1835 / 14 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

und Ich hier nicht den hohen Werth, in dem unsers C wuͤrde der Versuch, Dom Miguel wieder einzusetzen, ein sind in weite blaue Gewaͤnder und weiße Schleier gerec-c lers unsterbliche Werke 11 zu bestecigen . vers Sch daäges Experiment seyn. Es wuͤrde einen jahrelangen huͤllt. Das Volk liebt die Englaͤnder, und die Bewohner— Sie einen Beitrag von Mir zu dem Album in der Anlage Len ergerkrieg herbeifuͤhren und das Land gaͤnzlich ruiniren. von Tabris koͤnnen als Halb⸗Europaͤer betrachtet werden. bin mit Werthschaͤtzung Ihr wohlgewogener Ludw 2 8 dem Verhaͤltniß, als der Muth der Constitutionnellen sich Eine Englaͤnderin kann dort ohne Schleier und mit geringer Muͤnchen, 14. Dezember 1834.“ flt, nimmt der 8 Feress ech 81 9 dansn. Begleitung eea. ves ich mich 8 um 2 Se-.

0 .Ca 9; ven Blaͤttern enthaltene Nachricht, daß die Spanische Regie⸗ gungen des bels zu entgehen, von einem Haufen Diener be⸗

is, J. e. e. Feastnl rsenreichhce General⸗ saelon der hiesigen Unterstuͤtzung verlangt habe, ist voͤllig un⸗ gleiten lassen muß. Ihre Diener koͤnnen ungestraft einen Per⸗ Es ist dereits von Reichenhall die An v geündet. Dies Geruͤcht ist wahrscheinlich dadurch entstanden, ser schlagen, nur Sie duͤrfen es nicht; wird indeß Jemand über⸗

daß am öten d. fruͤh um 74 Uhr) in d e eige eingegangen es das hiesige Kabinet aus Madrid die offizielle Anzeige von fuͤhrt, einen Englaͤnder beleidigt zu haben, so bestrafc ihn der 2,Uhr in dem erst vom S. auf de Schah durch Ausstechen der Augen oder Ausreißen der Zehen⸗

8 I. Unfug, welchen Raͤuberbanden an den unbewachten Graͤn⸗ 9. November v. J. abgebrannten „Karl⸗Theodor⸗Sudhause“ das 2 eider Laͤnder veruͤbten, erhielt und zugleich aufgefordert Naͤgel; tausend Schläge auf die bloßen Fußsohlin sind eine ge⸗ ringe Strafe. Ich habe jedoch den groͤßeren Theil des Volks

Pfannen⸗Paar Nr. II. bereits wieder provisorisch in Betrieß durch Aufstellung von Truppen auf Portugiesischer

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Maa olog. 1u“

Durch das Publikandum vom 16ten Dezember 1803, be⸗ treffend die veraͤnderte Verfassung der oberen Staatsbehörden, war dem Minister des Innern eine „Sektion der Gewer⸗ bepolizei“ zugeordnet, deren Wirksamkeit jedoch durch den unsichern Zustand aller gewerblichen Verhaͤltnisse, und durch den Mangel an Huͤlfsmitteln bei dringendern Beduͤrfnissen des Staats sehr beschraͤnkt blieb. Als die Hoffnung eines Ruhe⸗ standes mit dem ersten Pariser Frieden erwachte, ward diese Sektion getheilt: das Ministerium des Innern behielt die Po⸗ lizei des Landbaues; die Aufsicht uͤber Fabrikation, Handel und

dem Executionszug gekommen war; in diesem Augenblick war ihr Sohn schon erschossen, ohne daß sie es noch wußte; der Geist⸗ liche aber, der auf ihr Geschrei herbeikam, mußte, wie sie ver⸗ sicherte, die Leiche desselben auf dem Wege zu ihr gesehen haben: dennoch hatte der harte Mann auf ihr Flehen, dem Blutbade und der Zerstoͤrung ihres Eigenthums ein Ende zu machen, kein anderes Wort fuͤr sie, als: Meinen Zehnten! ich gehe nicht von der Stelle, bis ich meinen Zehnten habe! „Oh!“ seufzte die Ungluͤckliche im Gerichtshofe, „mußte Herr Ryder (so heißt naͤm⸗ lich der Geistliche) um der Kleinigkeit willen mir meinen Sohn erschlagen!“ Ohne Zweifel hatten die Bauern ungesetzlichen Widerstand geleistet, und die Soldaten thaten nicht mehr, als zur

meine Wesen. Kann dem nicht abgeholfen werden? In dem⸗ selben Blatt, welches uns jene Nachricht bringt, finden wir die Fortsetzung der uͤber den Vorfall zu Rathcormac, wo mehrere Menschen erschossen wurden, eingeleiteten gerichtlichen Un⸗ tersuchung. In diesem Falle wurde, wenn auch gesetz⸗ lch, doch auf gewissenlose Weise Blut vergossen, um Zwecke und Forderungen durchzusetzen, welche wahrscheinlich der Archidiako⸗ nus Herr Ryder nicht fuͤr rechtmaͤßiger und angemessener hielt, als die unwissenden Paͤchter des Herrn Foote die Forderungen, welche sie an diesen hatten oder zu haben glaubten. Ohne also den Zusammenhang zwischen solchen Thatsachen durch alle seine Verzweigungen verfolgen zu wollen, glauben wir doch, daß bei⸗

gesetzt worden ist. vurde,

des, jene hin und wieder vorkommende Erzwingung gesetzlicher Forderungen in Irland, moͤgen sie gerecht seyn oder nicht, mit Spitze des Bajonnets und mit Aufopferung des Lebens Schonungslosigkeit, Blutduͤrstigkeit des Herrn

Moͤchten unsere Gesetzgeber dies beruͤcksichtigen und sich bemuͤhen, durch ihr eigenes Beispiel das Irlaͤndische Landvolk zu Milde und zu Abscheu vor Gewaltthaͤtigkeiten und Blutvergießen aufzumun⸗

der der Landleute, und jene und wilde Grausamkeit, in Faͤllen, wie der Foote, in einem Zusammenhange mit einander steht.

tern. Dann wuͤrden sie zu der heilsamen Einsicht gelangen, daß die Heilung dieser diabolischen Gemuͤthsstimmung in ihren Haͤn⸗ den liegt.

