1835 / 32 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

selben entgegen soy. An einer Stelle seiner Rede bekennt er sich

8

1G veater einst:

1 folgt, fragt jetzt boshaft, ob er fuͤr seine dem jetzigen Ministe⸗

8 enthalten haͤtten; nur von dem Praͤsidenten des Schottischen Ober⸗Gerichtshofes, von dem Richter Clerk und von Herrn

8 Sohn.

lehrung junger Offiziere nothwendig ist, zu unterrichten. Sie werden zu diesem Zwecke Woolwich, Sandhurst und Addiscombe

8 88

treffen; sie sind von dem Sultan beauftragt, sich von Allem, was ion of Facts'i, entnehmen wir Folgendes: Von 1793 bis 1826,

Zollhaus 309 ¼ Mill., die Accise 688 Mlll., die direkte und Ei⸗

schen und der Portugiesischen Regierung beziehen.

die Summe von nur 8000 Pfsd.

jede Geiegenheit wahrzunehmen um dur

Parlaments⸗ Mitglieder verhindert seyn wuͤrden, in der ersten Zeit der Session im Unterhause zu erscheinen.

Die Times macht die Bemerkung, daß seit der Annahme des Gesetzes, wodurch die siebenjoͤhrigen Parlamente angeordnet wurden, die durchschnittliche Dauer derselben nicht uͤber fuͤnfte⸗ halb Jahr betragen habe.

Der Examiner macht dem Lord Stanley und seinem An⸗ hange, die er die Schwankenden nennt, den Vorwurf der groͤß⸗ ten Inconsequenz, und sucht diese Beschuldigung durch Stellen aus der von Ersterem bei der Wahl in der Grafschaft Lancaster gehaltenen Rede zu begruͤnden. „Wir haben“, sagt dieses Blatt, „selten ein wunderlicheres Gemisch von Folgewidrigkeit gesehen, als die von Lord Stanley angefuͤhrten Gruͤnde, weshalb er sich weder mit dem jetzigen Ministerium vereinigen koͤnne, noch dem⸗

zu dem Glauben, daß die gegenwaͤrtige Regierung liberale Maß⸗ regeln ins Werk setzen muͤsse und werde, und an einer anderen erkäaͤrt er, er koͤnne, wenn er die Individuen betrachte, aus de⸗ nen diese Regierung zusammengesetzt sey, fuͤr diejenigen, welche so leberale Ansichten hegten, wie er, keinen vernuͤnftigen Grund zum Vertrauen auf dieselbe finden. Lord Stanley glaubt also, nach seinen eigenen Worten, ohne vernuͤnftige Gruͤnde. Vielleicht be⸗ hauptet er auch, wie es schon geschehen ist, der beste Glaube sy nicht allein der, welcher von der Vernunft unabhaͤngig ist, sondern der ihr geradezu widerspricht. Sagte doch ein Kirchen⸗ „„Ich glaube es, weil es das Aller unmoͤglichste ist credo, quia impossibilissimum.““ Ein Glaͤubiger von dieser katholischen Schule scheint Lord Stanley zu seyn. Auf gleiche Weise koͤnnte ein Landmann sagen: „„Wenn ich diesen unfruchtbaren Boden ansehe, so finde ich keinen vernuͤnftigen Grund, etwas Anderes als Unkraut davon zu erwarten, sollte er aber ohne Saat Getraide hervorbringen, so werde ich es aͤrndten, denn ich sehe nur darauf, das Publikum mit Brod zu versor⸗ gen, nicht auf den Boden, aus dem es entsprießt.““

Als in der vorgestrigen Versammlung des Londoner Ge⸗ meinderaths Herr Wilson darauf angetragen hatte, den Lord⸗ Mayor nicht in den staͤdtischen Ausschuß fuͤr die Laͤndereien der Cim aufzunehmen, weil er sich geweigert habe, eine Gemeinde⸗ Versammlung einzuberufen, vertheidigte sich der Lord⸗Mayor damit, daß er sagte, er habe sein Versprechen gehalten, denn wenn er Versammlungen zur Berathung uͤber gesetzwidrige und un⸗ passende Gegenstaäͤnde einzuberufen verweigert, so habe er damit nur seine Pflicht gethan; man koͤnne doch von ihm nicht erwarten, daß er eine Versammlung ausschreibe, von der er im voraus wuͤßte, daß in ihr Verrath und Aufruhr gepredigt werden sollten; er wolle sein Amt nicht entwuͤrdigen, die Praͤrogative des Koͤnigs aufrecht erhalten und sich keine Vor⸗ schriften machen lassen; ob sein Name auf der Liste des Aus⸗ schusses stehe, oder nicht, das sey ihm gleich uͤltig, er bleibe doch immer Lord⸗Mayor. Auf Verlangen des eeneg Taylor wurde darauf ein Artikel aus dem Reglement des Gemeinde⸗Raths verlesen, worin alle diejenigen, die sich betruͤgerischer und unred⸗ licher Handlungen schuldig gemacht, oder beim Verkauf von Waaren falsches Gewicht und Maaß gebraucht haben, fuͤr unwuͤrdig erklart werden, an Ausschuͤssen Theil zu neh⸗ men. Die Verlesung dieses Befehls erregte großes Gelaͤch⸗ ter in der Versammlung, und der Vorschlag des Herrn Wilson wurde zuletzt (wie bereits gemeldet) mit einer Majoritaͤt von 26 Stimmen angenommen. Der Lord⸗Mayor verse erte, daß ihn diese Entscheidung nur mit Stolz und Freude erfuͤlle, und obgleich er aus politischen Gruͤnden von jener Liste

ausgeschlossern worden sey, so wuͤrde er dennoch auf dem Wege seiner Pflichten sortfahren, was die Herren auch fuͤr Beschluͤsse wegen seines Benehmens fassen moͤchten. Die Morning Chronicle, die den Lord⸗Mayor mit besonderem Ingrimm ver⸗

rium geleisteten Dienste nicht wenigstens zum Pair erhoben wer⸗ den wuͤrde.

Ein Schottisches Blatt versichert, daß sich fast alle Richter in Schotiland bei streitigen Wahlen des Abstimmens

Balgray wisse man, daß sie ihre Stimmen den beiden Konser⸗

vativ⸗Kandidaten gegeben haͤtten. Fuͤr O'Connell und Ruthven stimmten in Dublin auch der

ehemalige Lord⸗Kanzler von Irland, Lord Plunket, und sein

Der True Sun will wissen, die Bischoͤfe haͤtten sich aufs Bestimmteste gegen die Reform, Maßregel erklaͤrt, die Sir R. Peel und der Herzog von Wellington ihnen vorgelegt haͤtten, und prophezeit darauf sogleich, daß das Ministerium sich nun nicht einmal bis zur Zusammenkunft des Parlaments werde hal⸗ ten koͤnnen. Zu aͤhnlichen Konjekturen giebt diesem radikalen Blatte die Unpaͤßlichkeit des Herzogs von Wellington Anlaß.

