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Paris, 23. Jan. Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem
Handels⸗Minister. . Am Schlusse der gestrigen Sitzung der mer ließ sich auch noch der Baron Mounier
setz⸗Entwurf vernehmen, wonach ein neuer Gerichts, Saal fuͤr den Pairshof erbaut werden soll. Auch er sprach sich, wie der erzog von Noailles und der Vicomte Dubouchage, fuͤr eine mnestie aus, und schloß mit einer Lobrede auf das Geschwor⸗
en⸗Gericht, das, chen seinen ganzen die allgemeine Berathung der Graf von Sesmaisons dervor: „Der beabsichtigte Bau darf erst wirklich dem die Anklage, Akte ergangen ist.“
meinte er, gerade bei
Nutzen bewaͤhre.
wurf mit 98 gegen 43 Stimmen durch.
In der Deputirten⸗Kammer erfolgte gestern die de⸗ finitive Aufnahme des Herzogs von Fitz⸗James. sich erinnern, daß die Wahl desselben in Toulouse als guͤltig an⸗ erkannt, seine Aufnahme aber bis zur Beibringung des Bewei⸗
ses, daß er bereits seit einem Jahre im Besitze
ten Grund-Eigenthums sey, ausgesetzt worden war. er diesen Beweis jetzt geliefert, las der Praͤsident ihm die Eides⸗ formel vor, worauf der Herzog mit erhobener Rechten und mit starker Stimme antwortete: „Ich schwoͤre es.“ Diese Eidesleistung hatte einige Bewegung in der Versammlung und auf den Zuhoͤrer⸗Tri⸗ bunen zur Folge. — Es wurden hierauf die Berathungen uͤber die Proposition des Herrn Anisson⸗Duperron wegen der Urbar⸗
machung der Waldungen wieder aufgenommen.
Fortsetzung derselben nach einer unerheblichen Debatte auf den folgenden Tag verlegt werden, als Herr Isambert das Wort Kammer anzuzeigen, daß er sich mit ihrer Erlaubniß am naͤchsten Montag von den Ministern einige Auf⸗ 8 Eö 1 in ezug auf die gegenseitigen Der Minister 992 aus⸗ waͤrtigen Angelegenheiten, der kurz zuvor aus der
verlangte, um der
schluͤsse uͤber die gegenwaͤrtigen Rußland und Frankreich Forderungen erbitten wuͤrde.
Pairs⸗Kammer angelangt war, erklaͤrte sich
Aufschluͤsse unverzuͤglich zu geben. In der That bestieg er, trotz der Widerrede des Hrn. Isambert, sofort die Rednerbuͤhne, um sich uͤber die erwaͤhnte Angelegenheit etwa in derselben Weise zu
aͤußern, wie solches bereits am Morgen desselben
gestrige Blatt der St. Ztg.) der Moniteur gethan hatte. Es kam daruͤber zu einer interessanten Debatte zwischen den Herren Odilon⸗Barrot und Isambert einerseits, Werke begriffene Liquidations⸗Geschaͤft, wie dasselbe auch aus⸗ fallen moͤchte, fuͤr unstatthaft hielten, und den Rigny und Bessieres andererseits, die sich im darauf beriefen, daß Frankreich eher herauszub ekommen, als (Wegen Mangels an Zeit muͤs⸗ sen wir uns einen Auszug dieser Debatte auf morgen vorbehal⸗ ten.) Die heutige Sitzung eroͤffnete Herr Jars mit der Vor⸗
herauszugeben haben wuͤrde.
Nachdem hierauf geschlossen worden, trat noch mit folgendem Amendement
Dieser Vorschlag fand in⸗ dessen keine Unterstuͤtzung, und bei der darauf erfolgten Abstim⸗ mung ging der aus einem einzigen Artikel bestehende Gesetz⸗Ent⸗
Pairs⸗Kam⸗ wider den Ge⸗
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Alllgem Bekanntmachungen.
Bekanntmachung, wegen Verpesh tung der Domaine Rheden.
Bee Pachtstuͤcke der Domaine Rheden, im Grau⸗ denzer Kreise, und zwar das Vorwerk Rheden mit dem Abbau Klewenau, die Benutzung des Brau⸗ und
Brandhauses und der Fischerei in den zur Amtspacht jetzt gehoͤrigen Gewaͤssern, so wie der Krug⸗Verlag in den noch zwangspflichtigen Krug⸗ und Schank⸗
Stellen, sollen Behufs Sicherstellung der aufgelau⸗ fenen Pachtmeste, fuͤr den Zeitraum vom 1. April 1835 bis zum 1. April 1838 mit dem vorhandenen Koͤnigl. Inventario an Brau⸗ und Brennerei⸗Ge⸗ raͤthen und der bestellten Wintersaat, im Wege der Erxecution an den Meistbietenden verpachtet werden Wir haben einen Termin zur Lizitation auf den 10. Maàrz d. J., Vormittags 11 Uhr, in unserem Conferenz⸗Gehaͤude anberaumt, und laden zu demselben qualifrzirte Pachtlustige hiermit ein. Die naͤheren Bedingungen der Verpachtung, so wie die Ertraͤge der Pachtstuͤcke, und der Pacht⸗Kon trakt vom 23. October 1826, dessen Beslimmungen der gegenwaͤrtigen Verpachtung im wesentlichen zum Grunde gelegt werden sollen, koͤnnen in unserer Domainen⸗Registratur eingesehen werden. Diejenigen, welche auf das Pachtgeschaͤft einzu⸗ gehen beabsichtigen, muͤssen in dem Lzitations⸗Ter⸗ min eine Kaution von Zweitausend und Fuͤnfhundert Thalern in Staats⸗Schuldscheinen oder Westpreuß. Pfandbriefen mit den dazu gehoͤrigen Coupons de⸗ poniren, und sich außerdem uͤber den Besitz eines disvoniblen Vermoͤgens von mindestens 6000 Thlr., so wie uͤber ihre persoͤnliche Qualifikation zur Ueber⸗ nahme einer Koͤnigl. Domainen⸗Pachtung ausweisen. Die Domaine Rheden gehoͤrt zu den vorzuͤglichsten Pachtungen ders hiesigen Regierungs⸗Bezirks; ein großer Theil des Ackers besteht aus dem schoͤnsten Waitzen⸗Boden und Uenes sich auch zum Anbau von Oel⸗Gewaͤchsen. Die Lage ist angenehm und fuͤr den Absatz der Producte wegen der Raͤhe der Weichsel und der Handels Stadt Graudenz guͤnstig. Die Ge⸗ baͤude befinden sich in einem guten Zustande. Marienwerder, den 12. Januar 1835,. Koͤniglich Preußische Regierung. Abtheilung fuͤr direkte Steuern, Domai⸗ nen und Forsten. 11““
Avertissement. Die dem Grasen Arnold von Skorzewski gekoͤrigen, Senbmschen Kreise geleaenen, Guttanzheile: 1) See No. 6 1 ““ auf 20,581 Thlr. 27 sgr. 9 pf. taxirt; 2) E 35 Litt. C. landschaftl ch auf 17,966 Thlr. 19 sgr. 5 pf. taxirt und . 3) Zrͤldenfelde No. 19 Liz. A. landschaftlich auf 13,132 Thlr. 23 sgr. 4 pf. taxirt, von denen je⸗der Gutsantheil besonders ausgeboten werden soll, sind zur nothwendigen Subhastation ge⸗ ellt, und ist der Bietungs⸗Termin auf . den L.- 1 8 ½8, 8 rmittegs um 11 Uhr, vor dem Deputirten Herrn Berm tiage nnichts.Agesor Walter hierselbst angesetzt worden.