Iem. K Der Courier enthaͤlt ein Schreiben aus Spanisch Town auf Jamaica vom 6. November, worin es unter anderem heißt: „Einige von den Magistrats⸗Personen, welche die Eman⸗ cipations⸗Akte zur Ausfuͤhrung bringen wollten, sind gestorben, einige haben ihr Amt niedergelegt, und andere fuͤhren es fort, so gut sie koͤnnen. Die Beschwerlichkeiten dieser Beamten sind *unglaublich, indem sie beständig den Strahlen einer tropischen Sonne ausgesetzt sind und im Laufe eines Monats wohl an hundert bis hundert und funfzig Gerichts⸗Sitzungen auf den ver⸗ sscchiedenen, zum Theilsehr entfernten Pslanzungen abgehalten haben. Wir stehen hier, wee ich glaube, am Rande einer Revolution. Es zeigt sich unter den Negern ein Geist des Ungehorsams und des Widerstan⸗

ddes, der, wie ich fuͤrchte, sie zu Gwaltthaͤtigkeiten fuͤhren wird.

Sie werden auch von den Methodisten und Baptisten bearbei

ecet, und wenn die Unruhen einmal ausbrechen, so wird viel Blut

fließen. Die Cholera ist in Trinidad de Cuba ausgebrochen.

Man ist hier allgemein der Meinung, daß die Einfuͤhrung des kehrlings⸗Systems das Aufgeben der hiesigen Zucker⸗Pflan⸗ zungen zuer Folge haben wird, da es unmoͤglich ist, sie bei dem jetzigen Arbeits⸗System zu bebauen. Eine Botschaft des Gou⸗ verneurs an die gesetzgebende Versammlung hat großes Aufsehen erregt. Sie hatte den Zweck, die Versammlung zu benachrichti⸗ gen, daß der Gouverneur erfahren habe, es sey eine Kommission ernannt worden, um das Verfahren der Entschaͤdigungs⸗Kom⸗ mission zu untersuchen, die von der Regierung in England ernannt und nur dieser verantwortlich sey. Er werde der Versammlung alle Auskunft geben, die sie wouͤnsche. Die Versammlung nahm dies uͤbel auf, und eine zur Bera⸗ thung uͤber diese Botschaft ernannte Kommission erklaͤrte die⸗ selbe fuͤr eine Verletzung der Privilegien des Hauses, und es wurde der Beschluß gefaßt, „„daß die Botschaft Sr. Excellenz, wonach die Entschaͤdigungs⸗Kommission fuͤr diese Insel und ihr Verfahren nicht der Kontrolle dieses Hauses unterworfen sind, eine Verletzung der Privilegien dieses Hauses sey.““ Dieser Beschluß wurde dem Gouverneur uͤbersandt, dessen Antwort sehr versoͤhnlicher Art war.“

Aus Canada sind Nachrichten bis zum 23. November ein⸗ gegangen. Der letzten Zaͤhlung zufolge, betraͤgt die Zahl der Einwohner von Unter⸗Canada 626,430 Seelen, worunter 493,620 Kathonken sind. Das Wetter war fortwaͤhrend mild und die Schifffahrt offen, wie zu jeder andern Jahreszeit. Die ge⸗ setzgebende Provinzial, Versammlung ist unerwartet bis zum g9ten Januar prorogirt. Dasselbe hat in Ober⸗Canada stattgefunden; in Neu⸗Schottland und Neu⸗Braunschweig wird sie jedoch im Dezember sich versammeln. Die Quarantaine⸗Anstalten zu Grosse⸗Isle sind fuͤr diese Jahreszeit aufgehoben.

London, 6. Jan. Die Entscheidung der Regie⸗ rung, das Parlament aufzuloͤsen und eine neue Wahl zu ver⸗ ordnen, hax die Parteien all⸗ ins Feld gebracht. Die Thaͤtig⸗ keit, die man vorher bemerkt, beschraͤnkte sich auf die Bewegung eintger Radikalen, die mittelst ihrer Versammlungen und Adres⸗ sen an den Koͤnig eine Art Pänkelei mit den Tories fuͤhrten, und hoͤchstens einige Vorbereitungen auf die Wahlen. Jetzt aber ist, mit wenigen Ausnahmen, Alles in Thaͤtigkeit. Jetzt beschraͤnken sich die Versammlungen in London nicht mehr wie fruͤher auf Handwerker und Kaͤmer ohne Namen und Gewicht, sondern es sind Kaufleute und Banquiers vom ersten Rang, welche die Kandidaten auf beiden Seiten vorschlagen und unter⸗ stuͤtzen. Selbst die Times konnte nicht umhin, dies auch bei den Liberalen anzuerkennen, schreibt es aber einer falschen Aasicht ei⸗ niger angesehenen Maͤnner zu, die nicht wuͤßten, daß sie, indem sie sich in diesem Augenblick den Tories widersetzten und Maͤn⸗ ner unterstuͤtzten, welche sich im Voraus verpflichtet, sich der Re⸗ gierung systematisch zu widersetzen, den Radikalen den Weg zur Herrschaft und zum Umsturz alles Bestehenden bahnten. Nach dem bisherigen Gang des Wahl⸗Akts zu urtheilen, ist die Mehr⸗ heir in der City für die sogenannten Reformers, so daß nur we⸗ nige noch zweifeln, daß man in der Altstadt die vier anti⸗mini⸗ steriellen Kandidaten waͤhlen werde. Die Wahl fuͤr South⸗ wark wurde schon gestern fuͤr zwei Radikale (worunter der be⸗ rannte Daniel W. Haroey) entschieden, da sich in diesem Bezirk riner von anderen Gesinnungen zur Opposition wagte. Der Bruder des Lord Brougham, welcher diesen Ort mit im letzten Parlamente vertrat, mußte sich zuruͤckziehen, weil er keine Ver⸗ sprechungen geben wollte. Diese Entscheidung also sagt wenig für oder wider die Sache, um die es sich handelt. In Irland scheint die Gaͤhrung furchtbar zu seyn; so doß em Rechtsgelehrter, Namens Foote, ein Greis von 70. Jahren, zu Neu⸗Roß auf einem Feldwege zu Tode zesteinigt wurde! Aber auch auf der anderen Seite welch ein fuwrchtbares Gemaͤlde stellt das Gefecht zu Rathcormac dar, mo um die Erhebung von weniger als 5 Pfund fuͤr Zehnten Stroͤme Blutes vergossen wurden und 13 Menschen das Leben verloren, und zwar in Gegenwart des Geistlichen, welcher 48 Shillinge von dieser elenden Summe zu fordern hatte. Die Untersuchung dieser unseligen Begebenheit hatte beim Abgang der letzten Post schon 8 Tage gedauert, und noch waren nicht alle Zeugen auf der Seite der Bauern abgehoͤrt worden. Das Zeugniß der Wittwe, welche gepfaͤndet werden sollte, und deren Sohn dabei das Leben verloren, ist wahrhaft herzzerreißend und muß im Lande selbst Millionen Herzen mit bitterem Ingrimm erfuͤllen. Nachdem das Schießen angefangen und sie mehrere Perso⸗ nen fallen sah, rief sie haͤnderingend den Geistlichen, welcher mit

