7
orstmeister Koppstadt zu Achen. r Ober⸗Forstmeister v. Muͤlmann zu Duͤsseldorf. r Ober⸗Forstmeister Schirmer zu Fhln. r Geheime Archivrath Hoͤfer in Berlin. 8 r Hofmarschall Sr. Koͤniglichen Hoheit des Prinzen Wilhelm (Bruder Sr. Majestaͤt) Major v. Rochow. er Geheime Ober⸗Revisionsrath v. Meusebach in Berlin. z. Der Regierungs⸗Praͤsident Graf v. Arnim in Achen. Der Geheime Ober⸗Rechnungsrath v. Reitzenstein
Gehan
0. Der katholische Pfarrer und Schul⸗Inspektor Mambau zu Drolshagen, Regierungs⸗Bezirk Arnsberg.
Der Geheime Rechnungsrath Paris in Berlin.
2. Der Rechnungsrath Gilow bei der Haupt⸗Bank in Berlin.
3. Der Rendant der Haupt⸗Banko⸗Kasse Luͤdike in Berlin.
Der Geheime Postrath Timme in Berlin.
5. Der Rechnungsrafh Lehmann bei dem General⸗Post⸗Amt.
in
Der Geheime Hofrath und Hof⸗Postmeister Schneider in
Berlin. 7. Der Ober⸗Post⸗Direktor Maurenbrecher zu Duͤsseldorf. Der Post⸗Direktor Gerike in Emmerich. 1 8 Der General⸗Konsul Woͤhrmann zu Riga. 9. Der Landrath van der Straeten zu Gladbach. 3 Der Landtaags⸗Abgeordnete, Fabrikant Boelling zu Gladbach. 2. Der Buͤrgermeister Schwing in Stralsund. 23. Der Secretair des Staats⸗Raths zu Reuchatel, Calamé. a. Der Regierungsrath Klebs in Posen. 25. Der Capitain Baeyer vom Generalstabe. 26. Der Maijor Kurts, Vorstand des lithographischen Instituts. 27. Der Premier⸗Lieutenant v. Seckendorff, vom zosten In⸗ fanterie⸗Regiment. 28. Der Professor Kufahl, von der Ober⸗Militair⸗Examinations⸗ Kommifsston.
Der Reise⸗Postmeister Sr. Majestaͤt des Konigs, Bardt in
Berlin. 1 vIII. Den St. Johanniter⸗Orden⸗ Der Oberst⸗Lientenant v. Maltitz, vom Garde⸗Reserve⸗In⸗ fanterie⸗ (Landwehr⸗) Regiment. Der Mator v. Schack, vom Losten Infanterie⸗Regiment. 5. Der Major v. Bohlen, vom 6ten Kuͤrasster⸗Regiment. 6. Der Rittmeister v. Luͤb bers, vom üten Uhlanen⸗Reatment. 5. Der Rittmeister v. d. Lancken vom 7ten Uhlanen⸗ b. Der Capitain Schach v. Wittenau von der 1sten Artillerie⸗ Brigade Der Secoͤnde⸗Lieutenant v. Kleist a. D., fruͤher im Husaren⸗Regiment. 8 Der Premier⸗Lieutenant v. Moltke vom Generalstabe. Der Kaiserlich Russische Rittmeister v. Kowosilzoff, Abiutant des Gouverneurs von Moskau. 9. Der Hauptmann Graf v. Einsiedel, vom Kaiserlich Oester⸗ reichischen Regiment Herzog von Wellington. 3 Der Kammergerichts⸗Assessor Graf v. Schlieffen. Der Fnds att des Nieder⸗Barnimschen Kreises v. Massow in Berlin. Der Rittmeister v Wuthenow, Unter⸗Direktor der Land⸗ schaft des gesammten Herzogthums Anhalt auf Groß⸗ Paschleben in Anhalt⸗Koͤthen.
12ten
4
Der Hof⸗Jaͤgermeister v Brandenstein, in Hessen⸗H. ur⸗ * 821.Senr hin Hessen⸗Hombur seelen seine Zwecke und Mittel.
gischen Diensten. 5. Der Regierungs⸗Praͤäsident v Nordenflycht zu Marienwerder. Der Geheime Jnstizrath v. Paczenski zu Strehlen. Der Geheime Justiz⸗ und Ober⸗Landesgerichtsrath v. Rochow zu Naumburg. Der Kammerherr und Kreis⸗Deputirte Freiherr v. d. Reck zu Seegefeldt. r Landrath im Kreise Hoyerswerda, v. Goͤt.
bber, auf Gunschwitz. Der Landrath des Kreises Nandom, v. Kbller, zu Stettin. Der Kreis⸗Deputirte Wittenberger Kreises, v. Latorff, auf
Kliechen. Walrabe zu Bochum,
223. Der Kreis⸗Deputirte v. Berswod⸗ Reg. Bez. Arnsberg. 1 Der pensionirte Ober⸗Forstmeister und Gutsbesitzer Freiherr v. Stolzenberg zu Remmersdorf im Kreise Neuwied. 25. Der Hauptimann und Freis⸗Deputirte v. Broesigke
. auf Kammer bei Brandenburg.
Der Kammerherr und Regierungsrath in Herzogl. Sachsen⸗Ko⸗
1 burg⸗Gothaschen Diensten, Moritz v. Haacke. 27. Der Rittmeister v. Gellhorna D. auf Jakovsdorf in Schlesien. 8 Der Hofmarschall des Prinzen Christian von Daͤnemark Koͤnigl. Hoheit, Graf v. Moltke, zu Moltkenburg Der Regierungsratz und Kammerherr in Großherzogl. Olden⸗ burgischen Diensten, v. Luͤtzow. 8 Der Koͤnigl. Saͤchsische Kammeecherr v. Uechtritz in Dresden. 1. Der Herzogl. Anhalt⸗Dessauische Kammerherr v. Behren⸗ horst in Dessau.
IX. Das Allgemeine Ehrenzelchen.
Der Wachtmeister Klose vom Garde⸗Reserve⸗Armee⸗Gendar⸗ merie⸗Kommando.
Der Feldwebel⸗Sergeant Flius von der Garde⸗Unteroffizier⸗
Compagnie.
3 Der Organist und Schullehrer Georgi zu Gramenz bei Neu⸗ Stettin.
Der Lehrer Schreyer zu Muͤcheln, Reg. Bez Merseburg.
2 Der Lehrer Hippauf in Rawich, Neg. Bez Posen. 8
6. Der Gloͤckner Fitzner zu Schmiegel. 88
7. Der Kantor und Oeganist Wiehe zu Wndheim.
6. Der Schullehrer Haverkamp zu Soest.
Der Schullehrer Breve zu Lienen.
Der Kantor und Schullehrer Glockmann zu Perwenitz.
