1835 / 40 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sichtigten

Stockholm, 30. Jan.

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LTLomiées des Kunst⸗Vereins entgegen.

Davis, Morrison und Robinson, welche in der hoͤfli⸗ chen Sprache des himmlischen Reichs „Englische Teufel genannt werden, nach Canton gekommen zu seyn. Dies wurde als ein verwegenes Unternehmen und den Chinesischen Gesetzen zuwider betrachtet. Die Verwegenheit Sr. Herrlich⸗ keit muß, nach ihrer Ansicht, unermeßlich geworden seyn, als er ein Haus in Canton in Besitz nahm und erklaͤrte,

deaß er nicht wieder nach Macao zuruͤckkehren werde. Der Gou⸗

verneur und die Hong⸗Kaufleute ersuchten ihn dringend, zuruͤck⸗ zukehren, allein er beharrte bei seiner Weigerung. Auf seinen

Kath weigerten sich auch die in Canton wohnenden Engläͤnder, einer Versammlung beizuwohnen, wozu sie von den Hong⸗ Kaufleuten aufgefordert wurden. Die Angelegenheiten blieben ein diesem ungew ssen Zustande bis zum Abgange der letzten Nachrichten. Aber wir freuen uns, daß der Herausgeber der dornegen Zeitung seinen Bericht uͤber diese Angelegenheiten da⸗ mit schliet, daß er die Ueberzeugung ausspricht, der Chinestsche

GSGzouverneur werde nachgeben, und der einzige Wea, ihn zur

Vernunft zu bringen, sey ein festes und unbeugsames Benehmen. vord Napier glaubt, daß die Anw senheit von zwe Englischen Krrieasschiffen von Nutzen seyn werde, und wer koͤ nen daher annehmen, daß die angekuͤndigte Unterdrecheng der Handels⸗Ver⸗ bindung nur von kurzer Dauer syn wird. Wir muͤssen jedoch bemerken, daß Lord Napier den Beistand eines Mannes versoren hat, der ihm gerade jetzt von ke hoͤchsten Wichtigk it seyn mußte. Doktor Morrison, der beruͤhmte Gelehrte, welcher bei Lord Napier's Ankunft zu Macao das Amt eines Chinesischen Soeere⸗ tairs und Dollmetschers uͤbernommen und Se. Herrlichkeit nach Canton begleitet hatte, ist am 1. August gestorben. Seine terbliche Hülle wurde von Lord Napier und allen Britischen 8 in Canton bis an den Fluß vegleitet, von wo sie nach Macao gebracht, und dort brerdigt ward. „So wurde“, bemerkt das Canton Register, „seinem Va⸗ terlande und seiner Familie ein Mann entrissen, den beide in gleichem Grade ehrten und liebten. Sein Eifer und seine Liehe kann Beiden nicht ersetzt werden. Das Erlernen der Chinesischen Sprache ist jetzt, nachdem er zuerst die Schwierigkeiten fuͤr Eng⸗ laͤnder hinmweogeräumt, ein leichtes Unternehmen, und es wird jetzt ohne Zweifel nicht an Kennern des Chinesischen mangeln; aber wann werden wir wieder einen Mann finden, der so ge⸗ diegene Kenntnisse bezaͤße und in den Chinesischen Vethaͤltnissen so bewandert wäͤre?“

Obigem Bericht fuͤgt der Courier folgende Betrachtungen hinzu: „Wir wissen noch nicht genug uͤber den Streit zwischen Lord Napier und den Chinesischen Behoͤrden, um uns ein bestimmtes Urtheil daruͤber bilden zu koͤn⸗ nen. Der Schein ist indeß ohne Zweifel sehr gegen Se. Hetrrlichkeit. Die Chinesen erlauben selten den Fremden, sich zu einer andern Zeit, als wenn die Schifffahrt offen ist, in Canton aufzuhalten; eben so wenig gestatten sie ohne zuvor ein⸗ geholte Erlaubniß, daß Personen, vie ein oͤffentliches Amt beklei⸗ den, uͤber Macao hinaus vordringen duͤrfen. Allein es scheint, daß Lord Napier dies unbeachtet ließ, und im Vertrauen auf die Englischen Krtegsschiffe in der todten Jahreszeit direkt nach Can⸗ ton segelte! Es ist kaum zu glauben, daß Jemand ohne In⸗ structionen so handeln wuͤrde, doch ist es auch kaum glaublich, daß er zu solchem Verfahren instruirt gewesen sey. Wenn wir z. B. festgesetzt haͤtten, daß alle fremden Gesandten, Botschafter ꝛc., welche nach England kommen, auf der Insel Wight verweilen sollten, bis ste die Erlaubniß erhielten, nach London zu kommen, was wuͤrden wir davon denken, wenn ein Franzoͤsischer oder Amertkanischer Gesandter, gegen diese Bestimmungen, gerades Weges die Themse hinauf bis Blackwall segelte, und auf die deshalb an ihn ergan⸗ genen Vorsteüungen ein Geschwader beorderte, um seine Unver⸗ schaͤmtheit durch Gewalt zu Unterstuͤtzen? Die Chinesen sind virlleicht nicht im Stande, sich dem Lord Napier zu widersetzen, aber ist dies eine Entschuldigung fuͤr sein Benehmen? Wenn auf dem TCanton⸗Flusse die Macht das Recht bestimmt, warum

soll dies nicht auch auf der Themse der Fall seyn? Wir hoffen,

daß diese offenbar sehr aͤrgerliche Angelegenheit ohne Verzug ernstlich wird in Erwaͤgung gezogen werden. Wenn Lord 9 a⸗ peer nicht seine Fnsereredfe überschritten hat, so koͤnnen die⸗ selben nicht schnell genug zuruͤckgenommen werden.“ Berichte aus Buenos⸗Ayres sprechen von einer beab⸗ Expedition gegen den Diktator von Paraguay, Dr. Frrancia, die zum Zweck haben soll, diesen se noͤthigen, daß er der Argentinischen Republik seine Haͤfen oͤffne und sich ihrer Confoͤderation anschließe. EE“

Niederlande.

1 em Haag, 3. Febr. Einer heute erschienenen aͤrzt⸗ 88 8e zufolge, werden keine Bulletins mehr uͤber das Befinden Sr. Koͤntgl. Hoheit des Prinzen von Ora⸗ nien ausgegeben werden.

18 Der Feer Franzoͤsische Floͤtist Herr Drouet glebt setzt Konzerte in Breda. 8 799 Brn

Schweden und Norwegen. Vorgestern, als am Karlstage, gaben Se. Majestaͤt den Rittern des Ordens Karls XlIll., nach⸗ dem das gewoͤhnliche Ordenskapitel gehalten worden war, ein großes Festmahl. An demselben Tage ließ der Kronprinz jedem Armen in der Hauptstadt, der öͤffentliche Unterstuͤtzungen genießt, 8 Shilling, und an beduͤrftige Seeleute die Summe von 200 Rdr. Banco auszahlen. Außerdem wurden 50 arme Kinder auf Kosten Sr. Koͤnigl. Hoheit neu bekleidet.

