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Erfolg, ihren Einfluß gegen ihn geltend gemacht habe. Als eine Probe von der Denkungsart dieser Herren moͤge folgender Aus⸗ zug aus der Rede des Herrn Harvey dienen:
„Man koͤnnte uns fragen: geht Ihr ins Parlament, um den Whigs durch Dick und Duͤnn zu folgen, und wollt Ihr den Tories in jedem Punkte opponiren? Hierauf wuͤrde ich antworten: Nein! Ich wuͤrde Alles, was die Tories Gutes vorbringen, unterstuͤtzen,
ader ich kenne die Tories schon lange, und noch habe ich nichts Gutes bei ihnen entdecken koͤnnen. Aber, wird man einwenden, es koͤnnten unter den Tories Wunder geschehen, so gut wie bei andern Leuten. Gut, wenn die Tories Reformer werden, wenn ich Einen finde, der eine Vermoͤgens⸗Steuer in Vorschlag braͤchte, wenn ich Einen finde, der da saͤgte: „„Ich moͤchte, bevor ich sterbe, einige von metnen schlecht erworbenen Reichthuͤmern los werden, ich be⸗ sitze einige Laͤndereien, die dem Volke gehoͤörten, ich kann nicht ru⸗ hig sterben, ich moͤchte Buße thun vor dem souverainen Volke, ind da ein Mensch nichts mit in die Welt bringt und nichts mit binaus nimmt, so will ich mein ganzes Vermoͤgen der Nation und wo moͤglich meinen Kindern einen guten Namen hinterlassen““ — wenn ich solch Einen unter den Tories finde, der soll mei⸗ ner innigsten Unterstuͤtzung gewiß seyn. Wenn ich sehe, daß sie Reformen der Kirche in Vorschlag bringen, Vorschlaͤge, um das Volk von jenen Statthaltern des Himmels, den Bischoͤfen, zu be⸗ freien, die mehr Sammt und Seide am Leibe tragen, als noͤthig waͤre, um eine ganze Maͤdchenschule zu kleiden, und die mit Die⸗ nern, in Gold und Purpur gekleidet, einherreiten und „ehrwuͤrdiger Vater in Gott’ titulirt werden — dann wuͤrde ich den Tories beistehen. Wenn sie auftreten und die Armee reformiren und die Staats⸗Aus⸗ Zaben von 7 Millionen auf 2 Millionen reduziren, — kurz, wenn die Tories gerade das Gegentheil von allem dem thun, was sie bis jetzt gethan haben, dann — warum sollte ich dann sie nicht unter⸗ stutzen? Da ich aber uͤberzeugt bin, daß sie nicht so handeln wer⸗ den, so koͤnnen auch Sie uͤberzeugt seyn, daß ich mich unerbittlich dem Ministerium opponiren werde. Ein anderer Punkt, den ich vorgebracht zu sehen wuͤnsche, ist die Reform des Oberhau⸗ ses. Nichts ist widersinniger, als der gegenwaͤrtige Zustand der Dinge. Das Volk hat zwei legislative Versammlungen, um seine Interessen zu vertreten; die eine waͤhlt es selbst, die andere ist erblich. Die Repraͤsentanten des Volks koͤnnen Maßregeln zum Be⸗ sten desselben einbringen, aber was hilft das, wenn die erblichen Ge⸗ setzgeber das Recht haben, sie zu verwerfen? Ich glaube, das ganze Verfassungswerk muͤßte mit einander in Einklang gebracht werden, vom Kdnige bis zum geringsten Unterthan herab. Man erzaͤhlt uns mit wichtiger Mienc, die Cwil⸗Liste sey sehr bedeutend reduzirt wor⸗ den. Aber die Reduction der Civil⸗Liste ist doch nur sehr unbedeu⸗ tend im Vergleich mit den Einnahmen, die aus anderen Quellen der Krone zufließen. Ich will Ihnen etwas sagen, was vielleicht Wenige von Ihnen wissen. Als der gegenwaͤrtige Koͤnig zur Regie⸗ rung kam, behauptete er, dem Volke alle erbliche Einkuͤnfte