1835 / 12 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

teagung in das Hypotbeken⸗Buch beduͤrfen, zu dem

Civil⸗Sen

Neueste Nachrichten.

Paris, 4. Jan. Der heutige Moniteur enthalt die Fortsetzwig der am Neujahrstage an den Koͤnig gehaltenen An⸗ reden nd der von Sr. Majestaͤt darauf ertheilten Antworten. Dem Ppraͤsidenten des Cassationshofes Grafen Portalis antwor rete der Köͤnig unter Anderem: „Der innigste Wunsch Meines Herz'ens stimmt mit dem Ihrigen uͤberein, naͤmlich daß wir uns nie mehr der grausamen Nothwendigkeit ausgesetzt sehen moͤch⸗ ten, die beklagenswerthen Versuche zu unterdruͤcken, welche Sie so richtig charakterisirt haben. ch hoffe, daß ihre Ohn⸗ macht denjenigen, welche das Ungluͤck hatten, sich dazu fortreißen zu lassen, die Augen oͤffnen wird, und daß un⸗ sere so gluͤcklich bewahrten Institutionen sich fortwaͤhrend durch den Beistand aller guten Franzosen und durch die kraͤftige und nachdruͤckliche Mitwirkung der Gerichte immer mehr befe⸗ stigen werden. Mein einziger Ehrgeiz besteht darin, Mein Land vor den 88 schuͤtzen, die es bedrohten, und Ich bin uͤber⸗ Vn8, wenn Ich Mir, wie Sie hoffen lassen, schmeichelu kann, daß Ner dies gelungen ist.“ Dem Minister des oͤffentlichen Unterrichts: „Dadurch, daß wir der Jugend fruͤhzeitig einpraͤgen, daß Ruhe und Stabilitaͤt das erste Beduͤrfniß der Staaten ist, wie Sie es thun, koͤnnen wir sie vor dem Unheil bewahren, welches derer wartet, die sich auf unausfuͤhrbare Theorieen werfen. Hoffen wir wenigstens, daß die grausamen Erfahrungen, welche wir in dieser Hinsicht gemacht haben, dazu dienen werden, unsere Nach⸗ kommen davon abzulenken! Mit Zufriedenheit erfuͤllen Mich die Fortschritte, welche Sie Mir ankuͤndigen. Ich wuͤnsche innigst, daß Eintracht und Geschmack am Familienleben der Jugend jene Heiterkeit und Bescheidenheit wiedergeben moͤgen, die ihrem Al⸗ ter so gut kleiden und stets fuͤr sie und ihre Aeltern eine Quelle

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44

hen, und wer, wie Sie, dazu beitraͤgt, die Jugend auf diesen guten Weg zuruͤckzufuͤhren, wird sich wahrlich um das Vater⸗ land hoch verdient machen.“”)

Man will erfahren haben, der Koͤnig habe am Neujahrs⸗ tage mehrmals von seinem System gesprochen, der Moniteur aber sey angewiesen worden, die gefaͤhrliche Phrase zu aͤndern. Wirklich heißt es nun: „Das System meiner Regierung.“

Nachdem in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kam⸗ mer der Berichterstatter, Herr Dumon, die Debatte uͤber den Gesetz⸗Entwurf hinsichtlich einer Bewilligung zum Bau eines Sitzungs,Saales fuͤr den Pacrshof zusammengefaßt und sich, um die Kompetenz der Pairs⸗Kammer zu beweisen, auf die Au⸗ toritaͤt der Herren Dupin und Odilon⸗Barrot gestuͤtzt hatte, wurde von Letztern und von Herrn Lamartine, der wegen eines persoͤnlichen Umstandes das Wort verlangte, noch einiges entgeg⸗ enet, und darauf zur Abstimmung, und zwar zunaͤchst uͤber das von der Kommission zu dem urspruͤnglichen Gesetz⸗Entwurf in Vorschlag gebrachte Amendement, ge⸗ schritren. Dieses Amendement, wonach 1,280,000 Franken zum Bau eines definitiven Gerichts⸗Saales fuͤr die Pairs⸗Kam⸗ mer bewilligt werden sollten, wurde fast einstimmig verworfen, dagegen aber der urspruͤngliche Antrag des Ministeriums, 360,000 Fr. zu bewilligen, mit 209 gegen 181 Stimmen, also mit einer Majoritaͤt von nur 28 Stimmen, angenommen, mit dem einzigen Unterschiede in der Abfassung des Gesetz⸗Ent⸗ wurfes, daß diese Summe nicht, wie es urspruͤnglich hieß, zum Bau eines provisorischen Gerichtshofes fuͤr die Pairs⸗Kammer, sondern, nach dem von Hrn. Moreau vorgeschlagenen Amendement, Mzu den fuͤr die Instruirung, und noͤthigenfalls fuͤr die gericht⸗ liche Entscheidung des Prozesses, mit welchem der Pairshof ge⸗

des Gluͤckes sind. Frankreich wuͤrde große Vortheile davon zie⸗

—’

e. beschaͤftigt ist, erforderlichen Vorkehrungen“ angewie⸗ en wurde.

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.

ster 58 Thlr. Sch. Pomm. Cour.;

8) aus dem Concurse des von Iven auf Brechen:

2) fuͤr den Arzt Heitmann in Guͤtzkow 46 Sch.; b) fuͤr den

Bekanntmachungen.

1 Avertissement.

Die im Preuß Stargardtschen Kreise belegenen adeligen Guͤter Zalenze Nr. 311 sind mit Ausschluß des Vorwerks Charlotten zur anderweitigen noth⸗ wendigen Subhastation gestellt, und der Bietungs⸗ Termin ist auf den 27. Juni 1835, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Deputirten Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗ Assessor Hering hierselbst angesetzt worden.

