1835 / 25 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Weise von aller scheuliche Hinterlist!

des Mirraflores als Spanischer Geschäͤftstraͤger fungirte, General Alava das letzte Mal in England war, befand er sich

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Ankunft des Paketbootes abwarten, um die ganze Frage, sowohl hinsichtlich des Geldes als der National⸗Ehre, der Entscheidung der Kammer zu uͤberlassen? Wenn andererseits der Gesetz⸗Ent⸗ wurf noch nicht votirt gewesen waͤre, so wuͤrde die Opposition gesagt haben: Das Ministerium hat sich beeilt, das Gesetz vor⸗ zulegen, um auf den Kammern, und auf den Kammern allein, das Gehaͤssige einer Geld⸗Bewilligung unter den Drohungen einer fremden Regierung lasten zu lassen. Es hat sich auf diese erantwortlichkeit losgemacht; es ist eine ab⸗ Gluͤckliche Opposition, die nur immer zu tadeln hat! Das ist die leichteste und angenehmste Rolle von der Welt. Man schließt Frieden; sie tadelt den Frieden. Man erklaͤrt Krieg; sie tadelt den Krieg. Es bedarf dazu wei⸗

ter nichts, als daß man eine gewisse Anzahl von Gemeinplätzen

zusammenflickt und allen sich darbietenden Gegenstaͤnden an⸗

paßt. Was hat die Botschaft des Praͤsidenten der Frage Neues hinzugefuͤgt? Beleidigende Worte fuͤr Frankreich. Was mußte die Franzoͤsische Regierung thun? Zeigen, daß es fuͤr die Beleidigung empfaͤnglich ist, sie von der Hand weisen

und sie der Amerikanischen Regierung zuruͤcksenden. Das hat

sie gethan, indem sie ihren Gesandten abberief. Wir wiederho⸗ len es noch einmal: 1

kbommen, daß die Franzoͤsische Regierung noch weiter haͤtte gehen muͤssen.

es ist gewiß Niemanden in den Sinn ge⸗

Aber wenn man auch wirklich noch weiter gegangen waͤre, so wuͤrde doch die Entschaͤdigungs⸗Frage immer dieselbe eblieben seyn. Wenn Frankreichs Ehre verlangt, daß es die Beleidigung des Praͤsidenten Jackson empfinde, so verlangt die⸗

selbe auch, daß es zahle, was es schuldig ist, wenn es schuldig ist. Die beiden Maßregeln, welche die Regierung ergriffen hat, widersprechen sich also einander nicht;

sie wurden ihr gleichmaͤ⸗ ig durch die National⸗Ehre anbefohlen. Den Kammern kuͤmmt etzt die Entscheidung daruͤber z8 ob Frankreich wirklich etwas

schuldig ist. Darauf beruht die ganze Frage!“

Der General Franceschetti, einer der ehemaligen Adjutan⸗

ten des Koͤnigs Murat, ist am 7ten d. M. in dem Markt⸗ ecken Vescovato auf Corsika am Schlagflusse gestorben.

Großbritanien und Irland.

1 London, 16. Jan. Der von hier abberufene Bayerische Gesandte, Graf v. Jenisson, hatte in den letzten Tagen mehrere lange Unterredungen mit dem Herzoge von Wellington. Heute konferirte auch der neue Spanische Botschafter, General Alava, der bei der naͤchsten Cour dem Koͤnige sein 11 ben uͤberreichen wird, mit dem Herzoge im auswaͤrtigen Amte. Durch die Ankunft dieses Botschafters hoͤren die Functionen errn Jabat auf, der seit der Abreise des ö. 88

er

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in der Verbannung. b 8 Die Brighton Gazette sagt, die Gemahlin des Her⸗ zogs Bernhard von Sachsen⸗Weimar, Schwester der Koͤnigin von England, werde, in Begleitung ihrer Familie, im Laufe des kommenden Fruͤhjahrs zu einem Besuch bei Ihren Majestaͤten

ier erwartet; die hohen Herrschaften wuͤrden sich in Antwerpen einschiffen; der Herzog Bernhard, fuͤgt jenes Blatt hinzu, sey noch nie in England gewesen.

Der Fuͤrst Esterhazy wird schon in der naͤchsten Woche aus Wien hier zuruͤckerwartet. Morgen, glaubt man, wird Lord Granville aus Paris hier eintreffen. Der Gesandtschaftsposten, von dem er zuruͤckkehrt, ist der theuerste von allen. Es ist ein Gehalt von 10,000 Pfund damit verbunden, und außerdem wer⸗ den dem Gesandten von der Englischen Regierung 4000 Pfund zur Ausstattung bewilligt und die Miethskosten seines Hotels in Paris von ihr bestritten. .

Die ministeriellen Blaͤtter sprechen ihre Zufriedenheit mit der Rede des Lord Stanley an seine Waͤhler aus; die Mor⸗ ning Chroniele laͤßt dagegen ihr Mißvergnuͤgen daruͤber

durchblicken, und hebt weit mehr die Rede des Sir James

Graham hervor.

. . herboe,n sieht den bisheriaen Gang der Wahlen als sehr zufriedenstellend an, und druͤckt seine Ueberzeugung aus, daß das Peelsche Ministerium im Unterhause die erforderliche Staͤrke, um die Administration fortzufuͤhren, erhalten werde. Dieses Blatt berechnet den Gewinn der Tories in den bis zum 15ten bekannt gewordenen Wahlen, im Vergleiche mit dem auf⸗ geloͤsten Parlamente, auf 58, und dringt, eben so wie die Ti⸗ mes, mit Lebhaftigkeit darauf, daß das neue Unterhaus dem Mi⸗ nisterium die Zeit sich zu erproben gestatte, und nicht von vorn⸗ hinein dasselbe durch eine factioͤse Abstimmung zu stuͤrzen trachte, und so faktisch einen Eingriff in das Recht der Krone, die Minister zu ernennen, mache.