81 ““ 78 “
(Der Kreis⸗Tapator und Gerichtsscholz; W in Schlesien. Der berittene Gendarm Hagemann zu Breslau. Der Gendarmerie⸗Wachtmeister Kirschke zu Ratibor. Der Gendarm Pfeffer zu Bunzlau. 88 Der Gendarmerie⸗Wachtmeister Der staͤdtische Foͤrster Glave bei Garz in Pommern. 3. Der berittene Gendarm Liene mann zu Ueckermuͤnde. Der Gutsbesitzer Rewoldt in Groß⸗Polzin, Der Freischulze Appel in Stresow, Reg. Bez. Stettin.
Reg. Bez. Koͤslin. Zipplitt. Kreise, Jaehnigen.
Delitzsch. Der Gendarm der 4ten Brigade Schultz II. zu Ermoleben 93. Der Kolonus Wulf in Lotte, Kceis Tecklenburg. Der Kolonus Hartmann in Gohfeld, Reg. Bez. Minden. Der Polizeidiener Schering in Geschen, Reg. Bez. Muͤnser.
Ig
DHet Minden. 1
57. Der Schoͤsse Kyll zu Kruft im Kreise Mayen.
58. Der berittene Gendarm Lisdorf zu Siegburg.
Bez. Coblen;. Der Gendarmerie⸗Wachtmeister Junke zu Saarlouis. DHer Steuer⸗Aufseher Durau zu Loebau, Reg. Bez. Marien⸗ werder. Der Waldbereiter Knapp zu Glaͤsendorf, Reg. Bez. Oppeln.
Regiment.
nicht treffender und inhaltreicher bezeichnen, als wenn man es das
soll diese Vaterlandsliebe in großen historischen Erinnerungen, in ehrenvollen Auszeichnungen, in ernsten Verpflichtungen, auf's neue
Vaterland zu leben und zu sterben. 1 1 1 ö Ce nnde ge g 1. die 86 65 Muth, 1 Her Kreis⸗D Oblau schrei⸗ Wohlfahrt und Groͤße des Vaterlandes erwachsen; sie ist in der
er Kreis⸗Deputirte des Ohlauer Kreises, v. Guttschrei Geschichte sein Ruhm und seine Ehre; sie seine Staͤrke in der Ge⸗ genwart; sie seine Hoffnung fuͤr die Zukunft, sie das feste Funda⸗ ment, auf dem das große Ganze ruhet. — .
Alugenblicke bitte ich, diese Gedanken uns klar und wichtig zu
sich im gluͤcklichen Zustande des Wachsthums und einer segensreichen,
Der Gendarm Gernaͤnd von der 7ten Gendarmerie⸗Brigade zu Iserlohn.
2. Der Ober⸗Arbeiter Lagemann bel der Koͤniglichen Muͤnze in
Berlin
Der Landgerichts Schreiber Hochmuth in Pruͤn Der Landgerichts⸗Schreiber Dany zu Schweich. 5. Der Landgerichts⸗Schreiber Stuͤndeck in Ratingen 16. Der Gerichts⸗Vollzieher Beckerath in Krefeld.
7. Der Feriedensgerichts⸗Schreiber Wolters zu Siegburg 18. Der Gerichts⸗Schrelber Johantgen zu Bonn. 19. Der Friedensgerichts⸗Schreiber Brabender in Rheinbach.
0. Der Friedensgerichts⸗Schreiber Binger in St. Johann.
Der Gerichts⸗Vollzieher Heckmann in Achen.
2. Der Gerichts⸗Vollzieher Maaßen in Malmedy. 3. Her Gerichts⸗Vollzieher Windbhoff in Barmen . Der Gerichts⸗Vollzieher Scheuß in Koͤln.
Der Gerichts⸗Vollzieher Grein in Koͤln.
„Der Gerichts⸗Vollzieher Franz in Pruͤmn. ¹J)er Gerichts⸗Vollzieher Kniffler zu Koͤln—
8. Der Botenmeister Langguth zu Brandenburg. Der Stadtgerichts⸗Kastellan Cadet zu Berliin. 30. Der Friedensgerichts⸗Bote Muüller zu Polnisch Lissa.
Der Sö Kugelwaͤchter im Kriegs⸗Ministerium zu
erlin.
„Der Gendarm der 3ten Gendarm.⸗Brig. in Berlin, Langnese. 3. Der Gendarm Kuntz zu Havelberg. 68 34. Der Gendarm Kelbing zu. Driesen.
3. Der berittene Gendarm Rosczechowski zu Graudenz.
Der berittene Gendarm Stoͤrmer zu Stuhm.
7. Der Kreisbote Icente zu Koͤnigsberg in Preußen.
zen sich hochmuͤthig abschließt, so erweitert sich der sogenannte
Der Gerichts⸗Schulze und Gerichts⸗Schreiher Koͤrber zu Kammerswaldau in Schlesien, b
s. Der Gerbermeister Giesecke zu Taterberg in der Altmark. Der Graͤnz⸗Aufseher Weiß zu Altenhagen, Neg. Bez. Minden Der Bruͤckzoll⸗Erheber Cavallier zu Lockstaͤdt, Reg. Bez.
Potsdam. 66. Der Salzwaͤrter Kuba zu Greifswalde. 8 Der Gedinge⸗Bauer Gottfried Richter zu Wendisch⸗ öv. Der Nagelschmidt Beyer in Anklam.
