1835 / 18 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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bgeschlossen und unterzeichnet, durch welchen festgesetzt wurde, daß die Franzoͤsische Regierung, um sich von allen Forderungen zu be⸗ freien, welche von den Buͤrgern der Vereinigten Staaten wegen gesetzwidriger Beschlagnahme, Beraubung, Scquestration, Confisca⸗ tion oder Zerstbrung ibrer Schiffe, Ladungen oder andern Eigen⸗ thums gegen sie erhoben wurden, sich verpflichte, eine Summe von 25 illionen Franken an die Vereinigten Staaten zu zahlen, damit dieselbe unter die Betheiligten vertheilt werden moͤchte. Auch wurde von Seiten der Franzoͤsischen Regierung stipulirt, daß diese 25 Millionen Fr. zu Paris in sechs jaͤhrlichen Raten von je 1166,666 Fr. 66 Cent. in die der von der Regierung der Wereinigten Staaten dazu autorisicten Person oder Personen gezahlt werden sollten, und zwar die erste Rate nach Verlauf eines Jahres nach dem Austausch der Ratificationen dieses Vertrages, und die an⸗ deren in Zwischenraͤumen von je einem Jahr nach einander, bis das B“ Ganze abgezahlt waͤre; zu der Summe einer jeden dieser Raten sollten à Ct. Zinsen von derselben so wie von den andern noch un⸗ bezahlt bleibenden Raten hinzugefuͤgt und diese Zinsen von dem Tage des Austausches der Ratificationen an gerechnet werden.“ „Auch wurde von Seiten der Vereinigten Staaten, um von allen Forderungen Frankreichs zu Gunsten seiner Buͤrger vollstaͤn⸗ dig befreit zu seyn, festgesetzt, daß die Summe von 1,500,000 Fr. in 6 jaͤhrlichen Raten an die Franzoͤsische Regierung bezahlt, und zwar von den jaͤhrlichen Summen, welche Frankreich zu zahlen sich verpflichtet hatte, abgezogen, die Zinsen davon aber ebenfalls vom Tage des Austausches der Ratificationen an gerechnet werden soll⸗ ten. Außer dieser Stipulation wurden Frankreich durch folgenden Artikel noch wichtige Vortheile gesichert, naͤmlich: Die Franzöoͤsi⸗ schen Weine sollten, vom Austausch der Ratificationen dieses Tages an, zum Verbrauch in den Staaten der Union unter Zoͤllen zuge⸗ lassen werden, welche folgende Saͤtze fuͤr die Galone, wie selbe jetzt fuͤr Weine in den Vereinigten Staaten im Gcbrauch ist, nicht üͤbersteigen sollten: 6 Cents fuͤr Rothweine in Faͤssern, 10 Cents uͤr weiße Weine in Faͤssern und 22 Cents fuͤr alle Sorten von Weinen in Flaschen. Das zwischen den dergestalt reduzirten Zollen von Franzoͤsischen Weinen, und zwischen den allgemeinen Saͤtzen des am 1. Januar 1820 in Kraft getretenen Tarifs bestehende Verhaͤltniß soll auch dann beibehalten werden, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten es angemessen faͤnde, jene allgemeinen Saͤtze in einem neuen Tarif zu vermindern. Mit Ruͤcksicht auf diese Sti⸗ pulation, welche 10 Jahre lang fuͤr die Vereinigten Staaten bin⸗ dend seyn sollte, verzichtete die Franzoͤsische Regierung auf die For⸗ derungen, welche sie auf Grund des 8. Artikel des Abtretungs Ar⸗ tikels von Louisiana erhoben hatte. Sie verpflichtete sich uͤderdies auf die langfaserige Baumwolle der Vereinigten Staaten, welche nach dem Austausch der Ratificationen dieses Vertrages auf Schif⸗ fen der Vereinigten Staaten oder auf Franzoͤsischen Fahrzeugen von dort direkt nach Frankreich gebracht wuͤrde, dieselben Zoͤlle aufzuer⸗ legen, wie auf die kurzfaserige Baumwolle.“ (Fortsetzung folgt.)

Berlin, 16. Jan. Im Jahr 1833 waren von den Heng⸗ sten der Lind⸗Gestuͤte in der Provinz Schlesien 3082 Stu⸗ ten gedeckt worden, wopon im Jahr 1834 800 Stuten und 821 Hengste, zusammen 1621 Fohlen gefallen sind. Davon hatten bis zum Spaͤt⸗Herbste schon 888 Fohlen das Gestuͤt⸗Brandzei⸗ chen erhalten. Im Jahr 1834 sind wieder 4336 Stuten von Landbeschäͤlern gedeckt worden. Wenn auf den vorjaͤhrigen Re⸗ monte⸗Maͤrkten im Ganzen nur 93 Pferde verkauft wurden, waͤhrend im Jahr 1833 deren 106 weggingen, so liegt der Grund hiervon nicht etwa in einem Ruͤckschritte der Pferdezucht, sondern lediglich darin, daß man bei der Auswahl noch strenger gewesen, als sonst, wie dies auch die zugestandenen hoͤheren Preise, die bis 130 110 ja bis 150 Rthlr. bewilligt worden, beweisen. Im Ganzen zahlte die Koͤnigl. Remonte⸗Kommission 8975 Rthlr. und der Durchschnitts⸗Preis stellte sich auf 96 Rthlr. Von den gekauften Pferden gehoͤrten 47 der Klasse der Gutsbesitzer, 15 den Wirthschafts⸗Beamten und Paͤchtern und 31 dem Rusti⸗ kal⸗Stande an.

Fuͤr Rechnung der Seehandlung ist bei der Stadt Ohlau eine Mahl⸗Muͤhle von 8 Gaͤngen nach Amerrkanischer Art angelegt worden. Vier dieser Gäaͤnge sind bereits in Betrieb.

