1835 / 28 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Fleisch und Blut der Menschen, die man nach den ungesunden

Sie

ntergraben moͤchte, gegen den ich aber stets ankaͤmpfen werde. (Beifall.) Zwischen oͤffentlicher Meinung und oͤffentlichem Geschrei nache ich einen großen Unterschied; das eine fordert, daß man Kopf uͤber Kopf unter fortstuͤrzen und Alles zersidren und verwuͤsten soll, die andere will, daß man seinen ruhigen Gang weiter gehe, ohne die Ordnung und Einrichtung der menschlichen Gesellschaft ü stoͤren. Wenn man mich zum Parlaments⸗Mitgliede waͤhlt, so erde ich gewissenhaft die Verfassung und die Institutionen die⸗ großen Landes in Kirche und Staat unterstüͤtzen. In den bei⸗ letzten Parlaments⸗Sessionen hielt ich es fuͤr meine Pflicht, gen die Zulassung der Dissenters zu unseren Universitaͤten nd fuͤr Lord Althorp's Kirchensteuer⸗Bill zu stimmen. Was den rsteren Punkt betrifft, so glanbe ich, daß die Dissenters keinen An⸗ spruch auf jenes Privilegisum haben, da das zur Ausstattung der Universttaͤten hergegebene Geld von Personen eines ganz anderen Glaubens hinterlassen wurde; die Dissenters haben niemals dazu veigesteuert, und ich werde daher stets fuͤr ihre Ausschließung stim⸗ men. (Beifall.) Wenn eine aͤhnliche Bill, wie Lord Althorp's Kerchensteuer⸗Bill, wieder eingebracht werde sollte, so koͤnnen Sie ungetheilte Unterstuͤtzung derselben von mir erwarten, denn ich halte es fuͤr eine der ersten Pflichten der Regierung, die herrschendeé Kirche zu beschuͤtzen und zu bewahren. (Beijall.) Ich! sehe den Geist der Unruhe und des Ungestuͤms immer mehr um sich greifen; loyale und sriedliche Gemuͤther muͤssen davor zuruͤckschrecken, und ich fordere Sie auf, ihm Einhalt zu thun, die von Ihren Vorfahren gegruͤn⸗ dete Verfassung zusammenzuhalten, die tausendjaͤhrige Monarchie und die Religion Ihres Gottes zu beschuͤtzen“

„Der Redner endigte hiermit unter stuͤrmischem Beisall. Und dies ist Einer von der Majoritaͤt gegen Sir R. Peel, wo⸗ mit man taͤglich prahlt! Wir koͤnnten aͤhnliche Faͤlle dutzend veise auffuͤhren; ja, selbst Joseph Hume hat sich genoͤthigt gesehen, 18 Ton zu aͤndern. Seine Peozession ging so eben von hier n989 Vrentsord ab, und an der Spitze wurde eine Fahne getra⸗ 888 1 welcher die Worte stehen: „„Der Koͤnig und seine S „Um zu zeigen, wie nichtig die Hoffnungen SSls ppositian seyen, entlehnt die Times in einem ihrer letzten Zlätter vem John Bull eine Liste der bereits in das neue Parnament an die Stelle von Radikal⸗Reformern gewaͤhlten Konservativen mit Angabe der Namen der von die⸗ sen verdraͤngten Mitgliedern des vorigen Parlaments; die Zahl derselben waͤre nach dieser Leste 77, wogegen nur 6 Radi⸗ kal⸗Reformer genannt werden, welche an die Stelle fruͤherer konservativen Repraͤsentanten gewaͤhlt wurden, naͤmlich die Herren Bagshaw und Smith an die Stelle der Herren Walsy und Barnes, zu Sudbury; Herr Patlison an die Stelle des Herrn Lyall, in der City von London; Herr Wakley an die Stelle des Herrn Spankie, zu Finsbury; Herr Burdon an die Stelle des Herrn Johnstone, zu Weymouth, und Herr Hector an die Stelle des Pern Jolliffe zu Petersfield.

ie heutige Times sagt, sie habe aus verschiedenen Thei⸗ len Irlands Hricfe empfangen, die alle voll waͤren von den schaͤndlichen Kunstgriffen, welche die katholischen Geistlichen aufboͤ⸗ ten, um die Waͤhler einzuschuͤchtern; so haͤtten z. B. in Clare diese Priester eine Anzahl der dortigen Freisassen dahin vermocht, die feierlichen Versprechuͤngen zu brechen, welche diese dem kon⸗ servativen Kandidaten gegeben, indem sie, die Geistlichen, erklaͤr⸗ ten, daß man einem Tory eben so wenig sein Wort zu halten brauche, wie einem Straßenraͤuber; dasselbe sey in der Graf⸗ schaft Dublin geschehen, wo die Geistlichen dem konservativen Kan⸗ didaten, Herrn Hamilton, seine Paͤchter abwendig gemacht haͤt⸗ ten, und in Kerry, wo die Paͤchter des ganzen Adels der Graf⸗ schaft, die ihren Gutsherren versprochen, bei der Wahl fuͤr den Ritter von Kerry zu stimmen, durch die Drohungen und Fluͤche der Geistlichkeit bewogen worden seyen, ihr Wort zu bre⸗ chen und auf die Seite der Repealer uͤberzutreten. „So ist also“, fuhr die Times fort, „die Repraͤfentation eines großen Theils von Irland in den Haͤnden einer verbrecherischen Faction, die sich gegen die Integritaͤt des Reichs und gegen die Gesetze und Behoͤrden des Landes verbuͤndet hat. Unterdessen aber hat ein weit vernuͤnftigerer Theil unserer Mitunterthanen, die Dis⸗ senters in ganz Irland, seine Pflicht besser verstanden; sie sind in mehreren Faͤllen mit Erklaͤrungen ihrer Anhaͤnglichkeit an die Verfassung und ihre Institutionen hervorgetreten und ha⸗ ben die wilde Wuth einer gewissen Klasse von Papisten, die so unverdienten Anspruch auf die Bruͤderschaft mit ihnen machen, geziemend von sich gewiesen. Die Geistlichen, Aeltesten und Diakonen der Presbyterianer von der Unions⸗Ka⸗ pelle zu Dublin und die presbyterianische Synode von Irland haben unter andern erklaͤrt, daß sie mit den ihnen in der Adresse Sir. R. Peel’s dargebotenen Aussichten vollkommen zufrieden seyen, und haben gegen die gesetzwidrige Leidenschaftlichkeit der Bir⸗ minghamer Erklaͤrung, die, wie unsere Leser sich erinnern wer⸗ den, von einem gewissen Timothy East unterzeichnet war, unum⸗ wunden protestirt.“

Lord John Russell bemerkte in einer Rede, die er am Sonnabend bei einem ihm von seinen Waͤhlern zu Honiton ge⸗ gebenen Diner hielt, unter Anderem, daß die geheime Abstim⸗ mung den Waͤhlern eine uͤber alle Verantwortlichkeit erhabene Macht in die Haäͤnde geben wuͤrde. Die Times ist uͤber diese Erklarung sehr erfreut und versichert, daß sie vollkommen damit einverstanden sey, um so mehr, als die den Waͤhlern verliehene Macht die Gestalt eines anvertrauten Unterpfandes habe, und als man gewiß niem⸗ess gehoͤrt habe, daß Jemanden ein Pfand anvertraut worden, ohne ihn dafuͤr verantwortlich zu machen.