8 eeeaasncneEerMrsek 8 8— gesprochen im Ritter⸗Saale des Koͤniglichen Schlosses bei der Feier des Kroͤnungs⸗ und Ordens⸗Festes den 18. Januar 1835
von dem Bischofe der evangelischen Kirche, Koͤnigl. und Domherrn Dr. Ey lert, “ Ritter des Rochen Adler⸗Ordens 2ter Klasse mit Stern, des Cevil⸗Verdienst⸗Ordens der Bayerischen Krone. Man kann das Kroͤnungs⸗ und Ordens⸗Fest mit einem Worte
Hof⸗Prediger 111““
und
belebende Fest reiner inniger Vaterlandsliebe nennt, denn ihr verdankt es seinen Ursprung und seine Erhaltung, ihre Kraͤfte be⸗ h So oft es wiederkehrt und der Koͤnig Seine Familie und Diener um Seinen Thron versammelt,
geweckt und ihre reine Flamme in unserer Brußt genaͤhrt werden, daß er unerschuͤtterlich feststehe, der heilige Entschluß, fuͤr unser Aus dieser Vaterlandsliebe und
Sich selbst gleich und treu, und in ihrem Pflichtgefuͤhl stets unveraͤnderlich dieselbe, gestaltet sich die Vaterlandsliebe doch nach der Beschaffenheit, den Fortschruten und Beduͤrfnissen der Zeit, und wenn sie die Wohlthaten und Beguͤnstigungen derselben dankbar annemmt und weise benutzt, so ist sie eben so sehr auf der Huth, gegen ihre Versuchungen und Gefahren. Diese Ver⸗ suchungen und Gefahren liegen aber klar am Tage, sie sind: „ein engherziger National⸗Stolz auf der einen, und ein
flacher Kosmopolitismus auf der andern Seite, und
sich zwischen beiden Extremen nach den Grundsaͤtzen des Christenthums, in der rechten Mitte zu halten, ist eben jetzt die große Aufgabe unserer Zeit.“ Nur um einige
machen. —
Leicht kann die Vaterkandsliebe ein eitler National⸗Stolz werden, und die hier drobende Gefahr ist um so groͤßer, die blen⸗ dende Versuchung um so lockender, te feuriger und lebendiger diese Liebe ist. Glaͤnzt das Vaterland auf hoher Ehrenstufe, hat es sich unsterblichen Ruhm erworben, besitzt es große Vorzuͤge, befindet es
fortschreitenden Entwäickelung, darf es seiner Kraft vertrauen, o! wie leicht tritt dann Ueberschaͤtzung und Uebermuth ein, und sind nicht grade die Hochgestellten, die Ausgezeichneten, die Bevorzugten, denen es wohl gehet, solcher Verblendung und Gefahr am metsten ausgeseht“ Nichts aber ist, nach dem Zeugnisse der Geschichte und Erfahrung, dem wahren Wohl des Vaterlands nachtheiliger und verderblicher, als eben dieser National⸗Stolz. Er verkehrt das schoͤne sittliche Gefuͤhl der Wuͤrde in widerlichen, schnoͤden Hoch⸗ muth, und ruhige Beobachtung, richtige Vergleichung und reine Wahrheitsliebe ist von ihm gewichen. Er ist die Quelle der Partei⸗ sucht, verdirbt die gute Stimmung, erbittert alle, die er verletzt, und erzeugt Neid, Hader und Zwietracht. Die Erkenntniß und das Ge⸗ fuͤhl noch vorhandener Maͤngel ist ihm fremde, er waͤhnt fertig zu seyn und steht stille, wo aber Stillstand ist, tritt Ruͤckgang ein. Darum verstebt der National⸗Stolz die Zeit nicht, weder in ihrer Licht⸗ noch Schattenseite, Selbstsucht verblendet ihn, befangen ist sein Blick, einseitig sein Urtheil, beschraͤnkt sein Maßstab. Was der Hochsinn errang, geht im Hochmuthe wieder unter, und er ist der giftige Wurm, der die edelsten Bluͤthen und Fruͤchte zernagt. An⸗ dere durch Uebermuth gekraͤnkte Voͤlker zur Rache reizend, ist De⸗ muͤthigung uͤber kurz oder lang, seine unausbleibliche, wohlverdiente Strafe. Fern von aller wahren Gottesfurcht und ungeschminkten De⸗ muth ist er die Frucht der Selbstsucht, die das Vaterland der Vortheile und Vorzuͤge wegen, die es dem persoͤnlichen Interesse gewaͤhrt, liebt und preiset. Er hat seine Lebenswurzeln nicht in der Kraft des Ganzen und der Gesammtheit, sondern des Einzelnen, darum besteht er nicht im Unglüͤck, und faͤllt ab, zur Zeit der Anfechtung. Das ernste, tiefe Wort: Gott widersteht den Hoffaͤrtigen, aber den Demuͤthigen giebt er Gnade, gilt wie von einzelnen Menschen, so von ganzen Nationen. Was hat so viele eroberungs⸗ suͤchtige, blutgierige Kriege erzeugt? Was anders als der ehrgeizige National⸗Stolz. Was hat so manches Volk und Land um Ehre, Gluͤck und Wohlfahrt gebracht und von seiner Hoͤhe herabgestuͤrzt, in die schmachvolle Tiefe des Verderbens; Was anders als das einschlaͤfernde Gefuͤhl einer stolzen Sicherheit und Sattheit. — Laut bezeugt es die Geschichte aller Jahrhunderte, laut die Geschichte unserer Zeit. Nichts ist der wahren Vaterlandsliebe verderblicher als National⸗Stolz.
Nichts verderblicher, als der flache Kosmopolitismus. Seltsame Widerspruͤche, schneidende Kontraste, auffallende Extreme, die sich hier beruͤhren. Wenn der National⸗Stolz in engen Graͤn⸗
Der Wachtmeister der 5ten Gendarmerie⸗Brigade zu Posen, Der Gendarm der dten Gendarmerie⸗Brigade im Wagrowiecer
Der Gendarm der Aten Brigade Troitzsch zu Landsberg, Kreis
andel zu Ransern
Zumbrunn in Hirschberg.
Greifswalder
z Der Freischulze und Erbpaͤchter Unkrieg zu Strickershagen,
Kolonus Muͤller⸗Steinsieck in Schildesche, Reg. Bez.
Der Gendarmerie⸗Wachtmeister Dessau zu Altenkirchen, Reg.
schlossenen Wirkungskreis an.
9 88
Schranken haͤlt er fuͤr eine Ersindung der Willkuͤr und und die große weite Welt ist sein Vaterland. Er naͤhrt Traͤume von allgemeiner Menschen⸗Begluͤckung und ver goldenes Zeitalter. Freiheit und Unabhaͤngigkeit ist seine und ein Universal⸗Reich sein großer Plan und Wunsch. D Menschengeschlecht ist ihm Eine Familie und, einander verbunden, in seiner Muͤndigkeit sich selbst genug Auswaͤrtige gilt ihm so viel als das Entfernte glanzt im Farbenschmuck einer reichen Phantasie licher als das Nahe und Bekannte. Kann er sein Gluͤck er wuͤnscht in der Heimath finden, so kostet es ihn nichts, in der Fremde zu suchen. Fuͤr das Vaterland auch in Verhaͤltnissen zu leben und sich aufzuopfern, duͤnkt ihm Thorheit Unverstand. So toͤdtet er allen Patriotismus, vernichtet alle a haͤnglichkeit, verwandelt seine Bekenner in schlechte Buͤrger, u in seiner Ausdehnung, Flachheit und Zerflossenheit kraftlos; bran vom Ganzen, ohne fuͤr seine Theile etwas zu leisten, will Alles tan thut aber eben darum nichts; liebt in flachen Gefoͤhlen die enge ten Unbekannten und vernachlaͤssigt seine naͤchsten Umgebungen darf es noch des Beweises, daß der wahren Vaterlandsliebe nas nachtheiliger ist, als dieser vage weltbuͤrgerliche Sinn? ; So steht unsere Zeit zwischen zwei gleich gefaͤhrlichen Ern. men, beide bilden die schroffsten Gegensaͤtze, beide kaͤmpfen mit ander und beide sind verderblich. Die Wahrheit liegt auch hin der Mitte. Wer zeigt sie uns untruͤglich? und fuͤhrt auf! rechten Weg sicher zum heilbringenden Ziele? Wer anders, allein Der, an Den wir Christen glauben und Dem wir Alles n danken. Denn Wer hat je sein Vaterland reiner, tiefer, bell geliebt als Jesus unser Herr? Wer seine Vorzuͤge hoͤher gescha wer seine Gebrechen tiefer empfunden? Wer ist je mit der schichte desselben vertrauter gewefen, so daß er sters in der Gu⸗ wart die Fruͤchte der Vergangenheit und die Keime der Zukunfts Wer hat je ausschließungsweise so einzig und ungetheilt sein Vaterland gelebt und gewirkt wie Er! „Ich bin,“ hoͤren ii Ihn rufen, „nicht gesandt, denn nur zu den verlorn Schafen von dem Hause Isracl.