— . 8 Armutb, Hunger und Pest, auch noch von dem fuͤrchterlichen Elend des Buͤrgerkrieges, des Blutvergießens und Mordes heimgesucht werden, oder sou die christliche Kirche, um der Habsucht Genuͤge zu thun, durch Menschenopfer auf dem Altare des Moloch unterstuͤtzt werden? Ich fordere von Ihnen, Sir, Gerechtigkeit fuͤr mein Va⸗ terland, ich fordere von Ihnen, als Premier⸗Mine ster Englands, als Staatsmann und als Christ, die augenblickliche Anwendung Ihrer Amtsgewalt. Ich habe die Ehre u. w. 8 Michael M'Kenna. An den sehr ehrenwerthen Sir Robect Peel u. s. w.“ Hierauf antwortete Sir R. Peel:
„RMein Herr! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ih⸗ res Schreibens vom Listen anzuzeigen. Das Ministerium Sr. Maj. hatte schon fruͤher einen Bericht uͤber das sehr beklagenswerthe Er⸗ eigniß erhalten, worauf Ihr Schreiben sich bezieht, und hat die ihm noͤrbig scheinenden Anordnungen getroffen. Ich habe die Ehre u. s. v.
Robert Peel. An Herrn Michagel M'Kenna in Dublin.“
Die Untersuchung uͤber die Vorfaͤlle bei der Zehnten⸗Ein⸗ treibung zu Rathecormac in Irland hat besonnen und wied eifrigst fortgesetzt. Es ergiebt sich aus den Zeugen⸗Auesagen, daß unter dem Volke die Meinung verbreitet worden war, die Soldaten haͤtten keine scharfe Patronen, und daß daher die Bauern ihren Widerstand zehn Minuten lang sortsetzten und sogar auf die Gewehre der anruͤckenden Soldaten mit ihren Staͤcken schlugen, bevor Feuer gegeben wurde. Ja, selbst als die ersten vier Verwundeten niederstuͤrzten, sollen die uͤbrigen Bauern geglaubt haben, es sey dies nur Folge des Schreckens gewesen. Daß der kommandirende Offizter so wie die Soldaten den moͤglichsten Langmuth bewiesen haben, scheint sich klar zu ergeben. Die Aufregung, welche das Ereigniß hervo brachte, ist indeß so groß, daß man der Beendigung der Untersuchung gespannt entgegensieht.
Der Sunday Herald will wissen, Lord Brougham habe an Herrn O'Connell geschrieben und ihn gewarnt, in Allem, was er sage und schreibe, auf seiner Hut zu seyn, denn man laure auf eine Gelegenheit, ihm das Handwerk zu legen.
Ein Korrespondent der Dubliner EveningPost mel⸗ det, daß der Archidiakonus Ryder am letzten Sonntag von vier bewaffneten Dragonern nach der Kirche von Gortreoe, in deren Naͤhe der mehrerwaͤhnte Zehnten⸗Kampf stattgefunden hatte, be⸗ gleitet worden sey. Zur Unterstuͤtzung der Wittwen und Wai⸗ sen der bei jener Rauferei Erschlagenen ist eine Subscription er⸗ öͤffnet worden. Herr Hudseon, ein benachbarter Geistlicher der bischöͤflichen Kirche, unterzeichnete mit 5 Pfd. und Lord Clon⸗ curry mit 30 Pfd.
Lord Ellenborough hat, als Praͤsident der Ostindischen Kon⸗ trolle, die beiden neuen Bischofssitze von Madras und Bombay, welche noch vakant sfind, und mit deren jedem ein Gehalt ven 2500 Pfund verbunden ist, zu vergeben.
Gestern gegen Adend brachte ein Expresser aus Falmonth die Nachricht nach London, daß das Schiff „Espoir“, welches Lis⸗ sabon am 22. Dezember verlassen hatte, dort angekommen sty, und daß sich, nach der Aussage der Sch ffs⸗Mannschaft, in der Spa⸗ nischen Provinz Galizien an der Portugiesischen Graͤnze eine Karlistische Bewegung gezeigt habe, so daß die Portugtesischen Truppen aus der Previnz Minho nach der Graͤnze hin beordert worden seyrn. Mit dem genannten Schiff ist die Thron⸗Rede hier eingegangen, welche die Koͤnigin Donna Maria am 18. d. M. beim Schluß der diesjaͤhrigen Certes⸗Session gehalten hat. (S. Portugal.)
An der heutigen Boͤrse wollte man wissen, daß jene Nach⸗ richt von Karlistischen Unruhen in Galizien sehr uͤbertrieben worden sey. Sie hatte anfangs die Spanischen und Portugie⸗ sischen Fonds zum Sinken gebracht, zeigte sich aber bald als etwas sehr Unbedeutendes. Spanische waren auf 52 ½ gefallen, Portugiesische auf 85 ½8, schlossen aber, erstere zu 53 ¼ à *, letztere zu 85 ¼ à 86 ½.
Ein Privat⸗Schreiben aus Calcutta vom 2. September meldet, daß das Wetter sehr guͤnstig gewesen und viel Regen 8 seyp, und daß man die Indigo⸗Aernte auf 100,000 K;ͤͤrbe schaͤge.