Asmi Bey und Achmed Efendi, zwei Ottomanische Offiziere, sind, aus Konstantinopel kommend, hier in Batts Hotel einge⸗

zur Errichtung einer Militair Schule und zur Bildung und Be⸗

besuchen. Aus einer Flugschrift des Sir R. Phillips, betitelt „Mil-

i. in 34 Jahren, erhob die Britische Regierung durch alle zie Mittel, Taxen und Anleihen vom Lande 2,476,344,216 Pfd. oder im Durchschnitte mehr als 72 Millionen Pfd. pr. Jahr. Ihre Ausgaben in derselben Zeit beliefen sich auf 2,492,665,240 Pfd. Zu jener enormen Snmme der Einnahme lieferten das

ge thums⸗Steuer 363 ¼ Mill., die Stempel⸗Kammer 165 Mill., as Post⸗Anit 39 ½ Mill., die Lotterie 11 Mill., Anleihen 722 Mell. Pfd. ꝛc. Von der enormen Summe der Ausgabe nahmen be Zinsen auf die Staats⸗Schuld 891 Mill., die Armee 598 Mill. die Flotte 422 ½ Mill., das schwere Geschuͤtz⸗Amt 95 Mill., Subsidien an Alliirte 55 Mill., der Tilgungs⸗Fonds 318 ½ Mill., und Verlust durch Schatzkammer⸗Scheine 57 Mill. Pfo.

In diesen Tagen ging Herr Samuel in Finanz⸗Auftraͤgen der Gebruͤder Rothschild von hier nach Lissabon ab; seine Mis⸗ sou soll sich auf die Geld⸗Verhaͤltnisse zwischen der Brasiliani⸗

Laporte ist der Paͤchter des Italiaͤnischen Opernhauses fuͤr Er hat bereits Lablache, Tam⸗ urini, Rubini, Ivanhoff, Grisi, Taglioni, Duvernay, Perrot, llbert und Andere engagirt, kann aber mit den Vorstellungen rst Anfangs Maͤrz beginnen.

Der Watchman, ein neues Blatt, lenkt die Aufmerksam⸗ eit seiner Leser auf die Beschluͤsse der Legislatur in Jamaika,

126 stimmungen der Emancipations⸗Bill und durch andere Mittel den Absichten des Britischen Parlamentes entgegen zu wirken. Wenn solche Neigung nun schon unter der fruͤheren Administra⸗ tion sich kund gegeben, so muͤsse man fuͤrchten, daß die kuͤrzlich stattgefundene Kabinets⸗ Veraͤnderung derselben wahrscheinlich noch mehr Kraft und Wirksamkeit geben werde. Die Pflanzer wuͤß⸗ ten sehr wohl, daß der Herzog von Wellington gegen die wesent⸗ lichsten Bestimmungen der großen Maßregel protestirt habe, und sie duͤrften moͤglecherweise hoffen, daß auch im Bureau der Ko⸗ lonieen eine Veraͤnderung zu ihren Gunsten stattgefunden habe. Aus diesem Grunde sey die Abwesenheit des Lord Stanley aus dem Katzinette sehr zu bedauern. Er (der Watchman) glaube, daß Sir R. Peei die aufrechtige Absicht habe, die Emar cipa⸗ tions⸗Bill in eben so volle Wirkung als die Reform⸗Bill zu setzen. Wenn er hierin aber fehlen und einem unchristlichen Einflusse der Gegner der Maßregel nachgeben sollte, so wuͤrden alle Hoffnungen auf die Stabilitaͤt des Peelschen Kablnets zu

Ende seyn. 29. Nov. erhal⸗

Wir haben Briefe aus Demerara vom ten. Alles war ruhig, die Lehrlinge aber eben so faul, als die⸗ jenigen in den andern Kolonieen. Von den im Monat Septem⸗ ber als schuldig befundenen Aufruͤhrern war einer hingerichtet und mehrere andere waren auf Lebenszeit deportirt worden.

Ueber den kuͤrzlich hier erfolgten Tod und die Bestattung der Gattin des Indtanischen Haͤuptlings Muk⸗Kuhnse enthalten hiesige Blaͤtter noch folgendes Naͤhere: „Die Kranke war ihres herannahenden Endes sich bewußt und weigerte sich, Arze⸗ neien zu nehmnen, indem sie sagte, daß der große Geist ihr zuͤr⸗ nen wuͤrde, wenn sie seinem Gebote widerstrebte; vor seinem Befehle fuͤrchte sie sich nicht, da sie sich kener einzigen schlechten Handlung be⸗ wußt sey. In Folge der Besorgnisse des Haͤuptlings, daß sie hier nicht auf eine ihrem Stande gebuͤhrende Art begraben werden wuͤrde, wurde sie am Sonntag Morgen, wenige Stun⸗ den vor ihrem Tode, noch getauft. Waͤhrend der Krankheit und beim Tode war der Schmerz ihres Gatten graͤnzenlos, und ihre Schwester und Landsleute erhoben zusammen ein herzzer⸗ reißendes Geschrei. Der trostlose Haͤuptling hielt den Leichnam laut weinend mit den Armen umschlossen, und bat und flehte die Verstorbene in den liebevollsten Ausdruͤcken, ihn nicht in ei⸗ nem fremden Lande allein zu lassen. Am Montag und Dienstag wurde es einigen Personen gestattet, die Todte zu sehen, und V diese bewunderten sio wegen der Schoͤnheit ihrer Gesichtszuͤge.