Die Times theilt eine Depesche mit, welche Herr Spring Rice, als ehrmaliger Kolonial⸗Secretair, unterm 17. Okt. v. J. an den Gouverneur von Britisch Guiana richtete, und woren er sich uͤber den Plan, Auswanderer aus Großbritanien und Ir⸗ land und dem uͤbrigen Europa nach Westindien zu schaffen, um sie, anstatt der Neger, dort als Arbeiter zu gebrauchen, ziemlich

guͤnstig ausspricht und ihn der gesetzgebenden Versammlung von Guiana zur Erwaͤgung anempfiehlt. Diesen Plan haͤlt aber die

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Fimes fuͤr den abgeschmacktesten und unbarmherzigsten von allen Projekten zur Erleichterung des Zustandes der Britischen Armen;

sie nennt ihn eine andere Art von Sklavenhandel, einen Handel mit

Gestaden Westindiens uͤbersiedeln wollte, denn kein Mensch, der

in Europa geboren sey, koͤnne unter dem Himmelsstrich West⸗

indiens die Arbeit ertragen, die ein Neger dort verrichten muͤsse. Sie glaubt daher um so mehr daruͤber erfreut seya zu koͤnnen, daß die Verwaltung in andere Haͤnde uͤbergegangen sey, wenig⸗

stens die des Kolonial⸗Departements, da der vorige Inhaber die⸗

ses Amts dergleichen unsinnige Projekte gebilligt habe, denn, meint sie, eben so gut koͤnne man einen Mohren weiß waschen, als eine weiße Bevoͤlkerung⸗zu Negern machen.

a; g

Alus dem Haag, 21. Jan. Nachmittags 3 Uhr. Man vernimmt so eben, daß der Zustand des Prinzen von Oranien, der gestern Abend uͤberaus betruͤbend gewesen und auch den Aerzten nur wenig Hoffnung noch einfloͤßte, heute Mittags eine günstige Wendung genommen, und zwar nach einer starken Tran⸗ spiration, so wie nach einem dritten Aderlasse. Die Hoffnung

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auf Wiederherstellung des hohen Kranken ist daher neu belebt, und Jedermann hegt das Vertrauen, daß nunmehr der Koͤnig sowohl als das ganze Vaterland vor einem Schlage bewahrt seyn duͤrften, der Beide auf das Empfindlichste treffen wuͤrde. Abends 7 Uhr. So eben wurde nachstehendes Bulletin

ausgegeben: „Der Krankheits⸗Zustand Sr. Koͤnigl. Hoheit ist im Laufe des Tages von keinen unguͤnstigen Erscheinungen un⸗ terbrochen worden. Bernard. Everard.“

Die Theilnahme der Einwohner aller Klassen, jedes Stan⸗ des und Ranges, ist ungemein groß. Alle vereinigen sich in dem Gebete, daß ihnen der Himmel den wuͤrdigen Sohn des gelieb ten Koͤnigs erhalten moͤze. Ihre Majestaͤten der Koͤnig und die Koͤnigin sind heute zu wiederholten Malen im Palais des Prin⸗ zen gewesen, dessen Kinder sich uͤbrigens fortwaͤhrend am Kran⸗ kenbette ihres Durchlauchtigen Vaters befinden.

Aus dem Haag, 22. Jan. Heute fruͤh ist nachstehendes

Bulletin publizirt worden:

„Donnerstag, 22. Januar Morgens 8 Uhr. Se. Koͤnigl. Hoheit hat beinahe gar nicht geruht; ein laͤ⸗ stiger Husten hat am Schlafe gehindert und Abmattung zur Folge gehabt; nichtsdestoweniger zeigen sich die Krankheits⸗ Symptome im Allgemeinen gemaͤßigter. v“ Bernard. Everard.“

v“ Pole n.

Warschau, 23. Jan. Der Feldmarschall Fuͤrst von War⸗ schau ist am 20sten d. von hier nach Kalisch abgereist; der Ge⸗ neral⸗Adjutant Rautenstrauch begleitet ihn auf dieser Reise. Den Tag vorher war der General⸗Adjutant Fuͤrst Gortschakoff, Chef des Stabs

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Kassel, 24. Jan. In der Sitzung der Staͤnde Versamm⸗ lung vom Listen d. uͤbergab der Landtags⸗Kommissar, Regie⸗ rungsrath Koch, eine Mittheilung der Staats⸗Regierung, die Landstandschaft der Famtlie von Keller betreffend, die zu den Akten zu nehmen beschlossen wurde. Herr Henkel entwickelte dann zwei Antraͤge, die Abstimmung betreffend, wonach 1) nur diejenigen Mitglieder der Staͤnde⸗Versammlung, die bei der Probe mitgestimmt haben, auch bei der Gegenprobe mitstimmen koͤnnen, und wonach 2) wenn ein oder mehrere Mitglieder waͤh⸗ rend der Diskussion auf einen Augenblick den Saal verlassen haben, die Abstimmung nicht eher vorgenommen werden soll, bis diese Mitglieder durch den Pedell davon benachrichtigt waͤ⸗ ren. Der erste dieser Antraͤge wurde angenommen, den zweiten nahm Herr Henkel zuruͤck. Herr Wippermann erstattete dann Bericht uͤber die von der Staats⸗Regierung abgegebene Erklaͤ⸗ rung, den Gesetz⸗Entwurf uͤber die fernere Wirksamkeit der Gemeinde⸗Beamten betreffend, in welcher sie namentlich ge⸗ gen die Feststellung eines Termins, bis zu welchem die Wahlen der neuen Gemeinde⸗Beamten beendigt seyn muͤßten, sich aus⸗ gesprochen hatte. Der Bericht traͤgt darauf an, auf den fruͤ⸗ her gefaßten Beschluͤssen, und namentlich auf die Feststellung ei⸗ nes Termins, zu beharren. Der Landtags⸗Kommissar, Regie⸗ rungsrath Koch, widersprach der sofortigen Diskussion; sie ward deshalb ausgesetzt und der Druck des Berichts, so wie, nach dem Antrag des Herren Henkel, der erwaͤhnten Erklaͤrung der Staats⸗Regierung beschlossen. Es ward dann der von Herrn Hahn erstattete Bericht uͤber die Thaͤtigkeit des vorletzten per⸗ manenten Ausschusses diskutirt, und die einzelnen Antraͤge des Ausschusses angenommen. Weiter ward der Gesetz⸗Entwurf, die Forst⸗Vergehungen betreffend, revidirt, die Abstimmung daruͤber aber, weil mehrere Bestimmungen des Gesetzes dem Ausschuß noch zur besonderen Pruͤfung uͤberwiesen worden waren, bis zur naͤchsten Sitzung ausgesetzt. Herr Schwarzenberg berichtete dann uͤber den Antrag des Herrn v. Waitz von Kassel, die Er⸗ richtung von Vergleichs⸗Gerichten betreffend. Die Diskussion ward ausgesetzt, und der Druck des Berichts, so wie des An⸗ trags des Herrn v. Waitz beschlossen, eben so die Diskussion des von Herrn Wippermann erstatteten Berichts uͤber eine Mitthei⸗ lung der Staats⸗Regierung, den Stand der Resten⸗Kasse be⸗ treffend. Nachdem sodann verschiedene Petitionen und Reclama⸗ tionen ihre Erledigung gefunden, ward die Sitzung um 2 Uhr Nachmittags geschlessen.

