1835 / 23 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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wuͤrde die Verstaͤrkung, welche die ministerielle Partei bei den bis jetzt bekannten Wahlen erhalten, sich auf ungefaͤhr 30 belau⸗ fen; auf 80 bis 100 hatten die Oppositions⸗Blaͤtter selbst gerechnet.

Den Wahlen in England schließen sich jetzt die Schottischen an. In Edinburg haben sie am 12. Januar begonnen. Das Wetter war so unguͤnstig als moͤglich; ein starker Regen lockerte den Schnee, der Tags vorher gefallen war, wieder auf, und die Straßen waren kaum zu durchwaten. Dennoch hatten sich vor den Wahlgeruͤsten nahe an 10,000 Menschen zusammengedraͤngt; Fenster und Daͤcher der benachbarten Häͤuser waren mit Zu⸗ schauern bedeckt. Von der einen Seite zogen in feierlicher Pro⸗ Fession die heiden Tory⸗Kandidaten, Lord Ramsay und Herr Learmonth, mit einem Gefolge von etwa Tausend ihrer Freunde, je vier neben einander marschirend, von der anderen Seite die Reformer, Herr Abercromby und Sir J. Campbell, Beide be⸗ kanntlich Mitglieder der Melbourne'schen Verwaltung, heran. Die beiden Letzteren wurden zuerst durch ziemlich ruhig angehoͤrte Reden in Vorschlag gehracht. Als aber rah ihnen die Gegner auftraten, entstand ein so fuͤrchterlicher Laͤrm, wie man selbst bei solcher Gelegenheit noch nicht gehoͤrt hatte. Die Liberalen zisch⸗ ten und tobten; die Tories suchten sie durch Beifallsrufen zu üͤbertaͤuben; von den Fenstern wehten die Damen mit ihren Tuͤchern, und auf den Daͤchern schwenkte man die Huͤte. Ein Berichterstatter erzaͤhlt, er habe den Rheinfall gesehen, aber das Geraͤusch desselben koͤnne kaum emnen Vergleich aushalten mit dem Toben des Volkes in Edinburg. Dies dauerte denn auch mit wenigen Unterbrechungen eben so lange, als die Reden der Tories, ven denen daher wenig oder nichts zu verstehen war. Als Herr Abercromby dann das Wort nahne, erhob sich am westlichen Ende des Platzes, wo die Tories aufgestellt waren, gleichfalls einiger Laͤrm, da jetzt aber der groͤzere Theil der Zuschauer ruhig blieb, so konnte man ihn hoͤ⸗ r.g. Er warf den Tories vor, durch Einschuͤchterung auf die Waͤhler eingewirkt zu haben, und machte sich anheischig, diesen Umstand, wenn er geleugnet werden sollte, durch Facta zu be⸗ weisen. (Schon vor einiger Zeit erzaͤhten Edinburger Blaͤt⸗ ter, in der Neustadt sey den Inhabern der Laͤden von den mei⸗ sten ihrer Kunden angezeigt worden, man werde nichts mehr von ihnen kaufen, wenn sie nicht fuͤr die Tories stimmten.) Herr Abercromby fuͤgte hinzu, seine Gegner wuͤrden wahrscheinlich leugnen, daß Einschuͤchterungen und Bestechungen vorgefallen seyen, aber gerade das mache sie veraͤchtlich, daß sie im Geheimen Dinge treiben, die sie oͤffentlich einzugestehen nicht den Muth haͤtten; eben so fingen sie jetzt an, sich fuͤr die Freun⸗ de von gar mancherlei Reformen auszugeben, waͤhrend sie in der That gegen die Reform handelten; er hoffe zuver⸗ sichtlich, man werde solche Leute nicht ins Parlament senden. Sir John Campbell sprach in demselben Sinne uͤber die Be⸗ stechungen der Tories und suchte hauptsaͤchlich auf ihren Ein⸗ wand, sie seyen befugt, mit ihrem Gelde anzufangen, was sie wollten, mit Gegengruͤnden zu antworten. Waͤhrend er noch sprach, traf die Londoner Post ein, welche die Nachricht von dem End⸗Resultat der City⸗Wahlen brachte. Der Redner theilte diese Nachricht sogleich von dem Wahlgeruͤst aus mit und wuͤnschte, die Hauptstadt von Schottland werde hinter der an⸗ dern Hauptstadt nicht zuruͤck bleiben. Die Ankuͤndigung wurde mit ungemessenem Beifall aufgenommen. Die Handerhebung fiel, wie vorauszusehen war, ganz zu Gunsten der beiden Re⸗ former aus, und die Gegner verlangten die schriftliche Abstim⸗ mung, die auf den 13ten und 14ten angesetzt ward. Am 13ten Abends standen die Stimmlisten: Abercromby 2391, Campbell 2352 dagegen Ramsay 1487, Learmonth 1405. Bei der (gleichfalls in Edinburg stattfindenden) Wahl fuͤr die Grefschaft Midlothian erhoben sich die Haͤnde gleichfalls fuͤr den

Reform⸗Kandidaten Gibson⸗Craig, wogegen Sir George Clerk,

sich auf die schrifliche Abstimmung berief. Ein aͤhnliches Resul⸗ tat gab die Wahl fuͤr Perthshire. In der Stadt Perth ist der Reformer L'Olephant ohne Opposition gewaäͤhlt; eben so in Peebleshire Sir John Hay und in Greenock Herr Wallace. Sonst sind noch keine Wahlen aus Schottland bekannt geworden.

Herr Walter, der Haupt⸗Eigenthuͤmer der Times, hat seine Erwaͤhlung zum Parlaments⸗Mitglied fuͤr Berkshire durchgesetzt.

Um die Wahl in Dublin streiten sich noch Herr O'Connell und der Orangist Herr West. Man glaubt fast, daß die Her⸗ ren O'Connell und Ruthven bei der Wahl fuͤr Dublin durchfal⸗ len werden. Der Erstere ist nicht gewohnt, eine oͤffentliche Rede, im eigentlichen Sinne des Worts, zu halten, und hat sich daher dieser Aufgabe sehr kuͤmmerlich entledigt. Herr Ruthven hatte sich auf dem Wahlgeruͤst Ausdruͤcke gegen den Lord⸗Mayor von Dublin erlaubt, die zu einem Zweikampf zwischen Beiden fuͤhrten. Der Capitain Cottingham, Secretair des Dubliner konservativen Vereins, sekundirte dem Lord⸗Mayor, Herrn Perrin, und Herr Ebenezer Jacob war der Sekundant des Herrn Ruthven. Nach⸗ dem die beiden Duellanten zweimal Pistolenschuͤsse gewechselt hatten, ohne zu treffen, trennten sie sich, obgleich Herr Ruthven sich zu keiner Abbitte oder Entschuldigung hatte bewegen lassen.

