Admiralitaͤt steht, war anfangs zu dem V m v Irland bestimmt, soll es aber deshalb abgelehnt haben, weil seine Famlie in Irland, namentlich sein Schwager, der Graf von Enntskillen, zu den eifrigsten Orangisten gehoͤrt. Einige Zeitun⸗ gen fragen, ob es wahr sey, d’/ Li⸗ lind nach seiner Emlassung auf eine jiͤhtliche Pension Pfund Anspruch habe.
Dem Grafen von Ab⸗
zur Vertheilung der
flahzer ernannten Komme üartoeng.
Lord Auckland hat erst gestern seine ehemalige Amtswohnung nder Admiraliteͤt verlassen; es heißt, der Staats⸗Secretair fuͤr das Innere, Herr Gouiburn, werde dieselbe fetzt beziehen.
Lord Lowther reiste gestern von hier nach dem Norden von Englond ab. 8
Herr von Bscourt hat den neuen Franzoͤsischen Geschaͤfts⸗ traͤger bei den Besuchen, die dieser den Ministern absta tete, be⸗ gleitet und gestern noch im auswaͤrtigen Amte grarbeitet.
Die Adresse der Kaufleute, Banquiers, Rheder, Haͤndler und anderer mit der Londoner City in Verbindung stehenden Personen an Se. Majestaͤt den Koͤnig, zu welcher die Times heute nachkraͤglich noch drittehalb Spalten voll Unterschriften siefert, traͤgt deren nun im Ganzen, nach der eigenen Angabe der Times, 5730, und wurde gestern durch eine aus den Herren W. Ward, Lyall, A’derman Lucas, Alderman Brown, Theo⸗ mas Wilson und Powles bestehende Deputation des Ausschusses, der die ganzen Verhandlungen uͤber diese Adresse geleitet hatte, an Sir Robert Peel uͤberreicht, der den Abgeeorbneten die Ver⸗ sicheruns gab, daß der Koͤnig dieses Aktenstuͤck, welches er Sr. Majestaͤt bei der ersten Gelegenheit einhaͤndigen wolle, gewiß mit der größten Genugthuung empfangen wuͤrde. Die Times be⸗ merkt zugleich, daß das Mekeln einiger Zeitungen an dieser Adresse uͤberaus erbaͤrmlich sey, denn es faͤnden sich auf der gan⸗ zen Liste der Unterschriften hoͤchstens ein halbes Dutzend Wieder⸗ holungen, und was das Geschtei betreffe, daß mehrere der Un⸗ terzeichner in den Veorstaͤdten wohnten, so sey es doch wohl all⸗ gemein bekannt, daß nur sehr wenige Kaufleute in der City an⸗ saͤssig seyen.
Die Times beharrt, allen Angriffen der Opposition zum Trotz, bei ihrem einmal angenommenen Systeme und faͤhrt fort, nicht allein das Peel'sche Ministerium und das kenservattve Prin⸗ zip aufs nachdruͤcklichste zu vertheidigen, sondern auch die soge⸗ nannten Resormer mit Hohn zu uͤberhaͤagfen. Sie beruft sich auf die großen Dienste, die sie (die Times) von jeher den oͤf⸗ fentlichen Frecheiten geleistet, und erklaͤrt ihre ploͤtzliche Sinnes⸗ Aeuderung in felgender Weise: „Unsere Besorguiß wird gegen⸗ woͤrtig weit mehr burch die Androhung einer wirklichen, raschen, verzweifelten Hinneigung zur Revolution, als durch den Wahn einer vnnmoͤrlichen Rraction gegen die Abstellung von Beschwer⸗ den oder Mißbraͤuchen angeregt. Unsere Pflicht ist es mehr als je, den Kampf des Volkes zu kaͤmpfen, wenn dieses nicht fuͤr sich selbst zu kaͤmpfen weiß. Wer wollen dasselbe vor den Fel⸗ gen des verwerflichen Leichtsinns oder der schaͤndlichen Bosheit derer reren, die dasselbe mißleiten moͤchtm. Haben wir dem Volke schen oft mit der groͤßtten Gefahr fuͤr unser Eigenthum und vasre Freiheit genuͤtzt, so wollen wir ihm jetzt den groͤßten aller Dienste erweisen: wir wollen es vor sich selbst retten. Wir wollen mit Gottes Huͤlfe das Land vor dem Fluche einer zerstoͤ⸗ renden und blutduͤrstigen Anarchie bewahren, worin eine gott⸗ sose Faction dasselbe zu stuͤrzen Tag und Nacht bemuͤht ist.“
Die Opposttionsblätter beklagen es mit Hinsicht auf ein oͤf⸗ sentlich publizirtes Schreiben des Grafen von Minto, worin dieser sich als hestiger Gegner des setzigen Ministeriums und als eifriger Reformer erweist, daß sie demselben „großes Unrecht folgend, unter den zu er⸗ tten. Der Albion hatte
von 4000
deen machte gestern eine Deputation afschaͤdigung fuͤr die Westindlschen sfarien im Kolonial⸗Amte ihre Auf⸗
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gerhan“, indem sie ihn, dem Stand nennenden Kammerherren aufgrefuͤhrt haͤtte jedoch schon fruͤher (wie seiner Zeit auch in der Staats⸗Zeitung gemeldet worden) die Ernennung des Grafen zu einem solchen Posten als sehr unwahrscheinlich darzestellt. In der Versammleng der Kenservariven, welche vorgostern in der Eity gehalten wurde, um Vorbereitengen zu den Wahln zu traffen, führte Her Thomas Varing den Vorsitz. Dic r ecsffnete die Versammfung durch eine Rede, worin er erklaͤrt, Ruder faͤhrten; alein es sey ein großer Unterschied, o man Reform und Abstellung von Mißdräuchen auf ruhigem Sege ohne Aufregung oder burch gewaltsame Mittel und ohne Rück⸗ sicht auf b wolle. Ohne
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verderblichen Folgen herbeifuͤhrzun
8 A bie
undedingtes Vertrauen in irgend cine Verwaltung zu setzen,