Dee Taxe und der neueste Hovotheken⸗Schein sind
übrigens jederzeit in der hiesigen Ober⸗Landesgerichts⸗
werden.
Registratur einzusehen; etwanige besondere Kaufbedin⸗ gungen sollen in dem obigen Termine bekannt gemacht
Marienwerder, den 25. Joli 1834. Civil⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗ Landesgerichts. 8
Subhastations⸗Anzeige.
Bei dem Konigl. Ober⸗Landesgerichte von Ober⸗ Th. Richter. Schlesien soll die freie Allodial⸗Herrschaft Tillowitz, bestehend aus den Doͤrfern Tillowitz, Ellguth, Baum⸗ — . 1 — garten, Schedliske, Schiedlow, Seifersdorff, Weider⸗ Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schlofsplatz Predigten uͤber die Evangelien des gan⸗
120
lesung einer Proposition, des Inhalts, daß man der Stadt Lyon als Ersa fuͤr den Schaden, den diese Stadt an den Tagen des 9. — 15. April v. J. waͤhrend der damaligen Unruhen erlitten, eine Summe von 1,200,000 Franken bewillige. Nachdem die Berathung uͤber diesen Gegenstand auf den 2osten an⸗ gesetzt worden, wurde die Debatte uͤber die Proposition des Herrn Anisson⸗Dupperron wieder aufgenommen, und sel⸗ bige, als es zuletzt zur Abstimmung kam, mit 200 gegen 91 Stimmen verworfen, was natuͤrlich einige Verwunderung in der Versammlung erregen mußte, da die einzelnen Artikel dieser Proposition angenommen worden waren. — An der Tages⸗ ordnung war jetzt die Berathung uͤber eine Proposition verschie⸗ dener Deputirten, wegen einer Modificirung des Handels⸗Ge⸗ setzbuches in Bezug auf das Wechsel⸗Recht; sie war fuͤr das Ausland von keinem besondern Interesse. (Die oberwaͤhnte De⸗ batte uͤber das Liquidations⸗Geschaͤft zwischen Rußland und Frankreich sollte in der naͤchsten MontagsSitzung [26.] wieder aufgenommen werden.)
Gestern wurden die Herren Lariboissieère, Cambis d'Orsan, Vitet und Boissy d'Anglas von dem 1sten Bureau, die Herren von Mosbourg, Felix Real, Augustin Giraud und von la Pin⸗ sonnière vom 3ten Bureau und die Herren Passy, Sapey, Le⸗ grand von der Oise und Bignon von dem 9ten Bureau zu Kom⸗ missarien fuͤr das Budget ernannt. In letzterem Bureau trug bei der zweiten Abstimmung Herr Bignon gegen Herrn Amil⸗ hau, der von Herrn Thiers vorgeschlagen und empfohlen war, den Sieg davon. Es sind nun nur noch die Kommissarien des 5ten Bureaus zu waͤhlen.
Der Marschall Gérard ist von seiner Unpaͤßlichkeit wieder vollkommen genesen; er stattete gestern dem Herzoge von Orleans einen Besuch ab.
Der Fuͤrst von Talleyrand muß sich jetzt beim Gehen schon von zwei Dienern unterstuͤtzen lassen; eben so kann er nicht mehr in den Wagen einsteigen oder aus demselben aussteigen, er muß hinein⸗ und herausgehoben werden. Am 2. Februar wird der 18” 81 Jahr. Im Bon Sens liest man: „Es hat uns
emand eine Thatsache erzaͤhlt, die wir dem Fuͤrsten von Talley⸗ rand mittheilen zu muͤssen glauben; es ist naͤmlich schon seit mehreren Monaten ein Befehl unterzeichnet und der Ört fuͤr das Datum offen gelassen, wonach in dem Augenblick, in wel⸗ chem der Fuͤrst den letzten Hauch ausathmet, auf alle seine Pa⸗ piere Beschlag gelegt werden soll, wie man dies schon bei mehr als einer aͤhnlichen Gelegenheit gethan hat; dieser Befehl ist dreifach ausgefertigt, damit er noͤthigenfalls in Paris, in Roche⸗ cotte und in Valengay vollzogen werden kann.“
Die Franzoͤsische Akademie wollte gestern die Wahl eines neuen Akademikers an die Stelle des Herrn Parseval Grand⸗ maison vornehmen; es erhielt aber keiner der Kandidaten die absolute Majoritaͤt, naͤmlich 16 Stimmen (indem 30 Stimmende
zugegen waren), und die Versammlung beschloß daher, erst nach
erlauf eines Monats wieder zur Wahl zu schreiten. Bei der letzten Abstimmung hatten Herr Salvandy und Herr Arnault jeder 14 und Herr Balanche 2 Stimmen. Der Courrier frangais berichtet Folgendes uͤber den hiesigen Verein zur Abschaffung der Sklaverei in den Franzoͤsi⸗ schen Kolonieen (vergl. oben den heutigen Artikel Frankreich):
die Preußisf
ist erschienen:
sern in gr. 8vo.
