1835 / 11 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Maßregein vorschlagen wollte, so unartig gegen jene Herren seyn koͤnnen, sie um ihren Beistand zu bitten, ge⸗ die in jedem Fort⸗ schritt der Reform einen Schritt weiter zur Demokratie erblik⸗ ken? Diese Minister umfassen alle Schattirungen der illibera⸗ len Farben, vom Blutroth oder Orange der entschieden⸗ sten Tories bis zum schillernden Violet der Schwankenden. Dennoch werden diese Herren so guͤtig seyn, die Re⸗ form⸗Bäill nicht aufzuheben; aber sie wuͤrden es, wenn sie es koͤnnten, und werden es bloß deshalb nicht, weil sie es nicht koͤnnen. Sie ruͤhmen sich, man habe sie in einer gefaͤhr⸗ lichen Krisis zu Huͤlfe gerufen; waͤren sie nicht gekommen, so wuͤrde man, sagen sie, Koͤnigthum und Oberhaus uͤber den Hau⸗ fen geworfen haben. Von einer solchen Gefahr wußte aber der Koͤnig in seiner letzten Thron⸗Rede nichts. Wenn also Gefahr da ist, so hat Miemand sie geschaffen, als eben jene Herren. Mir faͤllt dabe; immer jener Stiefelputzer auf den Straßen von Paris ein, der seinen Pudel so abgerichtet hatte, daß er den Leuten die eben gewichsten Stiefeln wieder schmutzig machte, um dann durch abermaliges Putzen wieder seinen Pfennig zu verdͤie⸗ nen. Wohl bekomme es ihnen, aser lange kann ein solcher Er⸗ werb nicht daunern.“

Im heutigen Blatt der Times liest man: „Mehrere Zeitungen haben sich uͤber unsere Einfalt lustig gemacht, daß wir versichern koͤnnten, es sey unsere feste Ueberzeugung, daß die Regierung zur Ert digung der streitigen Frage in Betreff der Irlaͤndischen Kirche eine Maßregel vorzuschlagen beabsich⸗ tige, die dauerhafter, ausgedehnter und wirksamer seyn wuͤrde, als ihre Mocgaͤnger sie dem Parlamente vorzulegen gewagt ha⸗ ben duͤrecen, und eine jener Zeitungen haͤlt es sogar fuͤr ange⸗ messen, uns vorzuwerfen, daß wir mit einer solchen Ankundi⸗ guag nur gewisse Wahlen befoͤrdern wellten. Wit wiederholen Hicrauf nur, was wir schon laͤngst erklart haben, daß nichts Anderes als die feste Zuversicht auf Kirchen- und andere Resormen uns vor einem Monat bewegen konnte, den Wunsch zu aͤußern, daß man den Herzog von Wellington und die Kon⸗ servativen offen gewaͤhren lassen moͤchte. Es ist gleich⸗ Lültig, aus weicher Quelle es kam, genug, das Gefuͤhl, welches uns von der ersten Stunde des kuͤrzlich vorgegangenen Minister⸗ Wechsels an bewog, die Konserrativen fuͤr bereit zu halten, sich als Reformer zu bewaͤhren, war ganz dasselbe, wie das, welches uns jetzt annehmen ließ, daß jene heilsame und umfassende Ab⸗ huͤlfe-Maßregel zu Gunsten Irlands ergriffen werden wuͤrde, auf die wir in der gestrigen Times hinwiesen. Aber daß wir unsererseits ein solches Vertrauen hegten, das war nicht der Grund, und das haͤtte uns nie dazu bewogen, uns so ruhig die Entzassung eines anderen Ministertums gefallen zu lassen, wel⸗ ches laut verkuͤndete, daß es nach einem Reform⸗Systeme und im Reform⸗Sinn handle, das aber aller Welt, seibst einige von denen nicht ausgenommen, die ost an seinen Raths⸗Ver⸗ summlungen Theil nahmen, gebrechlich und in vieler Hinsicht unfaͤhig erschien. Nicht allein, weil wir wußten, daß die Fort⸗ schritte der Reform unvermeidlich seyen, sondern auch, weil wir eben so wohl wußten denn es war mehr als ein bloßes Ver⸗ muthen, daß die neue Regierung geneigt seyn wuͤrde, im Ge⸗ fuͤhl jener Nothwendigkeit zu handeln, fanden wir uns zu dem Glauben ermuthigt, daß in ihren Haͤnden das Land ficher und fuͤr seine Interessen wohl gesorgt seyn wuͤrde, und folglich auch, wie wir es in den belden letzten Tagen gethan, das Herannahen großer Reform⸗Maßregeln fuͤr Irland in Kirche und Staat vorauszusetzen. Wie konnten wir uns vor vier Wochen traͤumen lassen, auf eine allgemeine Wahl einwirken 6 wollen, da wir dies Ereigniß damals selbst fuͤr hoͤchst unwahrscheinlich hielten? Unsere Sprache aber hat sich niemals geaͤndert, denn unsere Ge⸗ sinnungen sind dieselben geblieben. Wir traten gleich anfangs mit der bestimmten Erklaͤrung hervor, daß nur die Abhülfe, welche durch die in der vorigen Session eingebrachte Bill den zehntpflichtigen Poͤchtern in Irland gesichert worden wäre, das Land zufriedenstellen koͤnnte, daß die Zehnten abgeloͤst und dem Gutsherrn aufgebuͤrdet und daß alle Kollisionen oder Beruͤhrun⸗ gen, es sey denn im Wege der Guͤte, zwischen der Geistlichkeit, der herrschenden Kirche und dem Armen fuͤr immer verhindert werden muüͤßten. Wenn die jetzige oder sonst eine Regierung an⸗ steht, so weit zu gehen, so muß man sich ihr, als ungeeignet, Gesetze fuͤr Irland einzubringen, widersetzen. Ferner ist es unsere bescheidene Meinung, daß die katholische Priesterschaft, eben so wie es mit den Geistlichen der Irlaͤndi⸗ schen Dissenters geschieht, vom Staate besoldet werden muͤsse. Endlich sind wir fest uͤberzeugt, daß ein Armen⸗Gesetz, trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten, eingebracht werden muß, um dem Schwachen und Verlassenen Huͤlfe zu gewaͤhren, und den uͤbermaͤßigen Grundzins zu e und mit den Verhaͤlt⸗ nissen der Irlaͤndischen utsbesitzer eine Reform vorzunehmen. Auf diese Maßregeln zur wirklichen Verbesse⸗ rung der Lage jenes ungluücklichen Landes in dem wichtigsten von allen Punkten, naͤmlich in dem Verhaͤltniß zwischen Geistlichen und Laien und zwischen Reichen und Armen, haben wir seit vie⸗ len Jahren gedrungen, als auf Lebensfragen fuͤr die Civilisirung des Volks und fuͤr 1 1 sellschaft. Wir fordern diese Maßregeln auch jetzt mit derselben Festigkeit und Consequenz, wie immer. Sie bilden die wesent⸗ lichen Bestandtheile einer jeden Politik, die auf Gerechtigkeit Anspruch machen will, und eine solche Politik allein kann, un⸗ serer aufrichtigen Ansicht nach, die Regierung in Stand setzen, den geziemenden Ton gegen die Anstifter von Unruhen und Miß⸗ vergnuͤgen anzunehmen und eine rein buͤrgerliche und magistrats⸗ artige Fers kenns an die Stelle einer nach einem bestaͤndigen Kriegszustande schmeckenden einzufuͤhren.“

