b
Acken, enthaltend:
8
linken Ufee der Saale gelegene Oomanial⸗Muͤhle
nnaͤnd, und
verpachtet werden. 2 Da in kem am 10. v. M. abgehaltenen Bictungs⸗ gerichtlich abgeschaͤtzt worden is, Termine kein annehmliches Gebot erfolgt ist, so haͤ⸗ ben wir zur Verpachtung einen anderweiten Termin
Vormittags 10 Uhr, in unserem Conferenz⸗Zimmer,
tan anberaumt, und laden dazu qualificirte Pachtbe⸗ lustige mit dem Bemerken ein, daß der bisherige Paͤchter die Pacht nicht fortsetzen, und im nicht mitbieten wird. gungen nebst Anschlaͤgen liegen sowohl in unserer Domainen⸗Registratur, als auch Acken zur Einsicht bereit
becaumten Termine annehmliche Offerten von Pacht⸗ Liebhabeen entgegen zu nohmen, und mit ihnen abzuschließen
chio nach der vnzerm 21
durch mit dem Hemerken zur off
2
in Alles ganz gut. Wie sehr Ihr aber auch danach trachten moger, Euren Grundsaͤtzen Anerkennung zu verschaffen, wie sehr Ihr Euch auch nach Maͤnnern umsehen moͤget, um moralische und politische Wissenschaften zu lehren: es glaubt Euch Nie⸗ — immer muͤßt Ihr befuͤrchten, daß jene wißbegierige, aber hitzige und ungestuͤme Franzoͤsische Jugend, die Ihr bekeh⸗ den wollt, die Namen ihrer eigenen Bekehrer in Symbole der Republik verwandelt. kann die Erinnerung an die Handlungsweise derer, die ihnen ihre Lehrer empfehlen, nimmermehr erloͤschen. zet, der gegenwaͤrtig Schuͤler, auch
1 Maͤnner vom Volke sind in denselben verwickelt. FSelche
Lehren haben Sie selbst ihnen in den Truͤmmern so vie⸗
wenn es zugleich dasselbe Monument vernichten sieht, daß den, dern Koͤnigthume versetzten Todesstoß fuͤr immer brandmarken sollte. Doch, ich halte inne; gen fehlte, aber ich glaube mweisen, daß der erwaͤhnte wäre; um ihm vorzubeugen, verlange ich die Amnestie.“ Au diese Rede solgte eine ganz ungemeine Bewegung, die sich erst emigermaßen legte, als Herr Thiers das Wort verlangte, um Herrn Berryer zu widerlegen. (Wir werden auf dessen Vor⸗ trag zuruͤckkommen.)
Glaubt mir sicherlich, in dieser Jugend
8 d,
32 um namentlich die von dem Minister aufgestellte Behaup⸗ tung, daß die vorige Dynastie sich servil gegen die fremden Maͤchte gezeigt, und daß sie selbst die fremden Bajonnette ins Land gerufen habe, als eine offenbare Luͤge zu bezeichnen. Herr Thiers berief sich in seiner Gegen⸗Antwort auf eine Jugend⸗Erinnerung. „Ich hatte“, sagte er, „fast nie⸗ mals von den Bourbonen sprechen gehoͤrt. Eines Tages — ich befand mich damals im suͤdlichen Frankreich — sagte man mir,
daß eine Englische Flotte Regimenter in rothen Uniformen aus⸗
Aber in den Pro⸗ vor dem Pairshofe schwebt, sind nicht bloß gleichzeitig die Bourbonen in
geschifft habe, und doß andererseits die Oesterreicher in weißen Uniformen den Franzoͤsischen Boden betreten haͤtten, waͤhrend Paris eingezogen waͤren. Seit
dieser Zeit hat in meinem Kopfe stets eine unfreiwillige Gedan⸗ ler Sreͤdte gegeben, und was soll Frankreich vollends sagen,
an demselben Tage,
ken⸗Verbindung stattgefunden; ich habe mir immer gesagt, daß wo ich in Frankreich, statt der vaterländi⸗
schen, die rothe und weiße Uniform gesehen, indeß die Bourbo⸗
nicht, daß es mir an Betrachtun⸗ genug gesagt zu haben, um zu be⸗ Prozeß die groͤßte aller Unsittlichkeiten
V
Herr Berryer replizirte auf der Stelle,
nen zugleich ihren Einzug in Paris gehalten haͤtten, ein Zusam⸗ menhang zwischen beiden Ereignissen stattgefunden haben muͤsse, und es hat mir seitdem nie aus dem Kopfe, nie aus dem Her⸗
szen gewollt, daß die Regierung der Restauration eine Re ierung
des Auslandes sey.“ Nach dieser Wendung, deren der Redner sich sehr geschickt bediente, um den durch die erste Rede des Herrn Berryer hervorgebrachten Eindruck wieder zu verwischen,
wurde die Sitzung aufgehoben.
Die heutigen Oppositions⸗Blaͤtter sind des Lobes voll üͤber die obige Rede des Herrn Berryer.
Man glaubt, daß Lord Granville sige Seehe verlassen werde.
er ehemalige Minister des Innern, jetzige Gouverneuk der Bank, Graf von Argout, muß bereits seit geraumer Zeit das Bett huͤten; er leidet am Stein.
Es scheint gewiß zu seyn, daß die entlassenen Zoͤglinge der ersten Abtheilung der polytechnischen Schule am naͤchsten Mon, teg wi der werden aufgenommen werden.
Nach Brest und Toulon soll der Besehl ergangen seyn lassen, um das Ausschiffen von Waffen und Kriegs⸗ fuͤr Rechnung der Karlisten zu verhindern. 8
Aus dem Kriegs⸗Schauplatze in Spanien sind keine neuere Nachrichten hier eingegangen.
Wegen des heutigen Neujahrstages werden morgen zi hiesigen Zeitungen nicht erscheinen. Das „Journal de Paris“ die „Gazette“ und der „Messager“ sind als Abendblaͤtter heut nicht ausgegeben worden. 8
Munition
Redacteur Cottel.
Gedruckt bei A. W. Hayn.
Eeaexerreüenen
———2ʒ—ͦℳN-—
Bekanntmachungen. 1G Bekanntmachung. Die im Landraͤthlichen Kreise Calbe a. d S, 6 Meilen von Magdeburg, 2 Meilen von Dessau und Coethen, an der Elbe belegene Koͤnigl. Domaine
d en
1) das in der Stadt Acken befindliche Vorwerk Acken, nebst dem ebendaselbst belegenen Com⸗ thurhofe, zu welchem Ackerland,
1722 Morg. 42 IRuth. Ack 9650 „ 54 ⸗ Wiesen, zum groͤßern
Real⸗Glaͤubiger
8 9 7 900 2 Gartenland gehoͤren; 2)
Micheln gelegenen Schaͤferei, wozu
EE116 8 Wiesen wovon 16 M.