der Krone zuruͤckgegeben zu haben — und was verlangte er zum Ersatz dafuͤr? Er verlangte zuerst, daß hinlaͤngliche Summen zum Unter⸗ halt der Krone ausgesetzt wuͤrden, dann, daß der Koͤnigin gleich⸗ falls etwas gegeben wuͤrde. Und was that man? Man gab der Konigin einen Palast und 100,000 Pfd Sterl. jaͤhrlich! Das ist ungefaͤhr zehnmal so viel, als die ganze aufgegebene Revenuͤe. Die azy Ctigen Westindischen Zoͤlle wurden aufgegeben. In Kriegszeiten brachten diese Zoͤlle einige Tausend Pfd. jaͤhrlich; aber aufgegeben wurden sie nicht eher, als bis ihr Werth auf 1200 Pfd. jaͤhrlich her⸗ untergesunken war. Hat aber der Koͤnig all sein erbliches Eigenthum 2n ee 2 Hat er die Herzogthuͤmer Cornwall und Lancaster auf⸗ gegeben? fallen, das zu thun. Und wie ist es mit dem Gute bei Kennington, welches Sir William Clayton zu Lehn hatte? Das Lehn ist kuͤrzlich heimgefallen. Und was glauben Sie, daß der Koͤnig fuͤr die Erneue⸗ rung desselben verlangt? Die kleine Summe von 400,000 Pfund. Wenn diese eingeht, wird sie ohne Zweifel unter die Familie vertheilt werden. Das also ist der patriotische Monarch, von dem es hieß, er sey so eifrig bemuͤht, die Lasten sei⸗ nes unterdruͤckten Volkes zu erleichtern! (Gelaͤchter, Laͤrm, Beifall und Zischen begleiteten die einzelnen Saͤtze dieser Invektiven.) Was auch das Resultat der interessanten Parlaments⸗ Debatten des naͤchsten Fruͤhlings seyn mag, die Reformer von Eng⸗
Man sagt den Unterthanen, sie sollen ruhig bleiben. terthanen muͤssen Agitatoren werden, sonst werden sie uͤberwaͤltigt. Wenn sie ruhig bleiben, so werden die Tories sagen, das Volk wolle nichts weiter. Man wird sagen, das Volk habe bloß die Reform⸗ Akte gewollt — habe, mit andern Worten, bloß verlangt, die Spei⸗ sen auf den Tisch gesetzt zu sehen, und nicht verlangt, sie zu essen. Ich hoffe, die Waͤhler von Southwark werden den Debatten des Hauses folgen und das Benehmen ihrer Repraͤsentanten bewachen. Ich hoffe, sie werden die Zeitungen lesen, — und wenn sie das thun, so werden sie sehen, daß, waͤbrend sie selbst ruhig im Bette liegen, sie im Unterhause eine Macht haben, welche Tyrannen zit⸗ tern machen wird!“
Als Sir W. Horne gestern Nachmittags von der Wahl in Marylebone zuruͤckkehrte, wo er als Gegner der Herren E. L. Bulwer und Sir S. Whalley auftritt, wurde er vom Poͤbel aufs groͤblichste insultirt. Man suchte ihm ein Bein unterzu⸗ schlagen, und den Herren, die ihn schuͤtzen wollten, wurden die Roͤcke vom Leibe gerissen. „Das schuftige Gesindel“, sagt die Times, „von den Demagogen aufgereizt, die den Waͤhlern ihre Rechte entreißen wollen, hetzte den ehrenwerthen Baronet nach Hause und wiederholte alle die Auftritte, welche die Reform⸗Bill unmoͤglich machen sollte.“
Der Globe bemerkt: „Whig und Tory waren anfangs Schimpfworte, die man nur auf den niedrigsten Poͤbel an⸗ wandte; sie kamen aber spaͤter zu Ehren, wie einst der Name Gueux (Bettler), den die Anhaͤnger des Herzogs von Alba den Flamaͤndischen Insurgenten an den Hals warfen. So hat auch jetzt das Schreckenswort Radikaler schon aufgehoͤrt, ein Popanz zu seyn; seitdem hat man das Wort Destruktive erfunden, aber wir erleben es noch, Adressen an Waͤhler zu sehen, die ganz wohlmeinend von Personen mit dem Namen „vernuͤnftige De⸗ struktive“ unterzeichnet seyn werden.“
