸗ funden, als daß wir Details daruͤber mittheilen koͤnnten. Am 16ten hat die Garnison der Miséricorde zwei Ausfaͤlle gemacht, und die Belagerer, welche unter dem Kommando des Brigadiers Savaza standen, bis Lecaroß zuruͤckgetrieben.“

Durch eine Koͤnigl. Verfuͤgung vom 22sten d. wird angeord⸗ net, daß alle Schiffe unter Neapolitanischer Flagge, welche aus einem der Haͤfen Siciliens kommen, in Frankreich einer Qua⸗ rantaine von 30 Tagen unterworfen seyn sollen, die nur in ei⸗ nem der Lazarethe von Marseille, Toulon, Trompeloup und Ta⸗ tihou abgehalten werden darf.

Der General⸗Gouverneur von Algier hat die Anfertigung einer Liste von allen in Algier, Bona, Bugia, Mostaganem und Oran wohnenden Individuen, die sich uͤber ihren Lebensunter⸗ halt nicht gehoͤrig ausweisen koͤnnen, angeordnet. Diese Liste soll ihm noch im Laufe des Monats Dezember vorgelegt wer⸗ den, worauf er sich die Ausweisung derjenigen Personen vorbe⸗ haͤlt, deren fernerer Aufenthalt im Lande ihm mit der Ruhe und Ordnung in der Kolonie unvertraͤglich erscheint. Eben so soll kuͤnftig das Landen in den von den Franzosen besetzten Haͤfen der Nord⸗Afrikanischen Kuͤste nur solchen Personen gestattet seyn, die mit gehoͤrigen Paͤssen versehen sind. Verlangt ein Konsul die Ausschiffung eines Reisenden seiner Nation, dessen Paͤsse nicht in Ordnung sind, so muß er sich anheischig machen, die Kosten der Ruͤckreise zu tragen, falls ein solcher Reisender spaͤterhin wieder fortgewiesen wuͤrde. Bei der Ankunft eines Schiffes in Algier soll sich jedesmal ein Po⸗ lizei- Beamter an Bord begeben und sich von den Passagieren ihre Paͤsse aushaͤndigen lassen, woraugf die Franzosen sofort eine Sicherheits⸗Karte erhalten. Den Auslaͤndern wird eine solche Karte nur bewilligt, nachdem sit nachgewiesen haben, daß ihr Paß bei dem Konsulate ihrer Näütjon eingetragen worden ist.

Die Franzoͤsische Einwohnerschaft von Algier hat dem Ge⸗ neral Voikol vor seiner Abreise von dort eine golbene Medaille mit der Inschrift: „Dem General Voirol die dankbare Kolo⸗ nie“, uͤberreicht. Die Maurische Bevoͤlkerung der Stadt stellte ihm einen Ehren⸗Saͤbel zu, begleitet von einer mit zahlreichen Unterschriften versehenen Adresse, und die Araber aus der Ebene uͤbersandten ihm ein schoͤnes Gewehr.

Großbritanien und Irland.

London, 24. Dez. Ihre Majestaͤten und der Prinz Georg von Cambridge langten vorgestern Abend im Pavillon von Brigh⸗ ton an. Heute werden die Prinzessin Auguste und ihre Schwe⸗ ster, die Landgraͤfin von Hessen⸗Homburg, zum Besuch bei Ih⸗ ren Majestaͤten erwartet. Auch die Herzogin von Gloucester wird heute in Brighton eintreffen.

Zehn Tage der jetzigen Hoftrauer, und zwar vom 25sten d. M. an gerechnet, sind fuͤr den verewigten Landgrafen Wilhelm von Hessen⸗Philipsthal⸗Barchfeld, Geschwisterkind Ihrer Maj. der Koͤnigin, bestimmt.

Die Hof⸗Zeitung publizirt nunmehr in amtlicher Form noch folgende Ernennungen: Lord Granville Somerset, Herr W. Yates Peel und Herr J. Planta zu Mitgliedern des Geheimen⸗Raths; Graf von Aberdeen zum ersten Staats⸗ Secretair fuͤr die Kolonieen; Viscount Lowther zum Vice⸗ Praͤsidenten der Handelskammer und Schatzmeister der Marine; Graf De Grey zum ersten Lord der Admiralitaͤt, und ihm zur Seite die Vice⸗Admirale Sir G. Cockburn, Sir J. Beres⸗ ford und Sir Ch. Rowley nebst Lord Ashley Cooper und Herr M. Fitzgerald, als Kommissarien der Admiralitaͤt; Ge⸗ neral⸗Lieutenant Lord Ed. Somerset zum General⸗Inspektor der Artillerie, Sir Ed. Campbell zum Secretair und Herr Francis Bonham zum Magazineur des Feldzeugamts; Lord Granville Somerset zum ersten Kommissar der Forsten und Waldungen, und ihm zur Seite General⸗Major Sir B. Ste⸗ phenson und Herr A. Milne, als Kommissarien dieses De⸗ partements; Herr Alexander Baring zum Muͤnzmeister; Sir E. Knatchbull zum Zahlmeister der Armeen; Lord Ma⸗ ryborough zum General⸗Postmeister, und Oberst Alexander Perceval zum Schatzmeister des Feldzeugamts.