16“ 2 Gartenland, 1“ 2 Buschwerk gehoͤren, mit allen dabei beftndlichen Wohn⸗ und Wirthschafts Gebaͤuden, betraͤchtlichen Huͤtungen,
worauf bisher 30000 Stuͤck Schaafe gehalten sind,
8 wiesen werden. 3) die auf dem Torfberge bei Acken belegene Ziegelei⸗ 4) verschiedene Fischerei⸗Berechtigungen, so wie 5) das bei der Domaine aufkom mende Zins⸗Ge⸗ traide von
5 Winspel 10 Scheffel -7 Metzen Roggen,
. 12 2 9Göö Gerste, 17 2 4 83 Hafer,
„
6 8
oll auf zwoͤlf nacheinander folgende Jahre von Tri⸗ burger Regierun an den Meistbietenden terguts Tauschwi
nitatis 1835 bis dahin 1847
SE17
auf bbbPPdebbheee d. J.
or dem Deypartements⸗Rath, Regierungs⸗Rath Na⸗ 9 9 Naumbuͤrg,
Termine Die Verpachtungs⸗Bedin⸗
auf dem Amte⸗
Uebrigens sind wir bereit, auch schon vor dem an
Magdeburg, den 2. Jannar 1835. öo“ Abtheilung fuͤr die Verwaltung der direk⸗ ten Steuern, Domainen und Forsten.
—y 4
Kinder, Sch fuͤr den
SVianntmachung. Die im Dorfe Holleben, 1 Meile von Halle, am
von Sieben Mahlgaͤngen einer Oehlmuͤhle mit 10 Paar Stampfen und einer Saͤgemuhle, nebst Brannt⸗ weinbrennerei soll mit den dazu gehoͤrigen Wohn⸗ und Wicthschaftsgebaͤnden und sonstigem Inventario vom 1 April 1835 ab, auf 12 Jahre verpachtet wer⸗ den. Wir haben einen diesfaͤlligen Licitationstermin au 8 29. Januar 1835, Morgens 11 Uhr,
spaͤtestens in
serer Registratur fuͤr gelassen. Merseburg, den 16. December 1834. “ Ln 1 NEun . “ Abtheilung fuͤr die Verwaltung der direk⸗ ten Steuern, Domainen und Forsten
16
8
Bekanntmachung.
Des im Rummelsbaigschen Kreise belesene Ga⸗ Treiena nebst Pertineazten und Gerechtigk i en, wel Jougar 1834 aufsenomme⸗ nen landschafilichen Tare auf 90 905 C lr. 15 sgr. 8 p.. geskrbigt worden, in zur norhwendigen Sahhast tien gestellt, und zum oͤfeutlichen Verijauf ein Betungs⸗ Teumin auf den 13. Mür; 1835, Vormttage 10 Uhe, vor dem eruaanten Deputirten, dem Ober⸗Lan de zerschts⸗Ruth von Poehn anaesetzt; welchen heer⸗
gevracht wird daß die Taxe, der neueste Hypotheken⸗ Scvyein und die Kaufbedinaungen taͤglich in unseren Conecuars⸗Rraitruer eingesehen werden koͤnnen. C) lin, den 21. Juli 1834. Civil⸗Seuat des Koͤniglichen Ober⸗ “ Landesgerichts. “ Avertissement. 8 Ueder den Nachlaß des am 13 November 1831 zu Marwitz verstorbenen Kriegs⸗ und Oomainen⸗Raths ven Berge, ist auf den Antrag des Ober⸗Landesge⸗
““ 8
llgemeiner Anzet richts⸗Assessor von Berge der erbschaftliche Liquida⸗ tions⸗Prozeß eroͤffnet, und zur Anmeldung und Nach⸗ weisung der Forderungen ein Termin vor dem De⸗ putirten, Referendarius von Manteuffel auf 11. Mai 1 8 3 5/, Vormittags 11 Ubr, angesetzt worden. Es werden daber alle unbekannten Glaͤubiger, so vor dem Herrn Ober⸗Appellations⸗ wie der auf dem zum von boͤrigen Vorwerke Weißberg Paul Balzerowsky oder Balienowsky eventualiter dessen Erben, und dessen Bruder der Geistliche Balzerowsky (Balienowsky), fuͤr welchen Theil zweischuͤrig, eine rechtskraͤftig erstrittene Forderung von 150 Thlr. Registratur eingeseben werden koͤnn neost 5 pCt. Zinsen seit dem 28. Februar 1806 auf den Grund des lwmissorialis vom 31 August 1829 2) daz Vorwerk Klietzen, nebst der im Dorfe bei dem Vorwerke Weißber seine hinterlassenen Erben 761 Morg 29 IRuth. Ackerland, Forderungen spaͤtestens in dem obigen M. dem Koͤnigl. Ober⸗ S R. zweischuͤrig, in Person oder durch einen mir Vollmacht und In⸗ formation versehenen hiestgen Justiz;⸗Commissartus anzuzeigen und die Beweismittel beizubringen. Bei Richtanmeidung ihrer Anspruͤche im Termine haben dieselben zu gewaͤrtigen, daß sie aller ihrer Vorrechte b — verlustig erklaͤrt, und mit ihren 1 Vrauerei, Weidenbaum Nutzung und der Köntglichen dasjenige, was nach Befriedigung der sich meldenden v vmeicgift⸗, Feld⸗, Garten⸗ und Baum⸗ Glaͤubiger noch uͤbrig bleiben moͤchte, werden ver⸗ JInventarien, Frankfurt a. d. O., den 5. December 1834. Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht.
Subhastations⸗Patent.
Zur Versteigerung des zur nothwendigen Subha⸗ station gestellten, in dem Liebenwerdaer Kreise Mere⸗ gs⸗Bezirks gelegenen, Allodial⸗Rit⸗ hhwitz, welches mit dem dazu gehoͤrigen Vorwerke Wichtewitz auf 47,226 Thlr.
Juni vor dem Deputirten Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗ Assessor von Witt’en in dem Locale des unterzeichne⸗ ten Ober⸗Landesgerichts Termin an. Die Taxe, der neueste Hypotheken⸗Schein, und die besondern Kauf⸗ Bedingungen sind in unserer Registratur einzusehen. den 7. November 1834.
Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht von Sachsen.