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Sie muͤssen damit beginnen, selbst gerecht gegen die Wilden zu seyn, welche sie gerecht und menschlich machen wol⸗

der Standard: es sey die Pflicht der Regierung und des Koͤ⸗ nigs, das Volk gegen sich selbst zu beschuͤtzen, und man wuͤrde

Selbstvertheidigung nothwendig war aber ist ein Zustand nicht schrecklich, wo dergleichen geschehen muß, um das Ansehen der Gesetze zu behaupten, und die Diener der Kirche Christi zu erhalten? Die Irlaͤndischen Verwalter haben es nun in ihrer Macht, diesen Uebeln schnell ein Ende zu machen, und sie sind vor Gott und der Welt fuͤr jeden Blutstropfen verantwortlich, der noch in diesem unseligen Streite vergossen wird; wenn auch diejenigen mit an der Verantwortlichkeit Theil haben, die den natuͤrlichen Widerwillen des Volkes gegen diese Abgaben zur Erhaltung einer fremden Kirche bis zur Raserei entflammt ha⸗ ben und noch entflammen. Abends. Die Wahl in der City faͤllt so aus, wie man es seit einigen Tagen ziemlich allge⸗ mein erwartet hatte; es haben heute uͤber zwei Driltel der Waͤh⸗ ler gestimmt, und die Tories sind an 1000 Stimmen hinter dem niedrigst stehenden von ihren Gegnern zuruͤck, so daß man glaubt, sie werden morgen fruͤh den Kampf aufgeben. Nun sagt aber

daher das Parlament aber⸗ und abermal servativ geworden.

Warschau, 9. Jan. Das Examen in der hier von der Regierung gegruͤndeten weiblichen Erziehungs⸗Anstalt, welches in diesen Tagen stattfand, ist zu allgemeiner Zufriedenheit der Behoͤrden und der Aeltern ausgefallen. Die Schuͤlerinnen zeig⸗ ten die glaͤnzendsten Fortschritte. Vorgestern, am letzten Tage der Pruͤfung, wohnten der Fuͤrst Statthalter und seine Gemah⸗ lin, der General Liecutenant Golowin, General⸗Direktor der Re⸗ gierungs⸗Kommission des Innern, der geistlichen und Unterrichts⸗ Angelegenheiten, die Mitglieder des Unterrichts⸗Raths und viele angesehene Personen diesem Examen bei. Die Fuͤrstin Paskewitsch wurde von der Ober⸗Aufseherin der Anstalt, Frau von Abramo⸗ wicz, empfangen, die mit unermuͤdlichem Eifer an der Vervoll⸗ kommnung dieses Instituts arbeitet. Die Schuͤlerinnen hielten Vortraͤge vor Ihrer Durchlaucht und fuͤhrten dann einige Ge⸗ saͤnge aus. Die Fuͤrstin besichtigte alle Handarbeiten, Schreibe⸗ buͤcher, Zeichnungen und Malereien der Schuͤlerinnen, und ver⸗

aufloͤsen, bis es kon⸗

theilte Belohnungen unter denselben. Den Schluß des Examens machten Taͤnze.

Der General Rautenstrauch, der die Geschaͤfte der ehemali⸗ gen Kommission zur Unterstuͤtzung der Offiziere und Beamten der aufgeloͤsten Polnischen Armee versieht, macht bekannt, daß 45 Personen von neuem eine dreijaͤhrige Unterstuͤtzung, die jaͤhr⸗ lich zusammen 48,650 Fl. ausmacht, bewilligt worden ist. Unter den Pensionairs befinden sich die Obersten Julian Bielinski, Vincenz Wolski und Johann Krasinski und die Oberst⸗Lieute⸗ nants Lukas Dobrzanski, Karl Zielinski, Franz Suchorzewski, Anton Nofok, Felix Skarzinski, Andreas Kiwerski, Joseph Ober⸗ tynski und Raphael Zajonczek.

Der General Ruͤdiger ist wieder hierher zuruͤckgekehrt.

Bei dem großen Warschauer Theater ist mit dem Anfang dieses Jahres eine Singschule in drei Klassen eroͤffnet wor den. In der ersten wird in den Elementen der Musik und des Ge⸗ sanges unterrichtet, in der zweiten werden diese Grundzuͤge wei⸗ ter entwickelt und die Stimmen ausgebildet, und in der drit ten wird der dramatische Gesang und Vortrag gelehrt.

Am 18ten d. M. wird hier der erste Maskenball des dies⸗ jaͤhrigen Karnevals stattfinden.

Das hiesige Munizipal⸗Amt macht wiederholentlich bekannt, daß fremde Juden, die in Warschau und Praga ankommen, fuͤr jeden Tag, der ihnen an diesen beiden Orten zuzubringen ge⸗ stattet wird, eine Abgabe zu bezahlen haben.

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Menah, ünhas e utschland. 1

Weimar, 10. Jan. Ueber den Zustand und die Leistun⸗ gen des Großherzogl. Waisen⸗Instituts und der damit verbun⸗ denen Erziehunqgs⸗Anstalt fuͤr sittlich verwahrlosete und verlassene Kinder im Verwaltungs⸗Bereiche des Ober⸗Konsistoriums zu Weimar hat der Direktor derselben, Ober⸗Konsistortalrath Dr. Koͤhler, oͤffentlich Bericht abgestattet. Waͤhrend in dem Wai⸗ sen⸗Institute 437 Waisen, unter ihnen 88 neuaufgenommene und 12 außerordentliche auf Kosten der Frau Großherzogin, Kaiserl. Hoh., verpflegt wurden, gingen von einzelnen Wohlthaͤ⸗ tern und ganzen Gemeinen im Ganzen 264 Thlr. 21 Gr. 23 Pf. an freiwilligen Beitraͤgen ein, obgleich es bekannt ist, daß die Anstalt nicht solches Vermoͤgen besitzt, um weniger auf Gaben der Mildthaͤtigkeit rechnen zu muͤssen. Daher kam es auch, daß in dem vergangenen Jahre von 150 Gesuchen um Aufnahme nur 88 beruͤcksichtigt werden konnten. In dem Orts⸗Insti⸗ tute zu Neustadt a. d. O. wurden auf Kosten der dortigen Gemeine und Armen⸗Kasse 21 Waisen und verlassene Kin⸗ der verpflegt; von der Berendis⸗Bode⸗Goͤtze⸗Haͤhling⸗ schen Stiftung erhielten 42 Lehrlinge, Gesellen und Meister Un⸗ terstuͤtzung, aus der Konauw⸗Muͤllerschen Stiftung empfingen 5 Dienstboten den bestimmten Anerkennungs- und Aufmunterungs⸗ Preis. Nicht weniger wichtig ist die Erziehungs⸗Anstalt für sittlich verwahrloste und verlassene Kinder. Sie umfaßte im An⸗ fange des Jahres 1834 12 Zoͤglinge, von denen zu Ostern 4 konfirmirt und entlassen wurden; von den Kindern, welche, von ihren Vaͤtern verlassen, auf Kosten der Frau Großherzogin Kat⸗ serl. Hoheit außer dem Hause erzogen werden, wurden zwei wohlgerathen zu Ostern konfirmirt und entlassen und ihre Stellen mit zwei andern besetzt, im Ganzen 9 nach ihrer Confirmation entlassen. Am Schlusse des vergangenen Jahres zaͤhlte die An⸗ stalt 9 Zoͤglinge mit Koststellen im Hause, 14 Pfleglinge mit Zahlstellen außer dem Hause. Außer dem Gnadengeschenk Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs und den fuͤr einzelne bestimmte Zoͤglinge eingegangenen Beiträgen, waren von der Hand der Mild⸗ thaͤtigkeit 558 Rthir. 22 Gr. 9 ½ Pf. beigesteuert worden.