witz und Neudoerffel, im Falkenberger Kreise belegen, No. 2.
abgeschaͤtzt, im We verkauft werden. Kauflustige werden
Termine
dategnsn LT“ aee. u. Nachm., vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗ r Kreis in 8 9 Gebaͤnde benecht.8 Haper heeg n Haushaltungen. Enthaltend: gruͤndliche und allge⸗ m Wr en daselbst mein verstaͤndliche Anweisungen, alle Arten von Spei⸗ ob diese treffliche Sammlung nicht noch billige
sen, als Suppen, Gemuͤse, Saucen, Ragouts, Mehl⸗, erhalten sein duͤrfte, entgegen zu kommen, ervbien
und zu gewartigen, daß demnaͤchst, in so fern keine Tö“ “ 858 8 r ées, ten, Kuchen und anderes Backwer e⸗
iche Hindernisse eintreten, der Zuschlag an den traͤnke ꝛc. in sedr kurzer Zeit und s e;;
1 Nebst Kuͤchenzetteln und Belehrun⸗ abzulassen. zel⸗ G gen uͤber Anordnung der Tafeln, Tranchiren ꝛc. Ein vor den Ladenpreis, und wird auch der anga
unserm Geschaͤfts⸗ die besondern Bedi
recht
Meist⸗ und Bestbietenden erfolgen werde.
Die Taxe, und der neueste Hypotheken⸗Schein der ten zu lernen.
errschaft Tillowitz koͤnnen uͤbrigens in den gevwoͤhn⸗
lichen Amtsstunden in unsr
dem Gerichts⸗Amte Tillowitz eingesehen werden. Ratibor, den 17. Ocrtober 1834.
Koͤnigl. Ober
Ediec
Der von hier gebuͤrtige Tuchmachergeselle Cart Trau⸗ gott Ludwig, der zuletzt als Uhlan im Regiment Prinz: Byron bei der Schwadron des Rittmeisters Grafen
von Lavallette gesta
rufen, sich innerha
und durch die Ober⸗Schlesische Landschaft nach dem Nutzungs⸗Ertrage zu 5Ct. auf 227/854 Thlr. 15 sgr ge der nothwendigen Subhastation
eingeladen, in dem hierzu angesetzten peremtorischen
zu vernehmen, ihre Gebote zu Protocoll zu geben,
ausgeantwortet werden wird Gruͤnberg, den 23. Juli 1834. Koͤnigl. Land- und Stadtgericht.
Alle Besitze und zahlungsfaͤhige daher hierdurch aufgefordert und Berlin zu haben:
ngungen der Subha
⸗Landesgericht von Ober⸗ linburg, bei G. Basse.) 8vo.
Schlesien.,
tal/o Citation.
herrscht wurden. 1r Theil.
nden hat, und seit dem Ruͤckzuoe gr. 8vo.
ld neun Monaten, und spaͤtestens maeer.
schehen, noch nie behandelt wurde.
Eckenstein,
Abends. Zweite
Alterthums in
15 sgr., für den
bgg 22
Vorlesung. Ueber: Die kör- zu muͤ⸗
ganzen Cyclus 1 Friedrichsd'or.
8
„Diese Gesellschaft haͤlt ihre Sitzungen alle acht Tage in Bureaus der Quaͤstur. letzten Sitzungen eine vortreffliche Denkschrift uͤber den Zuß der Sklaverei in den suͤdlichen Staaten Nord⸗Amerika's verleg Das Marine⸗Ministerium, welches einen Zusatz⸗Kredit von Fr. fuͤr die Eehalhun⸗ der Stlaverei verlangt, scheint mue Bildung dieser Gesellschaft sehr unzufrieden zu seyn. , ihm, wie wir hoͤren, angerathen worden, sie gerichtlich zu folgen, weil sie bei ihrer Bildung das Gesetz wider die AJs
.“ 2
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b.