protestirte er gegen jeden Eingriff in die Koͤntglichen DPräroga. nve und forderte die Anwesenden auf, die von Sir RVobert Peel aufgestellten Grundsaͤtze auf die Probe zu stellen. Ferner trug er auf die kestenfreie Ernennung der Kandidaten an. Es wurlde eine Rethe von Resolutionen beschlossen; eine von Alber⸗ man Brown, daß es die Pfiicht aller derer sey, welche auf die Jrstitutionen des Landes Werth setzten, zu deren Vertheidigung gegen den Geist gewaltsamer Neuerung aufzutreten, der unse⸗ ren ceonstitütiannellen Reglerungsformen met Umsturz drohe; eine von Herrn Buckle gegen das gefahrvolle Prinzip, den sich meldenden Kandidaten Baͤrgschaften gegen olle und jede Maßregel der neu ernannten Minister abzufordern; von Herrn Gould zu Gunsten einer umsichtigen Reform; end⸗ lich von Alderman luca⸗ wegen Aufforderung der Herrn Ward, Th. Wilson und G. Lyali, sich als Kandidaten fuͤr die City zu melden. Die Resolutionen wurden saͤmmtlich angenommen, und die drei letztgenannten Herren hielten Reden; die beiden Ersteren hatten zwar gegen die Reform⸗Bill gestimmt, erklaͤrten aber, sie wuͤrden sich setzt, da dieselbe Landes⸗Gesetz geworden sep, ihrtn Wirkungen nicht b Beide versprachen sich von dem Herzoge von Wellington Frieden im Innern und nach Au⸗ ßen. Hr. Lyall war vor der Zeit der Reform⸗Bill kein Parla⸗ mentsglied gewesen, versicherte aber, er sey von jeher ein Feind der Bestechungen; uͤbrigens werde er vor allen Dengen die Con⸗ stitution aufrecht halten, welcher England seinen Rang als erste Nation der Welt verdanke. Schließlich wurden ansehnliche Sum⸗ men unterzeichnet, und man ließ den Koͤnig, Sir Robert Peel und den Herzog von Wellington hoch leben. 1 Viele Wahler von Middlesex haben die Wiederernennung der Herren Byng und Hume, beides Reformer, beschlossen. In einer Versammlung 5 Westminster wurde beschlossen, die Wie⸗ dererwaoͤhlung des Obersten Evans zu unterstuͤtzen, und man be⸗ schwerte sich uͤber das zweideutige Benehmen des Sir Francis Bardett. In Southwark traten die Freunde des Herrn D. W. Harvey, eines der eifrigsten Reformer, zusammen, welcher unter Anderem erklaäͤrte, die ihm Gleichgesinnten waͤren die wahren Konservativen! Aechnliche Berchte gehen von beiden Parteien von verschiedenen Punkten des Landes ein. An sehr vielen Or⸗ ten, wo man sonst an der Erwaͤhlung von Reformern nicht ge⸗ zweifelt, sogar zu Bixmingham, melden sich jetzt Tory⸗Kandida⸗
ce⸗Koͤnigthum von
daß jeder Lord Lieutenant von Ir⸗
1 892
“ — — s
ten, mit aller Aussicht auf Erfelg. Graf Grey hat ein Cirku⸗ lar an seine Untersassen erlassen, worin er erklaͤrt, sich jeder Einwirkung auf die Wahlen enthalten zu wollen. Man be⸗ schwert sich, daß hier und da Mittel gebraucht werden, um die Wäaͤhler einzuschuͤchtern. Die Blaͤtter sind mit Adressen der ein⸗ zelnen Kandidaten angefuͤllt, unter denen eine von Herrn Ten⸗ nyson an die Waͤhler von Lambeth besonders gelobt wird. Aus der Masse widersprechender Nachrichten ist es schwer, auf ein bestimmtes Resultat uͤber den Ausgang der Wahlen zu schließen; nur in Irland zweifelt Niemand an der Erwoͤhlung ven Refor⸗ mern und Anti⸗Unionisten, außer in einigen noͤrdlichen Graf⸗ schaften, wo die Orangisten die Mehrzahl bilden.
Die Herren Spankie, Hobhouse und G. A. Young haben sich geweigert, den Vorschriften eigenmaͤchtiger Agenten von Kirchspiels⸗Versammlungen in Betreff der bevorstehenden Wah⸗ len zu gehorchen Die Times aͤußert ihre Freude hieruͤber und hofft, daß das maͤnnliche Beispiel dieser Herren zahlreiche Nach⸗ ahmer finden werde.
Ueber den Plan, welchen dos neue Ministerium, dem Par⸗ lament gegenuͤber, wahrscheinlicher Weise befolgen duͤrfte, soll sich nach dem Bericht des Pariser Korrespondenten des Courier, der Fuͤrst Talleyrand zu einem Pair folgendermaßen ausgespro⸗ chen haben: „Der Herzog von Wellington rechnet darauf, daß er durch die Auffoͤsung des jetzigen Unterhauses eine Majorität gemaͤßigter Maͤnner, wo nicht zu seinen Gunsten, so doch zu Gunsten einer gemaͤßigten Politik gewinnen wird. Der Herzog glaubt, daß Lord Ebrington nicht im Stande seyn werde, ein neues Unterhaus zu uͤberreden, daß es eine Adresse an den Koͤnig votire, worin Se. Maj staͤt um eine Ver⸗ aͤnderung des Ministeriums ersucht wuͤrden, oder auch nur, daß es die Resolutton vottre, das Haus habe kein Vertrauen zu den Ministern. Wenn auch ein neues Unterhaus nicht im ei⸗ gentlichen Sinne des Worts ein Tory⸗Haus seyn duͤrfte, so wird es doch ein gemaͤßigtes Haus seyn und ungefaͤhr aus denselben Elementen bestehen, wie die jetzige Deputirten⸗Kammer, indem, so wie aus dieser Kammer, fast alle leidenschaftlichen Maͤnner aus demselben ausgemerzt seyn werden. So baut denn der Her⸗ zog darauf, daß er durch keinen Staatestreich von Seiten des Unterhauses von seinem Posten verdraͤngt werden koͤnne, und daß es der Majoritaͤt des neuen Hauses nicht einfallen werde, dem Beispiel der Franzoͤsischen 221 zu folgen. Sollte aber wirklich eine Adresse an den Koͤnig votirt werden, worin Se. Maj. er⸗ sucht wuͤrden, die Minister zu wechseln, so wuͤrde der e g sa nem Koͤnigl. Herrn ohne Zweifel rathen, dieselbe, als einen Eingreff in seine Praͤrogativen, nicht anzunehmen. Der Herzog fuͤrchtet sich also weder vor der Adresse, noch vor irgend einem hastigen Votum des neuen Unterhauses. Außerdem werden eine große Menge der neu gewaͤhlten Parlaments⸗Mitglieder, wenn auch nicht gerade mit dem Vorsatz, die Verwaltung zu unterstuͤtzen, so doch auch nicht mit der vorgefaßten Absicht, ihr gaͤnzlich ihr Vertrauen zu verweigern, im