Folgendes ist die Art und Weise, wie bei den Parlaments⸗ Wahlen verfahren wird: Am ersten Tage der Wahl, wo die Kandidaten ernannt werden, eroͤffnet der bei der Wahl den Vor⸗ sitz fuͤhrende Beamte die Versammlung der Waͤhler mit Verle⸗ sung des Wahl⸗Ausschreibens und der Akte gegen verbotene Wahl⸗Umtriebe und Bestechungen. Dann folgen die Reden der angesehensten Freunde des Kandidaten, deren Einer die Ernen⸗ nung des Letzteren beantragt, waͤhrend die Anderen den Antrag unterstuͤtzen. So wurde in der City von London der Alder⸗ man Wood von Herrn Waymouth vorgeschlagen und von Sir James Williams unterstuͤtzt, Herr Grote von Herrn Isaac Solly vorgeschlagen und von Herrn Raikes Currie unterstuͤtzt, Herr Lyall von Hrn. G. Palmer vorgeschlagen und von Hrn. J. Dixon unterstuͤtzt, Herr Crawford vom Alderman Harmer vorge⸗ schlagen und von Herrn J. Travers unterstuͤtzt, Herr Ward vom Alderman Lucas vorgeschlagen und von Sir J. Claridge unterstuͤtzt, Herr Wilson vom Alderman Brown vorgeschlagen und von Herrn J. Masterman unterstuͤtzt, Herr Pattison von Herrn L. Loyd vorgeschlagen und von Herrn Samuel Gurney
unterstuͤtzt. Nachdem dies geschehen ist und auch die Kandida⸗ ten Reden an die Waͤhler gehalten haben, wird abgestimmt, und zwar zuerst nur durch Aufhebung der Haͤnde. Dies genuͤgt, wenn kein Gegner auftritt oder der aufgetretene sich zuruͤckzieht, wie es diesmal in Westminster der Fall war. Bleibt aber das
Rein, das hat er nicht gethan, und es ist ihm nie einge⸗
Resultat dieser Abstimmung zweifelhaft, oder verlangen es die Freunde eines durchgefallenen Kandidaten, wie es diesmal in der City, in Marylebone und Greenwich geschah, so beginnt am folgenden Tage die zweite Abstimmung, wo dann jeder Waͤhler sein Vo⸗ tum zu Protokoll geben muß. Hier erst koͤnnen die Stimmen gezaͤhlt werden.“
Der Oberst Sir John Campbell erklaͤrt in der Times, daß er nicht daran gedacht habe, wieder nach Portugal zu ge⸗ hen, wodurch er sein Ehrenwort brechen wuͤrde; auch seyen alle Geruͤchte von einer Einmischung seinerseits in die politischen An⸗ gelegenheiten der Halbinsel seit seiner Ruͤckkehr aus der Gefan⸗ genschaft ungegruͤndet.
Im gestrigen Boͤrsen⸗Bericht der Times liest man: „Die einzige Bewegung an unserem Geldmarkt war heute eine sehr geringe Neigung zum Steigen, weil man nach der Dividenden⸗ Zahlung einige Nachfrage nach Fonds erwartet. Schatzkammer⸗ Scheine hielten sich daher auch ein wenig fester. Auch die frem⸗ den Fonds wurden hoͤher notirt, obgleich sehr wenig Geschaͤfte darin gemacht wurden. Hollaͤndische wurden am meisten gesucht, weil man eine baldige Ausgleichung zwischen Holland und Bel⸗ gien erwartet, wodurch ein Theil der Schuld und Zinszahlung Belgien zufallen und die Hollandische Schuld, die ohnedies ih⸗ ren Kredit so fest behauptet, eine hoͤhere Notirung als die Bel⸗ gische erhalten wuͤrde.“
Aus Buenos Ayres sind Berichte vom 9. Oktober hier eingegangen, die jedoch nichts von Belang enthalten; der neue Britische Geschaͤftstraͤger, Lord Hamilton, war daselbst an⸗
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Niederlande.