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Herr von Beaumont hat in einer M111“ da 0ts 98. “
tioneg verletzt habe. Bei dieser Gelegenheit wuͤrde die Son, barkeit des Gesetzes wider die Associationen erst klar an Tag treten.“
In einem Schreiben aus Madrid vom 11. Januar es: „Es wird noch immer von der Unterdruͤckung des Jesu Ordens gesprochen. Doch scheint das Ministerium nicht schlossen, die Initiative dabei zu ergreifen. Die Unterdrüich dieses beruͤhmten Ordens ist uͤbrigens in Spanien, wo er tiefe Wurzeln hat, weniger gefaͤhrlich, als die Reforch Kloͤster, die ebenfalls durch Ermaͤchtigung zu einer freiwill Saͤcularisation der Moͤnche und Nonnen unternommen wen soll. Der Augenblick ist jedenfalls nicht sehr geeignet, Kin Reformen durchzufuͤhren, gegen die sich Fanatismus und Aber ben erheben werden. Schon die Ankuͤndigung eines solchen Vh bens wird den Keim zu einer Opposition legen, die vielz eben so viele Uebel veranlassen duͤrfte, wie der Krieg, der inf noͤrdlichen Provinzen wuͤthet. Alle aufgeklaͤrte Maͤnner eu nen zwar die politische und finanzielle Nothwendigkeit an Moͤnchs⸗Orden zu vernichten; allein noch ist der Tag nichth men, an dem die Ausfuͤhrung dieses Werkes geschehen a Zuvor muß man das Ende der Insurrection abwarten. Ehl in den letzten Tagen, Llauder denke daran, den Ober⸗M. uͤber die Nord⸗Armee selbst zu uͤbernehmen. Dies Gerpͤch aber ungegruͤndet, eben so wie das von der Bildung e 15,000 Mann starken Instructions⸗Lagers in Alt⸗ Castilien,
s
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Propst und Professor hantion zu Schoͤneich bei Kulm, dem Prediger Matthaͤus
ohenkraͤnig, Regierungs⸗Bezirk Frankfurt a. d. O., und dem
den Ruhestand versetzten Stadt⸗Baurath Held zu Danzig n Nothen Adler, Orden 4ter Klasse zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, die bei dem Ministe⸗ im des Innern und der Polizei angestellten Regierungs⸗Raͤthe, eiherr von Blomberg, Seiffart und Frantz, zu Gehei⸗ n Regierungs⸗Raͤthen zu ernennen und die desfallsigen Pa⸗ te Allerhoͤchstselbst zu vollziehen. b
Die oͤffentliche Sitzung der Koͤnigl. Akademie der Wissen⸗ haften zur Feier des Jahrestages Friedrich's II. am 29sten d. M. ürde durch die Anwesenheit Ihrer Koͤnigl. Hoheiten des Kron⸗ inzen und des Prinzen Wilhelm, Sohnes Sr. Majestaͤt „Königs, verherrlicht. Der vorsitzende Secretair, Herr Wil⸗ n, eroͤffnete dieselbe mit einer Rede uͤber Friedrich II. als eschichtsschreiber, worauf Herr Levezow nach vorangeschickter nleitung die Abhandlung des am 2lsten d. M. verstorbenen errn Uhden v.se unter P vee dhea eceßh 9
.,26 ZEE mte antike Onyx⸗Schaale im Borbonischen Museum zu Neape 11212 8n 3 * und einige zum Theil aus den hinterlassenen Papieren des 242n. Dant Actien 1563. 1552, Part⸗Obl. 1892. Br. das i fassers diefer Abhandlung geschöofte Erläuterungen hinzufüͤgte. 100 Gulden 214 ½. G. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 62 ¾ 62 ½. do. 49 — .“ Anl 95 ½ Br. Holl. 5proc. Obl. von 1832 97¼ 97 ⅛. † Sehr . 70 ⁄. 5proc. Span. Rente 42 ½. 42 ⅞. 3 proc. do. zn
T.· 11I
— Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. cour. 107. 35. 3 proc. pr. compt. 77. 5. fin cour. 7 5proc. Neap. pr. compt. 94. 10. fin cour. 94. 15. 5. Span. 43 ⅛½. 3proc. do. 27¼. Cortes 41½. Ausg. Span. e 15 ½. 2 ⁄proc. Holl. —. —. 111
107. 30.
tungs⸗Nachrichten Anslan d.
Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 22. Januar. Nachtrag.) Auf die gegen den Schluß dieser Sitzung von errn Isambert angekuͤndigte Absicht, am naͤchsten Montag
Literarische Anzeigen. In Baumgaͤrtner's Buchhandlung in Leipzig
Pfennig-Encyklopädie der Anatomie, oder bildlfehe Darstellung der gesammten mensch- lslicchen Anatomie nach Rosenmüller, 88e B Snl- Gordon, Bock eic. . F. Schröter, mit erklärendem Pext von Dr. h 9s Heft, Bänderlehre, mit 14 Kup- ler, Linden Nr. 19⸗ In bgiehen: . Preis 9 sgr. Exemplare des Werkes sind vorräthig in der
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Die sich selbst belehrende Koͤchin,
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er Roat 8 unentbehrliches Handbuch fuͤr Hausfrauen und Koͤ⸗ T zhht 1 Regüstratur, so wie del chinnen. Nach vieljaͤhrigen E fahrungen bearbeitet. lichste Beruͤcksichtigung eines Wunsches minderzg Dritte, verbesserte Aufl. Mit Abbildungen. (Qued⸗ terter Freunde christlicher Erbauung / ie Veranlast
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Flathe, Dr. L, Geschichte Macedoniens und der
Reiche, welche von macedonischen Koͤnigen be⸗ Sauvage et de Lurien 5 sgr. — No. 139. La ¹ nene(an dI l⸗ Fhets h gess 1n lrice.