Unterhanse erscheinen. Diese Mitglieder wuͤrden sich zwar einer ruͤckwaͤrts schreitenden Politik von Seiten des Herzogs widersetzen, sie wuͤrden aber andererseits auch gegen sede, der Koͤniglichen Praͤrogrative Abbruch thuende Adresse oder Resolution stimmen. Und selbst die Annahme ei⸗ ner solchen Adresse oder Resolution durch eine Mazoritoͤt des Unterhauses wuͤrde das Kabinet nicht verwirren oder zu seiner Auftoͤsung fuͤhren, denn der Herzog wuͤrde dem Koͤnige rathen, auf seine Praͤrogativen zu fußen, und dieser Entschluß allein wuͤrde sehr viele Mitglieder des Unterhauses erschuͤttern. Auf diese Weise wuͤrde der Herzog von Wellington im Stande seyn, es selbst mit einer ihm feindlichen Masoritäͤt auf unechmen, bis die Zeit heran kaͤme, wo das Budget oder die Mittel und Wege diskutirt werden muͤssen. Von der Eroͤffnung der Ses⸗ sion und Votirung der Adresse bis zur Eroͤrterung des Budgets wird aber natüͤrlich eine geraume Zeit verstreichen, und in die⸗
sem Zwischenraume werden der Herzog und Sir Robert Peel Gelegenheit haben, ihre Maßregeln in Betreff der Irlaͤndi⸗ schen Kirche, in Betreff der Finanz⸗Reformen und in Betreff der den Agrikatzuristen zu gewährenden Abhuͤlfe einzubringen. Der Hyerzeg rechnet bei diesen Maßregeln auf eine Mazoritäaͤt in bei⸗ den Haͤusern und ist uͤberzeugt, wenn diese Maßregel erst vorgelegt und genehmigt sind, die Mazoritaͤt des neuen Uin⸗ es auch der Reglerung das Budget und alle Mittel und b anicht verweigern wird. Zwar wäaͤte es moͤglich, daß die Minister bei einigen Reglerungs⸗Maßregeln eine Niebverlage er⸗ litten, aber dann werden sie dem Beispiel ihrer Vorgaͤnger sol⸗ gen und sich, wenn auch hin und wieder eine Abstimmung ge⸗ gen sie ausfaͤllt, deshalb nicht zuruͤckziehen. Die einzige Ge⸗ fahr also, die der Herzog zu besorgen hat, ist das erste Votum s neuen Hauses, wenn dasselbe entweder die Entlassung der Minister veclaͤngen oder dem Kabinet sein Vertrauen versagen sollte. Auf diese Gefahr aber ist der Herzog gefaßt; er wird ihr zu begegnen wissen und sie bei seinem geweͤhnlichen Gluͤck wohl auch besiegen. Wenn jedoch das Unterhaus eine Adresse oder einen Beschlaß vottren sollte, wodurch Mangel an Ver⸗ trauen zu dem Ministerium cusgedruͤckt wuͤrde, so wird das Oberhaus ein entgegengesetztes Votum abgeben, und der Herzog wird wegen einer seinem Katkinet feindlichen Adresse des Unter⸗ hauses nicht gleich seine Entlassung nehmen.“
Der neue Controleur des Koͤniglichen Haushalts, Herr Cerry, ist der Sohn des Oreangistisch gesinnten Lords Belmore; der zum Vice⸗Kammerherrn ernannte Lord Castlereagh ein Neffe des ehemaligen Ministers Castlereagh.
Der Stamford Mercury meldet, daß der Federviehhaͤnd⸗ ler Herr Clark zu Bosten in der Grafschaft Lincoin in den letz⸗ ten bveiden Wochen die ungeheure Quantitaͤt von 13,000 Stuͤck Gaͤnsen und 2000 Stuück Kalkuttischen Huͤhnern zum Weihnachts⸗ Markt nach London gesandt habe.
Belgien.
Bruͤssel, 1. Jan. Sir Rebert Adair, Englischer Gesand⸗ ter zu Bruͤssel, ist gestern von Paris hier angekommen.
Ein Portugiesischer Gesandtschafts⸗Secretair bei dem Lon⸗ doner Hofe ist gestern auf seiner Reise von London nach Muͤn⸗ chen hier durchpassirt.
Der gestrige Ball beim Koͤnige ist ungemein glaͤnzend gewesen; das diplomatische Corps, die Minister und die Mitglieder des Se⸗ nats waren im Kostüme, die Mitglieder der Revpraͤsentanten⸗ Kammer in schwarzen Kleidern ohne distinktive Zeichen; die Damen⸗Toilette war sehr reich und geschmackvoll. Ihre Ma⸗ jestaͤten erschienen um 8 Uhr und haben sich erst späͤt wieder entfernt. Der Ball hat bis 2 Uhr Morgens gedauert.
Bruͤssel, 2. Jan. Der Moniteur Belge vom heuti⸗ gen Tage enthaͤlt die Anreden an den Koͤnig, welche am gestri⸗ gen Neujahrstage von den Praͤsidenten der Revpraͤsentanten⸗ Kammer, des Cassationse, des Rechnungs⸗, des Ober⸗Militair⸗ Gerichtshofes u. s. w. gehalten worden sind, so wie die Ant⸗ worten, welche Se. Majestaͤt darauf ertheilt haben. An der
98 885/
8 111“ “ 8 3 3 3 Spitze des diplomatischen Corps, welches ebenfalls seine Gluͤck, wuͤnsche abstattete, befand sich der Englische Gesandte Sir Ro⸗ bert Adair. Der Koͤnig hat namentlich der Revpraͤsentanten⸗ Kammer auf ihre Anrede geantwortet, daß es ihn freue, der⸗ Deputation mittheilen zu koͤnnen, wie die Besorgnisse, welche zu Ende des abgelaufenen Jahres nicht ohne Grund sich verbreitet haͤtten, gegenwaͤrtig als ganz besertigt angesehen werden fuͤrften, indem Se. Maj. nach den genauesten Erkundigungen die vol⸗ kommenste Gewißheit in dieser Beziehung erhalten haͤtten, so daß bestimmt anzunehmen waͤre, daß der Europaͤische Friede von kei⸗ ner Seite bedroht sey. “ Deutschland.
Hamburg, 6. Jan. Das hiesige große Kirchen⸗Koslegian u St. Petri hat gestern den Professor der Theologie, Dr. de. eite in Vasel, zum Hauptpastor an dieser Kirche erwaͤhlt.
Altona, 5. Jan. Ein fuͤr die beiden Herzogthuͤmer erlas⸗ senes Plakat vom 24. Dezember v. . verfuͤgt, daß der durch das Plakat vom 10. Dezember 1831 fuͤr Gußeisen,Waaren. bestimmte Einfuhr ⸗Zoll von 3 Rbthlr. 12 Rbßl. à 100 Pfund, annoch auf fernere 3 Jahre, vom 1. Januar 1835 angerechnen,
fortbestehen soll.
8 8.