Die Taxe, nach welcher der Werth der genannten Guͤter exel. Charlotten 38,129 Thlr. 23 sgr. 2 pf. be⸗ traͤgt, der neueste Hypotheken⸗Schein, und die Ver⸗ kaufs⸗Bedingungen sind uͤbrigens jederzeit in der hiesigen Ober⸗Landesgerichts⸗Registratur einzusehen⸗

Zugleich werden hiermit alle etwanigen unbekann⸗ ten Real⸗Praͤtendenten, deren Anspruͤche der Ein⸗

11 ½ Sch

kow 29 Thlr

Pennin: a) füͤr den

b) fuͤr den Thlr. 38 c) fuͤr den

gedachten Termine Behufs Anmeldung und Be⸗ scheinigung ihrer Anspruͤche unter der Warnung vor⸗ belaeec daß die Ausbleibenden mit ihren etwanigen eal⸗Anspruͤchen werden praͤcludirt und ihnen des⸗ halb ewiges Stillschweigen wird auferlegt werden.

Namentlich werden zu dem Termine zur Wahr⸗

nehmung ihrer Gerechtsame:

*) die unbekannten Erben der Barbara, verehe⸗ lichten Hauptmann v. Manteuffel, gebornen v. Lebinska;

b) die unbekannten Erben der Helena Antonie Franziska, verwittweten v. Przecierska, gebor⸗ nen v. Lebinska,

hierdurch vorgeladen.

Marienwerder, den 7. November 1834. at des Kdͤniglichen Ober⸗ Landesgerichts.

e) fuͤr den

a) fuͤr eine

Knecht Michel Cour;

Pomm. Cour.;

wesen: Aufforderung. In dem Devpositorio des Koͤniglichen Hofgerichts hieselbst finden sich nachstehende, seit laͤngerer Zeit unabgefordert Hebliehene Gelder vor: 1) aus dem Concurse des ehemaligen Paͤchters Muͤl⸗ ler zu Schmoldow: 2) fuͤr den Knecht Gustaf Brethmann 4 Thlr Pomm Cour.: 8 b) für den Knecht Zuͤhlstorff 30 Schill Pomm our.; 2) aus dem v. Blixen⸗Negentinschen Conecurse für) den Schutziuden Tobias Boas zu Landsberg a. W. 11 Thlr. 34 Sch. Pomm. Cour.; 2) für den Paͤchter Robde zu Kraeplin aus dem Pacht⸗Contract, der uͤber das ehemalige Doma- nial⸗Gut Spiegelsdorf aogeschlossen, danaͤchst unterm 26. Februar 1809 aber cassirt worden ist, 89 Thlr. 8 Sch. Pomm Cour.: haus dem Concurse des Kammerjunkers von Krassow zu Luͤtkenhelle: a) fuͤr den Gastwirth Peters in Stralsund 2,Thlr. 9 Sch Pomm Cour.; b) fuͤr den Buͤrgermeister Guͤnther in Ber gen 1 Thlr. 44 Sch Pomm. Courg⸗ ) aus dem Concurse des Paͤchters Meyer zu Ne. gentin: 1 n) fuͤr den Schullehrer Casper Endholz 3 Thlr 2, Sch. Pomm. Cour; b) fuͤr den Schmidt Behrens zu Cunzow 1 Thlr. 42: Sch. Pomm. Cour.; c) fuͤr den Knecht Wilhelm 4 Thlr. 10 ¾ Sch Pomm Cour.; 1 65 dem v. Normann⸗Wrangelsburger Debit: wesen: 1b a) fuͤr den Kaufmann Hagen in Wolgast 6 Thlr 3 Sch. Pomm. Cour.; b) far den Jacob Stein in Stedin 25 Thlr. 12 Sch. Pomm. Cour.; 1 c) fuͤr den Kaufmann Christen in Berlin 11 Thlr. 35 Sch. Pomm. Cour.; ) füͤr die Moses Henoch Kinder in Berlin 10 Thlr. 26 Sch. Pomm. Cour.; e) fuͤr den Schuster Tießen daselbst 2 Thlr 17½ Sch. Pomm. Cour.; 6 fuͤr den Grafen v Wartensleben daselbst à42 Thlr. 26 Sch. Pomm. Cour.; g) fuͤr den Gastwirth Knochendoͤppel in Dem⸗ min 19 Thlr. 303 Sch. Pomm. Cour.; h) fuͤr den Wiebcke in Jarmen 1 Thlr. 29 ½ Sch. Pomm. Cour.; 1 1) für die Wittwe Camradt in Anclam 4 Thlr. 22 Sch. Pomm Cour.; ) für den npotheker Gildenmeister hierselbst 2 Thlr. 38 Sch Pomm. Cour; 7) aus dem Debitwesen des Eigenthuͤmers Koͤppen zu Reinkenhagen fuͤr die Erben des zu Stral⸗ sund gesorbenen Commerzien⸗Raths Hagemei⸗

Pr. Cour.

Cour.;

Cour.; 0) 8) das

19 Sch. 1 c) fuͤr Wilh

angesetzten Terminen

rungs⸗Haupt⸗Kasse werden.

Koͤnigl

c) fuͤr den Apotbeker Schwarzdaselbst 13 3 Sch; 1 9) an Koͤniglich Schwedischen Kriegs Ersatz⸗Gel⸗ 3 dern eingezahlt fuͤr den Schulzenhoff bei Guͤtz⸗

10) aus dem Debitwesen des von Homeyer z

21 Sch.

5 Thlr. 17 ½ Sch Pomm Cour.; d) fuͤr den Schneider Paris in Stralsund 1 Thlr. 17 Sch. Pomm. Cour;

3 Thlr. 393 Sch.

11) H Cesnsnrc Gardebodenhagen, fuͤr den Schaͤferknecht Carl in unser

Nickels A Thlr. 30 ¾ Sch. Pomm. Cour.; G feeh

12) aus dem von Blixen⸗Jargenower Concurse:

Sch. Pomm. Cour.;

b) fuͤr die Woelffelsche Concursmasse 2 Thlr.