“*) Und merkwuͤrdige, zige Erscheinung in ihrer Art. Wer hat je mit dieser abgeschleg nen, lebendigen Vaterlandsliebe, so gluͤcklich und befruchtend alg meine Menschenliebe verbunden, und zwischen beiden, diese jehe unterordnend, eine so segensvolle Vereinigung gestiftet als h Nur seinem Volte angehoͤrig, vernichtete er dennoch den Väl haß der juͤdischen und den Nationalstolz der heidnischen Nativn, Griechen und Roͤmer. Fuͤr sein Vaterland lebend und sterbend, w. soͤhnte Er die Welt, und brachte Liebe, Wohlwollen und Messt lichkeit der weiten Erde und ihren Bewohnern. Zunaͤchst nur nen Mitbhuͤrgern sich hingebend, trug Er dennoch die ganze Men heit im Herzen und goß seiner Segnung Stroͤme uͤber sie aus. N ihm schloß sich die alte Zeit finsterer Jahrhunderte, mit Ihm me durch Ihn begann die neue bessere; den Haß und Stolz der M ker verwandelte Er in Liebe, — aber der Lieve wies er einen ahe 1 n. Alle nahen und entfernten Verhel nisse wollte und will Er heiligen, verschoͤnern und begluͤcken, dun das große und tiefe Gesetz: Alles nun, was ihr wollt, zu euch die Menschen thun sollen, das thut ihr ihnen⸗ Großes, heiliges Vorbild, in Ihm sehen wir vermittelt, vereinigtm verschmolzen, was vorher entweder sich feindlich gegenuͤberstand e schlaff auseinander ging. In Ihm erblicken wir das erhapbenie Muster fuͤr alle Regenten und Voͤlker zur Nachfolge aufgestehe in Ihm und durch Ihn verwirklicht sich „der hetlige Bund⸗ Gluͤckliches Volk, dessen Verfassung auf diesem festen Grunde satze eigenthuͤmlicher nationaler Vaterlandsliebe und allgemenne Menschenliebe wie auf einem Felsen ruhet! Gluͤckliches Land, de sen Bewohner dieser kraͤftige und milde Geist frisch und lebend durchdringt! Da denkt, sorscht, lebt und wirkt man fuͤr seine nach sten Umgebungen und Verhaͤltnisse, und nuͤtzt doch der Menschheit Da ist man treu im abgeschlossenen Berufe, da wacht man üͤber Zucht und Sitte, Ordnung und Gesetz, und nimmt doch Theil an der Verbesserung der Welt; da liebt man sein Volk uͤber C, und hasset und fuͤrchtet keines. Da haͤngt die volle Seele ungethellt tiefer Ehrfurcht an den Koͤnig und Sein Haus, da traͤgt man sih Vaterland im treuen Herzen, ist feuriger Patriot und doch Weltblr⸗ ger im edelsten christlichen Sinne. — Unsere bewegte Zeit bedarf dieses christlichen, versoͤhnenden Pris zips, daß sie frei werde von der Ungerechtigkeit des engherzigen Ne tionalstolzes und von der Schwaͤrmerei des vagen Kosmopolitism Mit kuͤhner Hand hat unser Zeitalter Verbindungen unter all Theilen der Erde geknuͤpft und der Europaͤischen Bildung Wah und Zugaͤnge zu allen Voͤlkern geoͤffnet. Das Entfernte ist in Naͤhe geruͤckt, das Beschwerliche vielfach erleichtert, das, was sal ber entgegengesetzt schien, ist auf abgekuͤrzten Wegen, wie im Fluu⸗ in Gemeinschaft getreten. Gluͤckliche Fortschritte, wenn die wüe mittelnde Kraft christlicher Vaterlandsliebe sie leitet; gluͤcklich, we alle vermehrte Einsichten nun auch das allgemeine Beste befoͤrde und alle großartige Verbindungen im wechselseitigen Einfluß Voͤlker ihnen wahren Segen bringen. — Und darum segnet“ Vaterland, darum segnet die Welt, die friedlichen, wohlwollenne ermuthigenden Verbindungen, die zur Belebung und Befoͤrden gemeinschaftlicher Wohlfahrt unser Koͤnig und Herr mit den bennt barten Staaten gestiftet; alle beengende Sverren und Schru ken, die sich in vielfachen Graͤnzen feindselig gegenuͤberstarde das Leben erschwerten, und seine Thaͤtigkeit laͤhmten, aufge hoh und so mit der innigsten Vaterlandsliebe, die allgemeine Menscha liebe, im Geiste des Christenthnms gluͤcklich verschmolzen hat. 0 toͤnt lioblich und schoͤn, durch diese verhundenen Laͤnder, der harm⸗ nische Einklang wechselseitiger Eintracht und Wohlthat, und . allgemein friedliche Einverstaͤndniß erquicket Auge und Herz. Uh wie koͤnnten wir dabet heute deiner vergessen, edler, bochsinntg Mann, der du in der Hand deines Koͤnigs, das vorzuͤgliche Wat zeug zur Vollbringung dieser großartigen Verbindungen warest, ach! so bald uns hast verlassen muͤssen. Wir vermissen und bent nen dich, und dein Gedaͤchtniß bleibt im Scegen. O! es ist l schoͤner Ruhm, der das Grab der Helden und Staatsdiener un⸗ schwebt, die in fester Treue, in großen Resultaten, fuͤr das Vaut⸗ kand lebten und starben. Nur Wenigen ist es vergoͤnnt, solchen u⸗ sterblichen Ruhm zu erwerben, aber Alle koͤnnen und sollen a dem ihnen angewiesenen Standpunkte treu in Erfuͤllung ihrer Pfli⸗ ten seyn. Solche Treue ist es auch, die der Koͤnigliche Herr so gem anerkennt, und auch heute wieder, auf allen Stufen und in allen Glr⸗ den, nahe und ferne gnaͤdig belohnt. Und ol wie suͤß und late wird diese pflichtmaͤßige Treue, wenn sie Vaterlandsliie be ist; Liehe Nezgung, angestammte, mit der Muttermilch eingesogene dankvol Anhaͤnglichkeit; Gefuͤbl, Drang, Pulsschlag des Herzens, tiefe ie nige, in allen Adern sließende Liebe, die nichts Besseres kennt, 2. fuͤr das Vaterland zu leben und zu sterben, und so dem Himmel si weihet, indem sie der Erde nuͤtzt. Heier stehe ich, ernst und tiefbewegt, und es ist mir so, als wenn ich, im vorgeruͤckten Greises⸗Alter, hier am Fuße des Thrones v dieser hohen Versammlung heute zum Letztenmale staͤnde. Dankbe fuͤr die Huld und Nachsicht, womit seit einer langen Reihe vo0l Jahren, meine, an diesem Feste gehaltenen Reden aufgenommen sim mache ich auch gern dem Wuͤrdigern Platz; aber das letzte Woll was ich beute spreche, wird auch das letzte meines Lebens san Gott segne den Koͤnig und Sein Haur! Er segned
V ¼— 2 Vaterland — Amen. .“ 8.