In Gluͤckstadt feierte am 1sten d. M. der General⸗Masor
von Leschly, Chef des Regiments „Koͤnigin“, sein 60 jaͤhrige
Dienst⸗Jubtlaͤum. S
Frankfurt a. M, 2. Jan. Der Verfasser der Geschicht Frankfurts, Herr Konsistorial⸗ Rath Anton Kirchner, ein 1. von ausgezeichneten Eigenschaften, ist gestern im 55sten Jahte seines Alters mit Tode abgegangen.
— — Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Erg ehnisse der Abrech⸗ nung fuͤr ben Uisnn. Dezember waren fuͤr die aufß Stegen guͤnstig. Obschon die Liquidation beim Jav resschluß gi⸗ woͤhnlich die bedeutendste ist, weil sich da viele Engage ments nn Praͤmienhaͤndel aufloͤsen, gingen dennoch diesmal saͤmmt. 7. dn gleichungen rasch und gluͤcklich voruͤber, und von keinem Eff. 9 b⸗ ben Stuͤcke uͤbrig. Die zeitherigen Versendungen Oesterreich esche und Kollaͤndischer Papiere nach einigen auswaͤrtigen Maͤrkten, h der Zufluß an baaren Mitteln, gaben die naͤchste Veranlassung zu dem befriedigenden Stande unserer Boͤrse. Durch den Ueberfluß an Comptanten fiel der Zinsfuß bei Prolongationen auf à pCt., bei Depot auf 3 ½¾ vCt. Unsere Kapitalisten, denen dieser niedrige Zine⸗ fuß nicht zusagt, haben am Liquidations⸗Tage neuerdings starle Posten⸗Effekten gegen baar ankaufen lassen, woͤdurch ein merkliches Gesuch in Metalliques, Actien und Integralen entstand. Die Schwankungen der Course waͤhrend des Dezembers waren nicht be⸗ traͤchtlich. Die dproc. Metalliques hoben sich um pCt, die zpra. Melalliques um 1½ Ct., Actien um 12 Fl. pr. Stuͤck; Integrale stiegen um 125 Et. Dagegen blieben die Spanischen Fonds 3 “Ct. im Nachtheil. Preußische Praͤmien⸗Scheine stiegen von 60 auf 60 ½, Polnische von 67; auf 68 ¾. — Mit Beginn des neuen Jahres war benig Leben im Fondshandel zu beobachten; die Umsatze vlicben sehr deschraͤnkt Man fand die Ursache der Stockung in den un⸗ veräͤnderten Notirungen, welche von Wien und Amsterdam kamen, und in dem Mangel an Auftraͤgen von auswaͤrts. — Das Geschaͤft in den Spanischen Perpetuellen liegt ganz danieder: es zeigten sich fuͤr diese Fonds weder Geber noch Nehmer. Von den Papiermn, welche nicht im taͤglichen Boͤrsen⸗Verkehr sind, waren die 2 zpru. Domestical⸗Obligationen sehr gesucht, und wurden bis 52 pCt. ber zahlt. — Das Wechsel⸗Geschaͤft ist nicht belebt: Amsterdam, Ham⸗ burg und London waren am meisten degehrt. Paris, Augsburg und Berlin waren eher ausgeboten. Diskonro⸗Papier wurde zu 34 pCt. angebracht. “
HOesterreich.
Agram, 27. Dez. Am 36sten d. M. werd der Bischi von Agram, Alexander von Rlagowich, sein „goldenes Meß opfer abhalten; es werden naͤmlich an diesem Tage funfzig Jahr, daz der genannte hohe Praͤlat die priesterliche Weihe empfangen. Als ein seltenes Ereigniß ist es wohl zu bezeichnen, daß auch der vorige Bischof von Agram hier sein goldenes Jubilaͤum ge⸗ feiert hat. 3
Zu Zara in Dalmatien starb am 7. d. M. der in der gw⸗ lehrten Welt, namentlich wegen seiner ausgezelchneten Latinitzt, bekannte Schriftsteller Appendini, Prlester aus dem Orden der frommen Schulen.
1 Spanien.
Englische Blaͤtter enthalten folgende Privat⸗Mittheilun⸗ gen aus Madrid bis zum 20. Dezember: „Die Sitzung du Prokuradoren⸗Kammer vom 12ten wurde mit nutzlosen Disku sionen ausgefuͤllt. Der Praͤsident und die vier Secretaire bilden naͤmlich ein Bureau (la mesa), welches auch die Kommissionm zu ernennen hat. Letztere waren nun der Meinung, daß, außn den Kommissionen zur Pruͤfung der einzelnen Abtheilungen dal Bubgets, auch noch eine Kommission ernannt werden mässe, de uͤber das Ganze einen Bericht abstatte; der Praͤsident dagegn hielt dies fuͤr unnoͤchig und verlangte, daß die Diskusslon eimt Abtheilung, naͤmlich der Civil Liste, sogleich beginnen solle. Nac einer langen Debatte nahm endlich die Diskussion der letzteren ihrm Anfang. Viele Oppositions⸗Mitglieder und mehrere ministeriale Deputirten waren auf Seiten der Secretaire, und Erstere na⸗ mentlich wollten durch weitere Hinausschiebung der Diskussion den Minister noͤthigen, einen Pan hinsichtlich der inneren Schubh vorzulegen. Doch hatten sie dabei durchaus nicht die Abscch⸗ die Regierung ohne Geld lassen zu wollen, vielmehr erklarte eines der heftigsten Oppositions⸗Mitglieder sich bereit, der; gierung, zur Bestreitung der nothwendigen Ausgaben, einen Supplementar⸗Kredit bewilligen zu wollen. — Der neue Kriegt⸗ Minister, Llauder, hat in der Proceres⸗Kammer den Eid geleiste und darauf seinen Sitz daselbst eingenommen. Bei einer kussion uͤber die Vermehrung der Armee empfing er einen schu fen Verweis von dem General⸗Major Marquis von Aspeic, einem Procer, und der neue Minister war sehr verlegen. Kutkz darauf begab er sich in die Kammer der Prokuradoren. — der Sitzung der Prokuradoren vom 17. bemerkte der Graf de la Navas, bei Gelegenheit einer Debatte uͤber eine Bewilligung von 28 Millionen Realen, er wolle ein Dokument vorlegen, woraul hervorgehe, daß Joseph Buonaparte waͤhrend seiner Reglerus weit wenigzer gebraucht habe, als die jetzige Regierung. Diet Arußerung veranlaßte eine beredte heftige Erwiederung von Geh ten des Ministers Martinez de la Rosa, wobei er sich einiges beleidigender Worte bediente, die jedoch nicht genau verstanda wurden. Man behauptet indeß, daß er gesagt habe, wer irgen Fälac fuͤr Schaam oder Vaterlandsliebe besitze, werde dergle chen Dokumente nicht vorlegen. So wie diese Worte gesptoche waren, gerieth das ganze n in Aufruhr, der Ruf „zur qh nung“ ertoͤnte von allen Seiten, und es herrschte eine vocc Verwirrung. Die Ruhe wurde jedoch endlich wiederhergeste und die Bewilligung der 28 Millionen mit 78 gegen 43 St men angenommen. Der Graf de las Navas ließ wegen — gefuͤhrten van F.zc;. dem Minister, ungeachtet derselbe erklaͤrt⸗ daß er Niemand persoͤnlich gemeint habe, die Wahl, ob er öͤffench