— — London, 30. Dez. Die Proclamation in Bezug auf die Aufloͤsung des Parlaments erscheint in dem heutigen Regierungs⸗Blatte, und somit faͤngt das neue Jahr mit Kampf und Streit an, ohne daß sich auch nur im entferntesten vorher⸗ bestimmen ließe, ob das Resultat zur unmittelbaren Veruhigung des Landes oder zu neuen Unruhen Anlaß geben wird. Dasß die Minister nicht anders handeln konnten, laͤßt sich leicht erklaäͤ⸗ ren; aber gleichwohl ist es gewiß, daß sie ein Großes wagen. Denn sollte die Entscheidung des Landes gegen die Verwaltung ausfallen, bevor dieselbe noch Gelegenheit gehabt, ihre Plaͤne zu entwickeln, so koͤnnte dies fuͤr ein NendesahgUrihen der gan⸗ zen Tory⸗Partei gelten, obgleich es wahrscheinlich nur die Folge des Mißtrauens waäͤre, welches die Verbindung der Ultra Tories mit dem Kabinette verursacht. Der Herzog und Sir Robert Peel wollten sich durch die Aufnahme derselben so zu sagen die rechte Flanke decken; aber gerade dadurch, daß sie Maͤnner, welche bisher gegen alle Verbesserungen waren, befriedigt zu haben scheinen, werden die Besorgnisse Aller erregt, welche Verbesse⸗ rungen in Kirche und Staat erwarten, besonders aber bei den Katholiken und Nonkonformisten, gegen welche jene sich all⸗ zeit so feindselig bewiesen haben. Unter andern sollen die Herren Lefroy und Shaw zu Mitgliedern des Irlaͤndischen Geheimen⸗Raths ernannt worden seyn, Maͤnner, die auf pro⸗ testantischer Seite beinahe so heftig gewesen sind, als O'Connell auf der katholischen, und deren Gegenwart im dortigen Kabinette bei den Katholiken gewiß eben so große Besorgnutsse erregen wuͤrde, als die Gegenwart dieses Demagogen im Ministerium bei den Protestanten erregen muͤßte; und zwar um so mehr, als Herr Goulburn, der Minister des Innern, ebenfalls als Ultra⸗ Protestant bekannt ist. Die Whigs dedienen sich natuͤrlich aller dieser Umstaͤnde, um den Argwohn des Volks gegen die redlichen Absichten des Ministeriums zu erregen. Es sind dieselben Personen, sagen sie, welche zu sagen pflegten: Zeigt uns, wo etwas Fehlerhaftes an der Verfassung ist und wir wollen es beseitigen, zugleich aber das, was alle Welt als sehlerhaft erkannte, als Schoͤnheit und Vollkom⸗ menheit priesen, den rotten boroughs das Wahlrecht behaupte⸗ ten und es den groͤßten Staͤdten verweigerten. Hierdurch ver⸗ einigen sie denn alle Klassen der sogenannten Reformer in eine allgemeine Opposition gegen die Tories, und auf diese Weise — so unbeauem ihnen auch spaͤter die Allianz mit den Radikalen fallen duͤrfte — mag es ihnen wohl gelingen, eine Mehrheit gegen die Regierung zu erhalten. Freilich fehlt es der letzteren auch nicht an einem großen Anhang. Nebst der zahl⸗ und ein⸗ flußreichen Klasse der wirklichen Tories, schließt scch Alles an sie an, was der Aufregung muͤde ist, und Ruhe und Sicherheit des Eigenthums allen Reformen vorzieht, ja sogar der Hoffnung lebt, daß sie mitten in dieser Ruhe und Sicherheit die nothwen⸗ digsten Reformen nicht vernachlaͤssigen werde; dann die sehr große Anzahl der bisher schwankend gewesenen Expektanten in
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der Kirche, im Advokatenstande, beim Militair wie in andern Faͤchern, die sich nun versichert glauben, daß am Ende bei der Tory⸗Partei die Gewalt des Staates eher permaniren werde, als bei den Whigs. Dieses zeigt sich klar aus den vielen Dank⸗ Adressen, welche aus allen Gegenden des Landes an den Koͤnig ergangen; besonders an den 5 — 6000 Unterschriften, welche die loyale Adresse der City erhalten, wie sie in der gestrigen Times in 24 Spalten der Laͤnge nach aufgefuͤhrt erschei⸗ nen. Es ist freilich keine sehr große Anzahl im Ver⸗ hältnisse zu der Masse der Bevoͤlkerung der Hauptstaͤdt; aber es finden sich darunter eine sehr große Anzahl der reichsten und angesehnsten Maͤnner der Stadt, auf deren Unterstuͤtzung jede Regierung stolz seyn duͤrfte; und — was mehr — sie sinden sich nicht, wie die Namen eines Grote, Prescott, Crawfurd, Grenfell und anderer achtbarer, Reformer, in Verdindung mit solchen, deren Gesellschaft Niemanden Ehre macht. — Cobbett hat in seinem letzten Stuͤck des „Registers“ einen in seiner be⸗ kannten poͤbethaften Weise abgefaßten Brief an Sir Robert Peel als Kommentar auf dessen ministerielles Mantfest abdrucken lassen. Nachdem er dasselbe Paragraphweise zergliedert und gezrigt hat, daß alles, was Sir Robert darin verspricht, die Na⸗ tion nicht befriedigen wuͤrde, koͤmmt er auf den letzten Punkt, velcher bei dem allzemeinen Lärm von Jedermann fast uͤbersehen worden: den oöͤffentlichen Kredit und die Finanzen. Er vergleicht hier Sir Robert's Sprache mit der von Pitt und schließt mit folgenden Worten. „Leider aber, mein Herr! Pitt setzte Papier in Umlauf; Sie ziehen es ein; Pitt hatke Waizen zu 15 Schil⸗ linge das Bushel; Sie haben es zu 5. Pitt wurde dem Staat entnommen, als der schwachkoͤpfigen Thoren sinkender Fonds die Schuld nur auf 400 Millionen wachsen sah, waͤhrend der Wai⸗ zen 15 Shillinge galt; Sie haben eine Schuld von 800 Mil⸗ lionen und fuͤr den Waizen nur 5 Schilling. Pitt befand sich mitten in einem ruͤhmlichen, kopfverwirrenden Kriege, und harte uns mit dem Frieden Auessichten von endloser Gluͤckseligkeit vor⸗ zuhalten; Sie stehen am Ende eines zwanzigjaͤhrigen Friedens, und haben uns kein Gluͤck zu verspiechen, als etwa solches, das aus einem neuen Kriege entspringen koͤnnte! Hier liegt Ihre wahre Schwierigkeit. Heer ist das Ungeheuer, welches, wenn Sie ihm nicht begegnen, und enischlossen sind, es zu uͤber⸗ winden, in nicht langer Zeit Sie uͤberwinden wird.“ Damit es dem Minister indessen nicht zu leicht werde, das Ungeheuer zu uͤber⸗ winden, kuͤndigt er ihm an, daß er so eben ein Buͤchlein heraus⸗ gegeben hat, „in rothem Leder gebunden, Preis 16 Pence, das jeder Tageloͤhner in seiner Westentasche tragen kann, unter dem Titel: Cobben's Vermaͤchtniß an die Tageloͤhner; oder was fuͤr ein Recht haben die Lords, Barsnets und Squires auf Grundstuͤcke in England vor anderen Leuten voraus? Mit einer Zuschrift an Sir Robert Peel.“ Dies, faͤhrt er fort, sey ihm abgezwun⸗ gen worden durch die Beistimmung, welche Sir Robert und der Herzog von Wellington der Armenbill gegeben haͤtten, und er werde diesen Krieg gegen allen Besitz so lange fortsetzen, bis durch die Widerrusung jenes Gesetzes den Armen das Ihrige zuroͤckzegeben worden. — Abends. Das Parlament ist wirk⸗ sich aufge oͤst; und die Versammlung des neuen Parlaments auf den 19. Februar festgesetzt; vor dem Ende Januars jedoch wer⸗ den alle Waͤhlen beendigt seyn. ““
Deutschland.