Am GebLurtstage des Koͤnigs (26sten d. M.) ließen Ihre Maejestaͤt die Koͤgigin an eine große Anzahl „verschaͤmter Armen“ der Hauotstadt Unterstuͤtzungen verabreichen. Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten gab gu diesem Tage dem diploma⸗ tischen Corps, den Rittern des Seraphinen⸗Ordens, den Mit⸗

gliedern des Schwedischen und Norwegischen Staats, Rathes

anderen hohen Beamten ein glaͤnrzendes Diner.

und 1 Der Reichs⸗Rath hat die noͤthigen Summen zur Unter⸗

1 haltung eines Blinden⸗ und Taubstummen⸗Instituts bewilligt.

Daͤnemark.

Kopenhagen, 30. Jan. (Alt. Merk.) Mit Verlan⸗ gen sieht man dem Wirtsamkeins⸗Plane des nun gewaͤhlten 2 Die in der abe S wer l.Versammlung gefuͤhrten Diskussionen, welche den Austritt vnes stuͤzereg. Comitéis zur Folge harten, waren sehr lebhaft, ob⸗

8 gleich fuͤr die Nothwendigkeit der kuͤnftig zu befolgenden Rich⸗

tung ohne bestimmtes Resultat. Die im Lokale des Kunst. Ver⸗ eeins aufgestellte Arbeit des Professors Heisch, durch welche die Preis⸗ 2 wegen der zweckmaͤßigsten Art der Benutzung der Marmor⸗Kirche geioͤst worden, bestaͤtigt auf eine ausgezeich⸗ ncte Weise die Erwartangen, welche man von einem jeden Unternehmen dieses Mannes zu hegen berechtigt seyn darf. Die

Aussicht, die Meisterwerke Thorwaldsen's und anderer Daͤnischer

den zweiten Praͤsidenten, Wirklichen Geheimen Rath von Arens,

skehr von Reisenden auf der Landstraße von Luͤbeck nach Ham⸗

Thaͤtern auf die Spur zu kommen und die Bande, unter Bei⸗

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Kuͤnstler in durchaus sehen, ist so lockend, daß man gern die Hoffnung der Verwirt⸗ lichung eines Planes festhaͤlt, wodurch eine mit dem Untergang bedrohte Ruine zu einem bleibenden National⸗Denkmale umge⸗ schaffen werden mwuͤrde; bestimmt, wie es scheint, der ganzen kuͤnstlerischen Thaͤtigkeit einen lebendigen begeisternden Aufschwung u verleihen.

Die letzte Nummer des Faͤdrelandet enthielt die An⸗

ge des General⸗Fiskals, Etatsrath Treschow, gegen den Re⸗ dacteur, Prosessor Davrd, und des Letzteren Vertheidigung. In der morgen herauskominenden Nummer wird die Defension, welche der Prekurator Haagen fuͤr den Angeschuldigten einge⸗ reicht, ihren Platz finden.

Daß hier eine sehr große Schreibfreiheit herrscht, wird man auswaͤrts aus den Berichten uͤber den Inhalt hiesiger Zeitungs⸗ blaͤtter ersehen haben. Die R ogierung hatte bei deren Ein⸗ raͤumung die wohlmeinende Ablicht, durch eine solche Maßregel die Aufdeckung von Dängeln und Mißbraͤuchen befoͤrdern zu helfen und das oͤffentliche Interesse nach Kraͤften dem Vaterlande und dessen Zustaͤnden zuzuwenden. Es ist aber seltsam, daß selbst vorzüaliche Talente, anstatt sich der Betrachrtung und Erklaͤrung des Geschehenen und Lebenden im Staate hinzugeben, in ver⸗ meinter Gruͤndlichkent bei dem todten Begriffe stehen bleiben, und an diesem herumzerren, ohne zu bedenken, daß das Ge⸗ heimniß des Lebens sich doch auf diese Weise nicht er⸗ fassen lasse. Selche Verwuͤrse treffen ohne Zwerfel manche Aufsaͤtze im „Faͤrrelandet“, und wenn der Professor David in seiner Vertheidigung selber bemerkt, daß mehrere Aeußerungen, worauf in der Antlage Gewicht gelegt wird, auf Daͤnemark selbst nicht bezogen werden koͤnnten, so ist nicht abzusehen, warum dergleichen Entwickelungen gerade in einer Zeitschrift Platz finden mußten, welche sich die Darstellung vatertaͤndischer Zustaͤnde zum Plane gemacht hat IFJredenfalls wird man vor der Hand an⸗ süehen duͤrfen, Auffaͤtze, wie diese, denen des beruͤhmten Moͤser, dessen in der Vertherbigung gedacht wird, an die Seite zu stel— len, indem dieser bei der im praktischen Leben und ‚im Staats⸗ dienste erworbenen unglaublichen Fuͤlle von lokalen Anschauun⸗ gen und seiner Richtung, im Allgemeinen steis das Besondere zu finden, zum Volks⸗Schriftsteller eben so geeignet seyn mußte, als durch die theoretische Hattung und den trocknen Lehrerton des Faͤdrelandet die Theilnahme der Leser fuͤr diese Unter⸗ nehmung des Herausgebers geschmaͤlert wird.

Deutschland.

Muͤnchen, 1. Febr. Wie man vernimmt, wird der Frei⸗ herr von Lerchenfeld seinen Gesandtschafts⸗Posten in Wien in diesem Monat noch antreten.

In juͤngst verflessener Zeit hat ein Frankfurter Haus zur Hypotheken, und Wechsel⸗Bank eine Summe von 2 ½⅞ Millionen Gulden subskribiren wollen, wurde aber vor der Hand zuruͤck⸗ gewiesen. Allem Anscheine nach, werden zur Hypoiheken⸗ und Wechsel⸗Bank keine auswaͤrtigen Submissionen zugelassen wer⸗ den, denn die bisher beigetretenen und andere Baperische Kapi⸗ talisten werden den ganzen Fonds zusammen bringen.

Wie man aus sicherer Quelle erfaͤhrt, hat die Regierung dem fruͤher erwaͤhnten Ansinnen des Geheimen Raths von Utz⸗ schneider, in Betreff der zu beguͤnstigenden Consumtion von Zucker aus Runkelruͤben, dieser Tage vorerst so weit entsprochen, daß sie die saͤmmtlichen Polizei⸗Behoͤrden des Koͤnigreichs an⸗ wies, die Landwirthe zur Absendung eines geeigneten Indivi⸗ duums in die Zucker⸗Fabrik des Herrn von litzschneider in Gie⸗ sing bei Muͤnchen zu bewegen, um dort das einfache Verfahren des Anbaus der Runkeltuͤben, so wie die Zucker⸗Fabrication selbst, zu erlernen. Herr von Utzschneider hat es uͤbrigens so weit gebracht, daß er aus 100 Centner Ruͤben 6 Centner vor⸗ zuͤglichen Zucker und 6 Centner Melis erzeugt. In Alt⸗Bapern wird gegenwäͤrtig schon sehr viel solcher Zucker verbraucht; au⸗ ßerdem wird der Genuß des Eichel⸗Kaffee's immer allgemeiner.