Die Morning Chroniecle, die fortwaͤhrend als das lei⸗ tende Blatt der Opposition anzusehen, und jetzt an die fruͤhere Stelle der Times getreten ist, berechnet das bisherige Ergebniß der Wahlen auf eine mehr dem Courier als dem Globe sich an⸗ naͤhernde Weise. Sie druͤckt dabei die Ueberzeugung aus, daß das jetzige Ministerium sich, dem kuͤnftigen Unterhause gegen⸗ uͤber, auch nur einige Zeit hindurch zu erhalten außer Stande

seyn werde; und sie bietet ihre ganze Dialektik auf, um sofort⸗

nach dem Zusammentritt des Unterhquses eine entscheidende Partei⸗Abstimmung gegen das jetzige Ministerium hervorzuru⸗ fen, dem sie durchaus eine Probe versagen will, die man, ihrer Behauptung nach, auch dem Melbourne 'schen Ministerium und dem aufgeloͤsten Unterhause nicht von der andern Seite bewil⸗ ligt habe. In ihrer Leidenschaft fordert sie endlich das Unter⸗ haus auf, falls das jetzige Ministerium, trotz einer gegen dasselbe ausgefallenen Partei⸗Abstimmung, darauf beharre, im Amte zu bleiben, zwar nicht die Geld⸗Bewilligungen zu versagen und dadurch den oͤffentlichen Dienst zu kompromittiren, wohl aber, nach dem Vorschlage des vorigen General⸗Anwalts Sir John Campbell in seiner Rede an die Waͤhler von Edinburg, die Verausgabung dieser Fonds den Haͤnden des Ministeriums zu entziehen, und eigene Kommissarien zu deren Verwaltung nie⸗ derzusetzen. b

Der Sun beginnt heute sein Blatt mit folgendem groß ge⸗ druckten Artikel: „Triumph der Grafschaft Middleser! Wenn dies unseren Londoner Lesern zu Gesicht koͤmmt, ist Hr. Hume schon fuͤr die Grafschaft gewaͤhlt. Die Waͤhler von Middle sey haben ihre Pflicht hochherzig erfuͤllt.“ Auf einer der folgenden Spalten dieses Blattes liest man: „Mehrere Handwerker haben schon angefangen, kleine Summen zur Deckung der Kosten von Hrn. Hume's Wahl zu substkribiren, und wer noch sein Schaͤrf⸗ lein beizusteuern wuͤnscht, um diese Wahl zu unterstuͤtzen, wird hoffentlich keine Zeit verlieren, sondern es bald thun.“

Sir Edward Knatchbull, der von den Oppositions⸗Blaͤt⸗ tern fuͤr einen so wuͤthenden Anti⸗Reformer erklaͤrt wird, daß er, wie sie sagen, jedem Ministerium den Sturz bereiten muͤßte, erklaͤrte vor seinen Waͤhlern, daß es sein und des ganzen Mi⸗ nisteriums Wunsch sey, die Volksmeinung zu untersuchen und

ihr gemäß zu handeln, indem sie wohl wuͤßten, daß sie sich sonst

nicht wuͤrden halten koͤnnen. Er gab zu, daß eine große und wesentliche Veraͤnderung in dem Zehnten⸗System erforderlich sey, und versicherte, daß er weder als Tory, noch als Whig, sondern als ein ganz unabhaͤngiger Mann auftrete, der bereit sey, jede Klasse von Maͤnnern, die das Wohl des Landes zu befoͤrdern Willens waͤren, zu unterstuͤtzen. „In dieser Gesinnung“, sagt der Morning Herald, „ist nicht viel von Anti⸗Reform zu bemerken. Lassen solche Aeußerungen auf eine wuͤthende und unvernuͤnftige Opposition gegen alle Verbesserungen schließen? Und dennoch wird Sir E. Knatchbull von der radikalen Presse als der Prototypus des wuͤthendsten Ungestuͤms und Vorurtheils geschildert.“

Der Albion versichert, daß der bekannte Sergeant Span⸗ kie zum Richter an der Kings⸗Bench, an des eben verstorbenen Taunton Stelle, ernannt worden sey.

In der Grafschaft Kent soll in den letzten sechs Tagen, wie der Albion versichert, durch Brandstiftungen ein Schaden von 8 10,000 Pfund angerichtet worden seyn.

Die Times meldete neulich, daß eine Quantitaͤt Thee in einer Hamburger Fabrik aus schwarzem in gruͤnen verwandelt worden sey; heute aber widerruft sie diese Behauptung, und er⸗ klaͤrt, daß der besagte Thee von Sachverstaͤndigen untersucht und echt befunden worden sey.

Der hiesige Portugiesische General⸗Konsul, Herr Vanzeller, zeigt in einem Schreiben an die Morning Chronicle an, daß er von einem „constitutionnellen Portugiesen“ anonym 50 Pfund zur Anlegung von Schulen in Portugal zugeschickt erhalten und selbst 50 Pfund hinzugefuͤgt habe, und daß er bereit sey, von seinen Landsleuten in England Subscriptionen zu diesem Zweck entgegenzunehmen.

Der Madrider Korrespondent des Morning Herald meldet unterm 3. d. M., daß die Spanische Regierung, da sie es unmoͤglich finde, der Insurrection in den noͤrdlichen Provin⸗ zen ein Ende zu machen, und da sie glaube, daß die Insurgen⸗ ten mehr fuͤr ihre Privilegien als fuͤr Don Carlos kaͤmpften, endlich beschlossen habe, diese Privilegien anzuerkennen und zu garantiren. Frankreich werde sich fuͤr die Unverletz⸗ lichkeit dieses Uebereinkommens verbuͤrgen, aber der Herzog von Wellington, der ebenfalls dazu aufgefordert worden sey, wolle nichts damit zu thun haben. v 6““

Niederlande.

Aus dem Haag, 19. Jan. Die zweite Klasse des Koͤnigl. Niederlaͤndischen Instituts hat den Archivisten G. H. Pertz in Hannover (Haupt⸗Redacteur der Hannoverschen Zeitung) und den Professor und Bibliothekar J. H. Schroͤder in Upsala zu Ehren⸗Mitgliedern erwaͤhlt, welche Wahl von Sr. Majestaͤt be⸗ staͤtigt worden ist.

An der Amsterdamer Boͤrse waren heute in Bezug auf die Franzoͤsisch⸗Amerikanischen Differenzen allerlei Geruͤchte verbrei⸗ tet, die unguͤnstig auf den Stand der Fonds gewirkt haben.

Am 17ten Vormittags strandete in der Naͤhe des Badehau⸗ ses von Scheveningen das Englische Kauffahrteischiff „Witham“, von London nach Antwerpen bestimmt und mit Kaffee, Reis ꝛc. beladen. Die aus 5 Personen bestehende Mannschaft wurde mit Huͤlfe der sehr zweckmaͤßig eingerichteten Rettunasboͤte, nicht ohne große Gefahr fuͤr die letzteren, gluͤcklich ans Land gebracht. Aehnliche Anstrengungen von Hollaͤndischen Schiffsleuten, die im Oktober v. J. die Mannschaft des Englischen Schiffes „Tas⸗ mania“, das beim Helder unterging, mit eigener Lebensgefahr retteten, haben die Lords der Britischen Admiralitaͤt dadurch be⸗ lohnt, daß sie dem Hollaͤndischen Schiffsfuͤhrer Martinus van der Ham zehn Pfund Sterl. und jedem seiner vier Leute fuͤnf Pfund Sterl. als Geschenk uͤbersandten. Die Koͤnigin von Eng⸗ land, die von der heldenhaften That des van der Ham Kunde erhielt, hat demselben ebenfalls ein Geschenk zukommen lassen.