Sie lag in einem eleganten, reich geschmuͤckten Sarge, der die Inschrift fuͤhrte: „Antoinette O Whom, O Qua, gestorben am 18. Januar 1835, im 26sten Jahre.“ Sie war mit den gewoͤhnli⸗ chen Kleidern ihres Vaterlandes angethan, hatte einen Blumenstrauß an der Brust, Ringe mit einer Menge Zierrathen in den Ohren, und ihre Wangen waren geschminkt. Alle Juwelen, die ihr ge— hoͤrten, lagen im Sarge, und das Ganze war mit einem praͤch⸗ tigen Indischen Shawl bedeckt. Am Dienstag Nachmittag um 4 Uhr wurde sie in der St. Johnskirche beigesetzt. Die Leid⸗ tragenden waren: der Zaͤuptling, eine junge Squaw, drei an⸗ dere Indianer, die Herren Carbonel, Orberry und mehrere an⸗ dere Schauspieler. Rachdem die Begraͤbniß⸗Ceremonie voruͤber war, wurde der Sarg in das Grab gesenkt. In diesem Augen⸗ blicke der Pruͤfung zeigte der Haͤuptling zwar Schmerz, aber doch mäannliche Festigkeit. Er grub am Fuße des Leichensteins mehrere Indianische Worte ein, welche die Bitte aussprechen, daß kein Fremder das Grab entweihen wolle, und demjenigen seines Stammes, der hierher kommen sollte, sagen, wer 118. ruhe. Eine weiße Rose wurde demnaͤchst in das Grab geworfen, und Shaw Whash (Langes Schwerdt) hielt eine Begraͤbniß⸗Rede in Indianischer Sprache. Nach Hause zuruͤck ekehrt, redete der Haͤuptling die ihn Umgebenden in Franzoͤsischer Sprache folgendermaßen an: „Sest drei Jahren vor meiner Abreise nach diesem Lande ruhte ich an dem Busen meiner Gattin in Liede und Gluͤckseligkeit. Sie war mir Alles, und so groß war meine Furcht, daß Krankheit oder Zufall uns in England trennen moͤchten, daß ich sie beschwor, in unserer Heimat zu bleiben. Dies wollte sie aber nicht; sie sagte, ich sey fuͤr sie die Welt, und sie wolle im Leben und im Tode bei mir bleiben. Wir kamen hier an, ich verlor sie; meine irdische Gluͤckseligkeit ruht jetzt unter der Erde, aber der große Geist hat sie dorthin gelegt, und mein Herz ist ruhig. Ich bin nicht und war nie ein Mann der Thraͤnen, aber uͤber ihren Verlust habe ich Stroͤme von Thraͤnen vergossen, und der einzige Balsam fuͤr meine verwun⸗ deten Gefuͤhle ist das Mitgefuͤhl, das ich bei Allen finde, und die große Aufmerksamkeit und Achtung, welche dem Andenken der Verschiedenen geworden.“ Mehrere der Zuhoͤrer sprachen sodann einige Worte der Kondolenz zu ihm und verließen hierauf tief geruͤhrt das Haus. Der Haͤuptling sollte an dem Tage des Begräbnisses Sr. Majestaͤt dem Koͤnige vorgestellt werden. Obgleich der direkte Verkehr mit China, zu welchem fruͤher die Ostindische Compagnie allein befugt war, derselben in der letzten Zeit schon keinen großen Gewinn mehr brachte, so sollen doch einige Nebenzweige dieses Handels von großem Vortheil fuͤr sie gewesen seyn, wie namentlich die Ausfuhr von Baum⸗ wolle von Bengalen nach Canton, deren Preis die Compagnie nach Gutduͤnken bestimmen konnte. Daraus erklaͤrt man die Abnahme, welche sich jetzt in den Einkuͤnften der Ostindischen Compagnie bemerklich machen soll. Doch befuͤrchtet man nicht, daß dieser Ausfall so bedeutend werden duͤrfte, um die Sicher⸗ heit der Indischen Fonds zu gefaͤhrden. Getraide⸗Durchschnittspreise in vergangener Woche.

Woͤchentl. Sechswoͤchentl. Zoll. Weizen 40 Sh. 7 P. 40 Sh. 7 P. Gerste.. 31 »„ 6 » 91 2 4 Hafer.. 21 11 22 1 Roggen . 28 8 32 Bohnen. 35 11 36 10 Erbsen 40 5 41 3

Niederlande.

Aus dem Haag, 26. Jan. Die letzten Buͤlletins uͤber das Befinden Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen von Hranien

lauten: „Sonntag, 25. Jan., Abends 7 Uhr. Der Zustand Sr. Koͤnigl. Hoheit ist heut guͤnstig geblieben. 1“ Bernard. Everard.“ 1— v„ Montag, 26. Jan., Morgens 8 Uhr. Seit gestern ist in dem Zustande Sr. Koͤnigl. Hoheit keine Veraͤnderung eingetreten; die Nacht ist jedoch minder ruhig ab⸗ gelaufen, als die vorhergegangene. Bernard. Everard.“ ie naturforschende Gesellschaft im Niederlaͤndischen Indien hat abermals ein harter Verlust betroffen, indem der ruͤhmlichst bekannte Gelehrte, Herr P. van Oort aus Utrecht, am 2. Sept. v. J. zu Padang mit Tode abgegangen ist. Die polttischen Nachrichten aus Sumatra lauten hoͤchst be⸗

in welchen, wie er sagt, der Wunsch einiger Ffacyer durchblicke, ch Mißdeutung der Be⸗

Bruͤssel, 26. Jan. In der Sitzung der R tanten⸗Kammer vom 272. Jan., worin der Theil 2% gets, welcher von der 8 der Straßen und Kan namentlich in Flandern, verhandelt wurde, hielt Hert Hoobrouck folgenden Vortrag, der in Bezug auf die Hn disch⸗Belgischen Graͤnz⸗Verhaͤltnisse in Flandern einigen schluß giebt:

serungs, Kanals

in Flandern gefordert. Der Cent schuß hat, 8

aus oͤkonomischen Gruͤnden, die dieser Forderung vorgeschlagen. meine Herren, daß man bei den ohnehin druͤckenden Lasten der Nation mit aeen 11, sam seyn muß, allein die Gruͤnde fuͤr die Anlage nes solchen Kanals sind so entscheidend, daß ich nicht an Sie zur Bewilligung der verlangten Summe aufzufordern wuͤrde in der That schwer seyn, den Nutzen eines solchen kes zu bestreiten, das uns fuͤr immer von den, seit Jahe derten unsere schoͤnsten Gegenden verwuͤstenden Ueberschivem gen befreien, und durch die Hebung des Ackerbaues zur mehrung des Wohlstandes wesentlich beitragen wuͤrde. Kanal ist indeß auch noch in politischer Hinsicht von der ten Wichtigkeit, denn da er die niedrigsten Theile des ga linken Schelde⸗Ufers durchzieht, so wuͤrde er nicht nur den