Leipzig, 2. Jan. Zufolge der mit Anfang des Jahres erschienenen Listen sind im verflossenen Jahre in unserer Stadt 238 Paare getraut, 1314 Personen geboren worden und 1294 verstorben. Unter den Geborenen befinden sich 670 maͤnnlichen und 644 weiblichen Geschlechts, 13 Paar Zwillinge, 229 unehe⸗ liche Kender und 73 Todtgeborne (darunter 22 Uneheltche). Im
Vergleich mit dem Jahre 1833 sind 183 weniger verstorben und
13 mehr geboren. Selbdbstentleibungen werden 3 gezaͤhit; dagegen belaͤaft sich die Zahl der verungluͤckten und umgekommenen Per⸗ seonen auf 9. An Schlagfluͤssen starben 54 Personen, an den Blattern 2.
Aus Hartha wird unterm 31. Dez. geschrieben: „Gestern Abend gegen 8 Uhr brach hier ein Feuer aus, welches binnen kurzem 16 Gebaͤude (darunter eins aus dem angraͤnzenden Dorfe Reinhardsthat) gänzlich zerstoͤrte und mehrere andere zum Theil bedeutend beschaͤdigte. Zwei Knaben, in dem Alter von 8 und 13 Jahren, kamen in den Flammen um. Der nur am Mobi⸗ liar verursachte Schaden wird vorlaͤufig auf 5000 Rthlr. an⸗ geschlagen.“
Muͤnchen, 1. Jan. Am 28. Dez. hatten die Portugiesi⸗ schen Abgeordneten eine Audienz bei Sr. Maj. dem Koͤnig. Am naͤmlichen Tage eilte der Franzoͤsische General Graf Montes⸗ quiou als Courier von Wien nach Paris durch Muͤnchen.
Dem Vernehmen nach wird Se. Hoheit der Herzog von Leuchtenberg nur von seinem ehemaligen Erzieher, dem Grafen Mesean, und einem Secretair nach Lissabon begleitet werden, und Beide werden in einigen Monaten nach Muͤnchen zuruͤck, kehren. .
3 Die zum Vollzug des Gesetzes uͤber die Errichtung einer Bayerischen Hypocheken⸗ und Wechsel⸗Bank ernannte Kommis⸗
sion macht zur Beantwortung mehrerer Anfragen bekannt, daß
das Gesetz nur die Haupt, Bestimmungen enthaite, die weitere Ausfuͤhrung aber den Statuten vorbehalten habe, zu deren Be⸗ rathung die Actionairs, deren bereits mehrere ihre Beitritts⸗ Erklaͤrung uͤbergeben haben, berufen werden sollen, sobald eine genuͤgende Anzahl vorhanden seyn wird. Einstweilen wird aber erklaͤrt, daß die Actien auf 500 Fl. festgestellt, in den vorzuͤg⸗ lichsten Staͤdten des Koͤnigreichs Filial⸗Banken errichtet und Einleitungen zur Erhebung der Zinsen und Dividenden auf den großen Handelsplaͤtzen des Auslandes getroffen werden, zu welchem Geschaͤfte schon mehrere der vorzuͤglichsten auswaͤr⸗ tigen Handelshaͤuser sich bereit erklaͤrt haben. Die Kommis⸗ sion macht darauf aufmerksam, wie dieses Institut nicht nur wohlthaͤtig in Interesse des Gutsdesitzers und der Gewerbe, und zur Wiederbelebung des so sehr gesunkenen Pri⸗ vat⸗Kredits sey, sondern auch den Geldbesitzern eine vollkommen sichere und vortheilhafte Kapital⸗Anlage biete. Selbst den Fonds nur zu 10 Millionen angenommen, so stehen, nach Befriedigung des naͤchsten Bedarfs der Gutsbesitzer, der Bank noch 4 Millio⸗ nen, und nach Abzug des zu behaltenden Kassen⸗Vorraths von einer Million, noch 3 Milkionen baar und 4 Millionen in un⸗ verzinslichen Banknoten, also 7 Millionen (ohne die wahrschein⸗ lich sehr zahlreichen Darleihen) zu Gebote, womit sie andere vor⸗ theilhafte Wechselgeschaͤfte betreiben kann. Den Gewinn aus diesen auch nur auf 6 pCt. gerechnet, waͤhrend die Zinsen der Hypotheken⸗ Darlehen schon mit 4 pCt. gedeckt sind, ergiebt sich immer eine ansehnliche, und um so myhr gesicherte Dividende, als der Bank durch das Gesetz die prompteste Execution, deren
Nodalitaͤten sie selbst festsetzen darf, zugesichert ist. Die Kom⸗ mission wird naͤchstens jene Commissaire bezeichnen, bei welchen die Subscriptionen zum Beitritt angemeldet werden koͤnnen.
as erste Batatllon des Koͤnigl. Bayerischen 10ten Linie
Infanterie⸗Regiments ist am 21. Dez. auf 8 Schiffen, von dem Koͤnigl. Griech. Marine⸗Lieutenant Raphtis gefuͤhrt, in 5 Ta⸗ gen von Navar⸗n in Triest eingetroffen, und wird nary a gehal⸗ tener Quarantaine seinen Ruͤckmarsch nach Bayern antreten. Augsburg, 29. Dez. h schen Beobachtungen bekannte Dom⸗Kapitular Stark hat unterm heutigen Tage Folgendes publizirt: „Heute gestattete seit Langem wieder einmal der heitere Himmel einen freien Anblick der Sonne, auf welcher drei Flecken⸗Gruppen zu sehen waren, wovon die erste in der noͤrdlichen Sonnenhaͤlfte schon nahe am westlichen Rande, und nur zwischen 5, ,0 bis 6, 3 von demseiben entfernt stand; die zweite befand sich in der suͤdlichen Sonnenhaͤlfte und zwischen 10, 7, und 11, ,2 von demselben westlichen Sonmen, rand ab: die dritte war nur 12, 7 vom oͤstlichen Sonnenrtam entsernt, aber so schwach, daß man eine mittlere und mehre kleine Oeffaungen kaum von der sie umgebenden Untiefe. unte cheiden konnte. Dafuͤr aber zeichnete sich in der zweiten Grupy eine große Oessnung aus, die ungefaͤhr 18“ im Durchmesse hielt, was 1803,24 geographische Meilen betraͤgt; und ie selbe, einige Abweichungen ungerechnet, beinahe kreisfoͤrmig wa so nahm sie einen Flaͤchenraum von 2,553,851 geographischn Meilen ein. Außer dieser großen Oeffnung enthielt diese Grupg noch eine mittlere und drei kleine Oeffnungen. In dec obe erwaͤhnten ersten Gruppe aber sah man zwei Untiefen, in der westlichere dret mittlere fast ganz vereinigte und zwei kleine OR nungen enthielt; die nur 1, 3 davon entfernte östlichere Untis enthielt eine große und eine mittlere Oeffnung, die ebenfal ganz nahe bei einander standen; außerdem befanden sich not zwischen beiden Untiefen einige kleine Oeffnungen. Das Ban meter stand auf 27“, 2 % 0, eine Hoͤhe, bis zu welcher es diesem Sa Jahre nicht sich erhob; und heute 5 Uhr fruͤh denn die Kaͤlte uͤber 10 einen halben Grad, da der Thermometer se in Nord 10, 5 Grad R. unter dem Gefrierpunkte stand; m.
