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8
Die Bestimmun
am 1. Oktober v. J. auf 81,475,700 Rthlr. belief, bei weitem hiznreicht, denn dieser ergisbt eine Summe von 9136 Rthlr., so
daß noch ein Ueberschuß von 7188 Rthlr. bleibt, welcher dem
kuͤnsfugen Ausschreiben zu gute kommt.
— Die Koͤnigliche Regierung zu Frankfurt a. d. O. hat
die nachstehende Bekanntmachung in das neueste Stuͤck ihres
Amtsblattes einruͤcken lassen:
8 „Wite aus den oͤffentlichen Blaͤttern schon bekannt ist, be⸗
steht in Achen eine Feuer⸗Vevsicherungs⸗Gesellschaft, mit welcher ein Verein zur Befoͤrderung der Arbeitsamkeit in der Art ver⸗
bunden ist, daß die Häͤlfte des aufkommenden Gewinnes wohl⸗ thaͤtigen Zwecken gewidmet wird. Allerhoͤchster Genehmigung, beschlossen, außer dem Regterungs⸗ Bezirke Achen auch andere Landestheile, und namentlich den Re⸗
vVH Frankfurt, an der Haͤlfte des reinen Gewinnes
Die Gesellschaft hat, unter
henl zu lassen, und zwar unter den gleichfalls schon be⸗ kannten Bedingungen, von der Zeit an, wo aus gedachtem Be⸗ zirke vier Milltonen Thaler Versicherung genommen seyn wird. uͤber die Verwendung des auf denselben fal⸗ lenden Gewinn⸗Antheils ist uns vorbehalten, mit der Maßgabe, daß dabei, so viel thunlich, auf diejenigen Theile des Bezirks ge⸗ ruͤcksichtigt werden soll, aus welchen die Gesellschaft verhaͤltnißmaͤßig die meisten Versicherungen erhalten hat, und daß die Direction sich uͤber die Vertheilung ihre Vorschlaͤge vorbehaͤlt, deren Beachtung jedoch unserem Ermessen anheim gestellt bleiben soll. Auf die Veranlassung der Direction des gedachten Vereins finden wir kein Pedenken, die Einwohner des Bezirks auf vorstehenden Be⸗
schluß aufmerisam zu machen, indem die Allerhoͤchst genehmigte Einrichtung dieser inlaͤndischen Versicherungs⸗Anstalt als zweck⸗
maäͤßig erscheint, und aus dem hierher fließenden Gewinn⸗An⸗ eile mancher wohlthaͤtige Zweck gefoͤrdert werden kann, in Be⸗ räcksichtigung dessen auch zu erwarten steht, daß die Versiche⸗ rungs⸗Gumme aus dem hiesigen Bezirke, welche jetzt erst 2 Mil⸗ ionen 3 — 400,000 Rthlr. betraͤgt, die Hoͤhe von 4 Millionen
Thaler um so mehr bald erreichen werde, als in den neuesten
FZeiten gegen die zweckmaͤßige und gesicherte Einrichtung der Go⸗
thaischen Verüüscherungs⸗Bank mehrere erhobene Bedenken zur
Publieitaͤt gekommen sind.“ 3 — Das Verhaltniß der Getrauten, Gebornen und Gestor⸗
vexnen in der Stadt Erfurt, vom Jahre 1834, stellt sich fol⸗
ddeessen Flaͤchenraum nach den Daͤhnertschen topogra⸗
wird.
der Wittwe zu demselben gefertigter Nachtraͤge ge⸗
gendermaßen: Es wurden 228 Paare getrauet, 856 Kinder, naͤm⸗
ich 468 männlichen und 388 weiblichen Geschlechts, geboren,
und 689 Personen, näͤmlich 341 maͤnnlichen und 348 weiblichen
Geschlechts, sind gestorben. Es sind uͤberhaupt in dem gedachten
Ienfe 2 Paare mehr getrauat, 69 Kinder mehr geboren und 99 ersonen weniger gestorben, als im Jahre 1833.
Instrumental⸗Musik in Berlin.
Der Beifall, welchen die sich mehrenden Vereine fuͤr Instru⸗ mental⸗Musik in Berlin finden, ist ungemein erfreulich, sofern er as richtige Verstaͤndniß einer durch Deutsche gegruͤndeten, oder och zur Vollkommenheit gehobenen Richtung erwelset. Man koͤnnte enen Beifall aber auch bedenklich nennen, im Fall er sich bis zu iner Vorliebe steigerte, welche den Werth anderer Theile der Kunst erkennen ließe; er ist endlich ohne Zweifel ein Gegenstand der Be⸗ rüͤbniß, sofern die leider zunehmende Aermlichkeit unseres Opern⸗ Repertoirs die tuͤchtigen e- zu diesem fast allein uͤbrig leibenden Genusse hindraͤngt. enn obgleich man in den instru⸗ mentalen Vereinen auch nicht immer lauter vollkommene Kunstwerke vortraͤgt, weiß man doch im voraus, daß jeder Abend wenigstens mit einem Quartelt, oder einer Sinfonie der Feüleen Meister geschmuͤckt Von dieser reinen Hoͤhe herab laͤßt sich dann das Unterge⸗ rdnete leicht beurtheilen und wuͤrdigen; es kann das Leere oder Ueberladene auf die Dauer keine Bedeutung gewinnen. Wenn aber die meisten wahrhaft klassischen Werke Jahre lang gar nicht aufgefuͤhrt, oder einzelne (wie zuletzt der Fidelio und die Zauberflote) in wesent⸗ lichen Theilen höchst mittelmäßig gegeben werden, so erscheint es zur Abwendung des voͤlligen Verfalles dramatischer Musik dringend noͤthig, das Direction, Publikum und Kritiker mit gleichem Eifer fuͤe eine Erneuung und Wiedergeburt dessen wirken, was wir so lange in groͤßter Vollkommenheit besaßen, und was sonst durch sehr mannigfache Ursachen verloren geht.