Aus der (gestern theilweise gegebenen) Rede Lord Stan⸗ ley's ist noch zu bemerken, daß er sich mit Hinsicht auf das Benehmen, welches er im naͤchsten Parlamente befolgen wuͤrde, dahin erklaͤrte: er werde niemals ein Unternehmen, das auf den Sturz des jetzigen Ministeriums abgesehen waͤre, unterstuͤtzen, so lange sich nicht die sichere und rechtmaͤßige Aussicht darbiete, daß die Bildung einer neuen Verwaltung moͤglich sey, deren Handlungsweise seinen Grundsaͤtzen angemessener waͤre.

Die Times legt großes Gewicht auf die von Lord Stanley in Lancaster gehaltene Rede und schoͤpft daraus die besten Hoff⸗ nungen fuͤr Sir Robert Peel's Ministerium.

Herr Spring Rice behauptete bei der Wahl zu Cambridge, es seyen sogar Leute aus dem Gefaͤngniß geholt worden, um fuͤr die Tories zu stimmen. 1

Herr Sydney Herbert, der femn Parlaments⸗Mitglied fuͤr die sidliche Abtheilung von Wiltshire ernannt worden ist, hat das Amt eines Secretairs in der Ostindischen Kontrolle genommen. 1

Das Woreester Journal will ganz bestimmt wissen, daß ein Ausschuß von Bischoͤfen zur Berathung uͤber einen von der setzigen Verwaltung dem Parlamente vorzulegenden Kirchen⸗ Reform⸗Plan, der auch die Abloöͤsung der Zehnten in sich begrei⸗ fen soll, zusammengetreten sey. Die Korrespondenz zwischen Lord J. Russell und dem Bischof von Exeter, die sich bekannt⸗ lich baruͤber streiten, wer unter dem vorigen Ministerium an der Verzoͤgerung der Kirchen⸗Reform Schuld gewesen sey, die Bischöfe oder die Minister, wird noch immer fortgefuͤhrt, doch scheint es jetzt, als ob der Erstere seine gegen die Bischoͤfe erho⸗ benen Anschuͤldigungen zum Theil modifiziren, zum Theil zuruͤck⸗ nehmen wolle,

Die Geschworenen, welchen die Entscheidung uͤber die bei der Zehnten⸗Erhebung zu Rathcormac in vorgefallenen Grauel⸗Ccenen vorgelegt wurde, haben 13 Personen des vorsaͤtz⸗

an⸗

lichen Mordes, 2 des Todschlags, und 8 des rechtfertigungsfaͤhi⸗ gen Todschlags schuldig befunden. Diese Jury bestand aus 14 Katholiken und 9 Protestanten. Einige meinen, der General⸗ Prokurator werde auf eine Revision dieses Verdikts antragen.

Die Ernennung des Grafen Linares, Schwagers des Mar⸗ quis von Palmella, zum Portugiesischen Gesandten am hiesigen Hofe soll, dem Globe zufolge, aufgegeben worden seyn, und Herr von Sarmento wuͤrde demnach in seinen Functionen ver⸗ bleiben.

Heute kam ein Expresser aus Falmouth hier an, der Briefe aus Lissabon vom 10ten d. M. uͤberbrachte. Die Koͤnigin von Portugal war von einer Unpaͤßlichkeit wieder hergestellt, und in der Hauptstadt herrschte vollkommene Ruhe und Zufriedenheit. Man hatte wieder fuͤr 125,000 Pfund Papiergeld oͤffentlich ver⸗ brannt. Die Minister wollten den Antrag des Ausschusses der Deputirten⸗Kammer in Betreff der Indemnisationen ablehnen und einen eigenen an dessen Stelle vorlegen.

Die Herren Ricardo nehmen jetzt Unterzeichnungen zu der neuen Spanischen Anleihe an, und es haben sich, dem Verneh⸗ men nach, schon sehr viele Subskribenten gemeldet.

Der Zoll von auslaͤndischem Weizen ist neuerdings um ei⸗ nen Shilling und der von auslaͤndischen Erbsen um 1 ½¼ Shill. gestiegen. Der Indigo ist ebenfalls im Preise gestiegen, da sich die Nachrichten von dem Minder⸗Ertrage der Aerndͤte in Ostin⸗ dien vollkommen bestaͤtigt haben.

Im heutigen Boͤrsen⸗Bericht der Times liest man: „Noch nie wurde von kriegerischen Drohungen so wenig Wirkung auf die Fonds verspuͤrt, als von den Demonstrationen, welche zwi⸗ schen den Vereinigten Staaten und Frankreich stattgefunden ha⸗ ben, und dies sowohl in letzterem Lande wie in England. Vom Amerikanischen Kongreß besorgt man nichts Ernstliches, es muͤtte denn eine Reaction gegen die jetzigen Schritte Frankreichs seyn, die freilich ein Mann von Jackson's Temperament, so wie der Amerikanische Stolz uͤberhaupt, nicht so leicht aufnehmen duͤrfte. Doch dies Alles floͤßt noch keine ernsthafte Besorgnisse von Feind⸗ seligkeiten ein. Die Consols hielten sich heute ziemlich fest; die Abrechnung in den fremden Fonds ging ohne Schwierigkeit von statten, und Geld war billiger zu haben, als sonst gewoͤhnlich in solchen Faͤllen.“

Nachrichten aus Philadelphia zufolge, hieß es daselbst, daß Herr J. M. Wayne aus Georgien zum Nord⸗Amerikani⸗ schen Gesandten in London ernannt werden wuͤrde.

Aus New⸗York sind Zeitungen bis zum 25. Dezember hier eingegangen; sie enthalten einen Bericht des Senats, wo⸗ durch die Bank der Vereinigten Staaten von den Vorwuͤrfen,