Der Globe antwortet auf die Versicherung der Times, daß sie die Ueberzeugung habe, das jetzige Ministerium werde eine weit befriedegendere und dreistere Reform in der Irlaͤndischen Kirche vornehmen, als sie von den Whigs 8. erwarten gewesen waͤre, mit folgenden Bemerkungen: „Die Times, die sich selbst das Orakel von drei Vierteln des Englischen Volks nennt, wie⸗ derholt ihr altes Spiel mit unbefugten Versprechungen. Sie fordert Glauben; wofuͤr? Fuͤr ihre Ueberzeugung. Wohlan denn, wenn die Times ihrer Sache so gewiß ist, will sie dann nicht so gut seyn, zu erklaͤren, wie es koͤmmt, daß das Ministerium des Innern sich um die Untersuchung der Irlaͤndischen Kirchen⸗ Verfassung noch nicht gekuͤmmert hat, daß die Adresse an die Waͤhler von Tamworth uͤber die Fortdauer dieser Untersuchung schweigt, da sie doch der Untersuchung hinsichtlich des Munizi⸗ palwesens ausdruͤcklich erwaͤhnt, und daß nicht das Geringste daruͤber angedeutet worden ist, ob auch die erstere fortgesetzt wer⸗ den solle, oder nicht? Die Aeußerungen des Premier⸗Ministers in Betreff der Irlaͤndischen Kirche ist ein hinreichender Kommen⸗ tar zu seinem Schweiaen uͤber die Kirchen⸗Kommission.“

Der Morning Herald hofft von dem neuen Ministerium Abstellung „aller der detruͤgerischen und verderblichen Ungereimt⸗

Handel nenne, und die in den letzten

iten, die man freien - Pegs der kollektiven Weisheit der Nation (dem Parlamente)

fuͤr die Existenz der politischen Ge⸗

entflossen seyen, um die Verarmung und den Ruin von Tausen⸗ den der gewerbfleißigen Fabrikanten, Rheder und Handwerker Englands herbeizufuͤhren und den schlauen Auslaͤnder zu berei⸗ chern, der jeden Vortheil, welchen Englands Thorheit ihm zu⸗ theile, wohlgefaͤllig hinnehme, ohne ihn jemals zu erwiedern.“ Das genannte Blatt will daher Englands große Handels⸗Inter⸗ essen zahlreicher im Parlament repraͤsentirt wissen. Auch erin⸗ nert es an den Antrag, welchen Herr M. Attwood am 24. April im Parlament machte, der aber verworfen wurde, daß das Eng⸗ lische Geld, und Muͤnz System untersucht, die kleinen Bankno⸗ ten wieder eingefuͤhrt und die Baarzahlungen der Bank beschraͤnkt werden sollten, und sagt, das neue Ministerium wuͤrde das Ver⸗ trauen des Koͤnizs und des Landes nicht laͤnger verdienen, wenn es vor einer Untersuchung zuruͤckbeben wollte, die fuͤr Englands Gemeinwesen und fuͤr den eigenen Charakter des jetzigen Pre⸗ mier⸗Ministers von so großer Wichtigkeit sey.

Die Times druͤckt ihre Verwunderung daruͤber aus, daß Lord Nugent, dessen Ernennung zum Ober⸗Commissair der Joni⸗ schen Inseln sie als eine von den Handlungen bezeichnet, deren das vorige Ministerium sich am meisten zu schaͤmen habe, von der jetzigen Verwaltung nicht schon laͤngst zuruͤckberufen worden sey. „Lord Nugent“, sagt sie, „hat in der That mehr vollfuͤhrt, als irgend ein Anderer nur haͤtte versuchen koͤnnen. Er hat es dahin gebracht, daß das ganze System des Britischen Einflusses in jener Gegend, wo er zum Ungluͤck regierte, zerruͤttet und ge⸗ schwaͤcht worden und daß Englands Name Griechen und Tuͤr⸗ ken zum Gelaͤchter geworden ist.“

Herr Weeding hat unterm 23. Dezember im Auftrage einer zahlreichen Versammlung der Cortes⸗Glaͤubiger in der Londoner City⸗Tavern wieder ein Schreiben an den Herzog von Welling⸗ ton gerichtet, worin er diesem den besten Dank jener Versamm⸗ lung fuͤr die Aufmerksamkeit abstattet, welche der Herzog ihren letzten Vorstellungen gewidmet, und dessen sortwaͤhrende Ver⸗ wendung bei der Spanischen Regierung in Anspruch nimmt, um bessere Bedinqungen hinsichtlich der Zins⸗Ruͤckstaͤnde fuͤr sie auszuwirken. Der Herzog hat hierauf unterm 27sten v. M. folgende Antwort erthtilen lassen: „Der Herzog von Wellington macht Herrn Weeding sein Kompliment und bittet, ihn in Er⸗ wiederung auf sein Schreiben vom 23ͤsten d. M. benachrichtigen zu duͤrfen, daß er gleich nach Ankunft des Spanischen Gesand⸗ ten in London mit demselben uͤber den Gegenstand, von welchem das Schreiben des Herrn Weeding handelt, sprechen wird.“