2 Uhr Mittags aber stand derselbe auf 7, 3 Grad unter des z
zekrierpunkte, und ein gleich harmonirendes suͤdlich frei gege Seee zeigte eintah. 2 Grad Waͤrme ober dem Gefeia unkte.“ 1 Darmstadt, 31. Dez. Vorgestern Abend starb hier me kurzem Krankenlager, Hr. Dr. Schwabe, Großherzogl. Hof evang. Praͤlat, Mitglied der lsten Kammer der Staͤnde, Oupa intendent der Provinz Starkenburg, Ober⸗Prediger der Re denz Darmstadt ꝛc., bekanntlich vor noch nicht zwei Jahren e von Weimar auf diesen Posten hierher berufen. ” Am 26. Dezember haben Se. Koͤnigl. Hoheit der Grc herzog dem zweiten Praͤsidenten des Ober⸗Appellations⸗ und Ca sations⸗Gerichts, Dr. Franz Joseph v. Arens, den Charakne eines Wirklichen Geheimen Raths mit dem Praͤdikat Excellen und dem Geheimen Kabinets⸗Secretair Andreas Schleiermach den Charakter eines Geheimen Raths verliehen.
Spanien.
Madrid, 20. Dez. Ihre Majestäaͤt die Koͤnigin hat; stern in einer Privat⸗Audtenz die Botschafter Englands umf Portugals und den Daͤnischen Geschaͤftstraͤger empfangen. De Botschafter Englands hat der Koͤnigin ein Schreiben seim Souverains, und der Daͤnische Geschaͤftstraͤger ein Schreiba der Koͤnigin von Daͤnemark uͤberreicht, welche Ihrer Majest fuͤr die Uebersendung der Insignien des Marie⸗Louisen⸗Orda dankt. Der Botschafter Portugals hat Ihrer Majestaͤt die 9.
signien der Orden Portugals uͤberreicht, welche die Koͤnigin Donne
Maria an Isabella II. uͤbersendet.
8 — 2.Nlache Blaͤtter enthalten folgende Privat⸗M. theilung aus Madrid vom 20. Dezember: „Die Prekuradore nahmen heute mehrere Reductionen mit dem Budget der aus waͤrtigen Angelegenheiten vor. So wurden von dem bisherig Gehalte des Spanischen Botschafters in Paris, welches 600,0 Realen (150,000 Fr.) betrug, 100,000 Realen abgezogen. Ehe so reducirte man die Gehalte des uͤbrigen in Paris angestellte Gesandtschafts Personals. Beibehalten wurde dagegen das G halt des Spanischen Gesandten in London mit 360,000 ; len. Das Gehalt des interimistisch in Lissabon beglaubist Botschafters, Herrn Perez de Tastro, kuͤrzte man ebenfiu um 40,000 Realen, behielt dagegen die Gehalte unserer dih matischen Agenten in Washington, Rio⸗Janeiro und Griecha land bei, nachdem vergeblich versucht worden war, die letzla Function in ein bloßes General⸗Konsulat zu verwande Als man hierauf an die 70,000 Realen kam, welche fuͤr eim Agenten in Rom beantragt wurden, fragte der Graf de le Navas, welcher Art diese Agentschaft sey? Herr Martine de la Rosa entgegnete, sreilich habe der Papst, als wellle Macht betrachtet, die Koͤnigin Isabella noch nicht anerkang allein, obwohl man niemals eine solche Anerkenvung erbetne werde, so glaube er doch, man muͤsse durch Beibehaltung ein solchen Agenten seine Willfaͤhrigkeit beurkunden, die diplomu schen Verhaͤltnisse mit dem Roͤmischen Hofe wieder anzuknuyse Zwar erinnerte Herr Arguelles an das energische Verfahrn welches vor 100 Jahren von Philipp V. gegen den Roͤmische Hof beobachtet worden sey und denselben, da er eben so wie jetzt die erkennung verweigert, zur Nachgiebigkeit gezwungen habe; sein No langen, daß man diesem Beispiele folgen solle, war jedoch vergeble Nachdem Herr Martinez de la Rosa darauf noch einmal merkt hatte, man duͤrfe sich mit dem Haupte der Christenh nicht geradezu erzuͤrnen, sondern muͤsse ihm die verweizge Anerkennung der Koͤnigin Isabella zu Gute halten, da die Weigerung nicht die Absicht zu Grunde liege, Spanien zus leidigen, dieselbe vielmehr nur dem Einflusse anderer Hoͤfe bei messen sey, wurden die 70,000 Realen fuͤr den Agenten in Re bewilligt. Ein aͤhnlicher Beschluß wurde dann in Betreff Neapolitanischen Hofes gefaßt, indem man bemerkte, daß, ohwe derselbe ebenfalls die Koͤnigin noch nicht anerkannt habe doch schicklich sey, die Verbindung mit demselben nicht ganz! zubrechen, weil dort die Mutter der Regentin residire.