So viel nun aber auch fuͤr die Instrumental⸗Musik in Berlin geschieht, werden doch z. B. die Sinfonieen noch nicht mit der Voll⸗ endung gegeben, welche wir im Pariser Conservatorium zu bewundern Gelegenheit hatten. Die Zahl der Instrumentisten ist in Paris groͤ⸗ ßer, die Ausfuͤhrung genauer, in Licht und Schatten, im Piano, Crescendo und Forte mannigfaltiger und uͤbereinstimmender. In die⸗ er nnwiderleglichen Behauptung liegt kein Tadel fuͤr die hiesigen
nternehmer. Es ist keineswegs die Schuld des Herrn Moͤser, daß hm nicht so viel Personen zu Gebote stehen, daß ihm kein oͤffent⸗ licher Saal eingerͤumt wird, und daß er nicht so ungemein zahl⸗
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reiche und genaue Proben halten kann, wie Herr Habeneck. Wollte er versuchen, unter so vielen erschwerenden Umstaͤnden dasselbe zu leisten, so wuͤrde er, anstatt einen billigen Gewinn fuͤr seine Muͤhe zu beziehen, aus seiner Tasche bei jeder Auffuͤhrung mindestens hun⸗ dert Phaler zusetzen. Erst wenn die Behoͤrden musikalische Unter⸗ nehmungen jener Art in groͤßerem Maße unterstuͤtzen, und das Publikum sich noch viel zahlreicher einfindet, als bisher, kann man jene Pariser Vollkommenheit fordern und erreichen.
Mit Recht betrachtet man Haydn, Mozart und Beethoven als diejenigen, welche die neuere Instrumental⸗Musik begruͤndet und in kurzem Zeitraume bis an die äußerste Graͤnze der Entwickelung ge⸗ hoben haben. Doch darf man daran erinnern, daß vor dieser neuen Periode eine aͤltere jetzt meist ungekannte liegt, welche in ihrer Weise nicht minder abgeschlossen und vollendet war. Die raͤludien, Fugen und Konzerte fuͤr die Orgel von S. Bach, Haͤndel und An⸗ deren bieten einen groͤßeren Schatz kunstreicher und genialer Instru⸗ mental⸗Musik dar, als Viele zu glauben geneigt sind. Ueberhaupt ersetzte die Orgel, dies Instrument aller Instrumente, ganze Kapel⸗ len, und musikalische Genuͤsse, welche jetzt mit groͤßter Muͤhe durch viele Menschen zu Stande gebracht werden, bereitete der ehrliche Organist mit seinem Balgentreter, sich und feinen Zuhdrern. Ande⸗ rerseits wissen wir sehr wohl, welche Maͤngel der Orgel eigenthuͤm⸗ lich sind, und daß selbst die vortrefflichen Verbesserungen, welche Herr Erard in seiner Orgel fuͤr die Tutlerieen angebracht hat, dieselben nicht ganz heben konnten. Auch sollten die Anhaͤnger jener Schule am wenigsten uͤber zu vielen Gebrauch der Blase⸗Instrumente klagen, da die aͤltere Instrumental⸗Musik fast ausschließend Blase⸗Instru⸗
mente in Bewegung setzte. Mithin liegt der eigentliche Mißbrauch
unserer Tage ganz wo anders, wie wir kuͤnftig zu eroͤrtern gedenken. Jene drei großen Meister, Haydn, Mozart und Beethoven, haben den Raum des neuen Kunstgebietes so eigenthuͤmlich und umfassend ausgefuͤllt, daß die meisten anderen Instrumental⸗Komponisten fast gezwungen sind, sich dem Einen oder dem Andern anzuschließen. Dieser Umstand bat seinen Nutzen, aber auch seine cigenthuͤmlichen Gefahren. Jenes, sofern große Vorbilder immer begeisternd einwir⸗ ken; dieses, sofern die Neigung entsteht, das Vorbild noch zu uͤber⸗ bieten und zu uͤbertreffen. Wem aber z. B. Correggios Klarheit, Heiterkeit und Lieblichkeit noch nicht genuͤgt, geraͤth leicht wie Maz⸗ zola (Parmegianino) in suͤßliche, oder angeblich naive. Ziererei. Wer die Kuͤhnheit eines Riesengeistes, wie Michel 828 uͤberbieten will, geraͤth in Wahnsinn; wer endlich Raphael zum Vorbilde waͤhlt, wird ben war nie erreichen, aber auch niemals ganz von der Bahn der Wahrheit und Schoͤnheit abirren koͤnnen. . *ꝙ Wir glauben, daß dasjenige, was wir hier von Correggio, Michel Angelo und Raphael behaupten, sich analog auf Haydn, Beetho⸗ ven und Mozart anwenden laͤßt.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmitt. Abends 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr.
339,02“ Par. 338,8 8 Par. 338,27 Par. 4,3 ° R. 3, °°R. 1,8 °R. — 4,6 °R. 4,3 ° R. 2,4 °R 97 vCt. 89 vCt. 95 vCt. Nebel. truͤbe. neblig. fües W.
1835. S8. Januar.
Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter.
Wolkenzug
Beobachtung.
Quellwärme 7,5 °R. Flußwärme 0,6 * R. Bodenwärme 1,7 °R. Ausdünst. 0,01 1 Rh. Hriederschlag 0, 008 Rh.
Berliner Börse.
““ Den 9. Januar 1835. .“ Amtl. Fonds- und Geld- Cours-LZettel. (Qnauf 2. Courr mmbmmmsiman
4 [100 ¼ 99 ¾˖ Ostpr. Pfandbr. 4 101½ [101 96 ½ 95 ¾ [PLomm. do. 82
61 ½ Kur- u. Neum. do. 106 ⅔ 99 ½ Schlesische do. 106 ¼ 99 ¾ [Rkst. C. d. K.- u. N. 74 99 ½ [Z.-Sch. d. K.-u. N. 74
Holl. vollw. Duk.