Im Boͤrsen⸗Bericht der Times heißt es: „Der nunmehr amtlich bekannt gemachte Anleihe⸗Kontrakt der Spanischen Re⸗ gierung mit Herrn Ardouin, der eigentlich fast nichts enthaͤlt, was man nicht vorher schon gewußt haͤtte, zeigt sich als ein fuͤr Spanien sehr druͤckendes Uebereinkommen, und dennoch werden, aller Wahrscheinlichkeit nach, die Kontrahenten bei dem jetzigen Zustande des Geldmarktes betraͤchtliche Schwierigkeiten sinden, die Obligationen in Umlauf zu bringen. Der gegenwaͤrtige Preis der Cortes⸗Scheine steht schon an sich den Unterzeichnun⸗ gen zu der Anleihe im Wege.“

Wie verlautet, sind die Zwistigkeiten zwischen der Bank von England und den Actien⸗Banken im Norden von England in Guͤte ausgeglichen worden. Die letzteren haben sich bereit erklaͤrt, keine eigene Noten ausgeben zu wollen, unter der Be⸗ dingung, daß ihnen von der Bank von England Vorschuͤsse zu einem etwas unter dem Marktpreise stehenden Zinsfuße bewil⸗ ligt wuͤrden.

Der Courier behauptet, es werde ihm von seinen Korre⸗ spondenten aus allen Gegenden des Landes gemeldet, daß man sich uͤberall bemuͤhe, geschlossene Versammlungen, von den Oppo⸗ sitions⸗Blaͤttern hole- and corner-meetings (Loch⸗ und Winkel⸗ Versammlungen) genannt, zusammenzubringen, um Adressen im ministeriellen Sinne an den Koͤnig zu veranlassen.

Als ein neuer Beitrag zu den Partei⸗Manoͤvern wird von den hiesigen Blaͤttern eine Herrn Edward Lytton Bulwer dedi⸗ zirte politische Flugschrift angekuͤndigt, unter dem Titel: „Soll das Geschick dieses großen Reiches sortan von dem Volke oder von der Pairie gelenkt werden?“

Nach Briefen aus Rom und Neapel vom 15. Dezember meldet der Morning Herald: „Der Minister⸗Wechsel in England hat in Neapel die unvortheilhafte Stimmung gegen Frankreich neu belebt. Der General Sebastiani war sehr krank gewesen; er hatte viermal zur Ader lassen muͤssen; es ist daher gar nicht unwahrscheinlich, daß er unter solchen Umstaͤnden den Gesandtschafts⸗Posten in London nicht annehmen wird. Er war seit einem Monat nicht aus seinem Schlafzimmer gekommen. Gegen seine Dienerschaft soll er sehr despotisch seyn und seinen Secretairen nicht einmal erlauben wollen, in Gesellschaft zu gehen. Einen aͤhnlichen Eindruck, wie in Neapel, brachte die Nachricht von der Veraͤnderung des Englischen Ministeriums auch in Rom hervor. Dom Miguel befand sich noch dort und war mit seinem Wirth in einen Mieths⸗Prozeß verwickelt. Man glaubte jedoch, daß er naͤchstens nach Piemont abreisen wuͤrde, da ihm der Koͤ⸗ nig von Sardinien in der Gegend von Nizza einen Ort zum Aufenthalt angeboten hatte.“”) 11

Niederlande.

Aus dem Haag, 5. Jan. Der Staats⸗Minister und Praͤsident der ersten Kammer der General⸗Staaten, Baron Roell, ist vorgestern im 67sten Jahre seines Alters zu Amsterdam mit Tode abgegangen.

Die Abreise des Prinzen von Oranien nach London scheint nicht stattzufinden; hiesige Blaͤtter melden vielmehr, daß sich Se. Koͤnigliche Hoheit dieser Tage wieder nach dem Hauptquartier begeben werde.

Der große Dreimaster „Pylades“, der vor einigen Tagen von Amsterdam nach Ostindien absegelte, ist nicht weit von un⸗ serer Kuͤste untergegangen. Die aus 40 Mann bestehende Equi⸗ page ist, mit Ausnahme eines Einzigen, gerettet worden. Das Schiff war in London fuͤr 300,000 und in Amsterdam fuͤr 85,000 Fl. versichert. ö“

8 Belgien.

Bruͤssel, 4. Jan. Der Ex⸗Regent, Herr Surlet de Cho⸗ kier, ist bei Gelegenheit des neuen Jahres nach Bruͤssel gekom⸗ men; er war mehrere Male am Hofe.

Waͤhrend des Monats Dezember sind zu Antwerpen 83 Schiffe, zusammen von einem Gehalt von 9806 Tonnen, einge⸗ laufen, also 17 Schiffe und 2188 Tonnen weniger, als im No⸗ vember. Von diesen Schiffen hatten 5 Bauholz, 2 Blei, 1 Ma⸗ nufaktur⸗-Waaren, 6 Wein, Fruͤchte ꝛc., 3 Salz, 13 Getreide und Samen und 51 verschiedene Waaren geladen. Waͤhrend des Jahres 1834 liefen zusammen 1064 Schiffe von einem Ge⸗ halt von 141,465 Tonnen ein. Die Zahl der ausgelaufenen Schiffe betrug 1060, worunter 246 Belgische und 817 auslaͤndische; 201 Belgische und 464 auslaͤndische Schiffe liefen beladen aus, 45 Bel⸗

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Einfuhr von Kaffee, Baumwolle, Haͤuten, Reis, Zu Thee bedeutender, als in jedem der fruͤhern 5 Jahre.

Daͤnemark.

Kopenhagen, 8. Januar. Am 31. Dezember war Or, denstag fuͤr die Ritter des Elephanten⸗Ordens. 1

Einer Königl. Resolution vom 27sten v. M. zufolge, ist den auf den Inseln zur Staͤnde⸗Versammlung aus der Beamttn, Klasse Gewaͤhlten zu erkennen gegeben, daß hinsichtlich der amt, lichen Stellung derselben nichts gegen die Annahme der auf sie gefallenen Wahlen zu erinnern sey. 8

Als Mitglieder der zur Vorbereitung eines neuen Prep⸗ Gesetzes niedergesetzten Kommission werden nicht nur der Pif⸗ sident der Daͤnischen Kanzlei und der General⸗Prokurator ie Koͤnigreichs, sondern auch der Praͤsident der Schleswig⸗Holstein Lauenburgischen Kanzlei und der Ober⸗Prokurator fuͤr die Han⸗ zogthuͤmer bezeichnet.