8 8 Im Laufe des ganzen Jahres 1834 sind in den Hafen zu Swinemuͤnde 838 Schiffe, von zusammen 60,423 Lasten ragfaͤhigkeit, eingegangen. Darunter befanden sich 608 (von 42,077 Lasten) beladen, 209 (16,625 Lasten groß) gebal⸗ lastet, 20 (von 1681 Lasten Groͤße) Nothhafner und 1 Noth⸗ rheder, 40 Lasten groß. Der Nationalitaͤt nach bestanden diese Schiffe in: 94 Daͤnen, 6 Mecklenburgern, 9 Hanseaten, 2 Rus⸗ sen, 13 Schweden, 27 Norwegern, 50 Englaͤndern, 31 Hannove⸗ ranern, 16 Oldenburgern, 50 Niederlaͤndern, 1 Franzosen, 6 Neapolitanern und 533 Preußen. Von letzteren waren 394 (28,892 Lasten groß) beladen, 127 (12,095 Lasten groß) gebal⸗ lastet und 12 (1310 Lasten groß) Nothhafner. Gegen das Jahr 1833 sind 25 Schiffe weniger eingelaufen, d. h. 57 beladene Schiffe und 13 Nothhafner weniger und 44 geballastete Schiffe und 1 Nothrheder mehr. Ausgelaufen sind im genann⸗ ten Jahre 866 Schiffe von zusammen 61,768 Lasten groß; da⸗ von waren 714 (50,472 Lasten groß) beladen, 128 (9335 Lasten groß) geballastet, 23 (1921 Lasten groß) Nothhafner, und 1 Noihrheder von 40 Lasten Groͤße. Der Nationalttaͤt nach liesen aus: 92 Däaͤnische, 8 Mecklenburgische, 9 Hanseatische, 2 Rus⸗ sische, 15 Schwedische, 28 Norwegische, 50 Englische, 30 Han⸗ noversche, 13 Oldenburgische, 52 Niederlaäͤndische, 1 Franzoͤsisches, 6 Neapolltanische und 560 Preußtsche Schiffe, von welchen letz⸗ teren 495 (36,791 Lasten groß) deladen, 50 (5013 Lasten grop) geballastet und 15 (1550 Lasten groß) Nothhafner waren. Ge⸗ gen das Jahr 1833 liefen 1 Nothrheder mehr und 14; beladene, 43 gebalastete Schiffe und 6 Nothhafner weniger, also im Gan⸗ zen 62 Schiffe, weniger aus.

In die Seehaͤfen des Reg. Bez. Stralsund sind im Iahre 1834 eingegangen 645 Schiffe, zusammen von 37,501 Lasten, und ausgegangen 672 Schiffe von zusammen 37,011 La⸗ sten. Gegen das Jahr 1833 liefen 64 Schiffe mehr ein und 16 Schiffe mehr aus. Seewarts wurden 18,399 Wispel Weizen, 10,743 Wispel Roggen, 8839 Wispel Gerste, 3230 Wispel Ha⸗ fer, 1024 Wispel Erbsen, 2917 Wispel Malz, 18,443 Centner Mehl und 86,837 Quart Branntwem versandt. Nach inlaͤndi⸗ schen Haͤfen gingen vermittelst der Binnen⸗Gewaͤsser der Ostsee 5049 Wispel 11 Scheffel Weizen, Roggen, Gerst Erdsen und 2806 Wiepel 22 Scheffel Malz.

Mach dem Wunsche der Kaiserl. Russischen Gesandtschaft

am hiesigen Hofe bringen wir die nachstehende Bekanntmachung hiermit zur oͤffentlichen Kenntniß:

Bekanntmachung.

Der Wilnaschen Gouvernements⸗Liquidati Kommission sind aufs neue vollz aͤndige Nachweisungen uͤt er verschiedene Per⸗ sonen des hiesigen Couvernements zugekomn en, deren bewegli⸗

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ches und unbewegliches Vermoͤgen fuͤr Theilnahme an dem letz⸗ ten Aufruhr definitiv konfiszirt worden ist, und indem sie das Namens⸗Register derselben hier unten beifuͤgt, macht sie, kraft der am 28sten Juni 1832 Allerhoͤchst bestaͤtigten Vorschrift, Fol⸗ gendes hiermit oͤffentlich bekannt: .

1) Daß die Kreditoren der untengenannten ehemaligen Guts⸗ besitzer, ohne den Termin zur Befriedigung ihrer respektiven Forderungen abzuwarten, sofort ihce Anspruͤche dieser Kommis⸗ sion einzureichen haben, und zwar: diejenigen, welche in Ruß⸗ land und dem Koͤnigreich Polen wohnen, innerhalb 6 Monaten; diejenigen aber, welche sich im Auslande befinden, spaͤtestens bin⸗ nen 12 Monaten, gerechnet von dem Tage des Erscheinens der ersten gedruckten Publication in einer der oͤffentlichen Zeitungen beider Hauptstaͤdte, in einer der Warschauer Zeitun⸗ gen oder dem Lithauischen Courier. Wobei noch bemerkt wird, daß nur diejenigen unbestrittenen und nicht durch Pfandrecht gesicherten Schuld⸗Dokumente in die allgemeine Schulden⸗Masse, als zur Befriedigung geeignet, aufgenommen werden koͤnnen, welche bis zum Anfange des Aufruhrs in Rußland ausgefertigt worden sind; diejenigen aber, welche im Koͤnigreich Polen oder im Auslande kontrahirt wurden, werden gaͤnzlich abgewiesen werden.

2) Haben seowohl Privat⸗Personen als Kirchen, Kloͤster, Lehr- und Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten, so wie die Collegia allge⸗ gemeiner Fuͤrsorge, ihre Anforderungen an gedachtes konfiszirtes Vermoͤgen innerhalb 6 Monaten anzumelden.

3) Die Schuldner der untengenannten Personen, deren Zah⸗ lungs⸗Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, haben sofort die schuldige Zahlung zu leisten, die Uebrigen aber binnen dem festgesetzten Termin von 6 Monaten ihre Schuldverpflichtung dieser Kommission anzuzeigen.