welche der Praͤsident gegen sie erhoben hat, freigesprochen und

eine guͤnstige Schilderung von ihren Huͤlfsquellen gegeben wird. Im Senat war auch die Bill in Betreff der Forderungen, welche von Amerikanischen Buͤrgern fuͤr Beraubungen gemacht werden, die sie von Seiten Frankreichs vor dem Jahre 1800 im Handel erlitten hatten, wieder aufgenommen und von Herrn Shepley vertheidigt worden; auf den Antrag des Herrn Poin⸗ dexter aber hatte der Senat die weitere Erwaͤgung dieses Ge⸗ genstandes vertagt. In einem von hiesigen Blaͤttern mitgetheil⸗ ten Privat⸗Schreiben aus Washington vom 9. Dezember heißt es: „Ich wiederhole, was ich bereits in einem fruͤheren Briefe gesagt habe. Das Land braucht nicht zu fuͤrchten, daß es zu einem Kriege mit Frankreich kommen wird. Man ist weder im Kongreß, noch im Publekum kriegerisch gesinnt. Die Anempfeh⸗ lungsdes Praͤsidenten, zu Repressalien, oder, was im Allgemeinen fuͤr gleichbedeutend gehalten wird, zum Kriege zu schreiten, wird von keinem der beiden Haͤuser, geschweige vom Kongreß, gut⸗ geheißen werden. Wir haben uͤber 100 Millionen in allen Thei⸗ len der Welt im Handel stecken, vielleicht fuͤnfmal so viel, als Frankreich; und dies Eigenthum ist uͤberall dem Angriff bloß⸗ gestellt und der Vernichtung durch Seeraͤuber und Kaper aus⸗ gesetzt; Freibeuter von allen Nationen, selbst von unserer eige⸗ nen, wuͤrden, wenn es zu Feindseligkeiten kaͤme, daruͤber herfallen.“ Diejenigen Nord⸗Amerikanischen Zeitungen, welche im Sinne des Praͤsidenten schreiben, rechnen zwar im Revpraͤsentanten⸗ Hause auf eine Majoritaͤt von 20 bis 25 Stimmen zu Gunsten des Generals Jackson; dagegen zaͤhlt man im Senat 26 Oppo⸗ sitions⸗Mitglieder gegen 21 der Regierung ergebene, und ein Sitz ist noch vakant. (Man sehe uͤbrigens unten den Artikel Nord⸗Amerika, wo uͤber die in Betreff der Fereclischen Angelegenheit im Kongreß gepflogenen Verhandlungen Naͤheres mitgetheilt ist.)

Niederlande.

Aus dem Haag, 17. Jan. Der Prinz von Oranien kommt heute hier wieder an, und wird am 19ten das Geburts⸗ fest seiner Gemahlin hier begehen.

Die regelmaͤßige Post⸗Verbindung mit Belgien hat, wie die Bredasche Courant meldet, mit dem 15ten d. wieder an⸗ fangen sollen. Die nach Frankreich bestimmten Briefe muͤssen an einen Korrespondenten in Belgien adressirt werden. In Groß⸗Zundert wird ein Post⸗Controleur die Befoͤrderung uͤber die Graͤnze wahrnehmen.

Unsere Blaͤtter enthalten einen sehr umstaͤndlichen Bericht von der am 29. Juli in Curagao stattgefundenen zweiten Seku⸗ lar⸗Feier der dortigen Aufziehung der Niederlaͤndischen Flagge.

Die Allgemeine Zeitung schreibt aus dem Haag vom 10. Januar: „In meinem letzten Schreiben habe ich be⸗ merkt, daß der Baron van Zuylen von unserem Monarchen schwerlich bloß zu dem Zwecke nach London abgesendet worden sey, um die Einleitung zur Wiederaufnahme der Arbeiten der Londoner Konferenz zu treffen. Ich hoͤre nun, daß die Abwe⸗ seuheit dieses ausgezeichneten Diplomaten nicht von langer Dauer seyn werde, und daß, wenn seine Mission mit einem gluͤcklichen Erfolge gekroͤnt werde, man in den Niederlanden auf erfreuliche Ereignisse gefaßt seyn duͤrfe. Nicht der General⸗ Secretair im auswaͤrtigen Amte, sondern dessen Sohn, der Ad junkt⸗Kommis im Ministerium des Auswaͤrtigen, Herr Leclercq begleitete Herrn van Zuylen nach London. Nach neueren Brie⸗ fen von dort arbeitet unser dortiger Gesandter sehr haͤufig auf dem auswaͤrtigen Amte. Wie weiter aus diesen Briefen zu entnehmen ist, geben die Tories, ungeachtet ihrer Nieder⸗ lage in London, die Hoffnung nicht auf, die Majoritaͤt im Un⸗ terhause zu erhalten. Wie dem auch uͤbrigens sey, wollen sie jedenfalls den Weg der gemaͤßigten Resorm einschlagen, und wenn ihnen auch hier das Unterhaus entgegentraͤte, eher zu neuen Parlaments Wahlen schreiten, als das Schlachtfeld raäu⸗ men. Man glaubt auch, daß das Ministerium noch, bevor das Perlament zusammentritt, in der auswaͤrtigen Politik einen fe⸗

en Weg einschlagen werde, um dadurch die in dieser Hinsicht inisterium oft bewiesene Schlaffheit vor den

von dem Whig⸗ Der Herzog von

belden Haͤusern in den Schatten zu stellen. Wellington soll aͤußerst thaͤtig sey der Zukunft entgegentreten.“ ““

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Sobald diese erfolge, werde er keinen Anstand nehmen,

,„ und mit vieler Zuversicht 181A4“

1 Daͤnemark. 8 Kopenhagen, 13. Jan. Zur Foͤrderung

Se. Majestaͤt eine Fundation der Nordischen Alterthume⸗Gesel⸗ schaft bestaͤtigt, wonach ein bestimmter Fonds, dessen Grund,

lage ein Kapital von 12,500 Rbthlr. ausmacht, und welche.

successive, durch die ordentlichen Beitraͤge der Mitglieder, wie durch die der Gesellschaft zufließenden außerordentlichen Donationen erhoͤht werden soll, zu diesem Zwecke bestimmt ist

Es ist hier eine Kommission ernannt, um Vorschlaͤge zu a, ner verbesserten Einrichtung des Volks⸗Schulwesens zu macha, Sie besteht aus folgenden Mitgliedern: Justizrath Muͤna, Mangor, Prof. Brorsen, Pastor Rothe und Pasie

aage,

ie Sterblichkeit ist hier noch immer ungewoͤhnlich gy In der Woche vom 3. zum 10. Januar starben 109 Persön und es wurden nur 62 geboren, so daß die Zahl der Erfstag die der Letzteren um 47 üuüberstieg. In der Woche vorher ie die Zahl der Gestorbenen gar auf 123 gegen 51 Geborene (t der Ersteren 72 mehr als der Letzteren) gestiegen. Die messe Menschen sterben noch immer an den Masern.