Der Orgelmacher Unterholzer, dessen Flug⸗Maschine die oͤffentlichen Blaͤtter schon erwaͤhnt haben, hat nun wirklich die⸗ ser Tage dem hiesigen Magistrat das Anerbieten gemacht, bei dem naͤchsten Oktober⸗Feste auf unserer Theresien⸗Wiese fliegen zu wollen. In seiner Eingabe behauptet derselbe, daß er ver⸗ mittelst jener Maschine vom ebenen Boden sich zu jeder beliebi⸗ gen Hoͤhe erheben, jede Wendung zu beiden Seiten vornehmen und sich mit voͤlliger Beherrschung der Luftmasse langsam oder schnell wieder herablassen koͤnne.

Stuttgart, 2. Febr. Heute vor 300 Jahren, also am 2. Februar 1535, wurde in der Hauptkirche zu Stuttgart zum erstenmale das heil. Abendmahl unter beiderlei Gestalten und nach dem Ritus der lutherischen Konfession dargereicht. Zur Feier dieses Reformations Festes wurde heute ein Gottesdienst in dem⸗ selben Gotteshause, in der hiesigen Stiftskirche, gehalten, dem alle staͤdtischen Behoͤrden und eine ungemein zahlrerche Gemeinde beiwohnte. Als ein Beweis des lebhaften religioͤsen Sinnes der hiesigen Bewohner kann es dienen, daß heute nahe an 800 Personen⸗ in der Stiftskirche das heil. Abendmahl empfangen haben.

Darmstadt, 3. Febr. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großher⸗ zog haben fuͤr die Dauer des Jahres 1835 folgende Personen als außerordentliche Mitglieder in den Staats⸗Rath berufen: 1) den Praͤsidenten, Wirklichen Geheimen Rath von Biegleben, 2) den Praͤsidenten, Wirkirchen Geheimen Rach von Kopp, 3)

4) den Präsidenten Weller, 5) den Kanzler der Landes⸗Univer⸗ sitaͤt Gießen, Dr. Linde, 6) den Geheimen Rath Zimmermann, 7) den Ober⸗Appellationsgerichts- Rath von Grolman, 8) den Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath von Lindeloff.

Wandsbeck (bei Hamburg), 6. Febr. Der lebhafte Ver⸗

burg, der besonders durch die Dampfschifffahrt nach St. Peters⸗ burg an Bedeutung gewonnen, hatte uns im verwichenen Herbst eine seit laͤngerer Zeit nicht gekannte Plage, nämlich eine zahl⸗ reiche Gaunerbande, zugezogen, die sich das Abschneiden von Reise⸗Koffern zum Geschaͤft machte und gelegentlich auch wohl Frachtwagen beraubte. So oft sich die Klagen daruͤber auch wiederholten, so bliehen doch die von den hiesigen Aemtern an⸗ gestellten Nachforschungen eine Zeit lang vergeblich, bis es der F chsamkene der Hamburgischen Poli,ei gelang, den wahren

huͤlfe der hiesigen Behoͤrde, zu zersprengen und zum Theil hier gefangen zu nehmen. Obgleich die Haupt⸗Anfuͤhrer derselben, vermuthlich gewarnt, sich kur, vorher davon gemacht hatten, so war doch die unmittelbare Folge die, daß seit jener Zeit die Sicherheit unserer Landstraße ungefaͤhrdet geblieben ist; dem Vernehmen nach, sind aber auch Jene der mit Eifer gegen sie angestellten Verfolgung nicht entgangen, sondern in diesen Ta⸗

wuͤrdiger aͤußerer Umgebung vereinigt zu

wo sie der verdienten Strafe

eingebracht worden, errei g. 8

Wien, 3. Febr. Nachrichten aus Maͤhren zufolge, wil

dort die Rinder⸗Pest noch immer auf eine verderbliche 30

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loren haben. Man schreihbt das diesjaͤhrige rasche und me Umsichgreifen der Seuche hauptsaͤchlich dem letzten heißen b trockenen Sommer zu. 6 Aus Bosnien wird geschrieben, daß der daselbst befingg gewesene außerordentliche Kommissarius der Pforte, Esseid Busuk Teskeredschi, den in Mostar versammelten Musselims nen Großherrlichen Ferman mitgetheilt, worin ihnen die Aa bung eines indessen noch nicht der Zahl nach genau angegebe Truppen⸗Kontingentes, so wie der Gehorsam gegen die oft uͤberhaupt, aufs neue eingeschaͤrft wird. Von Mostar hat der genannte Kommissar mit dem Wesir von Bosnien d. Pascha, nach Serajewo begeben. In der Agramer Zeitung liest man: ger Korrespondent aus Gallacz vom 30. Dezember berichtet Nachstehendes: „Die Ankunft des Dampfbootes „Argoen Gallacz, und dessen gluͤckliche Durchfahrt bei den fuͤr die Sc fahrt mit manchen Gefahren verbundenen Oerten Islaz Fh und eisernen Thor ist ein Ereigniß, an das kommerziellem Betrachte unberechenbare Ersolge knuͤpfen. 9 Fahrt auf der Donau, diesem Europaͤischen Strome, bis /1 9 nem Ausflusse in das Schwarze Meer ist eroͤffnet, die! dung Wiens und anderer Ufeestaͤdte mit den Haͤfen jenes na res, mit Konstantinopel und so ferner ist hergestellt worden. N außerordentliche Duͤrre des letzt verflossenen Sommerzs, vügg auch auf die Main⸗ und Rhein⸗Schifffahrt stoͤrend der seit Menschengedenken ungewoͤhnlich geringe Wassersen

„Ein glaubwe

Naufwaͤrts, entgegen stehen.

der Donau haben es verursacht, daß wenigstens die Fahm der „Argo“ zwischen Skella Kladano und Gallacz nicht ze in dem betreffenden Tarife festgesetzten Terminen regelni entsprechen konten. Indessen, da wohl zu hoffen ist,; eine solche Duͤrre nicht bald wiederkehren, und das ßere, zur Schifffahrt eingerichtete Dampfboot „Maria Dw thea“ mit Anbeginn des Fruͤhjahrs zwischen Kon fantinopel u Gallachz segeln, solglich die mittelbare Communication mit N herstellen wird, so ist mit Grund anzunehmen, daß die Do