Muͤnchen, 6. Jan. Das Handschreiben, welches Se. Majestaͤt der Koͤnig an den Vereins⸗Ausschuß dür Errichtung eines Denkmals fuͤr Schiller erlassen, lautet: „Meine Herren! Ich habe die Zuschrift erhalten, welche Sie als Ausschuß des Schiller⸗Vereins unterm 24. November an Mich gerichtet haben. Ich entspreche Ihrem Wunsche mit so lebhafterem Vergnuͤ⸗

Stuttgart, 9. Jan. In dem hier erscheinenden Deut schen Courier liest man: „Wir wissen nicht, was wir davon halten sollen, aber wir haben gehoͤrt, daß man hie und dai gewissen Zirkeln eine Aufloͤsung der Wuͤrttembergischen Km⸗ mern in Aussicht stellt. Fuͤr uns giebt es einen schlagende Grund, auch im Entferntesten nicht daran zu glauben. Man c eine Kammer auf, wenn die Regierung in wichtigen Dinge in sogenannten Lebensfragen, die Mehrheit nicht hat. Nun⸗ s es aber notorisch und der vorige Landtag hat zur Genuͤge he wiesen, daß die gegenwaͤrtige Administration allerdings zi Mehrheit in der Abgeordneten⸗Kammer in allen bedeutungesvn len Fragen fuͤr sich hat. Was koͤnnte man noch mehr wollen Eine Mehrheit in anderer Tendenz? Gewiß nicht; denn ze zu muͤßte auch das Ministerium in seiner groͤßeren Mehrhe geändert werden. Wollte man durch tion gewisse Debatten abschneiden? Aber es werden doch in mer einige Oppositions⸗Mitglieder gewaͤhlt und der Zweck som doch nicht erreicht werden. Je mehr man also die Sache trachtet, desto unwahrscheinlicher erscheint sie; und wenn es aug seyn mag, daß Einige sich mit diesem Gedanken tragen, so glau ben wir doch, so weit wir die Sachlage kennen, den Ungrumg des erwͤhnten Geruͤchtes behaupten zu duͤrfen.“

Der hiesige Beobachter berichtet: „Ein Theil der w. tersuchung, welche auf der Festung Hohen⸗Asperg kommissaris gefuͤhrt worden ist, ist nunmehr durch Erkenntniß des Koͤnig Gerichtshofes in Eßlingen erledigt. Der Gegenstand derselbe betraf hauptsaͤchlich die Verfassung und Verbreitung einer 9 druckten Protestation gegen die Bundes⸗Beschluͤsse, so wie i Verbreitung eines dem „Freisinnigen“ entlehnten Aufsatzes, die unter dem Titel: „An die Deutschen in Wuͤrttemberg“, beson ders abgedruckt worden war. Das Erkenntniß, welches heu den Betheiligten eroͤffnet wurde, lautet dahin, daß wegen Vo breitung revolutionnairer Schriften, wegen Verdachts der wo heberschaft an denselben u. s. w. I. schet worden sirt. 1) Gottfried Frank, Bierwirth, mit 7 Monat Festungsstraß⸗ 2) Brieftraͤger Heinrich Roͤhm mit 6 Monat, 3) Aloys Schm mit 4 Monat u. s. w.; II. von der Instanz absolvirt: 1) Mie len, Lehrer an der Gewerb⸗Schule, 2) Perkmeister Bertran 3) Weinschenk Sailer. Bei Andern blieb der Verdacht auf se beruhen. Dem Vernehmen nach haben Alle den Rekurs an das

Koͤnigl. Ober⸗Tribunal angemeldet.“

5 Schweiz. 8 Bern, 3. Jan. Der Schweizer Beobachter schreibt Die „eidgenoͤssische Bundeslade“ mis den Abseoheden chane u. s. w. ist auf sechs maͤchtig beladenen Wagen verpackt, Hluͤch lich und ohne Unfall, unter Begleitung von sechs Land⸗Rgern, den 31. Dezember im nexen Vororte eingezogen. Wir ver⸗ nehmen, Herr Kasthofer habe seinen Austritt aus dem eidgee sischen Staats⸗Rath erklaͤrt, bevor dieser in Wirksamkeit gane ten. Wir koͤnnen indeß die Nachricht nicht verbuͤrgen. Dem 13. Dezember kam Dr. J. R. Frei von Basel (der Bruder da Ober⸗GerichtsPraͤsidenten Dr. Emil Frei von Liestal) von seinte mehrjaͤhrigen wissenschaftlichen Reise in das Morgenland wohh behalten in Arlesheim wieder an. Er redigirte einige Zeit lang den Moniteur Ottoman. G

Portugal.