weiterrufen oder ihm Genugthuung geben wolle. les, welcher zum Schieds⸗Richter nannt ist, giebt sich alle Muͤhe, eute (20sten) erfahre ich, daß die Sache im Guten beigelegt st. — Die Koͤnigin erschien unerwartet am Sonnabend in der Dper, kehrte darataf nach dem Pardo zuruͤck und kam am fol⸗ saenden Morgen, nach Madrid, um hier zu bleiben. Der In⸗ unt Don Prancisco de Paula und seine Gemahlin sind nach dem Escucial abgegangen. Die Spannung zwischen beiden Schwesbern droht in offene Feindschaft uͤberzugehen. Die Koͤ⸗ nigin hat dem Infanten Don Francisco und seiner Gemahlin das Privilegium, ihre Wagen von einer Leibwache beglesten zu lüsen, genommen, eine Ehre, die nach der Hof⸗Etiquette dem fanten gebuͤhrt, und als dieser deshalb eine Audienz bei Ih⸗ nr Majestaͤt verlangte, erhielt er zur Antwort er koͤnne nicht vorgelassen werden, sondern solle sein Gesuch schriftlich vorbrin⸗ gen. — Die Geruͤchte von einer unter dem Namen der Isabelinas bestehenden geheimen Gesellschaft, welche den Infanten Don Fran⸗ cisco zum Regenten erheben will, sind, wenn auch nicht ganz unge⸗ gruͤndet, doch jedenfalls sehr uͤbertrieben. Eine andere Intrigue geht damit um, das gegenwaͤrtige Ministerium zu stuͤrzen und den General Llauder an die Spitze eines neuen zu stellen. Der Schlag ist vornehmlich gegen Martinez de la Rosa und Toreno gerichtet. Die liberale Opposition nimmt natuͤrlich an derglei⸗ chen Umtrieben nicht Theil. Eine Verwaltung, die weniger li⸗ beral ist, als die jetzige, kann sich nicht eine Woche vor der rokuradoren⸗Kammer halten, und auch von Seiten der Pro⸗ ceres waͤre die Unterstuͤtzung zweifelhaft und jedenfalls ohne Gewicht. — Das Wetter ist unertraͤglich kalt und es herrschen allgemein Krankheiten. Der Graf von Almedovar, Praͤsident der Prokuradoren⸗Kammer, ist ernstlich krank, und bei seiner Anwesenheit in der Kammer waͤre der Streit zwischen Marti⸗ nez de la Rosa und dem Grafen de las Navas gewiß nicht so weit gediehen. — Außer Llauder, der als Premier⸗Minister das Kriegs, Departement beibehalten soll, nennt man jetzt auch noch Torremija fuͤr das Ministerium des Innern, und den Banquier Remisa, einen Verroandten des Kriegs⸗Ministers, fuͤr das Fi⸗ 1 nz⸗Ministerium. Ich glaube jedoch von dem Allen nichts. — Die Siege Mina's in Navarra sind insofern wichtig, als sie der Armee neuen Muth einfloͤßen.“ (Die Sitzungen der Pro⸗ kuradoren⸗Kammer vom 18. und 19. Dezember, so wie die An⸗ 79 g “ sind schon in Nr. 3 der Staats⸗Zeitung
Die Times giebt ein Privat⸗Schreiben aus Madrid vom 20. Dezember, worin es unter anderm heißt: „Am 18ten Vormittags wurde das Gesetz fuͤr die Ausschließung des Don Carlos und seiner Nachkommen vom Spanischen Thron in Ge⸗ genwart der Garnison, der Stadt⸗Miliz und einer großen Volks⸗ menge von dem Balkon des Rathhauses und an einigen der be⸗ btesten Orte publizirt. Die an demselben Tage eingegangenen
achrichten von den erfochtenen Siegen floͤßten den Karlisten großen Schrecken ein, und mehrere begaben sich aufs Land, weil sie Beleidigungen von Seiten des Poͤbels fuͤrchteten; es ereignete sich jedoch nichts. — Estefani, welcher der Verschwoͤrung gegen die Koͤnigin angeklagt war, ist zu zehnjaͤhrigem Gefaͤngniß verurtheilt. Diese Sentenz hat sedoch die heftigen Liberalen nicht befriedigt, indem sie sagen, er sey ein reicher Mann, und da in Spanien das Geld nicht ge⸗ hangen werde, so muͤsse man dies mit den Besitzern desselben thun, auch sind sie der Meinung, daß er bald wieder aus dem
r Herr Arguel⸗ in dieser Angelegenheit er⸗ den Streit zu schlichten, und
Gefaͤngnisse entkommen werde. Die gegenwaͤrtige Regierung be⸗
folgt ein versoͤhnendes System, sie sucht so viel als moͤglich Hin⸗ tichtungen zu vermeiden, vorzuͤglich wegen politischer Vergehen. — Man spricht fortwährend von einer hauptsaͤchlich unter den Geistlichen bestehenden Verschwoͤrung, und es haben sich in ver⸗ schedenen Gegenden Beweise davon gefunden. Ein Geistlicher, welcher vor einigen Tagen uͤber die Graͤnze nach Portugal zu entwischen suchte, wurde ergriffen und bekannte, um sein Leben zu retten, daß in der Hauptstadt einer jeden Provinz eine Kar⸗ listische Junta bestehe. Er gab genauere Nachrichten und be⸗ wies durch Vorlegung von Papieren, daß diese gehelme Gesell⸗ schaft uͤber gan; Spanten verbreitet sey. Aus den von ihm ge⸗ 5 Aufschluͤssen ergiebt sich Folgendes: 1) Der Zweck die⸗ er Verbindung ist, die Religion, die Bourbonische Dynastie und die Legitimitaͤt zu unterstuͤtzen; 2) der Mittelpunkt dieser Gesellschaft besindet sich in Madrid; 3) ihr Protektor ist der Koͤnig Karl V.; 4) in jeder Provinz befindet sich ein aͤlteres Mitglied, um die Neuangeworbenen zu vereidigen und die Zwecke der Gesellschaft zu befoͤrdern; 5) dieses Mitglied, wel⸗ ches allein