Dee hiesige Zeitung enthaͤlt einen Aufruf zur Theilnahme an einem „Kunst⸗Verein fuͤr Kurhessen.“

Muͤnchen, 22. Jan. Der gestern stattgehabten Staats⸗ raths⸗Sitzung konnte der Minister des Innern, Fuͤrst von Oet⸗ tingen⸗Wallerstein, einer neuen Unpaͤßlichkeit halber, nicht bei⸗ wohnen.

Der in vergangener Nacht stattgefundene zweite Hof⸗Ball war beinahe noch glaͤnzender, als der erste; der Allerhoͤchste Hof wohnte demselben bis nach 12 Uhr bei. Kuͤnftigen Montag wird eine zweite Hof⸗Schlittenfahrt veranstaltet werden.

Der Abgang des Herzogs von Leuchtenberg aus Bayern bedroht uns mit dem Verluste eines der ausgezeichnetsten Kunst⸗ Schaͤtze. Wie man vernimmt, soll die Leuchtenbergsche Gemaͤlde⸗ Gallerie nach Lissabon gebracht werden, und dasselbe Schicksal soll der Bibliothek des Herzogs bevorstehen.

Auf unserer letzten Industrie⸗Ausstellung war auch eine kleine Thurm⸗Uhr zu sehen, welche fuͤr das neue Muͤnzgebaͤude in der Stadt Athen bestimmt ist.

Der bekannte Journalist Dr. Eisenmann aus Wuͤrzburg, welcher sich seit 1832 in hiesiger Frohnveste befindet, hat waͤh⸗ rend seines Gefaͤngniß⸗Lebens mehrere medizinische Werke von groͤßerem Umfange geschrieben.

Dem Geheimen Rath von Utzschneider, welchem Muͤnchen und das ganze Vaterland so manches verdienstvolle Institut zu verdanken hat, haben sich mehrere sehr reiche Privaten ange⸗ schlossen; sie wollen mit vereinten Kraͤften wirken, damit die Fabrication des Runkelruͤben⸗Zuckers in Bayern endlich empor⸗ bluͤhen koͤnne.

Karlsruhe, 22. Jan. Se. Durchlaucht der Erbprinz und Ihre Hoheit die Erbprinzessin von Hohenzollern⸗Sigmarin⸗ gen sind auf der Ruͤckreise von Mannheim nach Sigmaringen gestern gegen Mittag zu einem Besuch an dem Großherzogl. Hofe hier eingetroffen. Hoͤchstdieselben haben nach der Tafel Ihre Reise uͤber Pforzheim fortgesetzt.

Frankfurt a. M., 24. Jan. Zu Anfang dieser Woche war im Staats⸗Effekten⸗Handel die Fünden;⸗ zum Steigen vorherrschend. Schon zahlte man (am 20. Jan.) die 5proc. Metalliques mit 101 2 à 101.21, die zproc. Metalliques mit 93 ½⅛, und so die anderen cou⸗ ranten Fonds im Verhaͤltniß. Diese Conjunctur fand ihren Anlaß in den guͤnstigen Berichten aus Wien und Amsterdam, und dem an⸗ haltenden Ueberfluß an baarem Gelde. Mit dem 21. Januar stellte sich inzwischen unerwartet eine Flauheit ein, nachdem ein bedeuten⸗ des Haus ansehnliche Posten Metalliques und Spanische Perpetuellen pr. Cassa sowohl, als nuf kurze Lieferungs⸗Ziele hatte verkaufen las⸗ sen. Man erfuhr, daß nachtheilige Berichte aus Spanien gekommen seyen, und gewichene Notirungen von Wien und Paris erwartet wuͤrden. Da auch gleichzeitig von Amsterdam niedrigere Course einliefen, so mußte dieses Zusammentreffen nothwendig auf unsere

Boͤrse wirken. Saͤmmtliche

sen zu haben, fanden jedoch stets Nehmer. willige Kaͤufer fuͤr Metalliques, Actien und bis Ende Februar. Spanische 5proc. Rente

onds waren zu etwas billigeren Pe⸗ Namentlich ze Integrale auf siel von 42 auf 12½

ten sich 9 ge ung lerie und

scirt war, von diesen in der Provinz Harß (Kars?) gaͤnz⸗

schlagen worden sey; die Tuͤrken sollen ihre gesammte Ar⸗ Gepaͤck, so wie viele Menschen verloren haben.

Vor einigen Tagen traf in Suez ein Englisches Dampf⸗

die Zproc. von 26 auf 25 ½; der Umsatz in diesen Effekten blisb je⸗ if, von Bengalen in 69, und von Dschidda in acht Tagen doch sehr beschraͤnkt. Die Frage nach den Lotterie⸗Fonds hat na. [mmend, ein; die Nachrichten, die es von der Aegyptischen Ar⸗

gelassen. Die Darmstaͤdtischen 25 Fl. Loose, welche bis auf 100 gee , in G trieben wurden, waren gestern al pari, und e Rthlr. auf ultimo Februar zu haben. ½ pCt. gemach

10 Fl. pr. Stuͤck Praͤmie. Im pen Lebensme Fo zuffes 1978 man ehn. eg . Seit einigen Wochen ereignen sich hier beinahe taͤglich Pest⸗

2 ¾ à 3 pCt. willig zu placiren. Aele; die Regierung giebt sich viele Muͤhe, um dem Fortschrei⸗ hielten sich die Oesterreschte

auf Ende Maͤrz wurden zu zu 1260 bis medio Februar

Handel war es still; die meisten tiz haben. Diskonto⸗Papier blieb zu Nachschrift: Heute, am Sonnabend, 1 schen Fonds ziemlich fest im Cours, waͤhrend die Hollaͤndischen, uf flauere Amsterdamer Notirun dern Fonds war kein Handel.

Schweiz.