33 Sch. Pomm. Cour;

13) aus dem Boeckler⸗Luͤtkevitzer Concurse, fuͤr den

14) aus dem Bachmann⸗Faehrhoͤfer Concurse, fuͤr den Kaufmann Bartels iu Stralsund 4 Thlr

15) aus dem Meincke⸗Gardebodenhaeger Debit⸗

a) fuͤr den Seiler Walter in Stralsund 2, Thlr. 21 3 Sch Pomm. Cour.;

b) füͤr den Jacob Steffen 1 Thlr. 4 ½ Sch. Pomm Cour.; c) fuͤr die Wittwe Tarnow im Meklenbur⸗ gischen 13 Thlr. 23; Sch. Pomm. Cour.; d) fuͤr den Commerzien⸗Rath Bohnstedt in Stralsund 1 Thlr. 15 ½ Sch Pomm. Cour.: 16) aus dem Concurse des Paͤchters Benz zu Pastitz: a) fuͤr 71 Schmidt Beck zu Nehringen 10Thlr. r. Cour.;

b) fuͤr den Schmidt Benz daselbst 10 Thlr.

c) fuͤr den Hollaͤnder Murswyck zu Pastitz 10 Thlr. Pr. Cour.; 17) aus dem Banck⸗Fritzower Concurse: 2) 5 den eree Paͤchter Wismar 36Sch. omm. Cour; 8 b b) fuͤr den Muͤller Wlelitz 24 Sch. Pomm. i. sa Abends der Zuschlag an den Meist⸗

c) fuͤr den Schloͤsser Wendel 19 ½ Sch. Pomm.

d) fuͤr den Rademacher Blaschnik 38 ¼ Sch. ; Cour.;

uͤr den Johann Giesel 1 Thlr. 6 Sch. Pomm. Cour.;

18) aus dem Meincke⸗Eldenaer Debitwesen: Eggebrechtsche

105 Thlr. 23 Sch. 1 pf. b) das Petersche Vergleichsquantum 2 Thlr.

8 Thlr. 32 Sch. Pomm. Cour.; d) fuͤr Saegert zu Brandshagen 453 Sch. Pomm. Cour. Genannte Personen, eventualiter deren etwanige unbekannte Erben, so wie alle und jede, welche sonst Anspruͤche an diese Deposita zu machen gemeint seyn sollten, insbesondere auch die Deponenten solcher Gelder werden hiermit aufgefordert und geladen, in den auf den 20. Januar, 6. und 26 Februar k. J.

zu erscheinen, sich zur Erhebung der Gelder vollstaͤn⸗ dig zu legitimiren und wegen der Zahlung das Wei⸗ tere zu erwarten, im Widrigen durch die in termino den 9. Maͤrz zu erlassende Praͤclusive die Deponenten als einwilligend in die Ersolution angesehen, die Glaͤubiger und sonstigen Interessenten selbst aber als verzichtend auf ihre Rechte werden erachtet, und die unabgefordert gebliebenen Gelder, als dem Koö⸗ niglichen Fisco verfallen, an die Koͤnigliche Regie⸗

Greifswald, am 30. November 1834.

8 5 EE

Stuͤtze der Sache des Don Carlos in Biscaya, der tapfere unermuͤdliche Castor, ist auf einem Meierhofe,

befoͤrdert worden.

Hiesige Blätter enthalten folgende Nachrichten aus andrien: „Der Pascha von Aegypten faͤhrt fort, in seiner M rine die groͤßte Thaͤtigkeit zu entwickeln; seine ganze Flotte jett auf der Rhede von Alexandrien versammelt, um, wie ma sagt, in einigen Monaten wieder in die See zu gehen und si u uͤben. Fremde, welche jetzt Alexandrien besuchen, sind erstaun ber die ungeheuren Fortschritte. Die Herren Cerisy und son sind stets an der Spitze der wachsenden Marine. Auf e

von Alexandrien aufgenommen, den die Marine⸗Beamten s mit Eifer studiren, denn im ganzen Mittellaͤndischen Meere ha kein Hafen einen so schwierigen Eingang.“

Frankfurt a. M., 7. Jan. Oesterr. 5proc. Menag 100 ½ 100 ¼. 4proc. 92 9 . 92 9 . 2 ½proc. 54 ½. G. 1proc. 237 23 1%. Bank⸗Actien 1547. 1545 Part.⸗Oblig. —. —. Loöse 100 Gulden 214 G. Preuß. Praͤm. Sch. 61. 60 ¼. do. 4pes. Anl. 94½ G. Holl. 5proc Obl. von 1832 97 ¼ 97 ¾. P. 6 69 ¼. 5 proc. Span. Rente 42 42 ¾. Zproc. do. per

Redacteur Cottel.

Gedruckt bei A. W. Hayn,

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S. ubhastations⸗

belegene Chirurgus Schreiber daselbst r 8— hend aus: der Stadt Neu⸗Tomysl; den Doͤrfern Alt⸗Tomysl, 3) den Haulaͤndereien 1“ Glinno, Przyleg,

Seeretair Dau in Loitz 3 Thlr. 22

Pomm. Eour. 3 Sekoms

von Howeyer zu Voigtsdorf 20 11612424 2 Sch Pomm. Cour.; 8. Kaufmann Bendfeldt in Rostock

3 sgr. Preuß Cour.;

Kozielas, Lipka,

2 der Muͤhle Mniszek,

we

Rathsverwandten Eggert daselbst jarirt Cour.;

e

worden ist, soll im Termine den 14. Juli

12 . . 8 1 hiermit ein . gewisse Hantersberg 5 Thlr. 32 biermit Fintshen

sehen werden.

unbekannte Real⸗Glaͤubiger:

Gorand 1 Thlr. 39½ Sch. Pomm a) die Adelaide Ludowika Cecilie

1 lichte von Mielecka;

liüska; respective deren Vormund;

hierdurch geladen

Vosh , den 29. December 1834.

b atent. Die im Großherzogthume v0e2,

ur Graf Victor v. Szoldrskischen Concurs⸗ Masse gebbrige adelige Herrschaft Tomysl, beste⸗

Wytomysl und Koza;

Nowa Roza, 8 b

à) der Muͤhle Bobrowka mit einem Kruge;

1835

Pachters Pickel, zu fruͤh 10 Ubr, vor dem Landgerichts⸗Nathe Culemann Instructions⸗Zimmer oͤffentlich an den

Meistbietenden verkauft werden, wozu wir Kauflustige

Die Taxpe, der neueste Hypotheken⸗Schein und die Kauf⸗Bedingungen, koͤnnen in der Registratur

Zugleich werden folgende, dem Aufenthalte nach „Helena, Adamine, Geschwister von Mielecra; b) die Louise Marianna Eleonora Amalie, verehe⸗ c) die Francisca v. Wilezynska, geborne v. Gos⸗ d) die Johann Gottfried Gablerschen Minorennen, e) der Paͤchter Eduard v. Raczynski, zur Wahrnehmung ihrer Gerechtsame vor⸗

niglich Preußisches Landgericht.