alle uͤbrigen kennt, hat das Recht, diejenigen, wel⸗ che sich eines Vergehens schuldig machen, zu strafen und selbst das Todes⸗Urtheil uͤber sie auszusprechen; 6) um Verdacht zu vermeiden, werden keine Versammlungen ge⸗ halten; 7) jedes Mitglied ist verpflichtet, seinen ganzen Einfluß anzuwenden, diejenigen Personen, welche der Ge⸗ lllschft von Nutzen seyn koͤnnten, im Amt zu erhalten. Die Regierung soll schon das ganze Jahr hindurch von dieser Verhindung Kenntniß gehabt haben, allein die Schwierigkeit, die verdaͤchtigen Individuen zu uͤberfuͤhren, hat die Anwendung gewaltsamer Maßregeln verhindert. Mehrere schreiben das Er⸗ scheinen der zahlreichen Raͤuberbanden der Wirksamkeit dieser Gesellschaaft zu. — Man erwartet, daß die von Herren Ardouin kontrahirte Anleihe in kurzem vor die Kammer gebracht werden wird, um die Neugier des Publikums zu befriedigen, da noch kein offizieller Artikel in dieser Beziehung in der Hof⸗Zeitung erschienen ist. Es sollen in diesem Monat schon mehrere Sum⸗ men gezaͤhlt worden seyn, namentlich 11 Millionen Realen in Madrid und 6 Millionen an Mina. Man spricht von der nahe bevorstehenden Abreise des Hrn. Ardouin nach Paris, da nunmehr alles in Betreff der Anleihe abgemacht ist. — In Hinsicht der inneren Schuld sieht man auch baldigen Maßregeln des Finanz⸗ Ministers entgegen. Bis das Budget beide Kammern passirt seyn und die Koͤnigliche Bestaͤtigung erhalten haben wird, hat die Kammer der Prokuradoren vorlaͤufig ein Gesetz angenommen, welches die Regierung autorisirt, die Abgaben nach der alten
eise zu erheben. — Die Regierung hat Anordnungen getrof⸗ fen, um ungeachtet der bestehenden Censur die Herausgabe von
uͤchern ꝛc. zu erleichtern. An saͤmmtliche Gouverneure der Provinzen ist der Befehl ergangen, in jeder Hauptstadt drei falentvolle Maͤnner, von denen wenigstens einer ein Geistlicher seyn muß, zu Censoren zu waͤhlen. Sie erhalten keine Besol⸗ dung, aber die Versicherung, daß ihre Dienste spaͤter beruͤcksich⸗ tigt werden sollen. — Die Post aus Saragossa bringt die Nach⸗ ticht, daß der Insurgenten⸗Chef Carnicer so lebhaft verfolgt werde, daß ein Soldat ihn schon am Rock ergriff, allein säaͤmmt⸗ liche Insurgenten, 15 an der Zahl, waren zu Pferde und ent⸗ kamen. Ein Oberst Anon wurde toͤdtlich verwundet und gerieth mit drei anderen Insurgenten in Gefangenschaft. Letztere wur⸗ den sogleich erschossen. Viele Prokuradoren waren in der vori⸗
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litischen Gegnern steht, seinen Zweck erreichte. — Man
gen Nacht bei dem Leichenbegaͤngnisse des verstorbenen Jose Maria
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de Trueba y Cosio, eines Bruders des Prokuradors, zugegen.“ Portugal. 1 8
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Die Times enthaͤlt nachstehendes Schreiben aus Lissa⸗ bon vom 20. Dezember: „Die Deputirten⸗Kammer beschaͤftigte sich in der letzten Woche unter Anderem auch mit der Abschaf⸗ fung der Zehnten, und es wurden bei dieser Gelegenheit sehr heftige Bemerkungen gemacht uͤber den Nachtheil, welcher den oͤffentlichen Einkuͤnften durch die Fortdauer des Tabacks⸗Mono⸗ pols erwachse. Die Regierung ist in dieser Beziehung jedoch außer Schuld. Der Graf Farrobo, fruͤher Baron Quintella, unterstuͤtzte die Regierung der Koͤnigin in Porto mit 18,000 Pfund, die groͤßtentheils zur Bezahlung der Flotte unter dem Idmiral Sartorius verwendet wurden. Er erhielt fuͤr diesen Dienst auf mehrere Jahre das Tabacks⸗Monopol, das er indeß gegen einen jaͤhrlichen Gewinn von 16,000 Pfd. Anderen uͤber⸗ ließ. Er hat also das von ihm vorgeschossene Kapital nebst Zinsen schon laͤngst aus dem oͤffentlichen Schatze zuruͤckerhalten und seine patriotische Uneigennuͤtzigkeit erscheint hierdurch nicht in dem besten Lichte. — Ein Gesetz zur Versorgung der Wittwen und Waisen der Gebliebenen wurde fast einstimmig angenommen. Außer mehreren Gesetzen von bloß lokalem Interesse wurde noch die Abschaffung der Juizes ordinarios (Volks⸗Richter) und die Einsetzung von 130 gesetzlichen Richtern, so wie die Zulas⸗ sung aller Waaren in Fuͤnchal auf Madeira, sie moͤgen daselbst verbraucht oder wieder ausgefuͤhrt werden, beschlossen. — Es sind nun einige Tage, bis zur Wieder⸗Versammlung der Cor⸗ tes, Ferien; aber der Geist der Opposition ist, allem An⸗ schein nach, so heftig wie jemals, obgleich Viele glauben, daß einige von den Fuͤhrern dieser 1. sich mit der Regie⸗ rung versoͤhnen wollen. Ich bin uͤberzeugt, daß die Herren Silva Carvalho und Freire Alles anwenden werden, um dies zu bewirken, und es sollte mich nicht uͤberraschen, wenn Ersterer, bei der großen Achtung, worin er bei Allen, selbst bei seinen 99 at be⸗ merkt, daß Saldanha's Krankheit mit dem Schließen deäö. mern verschwunden ist; er befindet sich sehr wohl und erscheint uͤberall. — Der Nacional enthaͤlt eine Liste von 49 De⸗ putirten, die unter verschiedenen Vorwaͤnden von der Re⸗ gierung Geld erhalten und die daher fuͤr dieselbe stim⸗ men, wodurch letztere in einer Kammer, die nicht mehr als 95, und gewoͤhnlich nur 88 Mitglieder zaͤhlt, sich immer eine Majoritaͤt sichert. Diese Angabe ist indeß nicht ganz rich⸗ tig, wenn sie uͤberhaupt wahr ist, denn bei mehreren Gelegen⸗ heiten haben vier bis fuͤnf von den genannten