— Die Allggemeine Zeitung berichtet in einem Schrelb
aus Turin vom 21. Dezember: „Wir haben Briefe aus 2 celona, die keine erfreulichen Aussichten fuͤr die Koͤnigin⸗Reg tin eroͤffnen. Es heißt darin, daß die Bevoͤlkerung von Mh das groͤßte Mißvergnuͤgen uͤber das Betragen der Regentin ßere, und daß einflußreiche Personen die Nothwendigkeit einsaͤh sie entweder gaͤnzlich von den Geschaͤften zu entfernen, oder! einen Regentschafts⸗Rath beizugeben, um unter den gegenmim en schwierigen Umstaͤnden nicht ohne eine thaͤtige und kräßt Ueitun zu bleiben. Mehrere Proceres sollen sich offen gegen Koͤnigin ausgesprochen haben, und auf dem Punkte stehen, 9 Motion zur Errichtung einer neuen Regentschaft zu ma Die Koͤnigin hat von diesem Vorhaben Kunde, und soll darn sehr bestuͤrzt seyn. Ihre Freunde und Anhaͤnger wuͤnschen, die⸗ drohende Gefahr abzuwenden; allein die besten Rathschlaͤge den bei der Durchlauchtigen Frau kein denn wenn, leich Scharffinn genug besitzt, um ihre Lage zu beurtheil 1 ist sie doch andererseits leidenschaftlich und unbesonn
Der hiesige, durch seine astronome
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bemnach einer klugen Handlungsweise durchaus unfähig. Es waͤre also moͤglich, daß naͤchstens eine wichtige Veraͤn⸗ berung in Spanien vorginge, und daß die Koͤnigin⸗Regen⸗ tin vermoche wuͤrde, das Land zu verlassen, oder daß sie tinen Mitregenten erhielte. Sollte Letzteres der Fall seyn, so zuͤrfte der Infant Don Francisco, der sehr populair ist, be⸗ rufen werden, die Leitung der Regierung mit zu uͤbernehmen. — In Catalonien herrscht seit Llauders Abberufung große Gaͤhrung, und man fuͤrchtet eine Explosion. Der neue Gene⸗ rabCapitain wird mit mehr Schwierigkeiten als sein Vorgaͤnger u koͤmpfen haben, denn Llauder war von den Cataloniern ge⸗ achtet, wenn auch nicht geltebt. Der Eintritt der schlechten Jahreszeit soll sich sehr nachtheilig fuͤr die militairischen Opera⸗ nonen in Navarra anlassen; die Artillerte, die vorzuͤgliche Waffe der Christinos, ist bei den schlechten Wegen nicht fortzubringen, und insofern befinden sich die Karlisten im Vortheil. Der Re⸗ gen fiel stromweise in ganz Spanien, und hatte in Valladelid, Sevilla, Gibraltar große Verheerungen angerichtet. In letztge⸗ nannter Stadt wurden durch die Regenguͤsse Felsenstuͤcke losge⸗ rissen, die einige Haͤuser verschuͤtteten. — General Van Halen, der einen Streifzug gegen Aragonien hin gemacht hatte, ist fast von Truppen entbloͤßt zuruͤckgekehrt. Es scheint, daß die Karli⸗ stischen Partetgaäͤnger ihm an Geschicklichkeit oder Truppenzahl uͤberlegen waren.“ 9
Portugal.
eissabon, 13. Dez. Die Lissaboner Zeitung theilt den Heiraths⸗Vertrag zwischen der Koͤnigin Donna Marta und dem Herzoge von Leuchtenberg mit; derselbe lautet folgen⸗ dermaßen:
„Nachdem die Unterzeichneten: Ildesonso Leopold Bayard,
Ritter des Christ⸗Ordens ꝛc. durch Ihre Maj. Donna Maria II., Koͤnigin von Portugal und Algarbien, hierzu ernannter und u diesem Ende ermaͤchtigter und mit den gehoͤrigen Vollmachten versehener Minister⸗ Kommissar; und der Graf Stephan Mejean, Kammerherr Sr. Maj. des Koͤnigs von Bayern ꝛc. durch Se. Koͤnigl. Hoh. den Prinzen August Karl Eugen Napoleon, Her⸗ zog von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstaͤdt, ersten erblichen Pair des Koͤnigreichs Bayern, ermaͤchtiget und mit Vollmachten versehen, sich versammelt haben, um die Bedin⸗ gungen der durch Se. Kaiserl. Maj. den Herzog von Braganza, als Regenten Portugals, zwischen der sehr hohen und sehr maͤch⸗ tigen Seüora Donna Maria II., Koͤnigin von Portugal und Algarbien, Tochter Dom Pedro's, Kaisers von Brasilien und Koͤnigs von Portugal, Herzogs von Braganza, und der Kaiserin Karoline Josephine Leopoldine, Erzherzogin von Oesterreich (die Gott in seiner heiligen Gluͤckseligkeit haben wolle), und Sr. Koͤnigl. Hoheit dem sehr edeln und Durchlauchtigsten Prinzen August Karl Eugen Napoleon, He Ps von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstaͤdt, Sohn Sr. Koͤnigl. Hoheit des sehr hohen und Durchlauchtigsten Prinzen Eugen Napo⸗ leon, Feesat von Leuchtenberg, seligen Andenkens, und der sehr hohen und Durchlauchtigsten Frau Auguste Amalie, Koͤnigl. Prinzessin von Bayern, entworfene Vermaͤhlung zu beschließen und sesczustellen. MNachdem der Minister⸗Kommissar J. Majestaͤt der Koͤ⸗ nigin von Portugal und Algarbien erklaͤrt hat: daß besagte Koͤ⸗ nigin alle in Betreff dieser Vermaͤhlung durch ihren erlauchten Vater, den Herzog von Braganza, der, mit ihrer Bewilligung und Uebereinstimmung ihr Se. Koͤnigl. Hoheit den Prinzen Au⸗ aust Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstaͤdt, wegen der hohen Meinung, die er von den Tugenden und edlen Eigenschaften dieses Prinzen, und ebenfalls aus seiner festen Ueberzeugung, daß dieser Prinz nicht nur seine erlauchte vielgeliebte Tochter gluͤcklich machen, sondern auch zur Wohlfahrt der Portugiesischen Monarchie und zur Befestigung der von Sr. Kaiserl. Maj. verliehenen Institutionen beitragen wuͤrde, zum Gemahl bestimmt hatte, getroffenen Anordnungen genehmigt und bestaätiget habe; und nachdem besagter Minister bezeugt hat, daß Ihre Majestaͤt die Koͤnigin, seine erlauchte Sonverainin, kraft der vollen Ausuͤbung der Rechte, die ihr durch die Gnade Gottes und durch die Constitution der Mo⸗ narchie zustehen, welche Ausuͤbung ihr durch die allgemeinen und außerordentlichen Cortes der Portugiesischen Nation, nach⸗ dem sie das Alter der Großjaͤhrigkezt erreicht, uͤbertragen und ferner, kraft der durch besagte Cortes bewilligten Dispensation ermaͤchtiget worden, sich mit einem fremden Prinzen zu vermaͤh⸗ len, beschlossen hatte, besagten Minister⸗Kommissar nach Muͤnchen zu senden, um mit dem Kommissar, der in jener Hauptstadt durch Se. K. Hoh. den Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz die Bedingungen ihrer Vermaͤhlung mit dem Prinzen abzuschließen und zu unterzeichnen, sind besagte Kommissare, nachdem sie ihre Vollmachten ausgewechselt, uͤber solgende Arii⸗ kel uͤbereingekommen;
Art. 1. Die durch Se. Kaiserl. Maj. den Herzog von Braganza vorgeschlagene, durch Ihre Maj. die Koͤnigin von Portugal und Algarbien Donna Maria II. zwischen besagter Koͤ⸗ nigin und Sr. K. H. dem Prinzen August Karl Eugen Napeoleon, Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eich⸗
gegenwaͤrtige Uebereinkunft ratifizirt werden wird) mit der er⸗ lauchten Person, welche durch Procuration die Person des Her⸗ zogs von Leuchtenberg im Vermaͤhlungs⸗Vertrage repraͤsentiren wird, gefeiert werden. Die religioͤse Ceremonie soll nach den Gebraͤuchen und Formen der katholischen, apostolischen und Roͤ⸗ mischen Kirche stattfinden; sie soll vor dem Altar durch Se. Koͤnigl. Hoh. den Prinzen in Person bestaͤtiget werden, wenn er zu Lissabon ankommen wird.