4) Allen denjenigen, welche von gedachten Personen beweg⸗ liches Vermoͤgen, Kapitalien oder was immer fuͤr Dokumente

oder sonst denselben zugehoͤrige Kredit⸗Billete und Obligationen

in Haͤnden haben, sollen solche saͤmmtlich in dem Zeitraum von

6 Monaten ebenfalls dieser Kommission einreichen, und derselben

zugleich von allen auf selchen Guͤtern zu Gunsten der fruͤheren Eigenthuͤmer haftenden Gerechtsamen Anzeige machen.

5) Die Gouvernements Confiscatione⸗Kommissionen, die Ka⸗ merailhoͤfe und uͤbrigen Behoͤrden und Obrigkeiten haben in glei⸗ chem Zeitraum von 6 Monaten dieser Kommission zu berichten von allen ihnen bekannt gewordenen Schulden der fruͤheren Be⸗ sitzer solcher konfiszirten Guͤter, von den von ihnen erwirkten Zahlungen und noch zu erhebenden Geldern, so wie von deren Forderungen an verschiedene Privat⸗Personen und Behoͤrden, deren beweglichem und unbeweglechem Vermoͤgen, ihnen zugehoͤ⸗ rigen Kredit⸗Billets und Obligatonen, und von ihren etwanigen Nutzungs⸗Rechten auf Kron⸗ oder Privat⸗Guͤter.

6) Die Gerichts⸗Behoͤrden sellen ungesaͤumt von allen bei ihnen wegen Schuld⸗Forderungen an die gedachten Personen anhaͤngigen Prozessen Anzeige machen, so wie von den angemel⸗ deten Forderungen derselben an Prwat Personen oder Behoͤrden, mit Bemerkung des wahrscheinlichen Belaufs, und der Doku⸗ mente, auf welchen sie beruhen.

7) Diejenigen, welche den ebengenannten Verpflichtungen nicht nachkommen, setzen sich allen den Folgen und der Verant⸗ wortung aus, welche durch die allgemeinen Gesetze des Reichs fuͤr die zum Publications⸗Termin unterlassene Anmeldung der Schuldforderungen an zahlungsunfaͤhige, nicht zum Handels⸗ stande gehoͤrige Personen, so wie gleichmaͤßig fuͤr Verheimlichung denselben zustehender Geldzahlungen, Vermoͤgen, Kapitalien und Dokumente, festgesetzt sind.

Namens⸗Register

derjenigen Personen des Wilnaer Gouvernements, deren bewegliches und unbewegliches Vermoͤgen defi⸗ nitiv konfiszirt worden ist.

Byszynski, Johann, aus dem Dorfe Migule im Wilnaer Gou⸗ vernement.

Beynarowicz, Joseph, Edelmann aus dem Wilkomirschen Kreise.

Grzymaylo (Taufname und Geburtsort unbekannt), Offizier der gewesenen Polnischen Armee.

Kolesinski, Benedikt, Edelmann aus dem Rosstenschen Kreise.

Labuolz, Onuphry, Geistlicher des Swienclanschen Kirchspiels.

Ostrowski, Franz, Edelmann aus dem Schawelschen Kreise.

Sawicki, Ferdinand, Michaels Sohn, Student der ehemaligen Universitaͤt in Wilna.

Strebeyko, Joseph, Edelmann des Rowner Kreises.

Stachowski, Al⸗xander, Edelmann aus dem Wilnaer Kreise.

Auf Verfuͤgung der Liquidations⸗Kommission, den 30. Ok⸗ tobir 1834.

Das Mitglied der Kommission, Hofrath Bialocki. Der stellvertretende Secretair, Gabriel Ostrowski.

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Vierter Jahres⸗Bericht der Hufelandschen Stif⸗ tung zur Unterstuͤtzung nothleidender Aerzte.

„Diie Stiftung gedeihet! Die Einnahme im Jahre 1834 belief sich auf 9195 Rthlr. 24 Sgr. 6 Pf., worunter 510 Rthlr. Zinsen und 4900 Rthlr. von dem Verein zur Einrichtung der Jubel⸗Feier des Herrn Staatsrarhs Hufeland. Ausgegeben wureden 2353 Rthlr. 25 Sgr. 6 Pf., wovon 20904 Rehlr zur Unterstuͤtzung von Sechs und Vierzig huͤlfsbeduͤrftigen Aerzten, von denen 13 fortlaufende Pensionen gemeßen, und 340 Rthlr 25 Sgr. 6 Pf. zur Bestreitung der Verwaltungs⸗Kosten verwendet sind, so daß am Schlusse des verflossenen Jahres der Kassen Bestand 17,550 Rthlr. in Staats⸗Pa⸗ pieren und 489 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf. in Courant betrug.

Moͤge die bisherige Theilnahme einer Anstalt verbleiben, deren wohlthaͤtiges Wirken desonders im vergangenen Jahre recht lebhaft empfunden wurde, in welchem so mancher Kunstgenosse von plötzlich einvrechendem Ungluͤck, namentlich von Brandschaͤden, heimgesucht ist, und Huͤlfe in der Noth gefunden hat! 8

Das Direktorium der Hufelandschen Stiftung zur Unterstuͤtzung nothleidender Aerzte.

Barez, Hufeland, Klug, Truͤstedt, v. Wiebel.

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmitt. Abends ]1 Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

334,0 3 var. 8342 » Par. 3340,3 2 Par Quellwärme 7,1 °R. 58 18 5,28 Flußwärme 0,6 °R. 83 pCt. 68 pCt. 82 v Ct. [Zodenwärme 1, 9 °R. halbheiter. heiter. halbbeiter. zusdüast. 0,08 6‧Rh. bkiecderschlag 0.

1835. 15. Januar.

Luftdruck. Lustwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter..

SW. SW. SW.

