Mshch ws u te h n 1h ntas. rsn. rsnes hhhen gbsa:
dernde und drohende Ton, wenn die Franzoͤsische Nation un⸗ gluͤcklicherweise nicht die persoͤnlichen Meinungen und Gesinnun⸗ gen desjenigen, der diese Stellung einnimmt, und diejenigen des Volkes, dessen beschraͤnkter Repraͤsentant er in den auswaͤrtigen Beziehungen ist, unterscheidet. Was wuͤrden wohl die Einwoh⸗ ner der Vereinigten Staaten, ja selbst der Praͤsident, dazu ge⸗ sagt haben, wenn der Koͤnig der Franzosen den Kammern seines Landes anempfohlen haͤtte, auf seine Verantwortung ein Gesetz zur Ergreifung von Repressaiien gegen das Eigenthum unserer Regierung und des Volkes der Vereinigten Staaten zu geben, im Falle der Kongreß sich nicht beeilte, einen gewissen Vorschlag anzuneh⸗ men? Wuͤrde unser Kongreß bei einer solchen Drohung ver⸗ zagt werden, oder wuͤrde er nicht erst warten, um zu sehen, ob die Kammern sie auch wirklich ausfuͤhrten? Und wenn die Kam⸗ mern solche Repressalien billigten, wuͤrde der Kongreß, mit dem Messer an der Kehle, bewilligen, was ihm fruͤher unvernuͤnftig geschienen? Das Weitere uͤber diesen Gegenstand muͤssen wir uns vorbehalten; doch sey es uns hier noch verstattet, die Hoff⸗ nung auszusprechen, daß die Empfehlung des Praͤsidenten nicht nur in unserem Lande, sondern auch auswaͤrts, als nur von ihm aslein ausgehend betrachtet werden wird, und daß es nicht wahr⸗ scheinlich ist, daß sie die Billigung des Kongresses oder des Volkes der Vereinigten Staaten erhalten werde.“
Der Courrier des Etats⸗unis ist zwar fuͤr sein Theil auch der Meinung des obengenannten Blattes, bemerkt jedoch, daß die meisten Oppositions⸗Blätter, welche sonst alle Maßregeln der Regierung zu tadeln pflegten, in dieser Beziehung ihr voll⸗ n beipflichteten. “ ““
8 16
Berlin, 20 eines neuen Schulhauses in Esperstedt (Reg. Bez. Merseburg) eine 1 von 400 Rthlr. als Gnadengeschenk zu bewilligen geruht. — Die zwar große, aber arme Gemeinde zu Roitzsch im Bitterfelder Kreise des Reg. Bez. Merseburg Hat im Laufe der Jahre 1833 und 1834 ein großes Schulhaus mit 2 Klas⸗ senstuben und Wohnungen fuͤr zwei verheirathete und einen un⸗ verheiratheten Lehrer mit einem Kosten⸗Aufwande von circa M2840 Rthlr., wozu des Koͤnigs Majestaͤt die Summe von 400 Rthlr Allergnäaͤdigst geschenkt haben, erbauet und ist dasselbe am .Dez. v. J. feierlich eingeweihet worden. — Die Stadt Eisleben (Reg. Bez. Merseburg) hat im verflossenen Jahre 1788 Rthlr. Kommunal⸗Schulden getilgt. — In Bezug auf die in der Nr. 11 der Staats⸗Zeitung enthaltene Nachricht von den im Regierungs⸗Bezirk Merseburg fuͤr das abgebrannte Dorf Kirchheilingen aufgekommenen milden Gaben sind uns noch folgende naäͤhere Notizen zugegan⸗ gen: Am 31. Mai v. J. wurde das im Kreise Cee gen eate des Regierungs⸗Bezirks Erfurt belegene große, wohlhabende und sich durch die Biederkeit und den rechtschaffenen Sinn seiner Einwohner vortheilhaft auszeichnende Dorf Kirchheilingen bis auf wenige uͤbrig gebliebenen Huͤtten innerhalb 2 Stunden ein Raub der Flammen. Bei der Schnelligkeit, mit der das Feuer um sich griff, konnten die Einwohner nur Weniges von ihrer Habe retten; der groͤßere Theil des Viehstandes kam in den “ um, und bei einem Verluste von mehr als 80,000 Rthlr. hatten die Abgebrannten nur eine Entschädigung von etwa 27,000 Rthlr. aus der Feuer⸗Societaͤts⸗Kasse zu erwarten. In dieser großen Noth bewilligte das Koͤnigl. Ober⸗Praͤsidium der Provinz Sachsen fuͤr die Abgebrannten eine Sammlung milder Gaben innerhalb des Provinzial⸗Bezirks. Diese Sammlung hat, so weit die Nachrichten bis jetzt reichen, 3554 Rthlr. 29 Sgr. ergeben. Außerdem haben des Koͤnigs Majestaͤt den Ab⸗ gebrannten ein Allerhoͤchstes Gnaden⸗Geschenk von 2200 Rthlr. u bewilligen geruht, und aus den benachbarten Gothaischen nd Schwarzburgischen Landen sind noch 152 Rthlr. 5 Sgr. 5 Pf. fuͤr dieselben eingegangen. 1 — Die Geschaͤfte der in Marienwerder bestehenden Ge⸗ neral⸗Kommission zur Regulirung der gutsherrlichen und baͤuer⸗ lichen Verhaͤltnisse haben im Laufe des verflossenen Jahres fol⸗ gende Resultate geliefert. Zunaͤchst sind die Besitz⸗Verhaͤltnisse er Einsassen in 1224 Ortschaften untersucht und von diesen in 907 gaͤnzlich beendigt worden, so daß sie nur noch in 317 zum Abschluß zu bringen sind; 6059 fruͤher zu verschiedenen Pacht⸗ rechten wohnende Ackerwirthe haben das Eigenthum ihrer Hoͤfe uns damit zugleich eine Flaͤche von 522,903 Morgen erworben; den Gutsbesitzern aber, die das Eigenthum verliehen haben, sind als Entschaͤdigung 223,474 Morgen zur freien Disposition zu⸗ ruͤckgegeben worden, außerdem haben sie an Kapital 77,318 Rthle. erhalten, und an Renten jaͤhrlich 48,253 Rthir. baar und 4758 Scheffel Getraide zu fordern. — Antraͤge auf Abloͤsung von Dien⸗ sten und Naturalien sind von 462 Ortschaften gemacht und in 349 abgeschlossen worden, so daß noch 113 zu Ende zu fuͤhren sind. Von 2497 belasteten Grundstuͤcken sind die Dienste und