m Untergange des persisch⸗mace ) des von Porfschen Corps aus Kuland im Jahre 1812 ches. 1 bir “ verschollen ist, wird hierdurch nebst seinen etwa zurüͤck⸗ jelassenen undekannten Erben und Eecbneymern aufge⸗
2 Thlr 22;½ sgr. — 2r Theil rie. Vom Untergange des persisch⸗macedonischen Rei⸗ ches bis zum Ausgange des Reiches der Prolo⸗ Seribe 7 ½ s in 1 1 - gr. 8vo. 3 Thlr. 22 ½ sgr. um 4. Mai kuͤnft gen Jahres, dei dm unterzeichneten Ein Werk, welches mit dem ebden erschienenen v G richte persönlich oder schriftlich zu meiden; widri⸗ zweisen Theile geschlossen, das Ergebniß eines lang⸗ genfalls derselte fuͤr todt ertlaͤrt, und die Erbschaft, jaͤbrigen muͤhevollen aber gewiß hoͤchst verdienstlichen E jie ihm von dem Professor Gebauer zu Liegnitz zuge⸗ G 8 fallen ist, seiner hter am Orte wohnhaften Tochter schichte ist, und dessen so interessanter und bedeuten⸗ sder historischer Stoff in der Weise und in dem Zu⸗ sammenhange, wie es von dem Herrn Verfasser ge⸗ b
orschens auf einem dunkelen Gebiete der alten Ge⸗
selbe verstanden, den an sich selbst so schwierigen und 5. verworrenen Gegenstand durch die Kunst der Be⸗ Die öffentlichen Vorlesungen des Prof. Dr. J. bandlung und der Darstellung in ein klares und le⸗ werden forigesetzt im Hoôtel de bensvolles Licht zu stellen, und wir glauben das ge⸗ Russie, am 30. Januar 1835, von 6 bis 8 Uhr lehrte 1”Iee; besonders darauf aufmerksam machen . orles . sen, daß hier die wichtigsten Aufschluͤsse uͤber ee 5 nd FSl bes⸗ eeeitseng 86 * EEE1“ Nech gegehen niteur seit seinem Erschei 6 ern der merkwürdigsten gaten des worden sind. ewiß wird daher kein Forscher un k ic 1 . F 8 g2 Aen ga Ireh. She⸗ Freund der otes Gesehtae, diehen Pesch dessen anntlich mit mehrereu Tausend Francs bezahlt wapi Sabscriptions-Preis für jede einzelne JEahs Theil bereits mit verdientem Beifall aufge⸗ Be üsnl5 Constant. 8 parties en 4
nommen wurde, unbeachtet lassen koͤnnen 10 T
on den Ministern einige Aufschluͤsse uͤber das gegenwaͤrtige Li⸗ lidations⸗Geschaͤft zwischen Rußland und Frankreich zu ver⸗ gen, erklaͤrte der Graf von Rigny sich bereit, diese Auf⸗ huͤse sofort zu geben. Er bestieg zu diesem Behufe die eonerbuͤhne und sagte: „Ich setze voraus, daß die Kammer uf die in den oͤffentlichen Blaͤttern verbreiteten Geruͤchte uͤber e gewaltigen Fecan die ih den 1wc te fuͤr Frankreich erwachsen koͤnnten, keinen Werth legen Lem alten und dem neuen Verfaszungs⸗Princh 8 1 1g 8 von 50, ja von 100 Millionen gesprochen; dies 1789 bis E1“ Timnnr. Fhena un aber nicht seyn. Ich muß zuvoͤrderst bemerken, daß dem ist unter der preße. riedens⸗Traktate von 1814 ein Artikel angehaͤngt worden 1d e . 5 . „ welcher also lautet: „„Da das Herzogthum Warschau un⸗ Gestochen vog w⸗Bet Friedrich Fleischer in Leipzig ist so aer einem von Rußland eingesetzten provisorischen Verwaltungs⸗ setzt worden, so sind die beiden hohen contrahirenden Theile bereingekommen, unverzuͤglich eine Spezial⸗Kommission zu er⸗ ennen, bestehend von beiden Seiten aus einer gleichen Anzahl on Commissairen, die mit der Untersuchung, Liquidirung und len auf die gegenseitigen Forderungen bezuͤglichen Arrangements auftragt werden sollen.““ Dieser Artikel wurde durch eine zusatz⸗Convention zum Friedens⸗Traktate von 1815 bestaͤtigt d spaͤterhin ward er der Gegenstand einer am 27. Septem⸗ *r 1816 unterzeichneten Convention, von der ich nicht weiß, b sie in die Gesetz⸗Sammlung eingeschaltet, wohl aber, aß sie den fruͤheren Traktaten annectirt worden ist. (Herr sambert: „Sie befindet sich nicht in der Traktaten⸗Sammlung on Martens.“) Ich bin bereit, sie der Kammer mitzutheilen. uf den Grund dieser Convention wurden im Jahre 1818 zu Parschau Unterhandlungen angeknuͤpft, zu welchem Behufe ein ranzoͤsischer Commissair dorthin geschicct worden war. Bald urde man aber gewahr, daß, eben weil es sich um eine gegen⸗ itige Berechnung handelte, das Liquidations⸗Geschaͤft in Farschau unmoͤglich zum Ziele gefuͤhrt werden konnte, da sich ne grohe Menge von Aktenstuͤcken in den Registraturen er verschiedenen Ministerien zu Paris befanden. Das beschaͤft wurde daher eingestellt.. Indessen enthtelt die Con⸗ ention von 1816 einen Artikel des Inhalts, daß die zur kauidation noͤthigen Papiere in einer bestimmten Frist, wenn nicht irre binnen 6 Monaten, beigebracht werden soll⸗ n, — ein Termin, der, wie ich glaube, spaͤterhin um wei Monate verlaͤngert wurde. Als der Kaiser Nikolaus 30. Mai 1830 den Polnischen Reichstag eroͤffnete, erklaͤrte „daß, da die Beibringung der fuͤr das Liquidations⸗Geschaͤft orderlichen Dokumente von Seiten Frankreichs Schwierigkei⸗ n gefunden habe, die Polnischen Commissaire nach Paris ge⸗ ndt werden wuͤrden. Begreiflicher Weise mußten die bald 8 arauf in Polen 1 CGG die 7g “ ng dieser Commissaire verzoͤgern. Jedenfalls nehme ich nicht Alcx. 8anid,n S7o. Uhr, 15 ssr, “—en esnchaft zeine neue Last fuͤr Frankreich erwachsen wird.“ 1 8 t p 1 Odilon⸗Barrot erwiederte hierauf Folgendes:
ssai historique et politique sur 140 err logne depuis 1er aer g 1788 0. Picj O5 schließlich Frankreich an Polen, oder Polen an Frankreich 1
Geschichte des Kampfes zwisc
r. M. 8 Schmalt, Hauptpastor in Hamburg.
Jahres. “ Ir Jahrgang. 2 Baͤnde. Zweite verbesserte Auf
Der Cyelus der bei mir erschienenen Preah
Baͤnden, als: Evangelien A Baͤnde, Episteln 3 v uͤber auserlesene Texte 2 Baͤnde, Blicke des G bens in das bewegte Leben des Menschen. 2 B.
kosten. Um indessen einem oft geaͤußerten Wunn
saͤmmtliche à Werke zusammen genommen bis 31. Mai 1835 fuͤr zehn Thlr. Preuß. Cyun Einzelne Werke behalten jedoch nac!