1 Koͤnigliche

8 Berliner Börse. Den 16. Januar 1835.

Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Conr. ———— —y——V [Zf EriefsGeld] [Zlhrigf toa-, St.-Sechuld-Sch. 4 100 ½ (100 [Ostpr. Pfandbr. A [101¾ sicC. Pr. Engl. Obl. 30. 97 96 ½ [Lomm. do. 106 ½ Priim. Sch. d. Seeh. 62 ½¼ 61 ¾ Kur- u. Neum. do. 166 ½ Kurm. Obl. m. l. C. ½ 100 99 ½ [Schlesische do. Neum. Int. Sch. do. 99 ¾˖ [kst. C. d. K.- u. N. Berl. Stadt-Obl. 100 ½ 99 [Z.⸗-Sch. d. K.-u. N. Königsb. do. 98 ½ Elbing. do. 9 ½2 Danz. do. in Th. 8 38 ½ Westpr. Pfandbr. 102 101 ¼ Grosshz. Pos. do. 102 ¾

4 4 g.

Holl. vollw. Duk.

Neue do. Friedrichsd'oor.. Disconto

83—

v*Ergn’nnne

Auswürtige Börsen.

Amsterdaum, 11. Januar. 1

Niederl. wirkl. Schuld 54Abz. 59 10017. Kanz-BIl. 25. Son 58 45 ⅞. Cortes 43 .

Antwerpen, 10. Januar. Span. 589 S. 38 27. Guebhard 44 ½. do. Coup. 25. Belg. 97 ¾

Frankfurt a. M., 13. Januar.

5 9 Metall. 101 1,( ½. 48 921 % 92 ½. 22½ 8 5 ½. ¹. Bank--Actien 1558. 1556. Part.-Oblig. 139 J129 Loose zu 100 G. 215 ½. G. Preuss. Präm.-Sch. 62. 61 ¾. do. Anl. 95 ¼. 95. Holl. 5 ½ 0bsig. v. 1832 97 ¼ 97 ½. Polu. Loose 7) 70. 5 3 Span. Rente 43 ¾. 43 ½. 38 4do. perp. 26 ¼ 26.

Faris, 10. Januar. 58% Rente pr. compt. 107. 15. fin cour. 107. 40. 38 pr. ong. 77. 5 tin cour. 77. 25. 58 Neap. pr. compt. 93. 70. fn ca- 93. 95. 53% Span. Rente 44. 3 do. 27 ¾. Cortes 42 ¾, Ag Span. Schuld 15 ½, 2 ½ 8 Holl. 54. 50.

Zinsl. 15 ½. Con⸗

43.

Oesterr. 1% 23 ⅝˖ 238.

Schauspiele.

Sonnabend, 17. Jan. Im Opernhause: Wohnungm

vermiethen, komisches Gemaͤlde in 5 Rahmen, von L. Ange

Der reisende Student, musikalisches Quodlibet 2 Abth.

Im Schauspielhause: 1) La premieère représentation Arwed, ou: Les Représailles (épisodle de la guerre d'amgh quec), drame-vandeville nouveau en 2 actes, par MM. Etiem et Varin. 2) Le mari de la veuve, comédie en 1 acle en prose, du théàtre françgais, par Mad. Gay.

Sonntag, 18. Jan. Im Opernhause: Oberon, Koͤnig Elfen, romantische Feen⸗Oper in 3 Abth., mit Ballets. M von C. M. v. Weber. .

Zu dieser Vorstellung werden Opernhaus⸗Billets, mit M. tag bezeichnet, zu folgenden Preisen verkauft: Ein Platz in Logen des ersten Ranges 1 Rihlr. 10 Sgr. ꝛc.

Billets⸗Verkaufs⸗Buͤrenu gegen Billets zur Oper Oberon umtn schen, oder den gezahlten Betrag zuruͤckempfangen zu lassen.

Im Schausptelhause: Mulier taceat in ecclesia, oder: I kluge Koͤnigin, historische Tragoͤdie in 3 Abth., von E. N. pach. (Mad. Crelinger: Katharine.) ierauf: Die Lolterd Listen, Lustspiel in 2 Abth., von E. G. Klaͤhr.

Montag, 19. Jan. Im Schauspielhause: Der Kau⸗ merdiener, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Zum erstenmale ne derholt: Der Kardinal und der Jesuit, historische Tragi⸗Komzdi in 4 Aufzuͤgen, von E. Raupach.

Dienstag, 20. Jan. Im Opernhause: Die Braut, Oy in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Auber.

Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.

In Potsdam. Des Malers Meisterstuͤck, Lustspiel in 2 Abl von Frau von Weißenthurn. Hierauf: Solotanz. Und: z1 erstenmale: Der Schreckschuß, Posse in 1 Akt, nach Bayard

Laurence, von L. Angely. 18 Keo„ↄOzoͤnigstaͤdtisches Theater. 8 Sonnabend, 17. Jan. Zum erstenmale wiederholt: Lesti oder: Intrigue und Liebe, Oper in 4 Akten, von Scribe. M von Auber. Fuͤr die Deutsche Buͤhne bearbeitet vom Freihen von Lichtenstein. (Die neuen Decorationen sind von Herrn bh tonio Sacchetti gemalt. Die Kostuͤme sind neu.) Sonntag, 18. Jan. Der boͤse Geist Lumpacivagabult oder: Das liederliche Kleeblatt, Zauberposse mit Gesang in 3 M. Montaa, 19. Jan. Die Familien Capuleti und Mont Oper in 4 Akten. Musik von Bellini. Dienstag, 20. Jan. Das Koͤnigreich der Weiber,¹ Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Genee. Vorher: A B C, Posse in 2 Akten, von Kettel.

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Markt⸗Preise vom Getralde.