suů
dassel bescheane
M
weltbuͤrgerliche Sinn ins Endlose und Unermeßliche und will, um sich frei bewegen zu koͤnnen, gar keine Graͤnzen. Graͤnzen und
Herrsch uc heißt „ Loose
as durch Humanitzen
Einheimische; das Wen d dem ihm lie
i zller mn.2
Zeitungs⸗Rachrichten. 1I1M“ Auslansd.
aris, 12. Jan. Der Fuͤrst von Talleyrand speiste gestern Preußischen Gesandten. Journal de Paris liest man: „Die Presse hat h sehr viel mit dem Schreiben beschaͤftigt, durch welches der üist von Talleyrand sein Abschiedsgesuch motivirt. Man hat „nicht an Beleidigungen gegen den aͤltesten und gewandtesten nserer Diplomaten fehlen lassen; die Dienste, die er der Re⸗ arung von 1830 geleistet hat, mußten ihm die Beleidigungen eParteien zuziehen; es ist dies die unausbleibliche Belohnung Staatsmaͤnner, die der Juli⸗Monarchie Anhaͤnglichkeit ge⸗ igt und ihr gedient haben. Aber das Publikum kennt den berth solcher Angriffe zu gut, als daß wir diesen letzteren iehr Wichtigkeit beilegen sollten, als die angegriffenen Perso⸗ bst. 8 8 Granville befindet sich noch immer in Paris, obgleich sich nicht mehr mit den Gesandtschafts⸗Angelegenheiten be⸗ baͤftigt; er hatte gestern eine lange Konferenz mit dem Herzoge hecazes. Der neue Englische Botschafter, Lord Cowley, soll stern in Paris eingetroffen seyn, und bereits eine Audienz eim Koͤnige gehabt haben. Der National enthaͤlt Folgendes: „Man schien gestern der Deputirten⸗Kammer sehr betruͤbt uͤber die neue Aufloͤsung, elche dem Ministerium droht. Das Ausscheiden des Marschalls portier ist unvermeidlich; seine Gefaͤlligkeit scheint erschoͤpft. r hatte von Anfang an erklaͤrt, nur fuͤr eine bestimmte Zeit e klaͤgliche Rolle durchfuͤhren zu wollen, die er aus Anhaͤng⸗ hhkeit uͤbernommen hatte. Er ruft jetzt die Erfuͤllung des ihm gebenen Versprechens an und hat nur die Sprache wieder er⸗ ngt, um so bestimmt, als ihm seine gewohnte Unterwuͤrfigkeit laubt, die Absicht zu erkennen zu geben, sich bei der ersten nstlichen Berathung, die sich dardieten wuͤrde, zuruͤckzuziehen. rwill die Eroͤrterung des Budgets nicht abwarten, und noch eniger die Debatten uͤber den Traktat mit den Vereinigten btaaten, die nicht lange aufgeschoben werden koͤnnen. Es ist cht gerade der Koͤnig, den ein solcher Entschluß in Verlegen⸗ eit setzt. Der Koͤnig hat einen Stellvertreter bei der Hand, ner schon lange in Reserve haͤlt. Alle Welt weiß, daß der Karschall Soult von dem Koͤnige zum Conseils⸗Praͤsidenten ge⸗ ünscht wird; aber Herr Guizot hat bestimmt erklaͤrt, und wie⸗ tholte es noch gestern in der Deputirten⸗Kammer, daß er nie ihr an einer Verwaltung Theil nehmen wuͤrde, deren Praͤsident r Marschall Soult waͤre.“
Die Polizei hat in den letzten Tagen in Folge gemachter ntdeckungen Diebe à la cire verhaftet. Das Verfahren dieser industrie-Ritter, das lange Zeit zum großen Schaden der Pa⸗ ser Restaurateurs gelungen, ist folgendes: Ein erster Gast tritt
eine Restauration, setzt sich an einen verabredeten Platz, speist ort glaͤnzend und entwendet ein Couvert, das er vermittelst
ines sehr elastischen Stuͤckes Wachs unter das Tischblatt fest⸗
ebt; wird das entwendete Silberwerk vermißt, so besteht er arauf, daß man ihn durchsuche, und empfiehlt sich, uͤberhaͤuft nit den Entschuldigungen des Hausherrn. Aber nach ihm kommt in zweiter Gast, der mehr Eile hat, setzt sich an den naͤmlichen Platz, nimmt das angeklebte Couvert weg, bezahlt und zieht sich chnell zuruͤck. Man hat die Spur von mehr als 50 Diebstaͤh⸗ hen wiefer Art gefunden, die seit langer Zeit durch zwei associés la cire veruͤbt worden sind.
Das Dampf⸗Paketboot „St. Wenefrede“, das die Ueberfahrt on Marseille nach Neapel macht, ist am 25. Dez. im Hafen on Neapel ein Raub der Flammen geworden. Die Passagiere baren ans Land gestiegen und hatten wegen der Feier des Ta⸗ es ihre Effekten an Bord zuruͤckgelassen. Drei Mann waren 1s Wache an Bord; um 8 Uhr brach das Feuer aus; man be⸗ achrichtigte schnell den Capitain, der gleich an Bord eilte. Die
Hafen liegenden Kriegsschiffe ließen durch ihre Boͤte das Pakerboot auf die Rhede schleppen. Es war aber unmoͤglich, ch des Feuers zu bemeistern, und das Boot verbrannte bis auf ie Wasserlinie. Siebenundsechzig Stangen edlen Metalls on sehr großem Werth waren an Bord; 65 derselben wurden erettet, und man hofft, die beiden anderen wieder aufzufinden; llein es scheint, daß man den Verlust Neapolitanischer Coupons, 5 bis 40,000 Dukaten an Werth, zu bedauern hat. Es ist benfalls gelungen, fuͤr 15 bis 20,000 Dukaten dieser Papiere
retten; man erzaͤhlt sogar, daß ein Paket dieser Coupons von 000 Dukaten ungefaͤhr 2 Meilen von dem Schauplatze des ngluͤcks, auf dem Meere schwimmend, wiedergefunden worden v. Das Haus Hagermann und das Haus Odier zu Paris ollen durch den Verlust obiger Fonds einen Schaden von 80 1s 100,000 Fr. erleiden.