Termin bestimmt gehalten werden, da nur die
Preis 17 ½ sgr. hierzu gegeben hat.
1““ In der Schlesinger'schen Buch- und Nu-
frangais à Bel No. 138. Un matelot. Comédic en 1 actep Comédie-Vaudeville en 2 actes par B 9) 10 sgr. — No. 140. Le jeune hommb en l0 Comédie en 1 acte et en prose par Al. -”
Ssgr. — No. 141. Estelle. Coméd.- Vauder-
Maleszewsky. br. 1 ½ Thlr. ahlen haben wird, gilt mir gleich viel; wundern muß ich „NVon folgénden höchst wichtigen Werlhich aber uͤberhaupt, daß jetzt noch irgend eine fremde Macht
Trefflich hit der⸗ esitzen ööb einige Ex., und verkaufen soleaqhit Reclamationen an Frankreich hervortreten kann, nachdem 8 desassitlen Preisen: aurch eine traktatenmaͤßige Bestimmung solchen Reclamationen
woix de Rapponts, opinions es disenqr immer ein Ziel gesetzt war. Ich mache den Herrn Minister
rononcés à la Tril ionale depuis! 3 jusqu’'s ce jour. Recueilsis dans 28 derngs f den 5. Artikel der Convention vom 25. April 1818 aufmerk⸗
nologique et historiquc. 20 Vol. gr. in om, worin es ausdruͤcklich heißt: „„Durch die in den vorigen
Paris, 1818 — 1823. 37 Thlr. 15 sgr. Artikeln enthaltenen Stipulationen (naͤmlich die Creirung einer Dieses Werk enthält die Quintessenz des Mhente von 12 Mill. Fr., die den fremden Maͤchten bewilligt wur⸗ nenz, der in Poris en) befreit sich Frankreich vollstaͤndig — sowohl was das Kapital, als 1 ere. ; 8 eim 18. Art. der Convention vom 20. Nov. 1815 vorgeschriebenen Cours de politique constitutionnelle den Binsen betrifft — von allen seinen Schulden, welchen Namen sie uch haben moͤchten, die in dem Traktate vom 30. Mai 1814 ünd in der Convention vom 20. Nov. 1815 vorhergesehen und
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in den durch diese Convention festgesetzten Formen reklamirt wor⸗ den sind, dergestalt, daß diese Schulden als voͤllig erloschen und annullirt betrachtet werden sollen, und durchaus zu keiner wei⸗ teren Reclamation Anlaß geben koͤnnen.““ Diese Convention von 1818 hat Frankreich mit Oesterreich, Großbritanien, Preußen und Rußland abgeschlossen; sie ist im Namen des Kaisers von Rußland, Koͤnigs von Polen, von dem Grafen Pozzo di Borgo unterzeichnet. Ja, noch mehr: jene Rente von 122 ill., die allen ferneren Anforderungen ein Ziel setzen sollte, ist der Oesterreichischen, Preußischen und Russischen Regierung uͤberge⸗ ben worden, damit sie ihrerseits unter eigener Verantwortlichkeit die Vertheilung vornaͤhmen. Wie kann man hiernach den Re⸗ clamationen der fremden Maͤchte aufs neue Thuͤr und Thor oͤff⸗ nen, und dadurch die fruͤher von uns gebrachten ungeheuren Opfer fruchtlos machen? Wir wissen aus Erfahrung, daß wir auf die Unterhandlungen ein wachsames Auge haben muͤssen, denn wenn dieselben erst durch einen Traktat beendigt sind, so scheut man sich nicht, uns einen solchen Vertrag von dieser Red⸗ nerbuͤhne herab als ein unbedingtes Abkommen 11 den, dem wir unsere Bestaͤtigung nicht verweigern duͤrften. Und man versuche es ja nicht, unsere Besorgnisse da⸗ durch zu verscheuchen, daß man uns sagt, wir koͤnnten moͤglicherweise Glaͤubiger statt Schuldner seyn. Es handelt sich hier nicht darum, die Resultate des Liquidations⸗Geschaͤftes vorher zu berechnen, sondern dasselbe, nach dem einmal ange⸗ nommenen Prinzipe, ohne Weiteres von der Hand zu weisen.“ Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten ent⸗ gegnete hierauf, daß das im Werke begriffene Liquidations⸗Ge⸗ schaͤft mit der Convention vom 25. April 1818 nicht das Min⸗ deste zu schaffen habe. „Als“, fuhr er fort, „das Großherzog⸗ thum Warschau nach dem Tilsiter Frieden lange Zeit von den Franzoͤsischen Truppen besetzt war, entstanden hierdurch, und durch die Bildung Polnischer Regimenter in Franzoͤsischen Dien⸗ sten, so mannigfache und verwickelte gegenseitige Forderungen, daß
solche im Jahre 1814 nothwendig zum Gegenstande eines besonderen
Abkommens gemacht werden mußten. Dies hatte, wie schon be⸗ merkt, den Zusatz⸗Artikel zu dem Friedens⸗Traktate von 1814 zur Folge. Was nun das Resultat des Liquidations⸗Geschaͤfts betrifft, so laͤßt sich dasselbe unmoͤglich voraussehen; die Pflicht der Regierung erheischt aber, es moͤglichst zu beschleunigen, da nicht bloß das Interesse unseres Schatzes, sondern zugleich auch manches Privat⸗Interesse dabei betheiligt ist. Ich erinnere Sie daran, daß in den letzten Sessionen mehrere Bittschriften dieser⸗ halb bei der Kammer eingegangen waren, die den Ministern uͤberwiesen wurden. Damals dachte Niemand von Ihnen auch nur im Entferntesten daran, diese Reclamationen nach den bestehenden Traktaten fuͤr unzulaͤssig zu halten. Noch einmal: die Regierung glaubt, durch die Beschleuni⸗ gung dieses Liquidations⸗Geschaͤfts ihre Pflicht gethan zu haben, und ich habe die feste Hofsnung, daß aus demselben keine neue Last fuͤr das Land erwachsen wird.