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Bruͤssel, 18. Jan. Die Mitglieder unserer Repraͤsentan⸗ ten⸗Kammer haben sich, wie hiesige Blaͤtter berichten, gestern in einem geheimen Ausschusse zu einer sehr wichtigen Berathung versammelt. Es handelte sich naͤmlich um nichts Geringeres, als: ob die besagten Volks⸗Vertreter bei dem fuͤr den 10. Febr. an⸗ gekuͤndigten großen Hofballe bloß im gewoͤhnlichen schwarzen Frack mit der „Plaque“ als Deputirte, oder in einem besondern Kostuͤme erscheinen sollen. Die Debatte war sehr lebhaft. Ein Mitglied brachte die Staatsrath⸗Uniform, blau mit gold, in Vor⸗ schlag, und dieser ward von mehreren Seiten unterstuͤtzt, da sich jedoch gerade gegen Ende der Discussion viele Mitglieder ent⸗ fernten, so war die Kammer nicht mehr zahlreich genug, um eine Entscheidung zu treffen, und es hat dieselbe daher einer andern Zusammenkunft vorbehalten bleiben muͤssen.

Zu Gent sind im vorigen Jahre 3121 Kinder geboren wor⸗ den, 2857 Personen gestorben und 684 Paar getraut worden.

Schweden und Norwegen.

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Christiania, 12. Jan. Das neue Jahr hat bei uns mit

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der Nachricht angefangen, daß im Laufe des Jahres 1834 in allem 27,216 Mark 5 ¼ Loth gediegenes Silber vom Kongsber⸗ ger Silberwerke an die Schmelzhuͤtte abgegeben worden. Zwar ist diese Ausbeute kleiner als die von 1833, welche 43,843 Mark 3 ¾ Loth, aber groͤßer als die von 1832, die 21,565 Mark 4 ½ Loth betrug. In den fruͤheren Jahren war sie unbedeutend im Verhaͤltniß zu diesen drei letzten. Die von 1834 wird auf etwa 270,000 Species in Zetteln auskommen, und da der Betrieb nebst dem Pensionswesen ungefaͤhr 80,000 Species kostet, der Ausfall der Scheidung aber noch nicht angegeben ist, so kann man annehmen, daß das Silberwerk im Jahre 1834 einen Ueber⸗ schuß von netto 200,000 Species in Zetteln oder 500,000 Mark Hamb. Banko ungefaͤhr gegeben hat.

Die Stadt Bergen hatte im letzten Spaͤtjahr ein Gemaͤlde von unserm beruͤhmten Landsmann, Prof. Dahl, eine Ansicht dieser Stadt, an den Kronprinzen nach Stockholm gesandt, als Erinnerung an seinen, den Einwohnern unvergeßlichen Besuch im vorigen Jahre. Der Prinz hat folgendes Schreiben an die Stadt ergehen lassen: „Se. Exc. der Herr Staats⸗Minister voͤ⸗ venskiold hat den ihm von der Stadt Bergen gegebenen Auftrag ausgerichtet, mir ein Gemaͤlde zu uͤbergeben, darstellend eine, von dem ausgezeichneten Landschafts⸗Maler Prof. Dahl ausge⸗ fuͤhrte Ansicht der Stadt Bergen, welches schoͤne Kunstwerk die Stadt mir zum Andenken gesandt hat. Dieser neue Beweis des guten Willens und der Ergebenheit der Stadt Bergen ge⸗ gen mich knuͤpft sich an die Erinnerung der angenehmen Tage, die ich dort zugebracht, und mußte unfehlbar einen erneuerten

Unspruch auf mein Dankgefuͤhl begruͤnden. Ich theile die Ge⸗ danken, die sich in dem Schreiben, welches die Gabe des An⸗ denkens begleitet, ausgesprochen findet: daß man an die, welche man liebt, erinnert zu werden wuͤnscht; und als Beweis davon habe ich befohlen, daß mein Bildniß der Stadt Bergen als Er⸗

innerung an meine immerwaͤhrende Freundschaft und Erkennt⸗

lichkeit uͤbergeben werden soll. Ich benutze mit Freuden diesen Anlaß, der Stadt Bergen mein unveraͤnderliches Wehlwo llen und meine Ergebenheit zu versichern.“ 88 6

Deutschland 1

Hannover, 21. Jan. In der hiesigen Zeitun man: „Ein Schreiben aus Hannover vom 10. Jan. ien Schwi⸗ bischen Merkur besagt unter Anderm: „„Hier in Hannoper

waren in der Muͤnze seit der Einfuͤhrung des Preußischen Münp E

Tarifs viele Thalerstuͤcke im Gehalte vom Preußischem Couragt geschlagen worden. Gegenwaͤrtig werden diese wieder einge schmolzen, indem in Barren umgewandelt das Silber hoͤher Öin Preise, als der conventionelle Werth der Silber⸗Muͤnzen betrig mit Vortheil ausgefuͤhrt und gegen Gold ausgetauscht werzan kann.”“% Wir koͤnnen diese Angabe, wenn die Einschmelhung von Staatswegen geschehen seyn sollte, fuͤr eine reine Unmise⸗ heit erklaͤren; und daß Privat⸗Personen eine solche Spealgh tion gemacht haben sollten, ist nach dem Urtheile Sachverstaͤnge ger im hoͤchsten Grade unwahrscheinlich, da das mit angegehee Preis⸗Verhaͤltniß gar nicht stattfindet, noch stattgefunden hat Daß aber die, Hannoverscher Seits gepraͤgten Thaler, etwa 40,0, Stuͤck, sich unter den Millionen von Thalern Preußischen praͤges verlieren, und deshalb selten gesehen werden, kann Me mandem auffallen. Ferner heißt es in jenem Schreibe. „„Die Reisenden, welche das Gebiet des Koͤnigrerchs Hannoͤe beruͤhrten, hatten sich bisher oft daruͤber beklagt, daß, obglet das Preußische Courant uͤberall und selbst bei den oͤffentliche Kassen als gangbare Muͤnzsorte angendmmen wurde, die Chap see⸗Gebuͤhren⸗Erheber dennoch fortfuhren, die Bezahlung den fruͤher uͤblich gewesenen schweren Muͤnzsorten zu verlanga und bei der Zahlung in Preußischem Courant Aufgeld forderta. Dieser Beschwerde ist seit dem Anfange des neuen Jahres alg holfen worden, und die Wege⸗Gelder koͤnnen jetzt ebenfalls unte dem Tarif des Preußischen Courants entrichtet werden, ohn daß man noͤthig hat, Aufgeld zu bezahlen.““ Hierzu genc die Bemerkung, daß bis zum 1. Januar 1835 in keiner Ha noverschen oͤffentlichen Kasse, außer bei der Post, deren Tas schon seit dem 1. Juli 1834 auf Courant lautet, das Preußisch Geld ohne Aufgeld angenommen wurde, und zwar aus dem eir fachen Grunde, daß bis dahin die Abgaben saͤmmtlich noch mh Conventions⸗Muͤnze festgesetzt waren.“ Dresden, 10. Jan. (Leipz. Ztg.) Der statistische Vah ein des Koͤnigreichs Sachsen hat so eben eine große Tabelle i Doppel⸗Folio ausgegeben: „Viehstand im Koͤnigreich Sachsen a 1. Maͤrz 1834.“ Der auf 271, Quadratmeilen berechnan