V Ich weiß sehr n

dern er wuͤrde es auch den Hollaͤndern unmoͤglich ma ihr eigenes Gebiet, ohne Huͤlfe unserer Schleusen“ uͤberschwemmen, wodurch ihre Festungen ihres wichtigsten theidigungsmittels beraubt und die Freiheit der Schelde enl wuͤrde, indem dann unsere Legionen sich bis an den Fuß Bastionen begeben und jede National⸗Beleidigung raͤchen ten. Das Vertrauen im Handel wird sich wieder erneuern bald man erfaͤhrt, daß Sie nicht mehr noͤthig haben, lange! zweifelhafte Unterhandlungen mit fremden Mäͤchten anzuknih um den Vertraͤgen Achtung zu Muß nicht erstaunen, daß die Majoritaͤt des Lentral⸗Ausscht hat vorschlagen koͤnnen, den Bau dieses Kanals bis die Zeit der Erledigung unserer Angelegenheiten mit land auszusetzen? Dies hieße wahrlich auf die Vortze welche die Umstaͤnde uns in die Haͤnde geben, verziche und im Falle der Wiederaufnahme der Unterhandlungen unse Gegnern eine guͤnstige Stellung uͤberlassen, die sie mit ise gewohnten Geschicklichkeit benutzen wuͤrden. Ich sehe ein, me Herren, daß Sparsamkeit in den Ausgaben nothwendig Durch die Anlegung des Kanals wird die gegenseitige Lage Belgien und Holland eine voͤllig andere; wir haͤtten dann i mehr noͤthig, eine 20 Meilen lange offene Graͤnze zu schate der Feind wuͤrde dann von dieser Selte nicht mehr drof sondern sich erst hinter seinen Festungen in Sicher glauben, wodurch die Armee von 15,000 bis 16 /1 Mann, welche jetzt in Flandern unterhalten werden m groͤßtentheils dort unnuͤtz, die Zahl der Beurlaubten verma und die Ausgaben des Schatzes vermindert werden wuͤrze Auch wuͤrde es Ihrer Menschenliebe widerstreiten, Ihr Verte digungs⸗System auf den Ruin mehrerer Tausend Familien gruͤnden und statt des Kanals eine Vertheidigungs⸗Linie laͤn der Demer anzulegen. Auch wuͤrden die Kosten dieses Werz weit bedeutender seyn, als die der Anlegung eines Kanals, oh jemals die Vortheile des letzteren darzubieten, der sogleich d Errichtung einer Zoll⸗Linie gestattet, wodurch große Sumn in den Schatz fließen. Ich koͤnnte Ihnen, meine Herren, n Vieles anfuͤhren, indeß glaube ich, genug gesagt zu haben, Sie von der Wichtigkeit der schleunigen Ausfs Werkes zu uͤberzeugen.“

Das Journal de la Belgique (so wie nach demselhe die Koͤlnische Ztg.) sagt in Bezug auf einen Artikel des Jon nal de Lidge, nach welchem ein Koͤlner Fabrikant behauptet ben soll, daß zur Anlegung der Eisenbahn von der Belgisch Graͤnze bis Koͤln ein Kapital von 37 Mill. Fr. noͤthig waͤren „Wir wissen nicht, aus welcher Quelle der Koͤlner Fabrikant se Nachrichten geschoͤpft hat, aber gewiß ist, daß sie ganz irrig si Den Beweis hiervon liefert der Ausbau⸗Anschlag der Secl der Eisenbahn von Eupen bis Koͤln, das heißt: des ganzen ses, der durch Preußen laͤuft. Nach diesem Anschlage wen die Kosten der Anlage der Bahn von der Belgischen Grh an bis Koͤln nur 7,328,000 Fr. statt 37 Millionen, wie Koͤlner Fabrikant behauptet, betragen. Der Unterschied deh Zahlen ist ungeheuer und wird es in den Resultaten der fuͤhrung noch mehr seyn, da die Abschaͤtzungen nach einem! hoͤheren Maßstabe, als jene der Sectionen von Antwerpen Verviers statthatten; die Ingenieure selbst haben diese I. nung geaͤußert, nachdem sie die Dokumente eingesehen haltc Was die Meinung des Koͤlner Fabrikanten betrifft, daß das ternehmen in Preußen gaͤnzlich gelaͤhmt sey, so ist, dieselbe dieser Hinsicht eben so unrichtig, als uͤber obigen Punkt, d es ist Thatsache, daß die Preuß. Ingenieure, in Uebereinstt mung mit jenen von Belgien, naͤchstens definitiv den Uebe gangspunkt der Eisenbahn an der Graͤnze festgestellt haben ve den, und es ist ferner wahr, daß man in Preußen auf ganzen Linie der Bahn mit dem Nivelliren und Ausmessen Felder sehr chch beschaͤftigt ist, und daß die Arbeiten mit de Anfange des Fruͤhjahrs beginnen werden.“ 8

B

Daͤnemark.

23. Jan. Die Koͤnigl. Daͤnische Kang daß auch der Redaclt

Kopenhagen, hat unterm 17ten d. bekannt gemacht, der Zeitschrift „den frie Presse“, Cand. Theol. P. Larsen,

Uebereinstimmung mit der Verordnung vom 27. Septeme 1799, §. 18, wegen Uebertretung der Preßgesetze, in Ankleh stand versetzt ist. Wie schon im Sommer v. J. die durch Plakat vom September 1822 befohlene Vorzeigung der Paͤsse der Reisen auf der Dreikronen⸗Batterie durch die von der Polizei⸗Kamm ergangene Bekanntmachung vom 26. Juli abgeschafft worden, ist auch im letzten Späͤtjahre die bisher gebotene Vorzeiguh der Papiere der abgehenden Schiffe auf der besagten Baln weggefallen, nach den deshalb am 25. September dem Wal schiffs⸗Posten bei der Batterie und der Kommandeantschaft der Kopenhagener Zollbude vom Koͤnigl. Admiralitaͤts⸗ und Kot missariats⸗Kollegium ertheilten Ordrees.

Deutschland.

Hamburg, 25. Jan. erschienenen „Abhandlungen uͤber Gegenstaͤnde der Hambun schen Verfassung“, von dem hochverdienten Herrn Senak

Besetzung von Franzoͤsischen Truppen vom 19. Novet

friedigend, indem die rebellischen 18 sich immer mehr und mehr unserer Regierung unterwerfen.

ber 1806 bis zum 31. Okt. 1809 fklr die Stadt veranlaßt

„Meine Herren! Die Regierung hat v . vesechn . on In die Summe von 550,000 Franken zur Anlegung eines 886

- r 1806 durch Herrn Monnay, und 1807 durch Herrn Du⸗

waͤssern Flanderns einen bestimmten Ablauf darbieten,

hrung die.