Dampfschifffahrt nicht nur den hoͤhern Schwung gewinnen, dern auch regelmaͤßig vor sich gehen wird. Sehr wuͤnsche werth bleibt immer die Wegraͤumung jener Naturhinderns welche von Moldava bis zum eisernen Thore der Befahen des Flusses auch fuͤr andere Handelsfahrzeuge, besonders stn Indessen, nach der jetzigen lob

werthen und gemeinnuͤtzigen Thaͤtigkeit, und nach den bisherig staunenswerthen Resultaten derselben zu schließen, kann n wohl in nicht entfernter Zeit der Verwirklichung jenes Wunsc entgegen sehen. Eben so wuͤnschenswerth ist es, daß bei derse die Seefahrzeuge einzig schiffbaren Hauptmuͤndung der Dond Salina genannt, Aushoͤhlungen und Reinigungen im Flußbe bewerkstelligt werden. Die Untiefen und Sandbaͤnke bien große Schwierigkeiten und Zeitverlust den in das Schwa Meer oder aus demselben laufenden Schiffen dar, wele oft ihre halbe Ladung lichten muͤssen, um in das Meer einla fen zu koͤnnen. Ein dort mit ungefaͤhr 60 Matrosen aufgest ter Russischer Strandwaͤchter leistet, nebst Vidirung der Poͤss die nachgesuchte Huͤlfe. Im Laufe dieses Sommers hat me als ein in fruͤheren Zeiten nicht vorgekommenes Ereigniß, i Einlaufen zweier Englischen, unmittelbar aus Englischen. fen hierher befrachteten Briggs bemerkt. Ihre aus Eisenwaan und Quincaillerieen, Tuch, und gedruckten Baumwollen⸗Febe katen, ferner aus einem Quantum Porter bestandene Lad

war meistentheils fuͤr Bukarest bestimmt. Eben so kam im ten Fruͤhjahre eine betraͤchtliche Ladung an Schiffspfosten m Szegedin mittelst der Theiß und der Donau hierher, und wun von hier nach Marseille verschifft. Es ist kaum zu zweifeln, z die uͤberseeische Ausfuhr des in Slavonischen, Kroatischen un Bosnischen Waldungen erzeugten Bauholzes auf dieser Wast straße groͤßere Vortheile als auf dem bis jetzt gewoͤhnlichen Weh darbieten wuͤrde. Seit einigen Tagen herrscht hier eine streh ge Kälte; die Donau ist in so weit gefroren, daß bereits sh gaͤnger daruͤber passtren.“

Schwei z. 16“*“

Die Neue Zuͤrcher Zeitung sagt: „Man verstee jetzt wieder, daß Hr. von Rumigny seinen Gesandschaftspest in der Schweiz nicht verlassen werde. Ueber die Persoͤnlich Hrn. von Rumigny's haben wir in der That nie, wenn u uͤber seinen politischen Einfluß, klagen hoͤren. Man kann ue seiner Persoͤnlichkeit die Richtung zuschreiben, welche die Diplom tie des jetzigen Franzoͤsischen Kabinertes im Allgemeinen charaktetist welches nach der schon von Richelieu befolgten Politik im Auslam gleichen Grundsaͤtze beguͤnstigt, die es im eigenen Lande mit Gewaltt terdruͤckt und offiziös oder durch obskure Werkzeuge das Gege theil von demsenigen betreibt, was die offiziellen Persichetun erwarten lassen. Im Uebrigen sind wir uͤberzeugt, daß h von Rumigny wirklich persoͤnlich fuͤr die Schweiz Wohlwale empfindet und demselben auch gemaͤß handelt, so weit es hh Interesse Frankreichs gestattet, welches in der Schweiz eine same unternehmende Partei will, die eben so mit Antipalt gegen die nordischen Maͤchte erfuͤllt, als durch die Nothwend keit ihrer Lage gezwungen sey, im Falle eines Euro schen Konfliktes fuͤr Frankreich Partei zu ergreifen; zugle jedoch fordert dieses Franzoͤsische Interesse, daß eine seolch Parzei sich in dem Maße lenken lasse, daß sie nie gehe den Willen Frankceichs oder in einem ungelegenen Zeitpunte selbst einen Konflikt erzeuge. Dies ist die Aufgabe, welche einen jeden Nachsolger des Herrn von Rumigny gesetzt waͤre. Gegn waͤrtig faͤllt uns auf, daß neuerdings Deutsche pon der Küus des Herold, der in Basel⸗Landschaft das Buͤrgerrecht erhath hat, Harro Harring, Coremans u. s. f., sich in der Schweiz Evidenz setzen, was allerdings zur Beseitigung der obwalten Mißverstaͤndnisse nicht beitragen kann. Auch glaubt man zu w sen, daß der voroͤrtliche Regierungs⸗Rath jetzt gestimmt se wieder fester aufzutreten, und dadurch seiner Antwort Note den nigen Kommentar zu geben, wodurch er sich auss neue den ve fat der Radikalen erwerben kann.’)

Die Allg. Ztg. schreibt von der Aar vom 28. Janvll

Aufsehen, und floͤtzte denjenigen Besorgnisse ein, welche Erxh tung der Ruhe wuͤnschen. Beides war nicht ganz ohne Grund Dieser lag aber nicht darin, daß man einige radikale Phras

dern darin, daß bei der in Bern herischenden Partei mit rach kaler Tendenz Einigkeit herrschte. Das juste-miljea war oht

gen, von der Hollaͤndischen Graͤnze her, gefaͤnglich in Hamburg

Bedeutung, und das Patriziat ist von der Regierung gaͤnzlich

Es giebt dort Herrschaften, die fast ihren ganzen Viehstand E

sich insbesonde

111—

ein wic.

em Posthause den die Rebellen befehligenden Offtzier an.

„Der Kanton Bern machte einige Zeit hindurch ein Jewisse

hoͤrte und Handwerksburschen revolutionnatre Lieder sangen, ii

11111X“A“ gebraͤngt,. Bern zeichnete sich durch die Einheit der dortigen haͤnger der neuen Ordnung, namentlich vor Zuͤrich, aus, wo 6 die Tagblaͤtter den Hang zur Parteisucht offenbarten. Daher sicten auch alle Radikalen der Schweiz mit großer Hoffnung f Bern, zugleich den ansehnlichsten Kanton. Sie glaubten, ich dasselbe der Verwirklichung ihrer Ideen näͤher ruͤcken zu unen. Auch Revolutionnaire anderer Laänder bauten Hoffnun⸗

auf Bern, da es das Aussehen hatte, sich als eine revolu⸗ sünaire Macht gestalten zu wollen. In der That haͤtte auch iselbe dem Stande der Dinge in der Schweiz eine andere pendung geben koͤnnen, wenn es das System des moralischen ororts mit Kraft festgehalten, die National⸗Gesinnten aller antone in sich vereinigt, und mit ihnen uͤber Wege und aittel sich verstaͤndigt haͤtte. Allein dazu haͤtte es Maͤnner n Kopf und Talent und ein kluges, vorsichtiges Handeln be⸗ Beides hat gemangelt, und so sind denn alle radikalen rwartungen zu Wasser geworden. Sie mußten schon zu winden anfangen, als Bern gegen das Ausland nachgiebig urde. Dieses konnte jedoch vielleicht nur voruͤbergehend seyn bei veraͤnderten Umstaͤnden sich wieder unmkehren. Aber at hat auch die Parteisucht in Bern Wurzel gefaßt. Die rtigen Radikalen haben sich in zwei Theile geschieden, die sich echselseitig in verschiedenen Blaͤttern bekämpfen, und von de⸗

rft.