Wie man aus der Mariboer Zeitung erfaͤhrt, soll he von dem General⸗Fiskal, Etatsrath Treschow, angeregte Zusam⸗ menkunft der von den groͤßeren Gutsbesitzern auf den Insen gewaͤhlten Abgeordneten einstweilen ausgesetzt bleiben. Da Wiborger Sammler redet solchen vorbereitenden Zusammen kuͤnften von Staͤnde⸗Mitgliedern, besonders mit Ruͤcksicht a das den Staͤnden eingeraͤumte Petitions⸗Recht, dessen Ausuͤhun die Vereinigung von mehr als die Haͤlfte der Stimmenden an fordere, lebhaft das Wort. Die Kjoͤbenhavnspost eißn gegen die einheimischen Konservativen und die als ihre Bunde genossen bezeichneten Laͤssigen, Unthaͤtigen und veeemaamte im Lande, deren Wahlspruch sey: „Was kann es helfen?“ Er bezieht sich dabei auf eine kleine populaire Abhandlung Algreg Ussings: „Ueber die Erweckung des Gemeinsinns“, und erinnen die Kleinmuͤthigen an die Verheißungen und Wuͤnsche des K nigs. Nachdem auch der Censur erwaͤhnt, von der gesagt win daß sie seit 60 Jahren dem Daͤnischen Volke undekannt syf wird mit Zuversicht die Hoffnung ausgesprochen, daß kein i Preßfreiheit beschraͤnkendes Gesetz gegen die Meinung einer an schiedenen Majoritaͤt der Staͤnde erlassen werden wuͤrde.

Die Zeitung Kjoͤbenhavnspost wird, statt fuͤnfmal woͤchen lich, nunmehr taͤglich erscheinen, und zwar Sonntags als liten risches und aͤsthetisches Zeitblatt unter dem Titel: „Sem tagsblatt.“ ““

D e u tschland.

Kassel, 6. Jan. Heute Vormittag wurde die diesseitt Staͤnde⸗Versammlung eroͤffnet. Die Minister von Heßberg uhf Hassenpflug waren zugegen, spaͤter trat auch noch der Finang Minister ein. Der Praͤsident sprach einige Worte uͤber die 60 schaͤfts⸗ Behandlung, und empfahl eine genaue Beobachtung ic Formen der Geschaͤfts⸗Ordnung, deren Verabsaͤumung nur nae theilbringend sey. Der Minister Hassenpflug uͤbergab einen G. setz⸗Entwurf, um den §. 107 der Gemeinde⸗Ordnung, welce die gesetzliche Endschaft der Wirksamkeit der bisherigen Gemeind Behoͤrden auf den 31. Dez. v. J. bestimmt, außer Kraft, um diese Behoͤrden bis dahin, daß die neuen Behoͤrden wirklich n ihre Stelle treten koͤnnten, wieder in das Amt einzusetzen. Dn Landtags⸗Commissair verkuͤndigte, im hoͤchsten Auftrage, daß di Staͤnde⸗Versammlung ihre Geschaͤfte auf den Zeitraum von Wochen zu beschraͤnken habe, und legte darauf einen neuen Ge setz⸗Entwurf uͤber die gleichmaͤßige Besteuerung des Grur E genthums, unter Zuruͤcknahme des fruͤheren, vor. Der Puiff dent verkuͤndigte den Eingang mehrerer Antraͤge von Mittglt dern, darunter einer des Herrn Thielepape: die Staats⸗Regi rung um Auskunft uͤber die Verhaͤltnisse der Rotenburger Quum zu ersuchen. Spaͤter beschaͤftigte man sich mit der Legitimatih mehrerer Mitglieder. Die Entscheidung der Frage, ob die geordneten oder Stellvertreter zu dem jetzigen Landtage einzuh rufen seyen, ist durch eine Berathung der Staͤnde⸗Mitgliede unter sich erledigt worden.

Darmstadt, 3. Jan. Bei den hiesigen Stadt⸗Gemeinze wurden im verflossenen Jahre 568 Kinder geboren (297 K. ben, 271 Maͤdchen), darunter 93 uneheliche, 22 todtgeborene, Paar Zwillinge. Confirmirt wurden 320 (1˙8 Knaben, Maͤdchen), copulirt 135 Paare. Bei der jüdischen Gemein wurden 11 geboren, starben 10, copulirt wurde 1 Paar. Ganzen starben 494 (251 maͤnnlichen, und 243 weiblichen 0 schlechts), also mehr geboren 85. Von diesen 494 starben sehe 152, also fast 3 im Alter von 1—5 Jahren. 42 Personen reichten ein Alter von mehr als 70 Jahren. In 33 Schue und Instituten empfingen 1637 Knaben und 1491 Maͤdchen, sammen 3128, Unterricht. 2099 Personen genossen das hell Abendmahl. CWWW L