Naturalien abgeloset und den Berechtigten als Entschaͤdigung 5096 Morgen Land, 1380 Rthlr. Kapital und 6808 Rthlr. jaährliche Rente uͤber⸗ wiesen. Durch die Regulirungen und Dienst⸗Abloͤsungen zusammen sind 148,166 Spanntage und 258,056 Handtage abgeloͤset. — Von 2018 Antraͤgen auf Gemeinheits⸗Aufhebungen sind 1318 erledigt und 700 noch zu erledigen, und bis jetzt 2,701,204 Morgen aus der Gemein⸗ heit gesetzt. — Endlich ist noch zu bemerken, daß im vorigen Jahre 640 Prozesse anhaͤngig waren, wovon 131 durch rechts⸗ kraftige Entscheidungen, 19 durch Entsagung, 62 durch Vergleich, sso 212 im Ganzen beendigt, und nur noch 214 in erster In⸗ stanz, 161 in zweiter Instanz, 30 in dritter Instanz und 23 in der Rekurs⸗Instanz schwebend sind. “ — Im Koͤnigsberger Landkreise sind im Laufe des verflossenen Jahres auf einem Flaͤchen⸗Inhalte von 10,301 Hu⸗ fen Magdeburgisch mit 35,489 Einwohnern 7535 wilde Obst baum⸗Staͤmmlinge neu gepflanzt, 6872 Obstbäume durch Pfro⸗ pfen, See ꝛc. Lut gewacht und 8229 schon gut gem ichte ume verpflanzt worden. 2 2. Am 3lsten v. M. erfolgte zu Kosten, im Reg. Bez. Posen, die feierliche Einweihung des daselbst neu erbauten Schulhauses. be 2Aus der tabellarischen Uebersicht, welche die Kranken⸗ Anstalt der barmherzigen Bruͤder zu Breslau uͤber ihre Wirk⸗ samkeit waͤhrend des verflossenen Jahres bekannt gemacht hat, ergiebt sich, daß die genannte Anstalt in dem angegebenen Zeit⸗ raume 967 Kranke ausgenommen, davon 791 voͤllig gesund, 14 erleichtert, 37 ungeheilt entlassen hat, waͤhrend 69 derselben ge⸗ storben und 56 noch in der Kur verblieben sind. Dazu kommen aber außerdem noch 49 Kranke, die vom Jahre 1833 her noch in der Anstalt verblieben waren, und wovon 45 ganz gesund, ꝛ2 erleichtert, 2 aber ungeheilt entlassen worden sind. ie be⸗ handelten Kranken gehoͤrten nicht bloß den verschiedensten Reli⸗ gions⸗Parteien an, sondern waren zum Theil aus den verschie⸗
—
—
Land passen oder nicht.
munzsorte Land u. s. w. zu seinem Fortkommen zu kaufen.
densten Laͤndern Deutschlands, einige und Frankreich gebuͤrtig.
— Bei Dirschau ist die Weichsel am 12ten d. M. zum Stehen gekommen und am 13ten auf uͤbergelegten Brettern die Fuß⸗Passage eroͤffnet worden.
Vermischte Nachrichten.
im vorigen Jahre wieder aus verschiedenen Ge⸗
sogar aus Polen, Rußland
vend Dadauch
genden Deutschlands und der Schweiz Auswanderungen nach
den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika stattgefunden haben, so moͤchte es hier wohl am Orte seyn, das Wesentlichere aus ei⸗ ner im Monat Oktober v. J. zu Baltimore erschienenen kleinen Broschuͤre mitzutheilen, worin die seit dem Jahre 1817 daselbst bestehende Deutsche Gesellschaft von Maryland, dem Zwecke ih⸗ rer Stiftung gemaͤß, denjenigen Deutschen und Schweizern, die eine Auswanderung nach den Vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika beabsichtigen, einige wohlgemeinte Winke giebt, um sie vor unermeßlichem Elend zu bewahren.
„Zuvoͤrderst“, heißt es in dieser Schrift, „ist es gewiß rathsam, daß derjenige, welcher mit dem Gedanken umgeht, von Deutschland nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, sich wohl pruͤfe, ob
seine Vermoͤgens⸗Umstaͤnde, seine Anlagen, seine Sinnesart, sein er⸗ lerntes Handwerk, sein Alter und seine Gesundheit auch dienlich sind, ein solches Unternehmen auszufuͤhren; denn gar mancher, der
unuͤberlegt, oder durch Andere verleitet, den Schritt gethan, hat, und gewoͤhnlich zu spaͤt, es bitterlich vereut Es ist nur zu wahr, daß in Deutschland meistens eine verkehrte Ansicht von den hiesigen Verhaͤltnissen unter denjenigen obwaltet, welche den Gedanken des Auswanderns aufgefaßt haben. Gewoͤhnlich sind solche zu enthu⸗ siastisch dafuͤr eingenommen, als daß sie erst die ruhige Ueberlegung walten lassen sollten, daß sie erst sollten von der rechten Quelle die Erkundigungen einziehen, und dann entscheiden, ob sie fuͤr dieses
In Deutschland giebt es einen Wust von Buͤ⸗ chernuͤber Amerika, zum Theil geschrieben, um Geld damit zu verdienen, und in dieser Absicht mit Bildern ausgeschmuͤckt, die der Wirklich⸗
keit nicht entsprechen, an denen aber der Enthusiast seinen Gefallen hbat, und die er durch seine eigene Phantasie und durch gegenseitige
Mittheilung mit Andeon, welche in seine Ideen eingehen, nur in ei⸗ nem noch uͤbertriebeneren Lichte auszumalen sucht. Verderblich sind,
1 unserer Ansicht nach, jene Zusammenkuͤnfte in Deutschland, wo eine
Menge Personen sich verbindlich machen, sich gemeinschaftlich hier anzusiedeln, jene Klubs, wo uͤber Amerika gelesen, gesprochen und geschrieben wird, und jene Buͤcher, von denen oben die Rede war. Will Jemand hierher kommen, der untersuche zuerst seine Ver⸗ moͤgens⸗Umstaͤnde und berechne wohl, ob nach den Ausgaben der Reise bis an den Hafen, nach seinen Unkosten dort, und seiner Passage hierher, ihm noch genug uͤbrig bleibt, um die Reise von hier weiter fortzusetzen, und nach Ankunft am n.