Die Morning Chroniele berichtet aus Lissabon von 27. Dezember: „Das Erfreulichste, welches den Freunden de Donna Maria in England von hier gemeldet werden kann, it daß seit kurzem sich nichts Ungewoͤhnliches hier ereignet hal Die Regierungs⸗Geschaͤfte gehen ruhig ihren Gang, und wem auch vielleicht mit weniger schnellem Erfolge, als zu wuͤnschen waͤn so ist doch schon eine Verbesserung des Zustandes der Bevoͤlkerun sichtbar. Die große Masse der Nation denkt nicht mehr an de Wiederkehr des Buͤrgerkrieges, und selbst die Raͤuber und Gmm rillas, welche in der fortdauernden Aufregung des Landes ei gute Gelegenheit zum Pluͤndern erblickten, bequemen sich schae dazu, durch ehrliche Beschaͤftigungen fuͤr ihren Unterhalt zu so gen. Eine Fortdauer dieser Ruhe wuͤrde den klugen und enee gischen Minzster in den Stand setzen, die so lange vernachläͤss.

ten natuͤrlichen Huͤifsquellen Portugals zu entwickeln und dereinst wieder in die Reihe der maͤchtigen und civilisirten M tionen Europa's zu stellen. Das Minssterium weicht durchan nicht von dem durch Dom Pedro so erfolgreich angewandten politischen System ab, und seine Erlauchte Tochter scheint, theil aus Ueberzeugung, theils aus kindlicher Ehrfurcht, die sie Allm beweist, was von ihrem Vater herruͤhrt, diesem Wege zu fohgen. Es ist sehr zu beklagen, daß die Cortes, welche so eben puro⸗

irt worden sind, weniger Zeit auf nuͤtzliche Maßregeln fuͤr das and, als auf heftige und persoͤnliche Angriffe gegen die Min⸗ ster verwendet haben. Dies nahm die Zeit der Kammern hin weg und machte es den Ministern unmoͤglich, ihre Aufmerksame keit auf die fuͤr die Nation heilsamen Maßregeln zu lenken Gegen den Schluß der Session zeigte es sich offenbar, daß die Opposition nur den Zweck hatte, Uneinigkeit im Kabinet zu en regen, in der Hoffnung, dann vielleicht ans Ruder zu kommen Ich kann Sie jedoch versichern, daß das Ministerium bet alln seinen Handlungen mit der groͤßten Einigkeit zu Werke geht Selbst der letzte Ministerwechsel in England wird jetzt nur aälb ein Ereigniß betrachtet, das, mehr als irgend ein anderes, dagt dient, den Thron der Donna Maria zu befestigen. Dies m

sonderbar klingen, allein man glaubt hier, daß, wenn auch dal groͤßte Ultra⸗Tory⸗Kabinet einen Kreuzzug gegen freie Inf stitutionen unternaͤhme, es doch sein Interesse dabei finden wuͤrde, in Bezug auf Portugal eine Auenahme zu machen. Es ist bekannt, daß die Miguelisten seit dem letzten Kriege einen unversoͤhnlichen Haß gegen England und alles Englische hegen, und daß sie, falls sie zur Macht gelangten, sogleich alle Verbin⸗ dung mit England abbrechen und die Einfuhr aller Englischen Waaren verbieten wuͤrden. Ich bin vollkommen uͤberzengt daß die Miguelisten sich lieber Frankreich, selbst wenn ²s8 ein Republik waͤre, oder irgend einer anderen Macht in oie Arm werfen wuͤrden, als die geringste Gemeinschaft mit England un⸗ terhalten. Es muß daher, wie mich duͤnkt, die Polittk aller

als Ich dem Unternehmen Meinen vollsten Beifall zolle

Englischen Minister seyn, die jetzige Dynastie zu Unterstuͤtzen.

Verdraͤngung der Oppeß

diesem Unwesen zu steuern. Die hiesige Regierung Anstalten, um zwei Regimenter dahin zu senden. sind noch 400 bis 500 gefangene Spanier in die unter der Bedingung, sich nicht zu Don akl[ios zu begeben, ihre Freiheit nicht annehmen wollen. bögleich sie gefangen sind, so erklaͤren sie doch mit der groͤßten veimuͤthigkeit ihren Wunsch, sich ihm anzuschließen, und daß

es vorziehen, in ihrer jetzigen traurigen Lage zu bleiben, als bre Grundsaͤtze und ihre Ehre aufzuopfern. Sie waren die lite von Don Carlos Begleitern und ich glaube nicht, daß er st viele so edle Anhaͤnger hat. Bei der Nachricht von dem Ninister⸗Wechsel in England hofften sie durch Vermittelung des Herogs von Wellington ihre Freiheit wieder zu erlangen und schteten deshalb ein Schreiben an ihn. Allein die Antwort ernichtete ihre Hoffnungen, indem der Herzog erklaͤrte, daß er

rifft jetzt Es issabon,

as Recht, sie als Gefangene zuruͤck zu behalten.“

Griechenland.

Ein von Deutschen Blaͤttern mitgetheiltes Privatschreiben

6 Nauplia vom 4. Dez. enthaͤlt folgenden nicht uninteressan⸗ n Bericht. „Das 1ste und das 2te Bataillon erhielten Be⸗ gl, aufzubrechen, das eine von Negroponte, das andere von Nissolunghi nach Athen zu marschiren, was auch geschah. Es mmen also 2000 Mann vom taktischen Corps in der Haupt⸗ adt Athen an, finden aber keine Kaserne und quartieren sich, hr natuͤrlich, unter fuͤrchterlichem Regen, in den Haͤusern er Buͤrger ein. Diese wollen sich das nicht gefallen lassen, nd es kommt zu unruhigen Auftritten. Unter andern schoß ein Grieche zwei Soldaten, welche Schildwache or seinem Hause standen und ihn nicht hinein lassen polleen. Viele Menschen und Familien, welche hier in Nau⸗ lia wohnen, hatten sich Haͤuser in Athen gemiethet, koͤnnen ber jetzt nicht hineinziehen, da selbige voll Soldaten sind. Ich une einige sogar, die mit Sack und Pack von hier weggingen nd nach Athen zogen; dort angelangt, konnten sie nicht Besitz on ihren Haͤusern nehmen, da sie voll von Soldaten waren, llche nicht heraus wollten. Von einer Reise ins Innere des heloponnes bin ich wohlbehalten hierher zuruͤckgekehrt. Die holichen Theile der Morea sind in der That vollendet schoͤn. die Natur hat hier großen Spielraum, und so viel geleistet, die Kunst ganz uͤberfluͤssig erscheint. Die Menschen sind urchgehends freundlich, zuvorkommend und im hoͤchsten Grade tfrei. In Navarino fanden wir kein einziges Gasthaus. Gir gingen immer in das beste Haus, welches wir finden konn⸗ in, und waren einer herzlichen Aufnahme gewiß. Ja, mehr als einmal ist es uns begegnet, daß die Eigner uns den gaͤnzlichen Besitz von ihren Haͤusern anboten, und fuͤr die Nacht zu Freunden sogen; selbst Kranke zogen auf diese Weise fuͤr uns aus. Viel Bequemes hat man in den Haͤusern nicht; sie destehen meistens aus zwei Stock⸗ verken, das untere wird als Stallung gebraucht und das obere on der Familie bewohnt. Das ganze Han⸗ hat nur Ein Zim⸗ ner, in dessen Mitte auf Steinen ein Feuer angemacht wird; an lagert sich gewoͤhnlich rund um dasselbe; mein Freund und sch auf der einen, und die Familie auf der andern Seite ehr häͤufig jedoch hatte jeder von uns eine Seite fuͤr sich, die Familie zog sich nach dem andern Ende des Zimmers zuruͤck und agerte sich vom Feuer entfernt, oder zog ganz aus. Da die Haͤuser keine Schornsteine haben, so zieht der Rauch im Zimmer mher. In einigen Distrikten, und zwar in der Naͤhe von Dyympia, brennt man Fackeln von einer harzreichen Tannen⸗ dder Fichtengattung, was ein glaͤnzendes Licht giebt. In der Nähe von Kalawrita besuchten wie das beruͤhmte Kloster Me⸗ Haspylaͤon, eines der groͤßten Wunderwerke, die ich je gesehen. Stelle man sich einen Feis, steil beinahe wie eine Mauer, vor, 600 Fuß üpber dem kleinen Flusse, der zu seinem Fuße tobend end laͤrmend in den Golf von Korinth stroͤmt. w Hoͤhe, auf einem schmalen Vorsprunge des Felsens,