— Die in Straßburg erscheinende Zeitung des Ober⸗ nd Nieder⸗Rheins enthaͤlt nachstehendes Privat⸗Schreiben us Paris: „Die Botschaft des Praͤsidenten Jackson hat un⸗ er den hiesigen Einwohnern ein Gefuͤhl erregt, das eigentlich icht Entruͤstung ist, indem man nicht glauben kann, daß der Prästdent der Vereinigten Staaten wirklich die Absicht gehabt habe, Frankreich zu drohen; indessen fand sich die Franzoͤsische empfindlichkeit durch einige uͤbelklingende Ausdruͤcke beleidigt; nan ist jetzt fuͤr den Traktat ungleich weniger Huͤnstig gestimmt
als fruͤher, und alle Meinungen treffen darin uͤberein, daß die
Regierung berechtigt waͤre, ohne der Rechtlichkeit zu schaden, sich
zuf die feindlich lautende Botschaft des Präͤsidenten zu stuͤtzen, in die Vollziehung des von ihr unterzeichneten Vertrages zu derweigern und die Vernichtung aller demselben vorausgegange⸗ en Unterhandlungen zu verlangen. Die Eigenliebe der Nation ndet sich im hoͤchsten Grade verletzt. Die Rede des Generals ackson ist geeignet, auf eine Zeit lang die freundschaftlichen Gesinnungen, die zwischen beiden Staaten bestanden, zu gefaͤhr⸗ ben. Man ist sehr gespannt auf das, was die Regierung thun wird, und es fehlt nicht an Muthmaßungen. Man fuͤhrt sogar chon Thatsachen an. So sagt man z. B., als der Ame⸗ kkanische Gesandte, Herr Livingston, dem Minister der
auswaͤrtigen Angelegenheiten die Botschaft des Praͤsidenten offi⸗
iell mittheilte, habe er diese Müca,sung. mit einer Note be⸗ hleitet, worin er sagt, er sey von seiner Regierung ermaͤchtigt, um Voraus gegen alle uͤbelwollende Schluͤsse, die man aus den Worten des Präͤsidenten ziehen koͤnnte, zu protestiren, mit dem beifuͤgen, daß der Frankreich betreffende Theil der Botschaft kinen andern Zweck habe, als die Lage der Sache dem Kongreß beutlich zu machen, und ihn aufzufordern, uͤber moͤgliche Faͤlle zu berathschlagen, keineswegs aber ihn zu einem schnellen Ein⸗ schreiten zu veranlassen. Der Gesandte soll am Schluß seiner Note der Franzoöͤsischen Regierung die bestimmte Versicherung ertheilt ₰ daß der Praͤsident in ihre Rechtlichkeit auch nie den min⸗
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ein offenes Zeugniß dafuͤr gegeben, und endlich, daß alles, was er dem Kongreß gesagt, bloß auf der unwahrscheinlichen Hypothese beruhe, daß der Vertrag gar nicht vollzogen werden sollte. Mit einem Worte, die Note des Amerikanischen Gesandten waͤre ein ganz freund⸗ schaftlicher Kommentar und gewissermaßen eine Widerlegung der Bot⸗ schaft. Man glaubt allgemein an die Wahrheit dieses Geruͤchts. Nach anderen Geruͤchten, die auch vielen Glauben finden, soll der Graf v. Rigny gleich nach Empfang der offiziellen Mittheilung der Botschaft durch Herrn Livingston seine Kollegen davon in
dem Gesandten eine sehr lakonische Antwort zugestellt haben. Diese Note soll im Wesentlichen sagen, die Franzoͤsische Regie⸗ rung saͤhe sich zu ihrem Leidwesen genoͤthigt, die Vorlegung des Traktats in den Kammern, die sie so bestimmt angezeigt hatte, zu unterlassen, und zwar, weil die so wenig gemessenen Ausdruͤcke des Praͤsidenten als eine Drohung betrachtet werden koͤnnten und es sich fuͤr Frankreich nicht schicken wuͤrde, sich das Ansehen zu geben, als haͤtte es anderen Ruͤcksichten, als denen des Rech⸗ tes und der Ehre, gehorcht; Herr Livingston moͤchte daher seine Regierung benachrichtigen, daß man den Vertrag den Kammern erst dann vorlegen wuͤrde, wenn der Praͤsident eine feierliche Erklaͤrung von sich gebe, daß die Botschaft als keine, weder di⸗ rekte noch indirekte, Drohung angesehen werden duͤrfe.
Wahre hiervon wird man in wenig Tagen erfahren.“”
Großbritanien und Irland.
London, 13. Jan. Sir Robert Peel ist nach Tamworth abgereist, um einem großen Ball beizuwohnen, zu dem ihn die dortigen Waͤhler eingeladen haben.