Die Times meldet aus Madrid vom 24. Dezember: der Sitzung der Prokuradoren⸗Kammer am 22. sagte der Vi⸗ Praͤsident Medrano, er habe erfahren, daß ein Mitzle der Kammer sich durch einige im Eifer der Debatte ausgestofn Worte beleidigt fuͤhle; er hoffe, es sey durchaus nicht der nuf vorhanden gewesen, irgend ein Mitglied zu beleidigen. Hamm erwiederte der Conseils⸗Praͤsident, er glaube, dies bötge sich auf einige von ihm gebrauchte Ausdruͤcke, die als beleidigme fuͤr den Grafen de las Navas betrachtet worden waͤren, er sa daher durchaus nicht an, zu erklaͤren, daß er niemals irgend ein N glied habe persoͤnlich angreifen oder beleidigen wollen. Der Grü de las Navas erhob sich nach diesen Worten und verbeugte sh um seine Zufriedenheit mit dieser Erklaͤrung zu erkennen zu geben. Nach einigen Debatten uͤber die Gesandtschaften an den de nordischen Hoͤfen, wurde beschlossen, nach Wiederherstellung diplomatischen Verbindung mit denselben, Gesandte und n Geschaͤftstraͤger dorthin zu senden. In der Sitzung am verwarf die Kammer die Bestaͤtigung des Gehalts der drei N glieder des von Ferdinand VII. eingesetzten Regentschafts⸗ thes. An dem heutigen Abend vertauschen in allen Theal Schauspieler und Schauspielerinnen die Rollen, so daß ers die weiblichen, letztere die maͤnnlichen Charaktere darstell In einem Theater, wo Tartuͤffe gegeben wurde, ersche gegen Ende der Vorstellung die Koͤnigin⸗Regentin und wil mit lautem Zuruf empfangen. Die Rolle des Tartuͤffe erteh großen Beifall, da der Bruder des Musoz, eines der Koͤnigin, Jesuit ist. Nach dem Schlusse der Vorstellu wurden von den Schauspielern Verse recitirt, worin haͤufig! Namen Christina und Mina vorkamen. Ein anderer Gebral am heutigen Weihnachts⸗Abend ist, daß die Offiziere die g daten in ihren Kasernen bewirthen und selbst bei Tafel aufm ten. Die Soldaten machen dann mit der groͤßten Freimaͤch keit in Versen ihre Bemerkungen sůüber die Offiziere. dies noch ein Ueberrest der alten Saturnalien.

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gische und 353 auslaͤndische mit Vallast. Im Jahre 1834 war die ]

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kuͤnftig fortregierte,

und einen Ball, wozu sie,

pPortugal.

Lissabon, 13. Dez. Die Vermaͤhlung Donna Maria's mit dem Herzoge von Leuchtenberg vermiktelst Procura⸗ won, hat sofort nach der Ruͤckkehr des Herrn Bayard von Muͤn⸗ cen, ungeachtet der noch fortdauernden tiefen Trauer fuͤr Dom Hedro, mit einer Eile stattgefunden, die wohl ihre Erklaͤrung im den gleichzeitig aus London, in Bezug auf den dortigen Mi⸗ nister⸗ Wechsel eingetroffenen Nachrichten findet. Der Hof und der der siegreichen Partei angehoͤrige Theil des Adels entwickel⸗ in bet der wegen dieser Veranlassung stattfindenden Feierlich⸗ beiten die groͤßtmoͤgliche Pracht, von deren eigentlichen Be⸗ schaffenheit indeß ein Mittel⸗Europaͤer, der nicht in Portugal gewesen, sich schwer eine klare Vorstellung zu machen im Stande seyn dürfte, und welche nebeneinander in den schneidendsten Kon⸗ srasten, Prunksucht und Armuth, die neuesten Moden Englands und Frankreichs, und diezenigen, die in diesen Laͤndern vor un⸗ gefähr 150 Jahren bestanden, zeigte. Ich glaube, in kein Detail uͤber die verschiedenen Adels⸗Titel und die Baͤnder von fuͤnf verschie⸗ dinen Orden eingehen zu muͤssen, die in einem hoͤchst reichlichen Maße vom Hofe bei dieser Gelegenheit vertheilt wurden, und wo⸗ bei die Familie des Herzogs von Palmella wohl die am minde⸗ sten bedachte blieb. Als charakteristisch fuͤr die Nation darf ich indeß nicht uͤbergehen, daß zugleich allen kuͤnftigen und ge⸗ genwaͤrtiken Mitgliedern der Pairs⸗Kammer das Praͤdikat „Exeellenz“ verliehen wurde, und daß, um auch die Deputirten⸗ Kammer angemessen zu ehren, der Praͤstdent derselben eine Eh⸗ ren⸗Kommende des Christus⸗Ordens, die beiden Secretaire aber das Ordens⸗Kleid Unserer liehen Frauen des Empfaͤngnisses von Villa vigosa erhielten. Allerdings ist die Vermaͤhlung der Koͤ⸗ nigin ein fuͤr das Land keinesweges gleichguͤltiges Ereigniß. Wenn indeß die Regterungs⸗Zeitung in einem amtlichen Artikel versichert, „daß dieses Ehe⸗Buͤndniß den Beguͤnstigern der Anar⸗ chie auf einmal alle Hoffnungen raube, und den Thron der regierenden Familie unwiderruflich sichere, so hat der kalte Beobachter doch Muͤhe, zu begreifen, wie bei den bekannten Bestimmungen, so⸗ wohl der alten Portugiesischen Verfassung als der Charte Dom Pedro’s, der bloße Gemahl der regierenden Koͤnigin einen so durchgrerfenden Einfluß auf die Leitung des Staats⸗Schiffes aus⸗ zuuͤben vermoͤchte. Und selbst wenn man annaͤhme, daß, in der Wirklichkeit, die constitutionnelle Fiction verschwaͤnde, und die von ihrem Gemahle geleitete Koͤnigin Portugal in der naͤmlichen

Weise, wie es seit Jahrhunderten regiert wurde, faktisch auch so sieht man doch wohl nicht ab, wie ein jünger vierundzwanzigjaͤhriger Prinz, der bisher den Staats⸗Ge⸗ chaͤften und dem Kriege voͤllig fremd geblieben, hinsichtlich seiner Herrscher⸗Eigenschaften andere als ganz allgemeine Hoffnungen erregen koͤnnte. Die nackte Thatsache duͤrfte seyn, daß verwandt⸗ schaftliche Einfluͤsse und Familien⸗Gefuͤhle den ersten Grund zu