Art. 2. als Portugtesischer Prinz naturalisirt werden und von der Na⸗ tion eine jaͤhrliche seiner hohen Stellung angemessene Subsidie erhalten, die nicht geringer als 50 Contos de Reis jaͤhrlich seyn darf und von der durch Ihre Maj. die Koͤnigin seiner Gemah⸗ lin angewiesenen Dotation, nach den Instructionen des Minister⸗ slars Ihrer Maj. vom 3. Okt. 1834 unabhaͤngig seyn
rd.
Art. 3. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August, Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, verspricht, sich mit besagter Subsidie zufrieden zu erklaͤren und auf jeden anderen Anspruch auf die Dotation oder die anderen Guͤter, welche die Dotation der Koͤnigin, kraft der Gesetze Portugals, constituiren, so wie auf alle uͤbrige Guͤter, welche seiner erlauchten Gemahlin gehoͤ⸗ ren oder in Zukunft gehoͤren werden, zu verzichten. Se. Koͤnigl. Hoͤheit wird dieses Versprechen, wenn es noͤthig ist, bei ihrer Ankunft zu Lissabon vermittelst einer ausdruͤcklichen und foͤrmli⸗ chen Verzichtleistung bestaͤtigen.
Art. 4. Ihre Maj. die Koͤnigin verspricht ihrerseits, in dem Falle, wo sie ihren Gemahl, den Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, uͤberleben wuͤrde, keinen Anspruch auf die Guͤ⸗ ter ihres Gemahls zu machen, welche (sie moͤgen Patrimonial⸗
den Prinzen August nach Lissabon gesandt werden wird.
Nach vollzogener Vermaͤhlung soll Se. K. Hoh.
Guͤter, oder vor oder nach der Vermaͤhlung erworben worden seyn) auf die natuͤrlichen Erben des Prinzen oder auf diejenigen Personen, die er entweder durch Testament oder auf eine andere Weise bezeichnet haben wird, uͤbergehen werden. In jedem Falle wird Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz die volle und freie Verfaͤ⸗ gung uͤber alle seine Guͤter, gemaͤß den in den Laͤndern, wo sie sich befinden, in Kraft bestehenden Gesetzen haben.
Art. 5. In dem Falle, wo der Prinz seine erlauchte Ge⸗
mahlin uͤberleben wuͤrde, wird er fortwaͤhrend die Subsidie ge⸗ niezen, wovon im Art. 2 die Rede ist, und ferner wird man ihm einen der Koͤnigl. Palaͤste zur Wohnung geben; aber die Subsidie wird auf die Haͤlfte vermindert werden, und er wird keinen Anspruch haben, fuͤr den zu seiner Wohnung bestimmten Palast entschaͤdigt zu werden, wenn er außerhalb des Koͤnigreichs residiren wird. 8 Art. 6. Die Soͤhne und Toͤchter, welche aus der Ehe Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von Portugal und Algarbien mit Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Herzog von Leuchtenberg und Santa⸗ Cruz gezeugt werden duͤrften, koͤnnen das Koͤnigreich ohne aus⸗ druͤckliche Ermaͤchtigung der Cortes der Portugiesischen Nation nicht verlassen; weder die einen noch die andern koͤnnen Ehen ohne die Einwilligung ihrer erlauchten Mutter, und im Falle des Absterbens derselben, ohne die Einwilligung des erlauchten Oberhauptes der Familie, das ihr auf dem Throne Portugals folgen wird, kontrahtren. Endlich versprechen, im Namen und von Seiten Ihrer Maj. der Koͤnigin von Portugal und Algarbien, im Na⸗ men und von Seiten Sr. Koͤnigl. Hoh. des Prinzen Auguf⸗ Herzogs von Leuchtenberg und Santa⸗Cruz, wir unterzeichneten Kommissare unter der Beglaubigung und dem Koͤniglichen Worte unserer erlauchten Mandanten, daß die oben besagten sechs Artikel, so wie sie abgefaßt sind, beobachtet und erfuͤllt werden sollen, und kraft der Ermaͤchtigung, welche uns die besagten Vollmachten verleihen, unterzeichnen und bestaͤtigen wir dieselben, damit von diesem Augenblick an ihre Vollziehung beginne, Wirkung zu haben durch die Procuration, die durch Se. Koͤnigl. Hoheit Zu dessen Urkunde unterzeichnen wir den gegenwaͤrtigen Vermaͤh⸗ lungs⸗Vertrag und druͤcken demselben unsere Siegel auf.
Gegeben zu Muͤnchen, 8. November 1834.