“ Herr Odilon⸗ Barrot ergriff darauf noch einmal das Wort. Er sey uͤber⸗ eugt, aͤußerte er, daß der Minister sich uͤber den Charakter des Busatz,Artikels zu dem Traktate von 1814 taͤusche; auch glaube er, der Kammer die Versicherung geben zu koͤnnen, daß der Staats⸗Rath schon mehrmals Reclamationen an Polen, so wie umgekehrt Forderungen Polnischer Glaͤubiger, auf den Grund der Achener Convention, abgewiesen habe. Herr Bessieères vertheidigte dagegen die Ansicht des Grafen von Rigny, worauf Herr Odilon⸗Barrot erwiederte, daß man hiernach aufs neue fuͤr Frankreich den Abgrund fremder Reclamationen eroͤffne. „Es leidet keinen Zweifel“, entgegnete der Mi⸗ nister, „daß durch die Convention von 1818 den An⸗ forderungen aller anderen Länder ein Ziel gesetzt wor⸗ den ist. Zugleich muß ich aber erklaͤren, daß, eben weil das Großherzogthum Warschau sich im Jahre 1814 in einer ganz besonderen Lage befand, indem es bloß militairisch besetzt war und Niemanden angehoͤrte, ein Vorbehalt, wie der mehrerwaͤhnte Zusatz⸗Artikel, nothwendig war, und daß aus demselben Grunde auch die gedachte Convention auf die gegenseitigen Forderungen zwischen Frankreich und Polen keine Anwendung finden konnte.“ Herr Isambert erinnerte jetzt an den 16. Art. der Convention von 1815, welcher also lautet: „Die Regierungen, die im Namen ihrer Unterthanen Forderungen zu machen haben, verpflich⸗ ten sich, sie binnen Jahresfrist, von dem Tage der Aus⸗ wechselung der Ratificationen des gegenwaͤrtigen Vertrages an, zur Liquidation zu bringen; nach Verlauf dieser Frist soll jeder desfallsige Anspruch, jede Reclamation oder Zuruͤckfor⸗ derung verfallen seyn.“ Der Redner beschwerte sich zugleich daruͤber, daß die Convention vom 27. September 1816, von welcher der Minister gesprochen, niemals publizirt worden sey; bevor die Kammer diese Convention nicht kenne, sey sie auch außer Stande, sich einen richtigen Begriff von dem jetzigen Auseinandersetzungs⸗Geschaͤfte zu machen, und er halte es schon aus diesem Grunde fuͤr unumgaͤnglich noͤthig, daß die gegen⸗ waͤrtige Debatte auf den naͤchsten Montag verlegt werde. Letzte⸗ res geschah, nachdem Herr Isambert den Grafen von Rigny noch einmal aufgefordert hatte, seines Versprechens eingedenk zu
seyn, und bis dahin der Kammer den Text der eben erwaͤhnten
Convention vorzulegen. 8
Paris, 24. Jan. Gestern Abend arbeitete der Koͤnig den Ministern der auswaͤrtigen Angelegenheiten, des oͤffentlichen Unterrichts und des Innern.
Der Pairshof hat sich bei seinen gestrigen Berathungen mit mehreren Individuen beschaͤftigt, die als Mitschuldige bei den letzten Unruhen angeklagt sind; 9 derselben wurden in Anklage⸗ stand versetzt, 3 aber von der Anklage frei gesprochen. Die Ge⸗ sammtzahl der Angeklagten belaͤuft sich jetzt auf 100. Ueber 120 Inculpaten hat der Gerichtshof noch zu entscheiden.
In der heutigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer erfolgte die Aufnahme und Vereidigung des kuͤrzlich in Pamiers zum Deputirten gewaͤhlten Legitimisten, Herrn Falentin de Sainte⸗ nac. Derselbe nahm seinen Platz auf der aͤußersten rechten Seite
neben dem Marquis von Gras⸗Préville. — An der Tagesord⸗ nung waren darauf verschiedene Bittschriften⸗Berichte, die je⸗ doch keine erhebliche Debatte herbeifuͤhrten. — Hiernaͤchst wurde zu einer Abstimmung uͤber die Tags zuvor zur Berathung ge⸗ kommene Proposition mehrerer Deputirten, wodurch unter dem Namen „Mandats de change“ eine neue Art von Handels⸗ Effekten eingefuͤhrt werden sollte, geschritten, und diese Proposition mit 201 gegen 98 Stimmen verworfen. — Ueber die gestrige Sitzung ist noch zu melden, daß im Laufe derselben der Großsiegelbewahrer einen neuen sehr wichtigen Gesetz⸗Ent⸗ wuͤrf vorlegte, wodurch verschiedene Modificationen in der Ge⸗ richts⸗Ordnung und hinsichtlich der Kompetenz der Tribunaäͤle be⸗ weckt werden. Der naͤhere Inhalt dieses Gesetz⸗Entwurfes wird ich aus den Berathungen uͤber denselben ergeben.
Der üte Bezirk der Hauptstadt hatte an die Stelle des aus⸗ geschiedenen Herrn Legros einen Stadtrath zu waͤhlen. Bei der ersten Abstimmung erhielt der Kandidat der Opposition, Herr Odilon⸗Barrot, 302, und der ministerielle Kandidat, Herr Parquin, 252 Stimmen, und 189 Stimmen zersplitterten sich. Da keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten hatte, so wurde heute zu einer neuen Abstimmung geschritten, bei welcher Herr Parquin mit 441 gegen 344 Stimmen den Sieg uͤber Herrn Odilon⸗VBarrot davon trug, und demgemaͤß zum Stadtrath proklamirt wurde.