Pör Wir laden Alle, welche als Eigenthuͤmer, Cessio⸗ eventualiternatre, Pfand⸗ und sonstige Briefs⸗Inhaber 1 an die verloren gegangene, unterm 5. Mai 1823 von der verwittweten Braueigen Kliper, Caro⸗ line, gebornen Witt, und dem Vormunde ihrer uhmacher Johann Bogislaw Ziebell, Unterofficier Fiedler zu Ruͤgenwalde ausgestellte Schuldverschreibung uͤber 200 Thlr., Zwei Hundert Thaler, welche auf das im Hypo⸗ thekenbuche vom Jahre 1778 Fol. 65 verzeich⸗ nete Wuͤrdeland Nr. 31 . beicn 11I. Nr. 2. aus der Verfuͤgung vom Mai 1823 eingetragen ist, Anspruͤche zu haben glauben, auf den Interessenten vor, diese ihre Anspruͤche zur Eroͤrterung derselzen auf den 16. Januar 1835, Vormittags 10 Uhr, hier an der Gerichtsstelle angesetzten Termine oder demselben anzumelden. Diejenigen, welche dies unteclassen, werden mit in unserm Sitzungszimmer anberaumt, und die Pacht⸗ allen ihren Anspruͤchen an die bezeichnete Schuld⸗ bedingungen auf der Muͤhle zu Holleben, wie in un⸗ verschreibung praͤcludirt, es wird ihnen dieserhalb Domainen Verwaltung auslegen ein ewiges Stillschweigen auferlegt und dies Docu⸗ nent amortisirt werden. Coerlin, am 13. Septbr. 1834. „ Konigl. Preuß. Stadtgericht.
Ebdietal⸗Citation Die Maria Christina Roemhild aus Hamburg, welche sich zuletzt in Inowrgelaw aufgehalten, und im Jahre 1804 nach Schlesten gereiset, seit dann aber keine Nachricht von sich gegeben hat, so wie bei O'Connel. — Die Deutschen ihre etwanigen unbekannten Erben und Erbnehmer, werden auf den Antrag eines Intestat⸗Erben der er⸗ l. stern hierdurch aufgefordert, sich vor oder in dem auf den vierten November in unserm Geschaͤfts⸗Locale vor dem Degputirten, Heren Landgerichts⸗Rath Koehler anstehenden Ter⸗ enilichen Knnens min, oder in unserer Registratur schriftlich oder per⸗ soönlich zu melden, widrigenfalls die Maria Christina Roemhild fuͤr todt erklaͤrt, und ihr Intestat⸗Erben verabfol Bromberg, den 18. Koͤniglich Preußisches Landgericht.
Zum Verkauf des im Inowraclawer Kreise, im
Bromberger Regierungs⸗Departement delegenen, dem
ger fuͤr die Preußi Gutsbesitzer Adam von Lubowiecki g
hiesigen Landsc
den Eilften
Bergeschen Nachlasse ge⸗
bei Posen eingetragene structions⸗Zimmer an,
neueste Hypotheken⸗Schein von diese
Zugleich werden die unbekannten ten von Pierance und die Theela verehlichte von Sluhicka, zu dem mine Erste unter der Warnung vor Ausbleibenden mit ihren Reak⸗An rance werden praͤkludirt, und ihnen ges Stillschweigen auferlegt werden ter der, daß bei ihrem Ausbleiben willigen in den
eingetragen steht, oder ierdurch vorgeladen, ihre ermine auf Landesgerichte hierselbst, entweder
folgter Belegung des Kau
Forderungen nur an tion des Documents erfolgen wird.
Das im Großheezogthum Posen baumer Kreise gelegene, dem Kreisr
—— —ö—.
abgeschaͤtzte adelige Gut Schweinert Zubehoͤr soll auf den Antrag der Gl
kauft werden. Termin auf I1 an hiesiger Gerichtsstelle anberaumt, faͤhige Kaͤufer einladen. Die Taxe und die Kaufbedingun neueste Hypothekenschein koͤnnen in
1 Hiezu ist der peremt 5 21 sgr. 4 pf. steht auf
183 , hora X.,
Guts Pierance, welches landschaftlich auf 21,848 Thle. 12 sgr 2 pf aeseschs ist, steht auf den Antrag der en La afts⸗Direction im Wege der Resub⸗ hastation ein peremtorischer unn i
Boͤtticher, Vormittags um 10 Uhr, in unserm In⸗ . zu welchem Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Taxe, der
besondern Kaufbedingungen in unserer Subhastations⸗
. den Zuschlag fuͤr das gethane Meistgebot, und die Loͤschung der ausgefallenen Posten nach er⸗ geldes auch ohne
Bromberg, den 28. October 1834. Koͤniglich Preußisches Landgericht. Hevelke.
Bekanntmachung. phan v. Unruh gehoͤrige, auf 45,004 Thlr. 17
der Execution oͤffentlich an den Meistbietenden ver⸗
tur zu jeder schicklichen Zeit eingesehen werden Meseritz, den 20 November 1834. Koͤnigl. Preuß. Landgericht.
schen
ehörigen, adligen China sͤ
Beschreibung des Chinesischen Reiches. Von Herm Keating. Canton 1834. — Wu sung, der Held un seines Bruders Raͤcher. Episode aus dem Romant Schui hu tschuan. b
Nord Amerika,
Charakter der Neu⸗Englaͤnder. Bibliog raphische
Mittheilungen. . Westindien.
Die Bahama⸗Fnseln.
. Elen 8
Der Diamanten⸗Distrikt in Brasilien.
8 Australlen.
Sitten und Belustigungen der Bewohner der Ka rolinen. — Zustand der Civilisation bei den Polb⸗ nestern. Von einem Britischen Marine⸗- Offizier.
11131“
Comfort und Musik. — Russisches Conversationsg, Lexicon — Die Weinlese in der Champagne. — De Englische Familie Shee. — Sandsuͤrme in Sahara.— Das Schachspiel. — Amerikanische Neugier. — We derlegung. — Siz llische Doͤrfer. — Ein Winter in Sizilien. Consumtion verschiedener Artikel in Europa. — Ueber einige Schriftsteller der Makarsni⸗ Sprache. — Der Bergbau in Frankreich. — Eng⸗ lands Buchhandel mit Frankreich. — Geistige Ge⸗ traͤnke bei dem Britischen Militair — Spaͤter Ge⸗ brauch des Glases in England. — Hollaͤndische Sit⸗ ten. — Langes Hungerleiden. — Mustkalisches Nind⸗
vieb. — Der Bach Kidron bei Jerusalem. — Anck⸗ Russisches Encyelopaͤdischt
dote von Vandyk. — Wörterbuch.