Die Verleihung des Hosenband⸗Ordens an den Herzog von Buccleuch ist bis jetzt noch nicht erfolgt; nur der Herzog von Grafton erhielt diesen Orden in dem letzten am Sonnabend vom Koͤnige gehaltenen Kapitel. Der Herzog von Buccleuch war nicht zu rechter Zeit in London eingetroffen, sonst waͤre derselbe auch mit dem genannten Orden bekleidet worden.

Lord Stuart de Rothesay haͤtte gestern Geschaͤfte im aus⸗ waͤrtigen Amte. 1

Der Graf von Haddington hatte gestern im Kolonial⸗Amte eine Unterredung mit dem Grafen von Aberdeen. Letzterer und der Herzog von Wellington konferirten spaͤter mit Sir R. Peel. Die Marquis von Salisbury und von Exeter und der Graf von Carnarvon besuchten den Herzog von Wellington.

Der Englische Botschafter am Oesterreichischen Hofe, Sir Frederick Lamb, ist am Sonnabend hier eingetroffen.

Der Marquis von Sligo soll naͤchstens von Jamaika zu⸗ ruͤckberufen werden; er war nur 8 Monate als Gouverneur in dieser Kolonie. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wird der General⸗Major Sir Amos Norcott, Befehlshaber der Streit⸗ kraͤfte auf Jamaika, die Functionen eines Gouverneurs versehen.

Sir Edward Sugden, der neue Lord⸗Kanzler von Irland,

gab am Sonntag Abend dem Premier⸗Minister und mehreren

dung an die Minister ergangen, sich gegen Ende dieser Woche in G einzufinden, woselbst am Freitag oder Sonnabend ein Conseil 1eggesn und die Proclamation hinsichtlich der Auf⸗ loͤsung des Parlaments angenommen werden soll. Sollten jedoch die Minister durch irgend einen Umstand verhindert werden

London zu verlassen, so wuͤrden Se. Majestaͤt Sonnabends nach dem St. James⸗Palast zuruͤckkehren und das Parlament dann bestimmt aufgeloͤst werden. Der Ausbau der von den Parla⸗ ments⸗Haͤusern stehen gebliebenen Truͤmmer wird spaͤtestens um die Mitte Januars beendigt seyn, jedenfalls also noch vor den

Schlusse der neuen Parlaments⸗Wahlen.“

Der Spectator erwaͤhnt eines Geruͤchts, als werde der Koͤnig der ersten Aufloͤsung des Parlaments eine zweite folgen lassen, wenn die Resultate der neuen Wahlen unguͤnstig ausfal⸗ len sollten; es sey jedoch, meint er, eine große Frage, ob der Herzog von Wellington oder Sir R. Peel es wagen wuͤrden,

r. Majestaͤt zu einer solchen zweiten Aufloͤsung zu rathen.

Vorbereitende Wahl⸗Versammlungen werden noch immer in allen Theilen des Landes gehalten und meist sehr zahlreich be⸗ sucht. Sowohl die Konservativen als die Reformers bieten alle ihr Kraͤfte auf, und es laͤßt sich wohl annehmen, daß man das Re⸗ sultat der naͤchsten Wahlen als sicheres Kriterion fuͤr das Ver haͤltniß der Staͤrke der beiden Parteien zu einander wird betrach⸗ ten koͤnnen. So wie der Spectator nur in der Vereinigung der Reformers zum Umsturz des Ministeriums das Heil des Lan⸗ des finden kann, so fordert auch ein „Vaterlandsfreund“ in ei⸗ ner vom Courier mitgetheilten Adresse an die Waͤhler von Großbritanien und Irland dieselben auf, nur solchen Kandidaten ihre Stimmen zu geben, die sich verpflichten, dem Tory⸗Mini⸗ sterium des Sir Robert Peel, als solchem, unbedingten Wider⸗ stand entgegenzusetzen. Unter den Parlaments⸗Kandidaten bemerkt man einen Bruder des Lord Stanley, der sich zu Pais⸗ ley, einem sehr radikal gesinnten Orte, meldet; Lord einen eifrigen Reformer, fuͤr Lancashire; Sir Edward Codring⸗ ton und Sir George Grey fuͤr den neuen Flecken Devonport wo ihm Herr Georg Dawson, der neue Secretair der Admirali taͤt, entgegentritt; den Marquis von Worcester fuͤr West⸗Glou⸗ cestershire, und den juͤngsten Sohn des Herzogs von Wellington Lord Charles Wellesley fuͤr Cheltehham. Jedenfalls wird der Wahlkampf einer der heftigsten werden, der jemals in dem ver einigten Koͤnigreiche stattgehabt.