(Hannov. Ztg.) In den so elf nied

Bartels in Hamburg, findet sich ein Etat der durch Sta

8 1 . 89 1 nz86 1 en, welches Verzeichniß 1809 dem damaligen Franzoͤstschen - andten, Herrn von Bourrienne, uͤbergeben wurde. Diese ten betrugen: 1) Ruͤckkauf der Englischen Waaren 16,000,000 anken. 2) Lieferung von 50,000 Capots, auf Befehl des Kai⸗ g vom 19. November 1806, 1,301,467 Fr. 3) Schuhe, wol⸗ e Struͤmpfe, und Offtzier⸗Tuch, auf Befehl des Marschalls ortier durch Herrn Monnay am 21. November 1806 requt⸗ t, 423,400 Fr. 4) Fourage 1,968,000 Fr. 5) Hospitaͤler, gneimittel und was sonst zur Hospital⸗Verpflegung gehoͤrt, 64,000 Fr. 6) Lebensmittel und Getraͤnke, als Brod, s, Branntwein u. s. w., auf Befehl des Marschalls Mor⸗

ut requirirt, 187,200 Fr. 7) Transportmittel 494,500 Fr. trafälgelder der hoͤheren Offiziere 1,774,136 Fr. 9) Die fel des Generals Dupas, der keine Tafelgelder, sondern eine seinen Umgebungen besorgte Tafel wollte, 219,979 Fr. Da General Dupas nicht volle 7 Monate in Hamburg war, so ete also seine Tafel jeden Tag 50 Louisd'or. 10) Tafelg elder Aerzte en chef u. s. w. 756,320 Fr. 11) Anker und Tau⸗ rt, requirirt am 30. Nov. 1806 von Herrn Monnay, 26,607 712) Verschiedene Schiffe, vollstaͤndig ausgoeruͤstet, geliefert 14. Febr. 1807 auf Befehl des Marschalls Brune, und 2 nonier⸗Schaluppen vollstaͤndig ausgeruͤstet, requirirt den 24. sril 1808 durch Herrn Moncabrié, 135,006 Fr. 13) Tuch v die zu Stade stationirten See⸗Soldaten, den 18. Febr. 1807 herrn Moncabrié geliefert, 1420 Fr. 14) Um die Aus⸗ rung des Kaiserl. Dekrets vom 17. Febr. 1808 Jber Matro⸗ „„Werbung zu erleichtern, wurden im Juni 1808 bezahlt 600 Fr. 15) Fur deren Logis und Bekleidung 40,720 Fr. Auf Befehl des Marschalls Brune sind am 15. Maͤrz 1807 uirirt 2,248,090 Patronen, 2537 Raketen und 15,190 Lun⸗ zusammen 109,148 Fr. 17) Auf Verlangen des Generals pas und des Generals Gratien vom 28. April 1808 fuͤr eparatur der Hollaͤndischen Artillerie 64,716 Franken. 18) r Douaniers frêt d'embarcations bei der Muͤndung der Elbe, is d'allege, um die Schiffe zu loͤschen, Kosten des auf der be stationirten Schiffes, dessen Reparatur und Heizung, Ko⸗ n durch die Passage beim Blockhause veranlaßt, fuͤr die Schiffs⸗ kannschaft in Kuxhaven und andere Kosten, so wie fuͤr Logis d Verpflegung der Vorgesetzten der Douanen 769,821 Fr. )) 175 Zugpferde, welche am 5. Februar 1808 von dem Gene⸗ vIntendanten Daru requirirt wurden, 72,475 F. 20) Gou⸗ tnements⸗Einrichtung, Meublirung und Unterhaltung 400,000 21) Fur Theater⸗Logen 124,000 Fr. 22) Couriere und affetten, welche von den General⸗Gouverneuren gefordert wur⸗ , 36,169 Fr. 23) Fuͤr dringende Beduͤrfnisse der sich hier ndenden Armen, 100,000 Fr. 24) Fuͤr das Bureau des latz Kommandanten 24,408 Fr. 25) Fuͤr die Bekleidung der endarmerie auf Befehl des General⸗Gouverneurs Brune vom Jan. 1807, 1419 Fr. 26) Pferdebeschlag der Gendarmerie 50 Fr. 27) Dem General Bongars fuͤr die Westphaͤlischen uppen bezahlt 295,000 Fr. 28) Fuͤr andere durch die West⸗ ülischen Truppen veranlaßte Kosten 6050 Fr. 29) Außeror⸗ ntliche Kosten, 2,120,000 Fr. 30) Kosten, welche die Ein⸗ artierung und Verpflegung der Truppen von dem 19. Nov. 806 bis zum 1. Nov. 1809 veranlaßt haben, 15,000,000 Fr. sesammt⸗Betrag 44,381,311 Fr. Hierdurch wird die scheußlichkeit des Auspluͤnderungs⸗Systems, das noch mit nerhörten anderen Drangsalen verbunden war, hiinnlaͤnglich wiesen seyn. Und dieses Verzeichniß reicht nur bis zum de des Okt. 1809. Dasselbe System ward bis zur Ein⸗ kleibung der Stadt fortgesetzt, und dann erst ging Raub und Nißhandlung an. Ungeheuer sind die Summen, welche 1810, 811 und 1812 durch die Wegnahme und Tarisirung der in damburg vorraͤthigen Waaren nebst der Verpflegung der hier nwesenden Truppen und Angestellten, die großen Tafelgelder, e Unterhaltung der Hospitaͤler, die Fourage⸗Lieferungen, und lles, was sonst der Militair⸗Dienst erheischte, kosteten, beson⸗ ers wenn die Groͤße des Verlustes, den der voͤllig stockende rwetb verursachte, des Verlustes von 320 Seeschiffen, besche im Hafen vermoderten, und was fuͤr die Franzoͤsischen roits réunis und sonstige ordentliche Franzoͤsische Con⸗ ibutionen bezahlt werden mußte, in Anschlag gebracht huͤrde. Das einzige Jahr 1813 kostete der Stadt Hamburg 6,000,000 Fr. Es wurden naͤmlich 1) aus der Bank genom⸗ een 13,000,000 Fr.; 2) von der großen Contribution beigetrie⸗ en 10,000,000 Fr.; 3) die kleineren Contributionen betrugen 000,000 Fr.; 4) die Waaren⸗Requisitionen 18,000,000 Fr.; ) die verbrannten und demolirten Haͤuser, nach der veranschlag⸗ n Taxe 35,700,000 Fr.; 6) der veranschlagte Schaden an den Höspitaͤlern und Kasernen verwendeten Haͤusern 2,000,000 *.; 7) der liquidirte Verlust an Mobiliar und Vieh, theils im Verbrennen, theils bei manchen Raͤubereien 2,600,000 Fr.; h die ungefaͤhre Schaͤtzung der Natural⸗Lieferungen fuͤr Hos⸗ staäler und Kasernen 700,000 Fr. Der Gesandte, Herr von Sourienne, welchem dieses Verzeichniß uͤbergeben wurde, 1) er⸗ ielt von der Stadt als Gratification im November 1805 bei Gelegenheit der fuͤr das Franzoͤsische Militatr in Hannover be⸗ immten 448,000 Fr., wegen seiner vielen Bemuüͤhungen der nilitairischen Geldgier Graͤnzen zu setzen, 24,000 Fr. 2) Den 22. September 1806 wurden ihm, nach vorausgegangenen Insinuationen, daß bei den Zeitlaͤuften ein Mann, der fruͤher hem Franzoͤsischen Kaiser so nahe gestanden habe, und der ei⸗ gentlich hierher geschickt sey, um seinen Finanzen aufzuhelfen, der Stadt von großem Nutzen seyn koͤnnte, besonders wenn er auch den Willen, den Muth und die Gewandtheit habe, nuͤtzlich u seyn, eine Summe von 150,000 Fr. offerirt. 3) Am 17. No⸗ pember desselben Jahres erhielt er seiner vielen Bemuͤhungen wegen, wodurch ein Armee⸗Cöoͤrps von der Stadt entfernt ge⸗ halten und eine Brandschatzung verhindert ward, 300,000 Fr., bdahrend der General mit einer Summe von 68,000 Fr. abge⸗ peist ward. 4) Außerdem erhielt Hr. v. Bourienne bei Gelegenheit der Matrosenwerbung ungefaͤhr 60,000 Fr. à titre de prêt. 5) 1809 upfing er, um das Napoleons⸗Fest zu feiern, 24,000 Fr. Die Humme, welche Hr. v. Bourienne vom Staate empfing, be⸗ guft sich also auf 558,000 Fr. Es kann nicht bezweifelt werden, haß er außerdem von der Kaufmannschaft mehrere Millionen Fr. thielt.“ „Die Franzosen“, heißt es an einer andern Stelle des Werkes, „hinterließen uns Zerstoͤrung, Verarmung, Immo⸗ raliwaͤt und Ungluͤck jeglicher Art, und doch pluͤnderten sie uns auf eine ganz unerhoͤrte Weise aus. Das Wenigste, was Ge⸗ neralen und Beamten, welche ihnen im Range gleich standen, taͤglich an Tafelgeldern baar gegeben werden mußte, waren 20 outsd'or, und diese mußten einem sehr zahlreichen Personale zu gleicher Zeit gegeben werden, während viele Offiziere von sedrigem Range 3, 5, 10 Louisd'or erhielten. Und je hoͤher die Offiziere im Range standen, desto schwerer waren sie zu be⸗ biedigen. Es waren Militairs bei uns, die von den Hanse⸗ täͤdten taͤglich 48 Louisd'or erhielten, von denen Hamburg