Mit dem 1. Januar 1835 beginnt diese die Ge⸗ sammt⸗Literatur des Auslandes umfassende, drei Nul woͤchentlich erscheinende Zeitschrift ihren vierten Jahrgang. Bestellungen darauf werden sowohl von
ermin auf 1835, Gerichts⸗Assessor
em Gute und die
en. Real⸗Praͤtenden⸗ von Lubowiecka, anstehenden Ter⸗ eladen, daß die pruͤchen an Pie⸗ deshalb ein ewi wird, Letzte un⸗ angenommen, sie
Produe⸗
in dessen Birn⸗ ath George Ste⸗ — sgr. (Swinarz) nebst dubiger im Wege
orische Bietung⸗ (Mohren⸗Straße Nr. 34) als von allen Koͤnigl. Vos⸗ J., amtern zu dem vierteljaͤhrlichen Praͤnumerattde⸗ wozu wir besitz⸗ Preise von 22 sgr (ganzjahrig 3 Thlr.) angenommi, wofuͤr sie den hiesigen Einwohnern frei ins Hauz und den Bestellern im Inlande portofrei geliefert wird. 1
gen, so wie der
unserer Registra⸗ Verlag der Creutz'’schen Buchhandlung in Magdeburg:
„Die Wirksamkeit der Provinzialstaͤnde der
A. s.
Mahlmann.
h Magazi
dieser Zeitschrift gelieferten Portugal.
lagerung Lissabons durch die Migue Fgn eh.
zu Coerlin in Raͤ⸗
25. und Richelieu. Historische Fragme
bis zu dem dem Konsulate.
Charles Nodier. — Ausspruͤche Cha
— Ueber die Kartoffeln als Nahrun bliographische Mittheilungen. Schweiz.
iI1 Neuere Italiaͤnische Werke uͤber
Mittelalter. England.
zehnten
ungen. ümmark. Alt⸗Nordische Literatur.
Schweden.
Schwedische Geschichte und Stat
derer Beziehung auf einige neuere S „Rußland
Russische Skizzen. Darum trinke
pagneec. — Das Weib mit den Rech
1835,
Vermöͤgen ihren
t werden wird.
ovember 1834.
Jahrhunderts — Begebenheit auf
— Bibliographische rkei.
Hhevelke.
Aragabien. Die Propheten vor Muhammed. Episode
8
erarische Anzeigen
die Literatur des Auslandes. Verzeichniß der im Monat December 1834 von
Bourmont’s Kommando in Portugal und die Be⸗ Tagebuche eines Franzoͤsischen Offiziers.
Historische Untersuchungen uͤber Baͤlle und Mas⸗ keraden, besonders in Frankreich. — Ludwig XlIll.
von Saint⸗Simon und Briefe des Kardinals. — Antrag der Literatur und Kunst unter dem Direktorium und Von Ch. Nodier. — Ueber den Schluͤssel zu einigen satirischen Schriften.
Mitthetlungen uͤber seinen Aufenthalt in England. Genf und die Franzoͤsische Schweiz
Aülterthumskunde. — Die Italiaͤnischen Liebeshoͤfe im
Die Insel Jersey. — Die Revolutionen des neun⸗ Jahrhunderts, hauptsaͤchlich mit Bezug auf England. — Die Flucht des Grafen von Nithsdale aus dem Tower, im Jahre 1715. — Eisenbahnen in England und ihre neuesten Resultate. — Ein Besuch
Ungemach auf Reisen. — Bibliographische
Epilog zu den philosophischen Thorheiten des 19ten
Handel und Industrie in Konstantinopel.
gus dem Aragbischen Roman „Antar.“
wbhent IaMrnmn re
Farbdeatn Sachsen, dargestellt nach den Ver⸗ andlungen der in den Jahren 1825, 1827, 182 und 1833 in Merseburg gehaltenen Landtage und n den Allerhoͤchsten Landtags-Abschieden, vom Hof⸗ rath J. H. L. Burchardt“ Preis Thlr.
In allen Buchhandlungen der Monarchie und namentlich in der Stuhrschen Buchhandlung in Berlin, Schloßplatz Nr. 2, zu bekommen.
Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn Mrez⸗ Posen und Bromberg ist zu haben:
Die schwebende Eisenbahn bei Posen und Projekt zu einer allgemeinen Eisenbahn durch den Preußischen Staat, von Moritz von Pritt⸗ witz, Hauptmann im Koͤnigl. Preuß. Ingenieur⸗ Corps und Festungs-Baudirector. (Mit 1 Zeichnung.)
gr. 8vo. Preis: 15 sgr.
Artikel:
listen. Aus dem
nte vom Herzog
Schulenburg’'s Denkwuͤrdigkeiten.
Von
teaubriand's und gen zu erhalten:
Leben und Denkwuͤrdigkeiten Jo hann Matehla Reichsgrafen von der Schulenburg, Erbherrn uf Emden und Delitz, Feldmarschalls in Diensten N Republik Venedig Aus Originalquellen bearbeitet.
2 Theile. gr 8vo. 4 Thlr. 22;½ sgr. Leipzig. Weidemann sche Buchhandl. Ein neuer Catalog vorzuͤglicher Werke
in Englischer, Italienischer, Spanischer u. a Spra⸗ chen, vielen Griechischen und Roͤmischen Classtkern
und Prachtwerken 8 zum Verkauf bei Friedrich Fleischer in Leipzig
gsmittel. — Bi⸗
Geschichte und
Weinstroͤme. — cker & Humblot, Franzoͤs. Str. Nr. 2) 2.) jcht Mitthei⸗ zu erhalten, und wird Liebhabern auslandischer Litt⸗ katur zur geneigten Beachtung um so mehr empfoh⸗
8 len, als alle Preise hoͤchst billig gestellt sind.
In der C. F. Muͤller'schen Hof⸗Buchhandlung istik, mit beson⸗ in Carlsruhe erscheint Anfang Januar folgender chwedische Werke. boͤchst wichtige Werk, worauf alle soliden Buch⸗
b egenge vene heng, zu Berlin die ich keinen Cham⸗ Stuchrsche, Schloßplatz Nr. 2. . 8 des Mannes. Der deutsche Zoll⸗Verein,
sein System und seine Zukunft, von Dr. C. F. Nebenius,
Großberzogl. Bad. Staatsrath, Direktor des Mint⸗ steriums des Innern, Vorstand der Gesetzgebungs⸗ Commission, und Curator der vI 8 Commandeur des Großherzogl. Bad. Zaͤhringer Ld⸗ — Zohairs Tod. wen⸗ und des Großherzogl. Hessts. Ludwigs⸗Oedens. gr. Svo. 20 — 25 Bogen.
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einer Maskerade.
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nunmehr am 5ten die hie.
mehrere Kriegsschiffe nach den Spanischen Kuͤsten auslaufen 8
geruht.
der Expedition der Allgem. Preuß. Staats⸗Zeitung
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Bei uns ist erschienen und in allen Buchhandlun⸗—
ist durch alle Buchhandlungen (in Berlin bei Dun⸗†
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Amtliche Nachrichten.