9

Historische Uebersicht der Finanzen. Oekonomische Statistik Spaniens. Die Staatsschuld Spaniens. Ueber die Huͤlfsquellen Spaniens im die Schuld zu decken. Ueber die, hinsichtlich der Spanisch Schuld vorgeschlagenen Systeme. Ueber die von den frei gewordenen Kolonien zu tragende Schuld. Ueber die moralischen Verpflichtunga Spaniens hinsichtlich seiner Glaͤubiza Ueber die Sicherheit, welche die Sm⸗ nischen Staats⸗Papiere bieten. Ueber die Nothwendigkeit einer ofem⸗ lichen Untersuchung hinsichtlich de Staatsschuld.

Schluß.

28 Kapitel. 38

48 58

Buker Kreises

gerichtlich auf 154,375 Thlr. 23 sgr. 5 pf.

Bei uns sind so eben erschienen und in allen

Buchhandlungen zu haben:

Fragmente des Wolfenbuͤttelschen Unge⸗ nannten. Feren ges ht von Gotthold Ephraim Lessing. Vierte Auflagte, gr. Svo. Preis 1 Thlr. 15 sgr.

Wir empfehlen diese neue und vollstaͤndee

Ausgabe der Wolfenbuͤttler Fragmente ül

ein schaͤtzbares Supplement zu Lessings Wer⸗

ken, in deren Gesammt⸗Ausgabe die Frag⸗ mente des Ungenannten nicht enthalter

sind. l rsche Buchhandl. in Berlin⸗ 8 Krausenstraße Nr. 62.

einge⸗

und Josephine Seande

Die Stuhrsche Buchhandlung in Berlin, Schluß platz Nr. 2, nimmt Bestellungen auf das bei Scheibl in Stuttgart erscheinende interessante Werk an:

Befreiungskampf der Nord⸗Amerikanische Staaten.

Mit den Lebensbeschreibungen der drei Haupthelda Washington, Franklin, Lafayette.

1

zu verkaufen.

den 17. Maͤrz

daß

gen Papieren zu deponiren: einem

enslen, und die Vergleichsquantum reellen Erwerb.

pf.; elmische Erben in Stralsund

Danzig.

Verkauf einer Medizin⸗Apotheke zu „Marienburg in Westpreußen.

Die Erben des zu Marienburg verstorbenen Apo⸗ thekers Braun beabsichtigen die zum Nachlasse gehb⸗ rige, geschmackvoll eingerichtete, privilegirte Apotheke nebst den vorhandenen Vorraͤthen aus freier Hand Es ist hierzu ein Termin auf 1835

in dem Grundstuͤcke selbst anberaumt, zu welchem Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden,

bietenden erfolgen soll, wenn das Gebot annehmbar befunden wird. Jeder Mitbietende hat im Termin eine Caution von 3000 Thlr. baar oder in vollguͤlti⸗

koͤnnen auf Verlangen 8 bis 10,000 T thek gegen 5 pSt. Zinsen belassen werden Der gute Ruf, welchen dies Etablissement bisher guͤnstige Lage Marienburgs zwi⸗ chen den fruchtbaren und bevoͤlkerten beiden Niede⸗ rungen sichern dem kuͤnftigen Acquirenten einen

Naͤhere Auskunft ertheilen auf frankirte Anfragen: der Bevollmaͤchtigte, Gutsbesitzer Fr. Schultz in Graudenz, Marienwerder Vorstadt, Amtsstraßen Ecke, und der Kaufmann Herr August Hoepfner in

Nach den besten Quellen historisch⸗biographisch bearbeitet von Dr. Heinrich Elsner. Mit 6 Stahlstichen.

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Dieses Werk erscheint in 6 Lieferungen à 8 B en, deren jede elegant broschirt und mit eincg tahlstiche geschmuͤckt ist. 1 Jede Niefecag kostet im Subsecriptions⸗Pris 11 ½ sgr. Druck und Papier sind sehr schoͤn, i Stahlstiche (Portraits von Franklin, Wasbingtot⸗ Lafayette, Burke, Georg III. und Adams darstellen)

von Meisterhand. ““

AA1““ *

Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn Nr. ) sind nachstehende Buͤcher so eben erschienen: Geschichte der Kriege in Europa seit dem Jahre 1792, als Folgen der Staats⸗Väräl⸗ derung in Frankreich unter Koͤnig Ludwig XIIL.

sichern Kaͤufer hlr. als Hypo⸗

7r Theil. Mit einer Karte und fuͤnf Plaͤnen. gr. 8vo. Preis 3 Thlr.

Geschichte des Krieges von Preußen umd

Rußland gegen Frankreich in den Jahren 18906 und 180 Mit 5 Plaͤnen. gr. 8vo. broschirt. Preis 2:2 Thlr (Aus dem Werke: „Geschichte der Kriege it Europa!t besonders abgedruckt.)

vor dem Koͤniglichen Hofgericht Nr. 2, zu haben:

gr. 8vo. brosch.

20

zu Stralsund werden abgegeben hochwichtigen Gegenstand, der vor

vollständig und erschoͤpfend,

Schrift alle Beachtung verdient. „Uebersicht des

18 Kapitel.

icht von Pommern

gen. y. Möller, Praeses.

Literarische Anzeigen.

Bei Heinrich Hoff in Mannheim ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen Deutsch⸗ Er st lands, zu Berlin in der Stuhrschen, Schloßplatz

Der National⸗Reichthum, die Finanzen und die Staatsschuld des Koͤ⸗ nigreichs Spanien.

Aus dem Spanischen des A. Borrego,

ins Deutsche uͤbertragen von ven Kottenkamp 1 gr.