Im Altonaischen Merkur liest man: „Die im litn Heft der Daͤnischen Monatsschrift befindliche Anzeige vom Pastor Gad redigirten „liturgischen Miscellen”“ wird ne Theilnahme gelesen. Die Zeitschrift ist ins Leben gerufen du das in letzter Zeit rege gewordene Interesse an liturgischen g genstaͤnden, welches sich auch namentlich in einem Circular Daͤnischen Kanzlei vom Anfang v. J. kundgiebt, wonach a Umgestaltung des bestehenden Rituals zu gewaͤrtigen ist.

u einer Zeit, wo der Protestantismus dem katholischen Gl .88”b gegenuͤbertrat, und auch in sich nicht ein Ganzes manche polemische Elemente in das Ritual uͤbergingen, eben so erklaͤrlich, als es der jetzigen Zeit angemessen seyn scheint, „das rein Christliche, wie sich solches in heiligen Schrift ausspricht, ohne aͤngstliche Ruͤcksicht e Parteien und Sekten hervorzuheben.“ Die Parteiunge der Kirche, je nachdem man sich vorzugsweise an die hehg Schrift, oder auch an die symbolischen Buͤcher haͤlt, erschwe indessen auch gegenwaͤrtig die Arbeit, und mit Recht wird esst vorgehoben, daß die Autoritaͤten, um mit ihren Bestrebung heilsam zu wirken, vor Allem auf das Entzgegenkommen al versoͤhnlichen, nicht allzu aͤngstlich marktenden und maͤkelnden sinnung rechnen muͤßten. Ein anderer Aufsatz in der Mone schrift, von Professor Molbech, uͤber Schwedens Statistik, von so hohem und allgemeinem Interesse, daß wir uns eine taillirtere Erwaͤhnung desselben vorbehalten muͤssen.“

Deutschland.

Goͤttingen, 14. Jan. Der Professor der Philoso und Beredtsamkeit an hiesiger Universitaͤt, Dr. Mittschen feierte am 12ten d. sein funfzigjaͤhriges Jubilaͤum.

Bremen, 18. Jan. Gestern uͤbergab in einer besonden Audienz der kuͤrzlich hier angelangte Koͤniglich Franzoͤsische M nister Resident, Herr Baron de Varenne, dem Senate das N. glaubigungs⸗Schreiben Sr. Majestaͤt des Koͤnigs der Franzose Derselbe reiste heute von hier nach Hamburg ab.

Die Gesammtzahl der im Jahre 1834 hierselbst eingeschiffe Auswanderer nach transatlantischen Staaten belaͤuft sich au 13,086 Personen. Davon gingen ab:

in 65 Schiffen nach Baltimore 7747 Personen » 40 » Neu York 3733 5o1 933 168

2 v v 505 2.

1 ersieAmmmnmememsnnnns,en 13,086 Personen.

Nach einer polizeilichen Vern

Neu⸗Orleans Philadelphia

Jamaica

Muͤnchen, 16. Jan. 1 nung duͤrfen sich im diesjaͤhrigen Karneval nur an solchen P den, an welchen oͤffentliche Maskenbaͤlle stattfinden, die Mat

auf der Straße zeigen. Fuͤr andere Tage muß zum Bat⸗ des hier sogenannten „Maskengehens“ eine spezielle polizelt Erlaubniß eingeholt werden. Eben so duͤrfen sich ohne polj liche Bewilligung nicht mehr als 6 Masken zu einer Geselss vereinigt auf der Straße zeigen. Die patrouillirenden Gent men sind angewiesen, solche Trupps anzuhalten, um ihnen Erlaubnißkarte abzufordern.

Die hiesige Kreis⸗ und Gewerbsschule hatte im verflost Jahre 2 Kurse, von welchen der erste am Ende dieses 9. 64, der zweite 25, beide also 89 Schuͤler zaͤhlten. 8

* 1.* d 3 Italien. 188

Rom, 8. Jan. Der aus Griechenland kommende L Bayerische Geschaͤftstraͤger, Herr v. Gasser, ist auf seiner— nach Deutschland gestern hier eingetroffen.

Der Ausbruch der Cholera in Marseille hat hier grh Schrecken erregt. Dlie Congregazione sanitaria ergresse strengsten Maßregeln, um die Seuche nicht nach dem Kue staat dringen zu lassen, welches sonst bei dem haͤufigen Ven mit jenem Hafen leicht der Fall werden koͤnnte. Reisende Frankreich sollen gar nicht zugelassen werden, bevor sie nich Genua oder Livorno die Quarantaine gehalten haben.

Der zum Direktor der Franzoͤsischen Akademie in Rom nannte Herr Ingres ist ebenfalls hier eingetroffen. Horaz Vem welcher dieser Stelle sechs Jahre vorgestanden, wird, sobal seine Tochter mit dem bekannten Maler de la Roche verheit hat, uns verlassen, um in Paris einen andern Wirkun h zu erhalten.

Portugal.

Die Times meldet aus Lissabon vom 3. Jan.: E Bekanntmachung des Schatz⸗Amtes in Lissabon zufolge, se am 9. Jan. daselbst 500 Contos de Reis in Papiergeld auf! Rocio⸗Platze oͤffentlich verbrannt werden, was große Freude dem Volke erregt hat. Es heißt, daß die Regierung vom bis zum 20. Dez. verschiedene Wechsel bis zum b 110,000 Pfd. auf England gezogen habe. Zugleich versic

man auch, daß einer ihrer Agenten in London unter den dification begeben haͤtte hlit di ren Carbonel in London, die auf ihn ausgestellten Wechsel gescier ee

Umstaͤnden ihr dies abgerathen habe. Die Weigerung

Regierung von 50 Contos de Reis anzunehmen, hat hier ag sehr schlechten Eindruck gemacht, obgleich derselbe erklaͤrt, daß nur deshalb die Anerkennung verweigere, weil die In haben⸗ Wechsel keine Anweisung vom Schatz⸗Amte vorzeigen koͤnne

1 len. Ein Beweis, daß es dem Schatz nicht an Geld sehe⸗ daß heute Morgen eine alte Forderung von 15,000 Pfd. be digt wurde und daß die Truppen, die Marine, die Beamten, die Interessen der inneren und auswaͤrtigen Schuld puͤn

bezahlt werden.“ Ia chee; 8 ““

des Studiume Alt⸗Nordischen Alterthums und vor Allem um die Herausgabe⸗ Islaͤndischer Schriften aus dem Alterthum zu erleichtern, hahen

hat die R nenn auch vielleicht nicht erwartete Dimission sogleich zu be⸗ Betrage misch

zeugung, gedeihlichen Fortgang gewinnen wird, was au

Gr chenland.