Mitgliedern gegen die Regierung gestimmt. — Es ist der Regierung gelungen, die Entschaͤdigungs⸗Frage bis zur näͤchsten Zusammenkunft der Cor⸗ tes hinauszuschleben; dann wird es aber auch um so noͤthiger seyn, sie sogleich zu erledigen, weil die dabei Betheiligten schon ungeduldig werden und laut die Erfuͤllung der Versprechungen verlangen. Wird Silva Carvalho's Plan, einen Theil der Ent⸗ schaͤdigungen mit National⸗ und Kirchenguͤtern zu bezahlen, an⸗ genommen, so wird die Erledigung dieser hoͤchst wichti⸗ gen Angelegenheit um vieles erleichtert. — Die unter dem Namen Caza de Braganza bekannten Guͤter sind durch ein Dekret der Koͤnigin, auf ausdruͤckliches Verlangen der Kai⸗ serin, dem oͤffentlichen Schatz uͤberwiesen. Alle Brastlianer, welche im Dienste Dom Pedro's standen, als: der Marquis von Neh nde, Gomez da Silva, der Leibarzt Tavarez, Almeida, der Erzbischof von Lacedaͤmon, alle Adjutanten Dom Pedro's, haben, mit Ausnahme des aͤlteren Almeida, des Kammerherrn der Kaiserin, auf Verlangen der Koͤnigin den Palast Necessida⸗ des verlassen. Dies Verfahren wird von dem Volke sehr gebil⸗ ligt, doch sind einige Personen der Meinung, daß die Koͤnigin aus Achtung gegen ihren Vater noch einige Zeit mit
Ausfuͤhrung dieser Maßregeln haͤtte warten sollen. Uebri⸗ gens glaubt man, daß das Ganze auf Anrathen der ver⸗ wittweten Marquisin von Ficalho geschehen seyv. — Marschall Beresford soll an den Kriegs⸗Minister geschrieben, und die Aus⸗ zahlung einer ruͤckstaͤndigen Summe, verlangt haben. Ich habe weder das Schreiben noch die Antwort gesehen und kann daher die Richtigkeit der ganzen Erzaͤhlung nicht verbuͤrgen. — Wie ich hoͤre, hat die große Summe, welche der Koͤnigin bewilligt worden ist, große Unzufriedenheit im Lande erregt. — Der Marquis von Niza, ein Neffe des Herzogs von Palmella, hat sich geweigert, fich mit der Herzogin von Goyases, einer natuͤr⸗ lichen Tochter Dom Pedro's, zu vermaͤhlen und steht im Begriff, sich mit der zweiten Tochter des Grafen da Ponte, welche sich jetzt in Paris aufhaͤlt, zu verbinden. — Die Pairs haben eine Deputation an die Koͤnigin gesandt, um fuͤr das ihnen beigelegte Praͤdikat Excellenz ihren Dank abzustatten.“
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Griechenland.
Eine Bekanntmachung vom Minister des Innern, Joh. Koletti, meldet, daß die Koͤnigl. Regierung, um die Uebersiede⸗ lung der Samter zu erleichtern, ihnen alle oͤfsentlichen Gebaͤude in Chalkis uͤberlassen habe, und unter ihnen die ebenfalls oͤffentlichen Aecker in der Naͤhe der Stadt vertheilen werde, im Betrage von 50,000 Stremmen. Ein Geometer sey abgeschickt worden, das Kataster der Gegend herzustellen. Die Diatriben der Journale gegen den Praͤsidenten des Minister⸗Rathes (Koletti) werden im Sotir als cynische, einfaͤltige, besoldete Angriffe, die keiner Widerlegung verdienen, bezeichnet, gerichtet gegen ei⸗ nen Mann, dessen Patriotismus und Verdienst allgemein aner⸗ kannt sey, und der durch den Haß der Schlechten nur noch mehr geehrt werde. — „Die Kommission“ sagt die genannte Zei⸗ tung, „welche beauftragt war, im westlichen Griechenland die Natur der 188n gegen die Finanz⸗Verwaltung zu untersuchen, hat, wie wir hoͤren, dort noch andere und schwere Beschuldigun⸗ gen an das Licht gezogen, als welche wir bezeichnet hatten.“ — Eine Klage, in welcher der Finanz⸗Minister des Mißbrauches der Amts⸗Gewalt beschuldigt wird, ist beim Tribunal von Nau⸗ plia eingegeben worden. — Die Verdienste mehrerer Beamten um die Zufriedenstellung der Maina werden angefuͤhrt, der Hrn. Praides, Monasteriotis und Baltinos; hiernaͤchst unter mehreren andern Griechen und Bayern in ganz besonderer Ausfuͤhrlichkeit das Lob des Major Feder, „welcher zuerst in den Angele⸗ genheiten der Maina abgeordnet wurde, und dort mehr ge⸗ than hat, als alle Uebrigen. Er durchreiste allein die ganze Maina, zwei⸗ und dreimal, brachte die Thuͤrme des Landes 8 Ordnung, und leitete den Vollzug der Koͤniglichen Verordnun⸗ gen u. s. w.“ „Die Natur, scheint es, beeiferte sich, diesen aus⸗ gezeichneten jungen Mann mit allen guten und glaͤnzenden Eigen⸗ schaften zu schmuͤcken, die Vertrauen und Neigung erwerben. Er ist tapfer und selbst ein kuͤhner Soldat, ein scharfsichtiger und kluger Anfuͤhrer u. s. w’.“ — In einem Artikel uͤber die Palikaren heißt es: „Der Palikare ist das echteste Original des militairischen Geistes in Griechenland. Er ist Kuͤnstler in
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s einer Art, in seiner Person. einer hat, wie er, diese schoͤne und origi⸗
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— 7 7
8 v“ .“ 1““ nale Haltung, Wendung, Sitte, mit mehr Unerschrockenheit im Auf⸗ treten, mit mehr Feinheit und Ironie im Blicke. Er ist Krieger, von Natur brav, abgehaͤrtet und maͤßig bis zum Unglaublichen, gut, enthusiastisch, ergeben, und in dem allgemeinen Verderbniß hat er allein Zuͤge der großen Gestalten seiner Vorfahren erhalten.“ — Dasselbe Blatt sagt uͤber Colonisation: „Griechenland er⸗ wartet von ihr seine materielle Wiedergeburt. Vor Allen die Einwohner des Landes ansiedeln, naͤchst ihnen die Fluͤcht⸗ linge aus Kreta, Samos, Thessalien, dann erst Fremde be⸗ rufen nach dem Beispiele anderer Staaten, mit dem Blicke auf den Segen und das Wachsthum, welches vorzuͤglich Deutsche Kolonisten in die Waͤlder von Amerika und die Step⸗ pen von Rußland gebracht haben, das sey Plan der Regie⸗ rung.“ — Die Anwendung des Militairs zu oͤffentlichen Arbei⸗ ten wird gewuͤnscht. Schon sey mit 2 Compagnieen vor den Thoren von Nauplia ein guter Anfang gemacht. Nicht entwaff⸗ nen koͤnne und duͤrfe man jetzt, wo die inneren Feinde bereit waͤren, wieder zu dem Schwerdt zu greifen, um ihre alten Plaͤne durchzusetzen, und nur durch die Furcht im Zaume gehalten wuͤr⸗ den, wohl aber nuͤtzlich gemacht koͤnne Alles werden, was man als bewaffnete Macht halten muͤsse. 1b