Neue do.
Friedrichsd'or.. Disconto.
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Sech. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pos. do.
4 4 4
2
83—
—
101 1023
Föö’e
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 4. Januar. Niederl. wirkl. Schuld 54 ½. 59 100. Kanz-Bill. 24 *2. 58 44 ½. Cortes 41 ⅛. Antwerpen, 3. Januar. 38 26 ½2. Guebhard 43 ½. Neap. 89 Belg. 96 ¼.
Span.
Zinsl. 13. Cortes
Span. 58 43 . 5 err —. Bras. —.
41 ¾. do. Coup. 24 ½.
Nach einmaliger
—
hHlamburg, 7. Januar. 4 Poln. 138. Hope in Cert. 97 ½. Preuss. Präm.-Scheine 12]. Engl. Russ. 102 ½. Portug. 83. Schatz-Oblig. 98 ½. b Frankfurt a. M., 6. Januar. 1 Oesterr. 5 x% Metall. 100 ¼ 100 1 z2. 4 % 92 ¼, 92 ⅛. 2 ½ 8 55 ½.— 19 23 1„. 23 x. Bank-Actien 1548. 1546. Part.-Oblig. —. — Loose zu 100 G. 214. G. Preuss. Präm.-Sch. 61 ½. 60 ⁄. do. 4* Anl. 946. G. Holl. 589 Oblig. v. 1832 97 ⁄½. 97 ½ ½. Poln. Loose 69 . 69 ½. 58 Span. Rente 42 ½. 421q. 3 ⅞ do. perp. 25 ¾⅞. 25 ½. Paris, 3. Januar. S . 59 Reute pr. compt. 106. 70. fin cour. . 5. 8 pr. compt. 76. 65. fin 77. 15. 59 Neap. pr. compt. 93. 30. fin 888 93. 70. 5% Span. Rente 42. 3 ½⅞ do. 27. Cortes 40t. Aus;.
Span. Schuld 13 ½. 2 ½8 Holl. 54. 25.
KRoͤnigliche Schauspiele. 8 Sonnabend, 10. Jan. Im Schauspielhause: Kritik und Antikritik, Lustspiel in 4 Abth., von E. Raupach. Hierauf⸗ Ein kleiner Irrthum, Lustspiel in 1 Akt, von L. Ang ely. Sonntag, 11. Jan. Im Opernhause: Die Alpenhuͤtte, Singspiel in 1 Akt, von A. v. Kotzebue. Musik von J. P. Schmidt. Hierauf: Der Aufruhr im Serail, Ballet in 3 Abth, von .Taglloni. b Schauspielhause: Die beiden Klingsberge, Lustspiel n 4 Abth., von Kotzebue. Hierauf: Jugend muß austoben, Lus⸗⸗ spiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. 8 Montag, 12. Jan. Im Schauspielhause: Koͤnig Richarh III., Trauerspiel in 5 Abth., von Shakespeare. Neu einstudin. (Hr. Rott: Richard III.)
Koͤnigstaͤdtisches Theater. Sonnabend, 10. Jan. Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn von Ruͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspie Der juͤngere Sohn, von Ch. Birch⸗Pfeiffer. (Madame Birch Pfeiffer: Margarethe Volkner, als Gastrolle.) b Sonntag, 11. Jan. Die Reise auf gemeinschaftliche Ko⸗ sten, Posse in 5 Akten, von L. Angely. Vorher: Der diploma⸗
tische Schneider, Posse in 1 Akt. 8 Cnens 12. Jan. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Di
orher: Der Hagelschlag, Lustspiel in 1 Akt. 8 “ 138 Jan. Zum erstenmale wiederholt: Die Moh⸗
rin, Schauspiel in 4 Akten, von Ziegler. (Mad. Virch⸗Pfeiffer; Joni, als Gastrolle.)
Markt⸗Preise vom Getraide.
8 Berlin, den 8. Januar 1835. 6 Lande: Weizen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthle 17 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthl 10 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf; kleine Gerste 1 Rtblr. 8 Sgr., auch 1 Rthlr.; Hafa 25 Sgr., auch 20 Sgr. 8 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr. Eingo⸗ gangen sind 560 Wispel 13 Scheffel.
Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr., auch 1 Kthlr. 2 Sgr. und 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 7 Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr, auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 6 Sgr. 3 6 auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf., auch 21 Ggr 3 Pf.; Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf. Eit⸗ gegangen sind 1179 Wispel 8 Scheffel.
Mittwoch, den 7. Januar 1835.
Das Schock Stroh 6 Rthlr. 20 S. auch 5 Rthlr. 25 ESgr;; der Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr.
Branntwein⸗Preise vom 2. bis 8. Januar 1835. “
Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 20 pt, Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn⸗ Branntwein 26 Rthlr. 15 Sgr., auch 25 Rihlr. 15 Sgr. Kartoffel⸗ Branntwein 24 Rthlr. 15 Sgr., auch 23 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.
Kartoffel⸗Preise vom 1. bis 7. Januar 1835.
Scheffel 25 Sgr., auch 17 Sgr. 6 Pf. 8
*½
Zu
Der
Gedruckt bei-A. W. Hayn.
Bekanntmachungen.