steht

bas Kloster, zugaͤnglich nur auf Einem Wege, welcher im

sickgack mit vieler Arbeit und Muͤhe in den Felsen gehauen st. Da das Kloster in einer natuͤrlichen Hoͤhle steht und der Fels so steil ist, erscheint es wie an den Felsen geheftet. Das Gebaͤude an sich ist einer großen Festung aͤhnl ch, es bestht aus 8 Etagen, wovon die 6 untersten, von Stei ge⸗ baut, auf einer dicken steinernen Mauer ruhen, die obern Stockwerke find von Holz. Zwei massive eiserne Thuͤren verschleßen den Eingang jedem Feind. Dieses Kloster war der einzige feste Platz in der Morea, der nicht in die Haͤnde der Tuͤrken siel. Viele Versuche wurden gemacht, dieses Kloster einzunehmen, aber vergebens. Zuletzt versuchte es Ibrahim Pascha; im Monat Juni 1826 erschien er mit einem Heere von 15,000 Mann vor dem Kloster und verlangte des⸗ sen Uebergabe. Die Moͤnche waren gut verproviantirt und mit Munition versehen; sie erklaͤrten daher, daß sie sich nicht ergeben wuͤrden. Darauf befahl der wuͤthende Ibrahim, den Platz anzugreifen, was auch im vollen Ernste geschah; 15 Tage lang dauerte die Belagerung, allein, da der Pascha keine Artil⸗ lerje in diesen Bergpaͤssen mit sich fuͤhren konnte, blieben seine Versuche vergeblich und er mußte mit Verlust abziehen, da die Moͤnche, hinter ihren Gitterfenstern verborgen, viele Tuͤrken er⸗ chossen hatten. Die Araber machten auch den Versuch, einen großen Stein, der oben auf dem Felsen steht und beinahe rund ist, auf das Kloster herabzurollen, und es so zu vernichten; je⸗ doch reichte ihre vereinte Kraft nicht hin, den Stein auch nur gu bewegen, viele andere Steine aber, die hinabgerollt wurden, silen unschäͤdlich zu den Fuͤßen der Moͤnche nieder, weil der obere Theil des Felsens einen Ueberhang bildet.“ 8 Persien. 8—

Der Globe theilt folgendes Schreiben eines Begleiters des Majors Passmore aus Teheran mit: „Nach einer hoͤchst be⸗ schwerlichen Reise von sechs Wochen durch Regen, Schnee und ausgedehnte Wuͤsten, wo auf 70 Engl. Meilen weit kein Baum und kein Haus vorhanden war, und mit geringen Lebensmitteln auf einem Wege von 720 Engl. Meil, kamen wir am 28. Maͤrz ier an. Alle Perser sind jetzt mit unserem System der Kriegfuͤhrung bekannt und eifrig bemuͤht, es zu befolgen und selbst bei der Kavallerie anzunehmen. Die Frauen

icht interveniren koͤnne, denn die Portugtesische Regierung habe

Auf der halben

stets hoͤflich und dienstfertig gefunden. Ispahan ist die schoͤnste Stadt in Persien. Der Basar ist 5 Engl. Meilen lang und besteht aus einer bedeckten Reihe von zwanzig Fuß breiten Gaͤngen, die an jeder Seite mit Laͤden versehen sind, fast wie Burlington-arcade. Schiras ist eine große Stadt, aber die Straßen sind eng (keine hat uͤber 10 Fuß Breite), schmutzig, und die Haͤuser, ausgenom⸗

men die einiger Vornehmen, von Lehm erbaut. Sie koͤnnen sich

keinen Begriff machen von unserem Wege; in einigen Eng⸗Paͤs⸗ sen mußten die Pferde wäerklich von einem Felsen auf den an⸗ dern steigen, denn es gab durchaus keine gebahnte Straße. Das ganze Land ist voll von Straßenraͤubern; allein 22 wohlbewaff⸗ nete Englaͤnder waren zuviel fuͤr sie, und ebgleich in einer Nacht ein Raub⸗Versuch auf unser Lager gemacht wurde, so trieben doch ein Paar Schuͤsse die Raͤuber sogleich zuruͤck. Einige von unserer Gesellschaft besuchten die Ruinen von Schah⸗ pur und trafen den Sohn eines beruͤhmten Revbellen⸗

Haͤuptlings, Namens Whalley⸗Chan, mit dem sie tranken.

Sie gaben ihm acht Flaschen Branntwein fuͤr seinen Vater und einige fuͤr ihn selbst. Als sie ihn entließen, sagte er, wenn einmal Jemand, der ihnen zuwider sey, diesen Weg passirte, so duͤrften sie es ihm nur anzeigen, und er solle nicht läͤnger diese Welt belaͤstigen. Unser Gesandter ist sehr gastfrei. Der hiesige Russische Gesandte ist mit der Wittwe eines Geor⸗ gischen Fuͤrsten vermaͤhlt. Die Frauen sind hier schoͤn, aber nicht mit den Englaͤnderinnen zu vergleichen. Die Armenierinne

sind die besten und mehrere an Englaͤnder verheirathet.”5)

Berlin, 13. Jan. Der Chef und Senator von Guaita und der Senats⸗Schreiber Dr. Reuß sind aus Frankfurt a. M. hier eingetroffen.

Der Komponist C. F. Muͤller in Berlin, ein geborner Hollaͤnder, ist von der Brasilzanischen Regierung zum Hof⸗ Compositeur des Kaisers Dom Pedro II. ernannt worden.