r un⸗ ter suͤche weiter, ob seine Anlagen von der Art sind, daß er hier, wo der Mensch erfinderisch seyn muß, sein gutes Fortkommen finden kann. Nur tuͤchtige Ackerbauer und Handwerker werden sich, unse⸗ rer Ansicht nach, fuͤr ihre Reise belohnt finden. Der Kaufleute giebts im Ueberfluß; Kuͤnstler finden nicht gehoͤrige Anerkennung ihrer Ver⸗ dienste, es sey denn, daß sie etwas Vorzuͤgliches leisten koͤnnen, und die Englische Sprache verstehen; Prediger, Gelehrte, Advokaten, Aerzte, werden sich fast immer in ihren Erwartungen getaͤuscht fin⸗ den, zumal wenn sie nicht uͤberwiegende Talente besitzen. Wir ha⸗ ben oft Personen hier gesehen, welche Landwirthschaft erlernt hatten und hier ankamen mit der Erwartung, Verwalter auf großen Guͤtern werden zu koͤnnen, und sich nicht wenig wunderten, als man ihnen sagte, solche Stellen gaͤbe es hier gar nicht. Wir sind mit Andern 13 die in Deutschland Forst⸗Wissenschaft studirt hatten, und die nun hier eine Anstellung suchten, und ebenfalls erstaunt waren, wie in diesem waldreichen Lande die Forst⸗Wissenschaft nicht hoͤher geschaͤtzt wuͤrde, indem man ihnen nicht die geringste Hoffnung eines Fortkommens in ihrem Fache machen konnte. Wem es aber an den noͤthigen Mitteln fehlt, der bleibe ja hier weg. Wir haben bei Solchen, die dieses unbeach⸗
tet gelassen und ihren letzten Heller am Einschiffungsplatze ausgege⸗
als daß wir un⸗
ben hatten, schon zu viel Elend lsaben. 88 warnen sollten, die⸗
sere Deutschen Mitbuͤrger nicht ernstlich sen Schritt zu thun, wenn sie nicht wenigstens soviel ha⸗ ben, daß sie sich und ihre Familien hier eine Zeit lang ernaͤhren koͤnnen. Sie muͤssen sonst in Baltimore oder in der Nach⸗ barschaft bleiben, wo sie, in Ermangelung eines Unterkommens, ent⸗ weder Schulden machen, oder schon in den ersten Wochen ihren Landsleuten zur Last fallen. Die Deutsche Gesellschaft giebt Unter⸗ stuͤtzung, wo sie Noth sieht, allein unsere Mittel sind beschraͤnkt und die Anspruͤche haben seit einiger Zeit so uͤberhand genommen, daß wir bei unseren Gaben mehr als Sere vnfiche Vorsicht gebrauchen muͤssen, um nur da z geben, wo wirklich aͤußerste Roth und Krank⸗ heit es erfordern. Aber diese Noth ist mitunter unglaublich groß, besonders wenn ein Vater mit einer zahlreichen Familie in Armuth hier angekommen ist, keinen einzigen Freund oder Verwandten hier bat, und wenn dann, wie oft der Fall, bei dem ungewohnten Klima die ganze Familie auf das Krankenbett geworfen wird. Hunderte sind hier in solchem Elend zu finden, und im strengen Winter ist die Noth oft noch weit groͤßer. Es ist auch haͤufig der Fall, daß unbemittelte Leute, die sich zu den hoͤheren Klassen zaͤh⸗ len, mit oberflaͤchlichen Empfehlungs⸗Briefen, an ansaͤssige Deutsche gerichtet, hier ankommen. Nur sellen koͤnnen solche Empsehlungen bei der Menge der Applikanten zu den gewuͤnschten Anstellungen und Beschaͤftigungen fuͤhren, sondern deren Wirkung muß nothwendiger Weise nur auf pecunigire Huͤlfe sich beschraͤnken. Man kennt hier den Unterschied der Staͤnde nicht wie in Deutschland.