Flaͤchen⸗Inhalt mit einer Einwohner⸗Zahl von 1,579,429 sslhta

nach den 5 Kreisen (die Ober⸗Lausitz als solcher mitgerechnet und Amtsbezirken, nach 141 Staͤdten und dem platten Lande eingetheilt. Es ergaben sich folgende Zahlen: 76,342 Pferde, wovon 4605 unter 2 Jahren und 2060 bei der Armee; Rind vieh 552,697, nach drei Rubriken; Schafe (worunter nur 41,41 zweischuͤrige) 625,991; Esel 416; Schweine 105,121, worunta 13,513 Zuchtschweine; Ziegen 48,814 und Bienenstoͤcke 41,311. Sehr interessant ist auf der Ruͤckseite dieser Tabelle die Zusam menstellung des Viehstandes im Koͤnigreiche Sachsen mit den im Koͤnigreiche Preußen, in den Preußischen Provinzen Schle sien und Sachsen, in den angraͤnzenden Bunzlauer und Leitmef ritzer Kreisen in Boͤhmen, in den Koͤnigreichen Bayern umg Wuͤrttemberg, in den Anhaltischen Laͤndern, in dem Großherzog thume Baden und dem Herzogthume Nassau.

Konstantinopel, 26. Dez. Der Sultan hat seinen Win⸗ ter⸗Palast von Beschiktasch bezogen, was die neueste Numma der Tuͤrkischen Zeitung Tekwimi Wekaji (vom 23. Schaban) mit folgenden Worten berichtet: „Auch in diesem gesegnetn Jahre sind, Dank dem gluͤckbringenden Sterne Seiner Hohelt die Jahreszeiten Sommer und Herbst in heiterer Ruhe verste chen. Nachdem nun der Winter eingetreten, hat Seine Hohen das zum Winter⸗Aufenthalt bestimmte Serai von Beschiktase wieder zu beziehen geruht, und ist demzufolge am 9ten des vag flossenen Monats Redscheb aus dem Großherrlichen Serai wu Istonoros (Beilerbei) nach jenem Palaste aufgebrochen, der glett der Sonne die Welt erleuchtet, und von der Zinne seiner Ha lichkeit selbst das Tageslicht uͤberstrahlt. Am folgenden Freit haben der Groß⸗Wesir, der Groß⸗Mufti, der Seriasker, ie Großherrliche Schwiegersohn (Halil Pascha) und der Kapuden Pascha Seiner Hoheit ihre Gluͤckwuͤnsche abgestattet und sit huldreich empfangen worden.“

Dasselbe Blatt meldet die Absetzung einiger Statthallg deren Verwaltung die Unzufriedenheit des Sultans erregt hatt Hassan Bei, Statthalter von Rhodus, hat seine Stelle an de Ober⸗Kaͤmmerer, Schakri Bei, abtreten muͤssen, der schon fruͤh eine Zeitlang Statthalter von Rhodus gewesen war und sii Amt mit Ruhm verwaltet hatte. Der Letztere, ein Vetenn der hohen Pforte, ist zugleich mit dem Titel eines Mirmitu beehrt worden, und hat die Verwaltung des Sandschak Mor tesche erhalten. Auch die Praͤfekte von Cäsarea (Osman M. Pascha) und von Salonichi (Omar Pascha) sind, nachdem de Sultan in Folge eingegangener Beschwerden von Seiten ihtn respektiven Untergebenen, schon fruͤher wiederholte Warnum Schreiben an sie ergehen lassen, die nichts fruchten wollten,“ rer Aemter verlustig erklaͤrte. Die Verwaltung von Salonich ist dem Ibrahim Pascha, Statthalter von Siros (Scyrus), gefallen. Von den Beamten der Hauptstadt har der Sultun den Intendanten der Lebensmittel, Hadschi Weli Agha, weil ( die Rechte der Kornhaͤndler und anderer Gewerbsleute beein traͤchtigte, besonders aber wegen der Erpressungen seiner reisen den Unter⸗Beamten, seiner Stelle entsetzt, und dieselbe den Hadi Efendi zugewiesen.

Das genannte Blatt enthaͤlt ferner die nachstehenden Artikel: „Der Sultan hat vor kurzem die im Schatten seine Gnade zu Dolma Baäktsche errichtete Gewehr⸗Fabrik (Tufent

chane), ein wahres Meisterwerk der Baukunst, mit einem Toggb Se. Hoheit fand an der Schoͤnheit und Soliditlget

suche beehrt. der daselbst verfertigten Gewehre ein besonderes Wohlgefalle Der Eifer und die Thaͤtigkeit des Inspektors, Seid Emin Efen⸗ di's, so wie der Fleiß und die Geschicklichkeit der Arbeiter bewo⸗ gen den Sultan, Ersterem eine Audienz zu gewaͤhren, und daß ganze Personal freigebig zu beschenken.“

„Nachdem Se. Hoheit der Sultan den Offizieren und Sol daten vom dritten Bataillon des ersten Regiments der Brigahe Chaireddin Pascha's, die auf Samos und bei der Großherrlichn Flotte gedient, so wie auch den auf der Kaiserlichen Flotte die nenden Offizieren und Soldaten vom Regimente Ferhad Bei Ehrenzeichen und Ehren⸗Diplome zu ertheilen beschlossen, wul den die obgedachten Offiziere und Soldaten nach dem Palas des Seriaskers beschieden, in dessen Vorhalle der Seriasker m. den hoͤheren Stabs⸗Offizieren der Linientruppen Platz genom men hatte. Ihnen gegenuͤber ordneten sich die Truppen in Rei

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lusgaben die Einnahmen um .

und Glied, und waͤhrend F vollstaͤndige Musik⸗Corps vor dem Palaste mit Meisterschaft spielten, defilirte die ganze Mann⸗

aft, je Einer und Einer, an dem versammelten Stabe vor⸗ über und empfing ihre resp. Orden und Diplome aus den Haͤn⸗ den des obersten Commissairs der Linientruppen. Die allgemeine reude wurde noch um ein Bedeutendes erhoͤht, als der Sultan selbst im inneren Hofe des Palastes erschien. Die lauten Se⸗ genswuͤnsche aller Versammelten machten der Feier ein schoͤnes

nde.“ 3

Die letzte Tuͤrkische Zeitung meldet auch die am 5. Redscheb erfolgte Thronbesteigung des Persischen Prinzen Mirsa Muham⸗ med Chan. Die Nachricht ist uͤber Erserum gekommen.