. ““ Berlin, den 15. Januar 1835. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 N 17 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf, auch 18 6 Sgr. 3 Pf.; große Gerste 1 Rtblr. 6 Sgr. 3 Pf., auch 1 R. 2 Sgr; kleine Gerste 1 Rtblr. 8 Sgr., auch 27 Sgr. 6 Pf; 9. 25 Sgr., auch 20 Sgr.; Linsen 3 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf. Eingeh gen sind 611 Wispel 20 Scheffel.

Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr., auch 1 Rtble Sgr. und 1 Rthlr. 16 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 15 60 auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf: große Gerste 1 Rthlr. 6 Sar. 30 auch 1 Rthlr. 5 Sgr.; Hafer 22 Sar 6 Pf.; Erbsen 1 Rthli Sar, (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf. Eingegangen 1089 Wispel 19 Scheffel.

Mittwoch, den 14. Januar 1835.

Das Schock Stroh 7 Rthlr., auch 5 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pft

Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. Branntwein⸗Preise vom 9 bis 15. Januar 1835. . 1

Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 402 Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: . Branntwein 26 Rthlr., auch 25 Rihlr. 22 Sgr. 6 Pf.;; Karti Branntwein 24 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf, auch 24 Rthlr.

Kartoffel Preise vom 8. bis 14. Januar 1835.

Es wird ersucht, die zur Oper Cortez gekauften Billets‚

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Amtliche Nachrichten Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den General⸗Intendanten der Museen und Kammerherrn Grafen von Bruͤhl zum Wirk⸗ ichen g gxen Rathe mit dem Praͤdikate „Excellenz“ zu er⸗ ennen geruht.

Des Königs Majestaͤt haben die auf den Praͤsidenten und General⸗Kommissarius Freiherrn von Schroͤtter gefallene Wahl zum zweiten General⸗Landschafts⸗Rath bei der Westpreu⸗ Fischen General⸗Landschafts⸗Direction zu Marienwerder Aller⸗ gnaͤdigst zu bestaͤtigen geruht.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bisherigen Landgerichts⸗ Rath von Schiller zum Rath beim Appellations⸗Gerichtshofe u Koͤln Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bei dem hiesigen Vor⸗ nundschaftsgericht angestellten Secretair Wilhelmi zum H

ath zu ernennen geruht.

Bei der am 15ten und 16ten d. M. geschehenen Ziehung er 1sten Klasse 71ster Koͤnigl. Klassen Lotterie siel der Haupt⸗ Gewinn von 5000 Rthlr. auf Nr. 68,284; 2 Gewinne zu 200 Rthlr. fielen auf Nr. 9212 und 13,869; 3 Gewinne zu 900 Rthlr. auf Nr. 1790. 20,729 und 38,749; 4 Gewinne zu 00 Rthlr. auf Nr. 25,005. 48,289. 66,436 und 109,957; 5 Ge⸗ g1-- Rthlr. auf Nr. 14,451. 33,959. 42,481. 53,530 ind 81,642.

Der Anfang der Ziehung Lter Klasse dieser Lotterie ist auf

en 12. Februar d. J. festgesetzt. Berlin, den 17. Januar 1835. Koͤnigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Direction.

Zeitungs⸗Rachrichte Auslansd. Rußland.

St. Petersburg, 10. Jan. Am ersten Weihnachtsfeier⸗

age alten Styls (6. Jan.), welches zugleich der Jahrestag der Pefreiung Rußlands von dem feindlichen Einbruche im Jahre 812 ist, wurde in der Hof⸗Kathedrale des Winter⸗Palais in Gegenwart IJJ. MM. des Kaisers und der Kaiserin, IJ. KK. 9H. des Thronfolgers Cesarewitsch und der Großfuͤrstinnen Maria und Olga Nikolajewna, so wie auch Sr. Durchlaucht hes Prinzen Peter von Oldenburg, Gottesdienst gehalten. Nach Beendigung der Liturgie wurde vom Metropoliten Seraphim nd den Mitgliedern des heiligen Synods ein Dankgebet mit Nniebeugung verrichtet. Demnaͤchst war Parade in den Saͤlen es Winter⸗Palais und in der Portrait⸗Gallerie der Russischen Generale, wesche an dem Kriege von 1812, 1813 und 1814 Theil hahmen. Diese von Sr. K. Hoh. dem Großfuͤrsten Michail Paw⸗ switsch kommandirte Parade bestand vorzugsweise aus solchen In⸗ ividuen, welche die Medaillen zum Gedaͤchtniß des Jahres 1812 der fuͤr die Einnahme von Paris besitzen, mit Hinzufuͤgung kon Rittern des Militair⸗Ordens. Die demgemaͤß aus den ver⸗ chiedenen Garde⸗Regimentern ausgewaͤhlten Krieger waren in der Portrait⸗Gallerie, dem großen Saale, dem Vorsaale, dem eldmarschalls⸗Saale und dem weißen Saale vertheilt. Um alb 11 Uhr verkuͤndete die Musik aller Regimenter die Ankunft Dr. Majestaͤt des Kaisers. Der Monarch geruhte, die Reihen er Truppen zu durchgehen und dieselben zu begruͤßen. Um 1 Uhr begaben sich IJ. MM. der Kaiser und die Kaiserin ndie Kirche, bei welcher Gelegenheit die Truppen Ihnen auf hie gewoͤhnliche Weise die Honneurs machten. Nach Beendi⸗ zung des Gottesdienstes in der Hof⸗Kirche begaben sich Ihre Majestaͤten, der. Geistlichkeit folgend, durch das Apparte⸗ nent der Staatsdamen und den weißen Saal in die Portrait⸗ Gallerie, wobei die im weißen Saale aufgestellten Truppen bermals und mit Musik⸗ Begleitung die Honneurs machten. In der Portrait⸗Gallerie, wo die Individuen, welche an dem riege von 1812, 1813 und 1814 Theil genommen hatten, ver⸗ ammest waren, wurden fuͤrs Wohl des ganzen Kaiserhauses wie kuch des Russischen Heeres und zum Gedaͤchtniß des in Gott uhenden Kaisers Alexanders l. Gebete gehalten. Se. Maj. der Kaiser hähm hierauf alle Truppen, deren Fahnen und Standarten vom detropoliten mit Weihwasser besprengt wurden, in hohen Au⸗ enschein, und geruhte, demselben Seine Allerhoͤchste Erkenntlich⸗ hei an den Tag zu legen, worauf Se. Majestaͤt sich in Seine ppartements zuruͤckzog. Die Ceremonie waͤhrte bis nach 1 Uhr achmittags. Abends war die Stadt erleuchtet. Die Fuͤrstin A. Wolchonsky, Ehrendame Ihrer Maj. der aiserin und Dame des Katharinen⸗Ordens erster Klasse, ist am tt d. M. zum allgemeinen Bedauern ihrer Familie sowohl, s des Kaiserlichen Hofes, nach vollendetem 78sten Lebensjahre, it Tode gbgegangen. Die Verstorbene war eine Tochter des Feldömarschalls Fuͤrsten Repnin, und hatte bereits im vorigen Win⸗