In ihrem gestrigen Blatt enthaͤlt die Times einen langen Artikel, worin sie den gemaͤßigten Whigs zu Gemuͤthe fuͤhrt, welches Verderben sie durch ihre Vereinigung mit den Radikalen uͤber das Land hereinbringen koͤnnten, und sie daher dringend auffordert, sich den Tories anzuschließen. Diesen Artikel eroͤffnet folgende Uebersicht der Fractionen, in welche die Reform⸗Partei zerfaͤllt, die woͤrtlich einer Adresse der durchgefallenen Tory⸗Kan⸗ didaten an die Waͤhler der City von London entnommen ist: „Die konservativen Kandidaten,“ heißt es in jener Adresse, „hatten bei dieser Gelegenheit gegen eine Coalition von vier ver⸗ schiedenen, scharf von einander gesonderten Parteien zu kaͤmpfen. Es wurden gegen sie ins Feld geschickt: 1) Die kon⸗ servativen Whigs (Lord Stanley und sein Anhang), deren Verschiedenheit von den konservativen Tories auf keinem wesentlichen Grunde beruht. Diese beabsichtigen in der That die Erhaltung des Throns, der Pairie und der Kirche, waͤhrend sie alle Mißbraͤuche abstellen und alle nothwendige Re⸗ formen veranstalten. Zufaͤllig aber ziehen sie, aus parteilicher Anhaͤnglichkeit, Lord Melbourne dem Sir Rob. Peel vor, und deswegen unter uͤtzten sie bei der letzten Gelegenheit (den eben vollendeten Wahlen in London) die Kandidaten, welche den Sturz des Ministeriums beabsichtigen, vor denen, welche demselben bei⸗ zustehen versprachen. 2) Die radikalen Whigs
Kenntniß gesetzt und nach einer kurzen Berathung des Conseils
(Graf Durham und seine Partei). Unter dieser Klasse fin⸗ den wir Viele, welche bereit sind, die geheime Abstimmung (ballot) und dreijaͤhrige Parlamente zu bewilligen, um die Kir⸗ sche (Cnach Herrn Bulwers Ausdruck) zu stutzen; sie beabsichti⸗ gen auch, die auf die Besteuerung bezuͤglichen Artikel aus der Reform⸗Bill zu streichen, wodurch in den meisten Wahl⸗ Distrikten die gegenwaͤrtig schon so große Zahl der Wäͤhler mehr als verdoppelt werden wuͤrde. 3) Die Radikalen. Diese, von denen auch Viele in Westminster Waͤhler sind, haben Sir John Cam Hobhouse (Mitglied der Whig⸗Verwaltung) bei der Wahl in Westminster mit allen moͤglichen Beschimpfungen und Beleidigungen zuruͤckgewiesen und sind dennoch bereit, hier (in der City) Whigs, wie die Herren Crawford und Pattioson, zu unterstuͤtzen (naͤmlich weil hier die Gegen⸗Kandidaten Tories waren), Whigs, die noch weit mehr konservativ sind, als Sir J. C. Hobhouse selbst. Der Zweck und die Lieblings⸗ Idee dieser Partei ist vollkommen klar: jaͤhrliche Parla⸗ mente, allgemeines Stimmrecht und keine herrschende Kirche. 4) Die Republikaner. Diese, welche ganz offen be⸗ kennen, daß sie Revolution bezwecken, sagen uns, daß wir es nun mit jener laͤcherlichen Absurditat, der monarchischen Regierungsform, lange genug ausgehalten haͤtten, und daß es fuͤr uns hohe Zeit sey, von Amerika Weisheit zu lernen. Diese Partei ist in der City von London die kleinste und unbedeutendste, aber sie mag doch wohl 400 bis 500 Stimmen, also ein Drei⸗ ßigstel der Waͤhler, zaͤhlen; und wir koͤnnen uͤberzeugt seyn, daß diese, so viel oder so wenig ihrer sind, ihre ganze Kraft zum Besten der Reform⸗Kandidaten verwendet haben, da sie von der Ansicht ausgehen, und zwar von der sehr folgerechten Ansicht, daß Reform, wenn sie weit genug getrieben wird, uns endlich zu der Revolution fuͤhren muß, die sie wuͤnschen.“ Im Verfolg der Adresse geben dann die durchgefallenen Kandidaten ihren Freunden den Trost, daß die Tory⸗Partei in der City doch noch von allen Parteien die staͤrkste, und staͤrker als jede der vier ge⸗ nannten Parteien, sey, weil die Abstimmung ergeben habe, daß, trotz der Vereinigung jener 4 Parteien gegen die Tories, dennoch von je 20 Waäͤhlern 9 fuͤr sie, die Tories, gestimmt haͤt⸗ ten. Die Oppositions⸗Blaͤtter bezeichnen die obige Klassisizirung der Whigs als sehr willkuͤrlich und ruͤgen namentlich als einen großen Mangel derselben, daß zwischen der Partei des Lord Stanley und des Lord Durham, wenn man dieselben nun einmal als konservative und radikale Whigs auffuͤhren wolle, eine in der Mitte zwischen beiden stehende Fraction, die der Whigs schlechthin, welche bis zum vorigen November das Mini⸗ sterium innehatte, und die durch den Namen Grey oder, seitdem dieser abgetreten, durch seinen Nachfolger Melbourne repraͤsentirt werde, ganz uͤbergegangen sey; denn daß zwischen ihnen und den sogenannten konservativen Whigs noch ein bedeutender Unter⸗ schied sey, wuͤrde, wenn er nicht allbekannt waͤre, durch den we⸗ gen abweichender Ansichten uͤber das Irlaͤndische Kirchen⸗Eigen⸗ thum im August vorigen Jahres erfolgten Austritt der Lords Stanley, Richmond, Ripon und Sir James Graham aus dem Greyschen Kabinet und durch die jetzt von dieser Partei ausgesprochene Absicht, sich dem Ministerium nicht unbedingt zu opponiren, hinlaͤnglich klar gemacht, wenn gleich die Tories dadurch noch keinesweges berechtigt seyen, jene Herren (Lord Stanley u. s. w.), wie die ministeriellen Blaͤtter jetzt zu thun begaͤnnen, zu den Ihrigen zu zaͤhlen; und wenn man nun gar, wie es die Absicht der obigen Klassifiztrung zu seyn scheine, nicht nur diese Fraction der Whigs, sondern auch Lord Melbourne und seine Freunde als mit den konservativen Tories gleichgesinnt darstellen wolle, so sey eine solche Hypothese wohl noch gewagter, da Sir Ro⸗ bert Peel, ungeachtet aller seiner angeblichen Reform⸗Pläͤne, schwerlich geneigt seyn werde, auf dem von dem Ministerium Mel⸗ bourne betretenen Wege fortzufahren und die von diesem beabsichtig⸗ ten Reform⸗Maßregein, die aus der von Sir J. C. Hobhouse an die Waͤhler von Nottingham gehaltenen Rede am besten zu ersehen
Zweifel gesetzt habe, daß er sogar in seiner Botschaft selbst
seyen, auszufuͤhren. Die Times setzt indeß nicht nur in die
Richtigkeit jener Klasstfitzirung fuͤr London, sondern auch in bis Anwendbarkeit derselban fuͤr alle wahlberechtigte Orte im ande nicht den mindesten Zweifel und behauptet, die Radikalen seyen bei weitem mehr von den konservativen Whigs verschieden, als diese von dem gegenwaͤrtigen Ministerium. Sie aͤußert sich in dieser Beziehung folgendermaßen: „Die Haͤupter der gegen⸗ waͤrtigen Verwaltung, oder, wenn man sie eintal so nennen soll, die konservativen Tories, erklaͤren sich fuͤr die Abstellung jeder begruͤndeten Beschwerde und fuͤr die Abschaffung jedes anerkann⸗ ten Mißbrauches und machen sich uͤberdies anheischig zu ei⸗ ner Modifizirung des Kirchen⸗Vermoͤgens, stellen aber als Bedingung sine qua non die Erhaltung jener wich⸗ tigen und althergebrachten Institutionen auf, welche zusam⸗ men die große Grundlage der Monarchie bilden. Eben so sehen auch die Whigs die Erhaltung der Monarchie und ihrer wesentlichen Institutionen als ihr sine qua non an; da sie aber unter dem Walten der Reform⸗Bill im Amte gewesen und durch die Nothwendigkeit zur Einfuͤhrung gewisser eingeschraͤnk⸗ ter Reform⸗Maßregeln gezwungen worden sind, so sind ihre Verpflichtungen in der letzten Beziehung genauer bestimmt, als die der gegenwaͤrtigen Minister, doch, wie gesagt, ist auch bei ihnen der erste und bei weitem der wichtigste Zweck die Erhal⸗ tung unserer constttutionnellen Monarchie.“ Von den Parteien unter Nr. 2, 3 und 4 sagt dann die Times, bei diesen sey gerade der entgegengesetzte Zweck vorherrschend; sie gingen alle mehr oder weniger auf Einfuͤhrung des demokratischen Prinzips aus, waͤhrend ihnen das Fortbestehen der Regierung baec Koͤnig, Lords und Gemeinen ziemlich gleichguͤltig sey. Diese sollten des⸗ wegen aus der Liste der Reformer von England auf im mer gestrichen werden, denn ihr Zweck sey nicht, Eng lands Institutionen zu reformiren, sondern sie umzustuͤr⸗ zen; deswegen auch sollten sich die konservativen Whigs von ihnen lossagen und den Tories anschließen. Das aus dieser Vereinigung entstehende Doppelwesen, von der Times konservative Reformer genannt, solle dann die veralteten Partei⸗ Namen Whig und Tory ablegen. Vereinigung entgegenstehe, sey die Eifersucht, weil die Whigs die Sitze wieder einnehmen moͤchten, aus denen die Tories sie verdraͤngt haben. Das werde ihnen aber durch eine Verbindung
Das Einzige, was dieser
mit den Radikalen Seehee; ohne daß sie, die Whigs, selbst
zu Radikalen wuͤrden. Sohllte es den Anstrengungen der jetzt ver⸗ bundenen Parteien wirklich gelingen, das Ministerium Peel zu stuͤrzen, so wuͤrden, so prophezeit die Times weiter, nicht 6 Mo⸗ nate vergehen, ohne daß das neue Ministerium Grey, oder Mel⸗
bourne oder Spencer jenen Konservativen die Hand boͤte und
die Huͤlfe ihrer Talente zur Bezwingung der revolutionnairen Faction in Anspruch nähme. Den Schluß dieses Artikels macht ein bitterer Tadel gegen den „Rechts Konsulenten der vorigen Verwaltung“, Sir John Campbell, welcher zu dem revolution nairen Mittel einer Steuer⸗Verweigerung rathe. (S. den Art. London in Nr. 17 der Staats⸗Zeitung.)