Den 18. Schaban (21. Dezember) brach zu Skutari ein Fwer aus, das zwanzig Haͤuser in Asche legte.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

Washington, 25. Dez. In der Senats⸗Sitzung vom 2. Dezember kam der am vorhergehenden Tage von Herrn Knight gemachte Antrag, den Senats⸗Mitgliedern die uͤbliche Anzahl von Tagesblaͤttern zu verabreichen, zur Berathung. Herr King bemerkte hieruͤber, daß Antraͤge, wie der gegenwaͤr⸗ ige, seit einer Reihe von Jahren in beiden Haͤusern geneh⸗

igt worden seyen; in den fruͤheren Tagen der Republik scheine man jedoch diesen Gebrauch fuͤr unpassend gehalten zu haben, waͤre dies damals der Fall gewesen, so muͤsse es auch jetzt eben seyn. „Ich hoffe daher“, fuhr der Redner fort, „daß dieje⸗ ggen, welche diesen Antrag unterstuͤtzen, den Zusammen⸗ ang zwischen den Geschaͤften der gesetzgebenden Versamm⸗ ng und dem Ankauf von Tagesblaͤttern darthun wer⸗ den. Ich glaube jedoch, es wuͤrde eben so leicht seyn, hen nothwendigen Zusammenhang zwischen dem Anschaffen von zeitungen zum Gebrauch der Mitglieder und dem Ankauf der letz⸗ in Waverley⸗Novelle oder eines Werkes der Mistriß Radeliffe u zeigen. Es ist allerdings wahr, daß die Tages⸗Blaͤtter in⸗ eressante Betrachtungen uͤber politische Gegenstaͤnde enthalten ünnen; aber auch die Werke von Voltaire, Bolingbroke und an⸗ eren Schriftstellern enthalten dergleichen. Es ist eben so wahr, einige derselben die Verhandlungen des Kongresses enthalten, ber es ist nicht nothwendig, daß sie dieselben enthalten; sie sind ollkmmen unabhaͤngig und stehen in keiner Verbindung mit er Regierung. Wenn ich auch dem Senate das Recht zuge⸗ the, auf diese Zeitungen zu unterzeichnen, sollte man nicht auch abei auf den Nutzen Ruͤcksicht nehmen? Ich wuͤnsche einem den Mitgliede und jedem Beamten der Regierung einzupraͤgen, man die Gewalt nicht bloß deshalb ausuͤben muͤsse, weil sie besitzt. Es giebt keine unnuͤtzere Ausgabe, als den inkauf von Zeitungen fuͤr die Mitglieder. Sie, mein Herr baäsident, werden seden Tag um 12 Uhr bemerken, wie die Nitglieder bei Ankunft der Post die Tagesblaͤtter aufschlagen, nch einem neuen Rondo oder einer neumodischen Ouvertuͤre chen, dann sie wieder zusammenlegen und ihren Frauen, Ge⸗ bten oder Freunden senden. Die Einkuͤnfte werden also un⸗ ützerweise beeintraͤchtigt und die Postwagen vergeblich beschwert.“ der Redner trug dann darauf an, jenen Antrag auf die Tafel jederzulegen, allein dies wurde verworfen und der Antrag des Herrn Knight angenommen.

Die Berichte uͤber die verschiedenen Verwaltungszweige id wie gewoͤhnlich dem Kongreß bei Eroͤffnung der Session vorgelegt worden. Der Bericht des Kriegs⸗Secretairs chilbert den Zustand der Armee als sehr zufriedenstellend. Das ute Einverstaͤndniß, welches jetzt zwischen den Vereinigten Staa⸗ en und den Indianern herrscht, ist nicht gestoͤrt worden. Das Dragoner⸗Regiment, welches zur Herstellung der Ruhe unter inigen Indianer⸗Staͤmmen abgesandt war, hat (wie auch bereits er Praͤsident in seiner Eroͤffnungs⸗Botschaft andeutete) seinen zsweck ohne Blutvergießen erreicht. Die Proviant⸗Kommission, eren Fortbestehen durch das Gesetz vom 2. Maͤrz 1829 bis zum Maͤrz 1835 bestimmt wurde, hat der Armee sehr große Dienste eleistet, und durch eine strenge Oekonomie eine große Reduction

diesem Zweige der Verwaltung bewirkt. Nach der genauesten Herechnung betragen die gewoͤhnlichen Ausgaben fuͤr die India⸗ ischen Angelegenheiten, fuͤr das Jahr 1834, 59,800 Dollars.

Der Bericht des Marine⸗Secretairs giebt die See⸗ acht der Union folgendermaßen an: 6 Linienschiffe und 7 Fre⸗ atten liegen noch auf dem Stapel und werden bis zu ihrer voͤlli⸗ en Ausruͤstung noch 1,527,640 Dollars kosten; 5 Linienschiffe, 2 tegatten und 6 Korvetten werden ausgebessert, wofuͤr die Aus⸗ ahen etwa 1,362,000 Dollars betragen werden; 1 Linienschiff,

Fregatten, 8 Korvetten und 6 Goeletten sind in See. Die Narine zaͤhlt daher im Ganzen 12 Linienschiffe, 13 Fregatten,

Korvetten und 6 Goeletten. Außer diesen Fahrzeugen sind fden verschiedenen Schiffswerften so viele Baumaterialien ufgehaͤuft, daß in kurzer Zeit noch 5 Linienschiffe, 11 Fregatten, Korvetten und 2 Goeletten, deren Bau sogleich beginnen kann, bbald die jetzt angefangenen Schiffe vom Stapel gelaufen sind, vllendet werden koͤnnen. Die Zahl der Seeleute aller Grade trgt 6072 Mann, rechnet man hierzu die erst vor kurzem or⸗ anisicten See⸗Soldaten, welche mit den Offizieren 1283 Mann ihlen, so besteht das ganze Marine⸗Personal aus 7355 Mann. die beiden Docks zu Boston und Norfolk haben den Hoffnun⸗ n entsprochen, die man davon gehegt hat, und der Marine⸗ Hecrvetair empfiehlt den Bau eines dritten zu New⸗York. Er rlangt auch die Vollmacht zur Erbauung einiger Dampf⸗Bat⸗ rieen, um dieses neue Vertheidigungs⸗Mittel zu pruͤfen.