Nauplia, 28. Nov. (Allg. Ztg.) Schon beginnt diese gtadt sich von ihren Bewohnern zu leeren, und jetzt, wo man tht, daß der Koͤnigl. Entschluß, dem gegebenen Versprechen ge⸗ niß Athen in vierzehn Tagen zu beziehen, aller Intriguen, Bit⸗ n, Drohungen und sinistern Prophezeiungen Ungeachtet, zur usfuͤhrung kommen wird, jetzt will ein Jeder der erste bei die⸗ m Umzuge seyn. Abgesehen von der Sache selbst, sind alle Pohlgesinnten und der oͤffentlichen Meinung des Landes⸗Kundi⸗ uen hocherfreut uͤber diesen Beweis von Festigkeit und gewissen⸗ bafter Erfuͤllung des gegebenen Koͤnigl. Wortes, und wissen de⸗

en aufrichtigen Dank, welche bei dieser Sache durch unparteiische

nd klare Wuͤrdigung des Fuͤr und Wider mitwirkten. Es ist var gewiß, daß man in Aihen noch nicht gleich alle Bequem⸗ chkeiten finden wird, welche der Speculations⸗Geist, wenn auch n hohe Preise, in Napoli so schnell geschaffen hatte, indessen ied eben dieser Speculations⸗Geist in Athen sehr bald dasselbe zun, und fuͤr einen jeden, welcher bei dem schoͤnen und großen nternehmen, den neuen Griechischen Staat zu bilden und zu ronen, eine groͤßere oder kleinere Rolle uͤbernehmen will, duͤrfen nugenblickliche persoͤnliche Unbequemlichkeiten und Entbehrungen ar nicht in Anschlag kommen. Uebrigens ist fuͤr die Unterbrin⸗ ng aller Hauptpersonen und fuͤr die Erfordernisse des Hofes,

r Regentschaft, der Gesandten, der Garnison u. s. w. gesorgt,

un im August waren dafuͤr nach einer genauen Zaͤhlung schon

9 groͤßere und kleinere Haͤuser disponibel. Wenn man aber

ht, wie hier in Napoli in dem hoͤchst unguͤnstigen, ungesunden

d vom Anfange an nur als provisorisch bezeichneten Aufent⸗

stsorte der Regierung die Haͤuser gleichsam aus dem Boden her vielmehr aus dem Meere wuchsen, so kann man an einer raschen

ildung des so schoͤn, so guͤnstig und gesund gelegenen Athens nicht veifeln. Auch hat die Regentschaft Sorge getragen, daß einige in der ngelegenheit des neuen Stadtplans eingetretene Hindernisse keine eiteren Verzoͤgerungen herbeifuͤhren. Dieser Stadtplan war hon zur Zeit des Praͤsidenten Capodistrias von einem Griechi⸗ hen und einem Deutschen Architekten entworfen, der Regent⸗ baft sogleich nach ihrer Ankunft vorgelegt, und endlich ohne tuͤfung durch erfahrne und sachkundige Architekten, jedoch un⸗

dem Vorbehalte etwa noͤthiger Modificationen angenommen rden. Doch kaum war der Plan bekannt und durch die er⸗ gte Tracirung dem Publikum deutlich geworden, so entstanden n allen Seiten die heftigsten Einwendungen dagegen. Die nverhaͤltnißmaͤßige Ausdehnung des Ganzen und Einzelnen, die r den Suͤden unpaßliche Gestaltung, die uͤbermaͤßige Laͤnge ad Breite der Straßen, die unguͤnstige Gestaltung der Bau⸗

litze, und besonders der fuͤr das Koͤnigliche Schloß gewaͤhlte

hatz, unterlagen um so mehr dem Tadel, als man allgemein nubte und wußte, daß umfassende und bis zum Unglaublichen steigerte Bau⸗Speculationen auf diese sehlerhafte Plangestaltung guͤndet worden waren. Die Regentschaft sah sich bald genoͤ⸗ hist, diese Sache naͤher untersuchen zu lassen, und es wurden diesem Ende zweimal Spezial⸗Kommissionen von Nauplia nach hen geschickt. Da aber keiner von beiden Kommissarien Ar⸗ hitekt und im Stande war, anzugeben, wie und wo eigentlich erbessert werden muͤßte, obwohl sie die meisten Maͤngel des Planes richtig ruͤgten; da endlich die Spekulanten vielleicht durch naͤchtige Beschuͤtzer und Theilnehmer der so sehr gefuͤrchteten Planveraͤnderung entgegen wirkten, so hatten diese Kommis⸗ sfonen keinen weiteren Erfolg, als die endliche Sistirung des ganzen lanes. Da ward endlich im eer Sommer der Geheimerath ). Klenze hierher gesandt, um die Entscheidung Sr. Maj. des Koͤ⸗ bigs von Bayern in der Angelegenheit der Regentschafts⸗Dissentionen u uͤberbringen, und es ward nun, wie man glaubt, nicht ohne Ein⸗ luß eines von diesem kunstliebenden Monarchen geaͤußerten Wun⸗ es, beschlossen, diesem Architekten die Correction oder Redaction des Stadt⸗Planes von Athen anzuvertrauen. Obwohl nun dieses Mannes Vorschlaͤge erst nach der reiflichsten Pruͤfung der Re⸗ entschaft, und wie man sagt, unsers jungen Monarchen selbst, ngenommen wurden; obwohl darin ein Jeder die moͤglichste Ruͤcksicht des Bestehenden und der Privat⸗Interessen erkennt; ob⸗ vohl diesen, wo ihre Verletzung auf eine rechtliche Art nachge⸗ piesen werden koͤnnte, durch das Genehmigungs⸗Reskript der Regentschaft und sogar nach dem eigenen Mirurtheile der bei⸗ len Regierungs⸗Architekten, welche den ersten jetzt modifizirten Dlan entworfen hatten, volle Entschaͤdigung zugesichert wurde, b haben diese beiden Herren, aus nicht nachgewiesenen Gruͤn⸗ hen, aber unter dem Vorwande, daß man einige Schoͤnheiten hres Planes zerstoͤrt, und die neue Stadt in die ungesunde Gegend gegen den Piraͤus zu, statt in die gesundere am Fuße hes Lycabettus gelegt habe, ihre Entlassung aus dem Staats⸗ dienste verrangt. Wir glauben mit Recht sagen zu duͤrfen, nter dem Vorwande, denn uͤber die Schoͤnheiten des eigenen Pianes koͤnnen die Verfasser sich selbst doch nicht wohl als kom⸗ hetente Richter anfuͤhren, und der Vergleich beider Plaͤne zeigt deutlich, daß die zweite Angabe voͤllig falsch ist, wenn man nuch zugaäͤbe, daß es in Athen, wie es jetzt schon geschehen ist, nd noch taͤglich mehr geschieht, die Ruinen entfernt, und der auf der Waͤsser wieder hergestellt wird, noch ungesunde Gegenden be, was jedoch in Athen selbst außer einem Arzte, welcher zu⸗ gleich großer Besitzer in der als am gefundesten bezeichneten Ge⸗ gend ist, Niemand glaubt. Es ist zwar wahr, daß Hr. v. Klenze den am Lycabettus bis zum Uebermaͤßigen ausgedehnten ersten urf beschraͤnkt hat, jedoch ist derselbe gegen den Piraͤus iu keineswegs vergrößert, sondern nur zweckmaͤßiger gestaltet ünen. Unmoͤglich ist es aber, aus dem Standpunkte der Zweck⸗ wäbgkeit und nicht aus dem der Bauplatzschwindelei betrach⸗ - zu behaupten, daß ein Plan, der jetzt noch immer fuͤr 25 5 30,000 Einwohner hinreichenden Raum darbietet, und des⸗ e te Ausdehnung im Falle eintretenden Beduͤrfnisses 8 8 entgegensteht, zum Nachtheile der Gemeinde beschraͤnkt b rden sey, wenn dieses auch ruͤcksichtlich der sinanziellen Er⸗ vartungen einzelner Spekulanten geschehen seyn sollte. Auch egentschaft keinen Augenblick gezoͤgert, die verlangte, willigen, und dabei den Dimissionairen eine Ruͤge ihres fal⸗ e Vorgebens zu ertheilen, ihr Plan waͤre in der Art ge⸗ thmigt worden, daß sich die Regierung des Rechtes einer Mo⸗ An die Stelle der beiden Architekten eitung der Ausfuͤhrung des neuen Stadtplanes einem kekte Ingenieur, Offizier und vier jungen Deutschen Archi⸗ diten übergeben. Jedermann billigt hier, der Sache und der nach, das Verfahren der Regentschaft, und hegt die Ueber⸗ daß, wenn man so fortfaͤhrt, das ganze Unternehmen h die Intrigue