Neuchatel, 20. Jan. Der hiesige Constitu

g, etwas zuruͤckgingen. In

emen bringt, lauten friedlich; die Feindseligkeiten wa⸗

1t. 8 a fuͤr den Augenblick eingestellt, sollten aber wieder erneuert 2 Auf Actien gab mat eden,

sobald die im Aegyptischen Lager erwarteten Zufuhren bensmitteln eingetroffen seyn wuͤrden.

n der Seuche Einhalt zu thun; die gegenwaͤrtige Jahreszeit ehindert schon an sich die rasche Fortpflanzung des Uebels, lein es steht sehr zu befuͤrchten, daß ecs mit dem Vorruͤcken der Jahreszeit sich allgemein verbreiten wird. Die meisten Ueopäischen Familien haben sich in ihren Wohnungen ab⸗

ert. ihegi. Ueberschwemmung des Nils war dieses Jahr sehr be⸗

publizirt ein unterm 11ten d. M. vom Vorort an die saͤmme jedigend⸗ Aegypten wird daher im naͤchsten Jahre reiche Aernd⸗

lichen Staͤnde erlassenes Kreisschreiben, womit derselbe ihne folgende drei Aktenstuͤcke kommunizir nigl. Preußischen Geschaͤftstraͤge 30. Oktober v. J. in Bezug au thums Neuchatel zu der Eidgenossenschaft an den Vorort richtete Note. B. Ein vom 10. November datirtes Schreihe des Vororts an den Praͤsidenten und den Staats⸗ tons Neuchatel in Bezug auf die vorerwaͤhnte Note. C. 8 am 29. Dezember ergangene Schreiben des Vororts, in welcher z Preußischen Geschaͤftstraͤger beruͤhrten ihums zur Eidgenossenschaft naͤher entwickelt und zu einer im tiven Feststellung in Antrag gebracht werden.

Bern, 22. Jan. Durch Kreisschreiben vom 17. Jmug bringt der Vorort Bern den betreffenden Staͤnden eine Zusche des Koͤnigl. Wuͤrttembergischen Ministers von Beroldingen a Kenntniß. Derseibe eroͤffnet naͤmlich, daß auf die erneuenn Vorstellungen des Vororts hin von Seiten der Regierunga erg einestheils die Uebertragung d brachten Quantums Schweizerische Seidenwaaren (welches bei seiner Einfuhr einer Zoll⸗Erleiche auf das Jahr 1835 zum ermäͤßigur und anderntheils auch die Einbem 3 Cntr. fuͤr das Iase

von Bayern und Wuͤrttemb im Jahre 1834 nicht einge

rung haͤtte genteßen sollen)

Zoll⸗Ansatze gestattet sey;

gung des vollen Jahr⸗Betrages von 74 1835 nicht werde in Anstand gezogen werden. Spanien.

Madrid, 10. Jan. Die heutige Hof⸗Zeitung entl schrift bereits erwaͤhnten) Am

folgenden (in der gestrigen Nachse b dCape Alt⸗Castilien berichtet in i

kel: „Der General⸗Capitain von 1— nen Depeschen vom 7. und 8. Dez., daß eine Abtheilung Insurgenten von Biscaya in mehrere Doͤrfer eingedrungen wo sie sich mit Villalobos vereinigten. Mann Infanterie und 250 Kavalleristen und haben alle Grausamkeiten veruͤbt, die ihrer Partei eigenthuͤmlich sind. N der Abwesenheit des Brigadiers Iriarte, tero vereinigen wollte, um mit ihm gemeinschaftlich gegen Zume lacarreguy, der bei Ormasteguy geschlagen ist, zu operiren, konn der Marquis von Campoverda nur mit 300 Mann Infanterl und einiger Kavallerie gegen die Insurgenten mar dieser geringen Macht hielt er die Insurgenten auf, doch zuletzt der Uebermacht weichen und sich nach Pomar und einigen anderen Punkten zur sogleich an Iriarte der Befehl ren und zugleich von der D kung verlangt, um diesen Th Entfernung und die schwierige Communication verhinderten Commandeurs gegen die Rebeln

mals die Operationen dieses chen gegen den Feind

allein er dringt jetzt in forcirten Maͤrf und der General⸗Capitain hat sich von Burgos nach begeben, um den Marsch desselben durch Traspaderne, Losaufie

und Oradada zu decken.“ Dem 96

len Prokuradoren unterzeichnete Petition dem geben, worin sie die Regierung ersuchen, ein 6 ligen Saͤkularisirung von Personen beiderlei Geschlechts, zu den verschiedenen geistlichen Orden gehoͤren, vorzulegen,“ rschwinden der Kloͤster herbeiges Moͤnche koͤnnten den Gottesdiene onnen in den Hospite

beschaͤftigt werden, beide aber sollten Pensionen aus den Kl

durch ein allmaͤliches Ve

werde. Die saͤkularisirten

den Kirchspielen versehen und die N

erhalten. 1

Franzoͤsische Blaͤtter enthalten Schreiben aus Madrid vom 11. Januar: mer, daß Mina den General Llauder zum Nachfolger er und der Marquis de las Amarillas das Kriegs⸗Departement, gleich mit der Praͤsidentschaft des Conseils uͤber Martinez de la Rosa wird sich zuruͤckziehen und Minister des Innern, durch nerale dienen der Regierung schlecht. dova hierher beordert wurde, um von seinem Venehmen Rech schaft abzulegen. Auch der General Osma ist jetzt hierher schieden. Dieser Mißbrauch des Vertrauens, so wie die 0 sucht zwischen dem Kriegs⸗Minister und dem Generalissm versetzt die Regierung in eine schwierige Lage, denn s nicht nur ihre Feinde, sond bewachen. Durch ein K 1. isti Franziskaner⸗Kloster zu Viana aufgehoben und das Eigengh desselben nach den Bestimmungen des D 1834 vertheilt worden, weil 17 Moͤnche Insurgenten von Navarra vereinigt haben.“

Aegypten. (Allg. Ztg.)

Alexandrien, 3. Dez. ber segelte das schoͤne in England er rien ab; am Bord befindet sich ein Offizier, nig an Ibrahim Pascha sendet, um ihn einzuladen. Daß der Vice⸗Koͤnig in gegenw wo die Ruhe in Syrien lei

nen Sohn abruft, scheint e

ebenfalls dahin berufen.

Der Marschall Marmont ten, er gedenkt bei seiner Ruͤckkehr den Berg Sinai zu es wieder in Kahira zu seyn. achricht angelangt, daß ei Division von Reschid Pascha's Armee, die gegen

und gegen Ende des Zahr

n Kahira ist die

A. Eine von dem h† r, Herrn von Olfers, untem f die Verhaͤltnisse des Fuͤrste

Rath des Ku

Antwort Neuchatels auf die ugleich die von dem Koͤn Verhaͤltnisse des Fuͤrsan

Sie bestehen aus N

welcher sich mit Esou

schiren. M

uͤckziehen. verzuͤglich zuruͤckgute sion des Generals Latre Versli eil von Castilien zu schuͤtzen.