Aus dem Haag, 9. Jan. Mit Sr. Koͤnigl.
Prinzen von Oranien ist auch dessen zweiter Sohn wieder nach dem Hauptquartiere zuruͤckgekehrt. An demselben Tage, an welchem Se. Koͤnigl. Hoheit die Hauptstadt verließ, ging auch (wie bereits erwaͤhnt) der Baron van Zuylen van Nyevelt nach London ab.
Die Niederlaͤndische Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft hat Ver⸗ suche anstellen lassen, um das nicht weit von der Kuͤste gesun⸗ kene Dampfboot „Pylades“ wieder in die Hoͤhe zu bringen. Der Schornstein desselben ist allerdings noch uͤber dem Wasser⸗ spiegel sichtbar, doch wird dessenungeachtet von Vielen der Ver⸗ such, namentlich in der gegenwaͤrtigen Jahreszeit, fuͤr fruchtlos, wenn nicht gar fuͤr gefaͤhrlich angesehen. Mehrere Fischer⸗Slosps sind im Vereine mit zwei Dampfboͤten abgesandt worden, um diesen Versuch zu unternehmen. v
Belgien.
Bruͤssel, 9. Jan. Der Herzog von Leuchtenberg ist in Begleitung des Grafen Méjean, des Marquis von Ficalho, des Visconde de Sa da Bandeira, des Barons von Belling und des Generals d'Hane de Steenhuyse, der sich zum Empfange des Prinzen nach Loͤwen begeben hatte, gestern fruͤh um 10 Uhr hier angekommen und in dem Hotel der Portugiesischen Gesandt⸗ schaft abgestiegen, wo eine Ehrenwache aufgestellt war. Der Prinz empfing nach einander die Offiziere der Garnison, die hoͤchsten Civil⸗- und Militair⸗Behoͤrden, die Hofstaats⸗Beamten, den Englischen Gesandten, den Marquis von Bassano u. s. w. um 1 Uhr fuhr der Prinz nebst seinem Gefolge in den Koͤnigl. Wagen nach dem Schlosse, wo er von Ihren Majestaͤten empfangen wurde und eine halbe Stunde verweilte. Um 2 Uhr wurden die Minister von dem Prinzen empfangen und noch viele andere Personen im Laufe des Nachmittags ihm vorge⸗ stellt. Am Abend war Diner beim Koͤnige, wobei der Herzog von Leuchtenberg und die Personen seines Gefolges, ferner der Eng⸗
land werden fuͤr die Wirkungen desselben nicht verantwortlich seyn. lische Gesandte, der Portugiefische Geschͤftstrager, Herr Ameida⸗ Nein, die Un-⸗ 1 8 8 1 “ Hamburg, der Marquis von Bassano, Franzoͤsischer Geschaͤfts⸗
Garrett, der Graf von Varennes, Franzoͤsischer Gesandter in traͤger in Belgien, der Praͤsident des Senats, die Minister, mehrere Senatoren u. s. w. zugegen waren. — Der Prinz wird heute Abend nach Ostende abreisen, um sich nach London einzu⸗ schiffen.
9 Graf von Latour⸗Maubourg, bevollmaͤchtigter Minister Frankreichs, ist vorgestern von hier nach Paris abgereist. In seiner Abwesenheit wird der Marquis von Bassano die Functio⸗ nen eines Geschäͤftstraͤgers versehen.