Guts⸗Verkauf. 8 Es soll das im Grimmschen Kreise, unweit der Stadt Grimmen belegene und daselbst eingepfarrte Allodialgut Grellenberg, — ein Gut mittlerer Groͤße,
worden
erheben wollen, gewisser
phischen Tabellen zu beinah 18 Pommerschen Hufen, also etwa 1385 Magdeburger Morgen, angegeben ist, und das sich in mancher Ruͤcksicht und besonders egen der in den letzten 20 Jahren vorgenommenen edeutenden Verbesserungen und des dadurch befoͤr⸗ erten guten Culturzustandes empfiehlt, — im Wege der Lizitation verkauft werden. Die Lizitations⸗Ter⸗ nine sind bestimmt auf den 20. d. M., so wie auf en 10. und auf den 24. Januar 1835, und es werden Kaufliebhaber ersucht, sich in denselben Mor⸗ gens 10 Uhr, in der Wohnung des Unterzeichneten] einzufinden, ihren Both zu Protokoll zu erklaͤren und“ dem Besinden nach Bescheid zu erwarten. Das Gut kann uͤbrigens, so weit es die jetzige Jahreszeit er⸗ laubt, nach geschehener Meldung auf dem Wirth⸗ schaftsbofe, zu jederzeit in Augenschein genommen werden, und die Kauf⸗Bedingungen erden sowohl
reifwald, den 1. Dezember 1834. . Ss urgermeister Dr. Gesterding.
haben. yMamens der Verkäaufer. 8
Edictal⸗Ladung. Im Jahre 1816 ist der Großherzogl. Equipagen⸗ nspecio. Geiß dahier, und im Februar d. J. dessen Phefrau Marzaretha Barbarc, geborne Bambach, ohne Leibeserben und mir. Hinterlassung eines ge⸗ meinschaftlichen Testaments, so wie verschiedener von
werk:
orben. fabt . 4 Oa die vorliegenden lebtwilli en Veefuͤgungen von
—
Allgemeiner Anzeiger fuͤr die
den hierorts bekannten Erben fuͤr guͤltig anerkannt den sind, und zur Vertheilung der Masse ge⸗ schritten werden soll, so werden alle diejenigen, welche Erb⸗ oder sonstige Anspruͤche an gedachten Nachlaß
Montag, den Vormittags
bei dem unterzeichneten Commissair, in der Com⸗
missionsstube Großherzogl. Hofgerichts dahier anzu⸗
zeigen und rechtlich zu begruͤnden, als sonst ohne
Ruͤcksicht auf sie der Nachlaß unter die Testaments⸗
Erben vertheilt werden wird.
Darmstadt, den 22. December 1834.
Der von Großherzogl. Hofgerichts⸗Extra⸗Judi⸗
cial⸗Senat bestellte Commissair
Literarische Anzeigen. Kun st⸗Anzeige. Das Faesimile der vorhandenen Original⸗Entwurfs⸗ 5 Kat 1 — Zeichnung von der eignen Hand Koͤnig Friedrich des auf dem Gnte selbst, als bei dem Unterzeichneten Großen Majestaͤt zur Anlage von Sanssouci, ist Ageschen werden koͤnnen, 8e dem Unterzeichneten à 1 Thlr das Exemplar zu
1”
9 zahlreichen Subseribenten auf das Geschichts⸗
Friedrich Wilhelm I.,
8 Koͤnig von Eine Lebensgeschichte. Mit Benutzung der nachgelassenen Papiere des Grafen von Seckendorf und anderer offentlicher und AR1II1
von Dr.
ierdurch aufgefordert, solche um so Ja S k. J. das wird.
16. Februar k. J.,
11 Uhr, waren, sind dur
Anspruch nehmen.
Balser, Hofgerichts⸗Secvretair.
—V
kendorf u. a. m. ganz neue Aufschluͤsse uͤber die I Friedrichs Il. waͤhrend seiner
Anziehende.
Jean Cabanis, Lindenstr. Nr. 61.
8
Preußen.
Friedrich heimen Staats⸗Archive zu
Foͤrster,
beehre ich mich, zur Erwiederung vielfacher Anfra⸗ gen „wann eine Fortsetzung zu erwarten seyn wird?“ anzuzeigen, daß seit 8 Wochen am Drucke ohne Unterbrechung gearbeitet, und his Ende ganze Werk beendigt seyn Materialien und Dokumente von Wichtigkeit, welche bisher ganz unbekannt besonders gluͤckliche Umstaͤnde dem Verfasser zugaͤnglich geworden, und werden die beiden Schlußbaͤnde das Interesse je⸗ des Geschichtsfreundes in hohem Grade in Der zweite Band umfaßt die Staatsgeschichte und Staatsverwaltun
unter Friedrich Wilhelm I., enthaͤlt den bisher no
nie zur Oeffentlichkeit gelangten Wusterhauser Vertrag, die daruͤber mit dem Kaiserlichen Hofe ge⸗ fuͤhrte geheime Korrespondenz des Grafen von Sek⸗ Der dritte und letzte Band giebt ngeat Ke cha
Kuͤstrin, die von ihm daselhst gemachten Entwuͤrfe uͤber die Zukunft Preußens, uͤber seine Vermaͤhlung; eine naͤhere Auskuͤnft uͤber die Versuche, ihn katho⸗ lisch zu machen, und Vieles Andere nicht minder Gleich nach Erscheinung der EEET1 11 aö der erhoͤhte Ladenpreis ein und der billige Subsecrip⸗ 1 chich 88 - u be tionspreis fuͤr alle 3 Baͤnde von 5 welche eine gute Geschichte des Vaterlandes 4
auf feinem Druckpapter und 8 Thlr. 7 ½ sgr. auf Velinpapier, hoͤrt auf. Alle soliden Buchhandlun⸗ gen nehmen bis dahin Subscription an, und kann durch sie der erste Band sofort bezogen werden.
Von demselben Verfasser ist ferner erschienen: Wallenstein, Herzog zu Mecklenburg, Friedland und Sagan, als Feldberr und Landesfüͤrst, in seinem oͤffentlichen und Privatleben. Eine Biographie. Nach des Herzogs eigenhaͤndigen Briefen, und aus den Akten und Urkunden der ge⸗ Wien, Berlin, Muͤnchen
hen Staaten.
und den vornehmsten Landes⸗Archiven reichs Boͤhmen. gr. 8vo. 2 Thlr. Potsdam, im Dezember 1834.