Der Courier, der sich immer entschiedener der Opposition anschließt, aͤußert Folgendes: „Der Graf Roden ist zu einem hohen Amte berufen worden, und Oberst Perceval hat eine ein traͤgliche Stelle im Feldzeugmeister⸗Amt erhalten. Der Ober ist ein tapferer, hochherziger und ehrenwerther Mann, aber meh noch ein Exaltirter als selbst Sir Edward Knatchbull, ja man kann ihn den Ultra unter den Ultra⸗Tories und Ultra⸗Hoch⸗Kir⸗ chenmännern nennen. Diese Ernennungen koͤnnen vom Land nicht mißverstanden werden. Sie bezeichnen bestimmt den Cha⸗ rakter der Regierung Sir Robert Peel's viel entschiedener noch als seine Adresse. Wir haͤtten von der bekannten Maͤßigung des ehrenwerthen Baronets und seiner Vorsicht erwartet, daß er⸗ einen andern Weg einschlagen und daß er bei der Frage uͤbe die Kirchen⸗Reform sich in der mittleren, nicht aber i der aͤußersten Richtung halten wuͤrde. Statt dessen abe ist er gaͤnzlich in das Feldlager der Rodens, Stormont und Sullivans uͤbergegangen. Den Patron der Orangiste nimmt er unter seine Rathgeber auf. Daher muͤssen wir 'jetz wie sehr wir auch den Privat⸗Charakter Sir Robert Peel's und dessen ethhee im Allgemeinen achten moͤgen, gegen ein Ministerium in Opposition treten, welches zum Theil aus Maͤn nern besteht, die bei einigen der letzten Orangistischen Auftritt so bedeutende Rollen gespielt haben und daher nothwendigerweise von den Grundsaͤtzen der Orangisten durchdrungen seyn muͤssen. Zu vermuthen, daß Ultra's von solchem Stempel Reformer und noch dazu Reformer der Kirche werden koͤnnten, heißt vermuthen, was sich selbst widerspricht. Jede Regierung aber, welche einer durchgreifenden Reform der herrschenden Kirche in Irland wi⸗ derstrebt, mag sie nun von Lord Melbourne oder von Sir Ro⸗ bert Peel geleitet werden, stemmt sich dem entgegen, was vor allen Dingen wuͤnschenswerth und wesentlich nothwendig ist.

Das Diner, welches der Lord⸗Mayor gestern Abend im Mansion⸗House den neuen Ministern gab, fand in der zu die⸗ sem Zweck aufs glaͤnzendste dekorirten Aegyptischen Halle stat und war sehr zahlreich besucht. Da den ganzen Tag uͤber in der City wegen der Versammlung in der London⸗Tavern ein große Aufregung herrschte, so hatte man geglaubt, es wuͤrde sich eine große Volksmenge um das Mansion⸗House versammeln, aber die Kutschen der anlangenden Gaͤste konnten ungestoͤrt pas⸗ siren, denn es hatten sich nur wenig Menschen auf den Straße eingefunden, und man konnte nicht unterscheiden, ob der Beifall oder das Zischen beim Aussteigen der Minister uͤberwiegend war. Im Ganzen benahm sich das Volk ziemlich anstaͤndig. Bei dem Diner herrschte die vertraulichste und harmonischste Stimmung, und alle Gaͤste schienen, wie die Times be⸗ richtet, mit Zuversicht dem Ausgang der jetzigen Krisis entgegen zuschauen. Sir Robert Peel wiederholte in einer kraͤftigen und Faacg Rede, was er in seiner Adresse an die Waͤhler von Tamworth versprochen, daß er alle Mißbraͤuche, die einer Abhuͤlfe beduͤrfen, zu beseitigen bemuͤht seyn und stets den Geist der Zeit werde. Er machte auf die Ruhe aufmerksam, die uͤberall im Lande herrsche, und folgerte daraus, daß man de