Zu Anfang des kommenden Monats wird hier ein Paͤpst⸗ licher Gesandter erwartet, doch glaubt man, daß seine Mission eine rein geistliche und keine politische seyn werde, indem der Koͤnig der Belgier bekanntlich noch nicht vom Papst anerkannt worden ist. 1“ Daͤnemarrk.
Kopenhag 7. Jan. Nach der von der Polizei⸗ mer bekannt gemachten General⸗Tabelle uͤber die Interessenten der hiesigen Zuͤnfte, Meister, Gesellen und Lehrburschen, war im vorigen Jahre die Zahl der Meister 3985, der Gesellen 4997 und der Lehrburschen 2632. Zaͤhlt man die festen Arbeiter in den Zuͤnften, und die Knechte, die in den 45 Brauereien ge⸗ braucht werden, (237) hinzu, so ist die Gesammtzahl 13,039.
Vom 21. Dezember 1833 bis zum 21. Dezember 1834 sind hier verehelicht 956 Paar; geboren 3608 (1871 Knaben und 1737 Maäͤdchen); gestorben 3273 (1090 Maͤnner, 913 Weiber, 694 Knaben, 576 Maͤdchen.) Es sind also 335 mehr geboren als gestorben. —
Die Staͤnde⸗Versammlung in Roeskilde wird aus 70 theils erwaͤhlten, theils vom Koͤnige berufenen Mitgliedern bestehen. Darunter sind 3 dem Gelehrtenstande Angehoͤrige, 2 Geistliche, 10 Civil⸗Beamte, 27 Gutsbesitzer und sogenannte Proprietatre, 4 Prokuratoren, 7 Kaufleute, 8 sonstige gewerbtreibende Buͤr⸗ ger, und 9 kleinere Landbesitzer.
Wie die Kjoͤbenhavns⸗Post berichtet, fand die Eingabe der Anklage gegen den Professor David am 30. Dezember statt. Aus der Fassung der Vorladung, worin die 3 erwaͤhnten Arti⸗ kel des „Faͤdreneland“ nur als besonders strafbar bezeichnet zu werden scheinen, will man schließen, daß die Anklage nicht bloß gegen diese Artikel, sondern gegen das ganze Blatt gerichtet sey. Eine Bestaͤtigung dieser Ansicht glaubt die Ksoͤbenhavns⸗Post, auch in dem Umstande zu finden, daß der Professor von seinem Amte als Lehrer an der Universitaͤt und der Hochschule suspen⸗ dirt worden sey.
CSDern and.
Muͤnchen, 8. Jan. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben am Neujahrstage zehn neue Pensionen zu 300 Fl. zur Erziehung von Soͤhnen und Toͤchtern der Ritter des Civil⸗Verdienst⸗Or⸗ dens der Bayerschen Krone mit der Stiftung dieses Ordens verbunden.
Stuttgart, 10. Jan. (Schw. Merk.) Der Deutsche Kurier vom 9ten d. M. spricht von einem in gewissen Zirkeln umlaufenden Geruͤcht, das die Aufloͤsung unserer Staͤnde⸗Ver⸗
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sammlung in Aussicht stelle. Wir glauben dieses Geraͤcht, de sen Entstehung, bei gaͤnzlichem Mangel irgend eines äaͤuperen Anlasses und widersprechenden positiven Thatsachen, unwilltn. lich die Vermuthung unreiner Triebfedern erregt, aufs Bestimm⸗ teste fuͤr grundlos erklaͤren zu muͤssen.