Dem Handwerker stehen die hoͤchsten Ehrenaͤmter offen, wenn er die
Gaben dazu mit Treue und Redlichkeit verbindet; dagegen wird der vornehme, aber arme Muͤßiggaͤnger bald zu der verworfensten Klasse herabsinken. Wir Hanas Beweise, daß manche Menschen, die im Innern angesiedelt sind, Briefe nach ih⸗ rer Heimath senden, worin sie eine gar guͤnstige Beschreibung von ihrer Lage und ibrer Umgebung machen, in der Absicht, Andere zu verlocken, sich auch in ihrer Nachbarschaft anzusiedeln, weil dadurch
der Werih ibres Eigenthums steigt und sie vielleicht Gelegenheit
haben, sich auf Kosten Anderer ein Vermoͤgen zu erwerben. Wir warnen einen Jeden ernstlich, sich auf dergleichen Berichte zu ver⸗ lassen, bevor man sich nicht von der Glaubwuͤrdigkeit des Schrei⸗ bers uͤberzeugt hat. Nichts ist aber thoͤrichter fuͤr Menschen, die keine praktische Kenntniß der Vereinigten Staaten haben, als in Deutschland eine große Gesellschaft zu bilden und mit fertigen Plaͤnen zur Erbauung einer Stadt, zur Gruͤndung einer Kolonie sich hier⸗ her einzuschiffen. Wir haben noch nicht Gelegenheit gehabt, ein guͤnstiges Resultat von solchen Plaͤnen zu sehen. Gewoͤhnlich sind schon vor der Ankunft hier unter den venitees einer solchen Ge⸗ sellschaft manche Mißhelligkeiten und Zwistigkeiten eingetreten, und nicht selten, daß Streit entsteht uͤber Dinge, die bloß in ihrer Phan⸗ tasie leben, aber nie in Wirklichkeit uͤbergehen werden. Man hat 1c. auf der Karte den Platz bezeichnet, wo die Kolonie sich nie⸗ erlassen soll, findet aber dort den Boden schlecht, die Luft unge⸗ sund, den Verkehr schwierig, kurz, man stoͤßt auf hundert vor⸗ bher nicht berechnete Uebel; Einer verlaͤßt die Gesellschaft nach dem Andern und bald ist sie ganz aufgehoben. Nur kraͤftige fleißige Leute, die sich in uͤble Lagen zu egeg „sich zu rathen und zu helfen wissen und sich keiner Arheit schaͤmen, passen fuͤr dieses Land. Wer da glaubt, ohne Geschick und Arbeit ein Fortkommen hier zu finden, wer sich einbildet, hier ein behagliches Leben fuͤhren u koͤnnen, ohne Anstrengung, der bleibe ja zu Hause, denn er wird ich sehr getaͤuscht finden. Wer aber mit einigem Vermoͤgen und mit Kraft und Thaͤtigkeit versehen, in der Absicht hierher kommt, fuͤr sich und seine Kinder einen Platz zu finden, wo er mit ange⸗
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genießen koͤnne, der w
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strengter Arbeit vnhech es den Ertrag des Fleißes
rd hier finden, was er sucht nicht zu uͤbereilt handelt und sich zu sehr auf sein ei laͤßt, sondern den Rath wohlmeinender Mensche seinem Besten anwendet.
seiner „ wenn a
genes Urtheil 8 n erwaͤgt um
1835. 19. Januar.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens 6 Uhr.
Nachmitt. 2 Uhr.
Abends 10 Uhr.
Nach einm Beobachtane
Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter.. Wind
Wolkenzug
— 1,6 °R. — 5,0°R. 75 pCt. truͤbe.
WNW.
+ 2,39°
W.
335,21 Par. 332, 71 Par.
0,7 °R. 80 pCt. halbheiter.
W.
R. +† 2,7°R. + 2,4 °R. 98 pCt.
regnig. W.
329,9 4*„Par. Quellwarme 7,1 28 Flußwärme 1,1 2% Bodenwärme 1 639 (Ausdünst. 0,019,8 MNiederschlag 0, „
Amtl. Fonds- und
Berline
—
r Börse. “
Den 20. J anuar 1835. — Geld-Cours-Zettel. (Dreas2. Cou
Berl. Elbing.
Amsterdam dito Hamburg dito London Paris
Augsburg Breslau Leipzig
Petersburg Warschau
gf üriastzeini
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seech. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Stadt-Obl. Königsb. do.
do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grofsbz. Pos. do.
100† 96 ⅔ 62 ¾
100 ⅔
24—
38 ¾ 102
„gögö
Frankfurt a. M. WZ
Ostpr. Pfandbr. vomm. do.
Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. d. K.-u. N. Z.-Sch. d. K.- u. N.
Holl. vollw. Duk. Neue do.
Friedrichsd'or..
Disconto
2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mr. 8 Tage 2 Mt.
Kurz
4 4 4
3 Woch.
mr. nrig,s;
4 M
106 ½ — 1 ₰ 9
17 ½. 13 9,1 3
- Preussil Erigf. 6¹
1471 1341 152 ½ 152
8172 8 103
— —
39 27 .
42 ⅛.
18 241 23.
692.
76. 80
Span. 58 45 ½. do. Coup. 84⁸
Auswürtig
e Börsen.
Amsterdam, 15. Januar.
Niederl. wirkl. Schuld 54 ¼½. 58 do. 100 ¼. Kanz-Bill. 24à1⁄.
Antwerpen, 14. Januar.
38% 27 ½¼. Belg. 97 ½. Frankfurt a.
58 Rente pr. compt. 106. 85. fin cour. 76. 90. 93. 50. 58 Span. Schuld 15 ⅞.
Rente 44 ¼
Span. 2 ½ Holl. 54.
Guebhard —.
M., 17. Januar.
Oesterr. 5 % Metall. 101 8-. 100 1⁄5, 13 93,1 933⁄. Bank-Actien 1571. 1569. Loose zu 100 G. 215 ½. G. Anl. 95 ½. 95 ½. 5 ⅞ Span. Rente 44 ½. 40¼.
Part.-Oblig Preuss. Präm.-Sch. 62 ¼. 62. do. Holl. 5 9 Oblig. v. 1832 98 ½. 98. Poln. Loose 7
Ausg. Schuld 1) 4 ½ 8 Amort. 93 ½. 3 ½ 8 76 ½. Russ. 98 ¾. (enra 99 ½. Preuss. Präm.-Scheine 113 ¾.
Span. 58
Zinal. 16. Co
21† 0.—
1 3 % do. perp. 26 ½. 26 ¾. Paris, 14. Januar.
fin cour. 107. 5.
58% Neap. pr. compt. —.
38% do. 27 ½. Corte
99.
8 42z. Ac
1““
“
Mittwoch, 21. Jan. Oper in 4
Deutsche Buͤhne bearbeitet vom Freiherrn von Lichtenstein. Das Maͤdchen aus der
Donnerstag, 22. oder: Der Bauer als Millionair, Zaubermaͤhrchen in 3 Al
Koͤnigliche Schauspiele.
Mittwoch, 21. Jan. Im Schauspielhause: Koͤnig Riche III., Trauerspiel in 5 Abth., von Shakespeare. ginale und der Uebersetzung A. W. v. Schlegels, fuͤr die nigliche Buͤhne bearbeitet von Fr. Foͤrster.
Donnerstag, 22. Jan. Im Schauspielhause: Das Kaͤtig von Heilbronn, großes Ritter⸗Schauspiel in 5 Abth., nebst en Vorspiele in 1 Aufzug, genannt: „Das heimliche Gericht“, H. von Kleist, fuͤr die Buͤhne bearbeitet von F. (Dlle. Klara Stich: Kaͤthchen, als Gastrolle.)