(Unterz.) Ildefonso Leopoldo Bayard. Der Graf Mejean.“
Lissabon, 22. Dezember. Die Koͤnigin hat am 18ten d. die diesjaͤhrige Session der Cortes mit folgender, von ihr in Person gehaltenen Rede bis zum 2. Januar prorogirt:
„Meine Herren Pairs und Deputirten! Es ist Zeit, die Arbeiten der allgemeinen Cortes auf kurze Zeit zu unterbrechen. Die Abgeordneten beduͤrfen nach so emsiger Wahrnehmung der Angelegenheiten des Landes einiger Ruhe; auch wird durch die herannahende Weihnachtszeit eine fromme Rast von einigen Ta⸗ gen gefordert. Zwei Hauptgegenstäͤnde fuͤr das oͤffentliche Wohl waren Ihnen zur Erwaͤgung empfohlen: die Fortdauer der Re⸗
gentschaft waͤhrend Meiner Minderjaͤhrigkeit, in der Person
Meines erhabenen Vaters, und die Annahme des nothwendig gewordenen Grundsatzes, daß Mein kuͤnftiger Gemahl aus der Reihe der auswaͤrtigen Fuͤrsten gewaͤhlt werden solle. Beide Fragen wurden von den Kammern auf die den Ge⸗ fuͤhlen des Portugiesischen Volkes am meisten zusagende Weise geloͤst, was mithin Meinen besten Dank erheischt. Ein beklagenswerthes Ereigniß aͤnderte die erste der genannten Maß⸗ regeln — und erfuͤllte jedes Portugiesische Herz mit Trauer. Die ungluͤckliche Krankheit, welche Mich in wenigen Tagen Meines hochgeliehten, ewig verehrten und beweinten Vaters beraubte, machte es schlechterdings nothwendig, daß fuͤr die kuͤnftige Regierung des Landes gesorgt wuͤrde. Die Kam⸗ mer der Abgeordneten erklaͤrte Mich mit voͤlliger Einstimmig⸗ keit, und die der Pairs mit sehr großer Mehrheit fuͤr voll⸗ jaͤhrig, und in Folge dessen ist die Regterung der Nation auf Mich gekommen.“ Im weiteren Verfolg giebt die Koͤnigin viele feierliche Versprechungen, daß sie auf nichts, als auf das Wohl des Landes bedacht seyn wolle. Sie benachrichtigt dann die Kam⸗ mern von ihrer Vermaͤhlung und sagt ihnen, welches Gluͤck sie durch dieselbe fuͤr sich und ihr Volk erwarte. Sie dankt den Cortes fuͤr die freigebigen Bewilligungen, welche sie fuͤr sie, die Herzogin von Braganza und deren Durchlauchtige Tochter ge⸗ macht, und wodurch sie die strengste Beachtung des Verlangens ihres erhabenen Vaters gezeigt haͤtten. „Fortwaͤhrend“, sagt sie weiterhin, „erhalte Ich von Meinen auswaͤrtigen Verbuͤnde⸗ ten dieselben Versicherungen der aufrichtigen Freundschaft, und der Friede, welcher zwischen der Portugiesischen Na⸗ tion und den anderen Maͤchten Europa's bestanden, wird bald in Einklang mit dem wechselseitigen Vortheile der Nationen und dem allgemeinen Frieden Europa's befestigt seyn.“ Hier⸗ auf wird des innern Landes⸗Zustandes gedacht, der im Ganzen als sehr zufriedenstellend geschildert wird, indem die Behoͤrden jetzt mit gebuͤhrendem Nachdruck zu Werke gingen und die we⸗ nigen Irregeleiteten, die noch Miguelistischen Gesinnungen an⸗ hingen, bald von ihrer Thorheit uͤberzeugt seyn wuͤrden. Hier⸗
bei wird der gesetzgebenden Gewalt ein leiser Vorwurf gemacht, staͤdt genehmigte und bestaͤtigte Vermaͤhlung soll zu Lissabon (wo
daß sie nicht alle ihre Zeit auf Maßregeln verwendet habe, die den Zustand des Volks, die Rechtspflege und innere Verwaltung haͤtten verbessern koͤnnen, und die Hoffnung ausgesprochen, daß dies in der bevorstehenden Sesston der ordentlichen Cortes allem Anderen vorangehen werde.
Graf Linhares, der Schwager des Herzogs von Palmella, ist als Gesandter nach London bestimmt; der Graf von Villa⸗ real, wie es heißt, nach Paris. In der Hauptstadt und in den Provinzen ist jetzt Alles ruhig.
Herr Carvalho ist damit beschaͤftigt, ein den Cortes am 15. Januar vorzulegendes, bedeutende Ersparnisse bezweckendes Bud⸗ get fuͤr das naͤchste Jahr zu entwerfen.
Am naͤchsten Montage sollen wieder 140 aus dem Dienst entlassene Englaͤnder eingeschifft werden; auch die Belgier sind auf dem Punkt, fortgeschickt zu werden.
Am 19ten d. wurden hier 50 Contos (etwa 12,500 Pfd.) Staats⸗Schuldscheine oͤffentlich vernichtet. “
Griechenland.
Nauplia, 30. Nov. Die zwei Mitglieder der Koͤnigl. Regentschaft, Herr Graf von Armansperg und Herr von Kobell, sind Sonntag Abends von hier nach Athen abgegangen. Das dritte Mitglied, Herr von Heideck, blieb in Nauplia zuruͤck, wie man sagt, um den Koͤnig zu begleiten, welcher von hier am 10. Dezember abreisen wird. Desselben Tages ging auch der Justiz⸗ Minister, Herr Praides, mit seinem ganzen Personale dahin 8. desgleichen die Ministerien des Krieges und der Marine. Auch die andern Ministerien ruͤsten sich zum Aufbruche, und keine Behoͤrde ist in Nauplia mehr in Thaͤtigkeit. 1
Briefe aus dem westlichen Griechenland melden, daß in Al⸗ banien (wie bereits erwaͤhnt) ein allgemeiner Aufstand ausgebro⸗
ter des Aufstandes sehr ernsthaft sey.