Diese vortreffliche Schrift eines der ersten blizisten Spaniens behandelt den im Augenblick so

das allgemeine Interesse in Anspruch nimmt, lan,

Inhalts: Ueber den Zweck dieser Schrift.

Die Jaͤger und Schuͤtzen des Preußischen Heeres. Was sie waren, was sie 8 9* naf sie sein werden e r eil. 1 817 sie waren. Ihre Geschichte.) Von C. b umtau, Major und Commandeur des reitenden Feldjaͤger⸗Corps. Mit 1 Kupfer. gr. Svo. brosch Preis 2 ½ Thlr. Predigten, Reden und Lieder, zunaͤchst fuͤr Militair⸗Gemeinden. Von Dr. F. Eylert. 8vo. Preis 1 Thlr. Uebersichts⸗Charten zu dem Werke: „Geschichte der ee in Euror⸗ seit dem Jahre 1792.“ 38 Heft. (Inhalt: 1 u. 6 Feldzuͤge von 1799 1801 in Italien; 3 u 4: Fe 1 züͤge von 1798 1801 in der Schweiz, in Graubuͤnd rtten und Tirol. quer Fol. Preis 20 sgr.

18

Pu⸗ allem Andern weshalb d.

Einladung des Pascha hat Herr Saulnier den Plan der Aha.

dazu entschlossen. Nach dieser Erklaͤrung,

Der bekannte Spanische Insurgenten⸗Anfuͤhrer, die festest

r einige M von Pampelona, in Folge einer Brustkrankheit verschieden. Kann

35 Jahre alt, war er schon zum Grade eines General⸗Majotz

Aley⸗

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ʒ

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Angekommen: Se. Durchlaucht der Fuͤrst Wilhelm Radziwill, von Dresden. 8

Zeitungs⸗Nachrichten. . Ausland.

M Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 3. Januar. Nachdem in dieser Sitzung Herr Dumon die Debatte uͤber den beantragten Bau eines Gerichtssaales fuͤr den Pairshof zusammengefaßt, und den Vorschlag der Kommission, sofort eine Summe von 1,280,000 Fres. zum Bau eines d efi⸗ nitiven Saales zu bewilligen, mit großem Eifer vertheidigt hatte, theilte der Praͤsident noch 3 andere Amendements mit, wodurch die Herren Piscatory, Moreau und Delaborde sich zwar der von der Regierung vorgeschlagenen Summe von 360,000 Frcs. fuͤr einen bloß provisorischen Saal anschlossen, 8 doch Jeder eine andere Abfassung des Entwurfs proponirte. 8 handelte sich jetzt zunaͤchst um die Frage, welchem von diesen ver⸗ schiedenen Antraͤgen bei der Abstimmung die Prioritaͤt einzuraͤu⸗ men sey. Herr Ganneron war dagegen der Meinung, daß sich vor Allem erst das Ministerium daruͤber naͤher aussprechen smuͤsse, ob es seinerseits mit dem Bau eines definitiven Saales einverstanden sey. Er sey es der Wahrheit schuldig, fuͤgte er hinzu, die Erklaͤrung abzugeben, daß, auf den eigenen Vorschlag der Minister, jenes Proͤjekt im Schoße der Kommission eroͤrtert worden sey. Herr Thiers konnte es nach dieser Bemerkung nicht vermeiden, der Kammer einige Aufschluͤsse uͤber diese That⸗ sache zu geben. 8 „Sc laube“, sösegg⸗ 17- 4 ß truͤgt, wenn er sagt, hcpeges Wweschlag in jener eghgets worden sey. K. statten Sie mir, daß ich hier noch einmal den ganzen Sesas de⸗ Sache erzaͤhle. Bevor wir unsern Gesetz⸗Entwurf uͤberhaup 19 legten, hatten wir uns uͤberzeugt, daß es unmdglich s 2 den gegenwaͤrtig vor dem Pairshofe schwebenden Prozeß 9 . noͤhnlichen Sitzungs⸗Saale der Pairs⸗Kammer zu verhandeln; din gesetzt auch, daß von den 270 Verhafteten nur einigen Fu 1 9 wirklich der Prozeß Pruche wuͤrde, so wuͤrde, wenn nec 82 8 Zeugen hinzutraͤten, der Raum doch immer viel zu beschraͤn 3 Fr 2 um das Richter⸗Amt mit Wuͤrde versehen zu koͤnnen. Wir en s os⸗ sen uns daher zu dem Bau eines provisorischen Saales und 21 ang⸗ ten zu diesem Behufe von Ihnen einen Kredit von 360,000 Fr. Nachdem der betreffende Gesetz⸗Entwurf einer Kommission zur 2 fung uͤberwiesen worden, war diese der Meinung, daß 18 360,000 Fr. fuͤr einen provisorischen Saal herzu eben, lie di gleich das Vierfache an den Bau eines desinitiven Saals setzen so . verlangte daher von uns einen Plan und Anschlag zu einem solchen Bau Beides wurde ihr zu Theil, und ihr zugleich die Versicherung gegeben, daß, falls die Kammer sich mit dieser Idee 0Se.hn. erklaͤren sollte, das Ministerium seinerseits den Anschlag von 1,280, r, wofuͤr der Bau in à Monaten beendigt seyn sollte, nicht uͤber⸗ süen wuͤrde. So lautete die Erklaͤrung, die ich im Schoße ns Kommission abgab; einen foͤrmlichen Antrag habe ich aber niemals