Zu geneigten Bestellungen auf vorstehende Werl⸗ enipfiehlt sich die Enslinsche Buchhandlung (Fet⸗ dinand Muͤller), Breite Straße Nr. 23.
roßer
pfennig⸗Ausgabe, in Heften à 6 Gr. ohu 1 r .
(Auflage: 50 0 0)
Bei Fr. Gerhard in Danzig ist so eben erschie nen und in allen Buchhandlungen zu haben ( Berlin, Schloßplatz Nr. 2, in der Stuhrschen):
Das erste Heft der Geschichte des Preußischen Staates und
88 Volkes, cfangenschaft in fäar alle Staͤnde bearbeitet von Dr. Edugrd Heinel. Geistreiche, hoͤchst anziehende Darstellungsweist und ein edler bluͤhender Styl, verbunden mitt einen allgemein veestaͤndlichen Vortrage, zeichnen das vor⸗ liegende Werk, vor hundert aͤhnlichen ruͤhmlichst aut und empfehlen wir dasselbe deingend allen Denc
blr. 25 sgr. sitzen wuͤnschen. Der Herr Verfasser hat seinen Zwec⸗ fuͤr alle Staͤnde zu schreiben, trefflich erfuͤllt; d Werk sollte in keines Preußen Hause fehlen —
Das Werk wird, auf schbͤnem Maschinen⸗Velline papier sauber und correkt gedruckt, aus 5 Baͤnden bestehen, und jeder Band aus 5 bis 6 Heften volt circa 7 Bogen. Regelmaͤßig alle à Wochen erschein ein Heft, und da jedes Heft nur 7 ½ sgr. kostet, so die Anschaffung vr. trefflichen Werkes auch den Minderbeguͤterten leicht moͤglich.
verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Fr. Genet
baͤlt ein Verzeichniß von Russischen Autoren, denen der
Die Buchhandlung von Ferdinand Riegel
me
88 8
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Praͤsidenten der Ge⸗ neral⸗Kommission zu Berlin, General⸗Kommissarius von Gold⸗ beck, auf dessen Ansuchen in den Ruhestand zu versetzen und dem bisherigen General⸗Kommissarius von Meding zu Sten⸗
dal die hierdurch erledigte Stelle eines General⸗Kommissarius
der Kurmark Brandenburg, mit dem Amts⸗Titel und Range eines Regierungs⸗Praͤsidenten, zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem ersten Ober⸗Lehrer am Gymnastum zu Elberfeld, Dr. Hantschke, das Praͤdikat „Pro⸗ fessor” Allergnaͤdigst beizulegen und das fuͤr solchen diesfalls ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben die Befoͤrderung des Dom⸗ herrn und Offizials in Gnesen, Stanislaus Gajerowicz, zum Dom⸗Dechanten bei dem Domstift zu Posen Allergnaͤdigst zu genehmigen geruht. 8
]
Bekanntmachun
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben zu befehien geruht, daß das
Kroͤnungs- und Ordensfest in diesem Jahre am 18ten d. M. gefeiert werden soll. Der beschraͤnkte Raum gestattet nur die Anwesenheit der Herren Ritter und Inhaber Koͤniglicher Orden nd Ehrenzeichen, welche ausdruͤcklich zu diesem Feste und zur
Koͤniglichen Tafel Einladungen erhalten werden.
Berlin, den 11. Januar 1835. Koͤnigliche General⸗Ordens⸗Kommission.
Bekanntmachung.
Auf Befehl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs wird die Feier des Kroönungs⸗ und Ordens⸗Festes am 18ten d. M. stattfinden. In Folge dieser Allerhoͤchsten Bestimmung werden die in Berlin anwesenden Besitzer Koͤniglicher Ehrenzeichen, welche nicht im aktiven Militairdienst stehen, so wie die, welche nicht im Staats⸗ dienst angestellt sind, hierdurch aufgefordert, am 14ten d. M. in den Stunden von 9 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags im Bureau der General⸗Ordens⸗Kommission, Friedrichs⸗Straße Nr. 139, ihren Namen, Charakter, die Feeer en. welche ih⸗ nen verliehen sind, und ihre Wohnung persoͤ anzuzeigen.
Berlin, den 11. Januar 1835. “
Koͤnigliche General⸗Ordens⸗Kommission.
1“ —⸗
1
eitungs⸗Nachri FZusland.
Rußland.
St. Petersburg, 3. Jan. Se. Maj. der Kaiser haben dem mit einer besondern Mission in Stockholm befindlichen In⸗ genieur⸗General Grafen von Suchtelen, in Anerkennung seiner
ausgezeichneten Dienste und seines Bestrebens, die freundschaft⸗
ichen Verhaͤltnisse mit Sr. Maj. dem Koͤnige von Schweden nd Norwegen aufrecht zu erhalten, den St. Andreas⸗Orden in Brillanten verliehen.
Das Journal des Ministeriums der b ent⸗
aiser ach Empfang ihrer Schriften sein Wohlwollen hat zu erkennen geben lassen. Es befinden sich dabei mehrere Gelegenheitsschrif⸗ en zur Feier der Enthuͤllung der Alexandersaͤule, und darunter ine Ode in Hebraͤischer Sprache nebst Russischer Uebersetzung von dem israelitischen Kaufmann Alexandrowitsch in Dubow im Gouvernement Wolhpnien.