Kronik des ages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bisherigen Regierungs⸗ Rath Bartels zu Minden zum Ober⸗Regierungs⸗Rath und Abtheilungs⸗Dirigenten bei der Regierung zu Achen zu ernen⸗
eruht. Prutagl. Majestaͤt haben den Ober⸗Landesgerichts⸗Rath und Kriminal⸗Direktor Menshausen zum Direktor des Land⸗ und Stadtgerichts in Halberstadt Allergnaͤdigst zu ernennen
8
Se. Koͤnigliche Majestaͤt haben den Stadtgerichts⸗Direktor Schroͤner in Charlottenburg zum Direktor des Land⸗ und Stadtgerichts in Halle a. d. S. und zugleich zum Kreis⸗Justtz, Rath fuͤr den Kreis Halle und den Saal⸗Kreis Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Angekommen: Se. Durchlaucht der Prinz Boguslam Radziwill, von Dresden.
e. Excellenz der Koͤnigl. Niederlaͤndische General⸗Lieute⸗
nant, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf von Perponcher, aus dem Haag.
Zeitungs⸗Nachrichten.
8 Franktheiscch ““ Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 31. Dezem⸗ ber. (Nachtrag.) Im ferneren Laufe der Berathungen uͤber den von der Regierung beantragten Bau eines Gerichtssaales fuͤr den Pairshof ließ sich auch Herr Hennequin vernehmen. Er beschwor die Versammlung, zu dem ihr vorgelegten Gesetz⸗ Entwurfe nicht die Haͤnde zu bieten. Die Kammer, meinte er, daͤrfe als ein politischer Staatskoͤrper von dem Prozesse, der vor dem Pairshofe verhandelt werde, gar keine Notiz nehmen, wenn auch jeder einzelne Deputirte Kenntniß davon habe. Die Ma⸗ jorität habe zwar das bisher von der Regierung befolgte System gebilligt; dieser Umstand binde sie aber gar nicht fuͤr den gegen⸗ waͤrtigen besondern Fall, und Niemand koͤnne sie z. B. hindern, wenn sie nicht offen mit dem Ministerium brechen wollte, zu erklaͤren, daß sie den beschlossenen Bau faͤr unangemessen halte. Herr Berryer (aus dessen Rede wir bereits gestern einen kurzen Aus⸗ zug gegeben haben) sprach sich etwa in folgender Weise aus: „Nach den stattgehabten dreitaͤgigen Eroͤrterungen bleibt mir uͤber die Amnestte⸗Frage nur wenig zu sagen uͤbrig. Ich kann mit wenigen Worten die Gruͤnde auseinandersetzen, welche mich bewogen hatten, den Vorschlag zu unterstuͤtzen, dessen Verlesung Ihre Buͤ⸗ reaus nicht gestattet haben; aber ich will mich hauptsaͤchlich mit dem Gesetze beschaͤftigen, das Ihnen vorgelegt worden ist, es in seinen Wirkungen und in seinen unvermeidlichen Folgen beleuchten. Ich werde verbrecherische Handlungen nicht als bloße Unvorsichtigkeiten darstellen; ich werde das nicht zu mildern suchen, was wirklich strafbar ist; aber ich werde wahr seyn gegen Alle. — Das Gesetz, aus dem Gesichtspunkte betrachtet, wie es aus den Por⸗ tefeuiles der Minister und aus den Berathungen Ihrer Kommission hervorgegangen ist, hat zu ernsten Einwendungen Anlaß gegeben, welche unbeantwortet geblieben sind. Ich will sie nicht alle wieder vorbringen, sondern mich nur auf zwai beschraͤnken, von denen es mich wundert, daß man sie nicht beantwortet hat. Die erste betrifft die unerhoͤrte Grausamkeit, die in dem vorliegenden Bau⸗Antrage liegt. Man hat Ihnen gesagt: „„Wie! waͤhrend Personen im Ge⸗ faͤngnisse schmachten, waͤhrend die Anklage⸗Akte noch nicht foͤrmlich gegen sie erlassen ist, berathschlagt man uͤber den Bau eines Ge⸗ baͤudes, welches ihnen zum Gefaͤngnisse dienen soll, uͤber den Bau eines Saales, in dem sie ihren Richtern Rede stehen sollen?““ Ich begreife sehr gut, m. H., daß eine Deputirten⸗Kammer, welche alle Pffentliche Ausgaben votiren muß, mit Wuͤrde und mit Sicherheit berathschlagt, wenn man ihr einen Gesetz⸗Entwurf vorlegt, um auf irgend einem des Koͤnigreiches ein Gefaͤngniß zu erbauen; denn die Gesellschaft kann solche traurige Orte nicht entbehren, wo ie denn doch in der Verwaltung der Justiz und in der Ausfuͤhrun hrer Urtheile eine vollkommene Sicherheit sindet. Aber was mi berlett, was ich mit Widerwillen zuruͤckweise, das ist die besondere lgenihuͤmlichkeit der Forderung. Man verlangt von Ihnen Gel⸗ der zur Erbauung eines Gefaͤngnisses fuͤr Leute, welche man Ihnen jeigt, welche da sind, einen Verhoͤr⸗Saal fuͤr Personen, deren Na⸗ men verzeichnet sind, und in allen oͤffentlichen Blaͤttern widerhallen; ese Individualistrung hat etwas, was mein Gewissen verletzt, was meinem Herzen widerstrebt. Aber das ist nicht Alles; Ihr Vor⸗ haben ist auch von ernsten Gefahren begleitet. Man hat Ihnen gesagt, daß Sie diesen Gesetzes⸗Vorschlag unmoͤglich annehmen nnten, ohne daß daraus ein unseliges Resultat fuͤr die gefangenen ersonen hervorginge. Man hat zwar eingewendet, man begreife nicht, wie eine rein materielle Frage Einfluß auf das Schicksal der Angeklagten haben koͤnne. Das begreifen Sie nicht, und erklaͤren es enn Ihre eigenen Worte nicht allzudeutlich? Wenn es in der Welt nach dem Ungluͤcke etwas Heiliges giebt, so ist es der Angeklagte; er steht unter dem Schutze der Gesetze, aber auch unter dem der iffentlichen Achtung und Ruͤcksicht, und Sie entöloden sich nicht, e Maͤnner, fuͤr die man eine Amnestie verlangt, Banditen zu nen⸗ nen? (Lauter Beifall im Saale und in den oͤffentlichen Tribuͤnen. Lebhafte Aufregung in der ganzen Versammlung.) Der General Bugeaud: „Fch verlange zwer Worte zu sagen, ich bestehe dar⸗ auf; es ist wegen einer persoͤnlichen Thatsache.“ (Unterbrechung Murren.) Viele Stimmen: „Sie haben nicht das Wort. Herr Praͤsident, erhalten Sie dem Redner das Wort!