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8 8 8 langer Abwesenheit regelmaͤßig die taͤgliche Auszahlung ver⸗ langten, und bei jeder Weigerung mit einem Anmarsche neuer Truppen drohten. Einmal kostete uns die Tafel eines uneigennuͤtzig sich nennenden und durch ruͤde Manieren sich auszeichnenden Generals, der kein Geld wollte, sondern nur eine freie Tafel, nahe an 50,000 Rthlr. in etwa 26 Wochen. Dazu stiegen die haͤufigen Requisitionen fuͤr Armee⸗Beduͤrfnisse zu ungeheuern Summtin hinan, wobei noch manche Geschenke unter dem Vorwande der Abwendung eines haͤrteren Drucks von Civil⸗ und Militair⸗Personen unter erfinderisch erdachten Rubriken von 10,000 bis 50,000 Rthlr. und daruͤber, ja selbst der Sold fuͤr die hier stationirte Reserve⸗Armee gefordert wurden. Es kostete viele Muͤhe, letzteres abzulehnen, doch mußten wir fuͤr einen Monat 350,000 Fr. bezahlen. Und dieses eürend⸗ Auspluͤnderungs⸗System, das seit dem Aus⸗ bruche der Franzoͤsischen Revolution und spaͤter fuͤr den Abkauf der Englischen Waaren, Verhinderung einer Matrosen⸗Wer⸗ bung, Certificate ꝛc. uns eine unerhoͤrte Summe von Millionen kostete, endigte endlich mit der Einverleibung Hamburgs, mit der Erklaͤrung der Stadt außer dem Gesetze, wodurch sie jeder Willkuͤr preisgegeben war, mit dem Bankerott, mit der Auslee⸗ rung der Vorraͤthe, die sich in Privat⸗Magazinen befanden, mit Hinwegschleppung der Jugend zur Armee, mit Herausholung der Nicht,Verproviantirten aus ihren Haͤusern in der Weih⸗ nachtsnacht, und Hinausjagung derselben aus der Stadt ohne Geld und Kleidung bei fuͤrchterlichem Froste, mit Profanirung der Gotteshaͤuser und deren Benutzung zu Pferdestaͤllen, mit Verbrennung der Vorstaͤdte und des allgemeinen Krankenhauses, ohne sich darum zu bekuͤmmern, was aus den Kranken und Ir⸗ ren wuͤrde, mit einer Straf⸗Contribution von 48 Mill. Fr.; mit einer muthwilligen Verbreitung ansteckender Krankheiten durch Einquartierung Angesteckter in Privat⸗Wohnungen, um die Hos⸗ pitaͤler auszuleeren, und mit andern unerhoͤrten Graͤueln. Wahr⸗ lich, Menschen⸗Elend durch Menschenhaͤnde verbreitet, kann nicht hoͤher steigen, als in den Jahren 1806 bis 1814 in Hamburg.“ Das ist ein lebendiges und getreues Bild der Fremd⸗

Livorno, 15. Jan. (Boͤrsen⸗Halle.) Im Hafen von Livorno fanden sich in diesem Monate fuͤnf Preußische Schiffe auf einmal ein. Es waren dies die ersten Kauffahrer dieser Nation, welche sich auf hiesiger Rhede zeigten. Dies gab dem hier als Preußischen Konsul fungirenden Herrn H. Stiechling die Veranlassung zu einer diesem Vorfalle angemessenen Feierlich⸗ keit. Die Capitaine dieser 5 Schiffe waren die Herren J. B. Peters, J. C. Gruͤnwald, J. Peplow, Krafft von Zingst und J. F. Funck aus Wolgast; ihnen zu Ehren veranstaltete der Hr. Konsul ein glaͤnzendes Mittagsmahl, woran auch der Preußische Geschaͤftstraͤger, Hr. Graf von Schaffgotsch, der sich zur Feier des Tages, an welchem die ersten Preußischen Flaggen in diesem Hafen wehten, von Florenz aus nach Livorno begeben hatte, Theil nahm, und welchem auch der Platz⸗Kom⸗ mandant und mehrere fremde Konsuln und eamte bei⸗ wohnten. Vor Tische verfuͤgte sich der Herr Graf von Schaffgotsch, Herr H. Stiechling und die fuͤnf Capitaine in die hiesige reformirte Kirche zum Gottesdienst, wohin auch schon die Matrosen von diesen fuͤnf Schiffen von ihren Capitainen gesandt worden waren, und wo der Prediger Herr Algoͤwer eine der Bedeutung des Tages angemessene, ruͤhrende Rede hielt. Hier⸗ auf gingen die Capitaine wieder an Bord ihrer Schiffe, wo sie um 12 Uhr von den obengenannten Herren einen Besuch erhiel⸗ ten und dann eingeladen wurden, mit ihnen an Bord eines mit Preußischer Flagge geschmuͤckten Longboots eine festliche Fahrt auf der Rhede bis zu dem Hotel des Preußischen Konsuls zu machen, wo man sich ans Land und sofort zur Tasel begab. Das Mahl wuͤrzte die heitere Laune, und mancher Toast wurde auf das Wohl Sr. Mafjestaͤt des Koͤnigs von Preußen und der Koͤ⸗ nigl. Familie ausgebracht, den jedesmal ein dreimaliges Hurrah nach gutem alten Schifferbrauche begleitttee.