Kunst⸗Nachrichten. 8
Berlin. In der Versammlung des wissenschaftlichen Kunst⸗ Vereins am 5ten d. M. legte Hr. Eichens der Gesellschaft die von ihm so eben vollendete Zeichnung nach Raphaels Anbe⸗ tung der heil. drei Koͤnige, saten im Besitze der Familie Ancajani in Spoleto, jetzt eines der schaͤtzbarsten Kleinode des Koͤnigl. Museums, vor. Bekanntlich befindet sich dieses Ge⸗ maͤlde in einem sehr zerstoͤrten Zustande, indem die gruͤne und
blaue Farbe der Gewaͤnder fast spurlos verschwunden ist. Wun-. derbarer Weise haben sich die Fleischtoͤne der Koͤpfe sehr gut eerr-8—
halten, und da sich zur Bestimmung des Faltenwurfs die ur⸗ spruͤngliche Zeichnung mehrentheils erhalten hat, so war es Hrn. Eichens moͤglich, das Ganze in seiner Zeichnung wiederherzu⸗ stellen. Allerdings bedurfte es zu dieser Arbeit eines sehr geuͤb⸗ ten Kuͤnstlers, welcher sich so ganz in den Geist Raphasls hin⸗ einzudenken vermochte, um das Fehlende zu erzeugen, und mit Feiageste gluͤcklicher Erfindung die Linien eines Sanzio weiter ortzufuͤhren und auszufuͤllen. Dies ist Hrn. Eichens vollkom⸗ men gelungen, und da er nun daran geht, das Blatt in Kupfer zu stechen, so koͤnnen wir die Lenaseehnse zum Voraus auf eine schoͤne Bereicherung ihrer Sammlungen “ machen.
Meteorologische Beobachtung.
1ee Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Lafeveäich .344,s See 84,; 3 Par. 343, 14 Par.[Quellwärme 7, °N.
uftwarme — 2,0 °R.† 0,⸗°R. * R.
Thaupunkt — 1,, R. 3,7‧R. Furtwaͤrme 0,5 *N.
Dunstsaͤttg. 82 z8 69 pCt. Bodenwäͤrme 2,9 °N.
Pirße EIETNDTEE 88 zuebavg. 0,,2 1* d, 1 Hliederfchla 6.
1835. 6. Januar.
Wolkenzug NW.
Auswärtige Börsen. St. Petersburg, 30. Dezember. Lond. 10 ½. Hamburg 9 ½ vã. Paris 111 ½. Silber-Rub. 288
Koͤnigliche Schauspiele.
Donnerstag, 8. Jan. Im Schauspielhause: Zum ersten⸗ male wiederholt: Franz Walter, Charakter⸗Gemaͤlde in 4 Abth., von Bauernfeld. Hierauf: Zum erstenmale wiederholt: Jugend muß austoben, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely.
Freitag, 9. Jan. Im Opernhause: Die Hochzeit des Fi⸗ garo, Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Mozart.
Im Schauspielhause: 1) Ketily, vaudeville en 1 acte. 2) Camilla, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 3) Les freres ferocis, grand melodrame en 1 acte, par Carmouche.
Koͤnigstaͤdtisches Theater. “
Donnerstag, 8. Jan. Zum erstenmale wiederholt: Saypho,
Trauerspiel in 5 Akten, von Grillparzer. (Mad. Crelinger, K. ofschauspielerin: Sappho; Dlle. Bertha Stich: Eucharis; Dlle lara Stich: Melitta, als letzte Gastrollen)
FEKeyeste Nachrichren
Paris, 1. Januar. Das Bureau der Deputirten:Kam⸗ mer hatte vorgestern Abend die Ehre, dem Koͤnige den von die⸗ ser Kammer angenommenen Gesetz⸗Entwurf uͤber das Avanoce⸗ 35 der Zoͤglinge aus der Militair⸗Schule zu St. Cyr vorzu⸗ egen.
Die allgemeine Debatte uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen des Baues eines neuen Gerichts⸗Saales fuͤr den Pairshof, ist auch in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer noch nicht geschlossen worden. err Berryer, der nach dem Gene⸗ ral Bugeaud die Rednerbuͤhne bestieg, hielt einen sehr interes⸗ santen Vortrag wider den Gesetz⸗Entwurf. Er schloß densel⸗ ben mit folgenden Worten: „Wenn man sich zum Richter uͤber eine politische Meinung aufwerfen will, so sollte man wohl be⸗ denken, daß eine exaltirte Ansicht, wie man sich auszudruͤcken pflegt, niemals eine voruͤbergehende ist; daß sie vielmehr aus einer gewis⸗ üd- Ueberlegung, aus den im Lande mehr oder weniger verbreiteten
egriffen hervorgeht. Versetzen Sie sich einmal in die Zeit von 1830. Erinnern Sie sich an die geheimen Gesellschaften, die damals gebildet wurden, an die Maͤnner, mit denen die Jugend sich umgab. Wie nun, wenn sich unter denen, die man jetzt zu Richtern der Theilnehmer an den letzten Unruhen bestellte, ie⸗ gend Einer befaͤnde, dem ein Republikaner ins Gesicht sagte „„Auf demselben Dolche, wie Ihr, habe ich dem Koͤnigthume ewigen Haß geschworen!““ (Sensation.) Sie werden fuͤhlen, m. H., wie ernst eine solche Frage waͤre. Ich bezgreife sehr wohl, daß, wenn man, nachdem man in den Reihen der Oppo⸗ fition gefochten und die Einbildungskraft der Jugend entflammt hat, sich am Staats⸗Ruder befindet, 3 begreife wohl, sage ich, daß man alsdann gern jenem Strome tillstand gebiecen moͤchte, dem man alle Schleusen geoͤffnet hat. Ich begreife wohl, daß Ihr Minister Euch nach Kraͤften abmuͤht, die moralischen Hin⸗ dernisse, die sich Euch von allen Seiten entgegenstellen, zu besiegen, so daß Ihr sogar auf fremdem Boden den Professor sucht, der dem Lande das constitutionnelle Recht lehren soll. Dies