agegen thue, und die Parteise aruͤber se 8* und drucken lassen mag. Rtertache ö“ soescheter ets e in unserer Köͤni

ö 98* 8 gen wurde naͤmlich der feierliche Einzug

Athen, 9. Dez. Gestern war ein großer, feierlicher Tag

des Koͤnigs Otto von Griechenland nach dem vorausgegangenen Programm unter großem Zulaufe und Freudenrufe des Volkes gehalten. Um 10 Uhr Vormittags erschienen Se. Maj. am Hafen (Piraͤos) und wurden dort bei der Ausschiffung von den Staats⸗Ministern, dem Staatsrathe, den Secretairen der hohen Regentschaft, dem diplomatischen Corps, dem Rathe, der Geistlichkeit, den Autoritäten der Stadt und von allen an⸗ gestellten Civil, und Militair⸗Personen in großer Galla un⸗ ter dem Donner der Kanonen empfangen. Das paradirende Militair war auf der Straße aufgestellt, und der große Zug bewegte sich nach dem Theseus⸗Tempel, in welchem ein Te⸗ deum gehalten wurde. Waͤhrend des Tedeums wurden 101 Ka⸗ nonenschuͤsse abgefeuert und nach vollendetem Gottesdienste be⸗ wegte sich der Zug in der vorigen Ordnung nach dem neuen Palaste des Koͤnigs zuruͤck, welchen Hoͤchstderselbe nun bewohnen wird. Se. Majestaͤt waren bei dem Einzuge zu Pferde, und wurden von dem Oberst⸗Hofmarschall und einem glaͤnzenden Ge⸗ neralstabe begleitet. Beim Ausschiffen wurden Se. Majestaͤt am Thore auch von einer Deputation von 300 Griechischen Ve⸗ teranen empfangen, welche einstens die Veste (Akropolis) von Athen vertheidigten. Nach dem Ruͤckzuge in die K. Residenz war große Aufwartung bei Hofe, und der ganze Tag wurde in der Stadt dem Jubel und der Freude gewidmet.)

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

Washingron, 25. Dez. In der Sitzung des Repraͤ⸗ sentantenhauses vom 8. d. M. wurden die Mitglieder der stehenden Ausschuͤsse verlesen. Die wichtigste Veraͤnderung in denselben ist die Ernennung des Herrn Wayne zum Praͤsidenten des Ausschusses fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten, an die Stelle des Herrn Archer. Die ganze Zusammensetzung dieses Ausschusses scheint mit den exekutiven Maßregeln in Betreff un⸗ serer Verhaͤltnisse zu Frankreich in unmittelbarer Beziehung zu stehen, d. h. der Ausschuß soll das Echo der in der Botschaft des Praͤsidenten gefuͤhrten Sprache seyn und ein Gesetz vorschla⸗ gen, welches den Praͤsidenten ermaͤchtigt, Frankreich den Krieg zu erklaͤren, oder, was dasselbe ist, Repressalien gegen Frankreich zu gebrauchen.

Am 9. Dezember konstituirte sich das Haus der Repra⸗ sentanten zum Ausschuß, um uͤber den Zustand der Union zu

berathen, und verwies die einzelnen Theile des Vortrags des

Praͤfidenten an die geeigneten stehenden Ausschuͤsse. Bei Verweisung der auf die Franzoͤsische Schuld 1a det An⸗ gaben an den Ausschuß fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten erhob sich eine kurze Debatte uͤber einen Antrag des Herrn Clayton aus Georgien, welcher jenen Ausschuß dahin instruirt wissen wollte, daß er sich mißbilligend in Betreff der vom Praͤ⸗ sidenten anbefohlenen Repressalien aͤußere. Er ging davon aus, daß diese Repressalien unmittelbar zum Kriege fuͤhren muͤßten, und daß ein solcher Krieg ein Kampf gegen die ganze Welt werden wuͤrde. Das Schlachtfeld sey die hohe See, und auf dieser befaͤnden sich gegenwaͤrtig die Amerikanischen Handels⸗ Interessen in dem Werth. von 200 Millionen repraͤsentirt, und dieses ganze Kapital wuͤrde unmittelbar der Raubsucht aller Nationen anheim gegeben seyn, wenn sie nur die Franzoͤsische Flagge aufziehen wollten. Doch moͤge man ihn nicht mißverste⸗ hen. Man solle nicht glauben, daß er nicht gern all' jenes Ka⸗ pital auf's Spiel gesetzt sehen wolle, ja noch zehntausend Mal mehr, wenn es sich um die National⸗Ehre handle; aber er werde nie seine Zustimmung dazu geben, das Eigenthum seiner Mit⸗ buͤrger gefaͤhrden zu lassen, wenn nicht zuvor alle Maßregeln friedlicher Art vergeblich angewendet worden seyen. Die Nation sey jetzt ihrer Schuld entledigt; ein Krieg aber werde ihr eine neue aufbuͤrden, und uͤberdies, wie im letzten Krtege, wuͤrde ein Jeder seine Kapitalien dem Handel entziehen und auf Manufak⸗ turen verwenden wollen; daraus aber wuͤrde nichts anderes ent⸗ stehen, als fortwaͤhrende Gesuche um Schutzzoͤlle und demgemaͤß eine Erhoͤhung des Tarifs. Und da stehe man denn wieder an dem Abgrunde, der sich kaum geschlossen habe, an der Spaltung zwischen den Staaten des Nordens und des Suͤdens. Wenn es daher mit der Ehre vertraͤglich seyp, muͤsse man mit aller Anstrengung einen Krieg vermeiden. „Es ist nicht mein Wunsch“, so schloß der Redner seinen Vortrag, „FEreignisse ver⸗ gangener Zeit hervorzurufen, wie dies ein Deputirter Frankreichs bei Gelegenheit der Berathungen uͤber die Schuld gethan. hat, der an die Zeit erinnerte, als die Fahnen von Frankreich und Amerika vereint auf denselben Schlachtfeldern weheten. Ich wuͤnsche nur, daß das Haus auf dieses Bild (das von Washing⸗ ton) und jenes (das von Lafayette) hinblicke. Wenn die Bilder dieser großen Maͤnner sprechen koͤnnten, was wuͤrden sie in die⸗ sem Augenblicke sagen? Waͤhrend das Haus damit beschaͤftigt ist, uͤber einen Krieg gegen Frankreich zu berathschlagen, moͤchte es gut seyn, jene Gemaͤlde zu verschleiern. Ich bin uͤberzeugt, das Amerikanische Volk wird einen solchen Krieg nicht billigen. Die Nation ist nicht darauf vorbereitet, die Umstaͤnde erheischen ihn nicht.“ Ungeachtet dieser Auseinandersetzung ließ sich Hr. Clay⸗ ton doch bewegen, seine Motion zuruͤckzunehmen, und der in Rede stehende Passus der Botschaft wurde ohne weitere In⸗ struction dem Ausschusse zugewiesen.