Spanien.

Die Times theilt folgendes Privat⸗Schreiben aus Ba⸗ yonne vom 17. Januar mit der Bemerkung mit, daß es viel⸗ leicht einen eben so guten Schluͤssel zu dem endlichen Ausgange des Kampfes im Norden von Spanien, wie die hochtoͤnenden Buͤlletins der beiden kriegfuͤhrenden Parteien, liefern duͤrfte: „Man wird sich vielleicht eine bessere Vorstellung davon machen koͤnnen, wie lange der Krieg noch dauern moͤchte, wenn man von dem Charakter der Beroͤlkerung, welche daran Theil nimmt, ge⸗ naue Kenntniß erhaͤlt. Die Landleute von Biscaya, Navarra und Guipuzeoa sind durch einen gluͤhenden und blinden Fanatis⸗ mus aufgeregt, welcher sie in den Stand setzt, Strapazen, Ge⸗ fahren und Entbehrungen jeder Art mit einem Heldenmuth zu veZin. der einer besseren Sache wuͤrdig waͤre. Dieses ganze ungluͤckliche Volk haͤlt sich durch sein Gewissen fuͤr gebunden, alles Moͤgliche fuͤr die Sache zu thun, welche sie als die Sache des Himmels ansehen. Wer waffenfaͤhig ist, stellt sich unter die Fahne des Don Carlos, und die Anderen dienen als Kundschafter. Wenn ein Spion ergriffen und erschossen wird, so ist augenblicklich ein Anderer da, der mit der groͤßten Kaltbluͤtigkeit seine Stelle einnimmt. Die Soldaten Zumala⸗ carreguy's sind weder vor der Kaͤlte der Gebirge, noch vor dem ploͤtzlichen Wechsel der Witterung geschuͤtzt; sie haben keine Lebensmittel, um sich auf den langen Maͤrschen, die ste taͤglich zu machen haben, bei Kraͤften zu erhalten; oft besitzen sie nichts als ein wenig Taback und Branntwein; und doch zeigen sie, daß ihre Energie durch solche Noth nicht zu besiegen ist, indem sie, so oft Halt gemacht wird, heiter und vergnuͤgt zum Tanz oder

u anderen Belustigungen eilen. Mina wird ihnen zuletzt ein solches Leben zur Gewohnheit machen. Er selbst verdankt einer gleichen Lebensweise, wie die seiner jetzigen Feinde ist, seinen militairischen Ruhm. Rodil hat Gift in die Wunde getraͤufelt und die Sache durch seine Grausamkeit aufs Spiel gesetzt. Mina versteht sich auf die Kriegfuͤhrung eben so gut und auf die Heilung der Uebel besser. Aber dessenungeachtet fehlt es dem Kriege nicht im geringsten an der Wuth, welche gewöhn⸗ lich innere Zwistigkeiten charakterisirt; alle Gefangene werden erschossen; jeder Einwohner, wenn das Alter ihn nicht hindert, muß fuͤr die eine oder die andere Seite Partei ergreifen; er muß entweder Karlist oder Christino seyn; Neutralitaͤt ist un⸗ moͤglich, und es ist daher Alles unter den Waffen. Wenn ein Trupp von einem Dorfe Besitz nimmt, versammelt er sich so— gleich auf dem Marktplatze und liest eine militairische Procla⸗ mation vor; es erscheinen dann augenblicklich aus Furcht alle Weiber und Kinder, und wenn es ein Trupp ist, der unter anderem Panier marschirt, so wird Alles niedergemacht; so trifft man uͤberall auf Tod. Fuͤgt man hierzu den finsteren und fanatischen Charakter des Volks, die Rach⸗

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tur des Krieges, den die Religion noch erbitterter macht, die Schwierigkeit des Terrains, das uͤberall so coupirt ist, so wird man leicht begreifen, wie es koͤmmt, daß sich oft beide Parteien den Sieg zuschreiben, und daß sich das Ende eines Kampfes, in welchem alle boͤse Leidenschaften mitkaͤmpfen, schwer voraus⸗ bestimmen laͤßt. Es ist kein Zweifel, daß die Anhaͤnger des Don Carlos in den inneren Provinzen den Krieg unterstuͤtzen und aufmuntern. Wenn man eine gute Karte zur Hand nimmt, so wird man aus den stattgefundenen militairischen Manoͤvern sehen, daß, wenn Mina selne Gegner von einem Punkte ver⸗ trieben hat, er selbst auf einem anderen angegriffen worden ist, und daß die Insurgenteninsolchen Faͤllen gemeiniglich den Vortheil davon getragen haben. Hierin liegt der Faden zu dem Labyrinth der Spanischen Neuigkeiten. Die Franzosen bewachen zwar die Bewegungen des Don Carlos mit großer Aufmerksamkeit, aber der Krieg selbst giebt ihm die Mittel an die Hand, sich mit Waffen zu versorgen, da die Fahr⸗ zeuge, die sich jederzeit mit Schleichhandel abgeben, jetzt nichts als Waffen und Munition laden, was zu verhindern fast un⸗ moͤglich ist. Diesen Anblick gewaͤhrt der Schauplatz, auf wel⸗ chem zwei unversoͤhnliche Anfuͤhrer wie zwei gereizte und blut⸗ duͤrstige Tiger gegen einander agiren.“

Portugal.