“ — Der graͤsident: „Ich kann jetzt das Wort, selbst wegen einer persoͤn⸗ schen Thatsache, nicht ertheilen. Sie koͤnnen nachber sprechen.“ — Wiederholter Beifall in den oͤffentlichen Tribunen.) Herr staubert. „Erhalten Sie die Ruhe in den Tribunen; es st, das zweitemal, daß man sich daselbst laute Aeußerungen erlaubt.“ Der Praͤsident: „Ich habe die sirengsten Befehle ge⸗ beben, daß die Rube nicht gestoͤrt werde; mehr kann ich nicht thun. sich kann meine Aufmerksamkeit nicht zugleich auf die Kammer und zuf die Tribunen richten.“ Mehrere Stimmen: „Lassen Sie jeselben raͤumen.“ (Murren.) Nach wiederhergestellter Ruhe fuhr err Berryer fort: „Nein, m. H., man wuͤrde es sich vergebens u verhehlen suchen: ein solcher Vorschlag kann nicht erbrtert, kann
ryer das Wort ergriff,
en gies Ignuar
nicht angenommen werden, ohne daß er eine große moralische Wir⸗ kung auf das Schicksal derjenigen hervorbraͤchte, die allein dem Aus⸗ spruche ihrer Nichter unterworfen sind und ihnen allein zu antwor⸗ ten haben. Aber es giebt noch einen andern Einwand, den man Ihnen bereits gemacht hat, daß es naͤmlich durch den Gesetz⸗Ent⸗ wurf von Ihnen abhaͤngig gemacht werde, zu welcher Zeit, an wel⸗ chem Tage die Angeklagten vor ihren Richtern erscheinen sollen. Ich bin uͤberzeugt, daß die Kammer noch von den Worten meines ehrenwerthen Freundes, des Herrn Janvier, erschuͤttert ist, als er Ihnen 400 Familien, Frauen, Muͤtter und Kinder zeigte, die sich taͤglich auf dem Bauplatze einsinden, um zu sehen, wie weit das Werk vorgeschritten, welches bestimmt ist, ihnen Entscheidung ihres Schicksals zu bringen. (Anhaltender Pestan.) Gestern noch ist ein anderer und noch weit bedeutsamerer Einwan
von einem ausgezeichneten Redner vorgebracht worden, ünd als ich gleich durauf den Minister des öffentlichen Unterrichts diese Redner⸗ buͤhne besteigen sah, glaubte ich, daß er auf denselben antworten wuͤrde, daß er das Beduͤrfniß fuͤhle, im Namen des Kabinets Auf⸗ schluͤsse uͤber einen so wichtigen Punkt der Eroͤrterung zu geben. Der Minister aber beschraͤnkte seine Rede auf die Darlegung der Doc⸗ trinen, von denen wir ihn beseelt wissen. Er hat viel schoͤne Worte geredet. Ist es denn wahr, sagte er, daß es in dieser Welt, in jeder Politik dieser Welt nichts Gerechtes, nichts Ungerechtes, nichts Wah⸗ res, nichts Falsches, nichts Gutes, nichts Boͤses mehr giebt? Und seinen unzeitigen, aber in einem edlen Gedanken be ruͤndeten An⸗ griff verfolgend, rief er aus, daß man durch alle moͤgliche Waffen jene beklagenswerthe Ausflucht ersticken und bekämpfen muͤsse? Aber hateer es wohl uͤberlegt? Verletzt denn der Prozeß, an dem man uns durch den vorliegenden Gesetz⸗Entwurf gern Theil nehmen las⸗ sen moͤchte, in keinem Punkte das Gute, das Wahre und das Gerechte? So eben erst haben Sie sich laut dagegen aufgelehnt, als ein Redner diese Bemerkung machte; aber ich wundere mich, daß dies nicht schon gestern geschehen ist, als ein Redner die unvermeidlichen Vorwuͤrfe derjeni⸗ gen vernehmen ließ, die man zu Maͤrtyrern einer politischen Mei⸗ nung machen will, als er Sie beschwor, durch Beseitigung des Ge⸗ seszes, und also auch des Prozesses, dem Lande das unmoralische Schauspiel, welches er darbieten wuͤrde, zu ersparen. Sie haben nicht darauf geantwortet. Wohlan! ich erklaͤre, daß, was mich be⸗ trifft, alle meine Betrachtungen, alle meine Gedanken uͤber jene große Frage sich augenblicklich in der tiefen Erschuͤtterung konzen⸗ trirten, weiche die Worte des Redners in meiner Seele hervorgebracht hatten. Ja, es liegt diesem Allen etwas Unmoralisches zum Grunde, und ich bitte die Kammer, mir ein aufmerksames Gehoͤr zu schenken. Durch ein Wort verletzt, welches einem Redner entschluͤpft war, rief der Minister des oͤffentlichen Unterrichts aus, es gäbe keine Pro⸗ skribirten in Frankreich. Er kenne, sagte er, nur Verurtheilte, die fuͤr gewoͤhnliche, bei allen civilisirten Voͤlkern durch Gesetze voraus⸗ gesehene Verbrechen bestraft und durch ihre natuͤrlichen Richter, aber nicht durch diese oder jene Partei⸗Meinung verurtheilt worden waͤren. Ich raͤume dies in Bezug auf die Vergangenheit ein; ich will mich wenigstens aller Betrachtungen enthalten, welche ich uͤber die Ausdehnung machen koͤnnte, die der Minister seiner Erklaͤrung, daß es in Frankreich keine Prostkribirte gaͤbe, gegeben hat. Aber wenn dies fuͤr die Vergangenheit wahr ist, bleibt es auch wahr fuͤr die Zukunft? Ist es ein gewoͤhnlicher Prozeß, der einge⸗ leitet werden soll, und ist er der gewoͤhnlichen Gerichtsbarkeit zuge⸗ wiesen worden? Sieht man das Gesetz oder die Politik eine Herr⸗ schaft ausuͤben? Gestern hat ein großer Rechtsgelehrter die Kom⸗ 1e e Snah⸗ eroͤrtert, und nun frage ich Sie, m. H., was ist das fuͤr eine Gerichtsbarkeit, die zugleich das Gesetz macht, in den An⸗ 1erssand versetzt, und richtet? Sie wollen sich an einen rein polftischen, an einen Ausnahme⸗Gerichtshof wenden, der nicht ein⸗ mal die Achtung fuͤr sich hat, die man einem fruͤheren Gesetze schuldig ist. Man hat Ihnen gesagt, daß die Angeklagten zitternd vor ihren Richtern erscheinen wuͤrden; ich aber, wenn ich die poli⸗ tische Moralitaͤt des Prozesses in's Auge fasse, glaube, Ihnen sagen zu koͤnnen, daß die Angeklagten mit einem ungeheuren Ue⸗ bergewicht vor ihren Richtern erscheinen werden.