gjenem Ehebuͤndnisse legten; daß die jetzt bei der jugendlichen Koͤ⸗

nigin vorherrschenden Einfluͤsse dasselbe als ein Mittel zu ihrer eigenen besseren Befestigung ansahen, und daher eifrig befoͤrder⸗ ten; und daß endlich die Politik Großbritaniens, die, wo es sich von Portugiesischen Verhaͤltnissen handelt, stets eine so gewich⸗ tige Stimme hat, dasselbe aus Gruͤnden, die keiner Auseinander⸗ schzung beduͤtfen, acceptirte. In der Mitte hoͤchst erbitterter, seidenschaftlicher und unlenksamer Parteien gestellt, duͤrfte uͤbri⸗ gens das junge Koͤnigl. Paar nicht immer bloß auf Rosen zu wandeln bestimmt seyn; denn unleugbar beruhigt sich die in die⸗ sem kande herrschende Aufregung langsamer, als die Freunde der siegreichen Partei es erwarteten. Diese letztere zeigt sich naäͤmlich fortwaͤhrend gegen jede Versoͤhnungs⸗Maßregel taub, und der entschiedenste Reactions⸗Geist charakterifirt fast jede Sitzung der Deputirten⸗Kammer. Die besiegte, aber darum nicht minder zahlreiche Partei wird dagegen durch das fortwaͤhrend uͤber ihrem Haupte schwebende sogenannte Indemnisations⸗ oder eigentlich Confiscations⸗Gesetz zur Ver⸗ zweiflung getrieben. Es kann daher nicht uͤberraschen, wenn die neueste Nummer der Regierungs⸗Zeitung selbst von einer bei Coveiro zersprengten Miguelistischen Guerilla spricht; und wenn in der Deputirten⸗Kammer der Portugiesischen politischen Fluͤücht⸗ linge Erwaͤhnung geschah, die sich zu Tuy auf dem Spanischen Ufer des Minho gesammelt haͤtten. Die in Tras os Montes zusammengezogenen zwei Brigaden, die man gern noch mit einer dritten verstaͤrken zu koͤnnen wuͤnsche, duͤrften daher die Auf⸗ rechthaltung der Ruhe in jener Provinz mindestens eben so sehr als die Beobachtung der Ereignisse in Nord⸗Spanien zum Zwecke haben. Man muß dem Conseil Donna Maria's die Gerechtig⸗ keit widerfahren lassen, daß es weit gemaͤßigter als die Kam⸗ mern und die Masse der siegreichen Partei ist, und wenn es freie Haͤnde haͤtte, gewiß gern im Sinne eines Verschmelzungs⸗ Systems handelte. Das dauernde Einverstaͤndniß der beiden eigentlichen Haͤupter dieses Conseils, des Herzogs von Palmella und Silva Carvalho's, erscheint indeß dem unbefangenen Beob⸗ achter nichts weniger als gesichert, indem diese beide ohnehin bemn fiegegengesehte Charaktere sich auf durchaus verschiedene

inslaͤse, Palmella nämlich auf den Hof, Carvalho aber auf seine Popularitaͤt und sein Ansehen bei der Masse der siegreichen

artei, stuͤtzen.

fas In einem vom Courier mitgetheilten Schreiben aus Lis⸗ 2. on vom 20. Dezember heißt es: „Zu den Privilegien Bri⸗ sche Unterthanen in Portugal gehoͤrten seit langer Zeit, außer er Befreiung vom Militairdienste, ein Recht, das sie mit den bhceen in allen Laͤndern theilen, noch folgende: Es war ihnen 88 attet, sich sechs Gehuͤlfen zu halten, die von allen Militair⸗ h enderen oͤffentlichen Diensten befreit waren. Sie hatten techt, sich einen Richter zu waͤhlen, der in Civil⸗ und Kri⸗ inalsachen entschied, und die Regierung konnte sie nicht zwin⸗ 8 irgend einen Theil ihres Eigenthums zum Nutzen des Lan⸗ es zu verkaufen. Sie waren außerdem von einer großen An⸗ hah von Municipal⸗Abgaben befreit und keine Magistrats⸗Person 9 das Haus eines Britischen Unterthanen betreten; nur h genannten Richter war dies in Begleitung des Konsuls ge⸗ htet. „Diese Privilegien wurden nebst mehreren anderen ur⸗ pruͤnglich von den Portugiesischen Koͤnigen als Gunstbezeugun⸗ fen verliehen, ohne jemals durch ein Gesetz bestaͤtigt worden zu ben. Sie wurden indeß, namentlich in der letzten Zeit, von Uüen Inhabern so haͤufig und in solchem Grade gemißbraucht, 27 der Verlust saͤmmtlicher Vorrechte vorherzusehen ist, und virklich hat der erste Angriff schon begonnen, indem alle Gehuͤl⸗

Vunstiu 19 . Diener Britischer Kaufleute in die Listen der National⸗

arde eingetragen sind. (Spaͤteren Nachrichten zufolge (siehe Staats Zeitung Nr. 9], ist es jedoch dem Lord . gug⸗ 2 W Fäl gelungen, den Grafen Villareal zu bewegen, in einzelnen 8* Ausnahmen zu gestatten.) Folgende Thatsache giebt ss Reveis, daß die Regierung beschlossen hat, milde und iesohnliche Matregeln gegen die Anhaͤnger Dom Miguel's zu greifen. Bei Gelegenheit der Vermaͤhlung der Koͤnigin durch rocuration gaben die Civil⸗Behoͤrden von Leiria ein Diner