In der Sitzung des Senats vom 23. bemerkte Herr Clay, daß die Kommission, welcher der von den auswaͤrtigen Angelegenheiten handelnde Theil der Botschaft zur Pruͤfung uͤber⸗ geben worden sey, den Staats⸗Secretair um die Vorlegung der Korrespondenz zwischen der hiesigen und der Franzoͤsischen Re⸗ gierung seit dem 2. Februar ersucht habe. Der Secretair habe diese Dokumente sogleich, jedoch mit der Bedingung uͤber⸗ sandt, daß diese Mittheilung nur als eine vertrauliche betrachtet werde. Da nun der Praͤsident eine oͤffentliche Maßregel empfoh⸗ len habe, diese auch der Kommission oͤffentlich zur Pruͤfung uͤberwiesen worden sey, um oͤffentlich daruͤber zu berichten, so schlage er vor, daß man den Praͤsidenten ersuche (wenn er es nicht fuͤr unvereinbar mit dem oͤffentlichen Interesse halte), die Instructionen, welche seit dem 4. Juli 1831 den Repraͤsentanten der Vereinigten Staaten in Frankreich, in Bezug auf den an je⸗ nem Tage unterzeichneten Vertrag zwischen beiden Maͤchten, von Zeit zu Zeit uͤbersandt worden, so wie die Korrespondenz beider Maͤchte in Betreff der Ausfuͤhrung des genannten Vertrags, dem Senat mitzutheilen. In dem Hause der Repraͤsentanten wurde ein aͤhnlicher Beschluß gefaßt.

In einer fruͤheren Senats⸗Sitzung trug Herr Webster auf die Entschaͤdigung derjenigen an, welche durch die Kapereien der Franzosen vor dem Jahre 1800 Verluste erlitten haben. Der Antrag wurde einer Kommission uͤberwiesen, die am folgenden

*) Obiger Artikel ist einem Muͤnchener Blatte entlehnt. Andere Bagyerische Blaͤtter halten diese Nachricht jedoch fuͤr antici⸗ pirt; sie theilen naͤmlich unter Atben, 11. Dezember, das Programm uͤber den bevorstehenden Einzug des Koͤnigs mit und meinen, daß es biernach leicht gewesen sey, den Bericht uͤber den bereits

Tage,

ohne Amendement, Bericht daruͤber abstaͤttete. Man glaubt, daß diesen so lange vernachlaͤssigten Forderungen nun end⸗

lich die verdiente Aufmerksamkeit werde geschenkt werden und er⸗ 2

theilt Herrn Webster großes Lob fuͤr die Beharrlichkeit, womit

er, ungeachtet aller Hindernisse, diesen Gegenstand von Session zu Session durchgefuͤhrt hat. Pnf 8

Der Washington Globe, das offizielle Blatt des Ge⸗ neral Jackson, vertheidigt natuͤrlich die Botschaft des Praͤsiden ten sehr eifrig. Es sucht die Stelle in Bezug auf Frankreich,⸗

als durch das Betragen dieses Landes selbst bedingt, darzustellen und betrachtet die angedrohten Repressalien als uUnerläͤßlich fuͤr

die Abhuͤlfe der Beschwerden und fuͤr die Behauptung der Na⸗ tional Ehre. Dies Blatt verdammt zugleich den anti⸗nationalen

Geist, der sich, nach sener Ansicht, in dem „Intelligencer“”“ kund giebt und der sich auch bei dem letzteren verderblichen Streit mit Einige Blaͤtter der Vereinigten

England gezeigt haben soll. Staaten beachten diesen Theil der Botschaft wenig und widmen dagegen der Stelle, welche von der Bank und dem Post⸗Amte handelt, mehr Aufmerksamkeit. Ein hiesiges Blatt sagt:

seren Kreuzern genommen zu werden, ausgesetzt und wo sie zu finden sind. aus 8000 Fahrzeugen, von etwa 744,000 Tonnen, mit einer Be⸗ mannung von 57,000 Seeleuten. Hiervon sind 820 Schiffe, im Mittel von 250 Tonnen, in dem auswaͤrtigen Handel außer⸗ halb Europa beschaͤftigt; 800 Schiffe mit demselben mittleren Tonnen⸗Gehalte dienen zum Handel mit verschiedenen Laͤndern Europas, und 5380 Fahrzeuge, jedes von 50 Tonnen, werden zum Kuͤstenhandel gebraucht. Die Schiffe, welche den Handel außerhalb Europa treiben, sind folgendermaßen vertheilt: In Ostindien 35 Kauffahrer, Isle de Bourbon u. s. w. 70, Suͤd⸗

see 25, Brasilien 65, La Plata⸗Republik 20, Mexiko 40, Cuba 8 8

60, Hayti 60, in den Verereinigten Staaten von Nord⸗Amerika 35, in dem nicht Franzoͤsischen Westindien 20, in Cayenne 25, Senegal und Goree 40, Martinique und Guadelvupe 300, auf dem Wallfischfange 6, China 6 u. s. w. Die Franzoͤsische Ma⸗ rine, mit der wir auch wahrscheinlich bessere Bekanntschaft ma⸗ hr werden, ist ohne Zweifel naͤchst der Englischen die furcht⸗ arste.

schiffe, 68 Fregatten, 33 Korvetten, 67 Briggs, Galliotten, Kut⸗ ter 121 u. s. w. 27 Dampfschiffe, Bombenschiffe u. s. w., zu⸗ sammen 374 Fahrzeuge. Diese Zahl ist seitdem noch Hereseder worden.“ ““ ö1“

Inland.