gesandt, un

ervador vom 7. Jan. zufolge, ist eine von! Praͤsidenten Gesetz zur frei

solgendes Prh Es heißt noch

nehmen wen Mosccoso, etzt werden. Diel

Miraflores ers Es ist bekannt, daß

ern auch noch ihre eigenen Ä oͤnigl. Dekret vom 3. Jan. is

ekrets vom 16. M. desselben

Am 26. Nöhh baute Damofschiff nach, den der Vice⸗ u sich nach rtigem Augen cht wieder gestoͤrt werden, und de die Gegenwart des Ober⸗Generals nothwendig seyn koͤnnte,

ine neue Wendung seines politist Systems anzudeuten. Die Englischen, Russischen und F schen Konsuin sind dem Vice⸗Koͤnige nach Kahira gefolgt;

hos⸗Bei, Minister des Auswaͤrtigen und des Handels, n

bereist gegenwaͤrtig Ober

in von Baumwolle und Getraide haben. Die diesjaͤhrige Aerndte en Beumwolle wird auf 300,000 Centner geschaͤtzt, Getraide ngegen kommt wegen der geringen Ueberschwemmung im vo⸗ gen Jahre gar nicht zur v111616666“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

Washington, 25. Dez. Einem Artikel in dem Londoner

orning Herald zufolge, werden die Herren Rothschild om 1. Januar 1835 ab, die finanziellen Agenten der Vereinig⸗ Staaten seyn, indem die bisherigen Agenten, Herren Ba⸗ ng u. Comp., in Folge einer Differenz dieses Amt niedergelegt aben. „Wir erwarteten allerdings“, bemerkt der Washing⸗ on Intelligencer, „nach dem Bericht des Schatz⸗Secre⸗ airs eine Veraͤnderung der Banquiers der Vereinigten Staaten zu aris, aber von der angefuͤhrten Neuigkeit des Londoner Blat⸗

s wissen wir nichts.“

Der Bericht der eeee Kommission uͤber die Lage und das herfahren der Bank der Vereinigten Staaten, dessen Lesung ber zwei Stunden waͤhrte, ist das Werk der Herren Mangum nd Tyler. Er lautet sehr guͤnstig fuͤr die Bank, widerlegt die eisten der gegen dieselbe erhobenen Beschuldigungen und zeigt, dies Institut ohne hinreichende Gruͤnde weder Vorschuͤsse eseistet noch Gratificationen ertheilt habe. Die Ausgaben fuͤr deuckschriften zu ihrer Vertheidigung werden von den Bericht⸗ tstattern sehr getadelt.

Die Wahl des neuen Gouverneurs von Suͤd⸗Karolina fand ein⸗ immig statt, indem beide Parteien, die der Union und die der Staa⸗ —n⸗Rechte (welche die Souverainetaͤt der einzelnen Staaten als der Souverainetaͤt der Union voranstehend betrachtet), sich versoͤhnt ha⸗ sen. Der Washington⸗Intelligencer betrachtet dies als eines er wichtigsten und erfreulichsten Ereignisse, die er seit langer zeit zu berichten gehabt habe.

Ein Nord⸗Amerikanisches Blatt, der Kentucky Commen⸗ ator, geht in seiner Furcht vor einem Kriege mit Frankreich so weit, daß es sogar die Besorgniß durchblicken laͤßt, Frankreich mochte, wenn es dazu kaͤme, nicht nur von England, sondern auch von einigen Maͤchten des Kontinents unterstuͤtzt werden; England, meint es, werde nicht anstehen, fuͤr die Seemacht zu orgen, und Frankreich, Oesterreich und Rußland wuͤrden die Landtruppen zur Ueberschiffung nach Amerika hergeben. „Das st die Folge davon,“ fuͤgt diese Zeitung klagend hinzu, „wenn man einen Soldaten zum Praͤsidenten hat.“

Das Dampfboot „Randolph“ ist von Nashville nach New⸗ örleans mit einer Ladung von 3600 Ballen Baumwolle abge⸗ gangen und wird die Reise in 10 Tagen vollenden. Der „Ran⸗ dolph“ ist eines der groͤßten bis jetzt erbauten Dampfboͤte; es hat eine Laͤnge von 180 Fuß und eine Breite von 30 Fuß. Es geht 10 Fuß tief. Fuͤr die erste Reise betraͤgt die Ladung 700 Tonnen.

Hiesige Blaͤtter enthalten zwei Faͤlle von hohem Alter

bei zahlreicher Nachkommenschaft. Es starb naͤmlich zu Penob⸗

scot ein Mann, Namens Huchings, 100 Jahre alt, welcher 10 Kinder, 88 Enkel und 242 Urenkel hinterlaͤßt; und zu Camden ein Mann, Namens Thorndike, in einem Alter von 100 Jah⸗ ten und 5 Monaten. Von 354 Nachkommen uͤberleben ihn

noch 300. 8

Vereinigte Staaten vom La Plata.

Buenos⸗Ayres, 20. Okt. Der Britische Gesandte bei den Vereinigten Provinzen am La Plata, Hr. Hamilton, hatte vorgestern seine feierliche Antritts⸗Audienz bei dem interimisti⸗ schen Gouverneur der Provinz Buenos⸗Ayres.

Am 11ten d. beschloß das Repraͤsentanten⸗Haus, daß acht Tage nach Eeoͤffnung der 13ten gesetzgebenden Versammlung zur Wäͤhl eines definitiven Gouverneurs der Provinz Buenos⸗Ayres geschritten werden solle, und daß bis dahin der Praͤsident des Repraͤsentanten⸗Hauses interimistisch mit der Regierung beauf⸗ tragt bleibe. Letzterer antwortete hierauf unterm 15ten d., daß er in treuem Gehorsam gegen die von den Repraͤsentanten des Volks sanctionirten Gesetze beschlossen habe, das muͤhevolle ihm anvertraute Amt fortzufuͤhren und sich zu bestreben, es den wah⸗ ren Beduͤrfnissen des Landes gemaͤß zu verwalten, wobei er je⸗ doch zugleich feierlich erklaͤren muͤsse, daß er, wenn dieses Opfer, welches er dem Lande bringe, sich als fruchtlos erweisen sollte und er nicht durch kraͤftige und entschiedene Mitwirkung von Seiten des Landes unterstuͤtzt wuͤrde, den Befehl uͤber die Pro⸗ vinz augenblicklich niederlegen werde.

Die Revpraͤsentanten⸗Kammer hat entschieden, daß die voll⸗ ziehende Gewalt nicht befugt gewesen sey, irgend einen Theil der

Scheine der klassifizirten Schuld als laufendes Geld an Zahlungs

tatt anzunehmen. Durch diese Entscheidung wird der ehema⸗ lige Gouverneur, Herr Braulio Costa, mit einer Summe von

388, 316 Dollars als Schuldner des Landes erklaͤrt und der eneral⸗Einnehmer beauftragt, diese Schuld von ihm einzutreiben.

Die hiesigen Zeitungen suchen durch mehrere Angaben arzuthun, daß sich das Land jetzt in aͤußerst schwierigen und

peinlichen Verhaͤltnissen befinde.

8 Die Regierung des Staats Uruguay hat mit dem Hause avison, Leland u. Comp. in Montevideo einen Kontrakt wegen nlegung eines Schiffswerfts in dem dortigen Hasen abgeschlos⸗

sen. Eben dieselbe hat die Laͤndereien des Cerro, eines Berges ei Montevideo, fuͤr 100,000 Patacones angekauft, um einen eil davon an die Personen zu verkaufen oder se vertheilen,

Fälche dort eine neue Stadt jn gruͤnden beabsichtigen. Einer esellschaft ist von dieser Reglerung die Erlaubniß ertheilt wor⸗ en, in der Naͤhe von Montevideo einen Platz zu Stiergefech⸗

ten einzurichten.