gen der eine das fruͤhere System festhalten und der andere da⸗

en algehen will. Die letztere, die beiden Bruͤder Schnell von vurgborf an der Spitze, hat den Regierungs⸗Rath und großen ath in ihrer Hand; sie kann kaum noch radikal genannt wer⸗ n, und ginge gern gaͤnzlich zum juste- milicu uͤber, wenn sie ht zu sehr die Angriffe der Blätter und das Schicksal des srn. Hirzel in Zuͤrich fuͤrchtete. Durch diese Spaltung vermag also

juste⸗milieu zugleich besser hervorzutreten, und den Patri⸗

ern, welche durch Reichthum und fruͤhere Gewohnheit immer ich von Bedeutung sind, wird mehr Raum fuͤr ihre Zwecke geben. Unter solchen Verhaͤltnissen ist die durch das Zusam⸗ inhalten vorhanden gewesene Kraft dahin; der Kanton Bern fommt mit sich genug zu thun,

cht wohl mehr uͤber die Graͤnzen ihres Kantonal⸗Terrains hin⸗ zschauen, sandern muͤssen sich auf dieses beschraͤnken, wenn sie scht in Gefahr kommen wollen, auch hier den Haltpunkt zu rlieren. Parteisucht und Uneinigkeit sind die besten Verbuͤn⸗ ten der Gegner der zu regenerirenden Schweiz. Durch die ngetretene Veraͤnderung im Kanton Bern hat die Regeneration, eiche man noch nicht als vollendet ansieht, und welche ihrer atur nach auf eine groͤßere Concentration der Nationalkraft, auf e Umgestaltung des Bundes⸗Vertrags, gehen sollte, einen gro⸗ n Stoß erlitten, dessen Ausgleichung nicht so leicht seyn wird.“

FMallien.

Turin, 27. Jan. Der Vice⸗Praͤsident des Staats⸗Raths, sarschall von Savoyen und Gouverneur der Diviston von urin, Graf von Pralungo (Don Ignacio Thaon di Revel),

gestern hier mit Tode abgegangen.

Rom, 24. Jan. Der Marschall Marmont ist aus Aegyp⸗ n zu Genua eingetroffen, wo er Quarantaine haͤlt; nach deren beendigung wird er hier erwartet, wo schon eine Wohnung fuͤr in in Bereitschaft gehalten wird. General Sebastiani, bishe⸗ ger Franzoͤsischer Gesandter am Neapolitanischen Hofe, welcher feinem eigens dazu abgeschickten Dampfboote die Reise nach bulon macht, ist durch das schlechte Wetter, welches wir in n letzten Tagen hatten, gezwungen worden, in den Hafen von ivita vecchia einzulaufen, ohne jedoch mit dem Lande in Be⸗ hrung zu treten. Dem Vernehmen nach hat er seine Reise on wieder fortgesetzt.

Es soll nunmehr fuͤr den vor einigen Monaten in Neapel rstorbenen Italiaͤnischen Schriftsteller und Dichter Giraud ein Nonument errichtet werden; es ist eine Commission ernannt, um e freiwilligen Beitraͤge in Empfang zu nehmen.

Der Karneval ist durch eine heutige Verordnung foͤrmlich ntorisirt, und wird, wie in den fruͤhern Jahren, ohne Aus,⸗ ahme, in seinem ganzen Umfange stattfinden. Der Pavst hat, in die Volksfreuden noch zu erhoͤhen, dem ersten Theater aus iner Privat⸗Kasse einen Zuschuß von 7000 Skudi bewilligt.

Spanien.

Der Bericht eines Augenzeugen (in der Allgemeinen eitung) uͤber die Vorgaͤnge in Madrid am 18. Januar, sewohl im Ganzen mit dem fruͤheren Berichte unseres eigenen drrespondenten uͤbereinstimmend, enthaͤlt doch noch manche * interessante Details, weshalb wir denselben hier wie⸗ rgeben:

„Madrid, 19. Jan. Vorgestern Abend holte mich ein Freund um mit ihm auf den großen Maskenball im Theater del Prin⸗ he ju gehen. Der Saal war von Menschen uͤberfuͤllt, und aus n zahlreichen Gruppen, welche sich bildeten, konnte man schlie⸗ en, daß etwas Ungewoͤhnliches im Werke war. Mehrere Masken uͤßerten mir zu, es sey Zeit, nach Hause zu gehen; eine andere ggte mir: ya se acaba la pasteleria u. dgl. Ich ging etwa um Uör Morgens in meine dem großen Posthause schraͤg gegenuͤber ggende Wohnung in der Calle de las Carretas, als ich kurz 8r 7 Uhr durch den Generalmarsch aus meinem Schlafe geweckt unde, alle Fenster und das Dach des Posthauses von Soldaten be⸗ tsah, und gleich darauf mehrere Schuͤsse fallen hoͤrte. Truppen ger Art und Milicianos eilten in großer Verwirrung durch die ttraßen. Dies bewog mich, auf den Platz vor dem Posthause, die nerta del Sol, wo die Hauptstraßen Madrids, die Calle de Alcala, San Geronimo, Carretas, Mayor und Montera zusammenstoßen,

das große Posthaus die Ecke des Platzes und der Calle de Car⸗ as bildet, zu gehen. Hier sah ich den Leichnam des Generals interac liegen, und erfuhr Folgendes: Eine Abtheilung von 560 ann des kuͤrzlich von Cadix gekommenen 2ten leichten Regiments in Arggonien hatte unter Leitung zweier Offiziere in der Nacht te Kaserne verlassen, im Besitz der Parole den vor dem Posthause fgestellten Posten uͤberwaͤltigt, die darin liegende Wache, welche h nicht mit ihren Plaͤnen vereinigen wollte, entwaffnet, und dar⸗ ssich binter den Gitter⸗Fenstern und auf dem Dache des Post. zuses befestgt. Der neuernannte General⸗Capitain Canterac, von mn Vorgange unterrichtet, schickte einen Adjutanten ab, um zu er⸗ beren, was jene Truppen beabsichtigten. Diese aber behielten den Dlutanten gefangen zuruͤck, und schickten 9⸗ heißt es) an die Koͤ⸗ gin⸗Regentin eine Schrift, in welcher ste Aenderung des Mini⸗ eiums und Erweiterung der politischen Freiheit verlangten. Ge⸗ u 8, Uhr kam der General Canterac ganz allein, und redet⸗ vor 8 u 9* zm Letzterer ihm eine heftige Erwirderung gemacht hatte, rief Can⸗ rat laut, er sey ein chilrne, Spanier, und schien ihm die Epau⸗ tten abreißen zu wollen, als in demselben Augenblick fuͤnf dabet bende Soldaten ihre Gewehre auf Canterae anlegten und ihn dt zu Boden streckten. Zwei hinter ihm stehende Soldaten wur⸗ in von denselben Kugeln schwer verwundet. Waͤbrend dieser euchelmord geschah, schwang der eben erwaͤhnte Offizier seinen hegen, und rief aus; „es lebe die Freiheit! es sterben die Facciosos!“ on nun an bildete sich ein großer Volkshaufen auf dem Platze Nerts del Sol), und rief von Zeit zu Zeit im Verein mit den re⸗ Uischen Truppen: „es lebhe die Freiheit! es lebe die Coustitution!