Zu dieser Vorstellung sind nur noch Billets zu den 99 des zweiten Ranges à 15 Sgr., des dritten Ranges à 10 G zum Parterre à 15 Sgr. und zum Amphitheater à 7 ½ Sgr. Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau zu haben. Die eingegangenen Meldungen um Billets sind beruͤckst tigt worden, und wird ersucht, dieselben bis Mittwoch den A Mittags 2 Uhr im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau abholen zu lastz widrigenfalls solche anderweitig verkauft werden muͤssen⸗
Nach dem 0.
von Holcc
8
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Akten, von Scribe.
Jan.
Musik von Aub
Lestocq, oder: Intrigue und Lie
er. Fuͤr
Markt⸗Preise
vom Getraide.
Berlin, den 19. Januar 1835.
Sonnabend, den
Das Schock Stroh 7 Rthlr. 15 Sgr., au Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr.
Sgr 6 Pf., auch 2 17. Januar 1835.
Zu cLande: Weizen 1 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rthlr. 17 G 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf, auch 1 Rthlr. 7 G8 6 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf, auch 1 Rthlr. 6 G 3 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 6 G. Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auch 20 Sgr.; Erbsen (schlechte Sorte Rthlr. 20 Sgr. .
Zu Wasser: Sgr. und 1 Rthlr. 16,. Sgr. 3 Pf.; Rogg auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6/pf ; große Gerste 1 Rthlr. 6 Sgr. 3 auch 1 Rthlr. 5 Sgr.; Hafer 22 g Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf.
Weizen (weißer) 2 Rthlr., auch 1 Rthlt.) oggen 1 Rthlr. 15 -
1 Sgr. 3 9% S
ch 6 Rthlr.:; -
Hayn.
slaus⸗Orden zweiter Klasse erhalten
2 1ö1“n
Pr.
8
8
Berlin, Donnerstag den 22fen Januar
Kronik des Tages.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben Allergnaͤdigst geruht, die Land⸗ erichts⸗Assessoren Oedekoven und Pelman zu Koͤln zu Land⸗
erichts⸗Raͤthen zu ernennen.
Der Notariats⸗Kandidat und Friedensgerichts⸗Schreiber ann Georg Johaentgen zu Bonn ist zum Notar in
50 8 ernannt worden.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung v zu Koͤln ist der bisherige Prediger an der reformirten Ge⸗ einde zu Elberfeld, Johannes Wichelhaus, zum Pfarrer r evangelischen Gemeinde zu Bonn berufen worden.
Zeitungs⸗Nachrichten.
1 A1 1“ ““ Rußland. 8 “ *
St. Petersburg, 13. Jan. Se. Majestaͤt der Kaiser nben den bisherigen Kommandanten von Abo, General⸗Lieute⸗ unt Turtschaninoff I., zum Kriegs⸗Gouverneur von Podolien nannt.
Der als Legations⸗Rath bei der diesseitigen Botschaft in bien angestellte Staats⸗Rath Fuͤrst Gortschakoff hat den Sta⸗
Der Gouverneur von Wilna, General⸗Adjutant Fuͤrst Dol⸗ prukij, ist aus Wilna, und der Commandeur des ersten Infan⸗ rie Corps, General⸗Adjutant Neidhard, aus Mitau hier ange⸗ ommen. unzeim 3. Jan. starb hier der Oberst des Corps der Steuer⸗ zute der Kaiserlichen Flotte und Mitglied des gelehrten Aus⸗ hhusses der Admiralitaͤt, Wassily Berg, bekannt durch viele werth⸗ olle Beitraͤge zur Geschichte der Russischen Literatur.
Die Kaiserliche Bestaͤtigung eines neuen Fraͤulein⸗Stiftes in Kiew ist zu Berlin am 17. November v. J. erfolgt. Es ollen in diesem Stifte die Toͤchter armer Edelleute aus den Gouvernements Kiew, Wolhynien und Podolien erzogen wer⸗ den, und zwar wird die Anstalt fuͤr 120 Zoͤglinge eingerichtet,
von denen jedoch die Haͤlfte nur gegen Bezahlung einer jaͤhrli⸗
hhen Pension von 800 Rbl. aufgenommen wird. Die Anstalt vird zwei Kirchen haben, und zwar eine Griechisch⸗Russische nd eine Roͤmisch⸗Katholische.
Nach der St. Petersburgischen Zeitung sind auf der harkowschen Universitaͤt unbesetzt die Professuren der Philosophie, her Gesetzgebung aͤlterer und neuerer Voͤlker, der Diplomatik, der Staatswirthschaft, der Landwirthschaft, der Technologie, der Han⸗ helswissenschaft und Manufakturenkunde, der Pathologie, der The⸗ apie, der Klinik, der Chirurgie, der Universalgeschichte, der Sta⸗ istit und Geographie und die Stelle eines Deutschen Lektoes: breizehn Professuren und eine Lektorstelle. Die vier Fakultaͤten, in welche sich die Universitaͤt theilt, werden genannt: die ethiko⸗ politische, die physico⸗-mathematische, die medizinische, die litera⸗ ische. Die letztere las im verflossenen Sommer uͤber phildlo⸗ ische Encyklopaͤdie, Statistik, Griechische Grammatik und Grie⸗ hische Schriftsteller, Persische, Tuͤrkische, Englische und Fran⸗ oͤsische Sprache, Franzoͤsische Literatur, Horazens Oden, Roͤmi⸗ sche Alterthuͤmer, die Aeneide, Cicero's Rede pro lege Manilia, allgemeine Literatur, Politik und endlich Geschichte der Russischen Literatur.