In Beleff, im Tulaschen Gouvernement, ward im ver⸗ vichnen Jahre, auf Veranstaltung der Regierung, ein Jahr⸗ markt, unrer dem Namen der Uspenskische, eroͤffnet, der, in Folge der Lage des Ortes auf einer Anhoͤhe am Ufer des Oka⸗ Flusses, die besondere Aufmerksamkeit der Kaufleute auf sich zog und in seinem Beginn so ausgezeichnet ausfiel, daß er fuͤr die Zukunft einen großen Erfolg verspricht. Er dauerte vom 28sten 778 (9. Sept.) bis zum 10. (22.) September des vorigen ahres. Das Hinzustroͤmen von Kaufleuten aus Moskau, Ka⸗ luga, Tula, Orel und aus anderen Orten war sehr groß. Es waren 112 Laden mit Waaren verschiedener Art, als Seiden⸗ Galanterie⸗, kurze Waaren u s. w., aufgeschlagen. Der Wert derselben beltef sich nach Angabe der Kaufleute auf 720,000 Rü⸗ hel Banknoten; verkauft wurden fuͤr 115,595.,. Die Zufuhr an Hornvieh betrug 115,000 Rubel; es wurde alles verkauft. Im Ganzen hatten sich eine sehr große Menge Adelige, Kaufleute nd Menschen aus anderen Staͤnden eingefunden. Zur Unter⸗ haltung des Publikums hatte man ein Theater erbaut, auf wel⸗ hhem die Tulaschen Schauspieler ihre Vorstellungen gaben, und war jedesmal bei sehr vollem Hause.
In Moskau ist eine Feld⸗Chirurgen⸗Schule fuͤr 60 Zbͤöͤglinge
s Leben getreten. Die Zahl der Apotheken in Rußland belaͤuft sich auf 487; Pühehr⸗ 1833 wurden deren 26 neue eroͤffnet und eine ge⸗ ossen.
Warschau, 5. Januar. Se. Majestaͤt der Kaiser haben zurch Verordnung vom 22sten v. M. den Staatsrath Nikolaus Htarynkiewitsch zum Mitgliede der Regierungs⸗Kommission der
dnsa fuͤr das Koͤnigreich Polen ernannt.
Gestern Nachmittag empfing in der hiesigen Kreuz⸗Kirche in junger Tuͤrke von 23 Jahren die christliche Taufe. Seine Fauf Pathen waren die Fuͤrstin Therese Jablonowska und der Braf Joseph Kwilezki. . Aus Krakau ist die Nachricht hier eingegangen, daß die Graͤfin Rosalie Malachowska, Wittwe des Senator Wojewoden
lich oder schriftlich
anzuschließen.“
Johann N
Frankreich.
Paris, 3. Jan. Gestern Nachmittag um 4 Uhr begab sich der Fuͤrst von Talleyrand zum Koͤnige, bei dem er laͤnger als eine Stunde verweilte.
Herr Desclozeaux, ehemaliges Mitglied des Rathes der Füebac dess, ist vorgestern hierselbst im 77sten Lebensjahre mit
ode abgegangen.
Die Advokaten beim hiesigen Koͤnigl. Gerichtshofe wollen gegen den Gesetz⸗Entwurf protestiren, wonach sie kuͤnftig der Loͤ⸗ sung eines Patents zur Ausuͤbung ihrer Befugnisse unterwor⸗ fen seyn sollen. Zu diesem Behufe ist eine Commission ernannt worden, die aus den Herren Philipp Dupin, Hennequin, Mau⸗ guin, Gaudry und Odilon⸗Barrot besteht.
Nach einem Schreiben aus Toulon vom 28. Dezember war es endlich dem Evolutions⸗Geschwader gelungen, die hohe See zu gewinnen. Man glaubte, daß es Befehl erhalten wuͤrde, sich von den Hyerischen Inseln nach der Levante oder nach Aegypten zu begeben. Das Dampfschiff „Salamander“ war gleichfalls angewiesen worden, sich bereit zu halten, um auf den ersten Befehl mit Depeschen abgehen zu koͤnnen. Die Bestim⸗ mung desselben war unbekannt.
„Aus Marseille schreibt man von 26. Dez.: „Der nun nicht mehr in Abrede zu stellende Ausbruch der Cholera in hiesiger Stadt hat unserer Polizei Gelegenheit gegeben, den Schwarm der heimathlosen Bettler und Landstreicher ein wenig zu lichten. Zu keiner Feit war Marseille von Gesindel, das meistens aus fremden Laͤndern koͤmmt, in so furchtbarer Zahl angefuͤllt, wie in dem gegenwaͤrtigen Augenblicke. Das Elend dieser Ungluͤcklichen, die meist auf abgetakelten Schiffen schlafen, ist so uͤber alle Beschreibung groß, daß sie zuweilen sogar ihre nhineng eigen zum Ferrauf ausbieten. — er iee
Ra at eine Summe von 200,000 Fr. zur Unterstuͤtzun der Cholera⸗Kranken votirt.“ büt Ge
us Bayonne meldet man vom 28. Dezember: „Am 24sten d. hatte Oraa Berrio⸗Plano, Berriosuso und Berriozor besetzt. Am 16ten haben die Karlisten Elisondo beschossen. Man versichert, Zumalacarreguy sey am 23sten mit 7 Bataillonen in der Richtung nach der Borunda durch Lirarraga passirt und Don Carlos befinde sich bei ihm. Es scheint, daß die Kolonnen des Cordova und Lopez am 24sten von Puente de la Reyna, in der Richtung nach Estella, aufgebrochen seyen, wo die Kolonne des Obersten Pargo, aus 1200 Karabinieren und 400 Pferden bestehend, am 20sten angekommen ist. Irun ist vorgestern durch 3 Karlisten⸗Bataillone angegriffen worden; die Garnison hat sie zuruͤckgeworfen, aber gestern haben sie den Angriff erneuert, und noch kennt man nicht den Ausgang des Kampfes. Zu Alicante sind am 15ten Unordnungen ausgebrochen; die Trup⸗ pen und die Buͤrger haben gemeinschaftlich die Ruhe wieder hergestellt.