da es ein Fest der Versoͤhnung seyn

1“ 3 * sollte, alle angesehene Miguelistische Fami

sie dadurch zu

v111144“*“ lien des Ortes einlu⸗ den, und selbst einem noch im Gefaͤngniß befindlichen Migveli⸗ sten Speisen sandten. Dies Alles geschah auf Anrathen der Re⸗ gierung, was einem jeden rechtlich Denkenden mit Freude er⸗ fuͤllen muß, und dennoch sieht der Nacional darin nur die Ab⸗ sicht, sich mit den Miguelisten zur Vernichtung der Charte zu verbinden. Mehrere Maßregeln, fuͤr welche man Dom Pedro an⸗ fangs so großes Lob gespendet hat, erweisen sich jetzt zum Theil als sehr unpolitisch. So hat die Abschaffung des Zehnten die Einkuͤnfte vermindert und der Regierung die Last aufgebuͤrdet, die Geist⸗ lichkeit zu unterhalten. Das Defizit ließe sich wohl durch an⸗ derweitige Auflagen decken, doch wuͤrde keine Abgabe mit folcher Bereitwilligkeit gegeben werden, als der Zehnten, weil er allein zur Unterstuͤtzung der Kirche diente. Die Aufhebung der Moͤnchs⸗ Kloͤster hat die religioͤsen Meinungen des Landes verletzt und den moralischen Einfluß der Moͤnche vermehrt, indem einem Gegenstand des Mitleids wurden; dadurch, daß man sie zwang, ihr Moͤnchskleid abzulegen, ist es der Regterung unmoͤglich geworden, die noͤthige Aufsicht uͤber sie zu fuüͤhren und sie sind zugleich unversoͤhnliche und in der That maͤchtigere Feinde geworden. Haͤtte man sie ruhig im Besitz ih⸗ res Eigenthums gelassen und ihnen zugleich die Aufnahme neuer Mitglieder untersagt, so waͤren sie allmaͤlig ausgestorben und das Land waͤre, ohne die Unannehmlichkeiten, welche man jetzt so ernstlich fuͤhlt, von ihnen befreit worden. Die Vernichtung des Papiergeldes hat nicht den Trsog gehabt, den man davon er⸗ wartete. Fuͤr die Land⸗ und Haus⸗Besitzer, welche jetzt ihre Einkuͤnfte in baarem Gelde empfangen, mag diese Maßregel vortheil⸗ haft seyn, aber bei der zerstreuten Bevoͤlkerung auf dem Lande hat sie große Unzufriedenheit erregt, denn außer vielen anderen Nachtheilen fuͤr dieselbe sind dadurch auch, gegen alle Erwar⸗ tung, die Preise der Lebensmittel gestiegen. Der freie Handel oder die Zulassung der Waaren aller Nationen fuͤr den herab⸗ gesetzten Zoll von 15 pCt. ist vom groͤßten Nachtheil fuͤr die Industrie des Landes. Um dies zu beweisen, will ich nur die Seiden⸗Manufakturen anfuͤhren, deren Erzeugnisse den Franzoͤ⸗ sischen Waaren zwar nicht an Guͤte gleichkamen, aber doch be⸗ deutend wohlfeiler waren; jetzt dagegen koͤnnen die Franzosen eine bessere Waare fuͤr dasselbe Geld liefern und die Portugie⸗ sischen Fabriken werden in kurzem ruinirt seyntee r. h

Inland. 6

Berlin, 10. Januar. Nachstehendes ist eine Uebersicht von dem Zustande des Kommunal⸗Schuldenwesens des Regie⸗ rungs⸗Bezirks Achen fuͤr das Jahr 1834:

Die Hauptmasse der Schulden mit Einschluß der laufenden Zinsen bis Ende 1833 betrug:

a) an Kapital 1,526,255 thlr. 18sgr. 2 f. 961,764 » 11

b) an Zinsen

Ueberhaupt 2,488,019 » 19 „» 1 Bis zum Schlusse des 188 1833 ist nach den saͤmmtlich festgestellten Gemeinde⸗Rechnungen und den Spe gezahlt, amorti⸗ 88 irt oder vergleichmaͤßig erlassen: a)an Kapital 1,164,868 thlr. 29 sgr. 4 pf. b) an Zinsen 874,259 » 14 » 5

1“ 2,039,128 thlr.

so daß sich die Schuldsumme Ende

1833 bis auf. 448,891 »

vermindert hat. v“ Von dieser Summe ist

a) nicht abzulegen, resp. als Rentschuld

konstituirt . 80,671 thlr. 20 sgr. 10 pf.

b) mit Zustim⸗

mung der Kre⸗

ditoren bleibt

einstweilen von

der Ablage aus,⸗

geschlossen . 17,135 »

c) als Ausfall

ist zu betrach⸗

ten, weil die

Praͤtendenten

selbst nach oͤf⸗

fentl. Aufru-⸗

fen nicht er⸗

schienen sind

d)wirklich kon⸗

testirt...

1391

211,820 wodurch sich der eigentliche liquide

Ferle gfets Ende 1833 auf. . . 237,070 thlr. 29 sgr. 6 pf.

ellt.

„Die urspruͤngliche Schuld⸗Summe hat gegen die vorigjaͤh⸗ rige eine Verminderung erlitten, weil die auf der Stadt Achen haftende Spielschuld bei definitiver Feststellung durch Gegenfor⸗ derungen der Stadt an Kapital und ruͤckstaͤndigen Zinsen sich ermaͤßigt hat.

Zur Tilgung der obenbemerkten 237,070 thlr. 29 sgr. 6 pf. waren bis Ende vorigen Jahres schon disponibel gestellt 34,489 6 » 10 » so daß am 1. Januar d. J. noch zu veeesheze hnbsthe eilgen bleiben. .... 202,581 thlr. 22 sgr. 8 pf.

Durch die puͤnktliche Innehaltung der Tilgungs⸗Plaͤne, worauf mit aller Strenge gesehen worden, hat sich das fruͤher verschwundene Vertrauen immer mehr und mehr gehoben.

Zu der Zahl der im Jahre 1833 im Civildienste versorg⸗ ten Militair⸗Personen (S. Nr. 4 der Staats⸗Ztg.) treten noch 36 Unteroffiziere und Gemeine hinzu, die im Ressort des Koͤnigl. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angele⸗ genheiten angestellt worden sind, so daß die Gesammtzahl sich auf 1141 stellt.

Der Herzog von Leuchtenberg (jetzige Herzo von Santa⸗ Cruz) reiste am 6. d. M. Nacan:c99 8. Se folg⸗ durch Koͤln und wollte das naͤchste Nachtlager in Achen helten.

Der Gesammtwerth der im Laufe des vorigen Jahres in Bielefeld zur Legge gebrachten Leinewand belaͤuft si 889,218 Rthlr. 99˙ 3 Fuͤr das zum Erfurter Reg. Bez. gehoͤrige, im Monat Mai v. J. abgebrannte Dorf Kirchhehlegen sind ggs Bez. Merseburz an milden Gaben 1138 Rthlr. aufgekommen.

In der Stadt Birnbaum (Reg. Bez. Posen) ist durch die Bemuͤhungen des Superintendenten Seunbff ein Verein zur

Brkletdung armer Schulkinder ins Leben getreten. Derselbe be⸗

par Scribe. en 1 aclte.

sten, Posse in 5 b tische Schneider, Posse in 1 Akt, von Fr. Meier.

rin, Schauspiel in 4 Akten, Joni, als Gastrolle.)

11“ 11“ 8

steht aus 30 Mitgliedern, welche sich zur Zahlung eines Beitra⸗

ges von 42 Thalern jaͤhrlich anheischig gemacht haben. Außer⸗ dem wollen diese Mitglieder die Gelegenheit benutzen, außeror⸗ dentliche Beitraͤge zu sammeln.