Der Hofrath Sotoff, Verfasser eines neulich erschienenen Romans: „Der geheimnißvolle Moͤnch, oder einige Zuͤge aus dem Leben Peter's des I.“ (und eines zweiten Romans: „Leonid, dder einige Zuͤge aus Napoleon's Leben“, so wie einer „Geschichte Europa's unter der Regierung Alexander's IJ.) hat das Gluͤck gehabt, dem Kaiser ein Exemplar jenes erstgenannten Werkes zu überreichen, und dafuͤr von Sr. Majestaͤt einen kostbaren Bril⸗ antring zu empfangen. 3
In Kronstadt sind waͤhrend des vorigen Jahres 1911 Schiffe angekommen, worunter 123 Russische, 302 Preußische, 723 Eng⸗ ische, 9 Schwedische und Norwegische, 189 Däͤnische, 59 Han⸗ oversche, 132 Holländische, 47 Franzoͤsische, 83 Mecklenburgi⸗ sche, 20 Hamburgische und 63 Amerikanische.
Der Werth der Einfuhren von Schweden nach Finnland hat im vorigen Jahre 1,927,590 Rbl. 40 Kop. B. A. und der 8 Gelden von Finnland nach Schweden 2,203,330 Rbl. 5. A. b
8 Frankreich. 8 Paris, 14. Jan. Die mit der Pruͤfung des Gesetz⸗Ent⸗ wurfes uͤber den Bau eines Gerichts⸗Saales fuͤr den Pairshof beauftragte Kommission der Pairs⸗Kammer hat einstimmig auf die Annahme desselben angetragen.
Der Temps sagt: „Vor einigen Tagen hatte man Ver⸗ suche gemacht, den Herrn Rover⸗Collard dem Herrn Guizot näher zu bringen; sie sind aber gescheitezt. Die am Ruder be⸗ findlichen Doctrinairs fuͤhlen sehr gut, welcher Nachtheil ihrem vstem durch das Schweigen und die vertraulichen Witzeleien des Mannes zugefuͤgt wird, den man im Publikum als den Va⸗ ter jenes Mysticismus betrachtet, welcher eigentlich eher den Herren
von Broglie und Guizot angehoͤrt. Herr Thiers ist der einzige der jetzigen Minister, der den Herrn Royer⸗Collard besucht, und
Letzterer empfaͤngt zwar den Minister, stattet ihm aber niemals einen Gegen⸗Besuch ab. Ein einzigesmal ist Herr Royer⸗Collard auf das Schloß eingeladen worden, hat aber dieser Einladung nicht Folge geleistet. Der dienstwillige Freund, der ihn dem Herrn Guizot naͤhern wollte, wurde mit folgenden Worten ab⸗ gewiesen: „„Sie wissen sehr wohl, daß mir der Mann immer eben so wenig gefallen hat, als seine Doktrinen.
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aun 2 „ S. IeE 2 be. An. 2 emn
gen lassen, daß ich es mit ihm hielte, ich kann eben so gut sagen lassen, daß ich gegen ihn sey; das sind Dinge, uͤber die ich nicht gebieten kann.““
Der zum Botschafter in London ernannte General⸗Lieute⸗ nant Graf Horaz Sebastiani ist zugleich Mitglied der Deputir⸗ ten⸗Kammer fuͤr den Bezirk Vervins im Aisne⸗Departement. Am Tage seiner dortigen Wahl erließ er ein Schreiben an die Waͤhler, worin er sagte: „Sie besorgen vielleicht, daß, weil mir das Amt eines Botschafters (in Neapel, wo der General sich zur Zeit noch befindet) uͤbertragen worden, ich dasjenige Ihres Deputirten nicht wuͤrde erfuͤllen koͤnnen. Seyen Sie die⸗ serhalb unbesorgt! Beide Posten sind nicht mit einander unver⸗ traͤglich; ich werde diesem Bezirke noch vielfaͤltig meine Hinge⸗ bung beweisen, und an den Sitzungen der Kammer Theil neh⸗ men.“ — Das Journal de lAisne bemerkt jetzt, daß die Kammer schon seit 6 Wochen versammelt sey, waͤhrend Herr Sebastiani noch immer ruhig in Neapel verweile.
Im Mémorial Bordelais liest man Folgendes: „Es heißt, doch ist dies noch zweifelhaft, Mina habe, um die Eskorte des von Elisondo nach Pampelona bestimmten Transports zu ver⸗ staͤrken, demselben 600 junge Leute von Pampelona entgegenge⸗ schickt. Diese Ungluͤcklichen, welche den ausgezeichnetsten Fami⸗ lien Pampelona's angehoͤrten, sollen durch die Karlisten uͤber⸗ fallen und als Geisel zuruͤckgehalten seyn. Fuͤnfhundert Guiden und 100 Peseteros sind in diesem Augenblick in der Umgegend von Pampelona umzingelt. Die Karlisten haben ein Schreiben des Generals Espartero aufgefangen, worin er sagt, daß seine Truppen in der groͤßten Entbloͤßung, ohne Sold, ohne Kleidung, ohne Fußbedeckung seyen; ihre Erbitterung ist aufs hoͤchste ge⸗ stiegen; er hat kein Mittel, sie im Zaume zu halten, und giebt von neuem seine Entlassung ein, die er, wie es scheint, schon zweimal angeboten hatte. Ich habe Ihnen gesagt, daß Mina abgenutzt sey, wie die Andern. Sie werden sehen, ob ich mich getaͤuscht habe.“
Aus Bayonne schreibt man unterm 9ten d. M.: „Am 3ten d. verhafteten die Karlisten einen Bauer von Mendigorria, der auf Befehl des Maire seiner Gemeinde einige Transporte fuͤr die Christinos befoͤrdert hatte; er ist erschossen und an dem Bruͤckenkopfe von Mendigorria, aufgeknuͤpft worden, obgleich er zwei Soͤhne bei den Insurgenten hatte, die sich an Ort und Stelle befanden. — In allen uͤrch Garnisonen der Koͤnigin be⸗ setzten Orten noͤthigt man die als Karlisten bekannten Einwoh⸗ ner, den Dienst der Depeschen zu versehen, die Nacht in der Umgegend zu wachen und das Gepeel zu transportiren, so daß sie, im Falle ihrer Ergreifung, durch die Karlisten selbst gestraft werden. Diese letzten bedienen sich ihrerseits der Christinos an den Orten, wo keine Garnison der Koͤnigin ist, zu demselben Zwecke. — Don Carlos hat die 5 Gerichtsbarkeiten des Koͤnig⸗ reichs Navarra mit einer neuen Steuer von 25,000 Douros be⸗ legt. — Am 1. Januar hat Don Carlos mehrere Ernennungen und Befoͤrderungen bei seiner Armee vorgenommen. — Nach Aussage der Karlisten hatten die Christinos in dem Treffen am 2ten zu Ormasteguh 115 Todte und 160 Verwundete, worunter 10 Offiziere, die Karlisten dagegen nur 90 Todte und 140 Ver⸗ wundete, worunter 2 Capitaine und 6 Offiziere.“
Der zu Bilbao ermordete Franzoͤsische Schiffs⸗Capitain, Herr Mazé, Kommandant der „Hirondelle“, ist dort auf Ver⸗ anlassung des Frarnzoͤsischen Konsuls mit großer Feierlichkeit beer⸗ digt worden; alle Behoͤrden von Bilbao, so wie die General⸗ staͤbe und Detaschements der Garnison und der National⸗Garde, gaben ihm das letzte Geleite.