Die Election sagt: „Laut Berichten aus Pampelona vom 26. Dezember befanden sich Mina und Cordova dort; die⸗ ser letztere wird zu Pampelona bleiben. Einige sagen, Mina Für ihn seines Kommandos entsetzt; andere schreiben seinen
ufenthalt zu Pampelona einer Unpäͤßlichkeit zu. Lorenzo uͤber⸗ nimmt das Kommando der Operations⸗Truppen. Die Kolonnen sollen ihre Richtung auf Nazar und Asarta nehmen, wo Zuma⸗ lacarreguy starke Positionen besetzt haͤlt. Latro ist mit einer Ver⸗ staͤrkung von 3000 Mann zu Logrono angekommen. Jaureguy ist mit Artillerie von San Sebastian aufgebrochen, um Onate und Mondragon zu befestigen. Die Insurgenten von Guipuzeoa haben Navarra verlassen.“
Das Mémorial des Pyrendèes berichtet: „Zumalacar⸗ reguy hat außer dem erwaͤhnten Moͤrser 4 Kanonen zu Etcha⸗ lar 8g lassen. Im Gegensatz zu den Rothmuͤtzen Jaureguy s hat Iturritza ein Corps Weißmuͤtzen gebildet; er ist es, der Irun angegriffen hat, und man hat die Nothwendigkeit gefuͤhlt, zur See Verstaͤrkungen dorthin se senden. Etwa 100 von San Sebastian kommende Rothmützen sind zu S ausgeschifft worden, und mit Erlaubniß der Militair⸗Behoͤrden uͤber das Franzoͤsische Gebiet marschirt; sie 8 die Waffen ab, die ih⸗ nen am andern aͤußersten Ende der Bidassoa⸗Bruͤcke zuruͤckgestellt wurden. Kurz nachher zogen sie zu Irun ein.“
In demselben Blatte liest man: „Mit Grund sieht man wieder einem nahen und ernsthaften Treffen der beiden kriegfuͤhrenden Theile entgegen. Mina zieht 12,000 Mann zu Estella zusammen. General Caratala, zweiter Befehlshaber der Armee der Koͤnigin, hat sich schon dorthin begeben, und eine Ko⸗ lonne Christinos steht zu Enguy unter Linares. In der Umge⸗ gend konzentrirt Zumalacarreguy alle seine Streitkraͤfte. Er hat die 3 Bataillone Eraso's, welche die Christinos bei Carascal zer⸗ streut hatten, wieder gesammelt. Mehrere Bataillone Biscaya's haben sogar Befehl erhalten, sich dem Karlistischen Armee⸗Corps
Großbritanien und Irland 8
London, 3. Januar. Die Brighton⸗Gaze ldet: „Wie wir hoͤren, hat vor einigen Tagen eine Deputation der Stadt London dem Premier⸗Minister ihre Aufwartung gemacht und ihn ersucht, als Parlaments⸗Kandidat fuͤr die City aufzu⸗ treten, mit dem Hinzufuͤgen, daß man ihm alle Kosten und per⸗ soͤnliche Bemuͤhungen dabei ersparen wolle. Der hochgeehrte Baronet erklaͤrte zwar, daß er sich hierdurch sehr geschmeichelt fuͤhle, bemerkte jedoch, daß er in einer Stellung, die ihm nicht erlaube, den Wuͤnschen einer so großen und wichtigen Waͤhler⸗ schaft die noͤthige Aufmerksamkeit zu schenken, unrecht handeln - wenn er sich um die Repraͤsentation derselben bewerben wollte.
Einer Dubliner Zeitung zufolge, haͤtte Graf Roden die r zum Lord⸗Steward des Koͤniglichen Haushalts selbst abgelehnt.
stimmig zu ihrem Ober⸗Kurator an die Stelle des verstorbenen Herzog⸗ von Gloucester ernannt worden.
ie Konservativen haben nun in der City, um der Oppo sition das Gleichgewicht zu halten, auch noch einen vierten Par laments⸗Kandidaten in Herrn Law, dem Recorder von London aufgestellt.
Herr Pattison, Gouverneur der Bank, der vierte der Op positions⸗Kandidaten der Londoner City, erklaͤrt sich in seine Adresse an die Waͤhler fuͤr einen entschiedenen Whig, fuͤr einen Gegner der Tories und fuͤr einen Befoͤrderer jeder heilsamen Reform, namentlich in der Englischen und Irlaͤndischen Kirche nur von den heiden Neuerungen, welche die Radikalen haupt⸗ saͤchlich wuͤnschen, naͤmlich von jaͤhrlichen Parlaments⸗Wahlen und allgemeinem Stimmrecht, will er nichts wissen. 8.
Gestern fruͤh begannen die Arbeiten in Guildhall mit den Zuruͤstungen zu der bevorstehenden Parlamentswahl. Eine dop: pelte Reihe von Pulten, eines hinter dem anderen, die vorderste Reihe fuͤr die Schreiber, welche die Wahllisten, die andere fuͤr die, welche die Kontrolle daruͤber fuͤhren, ist am Ende der Hal⸗ le, den Wahlgeruͤsten gegenuͤber, und außerdem sind noch ein⸗ zelne Pulte fuͤr 26 Secretatre errichtet worden. Die Stimmen werden in alphabetarischer Ordnung eingetragen werden. Ein uͤber den Sitz eines jeden der Schreiber, welche die Wahllisten fuͤhren, angehefteter Zettel wird dem Wäͤhler sogleich an⸗ zeigen, wohin er sich zu begeben hat, und den sonsti⸗ gen Verwirrungen mäͤglichst vorbeugen. An der anderen Seite des Saales, in der Naͤhe der Wahlgeruͤste, hat man starke Bar⸗ rièren errichtet, um den Andrang der Menge zu verhindern und Ungluͤcksfaͤlle zu vermeiden. Die Einrichtungen sind so ziemlich
dieselben, wie bei der vorigen Wahl. Die Vorderseite der Guild⸗
hall, so wie die in der Naͤhe liegenden Gerichtshoͤfe und andern
oͤffentlichen Gebaͤude, sind jetzt fast ganz mit Plakaten und dressen der verschiedenen Kandidaten bedeckt.