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Die in Halle erscheinende Allgemeine Literatur⸗Zeitung hat im verwichenen Jahre ihren 50sten Jahrgang vollendet. „Das ganze gelehrte Puoltkum“, bemerkt der Hallische Ku⸗ rier, „duͤrfte wohl an diesem seltenen Ereigniß in der literari⸗ schen Welt um so eher Antheil nehmen, als die Allgemeine Li⸗ teratur⸗Zeitung, die erste in Deutschland und das Vorbild aller nachfolgenden, meist nur kuͤrzere Zeit bestandenen, in ungeschwäͤch⸗ ter Kraft besteht, und die fernere Leitung ihrer Herausgeber er⸗ warten laͤßt, daß sich ihr wohlverdienter Ruhm auch im zweiten halben Jahrhundert nicht vermindern werde.“

Die Organisation des Judenwesens im Regierungs⸗Be⸗ zirk Posen ist im Laufe des versflosfenen Jahres beendigt wor⸗ den. Die Corporations⸗Verbaͤnde wurden zuerst geographisch und indtviduell konstituirt, so daß es von jetzt ab keinen Israe⸗ liten mehr giebt, der nicht zu einer bestimmten Corporation und mithin auch zu einem bestimmten Polizei⸗Bezirke gehoͤrte. Es sind hiernach uͤberhaupt im Regierungs⸗Bezirk Posen 48,840 Israeliten vorhanden. Nachdem alle maͤnnleche volljährige un⸗ bescholtene Israeliten, welche entweder ein Grundstuͤck besaßen, oder ein Gewerbe selbstständig vetrieben, oder sich außerdem selbststaͤndig und ohne fremde Unterstuͤtzung ernahrten, d. h. alle gesetzlich Stimmberechtiaten, corporattonsweise versammeit wor⸗ den, erwaͤhlten sie die Repraͤsentaͤnten der Corporatton und deren Stellvertreter, welche Letztere wiederum nach erhaltener Bestaͤtigung die Verwaltungs⸗Beamten und deren Stellvertreter ernannten. Die Installation der Repraͤsentanten geschah in allen Corporationen mit großen Feierlichketen und wurde duerch ansehnliche gemein⸗ nuͤtzliche und fromme Stistungen verewigt. Hernaͤchst wurden den einzelnen Corporationen Regulative zur Geschaͤfts⸗Anwei⸗ sung, zum Statute, zur Behandlung des Schuldenwesens supps⸗ ditirt, waͤhrend gleichzeitig mit Regullrung des Elementar⸗Schul⸗ wesens der Israeliten von Seiten der Regierung vorgeschritten wurde. Endlich wurden die buͤrgerlichen Verhältnisse der Juden festgestellt, indem in jedem Corvorations⸗Haupforte eigene Na⸗ turalisations⸗Kommisstonen gebildet wurden, welche die Namens⸗

Verzeichnisse sowohl der zu nacuralisirenden, als auch der mit

Duldungs⸗Certifikaten zu versehenden, desgleichen der, wegen mangelnder legaler Reception, aus dem Lande zu verweisenden Israeliten anfertigten, und der Regierung zur Entscheidung ver⸗

legten. Demgemaͤß sind 3779 Naturahsations⸗Patente und 7792

Duldungs⸗Certifikate fuͤr Familienvaͤter ausgefectigt, und 3 nich:

rezipirte Israeliten aus dem Lande verwiesen woeden.

In den Swinemuünder Hafen sind im verflossenen

Monate, bei einem Wasserstande von 19 22 Fuß, 34 beladene

Schiffe, und unter diesen 32 Preußen, 21 Schiffe mit Leinsaat und 5 geballastete Schiffe (Preußen) eingegangen. Es liefen 6 beladene und 3 geballastete Schiffe aus, von welchen ersteren 4 mit Nutzholz nach Franzoöͤsischen und Grozßbeitanischen Haͤfen befrachtet waren. Am 17ten v. M. entstand Abends ein star⸗ ker Sturm aus NO., welcher Nachts 2 Uhr zum Orkan uͤber⸗ ging. Das Wasser stand am Pegel 7 Fuß, mithin 3 ½ Fuß uͤber den gewoͤhnlichen Stand. Die Molen haben nicht gelitten, die Duͤnen⸗Pflanzungen am Oststrand sind aber sehr beschädigt wer⸗ den. Das Eis hat die Schifffahrt, selbst auf dem Revier nach Stettin, nicht unterbrochen, doch liegen fast saͤmmtliche Schiffe im Winterlager. Die im Monat Dezember in Sret⸗ tin eingegangenen Haupt⸗Artikel waren: 2201 Cntr. Asche und Pottasche, 4389 Cntr. Eisen, 2417 Tonnen Haͤrina, 3002 Cntr. Syrup, 5859 Cnutr. Talg, 8400 Cntr. Thran, 9179 Cntr. roher Zucker und 33,222 Tonnen Leinsaat. Die Haupt⸗Ausfuhr be⸗ stand in 74 Bloͤcken, 552 Balken und 402 Schiffslast Bohlen, Bretter ꝛc.

Bauwesen gieng an den Finanzminister uͤber, um unier seiner Leitung durch eine besondere Gewerbe⸗Abtheilung gefuͤhrt zu werden.*) Nachdem auch der zweite Frieden zu Paris geschles⸗ sen war, Europa dauerhaft beruühigt schien, und die Landesre⸗ gierung ihre Sorgfalt ungetheilt darauf wenden konnte, den rie erschuͤtterten Wohlstand wiederherzustellen, ward diese Behoͤrde unter dem Namen einer General⸗Verwaltung fuͤr Gewerde und Handel neu eingerichtet, und Maassen unterm 7ten Februar 1816 derselben als Direktor vorgesetzt. Unter den vier und dreißig „Staatsdienern, weiche durch besondres Ver⸗ trauen Sitz und Stimme als Mitaglieder im Staats⸗ rathe“ nach der Stiftungsurkunde desselben vom 20sten Maͤrz 1817 erhielten, befand sich auch der wirkliche geheime Ober⸗Fi⸗ nanzrath Maassen.