Es hat sich das Geruͤcht verbreitet, daß die Herren von Polignac und von Peyronnet von Hamm nach Bouͤrges gebracht werden waͤrden.
Herr Simon, der verantwortliche Herausgeber des „Cha⸗ rivari“, der unlaäaͤngst wegen eines Preßvergehens in contuma- ciam zu 1 jäͤhriger Haft und einer Geldbuße von 5000 Fr. kon⸗ demnirt worden war und von diesem Urtheile appellirt hatte, erschien heute in Person vor dem hiesigen Assisenhofe. Die Geschwornen erklaͤrten ihn fuͤr nicht schuldig, worauf der Ge— richtshof seine sofortige Freilassung und die Zuruͤckgabe der in Beschlag genommenen Nummern seines Blattes verfuͤgte.
Die im vorigen Jahre eroͤffnete Subscription zum Besten der Einwohner von St. Etienne und der Umgegend, die durch das Austreten der Loire und der Nebenfluͤsse gelitten, hat 25,485 Fr. eingetragen, wovon 7200 Fr. zur Wiederherstellung der Feld⸗ wege verwandt und der Rest unter 165 huͤlfsbeduͤrftige Familien vertheilt worden ist.
Das Journal du Commerce meldet: „Herr de Vins, General⸗Konsul, und Herr Royer, Konsul zu Buenos⸗Ayres, sind nach Brest abgereist. Sie werden daselbst die Fregatte „la Flore“ abwarten, die sie nach ihrer Bestimmung bringen soll. Man rechnet auf die Gewandtheit dieser beiden Agenten, um den Abschluß eines Handels⸗Traktates zwischen Frankreich und der Argentinischen Republik zu Stande zu bringen. Es ist in der That Grund vorhanden, zu hoffen, daß die Schwierigkeiten, die die beiden Laͤnder bisher, wo wir kaum einen beglaubigten Agenten in jenen Gegenden hatten, verhinderten, sich zu verstaͤn⸗ digen, nunmehr zum groͤßten Theil verschwunden seyn werden. Unser Handel mit Suͤd⸗Amerika wuͤrde durch einen solchen Trak⸗ tat ungemein gewinnen.“
Es wurde kuͤrzlich von den hiesigen Blaͤttern gemeldet, daß der bekannte Juwelier Herr Cornilliet in dem Augenblicke verhaftet worden sey, wo er den Postwagen besteigen wollte, um sich nach Calais zu begeben. Der mit den Angelegenheiten die⸗ ses Mannes beauftragte Advokat, Herr Lainé, hat jetzt zur Be⸗ richtigung obiger Angabe Folgendes in die oͤffentlichen Blaͤtter einruͤcken lassen: „Es ist wahr, daß Herr Cornilliet genoͤthiget war, sich fuͤr insolvent zu erklaͤren; allein er hat dieses erst gethan, nachdem er ein Inventar von seinen Waaren, die sich wenigstens auf 200,000 Fr. belaufen, im Beiseyn von 6 bis 8 seiner Kreditoren hatte anfertigen lassen, die sich von jenem Au⸗ genblicke an, mit Bewilligung ihres Schuldners und 2 Tage vor
Ich habe sa⸗
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seiner Abreise, als Huͤter konstituirten.
Es ist ebenfalls wahr,
daß er, als er die Unmoͤglichkeit eines guͤtlichen Vergleichs mit seinen Kreditoren eingesehen, mich beauftragt hat, seine Bilanz zu deponiren, und daß er geglaubt hat, sich, dem Gebrauch ge⸗ maͤß, aus seiner Wohnung entsernen zu muͤssen, bis er ein siche⸗ res Geleit erlangt habe. Eben so ist es wahr, daß 2 seiner Glaͤubiger sich seiner Abreise widersetzt und an seiner Person das Verbrechen einer willkuͤrlichen Verhaftung begangen haben. Aber falsch ist es, daß er mit irgend einer Waare versehen be⸗ troffen worden; er hatte nicht einmal ein Paket bei sich, was beweist, daß er nur beabsichtigte, sich waͤhrend einiger Tage ent⸗ fernt zu halten.“
Großbritanien und Irland.
London, 14. Jan. Vorgestern Abend speiste der Herzog von Cumberland bei Ihren Majestaͤten in Brighton. Unter den zu diesem Diner eingeladenen Gaͤsten bemerkte man eine große
nzahl von Militair⸗Personen, namentlich die Generale Phipps, Sir R. Macfarlane, Graf von Chatham, Sir J. Champneys und St. John, die General⸗Lieutenants Sir J. Smith, Vis⸗ count Lake, Lord Howard von Effingham und Sir P. Mait⸗ land, und die General⸗Majore Sir L. Otway, Sir A. Clifton,
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Sir Ch. Pratt, Henry King, Sir Ch. Doyle und Sir J.
Waters.
Der Portugiesische und der Griechische Gesandte und der Franzoͤsische Geschaͤftstraͤger, Herr Pontois, besuchten gestern den Herzog von Wellington im auswaͤrtigen Amte. Auch Sir Ro⸗ bert Gordon hatte daselbst Geschaͤfte.