Ein Mann aus dem Volke schreibt an die Times, er wisse, daß sich viele Parlaments⸗Kandidaten gegen ihre Waͤhler im voraus verpflichtet haͤtten, gleich bei der Abstimmung uͤber die Adresse das neue Ministerium zu stuͤrzen zu suchen und so den Ministern das Einzige zu verweigern, was sie verlangt haͤt. ten, naͤmlich daß man sie ehrlich erproben moͤge; er haͤlt es da⸗ her fuͤr sehr nothwendig, daß sich die Waͤhler, ehe sie den Kan⸗ didaten ihre Stimmen geben, 888 vergewissern muͤßten, was die⸗ selben thun wollten, wenn im Anfange der Session ein feindli⸗ ches Amendement gegen die Adresse vorgeschlagen wuͤrde, und fragt namentlich, wie es in dieser Hinsicht mit den Herren Wood, Grote, Crawford und Pattison stehe.
In der Rede, welche Herr Abercromby am 27. v. M. an die Waͤhler von Edinburg hielt, aͤußerte er sich folgenderma⸗ ßen uͤber die Entlassung des vorigen Ministeriums: „Wir wur⸗ den durch die Ausuͤbung der Koͤniglichen Praͤrogative entfernt, und es ist unbestreitbar, daß der Koͤnig, indem er uns entließ, nicht nur in vollkommenem Einklang mit den Grundsaͤtzen der Verfassung, sondern auch — ich nehme keinen Anstand, es zu sagen — so handelte, wie er es unter den obwaltenden Verhaͤlt⸗ nissen fuͤr das Wohl des Landes am angemessensten hielt. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich weiß, Viele wollen in der Ausuͤbung jener Praͤro⸗ gative etwas Unpassendes sehen. Ich aber, Sie moͤgen nun dar⸗ in mit mir uͤbereinstimmen, oder nicht, bin der Meinung, daß diese ane. dem Koͤnige zum Besten des Volkes gegeben ist. Doch sind dabei wichtige P ichten zu erfuͤllen, und wenn man meinen wollte, daß dafuͤr Niemand verantwortlich sey, so waͤre dies freilich ein großer Irrthum. Es muͤssen Minister da seyn, welche auch fuͤr diese Handlung verantwortlich sind. Ich will Ihnen die Sache deutlicher machen. Nehmen Sie an, der Koͤnig haͤlt es fuͤr angemessen, seine Minister zu entlassen, so muß er eine neue Verwaltung haben; er schickt daher zu einem seiner Unter⸗ thanen und laͤßt ihm sagen: „„Ich will Sie zu meinem Mi⸗ nister machen.““ Dieser antwortet: „Ich glaubte, Ew. Maj. haͤtten ein Ministerium.“ „„Nein, Ich habe es entlassen.““ „Warum haben Ew. Maj. dies gethan.“ Haͤlt nun derjenige, dem die Premier⸗Minister⸗Stelle angeboten wird, die Entlassung der Minister fuͤr unheilvoll, so sagt er: „Ich kann es nicht uͤbernehmen, Ew. Majestaͤt zu dienen, denn wenn ich dies thaͤte, so wuͤrde ich fuͤr Dinge verantwortlich werden, die ich nicht billigen kann, und wuͤrde sie vertheidigen muͤssen.“ Sie sehen also, daß es klarer ist, als der Tag, daß das Ministerium, welches in die Stelle eines anderen eintritt, dadurch zugleich fuͤr die Gruͤnde verantwortlich wird, um derentwillen das vorhergehende Mini⸗ sterium entlassen worden ist. Dies ist Alles, was ich Ihnen uͤber die Entlassung des Melbourne'schen Ministeriums zu sagen habe.“ — Die Oppositions⸗Blaͤtter legen auf diese Stelle in der Rede des Herrn Abercromby großes Gewicht und meinen, die darin enthaltene Beweisfuͤhrung koͤnne als ein Vorspiel der Kaͤm⸗ pfe betrachtet werden, welche der Herzog von Wellington gleich bei Eroͤffnung des neuen Parlaments wuͤrde zu bestehen haben. Lord John Russell, der sich anfangs zu dem Grundsatz: „Maßregeln, nicht Personen“ bekannt hatte, verfaͤllt ploͤtzlich wieder in einen hoͤchst gehaͤssigen und feindseligen Ton gegen das jetzige Ministerium, wie aus folgender Stelle der von ihm in der letzten Waͤhler⸗Versammlung zu Plymouth gehaltenen Rede hervorgeht: „Ich frage die Unterzeichner der loyalen Adresse der Tity,“ sagte er, „die dem Koͤnig zu der Ausuͤbung seiner Praͤ⸗ rogative Gluͤck wuͤnschen, ob sie sich im umgekehrten Fall, wenn Se. Majestaͤt zu Lord Durham geschickt haͤtten, eben so loyal bezesbege haben wuͤrden? Wenn der Koͤnig gesagt haͤtte: „„Will ord. Melbourne nicht die ausgedehntesten Reform⸗Maßregeln ver⸗ sprechen, so schicke Ich zum Grafen Durham, der soll Mein Ministe⸗ rium bilden,“ wuͤrden dann jene loyalen Herren auch so großen Eifer fuͤr die Koͤnigliche Praͤrogative gehelgt haben? Nein, das wuͤrden sie nicht gethan haben, denn der Mann vertritt die Maßregel, sein Name bezeichnet sie. Wenn das neue Ministerium auch kein Manifest erlassen haͤtte, so spraͤchen doch die bloßen Namen seiner Mitglieder fuͤr sich selbst. Wer kennt nicht die Politik des Herzogs von Newcastle, des Lord Manssield, des Grafen v.
Lord Seagrave ist von der Buͤrgerschaft von Glocester ein⸗
Roden? Wird einer der jetzigen Minister, wenn er Reform⸗
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