“ (Beifall zur Linken.) (Der Schluß dieser Rede ist bereits gestern unter den „Neuesten Nachrichten“ mitgetheilt worden.) Der Minister des Innern, der unmittelbar nach Herrn Ber⸗ G bob also an: „M. H., die Kamnier wird es natuͤrlich finden, wenn ich diesmal die Neoͤnerbuͤhne mit einer in⸗ neren Bewegung besteige, die mir sonst nicht eigen ist. Gewoͤhnlich haben wir nur die Minister und ihre Handlungen zu vertheidigen; jetzt zwingt mich, das Prinzip der Regierung selbst, die Jult⸗ Revolution, i chutz zu nehmen. Und doch hat diese Revolution Wort gehalten, denn sie hatte unsern Gegnern gesagt: „„Ibr Alle, die Ihr die Freiheit geleugnet habt, Ihr sollt F ben unter mei⸗ nem Reiche theilhaftig werden. Moͤget Ihr mich immerbin angrei⸗ fen, moͤget Ihr mein Prinzip und die von mir gesiiftete Regierung in Frage stellen! Dies Alles soll Euch gestattet seyn; man wird Euch bis zum Schlusse hoͤren, Niemand wird daran denken, Euch zu unterbrechen; man wird sich sogar dem unschuldigen Vergnuͤgen hingeben, Euer Talent zu bewundern, wenn gleich Ihr es dazu benutzet, auf die Revolution zu schmaͤhen.“% Gestatten Sie mir, meine Herren, daß ich Sie an einen Schwur erinnere, der fruͤher einmal in einer unserer gesetzgebenden Versammlungen ge⸗ than wurde. Ein Redner rief⸗ „„Ich schwoͤre, daß ich das Land gerettet habe!“% Eben so schwore ich jetzt, daß die Revolution ihrem Versprechen treu geblieben ist, denn sie hat Euch heute ruhig bis zu Ende gehoͤrt, und hoͤrt Euch alle Tage. den gefaͤhrlich, so wuͤrde man Euch unterbrochen haben; aber un⸗ geachtet alles dessen, was Ihr gesagt habt, ist diese Versammlung ruhig geblieben, und eben so wenlg wird das Land dadurch erschuͤt⸗ tert werden. Ich will mich hier ganz unumwunden aussprechen. Beim Lichte betrachtet, sind es nicht die Maͤnner, die Ihr angreift, sondern das Prinzip der Regierung, und eben Nes schmerzt mich. Ihr ruft der Regierung zu, sie 7oͤnne dem Lande weder Ordnung noch Freiheit geben, sie koͤnne nicht einmal die Schuldi⸗ gen verurtheilen, sie koͤnne die Wuͤrde Frankreichs im Auslande nicht behaupten, sie koͤnne nichts als Verwirrung schaffen. Dies ist Euer einziger Gedanke, Eure einzige Rede. (Herr Berryer⸗ 2„Allerdings!") Ich moͤchte dagegen fragen, ob denn die vorige Nregierung stark und maͤchtig, ob sie eine Freundin der Freiheit, und vor Allem, ob sie immer milde war. Ihr sagt, daß die Legi⸗ timitaͤt allein Sicherheit gewaͤhre. Ist nicht aber der legitime Tbron dreimal umgestuͤrzt worden? Unsere Kraft ist ganz anderer Art, denn wir sind im Juni und April ernster angegriffen worden, als jemals das Prinzip der Legitimitaͤt, und doch haben wir gesiegt. Dies koͤmmt aber daher, daß unser Prinzip selbst der Regierung zu Huͤlfe kam, und zwar in der Tracht der National⸗Garde, Auch der vorigen Regierung fehlte es im Jahre 1830 nicht an be⸗ waffneten Vertheidigern, denn die Garde war brav, und vergoß aus Achtung fuͤr die militatrische Disciplin, wenn gleich mit Schmerz, das Blut ihrer Mitbuͤrger. Sie wurde aber . und so ist je⸗
nes mysterioͤfe Prinzip der Legitimitaͤt zu Grunde gegangen, waͤhe
Waͤren Eure Re⸗
rend das unfrige in weit blutigeren Schlachten bestanden hat. Man sagt uns jetzt, wir koͤnnten den Angeschuldigten vor dem Pairshofe nicht unter die Augen treten, indem wir auf demselben Dolche wie sie, dem Koͤnigthume iseg Haß geschworen haͤtten. Dies ist aber nicht wahr, denn, wenn gleich wir fuͤr die Freihett fochten, so verließ uns doch keinen Augenblick die Ueberzeugung, daß Frankreich ei⸗ ner monarchischen Regierung beduͤrfe. einer von uns hat fal⸗ schen Gottern geopfert; alle haben wir fest an der Mo⸗ narchie, als an dem einzigen Anker gehalten, der dem Lande Ordnung und Freiheit im Innern und Wuͤrde nach Außen bin verspraͤche. Aber nicht die absolute Monarchie hatten wir dabei im Sinne, sondern jene wahre vernuͤnstige Monarchie, wie die Juli⸗Revolution sie geschaffen hat.“ — Diese eg gab dem Minister einen erwuͤnschten Anlaß, noch einmal tuͤchtig auf die vorige Dynastie zu schmaͤhen, sie der Willkuͤr und der Haͤrte zu beschuldi⸗ en, und dem Lande zu ihrem Sturze Gluͤck zu wuͤnschen. Er fuhr sodann also fort: „Die Rede, die Sie so eben gehoͤrt haben (die des Herrn Berryer), 8-” nicht neu; schon vor 2. Jahren wurde sie gehal⸗ ten, und nach 2 Jahren wird sie wieder gehalten werden. Weshalb? Weil uns Alle die Erbsuͤnde trifft, daß wir der Freiheit gedient haben. st es aber wohl gerecht, zeugt es auch nur von einer wahrhaften Liebe fuͤr das monarchische Prinzip, daß man uns täͤglich mit Wohlgefallen die Schwierigkeiten vorhaält, mit denen wir zu kaͤmpfen haben? Ihr nennt Euch die Anhaͤnger der Monarchie: glaubt Ihr denn, daß Ihr derselben dient, indem Ihr uns Hinder⸗ nisse aller Art bereitet? Denn wenn Frakreich schwer zu regieren ist, so liegt der Grund doch wohl nur darin, daß es noch von Zorn gegen Euch vefün ist. Und seht Ihr Unsinnigen denn nicht ein, — und ich meine hier nicht den vorigen Redner, sondern eine ganze Partei, — daß Ihr gegen Euch selbst wuͤthet, indem Ihr wollt, daß es keine Ruhe, keine Bednung, keine Sicherheit, keine Buͤrgschaft mehr gebe. Gesetzt, der Revolutiong⸗Schwindel, der sich vor à0 Jahren aller Koͤpfe bemeisterte, braͤche noch einmal aus, wuͤrdet Ihr nicht so gut, wie wir, das Opfer desselben werden? und wenn wir daher die, Rube desselben sichern wollen, geschieht es nicht so gut fuͤr Euch, wie fuͤr uns? Wuͤßtet Ihr daher unsere wahren Gesinnungen zu wüͤrdigen, so wuͤrdet Ibr uns eher unterstuͤtzen, als uns befaͤmpfen. Wenn man sein Land dem Abgrunde nahe gebracht hat, fo sollte man, um die begangenen Fehler wieder gut zu machen, sich sagen: „„Es ist wahr, wir hatten den Staat in Gefahr gebracht; es thut uns in der Seele wehe; wir befanden uns im Irrthume, aber wir sind jetzt auch bereit, uns denen anzuschließen, die die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen suchen.”