und seine Radikalen duͤrfen

es lebe Ffabella II.] es lebe das 2te leichte Regiment!“ Die Zu⸗ schauer der hoͤheren Klassen aber befragten sich einander Dücbn⸗ was alles dieses bedeute, und welche Maßregeln die Regierung er⸗ greifen werde. Allgemein behauptete man, es sey unter den Regi⸗ mentern der Garde eine Karlistische Verschwoͤrung im Werke, und jene Truppen haͤtten sich im Posthause befestigt, um gegen die Garde zu fechten. Um 9 Uhr stellte sich der General Bellido, Gouverneur von Madrid, zu Pferde auf dem Platze ein, ließ den Leichnam Can⸗ teracs wegbringen und redete die Truppen des 2ten Regiments an. Diese antworteten mit dem Rufe; „es lebe die Freiheit, es lebe Isa⸗ bella I. Bellido entfernte sich, ließ alle Truppen der Garnison und die Milicia Urbana in den zur Puerta del Sol fuͤhrenden Straßen vorruͤcken, und gab, in Folge der vom Kriegs⸗Minister Llauder ihm er⸗ theilten Insteuctionen, den Befehl, das Posthaus anzugreifen. Llau⸗ der selbst ruͤckte mit den Garden und der Artillerie in der Calle Mayor vor. Sobald die im Posthause und dem daneben liegenden Kloster S. Felipe sich befindlichen Truppen ihn bemerkten, gaben sie eine allgemeine Salve, welche durch ein lebhaftes Kartaͤtschen⸗ und Peloton⸗Feuer erwiedert wurde. Da ich mich auf dem Platze mitten in dem Kugelregen befand, und mehrere Leute fallen sah, so suchte ich eine Zuflucht in dem Eckhause der Calle Montera und Alcala, wo mir der Besitzer des im zersten Stockwerke besindlichen Lese⸗Kahinettes wohlwollend die Thuͤr oͤffnete. Anstatt aber hier Sicherheit zu finden, waren wir im bestaͤndigen Bereiche der Kugeln, welche aus dem Posthause, der Calle Alcala, spaͤter aus der Calle Mon⸗ tera, und vorzuͤglich aus der Calle Mayor abgeschossen wurden, und nicht selten ihre Richtung durch unsere Fenster nahmen. Bei jeder De⸗ charge erscholl von Seiten der im Posthause befindlichen Truppen der Ruf: „Es lebe die Freiheit!“ in welchen ein Haufen des niedrig⸗ sten Poͤbels, der seit Anfang des Gefechtes mit großer Verwegen⸗ heit am Ausgange der Calle Montera verweilte, einstimmte. Ich konnte bemerken, daß die Rebellen nur auf die Truppen der Garde, welche aus der Calle Mayor und Alcala debouchiren wollten, feuerten, und dagegen die in der Carrera de S. Geronimo auf⸗ Töö der Linie, welche nicht schossen, verschonten. Die Milicia Urbana, welche die Calle de Carretas einnahm, ver⸗ hielt sich neutral, schien mit den Trupven im Posthause zu har⸗ moniren, und besetzte endlich alle Fenster der an der Puerta del Sol befindlichen Eckhaͤuser, mit Ausnahme des unsrigen, wel⸗ ches wir von innen barrikadirt hatten. Gleich zu Anfang des Gefechtes schossen die im Kloster S. Felipe befindlichen Rebellen die Kanoniere nieder, und zogen sich darauf in das Posthaus, welches anz massiv und mit großen Hoͤfen versehen ist, zuruͤck. Das Schie⸗ zen dauerte mit der groͤßten Heftigkeit und fast ohne Unterbrechung von 11 bis 1 Uhr fort. Um diese Zeit wurde es eingestellt, und ich sah einen Offizier der Garde, ein weißes Tuch in der Hand und von einem Trompeter begleitet, aus der Calle Mayor angesprengt kommen. Die Rebellen riefen ihm zu, zu halten, und schickten ei⸗ nige Leute an ihn ab. Nachdem er mit diesen geredet, ließ man ihn passiren, die Haͤuser oͤffneten sich wieder, und eine Menge Generale und Stabs⸗Offiziere fand sich auf der Puerta del Sol ein, ohne angegriffen zu werden. Diese Gelegenheit benutzte ich, um, von einem mir bekannten Offizier eskortirt, in meine Wohnung in der Calle de Carretas zu Ferc h en Diese Straße war von Milicianos und den Grenadieren der Garde besetzt. Jene waren offenbar ge⸗ en die Rebellen nicht feindlich gesinnt, da sie ihnen durch die Fen⸗

er Brot und Wein unter dem gegenseitigen Ausrufe: „Es lebe die Milicia Urbana! Es lebe die Freiheit!“ zureichten. Nun erfuhr ich, daß vom Palaste aus an die Rebellen die Aufforderung ergangen war, sich zu ergeben, diese aber erklaͤrt hatten, nur mit dem Gene⸗ nicht aber mit dem Kriegs⸗Minister unterhandeln zu wollen. daß die Linien⸗Regimenter erklaͤrt haͤtten, nicht auf ihre Kamera⸗ den schießen zu wollen, daß man der Garden nicht versichert sey, und daß die Milicia Urbana offenbar mit den Rebellen harmo⸗ nire. Dieses giebt man als den Grund an, welcher die Koni⸗