er 7 1 cs Mauguin, der ein Mitglied der gedachten Kommis⸗ sion war, bemerkte seinerseits, daß die Idee eines provisorischen Baues vorweg von den Kommissions⸗Miggliedern verworfen wor⸗ den sey, und zwar einstimmig. Als darauf die andere Frage, b ein definitiver Saal zu bauen sey, aufgeworfen worden, sey Herr Thiers aus eigener Bewegung mit der Erklaͤrung hervor⸗ getreten, daß der Plan zu einem solchen Bau bereits entworfen worden. Gleichzeitig habe er diesen Pean der Kommission mit⸗ getheilt, und ihr den Wunsch zu erkennen gegeben, daß sie ihn der Kammer vorlegen moͤchte. Hierauf habe die Minoritaͤt der Kommission geaͤußert, daß, wenn von einem neuen Plan die Rede sey, das Ministerium den alten zuruͤcknehmen muͤsse, daß aber die Kommission nicht die Initiative in dieser Sache ergreifen koͤnne, da es nicht gebraͤuchlich sey, daß sie der Kammer eine Kosten⸗Erhoͤhung in Vorschlag bringe. Auf die Weigerung des Musstes. 1s ghn eb. Fir. i ie Majoritäaͤt i zulegen, habe sich endlich die Maj E ngen des Herrn Thiers allerdings in einigem Widerspruche ste t, 1e. ber der Kommission auf die Bewilligung einer Summe von 1,280,000 Fr. mit großer Stimmenmehrheit ver⸗ worfen. Nur etwa 10 oder 12 Deputirte erklarten sich zu Gun⸗ sten desselben. Die zuletzt erfolgte Annahme des Moreauschen Amendements, jedoch nur mit einer Majoritaͤt von 28 Stim⸗ men, ist bereits gestern gemeldet worden.

aris, 4. Jan. Die Gesandten Preußens, Rußlands und hea. F seit einigen Tagen zusammen und einzeln haͤufige Konferenzen mit dem Grafen von Rigny im Ministe⸗ rium der auswaͤrtigen Angelegenheiten.

Der Temps hgt in Bezug auf die gestrige Abstimmung in der Deputirten⸗Kammer: „Wenn uns bei dieser Abstimmung irgend etwas uͤberrascht, so ist es die große Minoritaͤt. Wir haben in der That das Resultat der Berathung niemals bezwei⸗ felt. Die Regierung hatte die Amnestie⸗Frage an ihren Gesetz⸗ Entwurf geknuͤpft; die Kommission hatte versucht, an die Stelle eines rein vagfe,,n Gesetzes eine Frage der Architektur und der Verwaltung zu setzen. Das Amendement der Kommission schloß don Entwurf der Regierung mit allen seinen Folgen in sich. Die Kam⸗ mer hat es daher vorgezogen, uͤber die von dem Ministerium gestellte Frage in ihrer ganzen Einfachheit zu votiren, und selbst das Amendenzent des Herrn Moreau hatte zum Zweck, das Votum der Deputireen wo moͤglich noch enger und noch vee enr an den vor dem Pairshofe schwebenden Prozeß zu knuͤpfen. Man muß einroͤumen, daß die so bedeutende Minorilaͤt, welche

den vorigen Redner sein Ge⸗ Seiten des Ministeriums ein

dieser Berechnung wuͤrden,

sich gegen den Gesetz⸗Entwurf erhoben hat, ein deutlicher Beweis ist für den Fortschritt der Ideen des Vergessens und Vergebens. Außerdem haben die Berathungen noch den Vortheil ge⸗ waͤhrt, die Lage des Kabinettes in ein helles Licht zu stellen; die Grundsaͤtze der Herren Thiers und Guizot haben sich mehr als jemals im Widerspruch miteinander gezeigt.’ Der Cour⸗ rier frangais bemerkt uͤber denselben Gegenstand: „Der Herr Berichterstatter hat in seinem langweiligen Resumé zu sagen ge⸗ wagt, daß die Amnestie, wenn sie auch vor 14 Tagen noch möoͤg⸗ lich gewesen, es nach der stattgehabten Debatte nicht mehr sey. So hat man denn die parlamentarische Opposition inkriminirt, wie die Presse; auch sie ist aufruͤhrerisch, auch sie gefaͤhrdet alle Fragen, die sie beruͤhrt. Keine Gerechtigkeit, keine Gnade, keine Menschlichkeit mehr im Lande, wenn die Rednerbuͤhne und die Presse nicht zum Schweigen gebracht werden! Wir unsererseits aber glauben, daß nicht die Amnestie, sondern der Prozeß un⸗ moͤglich geworden ist. Moͤge das Ministerium sich auf die Pairs⸗Kammer stuͤtzen und den Prozeß fortsetzen, wenn es Muth dazu hat: es hat noch nicht seine letzte Pruͤfung uͤberstanden. Nach den beredten Protestationen der Herren Odilon⸗Barrot, Berryer und von Lamartine werden die gerechten Verwuͤnschun⸗ gen Frankreichs kommen. Die Amnestie wuͤrde andere Resultate geliefert haben!“

Ein Pair von Frankreich, Graf von Sesmaisons, hat eine Berechnung angestellt, um zu beweisen, daß der bei dem Pairs⸗ hofe schwebende Prozeß in der Ausfuͤhrung unmoͤglich sey. Nach wenn man annimmt, daß nur 120 Angeklagte anwesend waͤren, 264 Tage, also mit Inbegriff der Ruhetage beinahe ein Jahr noͤthig seyn, um den Prozeß zu beendigen. Dabei muͤßte man noch annehmen, daß waͤhrend die⸗ ser ganzen Zeit sich weder legislative Geschäfte, noch bedeutende Ereignisse darboͤten.

Die Uneinigkeit Frankreichs mit Karthagena ist auf guͤtliche Weise beigelegt worden. Ueber London vernimmt man, daß Herr Barrot wieder als Konsul installirt worden ist.