“% So sollten die Anhaͤnger der vorigen Regierung sprechen; indessen wird das Land auch n ihren Bei⸗ stand sich sowohl gegen diejenigen, die es in den fruͤheren Zuss and uruͤckfuͤhren moͤchten, als gegen diejenigen, die es unvorsichtiger: eise mit sich fortreißen wollen, zu behaupten wissen.„ — Herr Berryer erschien gleich nach dem Minister noch einmal auf der Rednerbuͤhne. Bei seinem Auftreten wurde die Aufmerksamkeit der Versammlung lebhaft erregt; er aͤußerte sich unter der tiefsten Stille folgendermaßen: „Der Minister des Innern hat, meines Er⸗ achtens, die Frage von ihrem eigentlichen Standpunkte verruͤckt. (Rein, nein!) Oder, wenn Sie lieber wollen, er hat der Frage eine weit groͤßere Ausdehnung gegeben, als dieselbe zu vertragen schien. Ich nehme keinen Anstand, ihm auf sein Terrain zu folgen. Ich bin nicht gekommen, um ein Prinzip, eine bestehende Negserung an⸗ zugreifen; ich habe mich nur uͤber eine Frag⸗ der Gerechtigkeit und der oͤffentlichen Moral aussprechen wollen; ich bin entschlosfen, mich stets ohne allen Ruͤckhalt auszusprechen, und die ganze Wuͤrde mei⸗ ner Unabhaͤngigkeit zu behaupten. Der Minister des Innern hat geglaubt, mir eine Art von Vorwurf daruͤber machen zu muͤssen, daß ich mir die Freiheit herausgenommen habe, meine Meinung abzugehen. Ihr ruͤhmt Euch, daß Iöhr so guͤtig gewesen seyd, mich anzubdren, mich, den meine Mitzuͤrger ernannt haben, um ibhre Ansichten auszusprechen und ihre Interessen zu vertheidigen. Euch nicht, Ihr Herren Minister, der Freiheit, die hr mir gestat⸗ tet habt, denn ste ist die Bedingung urer Existenz. Haͤttet Ihr sie nicht versprochen, so existirtet Ihr nicht.“ Herr Thiers: „Wir halten, was wir versprochen haben, das ist der Unterschied zwischen uns und Euch.“ Herr Berryer: „Die Ideen, welche ich vor Ihnen ausspreche, sind mir nicht durch das Beduͤrfniß des Augen⸗ blicks sie sind die Frucht der Betrachtungen meines ganzen Lebens. Ich habe sie nicht aus persoͤnlichen oder voruͤber⸗ ehenden Ruͤcksichten angenommen. Ohne alt zu seyn, habe ich schon Gelegenheit gehabt, einige Erfahrungen zu sammeln; melne Rübersengung und meine Gefuͤhle haben meinem Betragen stets zur Richtschnur gedient. Es ist also kein Unterschied zwischen Euch und mir, wenn es sich darum handelt, seine Versprechungen zu halten. Der Minister hat in seiner Rede hehauptet, daß es sich bier um einen Kampf zwischen zwei vi ges handle. Nein, Herr Mi⸗ nister, von meiner Seite ist nichts dergleichen zur Sprache ge⸗ bracht worden. Ich gedenke nicht, irgend eine meiner An⸗ sichten zu verleugnen; aber ich muß bemerken, daß ich kei⸗ ne der Handlungen vertheidigt hatte, welche man hnen als verbrecherisch bezeichnet; babe die Gerichtsbarleit unter⸗ sucht; ich habe Klaͤger und Beklagte gegen einander abgewogen, und ich habe gesagt, daß das Schauspiel, welches man dem Lande durch den Prozeß geben wolle, im hoͤchsten Grade unmoralisch seyn wuͤrde. Wenn ich mich jetzt auf einen Kampf uͤber unsere beiden Systeme einlassen wollte, so moͤchte derselbe ungleich seyn; demm, mit Ausnahme der Gleichheit des Eides, duͤrfte einiger Unterschied üͤver eine solche Frage zwischen mir und Ihnen seyn. Ich habe den
Grundsatz der Juli⸗Revolution, was auch meine per nliche Mei⸗
nung in Bezug auf dieselbe seyn moͤge, nicht angegriffen. Der Mi⸗ nister hat dies nur willkuͤrlich vorausgesetzt, um sich eine vortheil⸗ hafte Stellung gegen mich zu verschaffen, um die Stimmen der lin⸗ ken Seite dieser fuͤr sich zu gewinnen. Wenn ich das Unmoralische des Prozesses schildere, und man mir antwortet, daß ich die Juli⸗Revoluütion angreife, so muß man daraus schließen, daß die Doktrinen, die Ihr in der Pairs⸗Kammer angreifen wollt, die Doktrinen der Geselsschaft der enschenrechte, die Folgen der Juli⸗Revolution sind. Ihr selbst also lehnt Euch gegen das Prinzip und Zegen die Revolution auf, deren Minister Ihr seyd. (Bewegung.) DBer Herr Minister hat die Guͤte gehabt, zu sagen, daß er nicht mir, sondern einer Partei antworte. Wenn seine Aeuße⸗ rungen mir haͤtten gelten sollen, da haͤtte er auch sehr Unrecht ge⸗ habt. Ich habe, Dank dem Himmel, die ganze Unabbhaͤngigkeit mei⸗ nes Lebens zu behaupten gewußt. Aber hat der Minister Nerhanpe Recht gehabt, als er das Prinzip und die Handlungen der vorigen Regierung mit einander vermischt hat? Er hat von dem Servillis⸗ mus gegen Europa, von Mangel an Milde, von Unordnung ge⸗ sorochen Ich werde nicht auf Alles antworten, ich will es nicht, ch darf es nicht.“ Herr Fulchiron: „Reden Ste! Reden Sie! — Herr Berryer: 829 werde reden, je nachdem ich es fuͤr noth⸗ wendig halte. Es bedaxf dazu Ihrer Aufforderun nicht. (Bravo
zur Linken. Fuͤr gemwicfenpate unh verstaͤndige Maͤgner, die sich
Ruͤhmet