Nach der Liste des Globe befinden sich unter den von die⸗ sem Blatt gestern angegebenen 367 Parlaments⸗Wahlen 106 neue; davon sind 61 zu Gunsten des Ministeriums und nur 45 zu Gunsten der Opposition ausgefallen; es wurden naͤmlich
53 konservative Mitglieder an die Stelle fruͤherer
reformistisch gesinnter Repraͤsentanten und nur 7 re⸗ formistische an die Stelle fruͤherer konservativer Re⸗ praͤsentanten gewaͤhlt; bei 46 Wahlen wurden zwar die Per⸗ sonen getauscht, aber nicht die Prinzipien; 8 naͤmlich fielen wieder auf konservative und 38 wieder auf reformistisch gesinnte Kandidaten. Die heutige Times fuͤgt zu den bis gestern be⸗ kannt gewordenen Wahlen, deren Zahl sich nach dem Courier auf 372 belief, noch 4 neue hinzu, naͤmlich die des Lord Stan⸗ ley und des Herrn J. W. Patten, fuͤr den noͤrdlichen Theil der Grafschaft Lancaster, beides gemaͤßigte Reformer und die fruͤheren Parlaments⸗Repraͤsentanten dieser Grafschafts⸗Abthei⸗ lung, und die des Grasen von Lincoln und des Herrn J. E. Denison, wovon der Erstere ein Konservativer, der Letztere ein Reformer ist, fuͤr den suͤdlichen Theil der Grafschaft Notting⸗ ham, den sie auch im vorigen Parlament vertraten.
Die Times beobachtet seit einigen Tagen ein halbes Still⸗ schweigen uͤber den Stand der Wahlen, und der Courier warnt, ungeachtet der guͤnstigen Erwartungen, die er fuͤr den Erfolg der Reform⸗Sache hegt, vor voreiligem Jubel, denn noch haͤnge es von den Freisassen auf dem Lande ab, ob die Toriez die Oberhand behalten sollten. .
Herr Alexander Baring ist aus der Grafschaft Essex, fuͤr deren noͤrdliche Abtheilung er ohne Opposition zum Parlaments⸗ Mitgliede gewaͤhlt wurde, wieder hier eingetroffen. Er hat Hrn. Rawson zu seinem Privat⸗Secretair ernannt.
In der Rede, welche Lord Stanley vorgestern bei der Wahl zu Lancaster hielt, gab er folgende Aufschluͤsse daruͤber, weshalb er es abgelehnt habe, an der jetzigen Verwaltung Theil zu nehmen: „Zur Zeit der Aufloͤsung des vorigen Ministeriums“, sagte er, „war ich gerade, doch wahrlich zu keinem politischen Zweck, mit mehreren meiner gleichgesinnten Freunde zusammen, und da nun damals das Geruͤcht ging, es wuͤrde ihnen und mir selbst das Anerbieten gemacht werden, Aemter zu uͤbernehmen, so war es wohl ganz natuͤrlich, daß das politische Verfahren, welches von uns allen beobachtet werden sollte, zur Sprache kam, und ich muß sagen, daß sich mit Hinsicht auf den zuletzt von uns gefaßten Beschluß auch nicht die geringste Meinungs⸗ Verschiedenheit unter uns kund gab, so wie daß seitdem von keinem aus unserer Mitte an der Zweckmaͤßigkeit des von uns beschlossenen politischen Benehmens im mindesten gezweifelt worden ist. Ich hoffe, daß man mich und meine Freunde von der Beschuldigung freisprechen wird, als haͤtten wir uns bei die⸗ ser Gelegenheit von unwuͤrdigen politischen Partei⸗Gruͤnden be⸗ stimmen lassen. (Beifall.) Ich finde mich nur deshalb bewogen, so viel uͤber diesen Punkt zu sagen, weil man es mir als noth wendig dargestellt hat, eine hin und wieder herrschende Meinung u berichtigen, als ob ich zwar Willens gewesen waͤre, mit Sir Robert Peel, aber nicht unter ihm zu fungiren. Eines solchen Gefuͤhls bin ich Licht saͤhig, und ich hoffe, die Versammlung wird glauben, daß, wenn es mir moͤglich gewesen waͤre, mich der Verwaltung Sir Robert Peel's und des Herzogs von Wellington anzuschließen, die Worte mit oder unter bei mir keinen Ausschlag in der Waagschale gegeben haͤt⸗ ten! (Lauter Beifall.) Auch das, hoffe ich, werden Sie glau⸗ ben, daß wir, ich und meine Freunde, wenn wir damals haͤtten uͤberzeugt seyn koͤnnen, durch unseren Eintritt ins Ministerium wuͤrden jene Grundsaͤtze vernuͤnftiger und besonnener Reform, zu denen wir uns bekennen, am besten zu foͤrdern seyn, die Fe⸗ stigkeit des Geistes gehabt haben wuͤrden, vor den Vorwuͤrfen, denen wir uns dadurch vielleicht ausgesetzt, nicht zuruͤckzubeden., sondern daß wir im Gegentheil, selbst auf die Gefahr hin, schein⸗ bar an Charakter einzuduͤßen, mit Vertrauen von der Zeit erwar⸗ tet haͤtten, daß sie uns Gerechtigkeit widerfahren lassen werde. (Gro-⸗ ßer Beifall.) Wir waren aber uͤberzeugt, daß uns in diesem Fall das zͤffentliche Pflichtgefuͤhl, unsere persoͤnlichen Verhaͤltnisse und unsere Freundschafts⸗Verbindungen als Privatmaͤnner, kurz alles zu dem Schluß noͤthige, wir wuͤrden unsere oͤffentlichen Pflichten am besten erfuͤllen, wenn wir es ablehnten, wieder in den Dienst des Koͤnigs einzutreten. Nehmen Sig an, daß wir eingewilligt haͤtten, uns der neuen Verwaltun schließen, um sie bei je⸗ nen liberalen Maßregeln zu unterstüͤten, die sie, wie ich uͤberzeugt bin, ausfuͤhren muß und wird, welchen Verleumdungen und fal⸗