er einen so heftigen Krankheits⸗Anfall, daß sie seitdem ihren d nur noch ih—

unctionen bei Hofe nicht mehr nachkommen un smn Hange zur Wohlthaͤtigkeit folgen konnte. 11“A“ Warschau, 13. Januar. Se. Majestaͤt der Kaiser haben im Capitain des Aten Chasseur⸗Regiments der ehemaligen Pol⸗ Andreas eg. aus Ne auf seine zwei⸗ igjaͤhrigen treuen Dienste eine lebenslaͤngliche Pension en 2900 Fl. bewilligt. . Durchlaucht der Fuͤrst von Warschau hat der hiesigen 1 gkeits⸗Gesellschaft ein Geschenk von 5000 Fl. uͤber⸗ n t, die den von fruͤheren Wohlthaͤtern geschenkten Fonds haftsfäͤgt wurden. Eine Deputation der genannten Gesell⸗ t stattete Sr. Durchlaucht am 9ten d. dafuͤr, so wie fuͤr den

ersetzt ihn interimistisch.

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utag den 18ten

der Fuͤrst diesem Institut verleiht, den schuldigen

Fankereich.

Paris, 10. Jan. Das Wahl⸗Kollegium zu Pont⸗Rous⸗ seau im Dept. der niedern Loire hat statt des Herrn J. Laffitte den liberalen Kandidaten Herrn Blanchard zum Depüͤtirten er⸗ nannt. Er erhielt 4 Stimmen mehr als sein Mitbewerber, der legitimistische Kandidat, Herr Laennec (119 gegen 115 Stim⸗ men). Der ministerielle Kandidat hatte bei der zweiten Ab⸗ stimmung nur noch 49 Stimmen.

Im Courrier frangais liest man: „Heute war ziemlich allgemein das Geruͤcht von der Entlassung, oder, wenn man lieber will, von dem Ruͤcktritt des Marschalls Mortier verbreitet. Das Ministerium, gereizt durch die Spaͤße uͤber das Schweigen seines Praͤsidenten in der Deputirten⸗Kammer, hatte den Mar⸗ schall uͤberredet, sich auf die Rednerbuͤhne der Pairs⸗Kammer zu wagen, und man hatte ihm zu diesem Se eine geschrie⸗ bene Rede zur Vorlegung des Gesetz⸗Entwurfes uͤber die Zoͤg⸗ linge in der Militair⸗Schule zu St. Cyr vorbereitet; aber es war dem Marschall unmoͤglich, seine natuͤrliche Schuͤchternheit zu besiegen, und nachdem er der kleinen Anzahl von Gegnern der Regierung, welche sich in der Pairs⸗Kammer befinden, ein Schauspiel gegeben hatte, das man ihnen ohne Nachtheil fuͤr die oͤffentliche Sache haͤtte ersparen koͤnnen, verließ er die Red⸗ nerbuͤhne in Wuth uͤber das, was er eine Mystification der Hrn. Thiers und Persil nannte; und diese, ihrerseits ziemlich bestuͤrzt uͤber das Resultat ihres Versuches, entfernten sich mit der Be— merkung, daß man sich nothwendig nach einem andern Praͤsidenten umsehen muͤsse. Gestern und heute hat dieser Umstand zu vielen Besuchen und Besprechungen Anlaß gegeben. Herr Molé hat Leuten, die mit oder ohne Auftrag zu ihm kamen, zu verstehen gegeben, daß er nicht durchaus abgeneigt sey, den Mar⸗ schall Soult zum Kollegen anzunehmen, und in diesem Augen⸗ blick ist diese Combination die wahrscheinlichste, ich sage, in die⸗ sem Augenblick; denn vielleicht ist in einigen Stunden nicht mehr die Rede davon. So viel ist gewiß, daß der Marschall Mortier nicht allein aus dem Ministerium ausscheiden kann, weil man schwerlich Jemanden finden wird, der allein als Praͤsident in ein Ministerium eintreten wollte, das aus Bestandtheilen zusam⸗ mengesetzt ist, die er nicht kennt. Man sieht nicht gut ein, wie die jetzigen Minister sich in den Wiedereintritt des Marschalls Soult, mit dessen Sturz sie sich laut gebruͤstet haben, fuͤgen koͤnn⸗ ten. Indeß versichern Personen, die heute Morgen mehrere Mitglieder des Kabinettes gesprochen haben, daß Herr Guizot allein ernstlich bedroht sey, indem der Koͤnig seit den letzten Debat⸗ ten in der Deputirten⸗Kammer seiner uͤberdruͤssig geworden. Auch hoͤrt man hin und wieder von vielen sehr ergebenen Doctrinairs bekennen, daß Herr Guizot ganz und gar verbraucht sey. Herr Thiers waͤre alsdann der einzige Mann von politischer und par⸗ lamentarischer Bedeutung im Kabinette.“

Die Piemontesischen Truppen haben einen Kordon an der Franzoͤsischen Graͤnze gebildet. Man vernimmt, daß Koͤnigl. Karabiniere auf einen Reisenden, der mit Gewalt die Graͤnze uͤberschreiten wollte, geschossen und denselben ge⸗ toͤdtet haben.