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Berlin, 27. Jan. Aus Koͤnigsberg meldet die dortige Zeitung vom 22sten d. M.: „Se. Majestaͤt der Koͤnig haben bei Allerhoͤchstihrer vorjaͤhrigen Anwesenheit am hiesigen Orte die Gnade gehabt, der Stadt als einen Beweis der Zufrieden⸗ heit Ihr Allerhoͤchstes Brustbild zu verleihen. Um die Aufstel⸗ lung dieses Allergnaͤdigsten Geschenkes feierlich und wuͤrdig zu begehen, waren heute Magistrat und Stadtverordnete in dem großen Sitzungs⸗Saale des Rathhauses, welcher zu diesem Be⸗ hufe neu und geschmackvoll dekorirt worden, versammelt, und blickten mit hoher Freude auf das wohlgetroffene Bildniß des verehrten Landesvaters, das in der Reihe der Gemaͤlde fruͤherer Erlauchter Landesherren seinen Platz gefunden hat. Nach einer der Feier des Tages wuͤrdigen, erhebenden Rede des Ober⸗Buͤr⸗ germeisters List, in welcher die Veranlassung zur Feier des Ta⸗ ges ausgesprochen und darauf hingewiesen wurde, daß das Al⸗ lergnaͤdigste Geschenk am dankbarsten wuͤrde geehrt werden, wenn die versammelten Vertreter der Buͤrgerschaft in liebender

Verehrung des Koͤnigs fortfuͤhren und ihre buͤrgerlichen Pflich⸗

ten gewissenhaft und treu erfuͤllten, erscholl der begeisterte Ruf: „Lange lebe der Koͤnig!“ Ein Mittagsmahl in dem Saale des Kneiphoͤfischen Junkerhofes vereinigte spaͤter alle staͤdtischen Be⸗ hoͤrden. herrschte Freude und dankbare Erinnerung an den allverehrten Verleiher des Geschenks. Der Ober⸗Buͤrger⸗ meister List brachte die Gesundheit Sr. Maäjestaͤt des Koͤnigs, der Vorsteher der Stadtverordneten⸗Versammlung, Kaufmann

Arndt, die Gesundheit Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen aus,

und der laute Ruf der dankbaren Versammlung konnte von dem Pauken⸗ und Trompetenwirbel nicht uͤbertoͤnt werden.“

In dem Anhange zu der amtlichen Bekanntmachung der hiesigen Universitaͤt uͤber die am 3. August v. J. geschehene Preis, Vertheilung ist bemerkt worden, der Studiosus, nunmeh⸗ rige Kandidat der Philosophie, Karl Johann Hoffmann, aus Roͤdelheim im Großherzogthum Hessen, habe angegeben, „daß er sich um den von der philosophischen Fakultaͤt hierselbst gestell⸗ ten Preis fuͤr die beste Loͤsung der auf den dramatischen Chor der Griechen bezuͤglichen philologischen Arfgabe mit einer zur gesetzlichen Zeit an das Sekretariat der Universitaͤt abgelieferten Abhandlung beworben habe, welche jedoch nicht beruͤcksichtigt worden sey“; diese Abhandlung sey zwar nicht vorgefunden wor⸗ den, in die Angabe des ꝛc. Hoffmann aber kein Zweifel zu setzen. Auf Antrag der gedachten Fakultaͤt hat hierauf das hohe Mi⸗ nisterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal⸗Angelegen⸗ heiten dem ꝛc. Hoffmann zur Entschaͤdigung fuͤr seine unverschul⸗ dete Ausschließung von der Konkurrenz den vollen Werth des Preises zuerkannt. Spaͤter hat sich die Abhandlung, welche von dem Sekretariat wirklich in Empfang genommen und auch an den Dekan der Fakultaͤt abgesandt, aber hier nicht angekommen war, wieder vorgefunden. Die Fakultaͤt hat daher von derselben nachtraͤglich Kenntniß genommen, und sich aus dem großen Auf⸗ wande von Fleiß und den vielfachen Kenntnissen, die der Ver⸗ fasser darin bewiesen hat, uͤberzeugt, daß derselbe jener ihm zu Theil gewordenen Entschaͤdigung wuͤrdig gewesen. (Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß der Kandidat Herr K. J. Hoffmann bereits im Jahre 1828 die goldene Medaille fuͤr die damalige philologische Aufgabe erhalten hat.)

Aus Wetzlar vom 19ten d. M. erhalten wir nachste⸗ hende gefaͤllige Mittheilung: „Von dem hier gegruͤndeten Ver⸗ ein fuͤr Geschichte und Alterthumskunde, dessen Tendenz und Streben die ganze Rhein⸗Provinz umfassen soll, wurde bereits in Nr. 189 der vorjaͤhrigen Staats⸗Zeitung Nachricht ertheilt. Inmittelst sind die Statuten des Vereins von dem hohen Mini⸗ sterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal⸗Angelegenhei⸗ ten bestaͤtigt, und es ist am gestrigen bedeutungsreichen Tage eine feierliche General⸗Versammlung gehalten worden, welcher zahlreiche Mitglieder, sowohl vom Militair⸗ als Civil⸗Stande, beiwohnten. Der Direktor des Vereins, Stadtgerichts⸗Direktor Dr. Wigand, eroͤffnete die Sitzung mit einem einleitenden Vor⸗ trage, und erstattete einen General⸗Bericht uͤber die bisherige Thaͤtigkeit der Mitglieder der Gesellschaft. Namentlich wurden die Ergebnisse der Aufgrabungen Germanischer Todtenhuͤgel aus⸗ fuͤhrlich dargestellt; es wurde eine Uebersicht der hier und in der Umgegend befindlichen Denkmaͤler und historischen Merkwuͤrdig⸗ keiten gegeben, und uͤber die meist noch unbenutzten Urkunden⸗ Schaͤtze, die sich in den hiesigen Sammlungen vorfinden, so wie uͤber die Bereicherungen des angelegten Museums des Vereins Bericht erstattet. Unter den Beschluͤssen der Versammlung be⸗ merken wir nur den, wodurch dem Herrn Ober⸗Praͤsidenten von Bodelschwingh der einmuͤthige Wunsch und die Bitte der Gesellschaft vorgelegt wird, das Kuratorium dieses Vereins zu uͤbernehmen, und demselben seinen Schutz und seine Fuͤrsorge ferner zu widmen.“