Luxemburg, 7. Jan. Das hiesige Journal enthzte folgenden Artikel: „Se. Majestaͤt der Koͤnig Großherzog hat aufs neue seine Milde dadurch berhaͤtigt, daß er den Advoka⸗ ten Fendius in alle seine Buͤrgerrechte wieder eingesetzt und ihm gestattet hat, nach Ablegung eines neuen Eides, wie fruͤher seine Geschaͤfte bei den Gerichtshoͤfen zu betreiben. Umsere Landsleute wissen, daß Herr Fendius sich der Revolutions⸗Par, tei angeschlossen und in dem Kongreß der Belgischen Repräsen tanten gesessen hat; da er indeß, als aufgeklaͤrter Mann, hagh die Mittel, welcher die Unruhstifter sich bedienten, um an Geist des Volkes zu verfuͤhren, die oͤffentlichen Institutioneng verdrehen und sich in der Anarchie zu bereichern, nach ihre wahren Werthe schaͤtzen lernte, so kehrte er, mit Erlaubniß e Souverains, in seine Geburtsstadt zuruͤck und erwarta dort die Folgen des Koͤniglichen Wohlwollens in Bennf seiner kuͤnftigen Stellung. Dieses Wohlwollen, welche das Hinderniß hinwegraͤumt, das einen Rechtsgelehrta dem ein politischer Irrihum die seinen Talenten und persoͤnliche Eigenschaften gezollte Achtung nicht rauben konnte, von den Jhe⸗ ren unserer Stadt entfernt hielt, ist fuͤr alle Luxemburger en kostbares Pfand der Gesinnungen des Monarchen, seiner Nach sicht und seines Wunsches fuͤr eine Versoͤhnung der Gemuͤther,
Portugal.
Lissabon, 26. Dezember. Die Sitzungen der ah ßerordentlichen Cortes sind geschlossen worden, und in der Ne⸗ welche die junge Koͤnigin bei dieser Veranlassung ablas, wut denselben ganz unumwunden der Vorwurf ausgesprochen, d sie die wichtigsten Berathungs⸗Gegenstaͤnde vernachlaͤssigt haͤtm und die Hoffnung ausgedruͤckt, daß sie kuͤnftig mehr Eifer se das oͤffentliche Beste zeigen, und die Nation guͤnstigere Resulta von der Weisheit und Ausdauer ihrer Repraͤsentanten aͤrnde wuͤrde. — Eine solche Erklaͤrung der ausuͤbenden Gewalt ist verlaͤssig ein sehr ernster Schritt, und die Folge wird lehren, die Kammern von der ihnen so unumwunden ertheilten Lectit profitiren werden, oder ob nicht etwa daraus nur eine vermehn. Gereiztheit von Seiten derselben entstehen duͤrfte. — Der unbefangn Beobachter muß allerdings einraͤumen, daß der von der Regierungg gen die Cortes ausgesprochene Vorwurf keinesweges unbegruͤne ist, und daß im allgemeinen eine alles Maß uͤberschreitende Redseligke verbunden mit einem leidenschaftlichen Reactions⸗Geiste, gene die bestegte Partei einerseits und einem Systeme von Persth lichkeiten gegen die die Regierung bildende Maͤnner andererseit ihre Verhandlungen charakterisirte. Und diese Erscheinung uͤhm rascht eben nicht, wenn man die den Portugiesen eigenthuͤmlihe Neigung zu persoͤnlichen Intriguen in Betracht zieht, und dam ben erwaͤgt, daß, waͤhrend der Emigration, unter der jetzt he schenden Partei, wie das im Ungluͤcke gewoͤhnlich der Fall ist schroffe Parteiungen und bittere Feindschaften entstanden, um manche Hoffnungen und Anspruͤche nach dem Siege unheft digt bleiben mußten. Ob uͤbrigens von Seiten der Regierumg nicht auch manches geschehen ist, was zur Vermehrung der Ee— reiztheit der Opposition beitragen konnte, muß dahingestellt bfe⸗ ben. Indem dieselbe den bekannten Obersten Pizarro sofmt nach Dom Pedro's Tode nicht allein in Freiheit, sondem auch in seinen Militair⸗Grad wieder einsetzte, sche K selbst