Berlin, 22. Jan. Am Schlusse des vorigen Jahres betrug die Einwohner⸗Zahl Stettins, das Militair ungerechnet, 29,974 Personen, also gegen das Ende des Jahres 1833 mehr 717 Perso nen.

31 durch Ungluͤcksfaͤlle. Der Ueberschuß der Gebornen gegen die Gestorbenen betraͤgt hiernach 81.

Aus den drei Haͤfen des Regierungs⸗Bezirks Koͤslin, naͤmlich Kolbergermuͤnde, Stolpmuͤnde und Ruͤgenwaldermuͤnde, sind im verflossenen Jahre, die Bootsfahrten ungerechnet, 229 Schiffe ausgelaufen und es langten daselbst 228 Schiffe an. In die sämmtlichen Haͤfen der Provinz Pommern sind mithin (vgl. St. Z. Nr. 17) im genannten Jahre 1711 Schiffe eingelaufen und dagegen 1757 Schiffe von da in See gegangen.

e“ .1 11“ 8 Kooͤnigliches Schauspiel. Die neueste Auffuͤhrung zweier poetischen Meißerwerke auf die⸗ ser Buͤhne, des Goͤthe schen „Tasso“ und Shakespeare's „Richard III.“, Werke, die in Stoff, Form, Umfang und Absicht so verschieden, ja Kontraste sind, wuͤrde eine Stelle in diesen Blaͤttern verdienen, wenn auch weiter nichts dabei zu ruͤhmen waͤre, als der gute Wille einer Theater⸗Direction, das Schoͤne und Große in seiner Einfachheit und Mannigfaltigkeit, in einer gemessenen oder einer alles Maß uͤberschrei⸗ tenden Form den Neigungen und dem Geschmack eines großen gemisch⸗

ten, zwar empfaͤnglichen, aber auf den verschiedensten Bildungsstufen

stehenden Publikums darzubringen. Was zuvörderst den „Tasso“ betrifft, so sind die Meinungen der stimmfaͤhigsten Kunstrichter uͤber die Auffuͤhrbarkeit desselben gaͤnzlich von einander abweichend. Ama⸗ deus Wendt haͤlt ihn durchaus fuͤr nicht geeignet zu einer Darste lung auf einer oͤffentlichen Buͤhne; er sagt, die beiden Hauptperso⸗

nen, Tasso und die Prinzessin, seyen so ideale Zeichnungen, daß

sie eine gewisse Idealitaͤt selbst in der Persoͤnlichkeit der Darstellen den erforderten, und citirt dabei den Lessingschen Spruch: „Der Mensch sey dem Menschen doch immer lieber, als der Engel.“ Hieraus wuͤrde dann folgen, daß, wenn der Darsteller ein Engel waͤre, er uns nicht ansprechen, und auf der andern Seite, wenn er

nur ein Mensch, auch der am vollkommensten organisirte waͤre, er

der himmlischen Dichtung nicht entsprechen wuͤrde, kurz, daß dies zarte, duftige Bild des Dichters keine Verkoͤrperung leide. Das heißt dann freilich uͤberschwenglich viel gefordert und im Grunde nichts anderes gesagt, als die Poesie gehort nicht fuͤr die Buͤhne⸗ was, beilaͤusig demerkt, unseren Stuͤckmachern sehr willkommen seyn muͤßte. Aber man uͤbersetze die Wendtsche Forderung, die anschet⸗ nend ganz verstaͤndig zu lauten scheint, nur in die Bildersprache

Jean Pauls, der die naͤmliche Meinung nur mit andern Worten

ausspricht: Goͤthe’'s „Tasso“ sey ein suͤßer Bluͤthenstrauß, der an keinem andern Ort aufzufuͤhren sey, als in den vier Gehirnkammern; wenn man dazu noch die vier Herzenskammern stoße, so wird man schon in der Frage die Antwort finden; es ist Phantaste, die nicht aus sich heraus kann, weil sie niemals die rechte Zeit und den rech⸗ ten Ort findet; dann aber ist auch aller Kunst, nicht bloß der mi⸗ mischen, ein Ende gemacht; denn welchem echten Dichter waͤre das Wort fuͤr die Hoͤhe und Fuͤlle seiner Gedanken, welchem Maler

die Leinwand, welchem Bildner der Marmor und welchem Ton-⸗

dichter die Note genug? Dagegen meinte ein anderer, sehr geist-

reicher, aber eben so klarer Kopf, Solger: Goͤthe’'s „Tasso“ sey

echt dramatisch, und eben darum theatralisch, denn den von Schle⸗

gel gemachten Unterschied zwischen dramatisch und tdeatralisch will er nicht anerkennen. Referent seinerseits bekennt sich zur Solger⸗ schen Meinung, die, wie er aufrichtig bemerken muß, schon laͤngst

die seinige war, ehe er von derselben Kenntniß nehmen konnte, die ader,

wie er gleichfalls beifuͤgen muß, dabei nicht das Theater, wie es nach Zeit und Umstaͤnden verbraucht wird, sondern wie es seyn kann, im

Auge hat: ein freies, durch keine andern Bedingungen, als die in den Schranken aller Kunst liegen, wenn sie von innen nach außen wirken will, beschraͤnktes Theater; und er hat die Erfabrung fuͤr sich. Wie ist seit den dreiundzwanzig Jahren, seit „Tasso“ auf unserer Buͤhne erscheint, die Bildung der Schauspieler und des Pu⸗ blikums gewachsen? Man darf ohne Uebertreihung sagen, in voll kommner Wechselwirkung, welche die Schaubuͤhne zum Pudlikum, das Publikum zur Schaubuühne haben soll! Und indem Ref. dies zur Ehre der Buͤhne und des Berlinischen Publikums dehauptet, hat er keinesweges von der Seite der Buͤhne die größeren oder geringeren

„Da wir im Begriff sind, Repressalien gegen Franzoͤsisches Eigenthum zu gebrauchen, d. h. Franzoͤsische Schiffe und Ladungen zu kapern, so ist es in⸗- teressant, zu sehen, wie viele dieser Schiffe der Gefahr, von un-

Die Handels⸗Marine Frankreichs besteht ungefaͤhr.

Sie wurde im Jahre 1823 neu organisirt und hat sich seitdem mit großer Schnelligkeit in jeder Hinsicht verbessert. Im Jahre 1832 waren folgende Schiffe seefaͤhig: 58 Linien-

n. Getraut wurden im vorigen Jahre 344 Paare, geboren 1164 Kinder, worunter 174 uneheliche, und es starben 1083 Personen, worunter 6 an den Pocken, 12 durch Selbstmord und

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