Am 31. Dez. ward zu Nantes ein zum Tode verurtheilter Chouan, Namens Martin, hingerichtet. Eine ungeheure Volks⸗ menge wohnte der Hinrichtung bei. Der Verurtheilte hatte erst einige Stunden Oee die Verwerfung seines Begnadigungs⸗ Gesuchs erfahren. obald er wußte, daß er sterben mußte, rief er: „Es lebe Heinrich V.! Das ist eine blutduͤrstige Regierung, die durch Heinrich V. zu Grunde gehen wird! Heinrich V. wird mich raͤchen. Ich sterbe fuͤr Heinrich V. und die Religion!“ Martin zeigte einen außerordentlichen Muth. Mit festem und entschlossenem Tritt bestieg er den Karren und rief: „Es lebe Heinrich V.! Es lebe die Religion!“ Dann betrachtete er die ihn umgebende Menge und richtete an sie mit ausdrucksvollem Tone die Worte: „Blutduͤrstiges Volk!“ Einige Stimmen antworteten: „Nieder mit den Chouans!“ Aber allgemein ge⸗ bot man Schweigen. Ehe er das Gefaͤngniß verließ, hatte er gesagt: „Ich bete fuͤr meine Freunde und Feinde“, und waͤh⸗ rend der Fahrt nach dem Richtplatze wiederholte er von Zeit zu Zeit: „Heinrich V. wird mich raͤchen.“ Bis zum letzten Augen⸗ blick spendete ein⸗Priester ihm die Troͤstungen der Religion. Das Schaffot bestieg er mit der naͤmlichen Entschlossenheit; er starb mit einem Muthe, der Erstaunen erregte. Ein anderer Chouan, Namens Belliaud, dessen Todes⸗Urtheil in lebenslaͤng⸗ liche Zwangs⸗Arbeit umgewandelt ward, rief bei dieser Nachricht aus: „Ich wuͤrde den Tod den Galeeren, ich wuͤrde das Loos Martins vorziehen.“

Im 8ene Krankenhause zu Lyon haben kuͤrzlich Unord⸗ nungen stattgefunden, weil eine zwanzigjaͤhrige barmherzige Schwester, Namens Robert, nur den Befehlen des Geistlichen der Anstalt und nicht denen der Verwaltung Folge leisten wollte, sich auch weigerte, der darauf an sie ergangenen Aufforderung, das Haus zu verlassen, zu genuͤgen. Die Verwaltung mußte, wenn sie nicht ihr ganzes Ansehen verlieren wollte, da ihre Vor⸗ stellungen nichts fruchteten, Strenge anwenden. Am 30. Dez. Abends 7 Uhr erschien daher ein Polizei Kommissar in Beglei⸗ tung einiger Agenten am Thore des Hospitals, um die Entfer⸗ nung jener Nonne zu bewirken. Ein Piket von 50 Infanteristen war in einiger Entfernung zu ihrer Unterstuͤtzung im Nothfalle aufgestellt. Man ließ die Widerspenstige anfangs rufen, um sie ohne Aufsehen wegzubringen; allein in einem Nu brach eine wahre Insurrection in der ganzen Anstalt aus. Der Kommissar wollte die Schwester aufsuchen, aber ein dreifaches Spalier von Nonnen stellte sich ihm entgegen. Vergebens berief er sich auf das Gesetz, vergebens zeigte er seine Schaͤrpe: er ward beschimpft, bedroht; der Oekonom, der bei ihm war, ward sogar gemißhan⸗ delt. Der Tumult ward so groß, daß der v des Pikets, der das Geschrei der Nonnen hoͤrte, und das Leben des Kom⸗ missars fuͤr bedroht hielt, mit seinen Truppen zu seinem Schutze her⸗ beieilte. Dieser suchte ihn jedoch zu beruhigen und ihn zu entfernen, um die Erbitterung der jungen Nonnen nicht zu vermehren. Ein Er⸗ eigniß, das ernsthafte Folgen haͤtte haben koͤnnen, verwickelte die Sache noch mehr: drei Nonnen entwischten und zogen in der Kirche der Anstalt die Sturmglocke. Der Anblick einiger Soldaten, die man abgesandt hatte, um sie vom Laͤuten abzuhal⸗ ten, jagte sie in die Flucht. Obgleich die Sturmglocke nur eine oder zwei Minuten gezogen ward, waren gleich 5 bis 600 Men⸗ schen vor dem Hospital in dem Glauben versammelt, daß in dem Gebaͤude Feuer ausgebrochen sey. Zum Gluͤck waren die Thore geschlossen, und die Menge zog sich auf die Versicherung des Kastellans, daß es nur ein falscher Laͤrm gewesen, wieder

zuruͤck. Es ist leicht begreiflich, daß das naͤchtliche Eindringen des Volkes die Unordnung verdoppelt haben wuͤrde. Waͤhrend ein Theil der Aufruͤhrer dem Kommissar und seinen Agenten die Spitze bot, ein anderer die Sturmglocke laͤutete, stuͤrzte eine Schwester in die Saͤle der Fieberkranken und schrie: „Erhebt Euch, Kranke! man entfuͤhrt Euch Eure Schwestern; man er⸗ mordet Eure Schwestern!“ Man kann denken, welchen Ein⸗ druck diese Worte⸗auf das Gemuͤth der durch Leiden geschwaͤch⸗ ten Personen machten. Mehrere derselben wurden von heftigen

Nerven⸗Zufaͤllen befallen. Kurz, der Kommissar konnte den

Zweck seiner Sendung nicht erfuͤllen. Die Schwester, die aus⸗

gewiesen werden sollte, hatte sich, wie man sagt, in einem Schrank

verborgen und entging allen Nachsuchungen. 8 haben zu Marseille

Nach dem Semaphore vom 30. Dez.

seit mehreren Tagen keine Cholera⸗Faͤlle mehr stattgehabt, so daß

die Krankheit als verschwunden betrachtet werden kann.

Das Journal de Paris sagt: „Wir halten es fuͤr nuͤtzlich, zur Nachricht der Inhaber von Coupons der ausge⸗ setzten Spanischen Schuld zu bemerken, daß nach einer Privat⸗ Korrespondenz die Rede davon ist, auf sie den Artikel 4 des Gesetzes vom 16. November anzuwenden und nach den Zinsen, und nicht nach dem Kapital, die Summe passiver Schuld, die ihnen als Austausch gegeben werden soll, zu berechnen.“

Aus Saint⸗Jean⸗de Luz schreibt man unterm 30. Dez. „Seit gestern Abend geht hier das Geruͤcht, daß ein außeror dentlich hitziges Treffen am 27. d. zwischen den Karlisten unter dem Kommando Zumalacarreguy's, welche die Stellungen in der Umgegend von Osate besetzt hatten, und den Truppen der Koͤnigin, welche 8000 Mann, worunter ein kuͤrzlich von Vittoria angekommenes Kavallerie⸗Regiment, stark waren, statte⸗ gehabt habe. Es heißt, die Karlisten seyen durch einen kraftvol⸗ len Angriff der Kavallerie in die Flucht geschlagen worden, und ihr Gros habe sich nach der Kuͤste hin geworfen. Andere Details giebt man uͤber dieses Treffen nicht an. Der Capitain einer