Das Metropolitan⸗Dom⸗Kapitel zu Koͤln uͤberreichte am 23sten d. M. dem Herrn Erzbischofe Grafen Spiegel zum Desenberg und Canstein ein goldenes und ein silbernes Exem⸗ plar einer auf die Wieder⸗Genesung Seiner Erzbischoͤflichen Gnaden nach der Ihn im August 1833 betroffenen schweren Krankheit geschlagenen Denkmuͤnze, begleitet von einem Schrei⸗ ben auf Pergament, worin die Veranlassung zu dieser Medaille und die Gefuͤhle und Gesinnungen, von denen sie Zeugniß geben soll, angedeutet werden. Die Denkmuͤnze, von dem Medailleur Franke in Duͤsseldorf geschnitten, traͤgt auf der einen Seite das sehr aͤhnliche Bildniß des Herrn Erzzischofs mit der Umschrift: FERDINANDUS AUGUSTUS ARcHmriscopus CoLroNiENsIs. NAr. MDCCELXIV. Drc. XXVv. Coxs. MDCCCXXV. Iox. XI., und auf der Kehr⸗ seite die Worte: SANITATI REsTITUTO LAETA DiokcEsis. MDCCCXXXIII. Abdrüuͤcke davon werden noch in Silber und Bronze auf Subscription verfertigt und vertheilt. Von jeder Medaille, welche uͤber die Zahl 400 abgeht, will der Kuͤnstler 15 Sgr. zu einem noch naͤher zu bestimmenden milden Zwecke

Am s. Januar feierte die hiesige Deutsche Gesellschaf ibren Stiftungstag duͤrch eine oͤffentliche Versammlung, in welcher Herr Professor Gans den ersten Theil einer Geschichte des Engli⸗ schen Rechts las, namenteich der Wallisischen, Angelsaͤchsischen, Däͤ⸗ nischen und Normännischen Gesetzbuͤcher. Nachdem Herr Professor Zeune den Inhalt einer fuͤr die Gesellschaft uͤbersandten Lateinischen Abhandlung des Herrn Dr. K. G. Anton, Gymnasial⸗Direktor zu Gorlitz, uͤber die dortigen Sagen von den Querxen (Zwergen) vor⸗ hesregen hatte, las Herr Prediger Pischon uͤber die wahren Zwecke

er Gesellschaft, mit einem Ruͤckblick auf ihre Geschichte. Der mit diesem Tage abtretende Ordner, Prof. v. d. Hagen, gab Rechenschaft von dem Hanehelt und von der Thaͤtigkeit der Gesellschaft in die⸗ sem ersten Jahr ihrer neuen und verstaͤrkten Gestalt: in welchem ihre Zahl sich durch zwoͤlf Mitglieder vermehrt hat, und uͤberhaupt in den zwoͤl VenJren g zwanzig eeiee gehalten worden, mit Einschlu

der in den beiden letzten Monats⸗Versammlungen gelesenen Abhand⸗ lungen des Hrn. Prof. Zelle uͤber das Verhältnis des Wort⸗ und

Vers⸗Rhythmus unserer Sprache, und des Hrn. Direktor August

der Gesellschaft aus der Heidelberger Bi

ö

uͤber die Deutsche Deeclination auf dem gegenwaͤrtigen Standor unserer Sprache; so wie noch des Hrn. Pischon uͤber eine

liothek zugekommene Hand⸗ schrift der Predigten Bruder Bertholds im 13ten Jahrhundert, welche bei der Kling'schen Ausgabe derselben (hier 1824 mit Vor⸗ rede vom Prof. Neander) nicht benutzt worden. Dem fuͤr das naͤchste Jahr zum Ordner erwaͤhlten Hrn. Prediger Pischon uͤber⸗ gab sodann der Prof. v. d. Hagen dieses Amt, nachdem er die von Hrn. Pölchau fuͤr die Bibliothek der Gesellschaft geschenkten Pre⸗ digten Kaisersbergs vorgelegt, und den in der letzten oͤffentlichen Versammlung angefangenen Bericht uͤber die zum Theil der Ge⸗

sellschaft zugesandten und saͤmmtlich vorliegenden neuen Erscheinun-

gen im Gebiete der Deutschen Sprach⸗ und Alterthumskunde voll⸗ endet hatte.

Zuvoͤrderst waren eingegangen „Denknisse eines Deutschen oder: Fahrten des Alten im Bart, herausgegeben von K. Schoppach (Schleusingen, 1835)„ denkwuͤrdige Erinnerungen aus der Zeit, da Lord Bathurst in Perlberg, noch unerklaͤrlich, spurlos verschwand; mit einem Worterbuche der erneuten oder neugepraͤgten Woͤrter: in welchem allem man einen Mitstifter der Geschschaft wohl erkennt, die 8 ihn auch beim vorjährigen Stiftungsfeste lebhaft erinnert wurde. Außerdem lagen vor: J. Gesellschaftsschriften: 1) des Thuͤringisch⸗Saäͤchsischen Vereins fuͤr Erforschung des va⸗ terlaͤndischen Alterthums 3tes Vierteliahrsheft, besorgt von Dc. K⸗ E. Foͤrstemann: vornaͤmlich die Nordhauser Weisthuͤmer des 14. bis 15. Jahrhunderts, durch Dr. E. G. Foͤrstemann, und unter anderen Roͤmischen Denkmalen am Rhein durch Dr. F. Fiedler, auch die von Asciburgium enthaltend; 2) des Freiherrn von und zu Aufseß (bei Nuͤrnberg) Anzeiger fuͤr Kunde des Deutschen Mittelalters, zter Jahrgang 1834: gleich den beiden ersten, auch reichhaltig fuͤr Kunst und Akterthum, wie fuͤr Sprache und Litera⸗