Aus dem Bericht des General⸗Direktors der Po⸗ en ergiebt sich der gegenwaͤrtige Zustand dieses Verwaltungs⸗ veiges folgendergestalt:

Am 1. Juli 1833 betrug das Desizit. 195,208 D. 40 C. Im zweiten Semester 1833 uͤbersttegen die 120,391

Dies giebt am 1. Jan. 1834 ein Desizit von die zur Wiederherstellung des Gleichge⸗ schs fuͤr noͤthig erachteten Einschraͤnkungen en fuͤr das erste Semester 1834 einen Hhnn der Einnahmen uͤber die Ausga⸗

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24 deftz 267,992 D. 74 C. eit dieser Zeit ist diese Schuld sehr vermindert und die ge⸗ en Berechnungen zeigen, daß sie vor dem Ende des Jah⸗ 34885 gang getilgt seyn wird. Obgleich seit dem 1. Juli g. die Einnahmen bestaͤndig die Ausgaben uͤberstiegen, so sind 2 89 weit hinter der Schaͤtzung zuruͤckgeblieben. Man muß esultat der großen Anzahl von Briefen, die nichts bezah⸗

. Zuschreiben. Das Privilegium, durch bloßes Aufschreiben en⸗ die Briefe vom Porto zu befreien, welches auch 8 * Kongreß⸗Mitglieder ausgedehnt worden ist, hat die Zahl Sriese ungemein vermehrt. Man rechnet, daß waͤhrend ession die Zahl dieser Briefe taͤglich bis auf 8000 Stuͤck

47,607

Es blieb daher 4 ei Hefzit es am 1. Juli 1834 ein reines

steigt. Am 1. Juli 1833 waren in den Vereinigten Staaten 10,693 Post⸗Aemter. Die Wege, welche die Diligencen und Dampf⸗ boͤte zuruͤcklegten, betrugen 16,900,000 Engl. Meilen, zu Pferde und in Kabriolets 8,600,000, zusammen 25,500,000 E. Meilen. Die Secretaire des Schatzes und der Marine sprachen in ihren Berichten von der Moͤglichkeit einer baldigen Unterbrechung unserer friedlichen Beziehungen zu auswaͤrtigen Maͤchten.

Die Präͤsidenten der See⸗Assekuranz,Compagnieen in Boston haben vorgeschlagen, daß ihre Policen einen Zusatz erhalten soll⸗ ten, welcher sie vor allem Verlust bei dem Bruch mit Frankreich ace 11 58 89 Vorsichtsmaßregel unnuͤtz

y, indem der Kongreß wohl ni em Kriege gegen 1 seine Zustimmung geben werde. 1“

Cev lümnbien.

Caraccas, 20. November. Die hiesigen Zeitunaer enthalten jetzt viele Details uͤber in 5 Renchfc Aequator, wovon Folgendes das Wesentlichste ist: Der Ge⸗ neral Bariga nahm, nachdem Otamendi, einer der Offiziere des General Flores, von ihm geschlagen worden war, Babahvyo in Besitz und fuhr fort, den Feind zu verfolgen. Otamendi war damals, um die Mitte September's, bemuͤht, sich mit Flores zu vereinigen. Die Division Bariga's bestand aus 2700 Mann, die alle wohl bewaffnet und disziplinirt waren. Man glaubt, daß der Krieg schon laͤngst beendigt seyn wuͤrde, haͤtte nicht der Vertrag zwischen Rocafuerte und Flores alle Maßregeln der provisorischen Regierung in Quito Fäcamme. Gegen Rocafuerte wird der Verdacht gehegt, daß er uayaquil vom Aequator zu trennen gedaͤchte, entweder um es zu einem abgesonderten Staate zu machen, oder um es Peru einzuverleiben.

Der gewoͤhnliche Kongreß von Neu⸗Granada ist von dem Praͤsidenten, General Santander, auf den 1. Maͤrz 1835 zusam⸗ menberufen worden.

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Bolivien.

Chuquisaca, 7. Aug. Gestern sandte der Praͤsident von Bolivia, Andre Santa Cruz, seine jaͤhrliche SoHaüse an die Kammern ein. Sie schildert den friedlichen und gluͤcklichen Zu⸗ stand dieser Republik, ihre Fortschritte im Handel und in den Gewerben und ihre voͤllige Eintracht mit allen benachbarten Staaten, selbst mit denjenigen, die am meisten von innern Un⸗ ruhen heimgesucht worden sind. Waͤhrend der Wirren in Peru wurde Bolivia aufgefordert, der constitutionnellen Regierung Bei⸗ stand zu leisten, aber in dem Augenblick, als diese Huͤlfe gelei⸗ stet werden sollte, hatte die aufruͤhrerischen Truppen ihre Befehlshaber verlassen und zu ihrer Pflicht zuruͤckgekehrt waren. von Peru, General Gamarra fand mit Bolivia einen Zufluchtsort. Botschaft gesagt, entspraͤchen, habe.

die Ursache dazu schon aufgehoͤrt, indem hatten Der Ex⸗Praͤsident seinen Anhaͤngern in tsort. Von den Finanzen wird in der daß die Einnahmen den Ausgaben vollkommen und daß die Republik keine Schulden im Auslande

s Cisplatinische Republik. Montevideo, 30. Okt. An der Graͤnze von. Uruguagy, gegen ‚Brasilien zu, dauert der Buͤrgerkrieg noch fort. Die Parteigaͤnger Lavalleja's sind, trotz ihrer haͤufigen Niederlagen, nicht so arm an Huͤlfsquellen, als man vermuthete, so daß es nicht leicht vorherzusehen ist, wie dieser Kampf, an dem die ganze aktive Heeresmacht der Republik Theil nimmt, enden wird. Der Praͤsident Fructuoso Rivera kehrte am 24sten d. hierher zuruͤck und legte seine Functionen nieder. Der Senats⸗ Praͤsident, Don Carlos Anaya, ist interimistisch sein Nachfolger, man glaubt aber, daß Rivera wieder gewaͤhlt werden wird.

Inl aen d.