„In diesen Tagen,“ schreibt man aus Posen vom 8ten d. M., „besichtigte der Kaiserl. Oesterreichische Kreis „Ingenieur v. Bretschneider, im Auftrage seiner Regierung die schwebende Eisenbahn auf der Festungs⸗Ziegelei bei Luban, indem eine aͤhn⸗ liche schwebende Bahn, etwa 2 ½ Meilen lang, von Wieliczka nach Podgorze an der Weichsel zum Transport des Steinsalzes angelegt werden soll. Auf der hiesigen Eisenbahn sind bereits etwa 80,000 Centner transportirt worden, wobei dieselbe sich sehr gut bewaͤhrt hat.“

Im verflossenen Jahre sind in den Hafen von Memel 684 Schiffe mit 86,508 Schiffslast eingegangen und 619 Schiffe mit 78,205 Schiffslast aus demselben ausgelaufen, 46 Schiffe halten Winterlage. Von den eingegangenen Schiffen waren un⸗ ter Preußischer Flagge 362, Englischer 130, Holländischer 33,

Norwegischer 32, Hannoverischer 30, Daͤnischer 12, Meklenbur⸗

gischer 11, Oldenburgischer 10, Luͤbeckscher 3, Belgischer 3, Rus⸗ sischer 2, Schwedischer 2, Italiaͤnischer 2, Hamburgscher 1 und Bremenscher 1. Unter den eingegangenen Schiffen waren: 44 mit Haͤringen, 11 mit Salz, 13 mit Steinkohlen, 21 mit

Ballast, Steinen ꝛc. befrachtet. Von den ausgegangenen Schif⸗ fen waren beladen: 525 mit Holzwaaren, 34 mit Saat, 20 mit Flachs, Hanf, Heede, Fellen ꝛc., 31 mit Getraide, 3 mit Kno⸗ chen, 1 mit Oelkuchen, 1 mit Mauersteinen und 4 mit leeren Faͤssern ꝛc. 8

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Fusthräfe . 337, 6 2. Se. 8247 3 Par. 330, 72 Par [Quellwärme 7,4 °R. uftwaͤrme 0,2 °R. +. 1,s °R. +. 1,0°R. 6 1 Thaupunkt 1,8 * R. 1,3 R. + 2,6 0R Flußwärme 0,6 °R. Dunstsaͤttg. 93 vCt. 76 pCt. 90 pCt. Sodenwaͤrme 1,8 0R. Ausdünst. 0,02 1 Rh.

Wetter... truͤbe. Niederschlag 0, 18 9 h.

1835. 9. Januar.

Wolkenzug W.

Berliner Börse. Den 10. Januar 1835. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preusz. Cour.) 7507 9097 Ostpr. Pfandbr. [ 4 [101 ¼ [101 ½ 8

96 ½ 96 [Pomm. do. 4 106½ 62 ½ 61 i Kur- u. Neum. do. 4 106½ [106 4

St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. I. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.

Elbing. do.

Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grofshz. Pos. do.

100 99 ½ [Schlesische do. 106 ¼ 99 ½ 99 ¼ [Rkst. C. d. K.- u. N. 74 100 99 ½ [Z.-Sch. d. K.- u. N. 7 ½

[Holl. vollw. Duk. 38 Neue do.

101 ½¾ 101 [Friedrichsd'or .. 102 ½¼ Disconto

anacn.

vlIE=gnlnn

132127 1

Preufsfs. Erisf. Geld [Kurz† -— 2 Mt. Kurz 152 ¾ 152

Wechsel-Cours.

Amsterdam dito HIamburg

250 Fl. 250 F. 300 Mk. dito 300 Mk. 2 Mt. London 1IS.. bo1 1111 2 Mt. 80¹ʃ Wien in 20 Xr. . 12 Mt. 104* Augsburg 2 Mt. 103 ½ Breslau 100 Thl. 2 Mt. Leipzig 100 Thl. 8 Tage Frankfurt a. M. WZ 100 Fl. 2 Mt. Petersburg 150 Rbl. 3 Woch Warschau Kurz

Auswärtige Börsen. F Amsterdam, 5. Januar. Niederl. wirkl. Schuld 54 ½. 5% do. 100 1⁄. Ausg. Sch 2. 8 Ner . . 127. Ausg. Schuld 1 ¾½. Kane-tzan. 231. 48 8 Amort. 93 ½. 392 76 ½. Kuss. 98;. Oesters 99. reuss. Priim.-Scheine 1092 8 . 28 --; ss. Präm.-Scheine 109 ½. (.8 Anl. *. Span. 5 8 44.

ö“

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonntag, 11. Jan. Im Opernhause: Die Alpenhuͤtte Singspiel in 1 Akt, von A. v. Kotzebue. Musik 2 . P. Schmidt. Hierauf : Der Aufruhr im Serail, Ballet in 3 Abth., von 8s Stsane

im Schauspielhause: Die beiden Klingsberge, Lustspiel in 4 Abth., von Kotzebue. ierauf: Jugend muß he. ben. Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. 1 5 ., von espeare. O (. Fiar Richard 1n.n; . hakespeare eu einstudirt. ienstag, 13. Jan. Im Opernhause: Der reisende Stu⸗ dent, musikalisches Auodlibet in 2 Abth. Hierauf: Der Polter⸗ abend, komisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet. Im Schauspielhause: 1) Le savant, vaudeville en 2 aches, 2) Le philtre champenois, vaudeville comi que

5* 8 * ..“ e Koͤnigstaͤdtisches Theater. Sonntag, 11. Jan. Die Reise auf gemeinschaftliche K 0 he Ko⸗ Akten, von L. Angely. Vorher: Der diploma⸗

Montag, 12. Jan. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die

verkehrte Welt, Busleske mit Gesang in 2 A Fr. Genze Vorher: Der Hagelschlag, sang kten, von Fr. Gense.

Lustspiel in 1 Akt, von A. vom Thale. Zum erstenmale wiederholt: Die Moh⸗ von Ziegler. (Mad. Birch⸗Pfeiffer:

Dienstag, 13. Jan.

Guͤtern, 15 mit Dachpfannen und Mauersteinen, 5 mit Kartoffelln, 10 mit Eisen, Theer, Splittholz, Oel, Talg ꝛc., und 512 mit