tur, und besonders von dem jetzigen Mitherausgeber, Prof. Mone’,

durch wichtige Nachtraͤge zu den im vorigen Berichte dargelegten neuen Ausgaben der so fruchtbaren Dichtungen von Reinhart Fuchs ausgesteuert. 1b II. Erste Abdruͤcke, Ausgaben und Bearbeitungen Alt⸗ deutscher Denkmale 1) „Auslegung des Evangelii Jo⸗ hannes in Gothischer Sprache, aus Roͤmischen und Mailaͤn⸗ dischen Handschriften, nebst Lateinischer Uebersetzung, belegenden Anmerkungen, Untersuchungen, Gothisch⸗Lateinischem Woͤrterbuch und Schriftproben. Im Auftrage Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen Maximilian von Bagyern, erlesen, erlaͤu- tert und zum erstenmal herausgegeben von H. H. Maßmann, Professor der Altdeutschen Sprache und Literatur an der Muͤnchener Hochschule“ (Muͤnchen, 1834. 4.): eine koͤstliche Bereicherung der aͤltesten und gebildetsten Hochdeutschen Sprache, nach dem Grie⸗ chischen des Bischofs Theodor von Heraklea in Thracien (st. 355)⸗ dessen Halbarianismus hier sich bestaͤtigt; vielleicht auch von Ulfilas uͤbertragen, obschon dessen Bibel⸗Uebersetzung, welche hier getreulich als Text gebraucht wird, keine Spur dieser Irrlehre zeigt. Alles von diesem Werk Uebrige, davon bisher nur ein kleines Stuͤck (Specim. 1819) und treuloses Facsimile der Roͤmischen Blaͤtter durch den zuvorkommenden Mai (Nova collect. 1825 und 1833) bekannt war, ist nunmehr so sorgfaͤltig und vollstaͤndig bearbeitet von einem hier heimischen Mitgliede der Gesellschaft, daß es der ruͤhmlichen Sendung voͤllig ent⸗ spricht, und so zugleich den von der Gesellschaft vor neun Jahren schon ihm ertheilten, damals nicht ausfuͤhrbaren Auftrag zur Aus⸗ 8 der saͤmmtlichen Matlaͤnder Gothischen Handschriften, wenig⸗ ens zum Theil noch erfuͤllt. 2) Althochdeutsche Bruchstuͤcke einer Wiener Handschrift (Wien, 1834. Fol.): a) des Evangelit Matthaͤi in Prosa, vielleicht noch vor Otfried oder doch um die⸗ selbe Zeit uͤbersetzt, davon man bisher nur ein Blatt (durch B. Pez und Eckhart quaternio monum. 1720) kannte, mit gag nn egtefen. dem Lateinischem Text; b und d) zwei Homilien, . S. Augustin; c) ein Stuͤck der zu den aͤltesten Hochdeutschen Denkmalen gehdrigen Uebersetzung von Isidors von Se⸗ villa Abhandlung von der Geburt Christi, bisher nur aus einer Pariser Handschrift bekannt: Alles sehr genuͤgend ausgestattet, mit Facsimile, Einleitung und Glossar, durch den Entdecker Dr. Steph. Endlicher, der hier zum erstenmale in diesem Felde ruͤstig auftritt, in Verbindung mit dem Professor H. Hoffmann. Als Zugabe liegt bei, die besonders abgedruckte Anzeige dieses Werkes in den Wiener Jahrbuͤchern von M. Haupt (der schon im Aufsesst⸗ schen Anzeiger des Mittelalters sich eifrig und kundig erwiesen), welche zugleich eine bedeutende Nachlese aus den alten, meist zer⸗ stuͤckten Blaͤttern liefert. Beide Buͤcher, das Gothische wie das Althochdeutsche, sind zugleich stattliche Druckwerke. 3) Merigarto (wie Althochdeutsch die Welt heißen soll: Meergarten), Bruchstuͤck einer sonst unbekannten Weltbeschreibung in Reimen des 11ten bis 12ten Jahrhunderts, aus der Fuͤrstlich Fuͤrstenbergischen Biblio⸗ thek zu Prag, herausgegeben vom Prof. H. Hoffmann (Prag 1834. 8.), auf aͤhnliche Weise, wie das vorige Werk, mit Faesimile und Anmerkungen: ein willkommener Beitrag zu den wenigen Ueberbleib⸗ seln Deutscher Dichtkunst aus der Uebergangs⸗Zeit des Althochdeut⸗ schen ins Mittelhochdeutsche, wo doch vor allen die volksmaͤßigen Helden⸗Gedichte den fruͤheren Reichthum bekunden. 4) der Nibe⸗ lungen Lied, frei uͤbersetzt von H. von Rebenstock, Hauptmann im Kadetten⸗Corps (Potsdam, 1834): dem Inhalte nach getreu, die lange vierreimige Staͤnze in die schon im alten Liede haufig vor⸗ tretende achtreimige umgebildet, die Sprache voͤllig neu; eines Kriegs⸗ mannes wuͤrdige Arbeit, und denen das alte ewige Lied in der Ür⸗ sprache fremd ist, freundlich zu empfehlen; zugleich die erste „Pracht⸗ Ausgabe“ dieses hier in Berlin zuerst vollstaͤndig gedruckten (Muͤl⸗ ler's Samml. 1782) und fortwaährend am haͤufigsten bearbeiteten und herausgegebenen Gedichtes, die auch der Buchhandlung alle Ehre

macht. 5) Woͤrterbuch zu Ritter Hartmanns von Aue Rit-⸗

tergedicht JFwein, vom Hofrat Benecke (Goͤttingen, 1833): sehr ruͤndlich uͤnd fast uͤbervollstaͤndig, betraͤchtlich staͤrker als des Ver⸗ assers Ausgabe des Gedichtes selber, doch nur auf dieses beschraͤnkt und nicht auch die uͤbrigen freilich meist ungedruckten Werke Hartmanns umfassend. 6) Freigedanks Bescheidenheit (Weisheit): das is der Brantischen Bearbeitung lebendig gebliebene, hier in Berlin auch zuerst in der Ursprache gedruckte (Muͤllers Samml. 1784) Spruchgedicht⸗ nun in berichtigter Ausgabe vom Prof. W. Grimm (Goͤttingen, 1834), auf gleiche Weise, wie seines Bruders Ausgabe des Reinhart Fuchs, mit Einleitung, Vergleichung der Handschriften, Anmerkungen, und Reim⸗Register, welches zugleich zur Auffindung der einzelnen Spruͤche dient. Der Herausgeber will darthun, daß Freigedank eben kein anderer, als Walther von der Vogelweibde sey jener hieß aber Bernhard Freidank. —-7) Altdeutsches Lesebuch: aus Ul- silas, Althochdeutschen Prosa⸗ und Dichtwerken und Mittelhoch⸗ deutschen Dichtern, zusammen 142 wohlgewaͤhlte Stuͤcke, meist nach Grimmischer Grammatik eingerichtet und kundig erlaͤutert von A. Ziemann (Quedlinburg, 1833). 8) „Volkslieder der Deut⸗ schen, eine vollstääͤndige Sammlung derselben“ (auch der geschicht⸗ lichen) „von der Mitte des 15ten Jahrhunderts bis in die erste Haͤlfte des 19ten Jahrhunderts, von F. K. Freiherrn von Erlach“, auf vier Baͤnde aͤngelegt, von welchen der erste, vorliegende mit Luther und anderen namhaften Dichtern und namenlosen Lie⸗ dern beginnt, von 1500 1620 (Mannheim 1834); umfaßt die fruͤheren Sammlungen und liefert auch sonst mancherlel einzeln

Zerstreutes; wobei wohl etwas mehr Umsicht und Ordnung zu wuͤn⸗⸗. schen waͤre. 9) Die Bilder⸗Handschrift der Veldeke’'schez

Aeneis in der hiesigen Koͤnigl. Bibliothek, umstaͤndlich beschrieben, besonders in Hinsicht auf Alterthuͤmer und Kunst, mit einer Abbil⸗-⸗ dung, von einem unserer Mitglieder, Dr. F. Kugler (Berlin 1834)2 ein erfreulicher Beitrag zur altvaterlaͤndischen Kunstgeschichte, wel⸗ cher sich der Dissertation desselben Verfassers uͤber Wernher von Tegernsee, den Dichter und Maler des 12ten Jahrhunderts (1831), anschließt, so wie zur Nachfolge auffordert.

Ill. Sprachlehren und Woͤrterbuͤcher: 1) „Gothisch⸗ hoch deutsche Wortlehre von A. Ziemann“ (Quedlinburg

1839): Grundzuͤge der Laut⸗Verhaͤltnisse, Wortbildung und Biegung,

vom Gothischen aus durch das Alt⸗ und Mittelhochdeut⸗

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