BeNrrlin, 24. Jan. Die im 1ndee en ltrg, hs hhe enthaltene Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre wegen der Verzichtleistung auf Bestra Injurien⸗Sachen lautet also: 1 Auf den Bericht und nach dem Antrage des Staats⸗ Ministeriums vom 22sten v. M. bestimme Ich hiermit fuͤr den ganzen Umfang der Monarchie, daß das gerichtliche Ver⸗ fahren, welches wegen solcher Beleidigungen, die dem Belei⸗ digten ohne schwere koͤrperliche Verletzung ugefuͤgt sind, ein⸗ geleitet worden ist, in allen Faͤllen . n werden soll, sobald der Beleidigte auf die Bestrafung des Beleidigers ver⸗ zichtet, welches bis zur Vollstreckung des Straf⸗Urtheils statt⸗ finden darf. Oeffentliche Behoͤrden oder Beamte jedoch, wel⸗ che bei Ausuͤbung ihres Amtes oder in Beziehung auf dasselbe beleidigt sind, duͤrfen nur mit Genehmigung ihrer vorgesetzten Dienstbehoͤrde Verzicht leisten. Auch wenn Militair⸗Personen in Ausuͤbung des Dienstes oder in Beziehung auf denselben beleidigt werden, ist die Verzichtleistung nur mit Genehmigung der Militair⸗Dienstbehoͤrde zulaͤssig. Zugleich setze Ich fest, daß bei allen Injurien⸗Sachen, in welchen Militair⸗Personen oder Beamte als Beleidiger oder Beleidigte verwickelt sind, selbst dann, wenn sie bei der erlittenen Beleidigung sich nicht in Ausuͤbung des Dienstes befunden haben, oder die Beleidi⸗ gung ihnen nicht in Bezug auf das Amt oder den Dienst zugefuͤgt ist, ihrer Dienstbehoͤrde von der Klage oder Denun⸗ ciation zum Behuf der etwa zu treffenden Disziplinar⸗Maß⸗ regeln Mittheilung geschehen soll, Das Staats⸗ Ministerium hat diese Bestimmungen durch die Gesetz⸗Sammlung bekannt zu machen. Berlin, den 20. 1 1834. riedrich Wilhelm. An das Staats⸗Ministerium.“ 8 8 8

Das Militair⸗Wochenblatt meldet, Wilhelm Adalbert Koͤnigl. Hoheit, rigen Verhaͤltnisses zum zweiten Garde⸗Regiment zu Fuß und zum Regiment Garde du corps, zur Artillerie uͤbergegangen ist, und bei der Garde⸗Artillerie⸗Brigade als aggregirt gefuͤhrt wird.

Man schreibt aus Minden unterm 19ten d. M.: „Die eicchhe Tage, an denen vor 134 Jahren, mit der Stiftung des hoͤchsten Hausordens, die Erhebung des Preußischen Staa⸗ tes zum Koͤnigthume eine neue Epoche des Ruhmes und des Gluͤcks unserer Monarchie bezeichnete, erfuͤllen jeden Vaterlands⸗ freund mit frommem Dankgefuͤhl, welches bei der gestrigen sonn⸗ taͤglichen Feier des Kroͤnungs⸗ und Ordens⸗ Festes an den Altaͤ⸗ ren der saͤmmtlichen Kirchen der Stadt sich um so lebhafter aus⸗ sprach, als (gerre⸗ im Laufe des vorigen Jahres durch die allergnaͤdigste Verleihung der revidirten Staͤdteordnung ein neues Merkmal der landesvaͤterlichen Huld zu Theil ward. Still und prunklos sprach sich dies bewaͤhrte Gefuht fuͤr Se. Majestaͤt den Koͤnig uͤberall in öͤffentlichen und Privat⸗Zirkeln aus und paarte sich mit der wohlthaͤtigen Unterstuͤtzung der Nothleidenden beim

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daß der Prin unter Aufloͤsung seines bishe⸗

Herannahen des strengen Winters. Abends waren die Militair⸗

heute ausgegebenen ersten

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und Civil⸗Behoͤrden und viele Honoratioren zu einem Ball und Souper bei dem Hrn. Regierungs⸗Praͤsidenten Richter vereinigt, wo sich in Freude und Heiterkeit nur der eine Wunsch mischte, in den am naͤmlichen Tage Millionen treuer Unterthanen ein⸗ stimmten: Gott erhalte den Koͤnig!“

In Koblenz waren bei dem am 18ten d. M. in der dortigen evangelischen Kirche feierlichst begangenen Kroͤnungs⸗ und Ordens⸗Feste, außer einer sehr zahlreichen Versammlung aus allen Staͤnden, von Seiten der Militair⸗Behoͤrde der General der Kavallerie und kommandirende General des VIII. Armee⸗ Corps, Herr von Borstell, der Herr General⸗Lieutenant Aster, Kommandant von Koblenz und Ehrenbreitstein, der Herr Gene⸗ ral⸗Major von Bardeleben, und alle mit Orden geschmuͤckte Offi⸗ ziere, und von Seiten der Civil⸗Behoͤrde der Ober⸗Präͤsident der Rhein⸗Provinz, Herr von Bodelschwingh⸗Velmede, der Regierungs⸗Praͤsident, Freiherr von Spiegel, und die hoͤheren Beamten des Verwaltungs⸗ und Justiz⸗Departements zugegen. Nach der kirchlichen Feier wohnten saͤmmtliche genannte Perso⸗ nen der Parade bei, und speisten darauf bei Sr. Exellenz dem kommandirenden General zu Mittag.

Die Universitaͤt zu Koͤnigsberg beging wegen der Kirchenfeier am Sonntag das Kroͤnungs⸗ und Ordensfest erst Montag den 19ten um 11 Uhr Vormittags im großen Hoͤrsaale. Fuͤr den durch Krankheit verhinderten Geheimen Regierungs Rath, Professor Dr. Lobeck, hielt der Professor Dr. Schubert dessen Festrede, in welcher von der Erinnerung an die vorjaͤh⸗ rige Anwesenheit Sr. Majestaͤt des Koͤnigs und Sr. Koͤnigl. Hoheit des Krsnprinzen, als des Durchlauchtigen Rektors der Universitaͤt, der Uebergang zu der Darstellung der Festlichkeiten gemacht wurde, die bei den Voͤlkern des Alterthums und vor⸗ nehmlich bei den Griechen und Roͤmern vorkamen, um die An⸗ wesenheit eigener und fremder Fuͤrsten in den Staͤdten zu ehren. Darauf erstattete der Redner den an diesem Tage herkoͤmmli⸗ chen Bericht uͤber die Praͤmien⸗ Vertheilung fuͤr die von dortigen Studirenden eingereichten Preis⸗Abhandlungen. Bei des kommandirenden Generals Herrn General⸗Lieutenant von Natzmer Excell. waren die hoͤheren Militair⸗ und Civil⸗ Beamten am 18. Jan. zu einem Festmahle versammelt. Abends war bei Sr. Excell. dem Wirkl. Geheimen Rathe und Ober⸗ Praͤsidenten Herrn von Schoͤn ein glaͤnzender Ball. Die Deutsche Ressource zu Koͤnigsberg beging am 18ten zugleich die Feier ihres 25jaͤhrigen Stiftungsfestes, zu deren Erhoͤhung das Brustbild Sr. Maj. des Koͤnigs (hier in Berlin von Herrn Gebauer gemalt) in dem gewoͤhnlichen Versammlungs⸗Lokale des Vereins aufgestellt wurde. Zu diesem Behufe vereinigten sich die Mitglieder desselben um 2 Uhr in dem gedachten Lokale, wo nach einem patriotischen Gesange und nach einer von dem Stadt⸗ rath Degen gehaltenen Rede das Bildniß Sr. Maj. unter Trom⸗ peten⸗Klang und dem Jubel der zahlreichen Versammlung ent⸗ huͤllt wurde. Ein durch den heitersten Frohsinn gewuͤrztes Mahl beschloß die Feier des Tages.