gin und das Ministerium bewogen habe, den General Sola

mit dem Versprechen einer Amnestie an die Nebellen abzuschicken, wenn sie das Posthaus verlassen, und die Moͤrder Canterac's aus⸗ liefern wollten. Dieses verweigerten sie aber, und so wurde ihnen dann Abzug mit klingendem Spiele gestattet, unter der Bedingung, sich nach Alcovendas (erste Post von hier) zu begeben, und von dort nach Navarra gegen die Karlisten zu marschiren. In der That hat⸗ ten wir um 3 Uhr das seltsame Schauspiel, unter dem lautesten Jubel des Volkes, und unter dem Singen der Hymne Riego's, mit Fah⸗ nen und klingendem Spiele, die Rebellen, von dem Regimente der Grenadiere zu Pferde begleitet, aus Madrid marschiren zu sehen. Die uͤbrigen Truppen der Garnison gingen darauf in ihre Quar⸗ tiere zuruͤck, eine Proclamation wurde angeheftet, und bis auf die⸗ sen Augenblick (den 19ten, drei Uhr Nachmittags) sind in der Stadt keine weiteren Unruhen vorgefallen. Ich erfahre aber so eben, daß der General Sola, der sich gegen die Koͤnigin verpflichtet hatte, die Truppen in Alcovendas zum Niederlegen der Waffen zu bewegen, jetzt dorthin geeilt ist, diese aber in ihrem Ungehorsam beharren. Von Seiten der Garnison und der Zuschauer ist eine (bis jetzt nicht genau ermittelte) Anzahl von Menschen getoͤdtet und ver⸗ wundet worden. Als eines der ersten Opfer fiel, von vier Kugeln durchbohrt, an der Ecke der Calle de Alcala vor meinen Augen der Brigadier Zamora, Lieutenant der Koͤnigin. Unmittelbar neben dem Franzoͤsischen Botschafter, welcher sich in derselben Straße zu mei⸗ nem nicht geringen Schrecken befand, wurde ein Buͤrger durch die Schulter geschossen. Was waͤhrend des Ptagen Tages im Palaste und Ministerium vorging, kann man noch nicht mit Sicherheit er⸗ fahren; die Regierung schickte Nachmittags einen Courier nach Paris ab, welcher keine fremden Depeschen mitnehmen durfte, und erst diesen Abend geht der erste Franzoͤsische Courier ab. Allgemein er⸗ wartete man Aufklaͤrungen von Seiten der Regierung in der heuti⸗ en „Gazeta“ zu erhalten, und sindet nun darin keine Sylbe. Die⸗

es Stillschweigen redet fast noch lauter als die Begebenhei⸗

ten selbst. Ich habe Ihnen nun treu berichtet, was ich ge⸗ sehen habe; nun erzaͤhle ich, was man mir uͤber den gehei⸗ men Zusammenhang dieser seltsamen Begebenheit berichtet. Es sollen geheime Gesellschaften und Logen in der Armee bestehen, von denen der Sturz des gegenwaͤrtigen Ministeriums und die Proklamirung einer der Constitution von 1812 ahnlichen Verfassung beabsichtigt wird. Zwei oder drei Offiziere des zweiten leichten Re⸗ giments stellten sich an die Spitze des Komplottes, versicherten sich der Unteroffiziere, fuͤhrten einen Theil des Regiments gegen das Posthaus (ohne daß die Truppen gewußt zu haben scheinen, was man mit ihnen beabsichtigte) und glaubten, des Beistandes der uͤbri⸗ gen Linien⸗Regimenter und der Milicia Urbana versichert zu seyn; als sie aber gewahr wurden, daß die Garden sich SJeean die Linie sich nicht fuͤr sie erklaͤrte, die Mittelklasse des Volkes aber ohne alle Sympathie fuͤr sie blieb, so entschlossen sie sich, von der ihnen angebotenen Amnestie Gebrauch zu machen. Zu bewundern ist es, wie sie, von nur zwei Offizieren (und, wie man sagt, einem Civi⸗ listen) geleitet, mit großer Geschicklichkeit und Unerschrocken⸗ heit shre freilich sehr sgüe Position zu vertheidigen wußten. Von der groͤßten Wichtigkeit ist der 1mstand, daß auch nicht ein einziges Mal, selbst nicht von Eeiten der Garden, ein Ausruf Gunsten des Praͤtendenten gehoͤtt wurde. Ein Urtheil uͤber die

u 5 und das Benehmen des Mnisteriums zu faͤllen, kann ich

mich enthalten, wo die Begebenbeiten so laut reden. Subaltern⸗ Ofüziere konspiriren und verfuͤhren die Haͤlfte des Regiments, ohne daß die Chefs eine Ahnung davon haben; 550 Mann ermorden ei⸗ nen General, und schreiben einer Regierung Bedingungen vor, wel⸗ che 10,000 Mann auf dem Platze zur Verfuͤgung hat; diese gestattet den Rebellen ehrenvollen Abzug, und schickt sie NB. zur Strafe, nach Navarra, wie auf die Galceren. Was wir unter einer sol⸗

Rezerung noch zu erwarten haben, steht dahin. Niemand weiß sich zu sasn, wer jetzt regiert, wessen Stimme im Ministerium ent⸗ scheidet, und ob nicht, durch das gegebene Beispiel aufgemuntert, ein anderes ; Mwent ebenfalls seinen Willem ertrotzen, das Leben der Buͤrger vefchrhen, und die Straßen Madrids mit Blut anfuͤllen

Dieser, so wie Sola, soll der Koͤnigin vorgestellt haben,

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urs 1111A1AA““ werde Und wo in der Mann, der in dieser Anarchie die Zuͤgel zu leiten vermag? Befragt man einen Spanier uͤber die gestr 23 S has eres zias 8. pasteleria! Die le dieser

88 eterogen und scharf gewürzt, fuͤr gesunde Magen ist sie aber etwas unverdzulichn scharf gewuͤrzt, für gesunde

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

Washington, 7. Jan. Der Praͤsident hat dem Hause der Repraͤsentanten gestern folgenden Bericht des Staats⸗Secre⸗ tairs Forsyth in Betreff der Graͤnz⸗Streitigkeiten zwi⸗ schen den Vereinigten Staaten und Großbritanien uͤbersandt: 8 .

„Washington, 5. Januar.

In Folge des Beschlusses des Re⸗ditentea h ane vom 27. Dez., worin dasselbe von dem Praͤsidenten, falls es mit dem oͤffentlichen Interesse vereinbar sey, die Vorlegung der wischen der Regierung der Vereinigten Staaten und der von Broßbri⸗ tanien in Betreff der Graͤnz⸗Streitigkeiten stattgefundenen Mit⸗ theilungen, sowie Auskunft üͤber die Ausuͤbung der Jurisdiction von Seiten der Britischen Behoͤrden der I Neu⸗Braun⸗ schweig uͤber das streitige Gebiet von Maine verlangte, hat der Staats⸗Secretair die Ehre, anzuzeigen, daß das Departement hinsichtlich der Jurisdiction uͤber das streitige Gebiet nichts be⸗ sitzt, was dem Hause nicht schon vorgelegt worden waͤre. Was die, nach Verwersung des schiedsrichterlichen Ausspruchs des Koöͤ⸗ nigs der Niederlande, wieder aufgenommenen Unterhandlungen mit Großbritanien wegen der Graͤnz⸗Streitigkeiten betrifft, so ist es Sache des Praͤsidenten, zu entscheiden, ob es mit dem oͤf⸗ fentlichen Interesse vereinbar ist, die zwischen beiden Regierun⸗ gen uͤber diesen Gegenstand stattgefundenen Mitthetlungen dem Hause vorzulegen. Forsyth.“