Die Fortschritte der Civilisation selbst bedingen Fortschritte in der Vervollkommnung der oͤffentlichen Anstalten, und damit unvermeidlich einen erhoͤhten Regierungsaufwand. Daß dieser nicht blos aus den Staatskassen unmittelbar, sondern auch aus den Mitteln der Gemeinen, Korporationen und Stiftungen, bei verschiednen Verfassungen in sehr verschiednem Verhltnisse fließt; daß Vieles abgemacht wird durch Dienste, die Steuern sind fuͤr diejenigen, welchen sie unentgeldlich obliegen; daß wohl gar Privatvereine dem Mangel oͤffentlicher Fuͤrsorge abhelfen muͤssen: das Alles aͤndert wesentlich nichts in der Nothwendig⸗ keit, daß durch den Erwerb der Nation der Aufwand fuͤr dieze⸗ nigen Anstalten aufgebracht werden muß, unter deren Schutze und mit deren Beihuͤlfe nur allein der Einzelne soviel zu ge⸗ winnen und zu genießen vermag, als seine Persoͤnlichkeit und sein Besitzstand bei dem zeitigen Kulturstande gestattet. Der preußische Staat hat in dem denkwuͤrdigen Jahrzehend ven 1806 bis 1816 anerkannt maͤchtige Fortschritte zu Vervollkom⸗ nung seiner wichtigsten oͤffentlichen Anstalten gethan; große Ver⸗ besserungen harrten seitdem nur des sichern Ruhestandes, dessen sie bedurften, um ins Leben zu treten. Schon dadurch allein ward ein verstaͤrkter Aufwand unvermeidlich. Dazu trat die Verzinsung und Tilgung der Schulden, welche der Krieg selbst, und die Wiederherstellung dessen, was er verdarb und entzog, erzeugte. In Zeiten der oͤffentlichen Ruhe und ungestörten Wohlfahrt waͤchst der Ertrag der persoͤnlichen, Verbrauchs⸗ und Verkehrs⸗Steuern mit der Volkszahl und dem Erwerbe, und es bedarf auch bei steigendem Aufwande sowenig neuer Auftagen, daß selbst die alten zuweilen noch gemildert werden koͤnnen. Aber in ganz andrer Lage befand sich der preußische Staat, als am Schlusse jenes Jahrzehends, das am Marke seines Vol⸗ kes zehrte, sein Finanzwesen wieder geordnet werden sollte. Gleichwohl gebot die Nothwendigkeit eines erhoͤhten Aufwandes durch ein neues Abgabensystem ein sahrliches Defizir zu decken, das bloßes Uebertragen von den Smnatekassen auf die Gemei⸗ nen, oder angebliches Ersparniß auf Kosten des oͤffentlichen Dienstes, wohl verstecken, aber nicht tilgen konnte. Dieses neue System zu gruͤnden, war die erste Aufgabe des neuen Staatsraths. Eine zaͤhlreiche Kommission der sachrandigsten Mitgalieder desselben, worunter auch Naassen sich befand, er⸗ gab nur eine unvereinbare Verschiedenheit der Ansichten uͤber die Anordnung des Ganzen. Der Drang des Beduͤrfnisses, dennoch vorzuschreiten, verschaffte dem Antrage Eingang: zünäaͤchst das Mindestbestrittne zu berathen und auszutuͤhren; dauün von

dem fernern Austausche der Meinungen und der besinnenden Er⸗ fahrung auch uͤber bas Zweifelhaftre Vereinigung zu erwarten;

und so theltweise zu vollenden, was aus einer umfassenden An⸗ sicht auf einmal darzustellen unmoͤglich schien. Dies Verfahren eignete sich ganz für Maassens Weise. Zeden Anschein eines Vordraͤngens, das verletzen konnte, mit kiuger Becutamkeit verweidend, jeder Meinung volle Beachtung gewaͤhrend, die Fe⸗ stigkeit, womit er leitende Grundideen durchzufuͤhren streb⸗ te, durch verstaͤndiges Cingehen auf vermittelnde Verschlaͤge mildernd, ward er die Sele der Ministerial⸗Keommission, welche die nveuen Steuergesetze entwarf. Mit eigenthuͤmti⸗ cher Gewandheit verstand er, diesen Entwuͤrfen die Zusemm⸗

sten

mung der Abtheilungen des Staatsraths zu gewinnen, welche sie vorbereitend pruͤften. Sie fanden nun im Staatsrathe selost beredte Vertheidiger, und erlangten den Beifall der Mehrheit, so scharf und beharrlich auch hier der Gegensatz der Ansichter

ur Sprache kam. Daß Maassen selbst Direktor der Generzl⸗

Verwaltung fuͤr die Gewerbe war, hat den Gewerben am mei⸗ genutzt durch die verstaͤndige Beachtung ihres Interesse bei den Berathungen uͤber das neue Steuersystemn. Zwar ist ern eine sehr alltauͤgliche Bemerkung, daß auch hochgebildete Maͤnner nur mit tiefem Unmillen die Zucht der oͤffentlichen Meinung vertra⸗ gen, die wiewohl gleich dem Hoͤchsten, das der Mensch besitzt, Glauben, Hoffnung und Leebe, der grellsten Ausartung faͤhig unter den unertkannten Wohlthaten vielleicht die groͤßte ist; den⸗ noch darf es befremden, daß derselbe Scharfsinn, wodurch die geheimsten Kraͤfte der Natur der Gewerbsamkeit unterthau wer⸗ den, der das Tiefste der Wissenschaft und das Hoͤchste der Kunst erlauscht, um seine Marktwaare damtt zu adeln daß deeser Scharfsinn es nicht vermag, die Gewerbtretbenden uͤber ihe Vor⸗ urtheil gegen die Zucht der oͤffentlichen Meinung, gegen die freie

Mitwerbung zu enttaͤuschen. Alle dings kann und darf die Frage

nicht sein von einem wehrlosen Preisgeben an jede schano bare Spekulation, an Nachdruck und Nachstich, an den schnöoͤden Raub der Fruͤchte theuer erkaufter Erfahrengen, an alle gleis⸗ nerische Kuͤnste, wodurch fremde Saat gemaht werden will. Aber solcher Unbill strena entgegentretend, darf doch behauote! werden, daß die freie Wahl des kundigen Kaͤufers auf effnem Markte, zugaͤnglich jedem ehrlichen Verkaͤufer, die nachh Utgste Grundlage gewerblicher Verbesserungen ist. Allein dieser steen⸗ gen Lehre weicht auch der verstaͤndige Fabrikherr besonders met einer Selbstrauschung aus, welche nicht der Urberzeugung, nur der Nothwendigkeit nachgiebt.

*) In dem gestrigen Bruchstuͤcke dieses Nekrologs besinden st einige unwesentliche Druckfehler, die wir hiermit sebc gendetz sich 51, Spalte 1, Zeile 68 muß es statt „Heißen“ „Huißen“, Sp. 3 Zeile 43 statt, Kammern”“: „Kammer“ und Zeile 103 statt Han 8 halten”“: „Haushalter“ heißen. D Reꝛ. 8 *) A. Kab. Ord. vom 3. Junius 1814 weger 7. b 8 Ministerii. 8 2 88.