Lissabon, 10. Jan. Die ministerielle Partei in der Deputirten⸗Kammer hat, unter dem Titel „Erkläͤrung der Majoritaͤt“, eine Antwort auf das Compte rendu der Opposition publizirt, die von etlichen vierzig Mitgliedern unterzeichnet ist, und letzterem, was die Heftigkeit der Sprache und die direkten persoͤnlichen Ausfaäͤlle gegen den Gegner betrifft, mindestens nicht nachsteht. Da sich die beiden Minister, Jose da Silva Car⸗ valho und Agostinho Freire, unter den Unterzeichnern befinden, so kann dieses Aktenstuͤck als eine Regierungs⸗Erklaͤrung betrach⸗ tet werden; ob aber dessen Bekanntmachung darum politisch richtig war, muß dahingestellt bleiben. Hatte die Opposition bei der Veroͤffentlichung ihres Compte rendu die Absicht, auch waͤhrend der Prorogirung der Cortes das Publikum mit ihren fortgesetzten Kritiken des Regierungs⸗Systems zu beschaͤftigen und aufzuregen, so konnte das Aufnehmen dieser Diskussion von Seiten ihrer Gegner nur zur Befoͤrderung ihres Zweckes dienen, und in der That ist seitdem dieser Federkrieg lebhaf⸗ ter als jemals geworden. Die Sache der Opposition ist an und fuͤr sich wohl unbedingt die schlechtere und hat meist nur getaͤusch⸗ ten Ehrgeiz zur Triebfeder; in jenem Federkriege indeß gewinnt

welches sie waͤhrend der Auswanderung kennen zu lernen Gele⸗ genheit hatte, anlegt, waͤhrend die Regierung allerdings die Sit⸗ ten, Gebraͤuche und Einrichtungen Mittel⸗Europa's, oder was man sonst wohl die Europaͤtsche Civilisation nennt, als die Norm anerkennt, dadei aber doch sich natuͤrlich nicht ploͤtzlich von den alten Portugiesischen Gebraͤuchen losmachen kann, die bekannt⸗ lich oft eine Zusammensetzung von mittel -alterlichen Gewohnhei⸗ ten und der Arabischen Welt angehoͤrigen Erinnerungen ausma⸗ chen, und einen bekannten noch lebenden Diplomaten Portugal als den Uebergangspunkt zwischen Europa und Afrika zu bezeichnen veranlaßten. In welchem anderen Lande z. B. wuͤrde man, wie dies hier vor etlichen Tagen geschah, wegen einer leichten Verschnupfung des Souverains im Hof⸗Cirkulare ein foͤrmliches aͤrztliches Bulletin be⸗ kannt machen, worin der Leib⸗Medicus das nicht speziell genannte Uebel im allgemeinen nur woͤrtlich „als eine Verstopfung der wichtigsten Absonderungen der menschlichen Maschine“ (der Trans⸗ piration) bezeichnet, und das zweite und gluͤcklicherweise letzte Buͤlletin mit der Versicherung schließt: „Aus meinem Munde kommt nie etwas als die reine und bloße Wahrheit: Dicant Pa- duani.“ Ein anderes Faktum der letzten Tage, welches ohne Zweifel die Englischen Zeitungen beschaͤftigen und ihre Kommen⸗ tare hervorrufen wird, ich meine die Vertheilung der Dom Mi⸗ guel von seiner juͤngsten Schwester vermachten Diamanten, will ich aus eben diesem Grunde nicht weiter beruͤhren, und hier nur zur Steuer der Wahrheit noch bemerken, daß manche Handlun⸗ gen Dom Miguel'’s waͤhrend seiner Regierung, die allerdings, nach Europaͤischen Gewohnheiten] beurtheilt, Gegner leichtes Spiel gaben, eigentlich nur das alt Herkoͤmm⸗ liche dieses eigenthuͤmlichen Landes waren. Welcher Fremde wird nicht uͤberrascht seyn, wenn er in den hiesigen Zeitungen einen vor etwa vier Wochen in der Deputirten⸗Kammer gemachten Vorschlag liest, kuͤnftig eine Post⸗Cariole zwischen Lissabon und Porto zu etabliren, deren Durchkommen mindestens in der gu⸗ ten Jahreszeit moͤglich werden wuͤrde, wenn man ungefaͤhr 50 Arbeiter zur Besserung der schlechtesten Wegestrecken bleibend anstellte? Was Portugal noth thut, ist wahrlich nicht die dem so hoch civilisirten und von einem so ruhigen und besonnenen Volke bewohnten England entlehnte, auf das Spiel der Gegen⸗ gewichte berechnete Verfassung, sondern ein aufgeklaͤrter und fester Minister, wie Pombal es war. Die Opposition dringt jetzt laut auf die Aufloͤsung der Cortes und die Zusammenbe⸗ rufung einer neuen Deputirten⸗Kammer. Selbige ist nicht so schwach, als die Regierungs⸗Organe sie oft darzustellen versuchen, und wird dem Ministerium nach dem Zusammentritte der Kam⸗ mern unbezweifelt manche neue Verlegenheiten wieder bereiten. Sie uͤbt einen großen Einfluß auf die Bevoͤlkerung Lissabons und Portos aus, und zaͤhlt, außer dem Marschall Saldanha, mehrere in der Armee sehr einflußreiche Offiziere in ihrer Mitte.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Washington, 25. Dez. Repraͤsentanten⸗Hauses vom 8. Dez. die Namen der Mitglieder der stehenden Ausschuͤsse verlesen worden waren, machte Herr Hawes aus Kentucky den Antrag, daß eine aus einem Mitgliede fuͤr jeden Staat bestehende Kommission ernannt werden solle, um zu untersuchen, ob es zweckmaͤßig sey, die Ge⸗ setze der Militair⸗Akademie zu West⸗Point, im Staate New⸗ York, zu verbessern, oder ob es mit den Interessen des Landes vereinbar sey, dieses Institut ganz aufzuheben. erhob sich hierauf und sagte, daß man im Auslande das Institut fuͤr eine bloße Versorgungs⸗Anstalt der Kinder der Kongreß⸗Mitglieder und anderer bevorzugten Maͤnner und Regierungs⸗Beamten halte. Waͤre dies eine Verleumdung, so muͤsse sie leicht zu widerlegen seyn. Herr Hawes (der den Antrag gemacht) bemerkte hierauf, daß diejenigen, welche sich dieser Untersuchung widersetzten, nach sei⸗ ner Meinung, auch die Weigerung der Bank der Vereinigten Staaten, ihre Buͤcher dem Ausschuͤß des Repraͤsentanten⸗Hau⸗ ses vorzulegen, nicht verdammen koͤnnten, und nicht einer von denen, welche die Bank tadelten, weil sie sich einer Unter⸗ suchung widersetze, duͤrfe die Militair⸗Akademie von einer Un⸗ tersuchung freisprechen. Er erhebe die besondere Klage gegen dies Institut, daß nur die Kinder der Reichen und Vornehmen an den Vortheilen und Wohlthaten desselben Theil haͤtten, waͤh⸗

Meiste, 4, zu bezahlen hatte, ja die sogar waͤhrend Monate

sucht, von der die constitutionnelle Armee entflammt ist, die Na⸗

rend tausend Kinder der Armen davon ausgeschlossen seyen. Hr

sie einen Vortheil dadurch, daß sie allen Verhaͤltnissen ruͤcksichts⸗ los den Maßstab des in England und Frankreich Bestehenden,

der Kritik seiner

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Nachdem in der Sitzung des

Herr Clayton

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