Aus Toulon schreibt man vom 4. Jan.: „Die Korvette „Diligente“, welche am 26. Dez. von hier abging, begiebt sich nach Tripolis, um Erklaͤrungen megen der Vorfaͤlle in Betreff des unter Franzoͤsischen Schutz gestellten Oesterreichischen Schiffs zu verlangen.

Nach einem Schreiben aus Ainhoa vom 4. Januar stand Zumalacarreguy bei Vittoria und Don Carlos zu Vici in der Gegend von Belluette. Die Junta hat die Richtung nach Sal⸗ dias genommen. Die Insurgenten haben erst am 2ten d. das Dorf Urdach unter der Leitung Sarrasa's und Ibarrola's ver⸗ lassen. Sie waren in der Nacht von der Erscheinung der Chri⸗ stinos benachrichtiget worden, die in zahlreicher Menge nach je⸗ nem Theil der Graͤnze marschirten, um einen Transport Geld, Militair⸗Effekten ꝛc. zu eskortiren. Diese Kolonne ist wirklich am 3. Nachmittags zu Urdach angekommen; sie besteht aus 2 Bataillonen Infanterie und einem Detaschement Reiterei, unter dem Kommando des Obersten Clemente. ein Scharmuͤtzel mit dem 8ten Karlisten⸗Bataillon bei Berrueta. Der ganze Transport wird Ainhos morgen bei Tages⸗Anbruch verlassen. Die Unzulaͤnglichkeit der dem Obersten Elemente bei⸗ gegebenen Truppen machen den Marsch langsam und die Eskor⸗ tirung gefaͤhrlich. Greifen die Insurgenten den Transport nicht an, so waͤre dies ein Beweis ihrer Schwaͤche.

Laut Briefen aus Cadix ist Domingo Vidart, Civil⸗Gou⸗ verneur dieser Stadt, abgesetzt worden, weil die Regierung an⸗ erkannt hat, daß sein gehaͤssiges Verfahren die Unruhen vom 19. und 20. November v. J. veranlaßt hatte. Herr Villalba

Gesundheits⸗

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Bruͤssel, 11. Jan. Der durch die Pluͤnderungen und Verwuͤstungen im April zu Bruͤssel verursachte Schaden ist nun bekannt; er wird auf jätjzre Mill. Fr. geschaͤtzt, eine Summe, deren Zahlung man von der Stadt fordert, waͤhrend ihr Finanz⸗ Zustand ihr nicht gestattet, die Reklamanten zu befriedigen. Die staͤdtische Behoͤrde behauptet uͤbrigens, daß es nicht in ih⸗ rer Gewalt gestanden habe, die Unordnungen, deren Schauplatz die Hauptstadt war, zu verhindern; daß es die Pflicht der Re⸗ gierung gewesen sey, dies zu thun, und daß diese mithin es uͤber⸗ nehmen muͤsse, die Entschaͤdigung zu zahlen; aber die Regierung weigert sich bestimmt, etwas in dieser Hinsicht zu verguͤten. So stehen die Sachen in Betreff der Verwuͤstungen. Der Stadt⸗ rath war in einer seiner letzten Versammlungen mit dieser An⸗ gelegenheit beschaͤftigt. Eines der Mitglieder druͤckte die Mei⸗ nung aus, daß die Regierung, weil sie die Unordnungen nicht habe verhindern koͤnnen, die Folgen derselben tragen, und man zu diesem Ende vorschlagen muͤsse, die Grundsteuern zu erhoͤhen, um die Zahlung der geforderten Summen zu leisten.

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Der Nachtrab hatte

Januar

1 Schweden und Norwegen. Coöhristiania, 5. Jan. Die Bank wurde vor einigen Ta- gen um 64,000 Spec. bestohlen, doch ist jetzt schon einer von den Thaͤtern ergriffen worden, bei welchem sich 198 ein Theil der gestohlenen Summe gefunden hat. Der Ergriffene gehoͤrt der geringsten Klasse an. Auffallend ist es, daß man keine Spur eines Einbruchs gefunden hat, ungeachtet das Geld aus der Bank sicherstem und best verwahrtem Keller geno mmen wurde.

Daͤnemark.

KXopenhagen, 10. Jan. (Hamb. Korr.) Der Schleswig⸗ sche Ober⸗Gerichtsrath, Graf Moltke, Deputirter der Stadt Schleswig, der Daͤnische Lagations⸗Secretair Loͤvenoͤrn am Ber⸗ liner Hose, der Divisions Chirurg, Dr. Winkler, und der Kauf⸗ mann und Dichter Garbrecht sind zu Rittern des Dannebrog⸗ Ordens ernannt.

Der Zustand der hiesigen Armenschulen hat in der spaͤtrrn

Zeit zu vielfachen gegruͤndeten Klagen Veranlassung gegeben, so daß die Regierung, zunaͤchst durch eine sehr talentvolle Schrift eines hochgeachteten Mannes, des Predigers Gad, veranlaßt, sich v. gefunden, zu deren Untersuchung eine Kommission an⸗ zuordnen.

Aus dem Berichte des hiesigen Armen⸗Wesens ersieht man, daß im verflossenen Jahre 40,000 Rthlr. von den Schulden des Armen⸗Wesens abgezahlt sind, so wie eine Herabsetzung der Abgaben um 30,000 Rthlr. vorgeschlagen wird. Man hat so⸗ mit Hoffnung, daß diese druͤckende Abgabe, die vor einigen Jahren auf eine ganz unbegreifliche Weise heranwuchs, nach und nach wieder auf ihren gewoͤhnlichen, Fuß zuruͤckgebracht werden duͤrfte. In dieser Beziehung ent⸗ haͤlt eine der letzten Nummern des Faͤdrenelandet einen le⸗ senswerthen Artikel, worin noch bezweifelt wird, daß die voll⸗ kommenste Oeffentlichkeit der Verwaltung dieses wichtigen Zwei⸗ ges stets versprochen, aber niemals ganz, und oft und das in eben den Perioden, worin die Kapitalien und Legate des Ar⸗ men⸗Wesens verschwanden, oder die Abgabe ungewoͤhnlich ge⸗ stiegen gar nicht erfuͤllt ist. [VP

Deutschland.