Unter den von den Zeitungen mitgetheilten Wahlen befinden sich noch gar keine aus Schottland und nur wenige erst aus Ir⸗ land, unter letzteren die der Dubliner Universttaͤt, die ihre bei⸗ den Orangistischen Mitglieder, die Herren Shaw und Lefroy, wieder ernannt hat. Es kam bei diesem Anlaß in Dublin zu einem Tumult unter den Studenten, und der Poͤbel warf Steine auf die jungen Leute, die, mit orangesarbenen und blauen Baͤn⸗ dern geschmuͤckt, auf den Straßen jubilirten.
In der Grafschaft Mioddleser haben die Herren Hume und Byng einen harten Kampf mit einem Tory, Namens Wood, zu bestehen. Die Handerhebung siel zwar zu Gunsten der Er⸗ steren aus, die Wahl⸗Listen aber sind noch nicht geschlossen. Hr. Hume erklaͤrte, sein erstes Feldgeschrei wuͤrde seyn: „Nieder mit den Tories!“ und aͤußerte sich uͤberhaupt sehr hefrig, waͤhrend sein Gegner, Herr Wood, Capitain unter den Garde Grenadie⸗ ren des Herzogs von Wellington, nur wenig sprach. Die Wahl ist indessen nichts weniger als entschieden, und die Times spricht die Hoffnung aus, daß Herr Hume durchfallen werde.
In einer Rede, welche der jetzige Praͤsident der Handels⸗ Kammer und Muͤnzmeister, Herr A. Baring, in Essex hielt, wo er zum Parlaments⸗Mitglied gewaͤhlt wurde, erklaͤrte er unter Anderem, er wuͤrde den Rest seiner Tae in Ruhe hingebracht haben, haͤtte er nicht die ganze Wichtigkeit dieses Kampfes fuͤr die Aufrechthaltung von Kirche und Staat einpfunden. Beson⸗ ders zog er stark gegen die Whigs zu Felde; nicht der Koͤnig habe sie, sagte er, sondern sie haͤtten, Einer nach dem Anderen,
fallen gewesen. Er versprach, so weit es unbeschadet der Rechte der Kirche geschehen koͤnne, den Dissenters Abhuͤtfe, und ver⸗ pflichtete sich vor allen Dingen, sich des hoͤchst bedraͤngten land⸗ wirthschaftlichen Interesses annehmen zu wollen.
Außer Herrn Littleton werden von den Blaͤttern der Oppo⸗ sitions⸗Partei auch noch die Herren Abereromby und Bernal
bevorstehenden Parlaments⸗Session bezeichnet.
Briefe aus New⸗York vom ten v. M. melden, daß, da der Rest der National⸗Schuld mit Ende d. J. abbezahlt werden sollte, die Obligationen der einzelnen Staaten sehr im Preise gestiegen waren.
Bruͤssel, 13. Jan. In der gestrigen Sitzung der Re⸗ prasentanten⸗Kammer fragte Herr Gendebien, als im Budget der auswaͤrtigen Angelegenheiten der Artikel Deurscher Bundestag, wofuͤr 12,600 Fr. angesetzt waren, zur Sprache kam, den Minister, ob Belgien einen Repraͤsentanten bei dem Deutschen Bundestage habe? Der Minister antwortete: „Wir haben kei⸗ nen Agenten bei dem Deutschen Bundestage, weil wir weder mit demselben, noch mit irgend einem bloß zum Bunde gehoͤ⸗ renden Souverain Verbindungen haben; die aufgefuͤhrte Summe wird nur fuͤr den eventuellen Fall gefordert, wo diese Verbin⸗ dungen eintreten duͤrften.“ — Die Summe ward darauf be⸗ willigt.
Die arbeitende Klasse hat den gestrigen blauen Montag auf eine viel laͤrmendere Weise als gewoͤhnlich geseiert. Hierzu ent⸗ standen Zwiste in den Vorstaͤdten Ixelles und Scharbeek zwi⸗ schen Buͤrgern und Soldaten, wobei Saͤbelhiebe und Stock⸗ schlaͤge ausgetheilt und Blut vergossen ward. Durch die zahl⸗ reichen Patrouillen, Stadt⸗Gardisten und Polizei⸗Agenten wur⸗ den 21 betrunkene Individuen nach dem Amigo gebracht
Deutschland.
Muͤnchen, 14. Jan. Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz wird im Laufe der naͤchsten Woche von Wien in Muͤnchen er⸗ wartet.
Muͤnchen, 13. Jan. (Nuͤrnb. Korr.) Der Herzog von Leuchtenberg hat, bevor derselbe seine zweite Vaterstadt ver⸗ ließ, dem hiesigen Magistrate ein bedeutendes Geschenk zur Ver⸗
theilung an die Armen uͤbermacht. — Am jüͤngst verflossenen
den Koͤnig im Stich gelassen, nachdem sie unter einander zer⸗
als Kandidaten fuͤr den Sprecherstuhl des Unterhauses in der