anzuerkennen, daß die Verhaftung und Verfolbhung dieses Individuums nicht eine durchaus legale Handtung gewesen sey. Die Regicrungs⸗Zeitung selbst beklagt sich ülcc die Unpopularitaͤt des Herzogs von Palmella und sucht zu the weisen, wie ungerecht die Gesinnung des Publikums gegen die sen ausgezeichneten Staatsmann sey. Der unbefangene Beu achter wird gewiß die Ueberzeugung von dieser Ungerechtigte theilen; thaͤte aber, da selbige nun einmal vorhanden ist, der wiß um seine Sache sehr verdiente Herzog nicht besser darmn etwas sparsamer mit den auf seine saͤmmtliche nahe wie en fernte maͤnnliche und weibliche Verwandte gehaͤuften Gunste zeigungen zu Werke zu gehen? In der Mitte eines heftihe Parteikampfes und in Gegenwart nicht allzu freundlich gesinme Kammern muͤssen die Regierenden vielleicht den Schein zu seh nen und gewisse Neigungen zu zuͤgeln wissen, denen in ruhigen Zeiten eher ein Spielraum gestattet werden kann. Ich habe schon in einem fruͤheren Schreiben die Bemerln gemacht, daß manche Personen hier einen Anstoß an de großen Dotationen nehmen, welche fuͤr die Haͤupter siegreichen Partei in einem Augenblicke in Antrag gebracht vei den, wo die Regierung das Vorhandenseyn eines furchtbar Deficits eingestand; wo Mangel an Bezahlung selbst der fin den Truppen so oft Meutereien unter selbigen hervorrief; im Innern des Landes zum Theil noch ein so graͤnzenloses El in Folge des Buͤrgerkrieges bestand, und wo die Regierung dankbar patriotische Gaben zur Deckung der Staats⸗Beduͤrfus entgegennimmt. Die Civil⸗Liste, wenn man zur Dotation Koͤnigin die Apanagen des Herzogs von Leuchtenberg, der 9e zogin von Braganza und der Infantinnen hinzurechnet, betrll volle 500 Contos jaͤhrlich oder ungefaͤhr ein Eilftel der wirkliten reinen Staats⸗Einnahme, angenommen, daß, was zuverlaͤssig er Fall ist, die jetzige Staats⸗Einnahme nicht diejenige des ziih⸗ res 1827 uͤbersteigt. Allerdings kostete in den friͤhete Jahrhunderten und im Anfange des jetzigen die Heofte tung in Portugal bedeutend mehr, und in dieser Dezl hung liegt gewissermaßen etwas Wahres in den emphal schen Lobspruͤchen, die mitunter der Sparsamkeit des jetzige Hofes gespendet werden. Dessenungeachtet aber waͤre es ve leicht politisch gewesen, unter den jetzigen Umstaͤnden dem 2 spiele Ludwig XVIII. von Frankreich unmittelbar nach dem Jahe 1815 zu folgen, und fuͤr ein Paar Jahre einen Theil der nech malmaͤßigen Civil⸗Liste dem Staatsbeduͤrfnisse zum Opfer bringen. Es wuͤrden dadurch die aͤrgerlichen Diskussionen! der Deputirten⸗Kammer bei Gelegenheit der Festsetzung der vil⸗Liste, so wie die Einfluͤsterung der Uebelgesinnten vermiede worden seyn, daß jene Ermahnungen zur Sparsamkeit wesentll mit zu der gereizten Sprache in der Koͤnigl. Schlußrede beig tragen haͤtten. — Die Herzogin von Braganza hat in Beg auf ihre eigene Person jenes Verhaͤltniß sehr richtig beurtheil indem sie sogleich den zwanzigsten Theil ihrer Apanage auf ins mer dem Invalidenhause zu Runa uͤberwies, welches Inval den, die unter ihrem verstorbenen Gemahle gefochten, aufzunee bestimmt h; ““ 8D 88
In Triest eingegangene Briefe aus Alexandrien bestath gen die Nachricht vom Ausbruche der Pest in Alexandrien unse dessen Umgebungen. Jede Art von Handels⸗Verkehr geriec.
ploͤtlich in Stockung, ein Theil der Einwohner haite sich 9e