Hannover, 14. Jan. Die am 17. September 1834 ver⸗ tagten beiden Kammern der Staͤnde⸗Versammlung sind am heu⸗ tigen Tage hierselbst wieder zusammengetreten.

Die Koͤnigliche Landdrostei zu Osnabruͤck hat unterm 2ten v. M. Folgendes bekannt gemacht: „In Folge der zwischen dem diesseitigen Gouvernement und der Koͤnigl. Preußischen Regie⸗ rung stattfindenden Verhandlungen uͤber die Abtretung der Rei⸗ ninger Chaussee⸗Strecke zwischen Bohmte und Lemfoͤrde ist von der letzteren vorerst die Befreiung der transitirenden Guͤter von Entrichtung der Durchgangs⸗Abgabe, so wie von jeder gezwun⸗ genen Anmeldung und Revision gestattet, jedoch einstweilen noch unter der Bedingung, daß die auf gedachter Wegestrecke zu tran⸗ sitirenden Guͤter direkt, ohne Aufenthalt und Veraͤnderung der Ladung, uͤber die Preußische Landes⸗Graͤnze gebracht werden Wir bringen Vorstehendes hiermit zur Vorbeugung aller Miß⸗ verstaͤndnisse und Streitigkeiten zur oͤffentlichen Kenntniß, und haben sich namentlich die Fuhrleute bei der Durchfuhr durch Reiningen genau nach der obigen Bedingung, bei⸗ Vermeidung der in den Koͤnigl. Preußischen Gesetzen bestimmten Strafen zu richten.“ 3

Hechingen, 1. Jan. (Hannov. Ztg. u der klei Anzahl Deutscher souverainer 88 die die Ein⸗ fuͤhrung einer landstaͤndischen Verfassung als noch zu erwarten angenommen wird, pflegt das Fuͤrstenthum Hohenzollern⸗Hechin⸗ gen gerechnet zu werden, und nachdem der Fuͤrst von Hohenzob lern⸗Sigmaringen die dermalige neue Staats⸗Verfassung im Jahre 1832 eingefuͤhrt hat, wuͤrde Hohenzollern⸗Hechingen der einzige Deutsche Bundes⸗Staat im suͤdlichen Deutschland seyn, der einer staͤndischen Verfassung noch entbehrt. Diese Ansicht ist jedoch eine irrige. Wohl besteht in diesem kleinen Fuͤrsten⸗ thum keine auf den Basen des neuern Repraͤsentativ⸗Systems gegruͤndete oͤffentliche Verfassung; allein die Fuͤrstengewalt ist dessen⸗ ungeachtet keineswegs eine unbedingte. Denn diejenige aͤltere Staats⸗Einrichtung, die vor der Aufloͤsung des Deutschen Reiches in den Grafschaften und Herrschaften des Reichs⸗Adels in Schwa⸗ ben uͤberall gefunden wurde, ist in fortdauernder Wirksamkeit Es bestand hier naͤmlich unter dem Namen der Landschaft eine aus der Wahl der Gemeinden hervorgegangene moralische Per⸗ son, die, wenigstens in Beziehung auf den Kardinalpunkt aller Repraͤsentativ⸗Verfassungen, in Beziehung auf die Ausuͤbung des Steuer⸗Regals, alle wesentlichen Attributionen der heutigen Regx praͤsentativ⸗Staͤnde auszuuͤben hatte, und diese Mitwirkung des Volkes durch seine Vertreter ist bis jetzt immer aufrecht geblieben. Durch den Landes⸗Vergleich von 1788 wurden in der Grafschaft Hohenzollern⸗Hechingen auch die uͤbrigen oͤffentlichen Rechtsver⸗ haͤltnisse zwischen dem Herrn und dem Lande vertragsmaͤßig fest⸗ gesetzt, und was damals unter der Garantie der Reichs⸗Verfassung und der Reichs⸗Gerichte gesichert war, ist es gegenwaͤrtig nicht we⸗ niger durch die schuͤtzende Rechtsmacht des Deutschen Bundes. Den heutigen Stand des oͤffentlichen Rechts in diesem Fuͤrsten⸗ thum ergiebt nachfolgendes sehr merkwuͤrdige Dokument. Wir koͤnnen aus zuverlaͤssiger Quelle versichern, daß der el vuͤrdige Fuͤrst Friedrich von Hohenzollern⸗Hechingen selbst der Verfaster dieser Erklaͤrung an seine Unterthanen ist. Auf die patriaccha⸗ lische Fassung und Haltung dieses, an die besten Zeiten und Zu⸗ staäͤnde des Deutschen Vaterlandes erinnernden Aktenstuͤckes Deutsch⸗Fuͤrstlichen Biedersinnes und Hochherzigei noch beson⸗ ders aufmerksam zu machen, waͤre gewiß uͤberfluͤssig; wohl aber ist eine erfreuliche Pflichterfuͤllung hinzuzufuͤgen, daß eine solche Shhss vom ee eah 8n Herzen ihre in den Deutschen

erschaften nie fehlende Wirkung auch hi nemteerencg be 9 ch hier aufs Vollkon

„Liebe Unterthanen! Nachdem mehrere einde⸗Vorsteher und Buͤrger im Lande eine Bittschrift v ö sie auf eine Umgestaltung unserer hisherigen innern staatsrechtlichen

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ohnehin sehr hohen