Schaluppe, die als Courier⸗Schiff zwischen unserm Hafen und 8

San Sebastian dient, von wo sie gestern abging, meldet, daß am 28. und noch gestern, im Augenblick seiner Abfahrt, die Ge⸗ birge in der Umgegend von San Sebastian durch die Karlisten besetzt waren, deren Zahl man auf 6 bis 7000 Mann schaͤtzte. Man sagte, sie haͤtten starke Verluste erlitten und suchten eine leicht zu vertheidigende Stellung, um die Trup pen der Koͤnigin aufzuhalten, die sie, wie es scheint, unausge setzt verfolgen. Man versicherte, Zumalacarreguy und Guibe⸗ lalde seyen bei diesen Karlisten. Die Vorposten stehen den Kloster von San Fernando gegenuͤber. Durch den naͤmlichen Capitain erfaͤhrt man, daß zwei Schiffe, ein Franzoͤsisches und ein Englisches, eine bedeutende Quantitaͤt Waffen, Pulver und Mehl fuͤr Rechnung der Spanischen Regierung nach San Se⸗ bastian gebracht hatten.“ Ein Schreiben aus Bayonn vom 30. Dez. theilt ungefaͤhr die naͤmlichen Umstaͤnde uͤber jenes angebliche Treffen vom 27. Dez. mit, und fuͤgt in einer Nach schrift hinzu: „Wir haben Gruͤnde zu glauben, daß obige Nach richten ganz richtig sind; sie sind durch glaubwuͤrdige Personen bestaͤtiget worden.“ 8

1 Großbritanien und Irland. London, 3. Jan.

Henry Fane als Ober⸗Befehlshaber der dortigen Truppen.

Vom auswaͤrtigen Amte sind Depeschen an unseren Gesand,

ten in Konstantinopel und an unseren Geschaͤftstraͤger in Per⸗ sien abgefertigt worden. 1

Lord Burghersh ist nach Apethorpe, dem Landsitze seines Vaters, des Grafen von Westmoreland, abgegangen, wo er sich einen Monat aufzuhalten gedenkt.

Unter den neu zu ernennenden Be-⸗ amten bezeichnet man heute wieder den Lord Stuart de Rothesapo als muthmaßlichen General⸗Gouverneur von Indien und Sir

8

In der Versammlung, welche gestern von den Waͤhlern der

Opposirion in der City gehalten wurde, um die Wahl der vier Reform Kandidaten Wood, Grote, Crawford und Pattison zu be⸗ foͤrdern, und welcher, der Times zufolge, eine große Menge achtbarer Personen beigewohnt haben soll, aͤußerte Herr Prit⸗ chard, der den ersten Beschluß in Vorschlag brachte, die Mei⸗ nung, daß die jetzigen Minister das Land in einen Zustand der Aufregung gestuͤrzt haͤtten, und daß die City von London durch die Erwaͤhlung von vier Reformern zeigen muͤsse, wie sehr es ihr darum zu thun sey, daß die Institutionen des Landes gereinigt wuͤrden. Herr Ashurst, der dieser Ansicht beistimmte, bemerkte, daß der Koͤnig in seiner Thron⸗Rede gesagt habe, er wuͤnsche, das Volk im Parlament seinen Rath und seine Gesinnung ausspre⸗ chen zu hoͤren; nun haͤtten sie sich hier versammelt, um Sr. Maj. diesen Rath zu ertheilen, und er sey uͤberzeugt, daß, wenn sie die vier genannten Herren waͤhlten, ihre Ansichten getreu re⸗ praͤsentirt seyn wuͤrden. Der Alderman Wood, der hierauf das Wort nahm, wurde mit lautem Beifall empfangen. „Der Enthusiasmus“, sagte er, „den das Wort Reform von neuem hervorgerufen hat, zeigt, daß die oͤffentliche Meinung jetzt so weit vorgeschritten ist, daß man ihren Strom nicht mehr hemmen kann. (Hoͤrt, hoͤrt!) Unsere Gegner haben uns mit dem Ausdruck „Destruktive“ bezeichnen wollen, aber ich glaube voch wohl, daß Keiner von Allen, die sich in diesem Saale befinden, den Grundsatz der Beraubung annehmen und sich von dem, was er besitzt, so gern trennen moͤchte. (Hoͤrt, hoͤrt!) Die meisten unter den Personen, welche jenen Ausdruck auf uns anwenden, nennen sich Konservative, das heißt mit anderen Worten, Män⸗ ner, die lange Zeit hindurch von der Abgabenlast des Landes gelebt haben. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich bin 40 Jahre lang ein Re⸗ former gewesen und habe die Veraͤnderungen, welche jetzt vorge⸗ nommen werden, immer eifrig gewuͤnscht. Niemals habe ich ein Votum im Parlament aus unrechtlicher Absicht abgegeben.“ (Beifall.) Nach ihm trat Herr Grote auf und er⸗ klaͤrte, daß er sich zu Reform⸗Grundsaͤtzen schon lange vor der Zeit bekannt haͤtte, ehe sie so gang und gaͤbe ge⸗ worden, wie jetzt, und daß es ihn sehr freue, diese Grundsaͤtze nunmehr unter dem Volke Wurzel fassen zu sehen. (Hoͤꝛt! „Reform“, fuhr er fort, „wie das Volk sie wuͤnscht, kann nur darch die Entlassung des jetzigen Ministeriums erreich: werden, und es bedarf keines großen Scharfsinns, um einzusehen, daß die, welche die Knospe abgebrochen, nicht die Maͤnner dazu sind, die Frucht u Reife zu bringen. (Beifall.) Sie werden sich noch des Widerwillens erinnern, der am 9. November 1830 dem Herzog von Wellington und Str Robert Peel bezeigt wurde, so daß Beide es damals nicht wagten, sich in der City blicken

se lassen. Dieses Gefuͤhl gruͤndete sich auf die fruͤheren Hand⸗ ungen des Herzogs von Wellington und darauf, daß

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