Gestern kam bei dem hiesigen Tribunale erster Instanz die Sache des Herzogs Karl von Braunschweig wieder vor. Hen Comte trat als Anwalt des Herzogs und Herr Duvergier als Anwalt des Herzogs von Cambridge auf. Nach einer ziemlich langen Berathung erließ der Gerichtshof ein Urtheil zu Gunsten des Herzogs Karl von Braunschweig, folgenden wesentlichen In⸗ halts: „Da man nicht darauf antraͤgt, auf dem in Frankreich gesetzlichen Wege die Dispositions⸗Unfaͤhigkeit des Herzogs von Braunschweig zu erlangen; da, wenn man auch die Akte vom 5. und 14. Februar 1833 als ein Gesetz betrachten wollte, dieses Gesetz, selbst als ein persoͤnliches Statut, nicht von einem Fran⸗ zoͤsischen Gerichtshof in Anwendung gebracht werden koͤnnte, indem das Franzoͤsische Gesetz nirgends die Gerichtshoͤfe ermaͤch⸗ tigt, einem fremden Gesetze zu gehorchen; da aus dem 3ten Artikel des Civil⸗Gesetzbuches nicht hervorgeht, daß ein fremdes persoͤnliches Statut ein Gesetz fuͤr die Franzoͤsischen Gerichtshoͤfe seyn soll, und da man besonders gegen alle Rechts⸗Grundsäͤtze verstoßen wuͤrde, wenn man eine Dispositions, Unfaͤhigkeit aner⸗ kennen wollte, die ausgesprochen worden, ohne daß man den angeblich Unfaͤhigen zur Vertheidigung zugelassen, — so erklaͤrt der Gerichtshof das Gesuch des Herzogs v. Cambridge fuͤr un⸗ elässig, hebt den auf das Eigenthum des Herzogs Karl von
raunschweig gelegten Beschlag auf, erklaͤrt diesen fuͤr disposi⸗ tionsfaͤhig und verurtheilt den Klaͤger in die Kosten.“
Von Herrn Saint⸗Marc Girardin ist ein neues Werk un⸗ ter dem Titel: „Politische und literarische Notizen uͤber Deutsch⸗ land“, so eben im Buchhandel erschienen.
Gestern hat die Polizei in der Wohnung des Grafen von Peyronnet, Sohn des vormaligen Ministers, eine Untersuchung angestellt, die aber ohne Erfolg war.
Der „National von 1834 ¼ ist vorgestern wegen eines, den Traktat mit den Vereinigten Staaten betreffenden Artikels auf der Post und in der Expedition in Beschlag genommen worden.
Es sind heute Briefe der Madame Malibran aus Neapel eingegangen. Die beruͤhmte Saͤngerin befindet sich ganz wohl, und so ist das Geruͤcht, welches in Bezug auf sie verbreitet war, widerlegt.
Im Moniteur liest man heute uͤber die Spanischen An⸗ gelegenheiten Folgendes: „Durch ein Dekret vom 12. Jan. sind Navarra und die Baskischen Provinzen in Belagerungs⸗Zustand versetzt worden. Die Militair⸗Behoͤrden bekleiden nunmehr da⸗ selbst die hoͤchste Gewalt; in Aragonien, Alt⸗Castilien und Ca⸗ talonien hat man ihre Macht vermehrt; die Milizen sind unter den Befehl des General⸗Capitains gestellt worden. — Am 10ten hat Manso seine Truppen um Villarcayo versammelt. Am Sten ist Eraso durch das Thal von Mena nach Biscaya zuruͤckgekehr:. An demselben Tage ist Zumalacarreguy durch die Amescuas poie⸗ der in Navarra eingeruͤckt. Don Carlos ist bei Eulatte zu ihm besegen. Mit der Gesundheit Mina's geht es fortwaͤhrend
esser.“
Der Messager sagt: „Es sind Briefe aus Madrid vom 15. Januar angekommen. Man sprach daselbst noch immer von der Uneinigkeit unter den Ministern; aber sie fuhren deshalb nicht minder fort, uͤber die Staats⸗Angelegenheiten mit einander zu berathschlagen. Obgleich die Versetzung der noͤrdlichen Pro⸗ vinzen in den Belagerungs⸗Zustand die Macht des Oberbefehls⸗ habers nicht sehr vermehren duͤrfte, so hat diese Maßregel nichtsdesto⸗ weniger einen gewissen Eindruck gemacht, indem sie von der Wichtigkeit der Ereignisse zeugt, deren Schauplatz jene Provin⸗ zen sind. Man sagt, daß das Conseil sich, wenigstens fuͤr den
ugenblick, gegen die Franzoͤsische Intervention ausgesprochen habe. Der Infant Don Franz de Paula ist in Ungnade gefallen, er ist bei den letzten Vorstellungen im Theater nicht mit der Koͤnigin erschienen; man geht sogar so weit, zu behaupten, daß er sich mit seiner Familie nach Frankreich begeben werde.“
Grohßbritanien und Irland. .““
London, 24. Jan. Der Standard erklaͤrt sich jetzt ermaͤchtigt, die Nachricht von der Ernennung des Lord Heytes⸗ bury zum General⸗Gouverneur von Indien, welche vorgestern als Geruͤcht an der Boͤrse in Umlauf war, zu bestaͤtigen.
Der außerordentliche Gesandte des Niederlaͤndischen Hofes, Baron van Zuylen van Nyeveldt, kehrt heute mit dem Dampf⸗ boot „Graf von Liverpool“ wieder nach Rotterdam zuruͤck.
Die Brighton Gazette glaubt, daß der Admiral Sir Charles Rowley doch noch zum Parlaments⸗Mitgliede fuͤr Ports⸗ mouth ernannt werden wuͤrde, indem es sich bei genauerer Un⸗ tersuchung ergeben duͤrfte, daß sich unter den Stimmen, welche die beiden Oppositions⸗Kandidaten daselbst erhalten haben, meh⸗
rere unguͤltige befaͤnden.
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