chen ist; die kriegerischen Einwohner haben sich von der Pforte unabhaͤngig erklaͤrt. Taphil⸗Muzis haͤlt an der Spitze von 6000 Mann Perali besetzt, die Zsokiden aber Tepeleni und Argyroka stron. Ueberall haben die Aufruͤhrer die Lokal⸗Behoͤrden vertrie⸗ ben. Zwei Anfuͤhrer stehen an der Spitze der vordersten Ab⸗ theilungen, von welchen die eine gegen Janina vorruͤckt; die andere richtet sich auf Pitolia. Wo sie durchkommen, wird ge brannt und gepluͤndert. Die Albanesen haben sich durch einemn Eid verbunden, die Waffen nicht niederzulegen, bis sie ihre Un⸗ abhaͤngigkeit erobert haben. Ein Rath (Tsuwanto) ist von ih-⸗ nen eingesetzt worden, und man versichert uns, daß der Charak
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Folgendes ist der Entwurf des Schutz⸗ und Trutz⸗Buͤndnis⸗ ses mit den Vereinigten Estaaten, welches naͤchstens in der Re⸗ praͤentanten⸗Kamme zur Diskussion kommen soll: „Art 1. Das Kalserreich Brasilien und die Vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika bilden einen gemeinschaftlichen Bund zur gegenseitigen Vertheidigung gegen jeben fremden Angriff und zum gemein⸗ schaftlichen Vortheile der inneren Interessen ihrer Staaten. 2) Die beiden Nationen werden einander mit aller ihrer Macht ge⸗ gen einen feindlichen Angriff beistehen und werden jaͤhrlich zu diesem Zwecke eine noch näher zu bestimmende Summe zusam⸗ menschießen. 3) Jede der beiden Nationen wird in der Natio⸗ nal⸗Versammlung der anderen ihre Vertreter haben. 4) Die Erzeugnisse einer jeden Nation werden in jedem Hafen der an⸗ deren eben so behandelt werden, wie die Erzeugnisse der eignen Nation, und von allem fremden Zolle befreit seyn. 5) Die bei⸗ den Nationen werden einander gemeinschaftlich Huͤife leisten, um eine Verhindung zwischen Beiden zu Stande zu brin⸗ gen; nuͤtzliche Institutionen, Kunst und Production sol von jetzt an zwischen beiden Nationen gemeinschaftlich seyn. 6) Die Buͤrger der beiden Nationen genteßen auf dem Gebiete der andern alle Vorrechte der Eingebornen. 7) Rechtsfragen, wel⸗ che sich zwischen den Buͤrgern der beiden Nationen erheben, sol⸗ len entweder durch gemeinschaftliche Uebereinkunft oder durch Schiedsrichter, oder durch ein Geschwornen⸗Gericht aus einer gleichen Anzahl von Personen beider Nationen entschieden wer⸗ den. 8) Die beiden Nationen machen sich verbindlich, sich ge⸗ genseitig zur Aufrechthaltung einer nationalen Form der Regie⸗ rung und gegen jede Gefahr, welche ihre moralische oder phy⸗ sische Vervollkommnung bedrohen koͤnnte, Huͤlfe zu leisten. 9) Die Brasiltanische Regierung wird sich Muͤhe geben, zu diesem Zwecke einen Allianz⸗Vertrag zu unterhandein, welcher dauerad seyn soll.“
II
Berlin, 5. Jan. Nachdem Se. Maj. der Koͤnig die Auf⸗
löͤsung der bisher in Koͤnigsberg bestandenen General⸗Com
mission zur Regultrung der gutsherrlichen und baͤuerlichen Ver⸗ haltnisse und die Uebertragung der von ihr bearbeiteten Ge⸗ schaͤfte an die Koͤnigl. Regierungen zu Koͤnigsberg und Gumbin⸗ nen zu genehmigen geruht haben, ist diese neue Einrichtung mit dem 1. Januar d. J. in Ausfuͤhrung gekommen.
— Se. Koͤnigl. Hoh. der Herzog von Cumberland traf am 30. v. M. gegen Mittag nebst Gefolge in Achen ein und setzte noch am Abend desselben Tages die Reise nach London fort.
— Auf der hiesigen Koͤnigl. Friedrich⸗Wilhelms⸗Universitaͤt be⸗ fanden sich in dem Semester von Ostern bis Michaelis 1834 v. J. 1863 Studirende. Es gingen ab 521, und traten fuͤr das gegenwaͤrtige Semester hinzu 458, so daß die Gesammt, immatriculirten Studirenden fuͤr das Semester von Michaelis 1834 bis Ostern 1835 1800 betraͤgt. Hiervon zaͤhlt die theolo⸗ gische Fakultaͤt 424 Inläaͤnder und 129 Auslaͤnder, die juristi⸗ sche Saeeen 436 Inläander und 135 Auslaͤnder, die medizini sche Fakultaͤt 230 Inläͤͤnder und 138 Auslaäͤnder, die philoso⸗ phische Fakultaͤt 202 Inlͤͤnder und 106 Auslander. Auße diesen immatriculirten Studirenden besuchen die hiesige Univer⸗ sitat noch, als fum Hoͤren der Vorlesungen berechtigt, 554 Per⸗ sonen, so daß uͤberhaupt 2354 an den Vorlesungen Theil nehmen
— Der zu Wetzlar gebildete Verein fuͤr Deutsche G schichte und Alterthumskunde hat die Bestäaͤtigung des Koͤnigl. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angele⸗ genheiten erhalten.
— In Weißenfels fand am 2ten d. M. die feierliche Einfuͤhrung der Mitglieder des neu errichteten Land⸗ und Stadt⸗ Gerichtes statt, welches zuerst unter den in der Provinz Sach⸗ sen neu organisirten Land⸗ und Stadt⸗Gerichten ins Leben tritt Nach der Feierlichkeit hatten der Magistrat und die Stadtver⸗ ordneten von Weißenfels den neuen Direktor, Kreis⸗Justizrat von Koͤnen, und die uͤbrigen Mitglieder des Gerichts zu einem festlichen Mahle auf dem Rathhause eingeladen, an welchem eine große Anzahl von Buͤrgern der Stadt, unter ihnen auch die Koͤniglichen und staͤdtischen Beamten, Antheil nahmen. Di
eiterste Stimmung herrschte in der Versammlung, deren erste rinkspruch dem Wohle Unsers Allergnaͤdigsten Koͤnigs galt, und die durch mehrere von einem Musik⸗Corps vorgetragene patrioti⸗ sche Lieder noch erhoͤht wurde. Am Abend brachten die Buͤrger die in dem neuen Gerichte eine Vermehrung des staͤndischen Wohlstandes wahrnehmen, dem Direktor desselben eine feierliche Musik unter Fackelbeleuchtung.
— Die Koͤnigl. Regierung zu Posen bringt im Stuͤcke ihres Amtsblattes zur oͤffentlichen Kenntniß, daß die § niglichen Ministerien des Innern und der S einen An trag der Stadtverordneten Versammlung und des Magistrats de Stadt Posen genehmigt haben, wonach der statt der Mieths Steuer bisher bei der Mahl⸗ und Schlacht⸗Sreuer erhobene Kommunal⸗Zuschlag von 40 pCt. vom 1. Jan. d. J. ab auf 50 pEt. erhoͤht werden soll.
Morgens Rachmitt. Abends 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr.
344,32 „Par. 344, 3 0 Par. 344,77 Par [Quellwärme 7,8 °R. ün * ⸗ 88. .8. 8* 8 8 Flußwärme 1,2 *R. 94A pCt. 91 pCt. [BZodenwärme 2,2 °RR. Wetter... truͤbe. neblig. usdangr. 0,010“S.
Wind SW. W. Wolkenzug SW. beas spriederschlag 0,00s Rh.
Zur Erlaͤuterung der in der Staats⸗Zeitung taͤglich erscheinen⸗ den meteorologischen Beohachtungen wiederholen wir hier fuͤr die
ch einmaliger a. Januar. Beobachtung. —y— Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt +†+. Dunstsaͤttg. 94 „Ct.