In der gestrigen Senats⸗Sitzung statrete Herr Clay, im Namen der Kommission fuͤr die auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten, uͤber den Theil der Botschaft des Praͤsidenten, wel⸗ cher die Franzoͤsischen Angelegenheiten betrifft, einen Bericht ab, welcher damit schloß, daß es fuͤr jetzt sehr unzweckmaͤßig sey, ein Gesetz anzunehmen, welches den Praͤsidenten ermaͤch⸗ tigte, Repressalien gegen Franzoͤsisches Eigenthum zu gebrauchen, fuͤr den Fall, daß die Franzoͤsischen Kammern waͤh⸗ rend ihrer jetzigen Session keine Anstalten traͤfen, um die in dem Vertrage vom Jahre 1831 bestimmte Entschaͤdigung an die Ver⸗ einigten Staaten zu zahlen. Die Verlesung dieses Berichts waͤhrte anderthalb Stunden. Herr Tallmadge erklaͤrte sich ge⸗ gen einige Stellen des Berichts, und Herr Poindexter trug dar⸗ auf an, 20,000 Exemplare des Berichts drucken zu las⸗ sen. Dieser letztere Antrag wurde mit 26 Stimmen gegen 19 angenommen.

Amerikanische Blaͤtter enthalten fortwaͤhrend Dis⸗ kussionen und Betrachtungen uͤber die gegenseitige Stellung der Vereinigten Staaten und Frankreichs. Der New York Com⸗ mercial Advertiser meldet auf die Autoritäͤt des Phila⸗ delphia Intelligencer, daß in dem Ausschuß fuͤr die aus⸗ waͤrtigen Angelegenheiten im Repraͤsentanten⸗Hause die Frage, ob eine Bill, gemaͤß der Empfehlung des Praͤsidenten, um zu Repressalien gegen Frankrench zu ermaͤchti⸗ gen, eingebracht werden solle, mit einer Majoritaͤt von 6 Stim⸗ men verworfen worden sey.

Die Frage uͤber die neue Praͤsidenten⸗Wahl kommt setzt immer lebhafter zur Sprache. Die Kandidaten sind der Rich⸗ ter White aus Tennessee, Herr van Buren und der Richter

John M'Lean aus Ohio, einer der Richter des hoͤchsten Ge⸗ richtshofes in den Vereinigten Staaten.

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Berlin, 8. Febr. Am 1sten d. M. wurde zu Stargard in Pommern die Dienst⸗ Jubelfeier des dortigen Postmeisters, Obersten von Beyer, begangen. Zahlreiche Freunde und fruͤhere Waffengefaͤhrten des wuͤrdigen Veteranen hatten sich zu diesem Feste eingefunden, das am Vorabende mit einem Fackel uge ein⸗ geleitet wurde. Am Morgen des 1. Febr. erfolate die T egluͤck⸗ wuͤnschung des Jubilars, wobei dieser aus den Haͤnden des von dem Koͤnigl. General⸗Post⸗Amte abgeordneten Postmeisters zu Stolpe, Majors von Kleist, ein Allerhoͤchstes Kabinets⸗Schreiben empfing, mittelst dessen Se. Maj. der Koͤnig ihm als Anerkennt⸗ niß seiner langjaͤhrigen Dienste den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu ertheilen, und zugleich seinem Vaterherzen durch Ver⸗ leihung einer Stiftsstelle an seine juͤngere unverheirathete Toch⸗ ter die huldreichste Beruhigung zu gewaͤhren geruhten. Hiernaͤchst uͤberreichte der Herr General⸗Lieutenant von Zepelin, Comman⸗ deur der dritten Division, dem Jubilar ein in den gnaͤdigsten Ausdruͤcken abgefaßtes eigenhaͤndiges Schreiben Sr. K. Hoheit des Kronprinzen, begleitet von Hoͤchstdessen Buͤste in Bronze und von zwei Gemaͤlden, das Aeußere und Innere der Kirche zu Labiczyn darstellend, durch deren ruhmvolle Vertheidigung im Jahre 1794 der Jubilar seine militai⸗ rische Laufbahn eroͤffnet hatte. Die Stadt Stargard, in deren Mauern der Oberst von Beyer seit 20 Jahren lebt, hul⸗ digte ihm durch die Ueberreichung des Ehren⸗Buͤrgerbriefes. Nachdem der Jubilar in der St. Johannis⸗Kirche dem Gottes⸗ dienste beigewohnt, und demnaͤchst durch die Herren Generale von Zepelin und von Ruͤchel⸗Kleist zur Parade gefuͤhrt worden, erfolgte das Festmahl, bei welchem der Gefeierte den ihm so eben von den Beamten seines Post⸗ Verwaltungs⸗Bezirks uͤber⸗ reichten Pokal dadurch einweihte, daß er mit dankerfuͤlltem Her⸗ zen Sr. Majestaͤt dem Koͤnige ein Lebehoch brachte. Hierauf gab der General⸗Lieutenant von Ruͤchel⸗Kleist in dem Sinne der ganzen Versammlung die ehrerbletigsten Wuͤnsche für das Wohl Sr. Koͤniglichen Hoheit des Kronprinzen zu erkennen. Der General⸗Lieutenant von Zepelin begruͤßte sodann den Ju⸗ bilar mit einem kraͤftigen Toast, an welchen sich eine militalris sche Darstellung anschloß. Auf ein gegebenes Zeichen rollte ein Vorhang auf, und man erblickte eine Scene aus der Ver⸗ theidigung des Reformaten⸗Klosters Labichyn am 29. September 1794. Zugleich trat ein Deputirter des in Bromberg garniso⸗ nirenden Fuͤsilier, Bataillons 14ten Infanterie⸗Regiments, der Premier⸗Lieutenant Westphal, hervor und uͤberreichte dem Ju⸗ bilar eine aus der Mauer der Klosterkirche zu Labiczyn entnom. mene, von dieser Stadt den Offizieren des Fuͤstlier⸗Bataillons geschenkte Kanonenkugel. Die innere Bewegung der Anwesen⸗ den wurde hierdurch auf den hoͤchsten Punkt gesteigert, und wie aus einem Munde erscholl der Ruf: Gott erhalke den Koͤnig! „Gewiß“, so schreibt man von dort, „war es ein schoͤnes, be⸗ deutungsvolles Zeichen, daß eine gewaltige Regung, den tiefsten Sinn jener Darstellung ergreifend, die Gemuͤther unwedersteh⸗ lich dahin zog, von wo die Segnungen unseres Volkes ausge⸗ hen, zu dem 8e unserer Fuͤrsten.“ ie am lusse des verflossenen Jahres gefertigten sta⸗ tistischen Tabellen des Regierungs⸗Bezirks 89, 8

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Ausschluß des bei den Fahnen stehenden Militairs eine Bevoöͤlke⸗

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