88 Koͤnigliche Opeyr.

In unserer Zeit, wo die meisten neuen Opern, moͤgen sie ihrem wesentlichen Inhalte nach auch noch so unbedeutend seyn, mit Pfeffer und Gewuͤrz uͤberschuͤttet werden, damit man die urspruͤng⸗ liche Nichtigkeit verdecke, war es loͤblich, eine Operette wie die Alpenhuͤtte wieder vorzufuͤhren, in welcher ein idyllischer Ge⸗ ; mit einfacher, anspruchsloser, melodischer Musik um⸗ leidet ist. Gleichermaßen mag, schon um das Andenken an fruͤhere Zeiten zu erneuen, Fanchon wieder einmal uͤber die Buͤhne gehen.

Wenn aber in dieser Weise der leichten, heiteren Seite ihr Recht widerfaͤhrt, so hat die große dramatische Oper keinesweges geringere Anspruͤche. Mit dieser ist es jetzt aber sehr traurig bestellt, und kaum kann man eine oder zwei auf angemessene Weise besetzen. Insbesondere verschwindet (ungeachtet der eifrigen Bemuühungen des Herrn Spontini) zum zweiten Male die Hoffnung, Gluck'sche Opern, vor allen Armide, zu hoͤren, obgleich fuͤr ihre Auffuͤhrung bereits im vorigen Sommer die erforderlichen Vorbereitungen getroffen wa⸗ ren. Fast sollte man glauben, die Piccinisten waren wieder auf⸗ erstanden und haͤtten alle Gluckisten verjagt. Im hoͤheren Sinne war aber Pieccini selbst nie ein Feind Gluck's, soͤndern beide Kuͤnst⸗ ler wurden (wie es wohl oͤfter geschehen ist) nur von Parteihaͤuptern einander gegenuͤbergestellt.

Gluck im Jahre 1787 starb, eroͤffnete Piceini in Paris eine Subscription fuͤr Stiftung eines jaͤhrlich an jenem Todestage zu gebenden großen Konzerts, in welchem man nur Gluͤck'sche Com⸗ positionen auffuͤhren wollte. Die Revolution sioͤrte diesen Plan in Frankreich; soll nun aber Gluck in Deutschland etwa eben so ver⸗ gessen werden, wie Picceini bereits vergessen ward?

Oder wer ahnet, daß von Piccini's buona figliola die Rede ist, wenn la Borde sagt: *) „Diese vollkommenste aller komischen Opern erregte in Rom eine Bewunderung, welche bis zum Fanatismus ging. Es gab kein Beispiel eines Erfolges, der glaͤnzender, verdien⸗ ter und allgemeiner gewesen waͤre. Seit zwanzig Jahren sieht man diese Oper auf allen Theatern Europa's mit einem stets sich erneuenden Beifall. Es herrscht darin eine Wahrheit, Frische, eigenthuͤmliche Farbe, Mannigfaltigkeit und Originalität, die sich vom Anfange bis zum Ende erhalten. seiner Art und dem Ganzen mit so viel Kunst verbunden, daß kein Theil getrennt oder umstellt werden koͤnnte, ohne daß das Werk dabei verloͤre. Diese reizende Oper, wir wagen es zu behaupten wird ein stetes Musterbild fuͤr diese Gattung bleiben, und ungea tet aller Nachahmungen doch leichter zu pluͤndern, als je zu err chen seyn.“

Wir versagen uns heut, diese gepriesene Oper nach der uns vor⸗ liegenden Partitur naͤher zu charakterisiren, um Piccini (wie wir in

Nummer 22 der Staats⸗Zeitung ankuͤndigten) als eine musikalische Autoritaͤt uͤber die Grundsaͤtze der Modulation anzufuͤhren. *) Er verwarf das unzeitige Anhaͤufen verschiedener Harmonieen, den uͤber⸗ msgset Gebrauch der Dissonanzen und sagte: leicht erlernt sich, was in der Harmonie irgend Platz finden, und was man nieder⸗ schreiben kann; schwer aber ist es zu wissen, was man von dem Allen weglassen soll und muß. Moduliren (so faͤhrt er fort) heißt Bahn machen, irgend wohin gehen. Gern will das Ohr Dir folgen, ja es fordert solch kuͤnstlerischen Spaziergang; aber doch nur unter der Bedingung, daß, wenn es da ankoͤmmt, wohin Du fuͤhrtest, es daselbst etwas finde, was den Weg lohne, und daß man sich daselbst eine Zeit lang ausruhen koͤnne. Wenn Du hingegen, ohne diesem Verlangen zu genuͤgen, forderst, es solle immerwaͤhrend laufen, ermuͤdet es und laͤßt Dich allein, so daß Deine

nur Uebung, nur Routine; und dies gilt von Allem, was eigentlich zum Handwerke, zum Fache gehoͤrt. So sind enharmonische Mo⸗ dulationen, welche den Unwissenden als das Hoͤchste scheinen, in Wahrheit nur Spiele von Schuͤlern. Die wahre Kunst besteht darin, fuͤr eine gegebene Modulation Gesang zu erfinden, sie 8 nur zur rechten Zeit zu verlassen, ohne Haͤrte oder Trivialitaͤt zu ihr zuruͤckzukehren, sie zu verwandeln und sie als ein Mittel des Aus⸗ drucks und einer weisen Mannigfaltigkeit zu benutzen. Das Alles ist gar schwer: dagegen einen Ton verlassen, wenn man kaum bei ihm angekommen ist, sich ohne Vernunft und Zweck in allen Win⸗ keln umhertreiben, Spruͤnge und Kapriolen anbringen, bloß um zu springen, und weil man nicht versteht an einem Hrte zu bleihen;

*) Essai suf la musique III, 219.

8*] Ginguene notice sur Picecini 110

Jedes einzelne Stuͤck ist ein Meisterstuͤck

dann Dich, 1 ganze Bemuͤhung verloren geht. Moduliren ist an sich gar nicht schwer, es eratheth der Kunst er-⸗